{"id":10,"date":"2008-06-21T14:57:51","date_gmt":"2008-06-21T12:57:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=10"},"modified":"2024-02-12T13:01:39","modified_gmt":"2024-02-12T11:01:39","slug":"moskaus-mars-traume-russland-bereitet-bemannten-flug-zum-roten-planeten-vor-weibliche-anwarter-ohne-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=10","title":{"rendered":"Moskaus Mars-Tr\u00e4ume &#8211; Russland bereitet bemannten Flug zum Roten Planeten vor &#8211; Weibliche Anw\u00e4rter ohne Chance"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8211; Eigentlich haben die Russen bisher immer die Ansicht vertreten, Fl\u00fcge zu anderen Planeten seien wegen der enormen Kosten nur in internationaler Zusammenarbeit zu stemmen. Doch angesichts des geplanten nationalen Alleingangs der Amerikaner und anderer Nationen bereiten auch sie jetzt aktiv eine eigene bemannte Mission zum Roten Planeten vor. Der Zeitpunkt daf\u00fcr steht allerdings noch nicht fest. <!--more-->Optimisten peilen die Jahre 2017\/2018 an, wenn sich das n\u00e4chste g\u00fcnstige &#8222;ballistische Fenster&#8220; zwischen Erde und Mars \u00f6ffnet. Pessimisten halten diesen Termin allerdings wegen der gewaltigen technischen Voraussetzungen, die daf\u00fcr erst geschaffen werden m\u00fcssen, f\u00fcr unrealistisch. Schlie\u00dflich braucht man ein riesiges, hunderte Tonnen schweres Raumschiff mit v\u00f6llig neuem Antrieb. Eines ist f\u00fcr Russland jedoch klar: Der Flug wird stattfinden und dauert hin und zur\u00fcck bei optimalen Bedingungen 700 Tage plus 20 bis 30 Tage Aufenthalt auf dem Mars. Auch die Finanzierung scheint gesichert, denn das Projekt ist im F\u00f6deralen Raumfahrtprogramm (FKP) verankert. Ein erster Entwurf wurde 2005 unter dem Titel &#8222;Bemannte Expedition zum Mars&#8220; erstellt. Dabei sch\u00e4lte sich heraus, dass Zeitpunkt und Kosten der Mission im wesentlichen vom Triebwerkstyp abh\u00e4ngen, wie Chefkonstrukteur Witali Semjonow vom Moskauer &#8222;Keldysch&#8220;-Forschungszentrum sagte, der zu den V\u00e4tern des Projekts geh\u00f6rt. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge erh\u00e4lt das Raumschiff elektroreaktive Motoren, die von Sonnenenergie gespeist werden. In der ersten Etappe des Projekts sind f\u00fcnf unbemannte Expeditionen zum Mars geplant. Dabei soll auch ein mehrfach verwendbarer Bugsierer zum Einsatz gekommen. Ziel ist die Erkundung des geeigneten Platzes f\u00fcr eine Marsbasis. Dieser muss vor allem die erforderlichen Voraussetzung f\u00fcr die Landung und den R\u00fcckstart erf\u00fcllen. Ferner soll es dort nach M\u00f6glichkeit unterirdische Wasservorr\u00e4te geben. Die Wissenschaftler w\u00fcnschen sich zudem ein Gebiet mit den gr\u00f6\u00dften Chancen f\u00fcr die Entdeckung von Lebensspuren. Doch bevor es losgehen kann, m\u00fcssen neben den technischen auch zahlreiche medizinische und biologische Probleme gel\u00f6st werden. Denn der Mensch ist das schw\u00e4chste Glied des Jahrhundertvorhabens. Zwar hat der russische Arzt Waleri Poljakow 1994\/95 in der Raumstation MIR bei einem Selbstversuch mit seinem 438-Tage-Flug schon den prinzipiellen Beweis erbracht, dass es offenbar keine Grenzen f\u00fcr Langzeitmissionen gibt. Allerdings bereitet auf dem langen Weg zum Mars die kosmische Strahlung den Experten Kopfzerbrechen. Dieser Gefahr soll damit begegnet werden, dass man die Treibstoff- und -wassertanks rund um die Wohnsektion gruppiert. Ern\u00e4hren werden sich die Mars-Fahrer weitgehend wie heute die Kosmonauten: Sie bereiten ihre Trockennahrung mit Wasser auf, das aus einem geschlossenen Kreislauf kommt. Erg\u00e4nzt wird der Speiseplan durch frische Vitamine aus einem &#8222;kosmischen Gem\u00fcsegarten&#8220;, dessen Prototyp im Moskauer Institut f\u00fcr Medizinsch-Biologische Probleme (IMBP) entwickelt wurde. Die psychologischen Aspekte der 520-Tage-Abenteuers sollen 2008 im Rahmen der Mission &#8222;Mars-500&#8220; realit\u00e4tsnah auf der Erde durchgespielt werden. Sechs Kandidaten, darunter auch zwei von der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation ESA, imitieren den Flug in hermetisch abgeschlossenen Modulen. Dabei soll vor allem herausgefunden werden, wie Menschen unter normalen wie au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bedingungen auf eine solche Strapaze reagieren. 90 Bewerber aus 19 Staaten wurden bereits ausgew\u00e4hlt. Darunter sind lediglich sechs Frauen und ein Ehepaar. Denn die Russen r\u00e4umen den Vertreterinnen des &#8222;sch\u00f6nen Geschlechts&#8220; nur sehr geringe Chancen ein, als erste ihre Fu\u00df auf den Mars zu setzen &#8211; aus &#8222;physiologischen und psychologischen&#8220; Gr\u00fcnden, wie sie sagen.<br \/>\n(Ver\u00f6ffentlich von der Nachrichtenagentur ddp) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8211; Eigentlich haben die Russen bisher immer die Ansicht vertreten, Fl\u00fcge zu anderen Planeten seien wegen der enormen Kosten nur in internationaler Zusammenarbeit zu stemmen. Doch angesichts des geplanten nationalen Alleingangs der Amerikaner und anderer Nationen bereiten auch sie jetzt aktiv eine eigene bemannte Mission zum Roten Planeten vor. 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