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Sawinychs Tagebuch erschienen:  Salut-7 – Aufzeichnungen aus einer „toten Station“

Credit:G. Kowalski

Moskau,  10. Dezember 2017 —   1985 haben die sowjetischen Kosmonauten Wladimir Dshanibekow und Wiktor Sawinych in einer höchst gewagten Aktion die außer Kontrolle geratene Raumstation Salut-7 gerettet. Wäre ihnen das nicht gelungen,  wäre der 20 Tonnen schwere Koloss ungesteuert mit nicht absehbaren Folgen auf die Erde gestürzt.

Rechtzeitig zu dem reißerischen russischen Spielfilm „Salut-7“,  der das Drama als Wettlauf gegen die Absicht der Amerikaner darstellt,  die Station mit einem Space Shuttle zu kapern,  erschien nun in einem Moskauer Verlag unter dem Titel Salut-7 –  Aufzeichnungen aus einer „toten Station“ das Tagebuch Sawinychs.

Darin schildert der Dreifachkosmonaut das wahre Geschehen und die Dramatik der Rettungsaktion,  die lange Zeit von der Sowjetpropaganda geheim gehalten wurde. Während Dshanibekow und er ins „Ungewisse“  geflogen seien,  um die Station wieder zum Leben zu erwecken, was letztlich glücklicherweise gelang,  habe die offizielle Nachrichtenagentur TASS  „munter“  berichtet, dass die Mannschaft an Bord des Havaristen „planmäßige Arbeiten“ durchführe, sich gut fühle und bei guter Laune sei,  schreibt der Autor.

Zum Schluss des Buches lüftet Sawinych noch ein anderes Geheimnis. Er beschreibt,  wie der Kosmonaut Wladimir Wasjutin,  der dann nach der gelungenen Rettung zusammen mit Alexander Wolkow als erste Besuchsbesatzung zur Station gekommen war,   schwer erkrankte. Deshalb musste der Flug nach 64 Tagen vorzeitig abgebrochen werden. Wie sich herausstellte,  hatte Wasjutin die Krankheitssymptome bereits vor dem Start,  sie aber vor den Ärzten verschwiegen. Aus Enttäuschung darüber habe Energija-Chefkonstrukteur Walentin Gluschko in einem Brief an das Zentralkomitee der KPdSU gefordert,  Wasjutin nicht wie üblich mit dem Goldenen Stern eines Helden der Sowjetunion auszuzeichnen,  da er gegen wichtige und verbindliche Kosmonauten-Regeln verstoßen habe. Dem sei aber nicht stattgegeben worden,  weil man dann in Erklärungsnot geraten wäre.

© Gerhard Kowalski

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