{"id":11473,"date":"2015-09-24T10:39:01","date_gmt":"2015-09-24T08:39:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=11473"},"modified":"2015-09-24T10:39:01","modified_gmt":"2015-09-24T08:39:01","slug":"dlr-eismuster-auf-tschurjumow-gerassimenko-lassen-tief-blicken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=11473","title":{"rendered":"DLR: Eismuster auf Tschurjumow-Gerassimenko lassen tief blicken"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_10218\" aria-describedby=\"caption-attachment-10218\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10218\" src=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR-300x168.jpg\" alt=\"Credit: DLR\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR-150x84.jpg 150w, http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR-400x225.jpg 400w, http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Tschurjumow-DLR.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-10218\" class=\"wp-caption-text\">Credit: DLR<\/figcaption><\/figure>\n<p>K\u00f6ln, 24. September 2015 \u2013 Kometen sind imposante Erscheinungen am Nachthimmel. Auf ihrer Bahn ins Innere des Sonnensystems erw\u00e4rmen sich ihre eisigen Kerne und setzen Gas und Staub frei. Die ausstr\u00f6menden Gase bilden eine Koma und einen Kometenschweif.<\/p>\n<p>Die Raumsonde\u00a0<em>Rosetta<\/em>\u00a0konnte bereits im September 2014 die fr\u00fche Aktivit\u00e4t des Kometen\u00a0<em>Tschurjumow-Gerassimenko\u00a0<\/em>untersuchen. Lokale Gas- und Staub-Font\u00e4nen wurden damals von t\u00e4glich wiederkehrenden Wassereismustern am &#8222;Nacken&#8220; des Kometen begleitet, wie\u00a0\u00a0jetzt ausgewertete Beobachtungen des Instruments\u00a0<em>VIRTIS\u00a0<\/em>(Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer) zeigen.<\/p>\n<p>&#8222;Wie und wo genau die Quellen der kometaren Aktivit\u00e4t entstehen, war bisher ein weitgehend ungel\u00f6stes R\u00e4tsel der Kometenforschung&#8220;, sagte Gabriele Arnold vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR), die die deutschen wissenschaftlichen Beitr\u00e4ge zum Instrument<em>\u00a0VIRTIS<\/em>\u00a0leitet. Mit der Entdeckung der Eismuster sei nun nachgewiesen worden, dass zu bestimmten Tageszeiten Wasserdampf aus dem Kometeninneren an die Oberfl\u00e4che str\u00f6mt, anschlie\u00dfend im Schatten gefriert und bei Sonnenlicht erneut verdampft, um endg\u00fcltig in den Weltraum zu entweichen, wie das internationale\u00a0<em>VIRTIS<\/em>-Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins <i>Nature <\/i>berichtet.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sehen bei\u00a0<em>Tschurjumow-Gerassimenko<\/em>\u00a0ein au\u00dfergew\u00f6hnlich dunkles Objekt, dessen Oberfl\u00e4che weitgehend eisfrei ist&#8220;, erl\u00e4uterte Arnold. &#8222;Trotzdem ist der Komet voller Aktivit\u00e4t, die Wasser und andere fl\u00fcchtige Bestandteile aus dem reichhaltigen inneren Reservoir nach au\u00dfen frei setzt.&#8220; Schnell seien die Forscher auf die Eismuster aufmerksam geworden, die dem Tag-Nacht-Rhythmus folgen. Sobald ein Wasserdampf speiender Ort auf der Oberfl\u00e4che im Laufe der Kometenrotation abgeschattet gewesen sei, habe sich das Eis gebildet.<\/p>\n<p>Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass Wasserdampf in den eisreichen Untergrundschichten entstehen muss, wo die Temperaturen nach dem unmittelbaren Sonnenuntergang noch h\u00f6her sind, als an der Oberfl\u00e4che. Von dort bahnt sich der Wasserdampf durch das ausreichend por\u00f6se Kometenmaterial seinen Weg zur Oberfl\u00e4che und kondensiert. Die Wasserdampfkondensation aus der umgebenden Gash\u00fclle, genannt Koma, reicht nicht aus, um das Eis an der Oberfl\u00e4che zu erkl\u00e4ren. Dieser Prozess wird erst in gr\u00f6\u00dferer N\u00e4he zur Sonne effektiv. &#8222;Die Untersuchungen von <i>VIRTIS<\/i> entschl\u00fcsseln somit erstmals einen der m\u00f6glichen Mechanismen, der die lokale Aktivit\u00e4t des Kometen antreibt&#8220;, betonte Arnold. Die Wissenschaftler gingen deshalb davon aus, dass es sich bei ihrer Entdeckung um einen Prozess handelt, der auch auf anderen Kometen anzutreffen ist.<\/p>\n<p>Die Raumsonde<em>\u00a0Rosetta\u00a0<\/em>hat\u00a0den Kometen<i> Tschurjumow-Gerassimenko<\/i> im August 2014 erreicht, beobachtet seitdem seine zunehmende Aktivit\u00e4t und liefert Informationen zur Zusammensetzung\u00a0seines Kerns. Am 13. August 2015 erreichte der Komet seine gr\u00f6\u00dfte Ann\u00e4herung an die Sonne. Sechseinhalb Jahre ben\u00f6tigt er f\u00fcr einen Sonnenumlauf und bewegt sich\u00a0dann\u00a0langsam wieder in Richtung des \u00e4u\u00dferen Sonnensystems.<\/p>\n<p>\u00a9 Gerhard Kowalski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; K\u00f6ln, 24. September 2015 \u2013 Kometen sind imposante Erscheinungen am Nachthimmel. Auf ihrer Bahn ins Innere des Sonnensystems erw\u00e4rmen sich ihre eisigen Kerne und setzen Gas und Staub frei. 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