{"id":132,"date":"2009-05-04T08:58:41","date_gmt":"2009-05-04T06:58:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=132"},"modified":"2009-05-04T08:58:41","modified_gmt":"2009-05-04T06:58:41","slug":"keine-basis-auf-dem-mond-%e2%80%93-usa-schrauben-ihr-raumfahrtprogramm-%e2%80%9econstellation%e2%80%9c-rigoros-zuruck-%e2%80%93-astronauten-buffeln-verstarkt-russisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=132","title":{"rendered":"Keine Basis auf dem Mond \u2013 USA schrauben ihr Raumfahrtprogramm \u201eConstellation\u201c rigoros zur\u00fcck \u2013 Astronauten b\u00fcffeln verst\u00e4rkt Russisch"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Washington &#8212;\u00a0 Die USA sind offenbar dabei, ihr ambitioniertes Raumfahrtprogramm \u201eConstellation\u201c (Sternbild) rigoros zur\u00fcckzuschrauben. Nicht anders ist die Ank\u00fcndigung f\u00fchrender Vertreter der Luft- und Raumfahrtbeh\u00f6rde NASA\u00a0 zu deuten, auf den geplanten Bau einer st\u00e4ndigen Mondbasis zu verzichten und\u00a0 sich beim neuen Raumschiff \u201eOrion\u201c\u00a0 vorerst\u00a0 auf Fl\u00fcge zur\u00a0 Internationalen Raumstation ISS zu beschr\u00e4nken.<!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich wollten die Amerikaner bereits 2020 wieder auf dem Erdtrabanten landen und dort eine Mondbasis errichten. Eigens dazu sollte eine viersitzige\u00a0 \u201eOrion\u201c-Kapsel als Nachfolger der Shuttles gebaut werden, die nach knapp 30-j\u00e4hrigem Dienst Mitte 2010 eingemottet werden. Parallel dazu war eine sechssitzige Variante geplant, die sp\u00e4testens\u00a0 2015 erstmals zur ISS fliegen sollte. Der amtierende NASA-Chef Chris Scolese sagte jetzt dem Fachblatt \u201eNew Scientist\u201c, der Bau einer Mondbasis sei zu teuer. Damit w\u00fcrden andere Teile des \u201eConstellation\u201c-Programms gef\u00e4hrdet, zu dem auch die neuen Tr\u00e4gerraketen \u201eAres 1\u201c und \u201eAres 5\u201c sowie die Mondf\u00e4hre \u201eAltair\u201c geh\u00f6ren.\u00a0 Scolese betonte zugleich, wichtiger sei f\u00fcr20ihn ein bemannter Flug zum Mars und die Landung auf einem erdnahen Asteroiden.<\/p>\n<p>Zuvor hatte bereits das Budget Office des US-Kongresses darauf hingewiesen, dass die NASA zu ihrem 19,1-Milliarden-Dollar-Haushalt noch zus\u00e4tzliche Milliarden brauche, um das Shuttle-Programm zu beenden und gleichzeitig die \u201eConstellation\u201c-Pl\u00e4ne p\u00fcnktlich zu verwirklichen, die noch aus der Bush-\u00c4ra stammen. Mit der derzeitigen Finanzierung w\u00fcrden sich die Fertigstellung von \u201eOrion\u201c und \u201eAres 1\u201c\u00a0 auf 2016, die R\u00fcckkehr zum\u00a0 Mond auf 2023 und 15 der 79 Wissenschaftsmissionen auf die Zeit nach 2025 verz\u00f6gern, hie\u00df es in einem Report. Bei einer Erh\u00f6hung des NASA-Budgets auf 21,1 Milliarden Dollar blieben hingegen die Pl\u00e4ne mit einigen Abstrichen beim Wissenschaftsprogramm im Zeitrahmen.<\/p>\n<p>Mitte der Woche hatte \u201eOrion\u201c-Programmchef Jeff Hanley angek\u00fcndigt, vorerst werde nur eine viersitzige Variante des Raumschiffes f\u00fcr Fl\u00fcge zur ISS gebaut.\u00a0 Damit solle sichergestellt werden, dass der Shuttle-Nachfolger wie geplant im M\u00e4rz 2015 zur Verf\u00fcgung steht, berichtet der Onlinedienst SPACE.com. Mit dieser Entscheidung werde allerdings das sechssitzige Schiff\u00a0 nicht aufgegeben.\u00a0\u00a0 \u201eWir werden es eines Tages brauchen\u201c, sagte Hanley, allerdings \u201enicht so fr\u00fch\u201c.<\/p>\n<p>Die erste Raumf\u00e4hre war 1981 gestartet. Derzeit besteht die Flotte noch aus den Shuttles =E 2Atlantis\u201c, \u201eEndeavour\u201c und \u201eDiscovery\u201c. Die \u201eChallenger\u201c und die \u201eColumbia\u201c waren 1986 beziehungsweise\u00a0 2003 verungl\u00fcckt. Dabei kamen 14 Astronauten\u00a0 ums Leben.<\/p>\n<p>Bis zur Indienststellung von \u201eOrion\u201c sind die USA voll auf die russischen \u201eSojus\u201c-Raumschiffe angewiesen.\u00a0 Russland\u00a0 reserviert\u00a0 f\u00fcr die NASA deshalb f\u00fcr die Fl\u00fcge zur ISS jeweils einen Platz in seinen dreisitzigen Kapseln. Daneben arbeitet das Land selbst\u00a0 an einem neuen Raumschiff, das die Arbeitsbezeichnung \u201eRus\u201c tr\u00e4gt. Es soll sechs Pl\u00e4tze haben und ebenfalls 2015 zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Das NASA-Astronautenkorps, das in diesen Tagen um ein rund Dutzend neue Anw\u00e4rter auf rund\u00a0 100 Frauen und M\u00e4nner aufgestockt wird, steht indes vor v\u00f6llig neuen Aufgaben. Statt des Shuttle-Trainings, das bisher die H\u00e4lfte der zweij\u00e4hrigen Ausbildung in Anspruch genommen hat, befassen sich die Neulinge jetzt vor allem mit dem Studium der Systeme der ISS und der \u201eSojus\u201c-Kapseln. Dazu reisen sie auch in das Kosmonautenausbildungszentrum \u201eJuri Gagarin\u201c oder \u201eStar City\u201c, wie die Amerikaner es nennen, vor den Toren Moskaus. Hier lernen sie aber nicht nur die Technik \u201eMade in Russia\u201c kennen, sondern m\u00fcssen auch intensiv Russisch b\u00fcffeln.<\/p>\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht am 1. Mai 2009)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Washington &#8212;\u00a0 Die USA sind offenbar dabei, ihr ambitioniertes Raumfahrtprogramm \u201eConstellation\u201c (Sternbild) rigoros zur\u00fcckzuschrauben. 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