Moskau, 14. April 2026 – Die staatliche Moskauer Nachrichtenagentur TASS hat am Dienstag weitere Einzelheiten über die geplante Russische Orbitalstation ROS veröffentlicht. Darin heißt es, dass in der ersten Etappe das Verbindungsmodul (UM) Pritschal des russischen Segments der Internationalen Raumstation ISS gemeinsam mit einem angekoppelten Progress MS-Frachtraumschiff versenkt werde. Seine Stelle nehme dann das Neue Universelle Verbindungsmodul (UUM) ein.
Danach werde das Wissenschaftlich-Energetische Modul (NEM) an das UUM angekoppelt, heißt es. 2030 würden das UUM, das NEM und das Labormodul Nauka abgekoppelt, die ihren Flug selbstständig fortsetzen. Die erste ROS-Mannschaft bestehe aus den Kosmonauten, die in diesem Moment in der ISS arbeiten. In den darauffolgenden Jahren werde die ROS durch ein Schleusen-, ein Basis- und Zielmodule erweitert. Man gehe davon aus, dass der Bau der neuen nationalen Raumstation 2034 abgeschlossen sei.
Die Station werde unter umfangreichem Einsatz Künstlicher Intelligenz projektiert, schreibt TASS. Der Zustand ihrer Außenfläche werde mit Hilfe eines autonomen Inspektionsapparates kontrolliert. Für die Steuerung und den Betrieb werde eine Infrastruktur am Boden eingerichtet – mit einem neuen Antennen- und Messpunkte-System in allen Teilen Russlands.
Unter Hinweis auf eine „gewisse Diskriminierung mit nationalen Symptomen“ gegenüber Kosmonauten mit Russland befreundeter Staaten beim ISS-Projekt sagte der Generaldirektor der GK Roskosmos, Dmitri Bakanow, der Nachrichtenagentur, bei der ROS werde man niemanden mehr fragen, mit wem man zusammenarbeiten dürfe. Er schloss auch das Erscheinen von US-Astronauten in der Station nicht aus, wenn es auch Überkreuzflüge mit russischen Kosmonauten in der USA-Station gebe.
Bakanow verwies ferner darauf, dass die für die ROS gewählte Umlaufbahn von 51,6 Grad auch der entspreche, die die USA und Indien im Blick haben. So könne man zusammenarbeiten und auch einander besuchen.
