Moskau, 22. Juni 2026 – Der erste und einzige Kosmonaut Afghanistans, Abdul Ahad Momand, ist tot. Er sei am Sonntag im Alter von 67 Jahren in Deutschland bei Stuttgart an Krebs gestorben, bestätigte seine Familie dem Telekanal TOLO News, wie die Nachrichtenagentur TASS am Montag aus Islamabad meldete.
Momand hatte ab 1979 eine Piloten- und Kommandeursausbildung in Kasnodar und Kiew absolviert. Ab Februar 1988 bereitete der sich im Sternenstädtchen bei Moskau auf seinen Raumflug vor. Am 29. August 1988 startete er zusammen mit den russischen Kosmonauten Wladimir Ljachow und Waleri Poljakow mit dem Raumschiff Sojus TM-6 zur Raumstation MIR. Im persönlichen Gepäck hatte er eine Flagge seines Landes und einen Koran. Das Trio führte eine ganze Reihe astrophysikalischer, biologischer und medizinischer Experimente durch. Am 5. September kehrten Momand und Ljachow wieder auf die Erde zurück.
Ab 1991 arbeitete der Kosmonaut im Range eines Obersten der afghanischen Luftstreitkräfte als stellvertretender Minister für Luftfahrt und Tourismus. Während des Bürgerkrieges floh er 1992 zuerst nach Indien und dann nach Deutschland, wo sich bereits sein Bruder befand. Er erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft und arbeitete im schwäbischen Ostfildern bei einem kleinen Handelsunternehmen.
