Belarus schlägt Russland 29 Kosmonauten-Kandidaten für einen Flug zur ISS vor

Moskau, 21. Juni 2022 – Die Nationale Akademie der Wissenschaften von Belarus hat Russland am 14. Juni eine Liste von 29 Kosmonauten-Kandidaten für einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS übermittelt. Die weiteren Schritte bei der Auswahl sollen auf der Ausstellung „Nationale Sicherheit. Belarus-2022“ in Minsk beraten werden, teilte die GK Roskosmos am Dienstag auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Der Deal geht auf eine Weisung von Präsident Wladimir Putin vom 12. April zurück. Der hatte die russische Raumfahrtbehörde beauftragt, einen Vertreter von Belarus mit einem russischen Raumschiff in den Weltraum zu schicken. Dmitri Rogosin hatte die belarussische Seite daraufhin gebeten, bis zum 15. Juni mindestens zwei Kandidaten zu benennen. Der Flug soll im Herbst kommenden Jahres stattfinden.

(c) Gerhard Kowalski

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28 Antworten zu Belarus schlägt Russland 29 Kosmonauten-Kandidaten für einen Flug zur ISS vor

  1. Gerald Harnisch sagt:

    Hallo Herr Kowalski,
    ich hoffe, Ihnen geht es gut. Seit etwa 4 Wochen kann ich Ihre Seite nicht mehr wie gewohnt aufrufen. Irgend ein Fehler beim Verbinden zu Ihrer Webside. Bei Freunden in Berlin ist der gleiche Fehler aufgetreten. Ergo kann es nicht an meinem Computer liegen. Erst seit heute kann ich Ihre Seite wieder empfangen, aber nur Artikel bis 21. Juni 2022. Haben Sie Ihre journalistische Tätigkeit beendet, oder wurden Sie zentral gesperrt? Geben Sie mir einen Hinweis?
    Danke, MFG G. Harnisch

  2. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Herr Harnisch,

    ich setze nach der Panne den Blog nicht mehr fort.

    Mit besten Grüßen

    G. Kowalski

  3. Gerald Harnisch sagt:

    Sehr geehrter Herr Kowalski,
    nur noch eine kurze Antwort. In Anbetracht dessen, dass ich viele Jahre Ihre für mich sehr interessanten Beiträge zum Raumfahrtgeschehen, insbesondere dem der Russischen Föderation genießen durfte, sage ich herzlichen Dank dafür. Genießen Sie weiterhin Ihren Ruhestand und bleiben Sie gesund.

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Ihr treuer Leser Gerald Harnisch aus der Sächsischen Schweiz.

  4. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Herr Harnisch,

    danke für die Blumen und die guten Wünsche.

    Aber Ruhestand ohne Raumfahrt geht bei mir nicht. Sie werden sicher noch dann und wann von mir hören.

    Mit besten Grüßen in die Sächsische Schweiz

    Ihr

    Gerhard Kowalski

  5. Hollstein Bernd sagt:

    Ich schließe mich den Wünschen von Herrn Hanisch an.
    Natürlich gönne ich Ihnen, Herr Kowalski, den verdienten Ruhestand. Aber
    gleichzeitig bin ich etwas traurig, weil ich keine vergleichbare
    Internetseite in deutscher Sprache finden kann. Schade.

  6. Juergen Nabel sagt:

    Hallo Herr Kowalski,
    auch ich schließe mich den guten Wünschen an. Ich hoffe Sie sind fit und munter und ein bißchen Ruhe schadet ja nicht.
    Schade, dass Sie Ihren Blog aufgeben, es war für mich immer der erste Gedanke nach dem Einschalten meines Laptops: Was sagt Kowalski heute?
    Für die Zukunft alles Gute, die Zeit mit Ihnen war sehr schön
    Herzliche Grüße
    Jürgen Nabel

  7. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Herr Nabel,

    vielen Dank für Ihre netten Worte.

    Ihr Gerhard Kowalski

  8. Jewgeni-7 sagt:

    Mein abschließender Kommentar zu Russland und Roskosmos

    Russland und Roskosmos haben keine Zukunft

    Das Land der bolschewistischen Mördern hat für mich keine Zukunft, auf der UNO-Versammlung, als es um die Verurteilung des Krieges ging, waren nur 4 terroristische Länder auf der russischen Seite, darunter Nordkorea, Iran. Das Land ist im ganzen als auch mit seiner Raumfahrt im Untergang. Obwohl die Gagarin Familie und die russische Kirche die Vergewaltigung von Kindern und das Morden von unschuldigen Menschen in einen demokratischen Land befürworten, werden heute selbst Raketenfachleute verhaftet. Auf der anderen Seite immer mehr Menschen, darunter Kulturschafende, Geschäftsleute verlassen Russland, darunter die Sängerin Pugatschowa.

    Möchte hier anmerken, das Russland eine sehr hohe HIV Rate hat, die ist 10-mal höher als in der Europäischen Union. In einigen Regionen des Urals und Sibiriens ist das Risiko einer HIV-Infektion 20- und 35-mal höher als in Europa und bereits vergleichbar mit afrikanischen Ländern. Mehr als 1,1 Millionen Menschen leben in Russland bereits mit dem Immunschwächevirus – das entspricht der Bevölkerung einer Großstadt, Perm oder Omsk. Und diese werden nur offiziell berücksichtigt. Tatsächlich kann es 1,5 Millionen HIV-positive Menschen geben. Der Schaden für die Wirtschaft durch die Ausbreitung des Virus wird auf 225,5 Milliarden Rubel pro Jahr geschätzt. Russland kann sich somit mit Kongo vergleichen.

    Laut offiziellen Daten geht hervor, dass das Land verliert seine Bevölkerung aufgrund einer Anti-Rekord-Sterblichkeitsrate und einer ebenso Anti-Rekord-Geburtenrate.

    Die UN sagt, dass Russland eine Rekordzahl an Bevölkerung verliert: 316.000 Menschen sterben jährlich. Gleichzeitig wurde im April im Land eine Mindestgeburtenrate verzeichnet – weniger als 100.000 Kinder. Das Land der Mörder stirbt aus, und wenn sich der Bevölkerungsrückgang nicht ändert, wird es bis 2050 etwa 12 Millionen Menschen verlieren. Die Gesamtbevölkerung von heute von 145 wird sich auf 133 Millionen Menschen reduzieren, und Russland wird in Bezug auf die Bevölkerung aus den Top-10-Ländern herausfallen. Letztes Jahr hat Russland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen infolge des natürlichen Bevölkerungsrückgangs verloren. Das hat auch gravierende Folgen für die Raumfahrt.

    Am 15. Juli wurde der Totengräber der russischen Raumfahrt Wladimir Rogozin entlassen, ein talentierten Autor fantastischer Geschichten über die Raumfahrt, ein Guru der Werbeflächentrampoline und ein Meister der Kürzung des Staatshaushalts. Rogozin hat noch 2014 davon geträumt „alle seine Posten für das Glück zu ändern, um im selben Graben mit den Verteidigern von Slawjansk zu sein“ (damaliger Krieg gegen Ukraine). In seiner neuer Rolle wird er Gauleiter in den besetzten ukrainischen Republiken sein. Dmitri Rogozin stammte aus der Familie des Moskauer Hofgenerals, stellvertretender Leiter des Rüstungsdienstes des Verteidigungsministeriums der UdSSR Oleg Rogozin, hat aber während der Perestrojka auf krimineller Weise sein Geld verdient. Als der Nationalsozialismus in Russland noch nicht in Kraft getreten war, flog Rogozin zweimal bei Wahlen 1993, 1995 an der Staatsduma vorbei. Nachdem er schließlich Druck auf seine Verwandten ausgeübt und alle seine Ressourcen mobilisiert hatte, erzielte er im März 1997 bei den Nachwahlen im Wahlkreis Anninsky in der Region Woronesch 37,91%.

    Die Tatsache dass der Nachfolger von Rogozin ein Kurator des militärisch-industriellen Komplexes Juri Borissow ist, spricht schon Bände. Es geht um die militärische Entwicklung von Roskosmos. Der neue Chef von Roskosmos, Juri Borissow, kündigte bei einem Treffen mit Wladimir Putin offiziell die Absicht der Russischen Föderation an, sich nach 2024 aus dem ISS-Projekt zurückzuziehen. Trotz der Absicht Russlands, die ISS aufzugeben, bekräftigten die Vereinigten Staaten ihr Engagement für das Projekt und planen, bis 2030 eine Präsenz in einer niedrigen Erdumlaufbahn sicherzustellen. Die NASA hat die Umlaufbahn der ISS bereits mit dem Cygnus-Transportmodul korrigiert, damit wären die auf die Progress-Raumschiffe nicht angewiesen.

