{"id":15541,"date":"2018-03-03T13:21:29","date_gmt":"2018-03-03T11:21:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=15541"},"modified":"2018-03-03T13:29:32","modified_gmt":"2018-03-03T11:29:32","slug":"zusammenarbeit-zwischen-himmel-und-erde-us-astronaut-steuert-dlr-roboter-aus-dem-all","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=15541","title":{"rendered":"Zusammenarbeit zwischen Himmel und Erde: \u00a0 US-Astronaut steuert DLR-Roboter aus dem All"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_15544\" aria-describedby=\"caption-attachment-15544\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15544\" src=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Justin-2.-3.-18-e1520076533518.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"141\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15544\" class=\"wp-caption-text\">Credit: DLR<\/figcaption><\/figure>\n<p>K\u00f6ln,\u00a0 3. M\u00e4rz 2018\u00a0 &#8212;\u00a0\u00a0 Der Chef fliegt in 400 Kilometern H\u00f6he um die Erde, \u00a0der Helfer arbeitete am Boden. Beim Experiment <em>SUPVIS Justin<\/em> f\u00fchrten Befehlsempf\u00e4nger und Befehlsgeber eine Fernbeziehung: \u00a0Am gestrigen Freitag w\u00e4hlte der amerikanische Astronaut Scott Tingle an Bord der <em>Internationalen Raumstation ISS<\/em> auf einem Tablet die gew\u00fcnschten Kommandos aus &#8211;\u00a0\u00a0 und Roboter <em>Justin<\/em> des <em>Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR<\/em>) f\u00fchrte im irdischen Labor in Oberpfaffenhofen wie verlangt die notwendigen Arbeiten an einer Solaranlage aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die\u00a0 Ingenieure des <em>DLR-Instituts f\u00fcr Robotik und Mechatronik<\/em> hatten daf\u00fcr ihrem Roboter die notwendige k\u00fcnstliche Intelligenz beigebracht, \u00a0damit dieser Teilaufgaben selbstst\u00e4ndig und ohne detaillierte Befehle ausf\u00fchren konnte. &#8222;Der Roboter ist smart,\u00a0 aber der Astronaut hat jederzeit die Kontrolle&#8220;,\u00a0 sagte <em>DLR<\/em>-Projektleiter Neal Lii. Im August 2017 war das Experiment im Rahmen des <em>METERON-Projekts (Multi-Purpose End-to-End Robotic Operation Network)<\/em> gemeinsam mit der europ\u00e4ischen Raumfahrtorganisation <em>ESA<\/em> zum ersten Mal erfolgreich durchgef\u00fchrt worden,\u00a0 nun wurden im zweiten Testlauf die Aufgaben f\u00fcr Roboter und Astronaut anspruchsvoller.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Experiment wurde Roboter <em>Justin<\/em> als Mitarbeiter zumindest optisch auf den Mars versetzt, \u00a0um dort m\u00f6glichst selbstst\u00e4ndig Solarpaneele zu inspizieren,\u00a0 zu warten und seinem Astronauten im Orbit immer wieder R\u00fcckmeldungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Arbeitsschritte zu geben. &#8222;Die k\u00fcnstliche Intelligenz l\u00e4sst den Roboter viele Aufgaben eigenst\u00e4ndig abarbeiten &#8211;\u00a0 dadurch sind wir unabh\u00e4ngiger von Kommunikationsverz\u00f6gerungen,\u00a0 die eine kontinuierliche Steuerung bei so gro\u00dfer Entfernung erschweren w\u00fcrden&#8220;,\u00a0 erl\u00e4uterte Lii. &#8222;Und wir reduzieren gleichzeitig die Arbeitsbelastung des Astronauten,\u00a0 der Aufgaben an den Roboter \u00fcbertragen kann.&#8220;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst lie\u00dfen die Wissenschaftler das Mensch-Maschine-Team einige Standardaufgaben abarbeiten,\u00a0 die bereits am Boden vorab trainiert wurden und auch von der <em>ISS<\/em> aus bereits mit<em> Justin<\/em> durchgef\u00fchrt wurden. Doch die daran anschlie\u00dfenden Aufgaben gingen dann deutlich \u00fcber mechanische Aufgaben hinaus:\u00a0 Die Solarpaneele waren &#8211;\u00a0 und dies w\u00e4re bei einer planetaren Mission beispielsweise auf dem Mars ein Problem,\u00a0 das Astronaut und Roboter l\u00f6sen m\u00fcssten &#8211;\u00a0 mit Staub bedeckt und zudem nicht optimal in Richtung Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Bei einem Betrieb von Solaranlagen f\u00fcr eine Marskolonie w\u00fcrde dies schnell dazu f\u00fchren,\u00a0 dass die Energieversorgung schw\u00e4cher und schw\u00e4cher w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Scott Tingle,\u00a0 der auf seinem Tablet mit <em>Justins<\/em> Augen auf die Arbeitsumgebung auf dem Roten Planet blickte,\u00a0 war schnell klar:\u00a0 Justin muss die Anlage reinigen und so vom Staub befreien. Und er muss die Solarkomponenten neu ausrichten. Daf\u00fcr konnte er unter unterschiedlichen abstrakten Kommandos auf dem Tablet ausw\u00e4hlen. &#8222;Unser Team hat dabei ganz genau beobachtet,\u00a0 wie der Astronaut diese Aufgaben l\u00f6ste,\u00a0 ohne diese Probleme vorab zu kennen und ohne die neuen F\u00e4higkeiten des Roboters zu kennen.&#8220;\u00a0 Auch f\u00fcr Roboter <em>Justin<\/em> waren die neuen Aufgaben eine Herausforderung. Statt wie beim ersten Testlauf im August 2017 lediglich mitzuteilen,\u00a0 ob eine Anforderung von ihm erf\u00fcllt oder nicht erf\u00fcllt wurde,\u00a0 musste er dieses Mal gemeinsam mit seinem Bediener &#8222;absch\u00e4tzen&#8220;,\u00a0 in welchem Umfang er beispielsweise die Reinigung der Paneele erledigt hatte.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Experimentlauf im Sommer 2018 wird der deutsche <em>ESA<\/em>-Astronaut Alexander Gerst das Kommando \u00fcber Roboter <em>Justin<\/em> \u00fcbernehmen &#8211;\u00a0 dann werden die Aufgaben erneut etwas komplizierter als bisher,\u00a0 denn <em>Justin<\/em> wird dann im Auftrag des Astronauten eine Komponente ausw\u00e4hlen und an der Solaranlage installieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u00a9 Gerhard Kowalski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln,\u00a0 3. M\u00e4rz 2018\u00a0 &#8212;\u00a0\u00a0 Der Chef fliegt in 400 Kilometern H\u00f6he um die Erde, \u00a0der Helfer arbeitete am Boden. 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