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US-Frachter bringt 2,5 Tonnen Nachschub zur ISS – Auch ESA-Experiment an Bord

Credit:NASA

Houston,  27. Juli 2019 —   Ein Dragon-Frachtraumschiff von SpaceX mit 2,5 Tonnen Nachschub an Bord hat am Samstagnachmittag die Internationale Raumstation ISS erreicht. Es wurde um 15.11 Uhr deutscher Zeit von den US-Astronauten Nick Hague und Christina Koch mit dem kanadischen Roboterarm „eingefangen“,  da es über kein automatisches Kopplungssystem verfügt, und dann per Hand an das Harmony-Modul umgesetzt,  teilte die NASA in Houston (Texas). Der Frachter war am Freitagmorgen um 00.01 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) an der Spitze einer Falcon 9-Trägerrakete aufgestiegen. Es ist nach 2015 und 2017 bereits sein dritter Flug zur Station.

Dragon bringt verschiedenste Güter auf die Umlaufbahn,  darunter wissenschaftliche Experimente,  einen Drucker für menschliche Organe und einen International Docking-Adapter (IDA-3). Dieser soll Mitte August bei einem Außeneinsatz von Hague und Andrew Morgan an der erdzugewandten Seite von Harmony installiert werden. Hier sollen künftig private bemannte US-Raumschiffe anlegen.

Mit an Bord ist auch das ESA-Weltraumexperiment BioRock.  Mit ihm wird das Wachstum von Biofilmen und deren Fähigkeit,  Mineralien aufzuschließen und als Nährstoffe zu nutzen (biomining),  unter Schwerelosigkeit im direkten Vergleich zu der mit Hilfe einer Zentrifuge auf der ISS simulierten Mars- und Erdschwerkraft untersucht. Die Ergebnisse werden zum besseren Verständnis des Wachstums von Mikroorganismen im Weltraum,  das auch bei bioregenerativen Lebenserhaltungssystemen entscheidend ist,  zur Biofilmentstehung und zur mikrobiellen Erzlaugung beitragen. Mit einem solchen Verfahren könnten zukünftig ökonomisch interessante chemische Elemente wie etwa Kupfer auf anderen Planeten nutzbar gemacht werden. An dem Experiment ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt.

Dragon bleibt knapp vier Wochen im All und kehrt dann mit 1,5 Tonnen Forschungsergebnissen und ausrangierter Technik auf die Erde zurück.

© Gerhard Kowalski

 

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