    Ein Experte der Harvard Business School sagte: „Russland arbeitet seit langem an der Entwicklung von Anti-Satelliten-Waffen, die auf der kinetischen Zerstörung von Objekten im Orbit basieren. Die Rakete sprengt einen Satelliten, dessen Fragmente für Dutzende und manchmal Hunderte von Jahren im Orbit bleiben und sich mit einer Geschwindigkeit von mehr als 27.000 Kilometern pro Stunde bewegen. Dies stellt nicht nur eine Bedrohung für die Internationale Raumstation dar, die bereits Trümmerausweichmanöver durchführen musste, sondern auch für andere Systeme.“ Solche Systeme hat Russland bereits getestet, es geht hier um die Nudol-Rakete, ein Nachfolger des A-135 Systems (die schnellste Rakete der Welt).

    Zurück in die UdSSR: In Russland wurde beschlossen die Arbeit von Geschäften a la „Berezka“ für Diplomaten wiederbeleben. Die Regierung initiierte die Schaffung von zollfreien Handelspunkten, in denen nur Diplomaten sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen einkaufen können. Eine Zahlung in mehreren Währungen für Einkäufe wird bereitgestellt, zusammen mit Rubel, Dollar und Euro, die von Käufern akzeptiert werden.

    Zurück ins 19. Jahrhundert: In den Dörfern der Region Krasnojarsk tragen tausende Russen mit Jochen Wasser aus dem Fluss. Während der Kreml Milliarden von Dollar ausgibt, um Ukrainer zu töten, sitzen die Russen in der Region Krasnojarsk ohne Wasser da. In zwei Dörfern im Norden der Region Krasnojarsk – Karaul und Nosok – gibt es keine Wasserversorgung. Die föderalen Medien Russlands erinnern sich nicht an Karaul und Noska. Die Geschichte über das Problem wurde jedoch im regionalen Fernsehen ausgestrahlt. Das Video ist auf Telegram-Kanal verfügbar.

    Auch der Start von Luna-25 wurde auf nächstes Jahr zum siebten Mal verschoben. Auch typisch für die ganze russische Misere, da nicht alle Systeme des Geräts die notwendigen Tests bestanden haben. Der letzte Start von Luna-25 zum Südpol des Satelliten war für Oktober 2021 geplant, er wurde in den letzten Jahren aufgrund westlicher Sanktionen und der Nichtverfügbarkeit einzelner Systeme verschoben. Luna 25 ist zum markantesten Beispiel für langfristiges Bauen in der russischen Raumfahrt geworden. Die westlichen Sanktionen zeigen auch die andere russische Seite: Die russische Elektronikindustrie ist nicht in der Lage, alle in der Kosmonautik notwendigen elektronischen Komponenten unabhängig voneinander zu produzieren. Das was die Russen produzieren ist eher nur Schrott, die russischen Entwicklungen sind zu schwer, einige Satelliten mit importsubstituierten Varianten sind für russische Raketen nicht geeignet.

    Der größte russischer Wissenschaftler, der an der Herstellung von Hyperschallraketen beteiligt war, Direktor des Instituts für theoretische und angewandte Mechanik der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften Alexander Shiplyuk wurde verhaftet. Shiplyuk ist der dritte russische Wissenschaftler, dem ein so schwieriger „Verbrechen“ vorgeworfen wird. Der erste war der leitende Forscher der gleichen Institution Anatoly Maslov. Er wurde am 27. Juni verhaftet. Er schien geheime Informationen über Hyperschallraketen zu übermitteln. Drei Tage später wurde Dmitry Kolker, ein Mitarbeiter des Instituts für Laserphysik der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, verhaftet. Ihm wurde kriminelle Zusammenarbeit mit China vorgeworfen. Aber Kolker starb plötzlich im Gefängnis – er hatte Krebs im Endstadium. Wie Arkady Babchenko auf Facebook schreibt, ist Shiplyuk Spezialist auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeits-Aerogasdynamik und experimenteller Methoden zur Untersuchung von Gasströmen. In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit Hyperschallraketen, insbesondere mit deren Schutzbeschichtung. Putin kündigte die Schaffung von Zirkon-Hyperschallraketen im Frühjahr 2018 an, und im Dezember 2021 gab er bekannt, dass analoge Waffen getestet worden seien. 2022 sollte die Rakete an die Truppen ausgeliefert werden. Aber etwas ist hier schief gelaufen, deshalb auch die Verhaftungen. Die Kampffähigkeit der Waffe wird selbst in russischen Fachkreisen mehr als stark angezweifelt.

    Gleichzeitig hat Zirkon selbst, dessen Entwicklung Mitte der 2010er Jahre bekannt wurde, viel mehr Fragen als Antworten. Da sich die in den russischen Propagandamedien erklärten Merkmale erheblich von denen unterscheiden, die bei den Tests demonstriert und angegeben werden, und bei einer detaillierteren Analyse treten im Allgemeinen ziemlich starke Widersprüche auf. Die Zirkon-Rakete ist angeblich eine Hyperschallrakete, soll eine Reichweite von mehr als 1.000 km haben und Geschwindigkeiten von bis zu Mach 9 (3 km / s) entwickeln.

    Das Hauptproblem ist die Schaffung eines Hyperschall-Durchgangs-Luftstrahltriebwerks sowie spezieller Legierungen, die in der Lage sind, enormen Temperaturen standzuhalten, die mit der Reibung mit Luft verbunden sind, die bei Hyperschall extrem dicht wird. Und vor allem – das Leitsystem. Denn das Fliegen mit Hyperschall bedeutet auch fliegen in einer Wolke aus heißem Gas, einem Plasma, durch das Radiowellen nicht eindringen können. Das heißt, jedes Zielsystem der Rakete ist bei einem solchen Flug hilflos. Deshalb gibt es zwei Versionen, wie Zirkon auf das Ziel ausgerichtet ist. Die erste ist, dass es keine Möglichkeit gibt, Koordinaten werden in die Rakete gelegt und dann wirkt nur das Trägheitssystem. Es hat einen großen Fehler, führt aber immer noch die Rakete in das Zielgebiet, und dort wird die Ungenauigkeit durch die Kraft der Atomladung kompensiert. Die zweite hängt mit der Tatsache zusammen, dass der Zirkon eine minderwertige Hyperschallrakete ist. Und in dieser Version wird alles so viel wie möglich erklärt. Insbesondere hat die Zirkon keinen Hyperschallmotor, stattdessen einen gut ausgebauten Feststofftriebwerk.

    Der politischer Stratege, Publizist und Moderator, S. Belkowski, stellte fest, dass das Hauptproblem von Roskosmos das völlige Missverhältnis der Ambitionen und die Möglichkeit ihrer Umsetzung ist. Er sagte:

    „Wie alle unsere Staatlichkeit erklärt sich Roskosmos zum Rechtsnachfolger des sowjetischen Raumfahrtprogramms, und in diesem Sinne war Dmitri Rogozin ideal als Leiter von Roskosmos: Dies ist eine Person, die nichts vom Weltraum versteht und daher alle Mythen, Mythologen, Propagandakonstruktionen reproduzieren kann, die mit dem tatsächlichen Stand der Dinge völlig unvereinbar sind. Doch die Maske wächst ins Gesicht: Rogozin glaubte aufrichtig, dass es möglich sei, zum Mars oder zur Venus zu fliegen. Dies ist jedoch mit dem aktuellen Zustand der russischen Raumfahrtindustrie unmöglich“.

    Kurz gesagt: Roskosmos steht auf verlorenen Posten, selbst China hat allen bewiesen, wie sie ihre großartigen Projekte umsetzen kann. Die werden auch zum Mond fliegen, während die russischen Kosmonauten eher auf dem roten Platz bummeln werden.

    Neben meiner harter und berechtigter Kritik, möchte ich einige erfreuliche Zahlen präsentieren. Unter D. Rogozin war es möglich, eine beispiellos hohe Zuverlässigkeit von Raketen zu erreichen – fast 99%. Genauer gesagt, bei 90 Starts explodierte nur eine Rakete. Bei Satelliten ist es etwas schlimmer: Es ist schwierig, dort genaue Statistiken zu liefern, da das Militär die Ergebnisse des Starts seiner Nutzlast nicht offenlegt. Aber im Allgemeinen können wir sagen, dass in Russland (und vielleicht in der UdSSR) die Weltraumtechnologie noch nie so zuverlässig war. Die Kehrseite sind viele Kriminalfälle im Zusammenhang mit der Unterschlagung und Korruption in der staatlichen Körperschaft.

    Ja, Korruption ist ein altes russisches Lied. Die internationale Antikorruptionsbewegung Transparency International hat eine Studie „Corruption Perceptions Index“ (CPI) für 2021 veröffentlicht. Diesmal erzielte Russland 29 von 100 Punkten und belegte den 136. Platz von 180. Die gleiche Anzahl wurde von Angola, Liberia und Mali erzielt. Interessant ist auch die Tatsachen, wie die Kosmonauten ihren Wodka in die Orbitalstation Saljut und Mir schmuggelten, eine unendliche und amüsante Geschichte von unglaublichen Einfallsreichtum der Russen.

    Alles gute – Jewgenij-7

  9. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Jewgenij-7,

    wer immer Sie auch sind, ich habe ihre Zuschriften immer ernst genommen und auch immer hoch geschätzt. Ich danke Ihnen dafür und hoffe, dass Sie Ihr unglaubliches Fachwissen einmal in einem Buch niederschreiben.

