{"id":152,"date":"2009-05-20T15:27:20","date_gmt":"2009-05-20T13:27:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=152"},"modified":"2009-05-20T15:32:38","modified_gmt":"2009-05-20T13:32:38","slug":"baden-wurttemberger-greift-nach-den-sternen-%e2%80%93-deutscher-physiker-verstarkt-das-esa-astronautenkorps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=152","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberger greift nach den Sternen \u2013 Deutscher Physiker verst\u00e4rkt das ESA-Astronautenkorps"},"content":{"rendered":"<p>Paris &#8212; Der deutsche Physiker Alexander Gerst greift nach den Sternen. Der K\u00fcnzelsauer, Jahrgang 1977,\u00a0 ist einer jener sechs Gl\u00fccklichen von rund 8 000 Bewerbern, die es ins\u00a0 Astronautenkorps der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation ESA geschafft haben. Gemeinsam mit zwei Italienern, darunter eine Frau, und je einem D\u00e4nen, Franzosen und Briten wurde Gerst am Mittwoch in Paris von\u00a0 ESA-Generaldirektor\u00a0 Jean-Jacques Dordain und der\u00a0 Direktorin f\u00fcr bemannte Raumfl\u00fcge, Simonetta Di Pippo, der Presse vorgestellt. <!--more--><\/p>\n<p>Gerst sagte, f\u00fcr ihn sei mit der Nominierung \u201eein Traum\u201c wahr geworden, den er seit seiner Kindheit gehegt habe. Denn sein Gro\u00dfvater, ein Funkamateur, habe ihn f\u00fcr die Raumfahrt\u00a0 begeistert. Der Physiker betonte, er sei \u201estolz\u201c, im Team des Astronautenkorps an der\u00a0 Umsetzung der europ\u00e4ischen Raumfahrtpolitik mitwirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Koordinator f\u00fcr die Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung, Staatssekret\u00e4r Peter Hintze (CDU), sagte, die Wahl von Gerst ins Astronautenkorps sei ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr Deutschland. Er hoffe, dass ein de utscher Astronaut\u00a0 k\u00fcnftig auch einmal seinen Fu\u00df auf den Mond20oder gar Mars setzen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Dordain hatte eingangs betont, die ESA stehe an einem Wendepunkt ihrer Geschichte. Nach dem Start des ersten eigenen Raumtransporters \u201eJule Verne\u201c und des Wissenschaftsmoduls \u201eColumbus\u201c zur Internationalen Raumstation ISS im vergangenen Jahr gelte es nun, die europ\u00e4ischen Forschungsressourcen im All effektiv zu nutzen. Dazu w\u00fcrden auch zus\u00e4tzlich zu den acht bereits ausgebildeten ESA-Astronauten neue Kr\u00e4fte gebraucht. Urspr\u00fcnglich habe man nur vier neue Kandidaten ausw\u00e4hlen wollen. Doch dann habe man sich f\u00fcr sechs entschieden, da sich die ESA in Verhandlungen mit den Russen und den USA neben den sieben bereits vertraglich vereinbarten Mitfl\u00fcgen um weitere Pl\u00e4tze bem\u00fche.<\/p>\n<p>Auf die Ausschreibung vom Mai 2008 waren 8413 g\u00fcltige Bewerbungen aus allen ESA-Mitgliedsstaaten eingegangen. Deutschland stellte mit 1798 Bewerb ern (21,4 Prozent), darunter 310 Frauen, nach Frankreich (1860\/22,1) das zweith\u00f6chste Kontingent. 35 der Bewerber hatten die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft als Zweitstaatsb\u00fcrgerschaft.\u00a0\u00a0 Den\u00a0 dritten Platz belegte Italien mit 927 Bewerbern (davon 151 Frauen) vor Gro\u00dfbritannien mit 822 (167) und Spanien mit 789 (103). 72 Kandidaten hatten sich aus Nicht-ESA-Staaten gemeldet.<\/p>\n<p>Gesucht waren Pers\u00f6nlichkeiten mit abgeschlossenem Studium etwa in Lebenswissenschaften, Physik, Chemie oder Medizin sowie\u00a0 herausragenden F\u00e4higkeiten in Forschung und Anwendung. Sie mussten \u00e4rztliche Atteste wie Privatpiloten vorlegen sowie flie\u00dfend Englisch sprechen und nach M\u00f6glichkeit auch gute Russisch-Kenntnisse haben.<\/p>\n<p>Das eigentliche Training erfolgt im Europ\u00e4ischen Astronautenzentrum (EAC) in K\u00f6ln. Die ESA verf\u00fcgt derzeit \u00fcber acht voll ausgebildete Astronauten,20darunter ist als einziger Deutscher Hans Schlegel.<\/p>\n<p>Die neuen Raumfahrer bereiten sich in EAC nicht nur auf Missionen\u00a0 zur ISS, sondern auch zum Mond und dar\u00fcber hinaus vor. Der erste Einsatz erfolgt nach Ansicht von EAC-Chef Gerhard Thiele (Deutschland) nicht vor 2013\/14.\u00a0 Trotz des nach wie vor exklusiven Charakters ihrer Profession\u00a0 d\u00fcrfen die k\u00fcnftigen Raumfahrer nicht auf gro\u00dfe Reicht\u00fcmer hoffen. Das Gehalt liegt bei etwa 4200 Euro \u2013 hinzu kommen aber noch diverse Zulagen.<\/p>\n<p>Deutschland hat derzeit zehn Astronauten.\u00a0 Der erste war Sigmund J\u00e4hn, der 1978 f\u00fcr die DDR eine Woc he in der sowjetischen Raumstation \u201eSalut 6\u201c gearbeitet hat. Hans Schlegel ist als bisher letzter Deutscher 2008 mit einer US-Raumf\u00e4hre zur ISS geflogen. Ulf Merbold, der zweite Deutsche Im All, hat die Rek ordzahl von drei Fl\u00fcgen auf seinem Konto,\u00a0 Schlegel und Thomas Reiter je zwei.<\/p>\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht am 20. Mai 2009)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paris &#8212; Der deutsche Physiker Alexander Gerst greift nach den Sternen. Der K\u00fcnzelsauer, Jahrgang 1977,\u00a0 ist einer jener sechs Gl\u00fccklichen von rund 8 000 Bewerbern, die es ins\u00a0 Astronautenkorps der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation ESA geschafft haben. 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