DLR-Chef Wörner: Deutschland will noch in diesem Jahrzehnt einen weiteren Astronauten zur ISS schicken

Credit: G. Kowalski

Berlin, 22. Januar 2015 — Deutschland will noch in diesem Jahrzehnt einen weiteren Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS schicken. Die Entscheidung darüber falle im ersten Halbjahr 2015, teilte der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. Um wen es sich bei dem neuen ESA-Astronauten deutscher Nationalität,  wie er offiziell heißt, handelt, wollte er nicht sagen. 

Ein heißer Kandidat sei natürlich Alexander Gerst, der erst im vergangenen November mit einem russischen und einem US-Kollegen von einer überaus erfolgreichen Halbjahres-Mission in der ISS zurückgekommen ist, betonte Wörner. Aber es gebe noch andere Möglichkeiten, fügte er hinzu, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass sich Italien und Deutschland um einen weiteren Flug beworben haben, die um das Jahr 2019 stattfinden könnten. Allerdings werde es keine neue Ausschreibung für das ESA-Astronautenkorps geben. Eventuell müsse man ältere Astronauten reaktivieren, sagte der Franzose, der am 1. Juli von Wörner an der Spitze der ESA abgelöst wird. 

Wörner deutete an, dass es auch einen Kandidaten oder eine Kandidatin außerhalb dieses Kreises geben könnte. Dem Vernehmen nach könnte es sich dabei um jemanden handeln, der bei der letzten Ausschreibung 2009 in den engeren Kreis gekommen war, es aber nicht unter die letzten sechs geschafft hatte.

Sollte Gerst erneut den Zuschlag erhalten, bliebe es bei der bisherigen Zahl von elf deutschen Kosmonauten und Astronauten. Der erste Deutsche im All war Sigmund Jähn 1978, der bisher letzte Alexander Gerst. Mit drei Flügen, zwei davon mit einem US-Shuttle und einer mit einer russischen Sojus-Kapsel, führt Ulf Merbold die Statistik bei den deutschen Mehrfachfliegern unangefochten an. Thomas Reiter und Hans Schlegel waren je zweimal auf der Umlaufbahn.

(c) Gerhard Kowalski

 
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