    Auch Ihnen alles Gute. Serdechnyj privet, budjtje sdorow!

    Ihr

    Gerhard Kowalski

  10. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski,

    ich wollte mich nicht im Vordergrund stellen, habe nur einige Fachbeiträge geschrieben, damit die deutschen Leser etwas an Hintergrundinformationen bekommen. Heute als EU-Bürger habe noch immer die slawische Sehnsucht, die unendlich Groß wie der Weltraum ist.

    Ja, das Leben ist endlich, selbst der Weltraum ist endlich, wir werden auch niemals Informationen von Sternen erhalten, die sich Hinter dem kosmologischen Ereignishorizont ab 16,7 Milliarden Lichtjahren befinden. Ab dieser Grenze bewegen sich die Sterne schon mit Überlichtgeschwindigkeit, und am Rande des Universums, in 47 Milliarden Lichtjahren, bewegen sich die Sterne mit 3-facher Lichtgeschwindigkeit, die sind für uns für alle Ewigkeit verschwunden.

    Neben der heutigen Raumfahrt, mit ihren kleinen Raumschiffen, haben wir noch außerirdische Raumschiffe die Piloten und Kosmonauten in Erstaunen versetzen. Schon 1960 haben Breschnew und Chruschtschow so ein Raumschiff, das ein Jahr zuvor abgestürzt war, besichtigt. Im Jahr 1997 hat der russische Präsident B. Jelzin das Testgelände Kapustin Jar besucht, in den unterirdischen Hangars wurde dem Präsidenten einige außerirdische Raumschiffe gezeigt. In den 80er Jahren hat die amtliche TASS-Agentur von der Landung eines UFO berichtet. Die Meldung ging um die Welt wie ein Blitz, selbst die Aktuelle Kamera (DDR Sender) hat darüber berichtet. In den 90er Jahre landet ein UFO in einer russischen militärischen Basis, dabei ging die ganze Radarstation in Flammen auf, das Metall brannte wie ein Zunder. Das Bild wurde sogar in der Prawda veröffentlicht. Als das Raumschiff näher kam, erhielten einige Soldaten den Befehl den Bunker zu verlassen, um nachzusehen. Als die Soldaten draußen waren, überflog das Raumschiff 4-5 Meter über ihre Köpfe.

    Ja, schade, wir werden nicht alles Erfahren, das Leben ist zu kurz, das Universum zu groß.

    Herr Kowalski, vor einigen Jahren bin ich kurz bei ihnen auf Vitamin D3 eingegangen. Warum aber ? Ich habe nur gut gemeint, damit sie noch lange ihren Blogg schreiben. Sie zeigten aber eine negative Haltung. Das D3 und Omega-3, Q10, das Leben verlängern ist unbestritten, das besagen die weltweiten Studien und Erfahrungsberichte. Ich muss immer an den Prof. Göring denken, als er mit 80 Jahren am Scheideweg stand, war schwer krank und konnte sich nur mit dem Rollator bewegen. Die Ärzte gaben nur noch 3-4 Jahre. Die D3 Messung erfolgte nur durch Zufall, sein Wert war nur 18ng, wie bei den meisten Deutschen, bei ihnen wahrscheinlich auch so. Ein gesunder Wert hat 80-100ng. Danach folgte eine Eigentherapie (hier sind die Ärzte überfordert), er gewann an Kraft, konnte ohne Rollstuhl sich bewegen, machte schwerste Reparaturen am seinen Haus, Weltreisen und hat eine neue Liebe kenngelernt. Heute ist er über 90 Jahre, hat somit mit D3 an Lebensqualität gewonnen.

    Wahrscheinlich schreibe ich zu viel. Sorry!

    Bei Fragen stehe ich zu Verfügung

  11. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Jewgenij-7,

    Sie verblüffen mich immer wieder. Positiv.

    Ich habe zwar keine slawische Sehnsucht, wie Sie schreiben, aber offenbar solche Gene, wie mein Name zeigt. Und die mache ich für meine erstaunlich stabile Gesundheit verantwortlich. Ich könnte noch problemlos meinen Blog schreiben, aber irgendwann muss auch mal ein Schluss gemacht werden. Das sollten die 4 Millionen Besucher sein. Ich habe aber noch viel vor. Darauf vorerst 100 Gramm.

    S glubokim uvashenijem

    Gerhard Kowalski

  12. Jewgeni-7 sagt:

    Die Überlegenheit des „Herzens über den Verstand“- die slawische Seele !

    Was ist der Unterschied zwischen slawischer und angelsächsischer Mentalität? Anscheinend haben die Slawen die Meinung anderer immer respektiert. Nachbar im Dorf, Bewohner einer Nachbarstadt, Nachbarstaat. Auch die Eroberten wurden als Gleichgestellte behandelt, nicht als Sklaven. Die Angelsachsen versklavten oder zerstörten immer jeden, der sich in sie einmischte. So war es mit den Kelten auf den britischen Inseln, so war es mit den Indianern in Nordamerika, so war es mit der indigenen Bevölkerung Australiens …

    Procopius von Cäsarea selbst, lebte zwischen 500 bis 562, gilt heute als der letzte große Geschichtsschreiber der Antike und als bedeutendste Quelle zur Zeit Kaiser Justinians, ein Schriftsteller und Historiker von Byzanz, Sekretär des Kommandanten Belisarius, schreibt über Demokratie (People’s Macht) unter die Ostslawen:

    „Diese Stämme, Slawen und Antes, werden nicht von einer Person regiert, sondern leben seit der Antike in Demokratie, und deshalb betrachten sie Glück und Unglück im Leben als eine gemeinsame Sache.“

    Slawische Seele ist ein stabiles psychologisches Lager, das den einzelnen Vertretern der slawischen Völker innewohnt und sie von anderen Völkern unterscheidet. Slawische Seele ist Gewissen, Aufrichtigkeit, Opferbereitschaft, Offenheit, Versöhnlichkeit in ihrer organischen Einheit und Komplementarität. Es manifestiert sich als ein Geisteszustand, der das Verhalten als Ganzes und jeden Fall einzeln beeinflusst. Ziemlich oft wird die slawische Seele als mysteriös genannt, weil sie nicht in der Lage ist, egoistisch, profitabel und rational zu handeln. Die slawische Seele bestimmt in ihren stabilen Erscheinungsformen den Charakter der slawischen Völker, ihre Kultur, ihren Glauben. Trotz der Uneinigkeit der slawischen Völker, dank ihrer slawischen Seele, fühlen sie sich zu Freundschaft und Brüderlichkeit hingezogen. Auf dieser Grundlage entstand die geopolitische Idee des Panslawismus.

    Seele ist in vielen Kulturen und Religionen ein Schlüsselkonzept, das mit dem Bereich des Glaubens, der Philosophie und sogar der Magie zusammenhängt. Nach Ansicht der meisten Religionen ist die Seele ein flüchtiges, ätherisches, immaterielles Wesen, die Kraft, die den Körper auch nach seinem Tod belebt (je nach Religion wird angenommen, dass die Seele bei Menschen und möglicherweise bei Tieren vorhanden ist). Das Schicksal der unsterblichen Seele nach dem Verlassen des sterblichen Körpers und wie ein Mensch es zu Lebzeiten beeinflussen kann, ist eines der grundlegenden Elemente der Religion, die sich zur Existenz der Seele bekennt.

    Der Historiker M. Shlemkevich schreibt in einen Buch, das die Besonderheiten der Weltanschauung und philosophischen Mentalität der Slawen, ist ein Fokus auf die innere emotional-sinnliche Welt eines Menschen, in der es nicht um die kalte rationale Berechnung geht des dominierenden Kopfes, sondern der brennende Ruf des Herzens.

    Der brennende Ruf des Herzens ist kaum beschreibbar, aber erlebbar. Auf meinen unzähligen Konzertbesuchen in Moskau, Kiew, Lwow, als auch im Kreml-Palast mit Anwesenheit der Kosmonauten, wo der Stimmgewaltige und unvergesslicher Josef Kobzon seine Romanse schmetterte, darunter diese wo die Menschen ihre Tränen nicht unterdrücken konnten:

    День и ночь роняет сердце ласку
    День и ночь кружится голова
    День и ночь взволнованною сказкой
    Мне звучат твои слова

    Только раз бывают в жизни встречи
    Только раз судьбою рвется нить
    Только раз в холодный хмурый вечер
    Мне так хочется любить!

    Гаснет луч пурпурного заката
    Синевой окутаны цветы
    Где же ты желанная когда-то
    Где же ты дарившая мечты?

    Только раз бывают в жизни встречи
    Только раз судьбою рвется нить
    Только раз в холодный хмурый вечер
    Мне так хочется любить!

    bleibt so ein Ereignis, auch in Anbetracht der sehr hübschen Frauen auf den Konzerten, für immer im Herzen verankert.

    Das war mein kurzer Beitrag über die slawische Seele.

  13. Gerhard Kowalski sagt:

    Lieber Jewgenij-7,

    ein wunderschöner Beitrag zur russischen Seele! Der konnte gar nicht lang genug sein.

