{"id":129,"date":"2009-04-27T10:16:32","date_gmt":"2009-04-27T08:16:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=129"},"modified":"2009-04-27T10:17:58","modified_gmt":"2009-04-27T08:17:58","slug":"glonass%e2%80%9c-jagt-gps-trotz-der-finanzkrise-treibt-russland-den-bau-seines-satellitennavigationssystems-zielstrebig-voran-%e2%80%93-fertigstellung-2010-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=129","title":{"rendered":"&#8222;Glonass\u201c jagt GPS  &#8211; Trotz der Finanzkrise treibt  Russland den Bau seines Satellitennavigationssystems zielstrebig  voran \u2013 Fertigstellung 2010 geplant"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8212;\u00a0 Ungeachtet der Finanzkrise treibt Russland den Aufbau seines globalen Satellitennavigationssystems\u00a0 &#8222;Glonass\u201c\u00a0 (Globalnaja Nawigazionnaja Sputnikowaja Sistema) planm\u00e4\u00dfig voran. Derzeit sind 20 Satelliten auf der Umlaufbahn in 19.100 Kilometern H\u00f6he.\u00a0 Damit deckt das System das\u00a0 russische Territorium zu 99 Prozent\u00a0 und den\u00a0 Globus zu 80 Prozent ab.<!--more--><\/p>\n<p>Die Finanzierung f\u00fcr die jeweils\u00a0 sechs weiteren Satelliten, die Ende 2009 und 2010 gestartet werden sollen, sei\u00a0 \u201cin vollem Umfang\u201c gesichert, teilte der Chef der Herstellerfirma \u201eNavigations- und Informationssysteme\u201c\u00a0 (NIS) , Nikolai Testojedow,\u00a0 jetzt\u00a0 in Moskau mit. Ende 2010 soll\u00a0 &#8222;Glonass\u201c mit 24 Satelliten (plus 6 in Reserve) global verf\u00fcgbar sein. Russland macht sich\u00a0 damit vom US-amerikanischen Konkurrenten GPS unabh\u00e4ngig und kommt\u00a0 auch dem europ\u00e4ischen &#8222;Galileo\u201c-System zuvor, das erst 2013 in Dienst gestellt werden soll.<\/p>\n<p>Die optimistische Voraussage Testojedows gr\u00fcndet sich auf die feste Entschlossenheit der Moskauer F\u00fchrung, das f\u00fcr sie volkswirtschaftlich wie geopolitisch bedeutsame\u00a0 Projekt mit allen Mitteln zu verwirklichen.\u00a0 &#8222;Viele unserer kosmischen Heldentaten und kosmischen Errungensc haften wurden zum Teil trotz der \u00f6konomischen Lage vollbracht\u201c, sagte Pr\u00e4sident Dmitri Medwedjew\u00a0 am Tag der Raumfahrt (12. April) r\u00fcckblickend bei einer Begegnung mit Kosmonauten.\u00a0 Deshalb gebe es heute erst recht\u00a0 &#8222;keinerlei\u00a0 Gr\u00fcnde, die Lage wegen der wirklich globalen Finanzkrise zu dramatisieren\u201c.\u00a0 Man werde\u00a0 weiter\u00a0 in die Raumfahrt,\u00a0 die Wissenschaft,\u00a0 die Produktion und die &#8222;Verteidigungstechnologien\u201c\u00a0 investieren, &#8222;weil sich das Leben nicht aufhalten l\u00e4sst\u201c, betonte er. Wenn Russland heute die Entwicklung auch nur zeitweise unterbreche, werde es &#8222;um Jahrzehnte zur\u00fcckgeworfen\u201c.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident\u00a0 Wladimir Putin, der \u201cGlonass\u201c noch in seiner Zeit als Pr\u00e4sident zur Chefsache erkl\u00e4rt hatte, will die Raumfahrt zu einer treibenden Kraft\u00a0 der sozial-\u00f6konomischen Entwicklung seines Landes machen. Mit seinem rund zwei Milliarden Euro teuren Lieblingskind soll die Kosmostechnik\u00a0 auch sichtbar Einzug in den Alltag halten \u2013 in die Autos von\u00a0 Iwan Iwanowitsch, dem russischen Otto Normalverbraucher.<\/p>\n<p>Ob dieser Traum Putins aber auch gleich in Erf\u00fcllung geht,\u00a0 darf bezweifelt werden. Denn die Industrie hinkt bei der Produktion der Empfangsger\u00e4te und der Software hoffnungslos hinterher. Bisher gibt es in den Gesch\u00e4ften nur sporadisch Navis zu kaufen, zudem ist das Kartenmaterial bisher erst\u00a0 f\u00fcr ausgesuchte Regionen, so Moskau und Umgebung, verf\u00fcgbar. Viele Autofahrer greifen deshalb weiter auf die kompatible\u00a0 GPS-Technik zur\u00fcck. Der Grund f\u00fcr die Misere ist, dass &#8222;Glonass\u201c anfangs nur dem Milit\u00e4r vorbehalten war und erst unter dem Einfluss von GPS z\u00f6gerlich auch f\u00fcr zivile Zwecke freigegeben wurde.<\/p>\n<p>Mit der Fertigstellung von &#8222;Glonass\u201c, das dann \u00fcber drei zivile Kan\u00e4le verf\u00fcgt,\u00a0 geht eine jahrzehntelange Odyssee zu Ende, die noch zu Sowjetzeiten begann.\u00a0 1982 wurde der erste Satellit gestartet. Im Dezember 1995 erreichte das System kurzzeitig die Sollst\u00e4rke von 24 Apparaten. Doch dann zerfiel es aus Geldmangel wieder. Ende 2001 waren nur noch ganze sechs Satelliten einsatzf\u00e4hig. Russland war damit auf das GPS-System angewiesen.\u00a0 Anfang\u00a0 2008 waren nach\u00a0 Angaben des Verkehrsministeriums 1200 der 5000 russischen Flugzeuge mit Satellitennavigation ausger\u00fcstet. Allerdings flogen fast\u00a0 90 Prozent davon mit GPS, nur gut zehn Prozent\u00a0 mit &#8222;Glonass\u201c. Dieses Verh\u00e4ltnis\u00a0 hat sich inzwischen nur leicht zu Gunsten des eigenen Systems verbessert.<\/p>\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht am 24. April 2009)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8212;\u00a0 Ungeachtet der Finanzkrise treibt Russland den Aufbau seines globalen Satellitennavigationssystems\u00a0 &#8222;Glonass\u201c\u00a0 (Globalnaja Nawigazionnaja Sputnikowaja Sistema) planm\u00e4\u00dfig voran. 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