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Neue Sojus-Besatzung auf dem Weg zur ISS – Erstmals Eigenname für russisches Raumschiff

Baikonur,  20. April 2017 — Ein russisches Raumschiff mit zwei Astronauten an Bord ist seit Donnerstagmorgen auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Sojus MS-04 soll mit den Russen Fjodor Jurtschichin und dem Amerikaner Jack Fischer um 15.23 Uhr deutscher Zeit automatisch an der Station anlegen. Für den Russen ist das bereits die fünfte Weltraummission,  der Amerikaner ist Neuling.

Es ist dies der erste Flug nach der Entscheidung der Russen,  die Zahl ihrer Kosmonauten in der ISS vorübergehend von drei auf zwei zu reduzieren. Die Maßnahme soll bis zum Start des russischen Mehrzwecklabormoduls  (MLM)  Nauka (Wissenschaft)  gelten,  der für Ende des Jahres geplant ist. Den freien dritten Platz belegt deshalb ein Container mit etwa 70 Kilogramm Verpflegung,  vor allem  mit frischem Obst und Gemüse.

Das Raumschiff hob pünktlich um 09.13 Uhr vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. Zum ersten Mal in der Geschichte der russischen Raumfahrt hat die Sojus-Kapsel auch einen Eigennamen erhalten. Jurtschichin hat durchgesetzt,  dass er ihr den Namen Argo in Anlehnung an die Argonauten aus der griechischen Mythologie geben durfte. Auch die nächste ISS-Besatzung denkt inzwischen darüber nach,  seinem Beispiel zu folgen.

Bislang haben alle russischen Raumschiffe und –stationen nur Seriennamen. Einzige Ausnahme war bisher Sojus TMA-21,  das zum 50. Jahrestag des historischen Fluges von Juri Gagarin im April 2011 dessen Namen trug.

Eigentlich sollte Sojus MS-04 bereits am 27. März starten. Doch nach dem Absturz eines Progress-Frachters im Dezember musste die dritte Stufe der Sojus-Trägerrakete im Herstellerwerk in Woronesh gecheckt werden.

In der ISS tun derzeit die Amerikanerin Peggy Whitson,  der Russe Oleg Nowizki und der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet Dienst. Whitson sollte eigentlich mit Nowizki und Pesquet am 2. Juni wieder auf die Erde zurückkehren. Doch sie hat ihren Flug um drei Monate verlängert,  um die Lücke auszufüllen,  die mit der Streichung des zweiten Russen entstanden ist.

© Gerhard Kowalski

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