    Spasibo ot vsej duchi!

    Gerhard Kowalski

  14. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski, bevor hier die Lichten ausgehen, erlaube mir noch einige Beiträge abseits der Raumfahrt zu schreiben.

    Die Lust am Leiden

    Dem russischen Volk wird gern unter den Experten eine Neigung zur Schwermut attestiert. Die Gründe sind vielsichtig, darunter eine Folge von Erschütterungen und Katastrophen seit den Anfängen des Landes genannt werden. Denn die russische Geschichte ist von vielen Gräueln geprägt worden – vom Mongolesturm, dem Tatarenjoch, dem Petersburger Blutsonntag bis zu den barbarischen Ausprägungen im Stalinismus seit der Oktoberrevolution und bis zum heutigen Putinismus der schon über 100.000 tote forderte. Die ganze Geschichte führte auch dazu, dass die Menschen sich intensiv in ihre Leidensfähigkeit vertieften.

    Die 6. Sinfonie von Pjotr Iljitsch Tschaikowski ist wie das Aufstöhnen eines tief Verzweifelten. Das Werk wurde 1893 nur wenige Tage vor dem plötzlichen Tod des Komponisten unter dessen eigener Leitung uraufgeführt. Selbst um sein Tod gab es viele Spekulationen, von einer Cholera-Infektion bis hin zum Selbstmord wurde in Betracht gezogen. Seine letzte Sinfonie endet so düster, wie sie beginnt, und verleiht dem Ende Tschaikowskis eine tragische Note.

    Fjodor Dostojewski brachte 1873 in seinem „Tagebuch eines Schriftstellers“ diese merkwürdige Charaktereigenschaft seiner Landsleute auf den Punkt. Er schreibt dazu:

    „Ich glaube, das wichtigste, das wesentlichste geistige Bedürfnis des russischen Volkes ist das Bedürfnis, immer und unaufhörlich, überall und in allem zu leiden. Mit diesem Lechzen nach Leid scheint es von jeher infiziert zu sein. Der Strom der Leiden fließt durch seine ganze Geschichte; er kommt nicht nur von äußeren Schicksalsschlägen, sondern entspringt der Tiefe des Volksherzens. Das russische Volk findet in seinem Leiden gleichsam Genuss.“

    Auch andere russische Dichter thematisierten die russische Schwermut in ihren Texten. So bekannte sich der Dichter Wladimir Majakowski, der sich 1930 im Alter von 36 Jahren das Leben nahm, zwar viele reichere und schönere Länder gesehen zu haben, niemals aber eines mit vergleichbarer Leidenskraft. Aber auch den westlichen Autoren ist die starke und rätselhafte Melancholie der Russen nicht entgangen.

    Die Essenz der russischen Seele

    Ein weiterer Merkmal der russischen Kultur ist die Romantik, die ist die Essenz der russischen Seele mit seinen entzückende Klängen, füllt die Seele mit Schönheit, Schwermut, Zärtlichkeit und der unendlicher Sehnsucht nach der Liebe. Romantik gilt seit langem als eines der beliebtesten Genres russischer Musikliebhaber. Im XIX Jahrhundert klang es in aristokratischen Salons und in den Häusern gewöhnlicher Bürger. Altrussische Romanzen sind vielfältig in Inhalt und Stimmung, aber unter ihnen gab es immer mehr traurige als fröhliche. Selbst im hemmungslosen Rauschen kann man sicherlich die eigene traurige Note hören, die oft tief verborgen, aber immer so scharf ins Herz sticht. Die Massen sind begierig darauf, einfache Sprache, herzliche und aufregende Melodien zu hören. Diese Qualitäten besitzen die alte russische Romanze – melodisch, intim, von Herzen kommend, deren Text und Musik mit einer einzigen Struktur bedeckt sind – der Klang von Herz zu Herz.

    Der Geburtsort der Romantik ist aber Spanien. Dort, im XIII – XIV Jahrhundert, etablierte sich ein neues Liedgenre in der Arbeit der Troubadour-Sänger. Die Lieder wurden in ihrer muttersprachlichen romanischen Sprache aufgeführt – daher der Name „Romanzen“. Die Romanze wurde solo oder als Duett mit einer Gitarre aufgeführt. Im Laufe der Zeit drang er nach Westeuropa ein und „schlug im XVIII. Jahrhundert in Russland „Wurzeln“ und stand im Einklang mit der spirituellen Zusammensetzung der russischen Seele, ihrer unzerstörbaren romantischen Essenz. In der russischen Romantik wurden Volksliedtraditionen mit der italienischen Art des Singens von „bel kanto“ kombiniert. Das Thema der Romanzen ist eines – Liebe; alles andere: Leben und Tod, Ewigkeit und Zeit, Schicksal und seine Schläge, Glaube und Unglaube, Einsamkeit und Enttäuschung – nur in dem Maße, wie es mit diesem Thema verbunden ist.

    In der Musik einer Romanze wird im Gegensatz zu einem Lied mehr auf die Stimmung geachtet (und nicht beispielsweise auf den Rhythmus), die Essenz der Romanze liegt im Inhalt der Strophen und in der Melodie und nicht in der Begleitung. Normalerweise sind Romanzen Kammermusik (Gesang mit der Begleitung eines Instruments, häufiger des Klaviers). J. Kobzon schmetterte seine unvergesslichen Romanzen meist mit Begleitung eines Klaviers.

    Russische Frauen mögen es, Frauen zu sein

    Touristen aus slawischen Ländern werden aus irgendeinem Grund immer im Westen erkannt. Was ist es an ihnen, das ihre Herkunft verrät? Ostslawische Schönheiten sind in der Lage, ihre natürlichen Vorteile zu betonen und tragen gerne Naturleder, High Heels, tiefe Ausschnitte, Markentaschen – ja, einige versuchen, das Beste auf einmal zu tragen. Vor dem Hintergrund westlicher Damen mit ihrer minimalistischen Mode, Jens-Hosen und Pullis, sind die russischen Damen schon einen Kilometer weit zu sehen – und wenn jemand denkt, dass das zu viel ist, ist das nur sein Problem.

    Russische Frauen galten schon immer als eine der schönsten der Welt. Jetzt ist die Schönheitsindustrie ziemlich entwickelt und ermöglicht es Ihnen, sich ohne große Schwierigkeiten um sich selbst zu kümmern. Die Schönheit der russischen Frauen wurde schon in der Antike auf der ganzen Welt geschätzt. Ausländer, die die russischen Länder besuchten, bewerteten sie sehr enthusiastisch. Zum Beispiel sind in den Manuskripten osmanischer und byzantinischer Historiker die folgenden Aufzeichnungen erhalten geblieben:

    „Diese Jungfrauen sind unvergleichlich gut – sie sind schön im Körper, blass im Gesicht, flexibel in der Statur.“

    Slawische Märchen sind voll von Geschichten darüber, wie die glorreichen Ritter in den Wäldern Jungfrauen von beispielloser Schönheit trafen. Sie waren so schön, dass selbst die Großherzöge ihnen nicht widerstehen konnten. Sie warfen ihnen all ihre Reichtümer zu Füßen. Trotz ihrer einfachen Herkunft wurden sie als Ehefrauen genommen. Legenden besagen, dass diese Mädchen wirklich nicht gewöhnlich waren.

    Gepflegtes Haar und makellose Haut, gepflegtes Make-up und stilvolle Kleidung – russische Frauen sind es gewohnt, unter allen Umständen perfekt auszusehen und sparen kein Geld für Schönheitssalons. Dieses Phänomen fasziniert und zieht Ausländer an: Auf der ganzen Welt bemühen sich Frauen, die Merkmale des slawischen Aussehens zu erwerben, und die in russischen Schönheitswerkstätten beliebten Verfahren fallen sofort in die Preislisten ausländischer Kollegen und werden trendy. Selbst wenn das Wetter in Russland rau, kalt und manchmal rücksichtslos ist, aber all dies kompensiert die Schönheit und Wärme der russischen Frauen. Mache westliche Journalisten behaupten etwas übertrieben, je kälter der Winter so kürzer die Röcke der russischen Schönheiten.

    Die westliche Bloggerin Raya Corrie-Fitton bemerkt dazu: „Als ich zum ersten Mal in Russland ankam, war ich sofort beeindruckt von der Anzahl der schönen Frauen in der U-Bahn, die gekleidet waren, als würden sie zu einem gesellschaftlichen Ereignis gehen. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass sie um neun Uhr morgens dorthin gehen könnten. Lackierte Stilettoabsätze, volles Make-up auf allen Gesichtern über 14 Jahre, helle Outfits. Vielleicht fahren in diesem U-Bahn-Wagen alle zur Hochzeit?“

    Als slawischer Kenner kann ich die Beschreibung der Bloggerin absolut zustimmen.

  15. Gerhard Kowalski sagt:

    Ich sehe, Sie sind nicht nur ein Raumfahrt-Fachmann.
    By the way: Ich habe in den 70er Jahren sechs Jahre lang bis zum Flug von Jähn in Moskau gearbeitet – als Junggeselle übrigens.

