{"id":164,"date":"2009-06-01T07:51:51","date_gmt":"2009-06-01T05:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=164"},"modified":"2009-06-01T07:51:51","modified_gmt":"2009-06-01T05:51:51","slug":"alle-partner-an-bord-%e2%80%93-mit-der-ersten-sechser-besatzung-beginnt-eine-neue-ara-der-iss-%e2%80%93-der-belgier-frank-de-winne-ist-fur-europa-dabei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=164","title":{"rendered":"Alle Partner an Bord \u2013 Mit der ersten Sechser-Besatzung beginnt eine neue \u00c4ra der ISS \u2013 Der Belgier Frank de Winne ist f\u00fcr Europa dabei"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8212;\u00a0 F\u00fcr die Internationale Raumstation ISS hat am Freitag eine neue \u00c4ra begonnen. Mit dem Raumschiff &#8222;Sojus TMA-15&#8220;, das \u00fcberp\u00fcnktlich (zwei Minuten fr\u00fcher) um 14.34 Uhr deutscher Zeit automatisch an die ISS andockte, kam diesmal nicht die Abl\u00f6sung f\u00fcr die alte Dreier-Stammbesatzung auf die Umlaufbahn. Der Russe Roman Romanenko,\u00a0 der Belgier Frank de Winne und der Kanadier Robert Thi rsk komplettieren vielmehr die Crew. Gemeinsam mit Gennadi Padalka (Russland), Michael Barratt (USA) und Koichi Wakata (Japan), die schon seit M\u00e4rz auf der Umlaufbahn sind, bilden sie die nunmehr 20.,\u00a0 zugleich aber erste sechsk\u00f6pfige Stammbesatzung. Kommandant bleibt der Russe Padalka. Ihn l\u00f6st im Oktober mit Frank de Winne erstmals ein ESA-Astronaut ab.<!--more--><\/p>\n<p>Mit Erreichen der personellen Soll-St\u00e4rke elf Jahre nach Baubeginn kann die ISS k\u00fcnftig\u00a0 alle Tr\u00fcmpfe voll ausspielen, die dieses gr\u00f6\u00dfte Technologieprojekt der Menschheitsgeschichte zu bieten hat. Symbolisiert wird das auch durch die erstmalige Anwesenheit von Vertretern\u00a0 aller Vertragspartner: USA, Russland, ESA\/Europa, Japan und Kanada. Ein Wermutstropfen im Becher der Freude ist allerdings, dass der Stationsvertrag derzeit nur bis 2015 gilt. Die USA waren bisher nicht bereit, ihn bis 2020 verl\u00e4ngern, wie es die anderen Partner w\u00fcnschen. Bei den Russen kursiert deshalb schon eine Notfallvariante, in der von einer Abkopplung ihres Segments ab 2015 die Rede ist.<\/p>\n<p>Europa ist f\u00fcr die neue Zeit bestens aufgestellt. Mit dem in Bremen gebauten Forschungslabor &#8222;Columbus&#8220; verf\u00fcgt es seit dem vergangenen Jahr \u00fcber ein eigenes Segment f\u00fcr vielf\u00e4ltige wissenschaftliche Experimente. Zudem leistet die Europ\u00e4ische Weltraumorganisation ESA mit dem automatischen Frachtraumschiff ATV (Automated Transfer Vehicle), das seinen Jungfernflug 2008 blendend absolviert hat, einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der ISS mit Treibstoff, Lebensmitteln und Material. ATV-2, das den Namen des gro\u00dfen deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) erh\u00e4lt,\u00a0 soll Ende 2010 mit Nachschub zur Station aufsteigen.<\/p>\n<p>Die Anwesenheit von Frank de Winne und des Schweden Christer Fuglesang, der sp\u00e4ter im Jahr hinzust\u00f6\u00dft,\u00a0 in der ISS gebe der Mannschaft &#8222;einen europ\u00e4ischen Touch&#8220;, freu te sich der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. Er w\u00fcnsche allen eine &#8222;erfolgreiche Mission&#8220; und sei &#8222;\u00fcberzeugt&#8220;,\u00a0 dass alle Mitglieder des Sextetts &#8222;einmal mehr unter Beweis stellen werden, dass der Weltraum jener Ort ist, wo die internationale Kooperation am besten zum Ausdruck kommt \u2013 zum Wohle aller B\u00fcrger der Welt&#8220;.<\/p>\n<p>Die ISS-Vertragspartner haben den Start von &#8222;Sojus TMA-15&#8220; zum Anlass genommen, auch andere Staaten zur Mitarbeit an der Station und der Erschlie\u00dfung des Weltraums im weitesten Sinne einzuladen. Der Appell richtet sich insbesondere an die aufstrebende Weltraummacht China, das inzwischen eine eigene Raumstation plant. Je mehr L\u00e4nder da mitmachten, desto schneller und effektiver\u00a0 komme man bei dieser &#8222;nicht einfachen Arbeit&#8220; voran, sagte Michael Suffredini von der US-Luft- und Raumfahrtagentur NASA. Der Kanadier Steve MacLean erinnerte daran, dass bisher schon rund 80 L\u00e4nder\u00a0 &#8222;in dieser oder jener Form&#8220; bei der ISS dabei seien.<\/p>\n<p>Moskaus Raumfahrtagentur Roskosmos\u00a0 hat am Freitag mitgeteilt, dass mit der NASA ein Vertrag \u00fcber 306 Millionen Dollar f\u00fcr den Mitflug von vier US-Astronauten mit &#8222;Sojus&#8220;-Raumschiffen zur ISS in den Jahren 2012\/2013 unterzeichnet wurde. Damit erhalten die finanziell klammen russischen Raumfahrtschmieden jene Mittel, die sie f\u00fcr den Bau neuer Kapseln so dringend brauchen. Die Amerikaner sind nach der geplanten Einstellung der Shuttle-Fl\u00fcge im Jahr 2010 voll von russischen Transportleistungen abh\u00e4ngig. Erst 2015 soll der Shuttle-Nachfolger &#8222;Orion&#8220; zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Den sechs Astronauten blieb indes am Freitag nicht viel Zeit zum Feiern. Kaum hatten sich die &#8222;Neulinge&#8220; in der Station halbwegs eingerichtet, da begann auch schon der harte All-Tag mit seinem bis auf die Minute aufgeschl\u00fcsselten Programm. Frank de Winne machte sich an seine Experimente mit dem beziehungsreichen Namen &#8222;OasISS&#8220; \u2013 eine\u00a0 Kombination aus dem Wort Oase und dem Stationsk\u00fcrzel. Padalka und Barratt bereiten sich derweil auf ihren ersten &#8222;Weltraumspaziergang&#8220;\u00a0 Ende n\u00e4chster Woche vor, bei dem die ISS f\u00fcr k\u00fcnftige Aufgaben fit gemacht werden soll.<\/p>\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht am 29. Mai 2009)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Moskau &#8212;\u00a0 F\u00fcr die Internationale Raumstation ISS hat am Freitag eine neue \u00c4ra begonnen. 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