Moskau, 31. Dezember 2025 – „Der Flug verläuft normal“ – so hat das Kosmonautenausbildungszentrum Juri Gagrin (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau seine durchweg positive Jahresbilanz für 2025 überschrieben. Zu Buche stehen die Vorbereitungen des Starts der 73. und 74. ISS-Stammbesatzungen vom 8. April und 27. November sowie der gemischten Dragon Crews 10 und 11 mit den Amerikanern. Zudem wird mitgeteilt, dass das russische Kosmonautenkorps derzeit aus 23 Test-Kosmonauten und vier Anwärtern besteht.
Zu 2026 heißt es, dass es „große Ereignisse“ bereit hält, darunter den 65. Jahrestag des Fluges von Juri Gagarin, der nicht nur für Russland, sondern auch für die gesamte Weltöffentlichkeit symbolisch bedeutsam sei. Kein Wort wird dagegen über die Tatsache verloren, dass Russland nach dem kapitalen Schaden ausgerechnet an der Startrampe in Baikonur nach der letzten ISS-Mission derzeit überhaupt keine bemannten und Versorgungsraumschiffe starten kann. Die Reparaturarbeiten laufen dort offenbar auf Hochtouren. Die Raumfahrtbehörden und die Medien berichten darüber aber nicht. Öffentlich wurde lediglich, dass sie mit dem Ende des russischen Winters abgeschlossen sein sollen. Doch dann ist das Gagarin-Jubiläum schon lange vorbei. Ob der Startort von Gagarin also bei den Feierlichkeiten eine Rolle spielt, darf bezweifelt werden.
In der Luft hängen auch die von Russland bislang für 2026 geplanten bemannten Starts zur ISS. Die Amerikaner haben deshalb schon die Starts ihrer Raumschiffe vorgezogen, um möglichen Versorgungsproblemen vorzubeugen, falls die Russen bei den Reparaturarbeiten in Verzug geraten. Sollten sie gar ganz scheitern, steht das ganz ISS-Programm vor dem vorzeitigen Ende.
Präsentiert wurde die ZPK-Bilanz übrigens vom Langzeitflugweltrekordler Oleg Kononenko, der sich derzeit auf seine dann sechste Weltraummission vorbereitet. Er ist eigentlich Chef der Kosmonautenabteilung. Doch derzeit muss er kommissarisch auch noch das ganze Ausbildungszentrum leiten, weil dessen bisheriger Leiter Maxim Charlamow Ende Oktober den Job „auf eigenen Wunsch“ abgegeben hat.