    Damals hieß es: Hüte Dich vor blonden Frauen und Autos, die die Russen bauen.

    Privet

    G. Kowalski

  16. Jewgeni-7 sagt:

    Leih-und Pachtgesetz, eine Waffe des Sieges

    Der Zweite Weltkrieg endete vor 77 Jahren. Er forderte rund 71 Millionen Menschenleben. Das sowjetische Volk erlitt die größten Verluste. In der sowjetischen Geschichtsschreibung und Propaganda wurde der Beitrag der Alliierten zum Sieg, einschließlich der enormen materiellen Hilfe der UdSSR, totgeschwiegen und heruntergespielt. Es ist bis heute nicht richtig ausgewertet worden. Auf den jährlichen Militärparaden zum Tag des Sieges am 9. Mai, wird in keinen Satz die gewaltige Leistung der USA gewürdigt, ohne deren Hilfe der sowjetischer Sieg nicht möglich wäre. Noch heute ist vielen Russen unbekannt, dass einer der besten sowjetischen Fliegerassen, Alexander Pokryschkin, auf dem amerikanischen Airacobra-Jäger gekämpft hat und die legendären Raketenwerfer-Katjuschas auf den amerikanischen Stutenbeckers montiert waren.

    Lend-Lease ist ein System für den Transfer von US-Militärausrüstung, Waffen, Munition, Ausrüstung, strategischen Rohstoffen, Lebensmitteln, verschiedenen Waren und Dienstleistungen an Verbündete in Ländern die Anti-Hitler-Koalition während des Zweiten Weltkriegs. Die Leihpacht wurde am 1. Oktober 1941 nach der Unterzeichnung des Ersten Versorgungsprotokolls auf die UdSSR ausgedehnt. Bis zum 20. September 1945 haben die USA rund 18 Millionen Tonnen Militärhilfe in die UdSSR geschickt, darunter:

    22.150 Flugzeuge
    12.700 Panzer
    8218 Flakgeschütze
    131.633 Maschinengewehre
    105 U-Boot-Jäger
    197 Torpedoboote
    15,417 Millionen Paar Stiefel

    4,478 Millionen Tonnen Lebensmittel
    2,54 Millionen Tonnen Stahl
    728.000 Tonnen Nichteisenmetalle
    764.000 Tonnen Chemikalien
    2,42 Millionen Tonnen Petrolchemikalien
    331.066 Liter Alkohol
    106 Millionen 893 tausend tonnen Baumwolle

    77.900 Geländewagen Willys MB („Jeep“)
    151.000 leichte Transportfahrzeuge
    200.000 Studebaker US-Lastkraftwagen
    1,5 Millionen Kilometer Telefonkabel
    35.000 Funkstationen
    380.000 Feldtelefone
    30 % aller Reifen
    56 % aller Schienen
    345.735 tonnen Sprengstoff, 1/3 aller Sprengstoffe
    1981 Lokomotiven, die Eigenproduktion war nur 932 Loks

    Eine Besonderheit war, dass die Amerikaner 90 Prozent des gesamten hochoktanigen Flugbenzins der Alliierten lieferten und 58 Prozent des gesamten hochoktanigen Treibstoffs der Sowjetunion. Ohne diese Treibstoffe waren leistungsfähige Flugzeuge nicht zu betreiben. Stalin äußerte auf der Konferenz von Teheran: „Dies ist ein Krieg der Motoren und der Oktanzahl. Ich erhebe mein Glas auf die amerikanische Autoindustrie und die amerikanische Ölindustrie.“

    Was die offizielle sowjetische Propaganda betrifft, so zog sie es vor, die Bedeutung der amerikanischen Hilfe auf jede erdenkliche Weise herunterzuspielen, wenn nicht sogar vollständig zu vertuschen. Das Herunterspielen der Rolle der westlichen Versorgung für das sowjetische Militär zielte in erster Linie darauf ab, den Mythos vom „wirtschaftlichen Sieg des Sozialismus“ im Großen Vaterländischen Krieg und der Überlegenheit der sowjetischen Militärwirtschaft über die Kriegswirtschaften der kapitalistischen Länder zu behaupten.

    In der UdSSR war es traditionell üblich, die Hilfe, die während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen von Lend-Lease von den westlichen Alliierten kam, herabzusetzen. Wie stand es wirklich mit der Hilfe, die die Sowjetunion während des Krieges aus dem Westen erhielt, und ihrer Rolle bei der Besiegung Nazi-Deutschlands? Der Historiker Charlie Laderman schreibt in seinen Buch „Fünf Tage im Dezember“, dass das Leih- und Pachtgesetz sei kriegsentscheidend gewesen, vor allem die Unterstützung für die Sowjetunion. „Es gab den sowjetischen Streitkräften die Mobilität, die sie für ihre Vorstöße von 1943 bis 1945 benötigten. Die Sowjets leugneten dies nach dem Krieg, aber sogar Wladimir Putin hat dies später zugegeben“, sagt Laderman. Die Rote Armee rückte mit Unterstützung von Zehntausenden Lastwagen des US-Autobauers Studebaker voran. Auch die Kriegswende in Stalingrad 1942 hätte ohne das Leih- und Pachtgesetz so nicht stattgefunden, sind sich viele Historiker sicher. Nur die russischen Bürger glauben immer noch, das der Sieg im zweiten Weltkrieg nur ihnen gehöre. Das sind aber nur Märchen.

    Lend-Lease deckte die wichtigsten Engpässe der sowjetischen Wirtschaft ab – die Produktion von Benzin, Sprengstoff, Aluminium, Nichteisenmetallen, Radiosendern, Lastwagen usw. Ohne Lend-Lease-Lieferungen hätte die sowjetische Wirtschaft erheblich weniger Panzer produziert und Flugzeuge, Bomben, Minen und Granaten, als es in Wirklichkeit war, und es wäre viel schwieriger, all diese Ausrüstung aufgrund des Mangels an Treibstoff, Fahrzeugen, Kommunikation usw. zu verwenden.

    Sowjetische Panzer wurden einfach hergestellt, da im Voraus angenommen wurde, dass sie nicht lange leben würden. Niemand dachte an die Bequemlichkeit der Besatzung oder die Länge des Überholungslaufs sowie an die einfache Kontrolle und Reparaturfreundlichkeit. Weder die Generäle noch die Designer haben darüber nachgedacht, dass all diese Indikatoren auch die Überlebensfähigkeit des Panzers und seiner Besatzung beeinflussen, an wie vielen Angriffen auf den Feind er teilnehmen kann und welchen Schaden er dem Feind vor ihm zufügen wird. Alle achteten auf die Anzahl der Panzer, nicht auf die Qualität. Ohne amerikanische und britische Lieferungen wäre die sowjetische Wirtschaft nicht in der Lage gewesen, die Anzahl von Panzern und Flugzeugen zu produzieren, die sie während der Kriegsjahre produzieren und dann im Kampf einsetzen konnte. Dies war die Hauptbedeutung von Lend-Lease. Für die Herstellung von Rüstungen waren Legierungszusätze von größter Bedeutung, die fast vollständig unter Lend-Lease fielen. Mehr als ein Drittel aller Sprengstoffe, die in den Kriegsjahren in der Sowjetunion eingesetzt wurden, stammten aus Großbritannien, den USA und Kanada. Die Sprengstofflieferungen aus den USA und Großbritannien erreichten 53 % der gesamten sowjetischen Produktion. Mehr als 55 % des gesamten in der Industrie verwendeten Aluminiums kamen aus den USA und den Ländern des britischen Empire in die UdSSR. Die Kupferlieferungen machten etwa 82,5 % der sowjetischen Produktion aus. Im Rahmen von Lend-Lease wurden 57,8 % der gesamten Flugbenzinproduktion in der UdSSR während des Krieges an die Sowjetunion geliefert.

    Das normale Funktionieren des sowjetischen Eisenbahnverkehrs wäre ohne Lend-Lease unmöglich gewesen. Die Produktion von Hauptdampflokomotiven und Diesellokomotiven in der UdSSR wurde während der Kriegsjahre praktisch eingestellt. Im Rahmen von Lend-Lease wurden in den Kriegsjahren 1900 Dampflokomotiven und 66 dieselelektrische Lokomotiven an die UdSSR geliefert, was die sowjetische Gesamtproduktion von Dampflokomotiven um das 2,4-fache und die von Elektrolokomotiven um das 11-fache überstieg. Zwischen 1942 und 1945 wurden 10,2-mal mehr Leih-Leasing-Eisenbahnwagen geliefert als in der sowjetischen Produktion. Fast die Hälfte der in der UdSSR verwendeten Schienen kam von Lend-Lease. Ich möchte anmerken, dass während des Ersten Weltkriegs die Verkehrskrise in Russland um die Jahreswende 1916–1917, die weitgehend die Februarrevolution provozierte, durch die unzureichende Produktion von Eisenbahnschienen, Dampflokomotiven und Waggons verursacht wurde. Während des Zweiten Weltkriegs verhinderten nur Lend-Lease-Lieferungen die Lähmung des Eisenbahnverkehrs in der UdSSR.

