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Hauptaufgabe ist der Mond – „Energija“-Chef Lopota verrät Einzelheiten des neues bemannten Raumschiffs

 

Credit:Energija

Moskau,28. August 2013 – Die Hauptaufgabe des neuen bemannten Raumschiffs Russlands,dessen Modell in Originalgröße derzeit auf dem Luft- und Raumfahrtsalon MAKS-2013 in Shukowski bei Moskau zu bestaunen ist,sind Flüge zum Mond. Zudem kann es Raumstationen im erdnahen Orbit mit Menschen und Material versorgen sowie für autonome Flüge zu Forschungszwecken genutzt werden,teilte der Generaldirektor und Chefkonstrukteur des Herstellerkonzerns RKK „Energija“,Witali Lopota,mit.

Der Bemannte Transportkomplex der neuen Generation (PTK NP),wie er offiziell heißt,habe bei Flügen in eine Mondumlaufbahn eine Startmasse bis zu 20 Tonnen und könne mit vier Besatzungsmitgliedern bis zu zehn Tagen autonom operieren,fügte Lopota nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax hinzu. Im Verbund mit einer Raumstation im erdnahen sei das Raumschiff maximal 180 Tage einsetzbar.

Der Rückkehrapparat kann bei kurzen Flügen zum Mond bis zu zehnmal und bei Langzeitflügen zu erdnahen Raumstationen mindestens dreimal wiederverwendet werden. Die Mehrfachverwendung wird den Angaben zufolge durch eine vertikale „weiche“Landung mittels Landehilfen sowie durch den Austausch der Wärmeisolierung nach dem Flug gewährleistet.

Das neue Raumschiff,in dessen Entwicklung viele innovative Lösungen wie neue Legierungen und neues Isoliermaterial eingeflossen seien,soll vom noch im Bau befindlichen neuen Kosmodrom „Wostotschny“im Amur-Gebiet starten und auch auf russischem Territorium landen,betonte der „Energija“-Chef. Damit macht sich Russland bei den bemannten Flügen künftig von Kasachstan unabhängig. Denn die „Sojus“-Raumschiffe starten heute vom Kosmodrom Baikonur,das von Kasachstan bis 2050 für rund 115 Millionen Dollar pro Jahr gepachtet ist,und landen auch auf kasachischem Hoheitsgebiet.

Die Sicherheit der Besatzungen des neuen Raumschiffes soll während der gesamten Aufstiegsphase durch ein Rettungssystem mit einem zweistufigen Raketenblock gewährleistet werden.

Der Jungfernflug des „Sojus“-Nachfolgers ist für 2018 geplant,hatte Lopota zuvor schon mitgeteilt. Zu den genauen Entwicklungskosten wollte er sich nicht äußern. Er sagte lediglich,das Raumschiff,das in mehreren Varianten gebaut werde,sei „um einige Größenordnungen billiger als bei unseren amerikanischen Kollegen“.

© Gerhard Kowalski

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