    Auch das Nahrungsangebot ist nicht zu unterschätzen. Insgesamt wurden 610.000 Tonnen Zucker im Rahmen von Lend-Lease geliefert, d.h. fast 30 % des gesamten Zuckers, der in der UdSSR während der Kriegsjahre verbraucht wurde. Es wurden 664.600 Tonnen Dosenfleisch geliefert. Das war mehr als die gesamte sowjetische Produktion aller Konserven während der Kriegsjahre. Weitere 268.500 Tonnen Schmalz, 219.000 Tonnen Schmalz (inneres Fett), 105.00 Tonnen Melange und viele andere Lebensmittellieferungen kamen aus Amerika. Die Rote Armee wurde zu einem großen Teil durch Lend-Lease-Lieferungen versorgt, aber auch der Zivilbevölkerung fiel etwas zu.

    In seinen Memoiren ging N. S. Chruschtschow direkt auf die Bedeutung von Lend-Lease ein:

    „Ich möchte meine Meinung äußern und in nackter Form über Stalins Meinung zu der Frage berichten, ob die Rote Armee, die Sowjetunion ohne die Hilfe der Vereinigten Staaten und Englands mit Nazideutschland fertig geworden wäre und im Krieg überleben könnte. Zunächst möchte ich einige der Bemerkungen erwähnen, die Stalin gemacht und wiederholt von ihm während der „entspannten“ Gespräche zwischen uns wiederholt hat. Er sagte unverblümt, wenn die Vereinigten Staaten uns nicht geholfen hätten, hätten wir den Krieg nicht gewonnen. Wenn wir Nazi-Deutschland eins zu eins hätten bekämpfen müssen, hätten wir diesem Druck nicht standgehalten und den Krieg verloren. Niemand hat dieses Thema jemals offiziell diskutiert, und ich glaube nicht, dass Stalin jemals seine Meinung zu diesem Thema schriftlich geäußert hat, aber ich behaupte immer noch, dass er in mehreren Gesprächen mit mir festgestellt hat, dass dies der Fall war. Er fing nie an, darüber zu sprechen, aber als wir nur redeten, Fragen der internationalen Politik in der Gegenwart und in der Vergangenheit diskutierten und zu dem Thema übergingen, was wir während des Krieges durchmachen mussten, sagte er genau das. Als ich seine Bemerkungen hörte, stimmte ich ihm völlig zu, und jetzt stimme ich ihm noch mehr zu.“

    Am Vorabend des 60. Jahrestages des Sieges kam ein interessantes Dokument unter dem Scheffel zum Vorschein – ein Bericht des Vorsitzenden des KGB Semichastny an den ersten Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU Chruschtschow (Bericht 1447 vom 27. Mai 1963 ). Es geht um den Marschall der Sowjetunion, den viermaligen Helden der Sowjetunion, den ehemaligen stellvertretenden Oberbefehlshaber Stalin – also über Georgi Shukow. Der Bericht skizzierte Shukows Worte über die amerikanische Hilfe während des Großen Vaterländischen Krieges, die in einem engen Kreis gesprochen wurden:

    „Jetzt sagen sie, dass die Alliierten uns nie geholfen haben. Aber es ist nicht zu leugnen, dass die Amerikaner uns so viele Materialien geschickt haben, ohne die wir unsere Reserven nicht bilden und den Krieg nicht fortsetzen könnten. 350.000 Autos erhalten, aber was für Autos! Wir hatten keinen Sprengstoff, kein Schießpulver, nichts, um Gewehrpatronen auszurüsten. Die Amerikaner haben uns wirklich mit Schießpulver und Sprengstoff geholfen. Und wie sehr sie uns Blech getrieben haben. Wie könnten wir schnell die Produktion von Panzern aufbauen, wenn nicht die amerikanische Hilfe mit Stahl. Und jetzt stellen sie die Sache so dar, dass wir das alles im Überfluss hatten.“

    I. Bunisch in seinen Buch „Operation Gewitter“, 1994, schreibt:

    „Es kann definitiv gesagt werden, dass Stalin niemals in der Lage gewesen wäre, eine groß angelegte Gegenoffensive der Roten Armee zu organisieren, wenn nicht 150.000 schwere Studebaker-Lastwagen aus den USA erhalten worden wären.“

    Zusammengefasst: Ohne die USA-Hilfe hätte die Sowjetunion den Krieg verloren, es war ein unterentwickeltes und technologisch rückständiges Land, genau wie heute, das sind militärische Fakten, die den russischen Bürgern vorenthalten wurden und so manchen ehemaligen SED-Genossen dürfte das auch nicht schmecken. Diese Fakten wurden auch in den sowjetischen Schulbüchern verschwiegen. Im Jahr 1947 wurden die Lend-Lease-Schulden der UdSSR auf 2,6 Milliarden Dollar festgesetzt, ein Jahr später halbierte sich der Betrag und bis 1951 auf 800 Millionen Dollar. Russland hat als Zessionar der UdSSR bereits 2006 die letzten Schulden dafür bezahlt.

    Am 28. April 2022 hat der US-Kongress mit einer Mehrheit von 417 gegen 10 Stimmen den Lend Lease Act von 1941 reaktiviert und am 9. Mai zum Tag des Sieges über den Nazi-Faschismus hat der US-Präsident Biden unterschrieben. Es geht um eine massive militärische Hilfe von Waffen jeglicher Art für die Ukraine, die gegen die russische faschistische Aggression kämpft. Die Produktion sein schon angelaufen, nach Beendigung des Krieges muss die Ukraine aber die verbliebenen Waffen zurückgeben oder sie kann auch erwerben.

  17. Gerhard Kowalski sagt:

    Von dem, was Sie da geschrieben haben, war vieles neu für mich.

    G. Kowalski

  18. Jewgeni-7 sagt:

    Nachtrag zu Teheraner Konferenz

    In den Nachkriegsjahren wurden die Ereignisse der Teheraner Konferenz in der amerikanischen und sowjetischen Literatur ausreichend behandelt: Memoiren der Teilnehmer, Sammlungen diplomatischer Dokumente mit Aufzeichnungen von Gesprächen und Treffen wurden veröffentlicht. Sie waren aber erst nach 1961 offen verfügbar. Die Apotheose in der Sowjetunion war das sechsbändige Werk „Die Sowjetunion auf internationalen Konferenzen des Großen Vaterländischen Krieges, 1941-1945“, das 1978-1984 veröffentlicht wurde, wobei der zweite Band ausschließlich der Teheraner Konferenz gewidmet war. Bei der Erstellung des Werkes enthielt die sowjetische Sammlung nicht alle Beschreibungen der Treffen der Führer der UdSSR, der USA und Großbritanniens. Aus der sowjetischen Sammlung ist es jedoch unmöglich, etwas über ein anderes Ereignis dieses Tages zu erfahren – ein Galadinner zu Ehren des 69. Jahrestages von Winston Churchill, das um 20:30 Uhr begann und fast drei Stunden dauerte. In dieser Sammlung sind die Stalins Worte nicht zu finden.

    Im Jahr 1946 wurde in den Vereinigten Staaten das Buch „As He Saw It“ veröffentlicht, dessen Autor der Sohn des verstorbenen Franklin Roosevelt, Elliot, war, der mit seinem Vater die wichtigsten internationalen Treffen der Führer der Großmächte besuchte. Ein Jahr später wurde das Buch auch in der UdSSR unter dem Titel „Durch seine Augen“ veröffentlicht. Der Sohn des amerikanischen Präsidenten war Zeuge, wie Stalin auf Churchills Geburtstagsfeier seinen berühmten Toast machte und zitierte ihn als direkte Rede im Buch. In der russischsprachigen Ausgabe von 1947 heißt es wie folgt, zitiere den letzten Satz:

    „Daher sind die Vereinigten Staaten ein Land der Maschinen. Diese Leih-Leasing-Maschinen helfen uns, den Krieg zu gewinnen.“

    Wenn man jedoch die Übersetzung mit dem Originaltext vergleicht, kann man einen signifikanten Unterschied in der Präsentation des letzten Satzes von Stalins Toast feststellen, der das Wesentliche des Gesagten radikal verändert, auch hier der letzte Satz:

    „Ohne den Einsatz dieser Maschinen, durch Lend-Lease, würden wir diesen Krieg verlieren“.

    Stalins Worte wurden im U.S. President’s Daily Events Magazine während der Teheraner Konferenz dokumentiert, das in der amerikanischen Sammlung von 1961 auf Seite 469 veröffentlicht wurde. Ja, und Alexander Uschakow in dem Buch „Stalin – Auf der anderen Seite von Gut und Böse“ schreibt zu der Konferenz über Stalin:

    „Zur Überraschung seiner Entourage demonstrierte er in Teheran eine noch nie dagewesene Flexibilität und verwandelte Teheran in eine Art diplomatisches Stalingrad.“

    Selbst das Loch in der Sojus-Kapsel entzieht sich der Wahrheit, für mich aber aus unterschiedlichen Gründen ist der Sachverhalt eindeutig. Hier hatte ich ein scharfes Disput mit einen amerikanischen Raumfahrtjournalisten, der die Sache recht einseitig betrachtete und den Russen die Schuld gab.

    Wenn die NASA schweigt und Roskosmos alles weiß, aber niemandem erzählt, dann gibt es wahrscheinlich eine Art Geheimhaltungsvereinbarung zwischen der NASA und Roskosmos. So etwas wie ein Code of Corporate Ethics, man könnte auch Gentlemen’s Agreements sagen. Und Roskosmos hält sich an diese Ethik. Es gibt einen Ausdruck: Das gegebene Wort halten, das Wort geben bedeutet, das Versprechen zu erfüllen, die Frage der Wahrung von Ehre und Würde. Selbst die TASS Agentur schreibt: „Einmischung in das Privatleben wird strafbar, wenn es um Informationen geht, die ein Bürger selbst nicht preisgeben wollte.“

    Die russische Kosmonautin Kondakowa zu den Vorfällen: „Amerikaner im Allgemeinen sind spezifische Menschen, wir sind für Kollektivismus, und sie alle sind Individualisten. Nun, vielleicht wollte die Person früher nach Hause zurückkehren … “

    Ja, die Wahrheit ist wie ein scharfes Schwert, viele fürchten auch seine Begegnung.

  19. Gerhard Kowalski sagt:

    Hochinteresssante neue Details für mich zu Teheran und Stalins Toast!

    Was das Loch in der Sojus-Orbitalsektion angeht, müsste Rogosin mal auspacken, der ja alles ganz genau wissen will. Ich warte aber erst einmal darauf, was Putin mit ihm vorhat und wann Borissows neue Vorstellungen genehmigt werden. Das soll ja wohl durch einen Duma-Ausschuss geschehen.

    Für Frau Kondakowa habe ich in Neubrandenburg gedolmetscht. Ulf Merbold, mit dem sie ja zusammen geflogen ist, war auch dabei. Wir hatten grosse Mühe, ihre spezielle Whisky-Marke aufzutreiben.

    Besten Gruß

    G. Kowalski

  20. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski,

    Roskosmos hat doch herausgefunden, woher das Loch kam, diese Information wurde aber als geheim eingestuft. „Wir haben alle Proben genommen. Wir alle verstehen, was passiert ist, aber wir werden Ihnen nichts sagen „, sagte Rogozin bei einem Treffen mit den Teilnehmern der V. Allrussischen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz „Orbit of Youth“. Auch meine Quellen sprechen Bände, werde aber hier nicht eingehen. Nach einer älteren Information (2021) die mir vorliegt, wollte Rogozin sich persönlich bei einer Begegnung mit dem NASA Chef über das Loch aussprechen. Die namentlich verantwortliche Person für das Loch steht auch fest, als auch die Zukunft von Rogozin ist laut einigen Geheimquellen schon festgelegt.

    Was die Russen schon vergessen haben, ist auch die gewaltige Hilfe der USA um die Hungersnot in der Sowjetunion zu bekämpfen.

    Als im Land eine schreckliche Hungersnot ausbrach, lud die sowjetische Regierung die American Relief Administration (ARA) ein, die Idee des zukünftigen US-Präsidenten Herbert Hoover, in der Hoffnung, Russland vor dem Tod retten zu können. Zwei Jahre lang ernährte ARA mehr als zehn Millionen Männer, Frauen und Kinder auf einer Fläche von über 2,5 Millionen Quadratkilometern und leitete damit die bisher größte humanitäre Mission der Geschichte. Die Aktivitäten der ARA verhinderten eine Katastrophe von unschätzbarem Ausmaß – den Tod von Millionen Menschen, schwere soziale Unruhen und möglicherweise den Zusammenbruch des Sowjetstaates.

    Die ARA hat auch eine gewaltige Impfkampagne gegen Cholera, Typhus und Pocken gestartet. Das Programm sollte alle Kinder und Erwachsene einschließen, die amerikanisches Essen erhalten, sowie alle, die sich impfen lassen möchten. Impfstoffe wurden im Pasteur-Institut in Paris hergestellt und wöchentlich per Kurier nach Moskau geschickt und von dort an die Bezirke verteilt. Bis Mitte des Sommers hatte ARA 7 Millionen Dosen bestellt, von denen die Hälfte bereits nach Russland geliefert wurde.

    Im Sommer 1922 erreichte der Glanz der ARA ihren Höhepunkt. Laut einem Amerikaner ist die ARA „die beliebteste Organisation in Sowjetrussland“ geworden. Dr. Babaew, der bei der ARA in Odessa arbeitete, stellte fest, dass das Wort amerikanisch unter allen Bevölkerungsschichten Charme und Gewicht erlangt hat. Der Schriftsteller Kornei Chukowski erinnerte sich:

    „Bald tauchte in der Kindersprache ein neues Wort „Amerikanisieren“ auf, was soviel bedeutet wie aus dem Bauch essen, bis man satt ist. Nach Hause zurückgekehrt, schnauften die Kinder: „Die Amerikaner haben mich heute satt gemacht.“ Wenn sie den Unterricht gut vorbereitet haben, sagten sie: Wir haben die Lektion auf amerikanisch gelernt. Ein Junge, der die Muskeln seiner Freundin bewundert, nennt sie „echt, amerikanisch“. Kein Wunder, dass hungrige Väter eifersüchtig auf schnell genesende Kinder waren. Wir wurden Proletarier, und unsere Nachkommen wurden zu Bourgeois, die nach Hause zurückkehrten und prahlten: „Ihr kaut Gurken und Kartoffeln, und heute haben wir heiße Nudeln und Kakao bekommen!“

    Maxim Gorki schrieb 1922: „Die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes lässt den Traum von menschlicher Brüderlichkeit zu einer Zeit wieder auferstehen, in der die Menschheit dringend Unterstützung und Mitgefühl braucht. Ihre Hilfe wird als einzigartige, gigantische Leistung, die des größten Ruhms würdig ist, in die Geschichte eingeschrieben und wird lange in Erinnerung Millionen russischer Kinder bleiben, die Sie vor dem Tod gerettet haben.“

    Michail Bulgakow schreibt 1923: „Ara ist die Sonne, um die Kiew wie die Erde herumläuft. Die gesamte Bevölkerung Kiews teilt sich auf in glückliche Kakaotrinker, Angestellte in „Ara“ (1. Klasse), Glückliche, die Hosen und Mehl aus Amerika bekommen (2. Klasse) und das Gesindel, das nichts mit „Ara“ zu tun hat.

    Die ARA auch auch die Lend-Lease Hilfe, die es ermöglichte das die Sowjetunion nicht untergegangen ist, wird von den meisten russischen Menschen kaum beachtet. Mehr noch: Viele junge Russen verherrlichen Stalin und Hitler, ihre Wohnungen sind mit Hakenkreuzen geschmückt und selbst auf ihre Haut tragen sie faschistische Tattoos, das beweisen viele Bilder/Videos die mir vorliegen. Es gibt auch die andere Realität: Junge Leute mit Grips verlassen das faschistische Russland, das sie keine Zukunft für sich sehen.

  21. Gerhard Kowalski sagt:

    Die Sache mit dem Loch und Rogosins Andeutungen dazu habe ich alle kolportiert, jetzt fehlt nur noch die Auflösung dieser peinlichen, aber menschlichen Sache.

    Die Hungerhilfe-Geschichte war mir neu.

    G. Kowalski

  22. Jewgeni-7 sagt:

    Wie zu Nauka-Modul sehr interessante Informationen aus der Raumfahrtindustrie durchgesickert sind, habe hier kurz geschrieben, so auch zum Loch.

    Eine russische Quelle mit Bezug zu Raumfahrtindustrie sagte (hier kurzer Auszug) dazu folgendes: „Am 26.08.2018 wurde im amerikanische Segment einer harten Nachbesprechung unterzogen. Serena Aunyon gesteht weinend, dass sie ein Loch in den Rumpf der Station gemacht hat und dass sie einfach keine andere Möglichkeit sah, ein neues Schiff zu rufen, und außerdem wollte sie auf Kosten der Russen ein Kosmotaxi rufen, und auf dem Weg dorthin mit diesem Loch rückständige russische Technologien diskreditieren. … Der Crew-Kommandant ermutigte sie, sich zu beruhigen und lobt sie für ihren Einfallsreichtum. Währenddessen inspizieren russische Kosmonauten Zentimeter für Zentimeter den ISS-Rumpf mit einem speziellen elektronischen Videoendoskop „jProbe NT“ und finden schließlich in der Toilette ein perfekt rundes Loch mit einem Durchmesser von 2 mm, durch das Luft vor sich hin pfeift, lange schauen sie sich mit verwirrten Augen an.“

    Zu Geheimhaltung: Russische Staatsanwälte, die der Partei unterstehen, werden ihre Ermittlungen nicht publik machen, als Beispiel:

    a) Die Akten vom Tod der Djatlow Gruppe im Norden der Region Swerdlowsk Anfang 1959, dabei wurde einer Studentin bei lebendigem Leibe die Zunge und die Augäpfel rausgerissen, liegen noch heute bei den Militärs.

    b) Auch die Vollständigen Akten von Gagarin Tod liegen noch heute unter Verschluss.

    Wer sich damit beschäftigt, der soll die NASA-Studie genau betrachten, die während des Fluges von Serinas gemacht wurde. An etwa 50 Flugtagen wurde bei 6 Besatzungsmitgliedern (55%) ein stagnierender oder umgekehrter Fluss in die IJV (V. jugularis interna) beobachtet. Bemerkenswert ist, dass bei einem Besatzungsmitglied ein okklusiver Thrombus festgestellt wurde, während bei einem anderen Besatzungsmitglied ein potenzieller partieller Thrombus. Ein weiterer Co-Autor dieses wissenschaftlichen Artikels ist Dr. Stephan Moll. Laut Sciencedaily suchte die NASA Hilfe bei der University of North Carolina, Dr. Stephan Moll, der einen NASA-Astronauten an Bord der ISS zu Jugularvenenthrombose konsultierte, wurden aber auch hier keine Namen genannt.

  23. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für die Zusatzinformationen.
    Bei der Astronautin rechne ich mit einer vollen Aufklärung.

    Bei Gagarin allerdings nicht, es sei denn, dass sich in der russischen Raumfahrtbranche mal jemand traut, auf den Tisch zu hauen. Dann könnte ich auch meine Gagarin-Geschichte abschließen und mich beruhigt auf den Weg zu Gagarin, Bykowski und Jähn machen, um mit ihren im Himmel Skat zu spielen.

    G. Kowalski

  24. Jewgeni-7 sagt:

    Skat? Da haben sie schlechte Karten ! Die Russen bevorzugen das Schachspiel !

    Auf den Tisch hauen ? Fraglich nur was aus der russischen Raumfahrt noch übrig bleibt. Am 10 August hat das russische Finanzministeriums neue Zahlen veröffentlicht, darin sehen wir:

    1. Russlands Öl- und Gaseinnahmen im Juli brachen um 22% ein, alle anderen – um 29%.
    2. Die Haushaltseinnahmen brachen aus Steuern auf Gewinne (minus 32%) und auf Importe (minus 44%) ein.
    3. Im Juli stiegen die Kosten um 25%.

    4. Tägliche Kriegskosten von 500 Millionen bis 1 Milliarde Dollar, so eine andere Quelle
    5. Die gleiche Quelle, fast eine Billion Rubel Haushaltsdefizit pro Monat aufgrund eines Rückgangs der Einnahmen aus dem Bundeshaushalt um 24%

    Weitere Fakten: Auf dem Markt der Investitionen in innovative Unternehmen hängt Russland am Boden. Die Finanzierung dieses Bereichs ist vernachlässigbar. Russland hat 3,5-mal weniger Geld in Hochtechnologie investiert als in Gefängnisse. Nach Angaben eines Telegram-Kanals beliefen sich die Investitionen in Hi-Tech im Jahr 2021 auf 59,6 Milliarden Rubel, und der Staat gab 207 Milliarden Rubel für Kolonien aus.

    In der mir vorliegender Grafik für 2021 befindet sich die Russische Föderation auf der letzten Position. Die Investition von 800 Millionen Dollar in russische High-Tech-Unternehmen ist vernachlässigbar. In den Vereinigten Staaten ist diese Zahl 442 mal größer, in China – 114 mal. USA investierten 2021 also 353 Milliarden Dolllar in High-Tech, das ist ein Weltrekord. Selbst im Vergleich zu Brasilien und Saudi-Arabien liegt Russland 16 Mal zurück. Deutschland investierte 21,7 Milliarden Dollar.

    Aufgrund der Invasion zogen sich 1439 ausländische Unternehmen entweder vollständig zurück oder stellten ihren Betrieb in Russland ein. Insgesamt verließen Unternehmen aus 70 Ländern der Welt, die 55 verschiedene Branchen repräsentieren, Russland.

    Gagarin lässt grüßen und Koroljow liegt in seiner himmlischer Stube am Boden niedergeschlagen !

  25. Gerhard Kowalski sagt:

    Als höfliche Menschen haben Gagarin und Bykowski Jähn und mir die Wahl des Spiels überlassen. Und Koroljow überwacht die ganze Sache. Der ist noch böse auf seinen unfähigen Minister-Operateur!

    Und keine Angst: Die russische Raumfahrt geht nicht unter und das russische Volk auch nicht. Die Erde dreht sich weiter!

    G. Kowalski

  26. Jewgeni-7 sagt:

    Über den Tod

    Materialisten und Skeptiker glauben, dass die Fortsetzung des intellektuellen Lebens nach dem physischen Tod des Körpers eine Fiktion ist. Aber ein Schachspiel, das am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts gespielt wurde, wurde zu einer anerkannten, aber unerklärlichen Tatsache der Erhaltung der geistigen Fähigkeiten nach dem Tod. Zwei Großmeister – Viktor Korchnoi und Geza Maroczi – trafen sich am Schachbrett. Es gäbe nichts Besonderes in einem solchen Kampf, wenn nicht für einen Umstand – zum Zeitpunkt des Debüts war Geza Maroczi bereits seit 34 Jahren tot. Der ungarische Großmeister Geza Maroczi (1870 – 1951) war einer der stärksten Schachspieler der Welt im ersten Jahrzehnt des XX. Jahrhunderts.

    Geza Maroczi erklärte dem Medium folgendes: „“Ich möchte der Menschheit, die auf der Erde lebt, helfen, sicherzustellen, dass der Tod nicht das Ende von allem ist – der Geist trennt sich vom physischen Körper und lebt in einer neuen Welt, in anderen Dimensionen“.

    Nach 27 Zügen kommentierte Kortschnoi das Spiel:

    „Die Person, mit der ich spiele, hat nicht ganz sicher angefangen, und sein Spiel ist altmodisch. Aber ich muss zugeben, dass ich meinen Sieg nicht garantieren kann. Der Gegner kompensierte die Mängel des Debüts mit starken Entscheidungen am Ende des Spiels. Das Endspiel zeigt die Fähigkeiten des Spielers, und mein Gegner nach dem Tod spielt sehr gut“. Dazu die folgende Anmerkung: Maroczi stärke war das Endspiel.

    Dr. Neppe, Direktor des Pacific Institute of Psychoneurology, der als unabhängigen Beobachter fungierte und selbst ein starker Schachspieler war, sagte dazu:

    „Der Maroczi handelte zunächst auf dem Niveau eines Meisters, aber dann begann sein Spiel, dem Großmeister zu entsprechen. Das unentschlossene Debüt könnte das Ergebnis von Kortschnois Verwendung neuer theoretischer Ideen gewesen sein, die nach dem Tod des Gegners entwickelt wurden“.

    Durch das Medium hat Maroczi auch Fakten preisgegeben, von denen niemand außer Geza Maroczi wissen konnte. Die wissenschaftliche Welt reagierte heftig auf das Experiment, aber die Aussagen anerkannter Autoritäten auf dem Gebiet des Schachs und der Psychiatrie, die an dem Experiment teilnahmen, ließen viele Experten über die Möglichkeit nachdenken, Bewusstsein und Intelligenz nach dem Tod zu bewahren. Heute in der modernen Welt der automatischen Videokameras wurden tausende Vorfälle mit Geistern aufgezeichnet, die unglaubliche Dinge vorführen, selbst eine Kommunikation mit ihnen wurde aufgezeichnet.

    Wenn es um die russische Raumfahrt geht, so:

    1. Keine Mondflüge
    2. Keine Schwerlastrakete
    3. Die neue ROSS Orbitalstation, wenn die Entscheidung noch 2022 fällt, soll der Bau (Start der Module) erst 2028-30 beginnen
    4. Für eine 97Grad Neigung und Sojus-Raumschiffe kommt nur die Sojus-2.1b in Frage, die hat aber noch keine Zertifizierung für bemannte Flüge
    5. Erst ab der zweiten ROSS-Etappe, also nach 2030, kommt das Orel-Raumschiff zum Einsatz, dessen Erststart schon für 2018 geplant war
    6. Für mich sind die Termine sehr fraglich, da Roskosmos weiter sein Budget kürzen muss und wird

    Ja, die Erde wird sich nicht ewig drehen. Für die Aufrechterhaltung des Lebens verbrennt die Sonne 560.000.000 Tonnen Wasserstoff pro Sekunde und bedingt durch die thermonukleare Prozesse wird die Sonne immer heller leuchten, die wird immer größer. In 500 Millionen Jahren werden auf der Erde schon die Lichter ausgehen und in 1 Milliarde Jahren werden die Ozeane kochen…und etwas später wird die Sonne die Erde verschlucken. ENDE FÜR ALLE ZEITEN !!!

  27. Gerhard Kowalski sagt:

    Bis zum Welten- und Raumfahrtende halte ich zwar nicht durch, aber ein paar Jahre werde ich schon noch mitmischen. Da bin ich mir sicher.

    Und wenn es keine neue Technik gibt, umso besser. Die alte kenne ich inzwischen ganz gut.

    Nie unywaj, soldat!

    G. Kowalski

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