{"id":2953,"date":"2011-04-08T10:30:02","date_gmt":"2011-04-08T08:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=2953"},"modified":"2011-04-08T10:30:02","modified_gmt":"2011-04-08T08:30:02","slug":"ein-menschheitstraum-wird-wahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/?p=2953","title":{"rendered":"Ein Menschheitstraum wird wahr"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2954\" aria-describedby=\"caption-attachment-2954\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Baikonur-Gagarin-Logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-2954\" src=\"http:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Baikonur-Gagarin-Logo-150x150.jpg\" alt=\"Credit: Roskosmos\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Baikonur-Gagarin-Logo-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Baikonur-Gagarin-Logo-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.gerhardkowalski.com\/public\/Baikonur-Gagarin-Logo.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2954\" class=\"wp-caption-text\">Credit: Roskosmos<\/figcaption><\/figure>\n<p>Berlin, 8. April 2011 &#8212;\u00a0Mit seiner historischen Erdumkreisung vom 12. April 1961 hat der russische Bauernsohn Juri Gagarin das Zeitalter der bemannten Raumfahrt er\u00f6ffnet und damit einen uralten Menschheitstraum verwirklicht. Nat\u00fcrlich wertete das die damalige Sowjetunion als \u00fcberw\u00e4ltigenden Beweis der \u00dcberlegenheit ihres sozialistischen Systems. Doch das ist heute schon 20 Jahre Geschichte.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Wladimir Putin spricht deshalb im 50. Jahr des Fluges lieber von einem der &#8222;bedeutendsten Ereignisse&#8220; des vergangenen Jahrhunderts und der menschlichen Zivilisation \u00fcberhaupt. Was aber \u00fcber alle ideologischen Schranken hinaus bleibt, ist die Heldentat Gagarins und die wissenschaftlich-technische Meisterleistung der UdSSR nur 16 Jahre nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Die erfolgsverw\u00f6hnte amerikanische Supermacht hat sich von dem zweiten heftigen Schock nach &#8222;Sputnik 1&#8220; (1957) erstaunlich schnell erholt. Sie antwortete auf Gagarin mit einer beispiellosen nationalen Kraftanstrengung. Schon am 25. Mai 1961 sagte Pr\u00e4sident John F. Kennedy, sein Land sollte sich dem Ziel widmen, &#8222;noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zur\u00fcckzubringen&#8220;. Kein einziges Weltraumprojekt werde in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken oder wichtiger f\u00fcr die Erforschung des entfernteren Weltraums sein. Kennedy behielt Recht. Ihm war es aber nicht verg\u00f6nnt zu erleben, wie Neil Armstrong am 20. Juli 1969 als erster Mensch seinen Fu\u00df auf den Erdtrabanten setzte. 1963 war der Pr\u00e4sident in Dallas einem Mordanschlag zum Opfer gefallen.<\/p>\n<p>Ohne Gagarins Pioniertat w\u00e4ren die USA sicher nicht so fr\u00fch zum Mond aufgebrochen. Immerhin hatten sie damals noch nicht einmal einen Astronauten auf eine erdnahe Umlaufbahn geschickt. Erst am 20. Februar 1962 ist John Glenn als erster Amerikaner in seiner &#8222;Mercury 6&#8220;-Kapsel gestartet.<\/p>\n<p>Die Sowjets konterten 1963 mit Walentina Tereschkowa als erster Frau im All und 1965 mit Alexej Leonow als erstem &#8222;Weltraumspazierg\u00e4nger&#8220;. Doch dann wurden sie von den Amerikanern mit dem Mondprogramm Wernher von Brauns von der F\u00fchrungsposition verdr\u00e4ngt. Der Versuch des Kreml, ebenfalls bemannt zum Mond zu fliegen, scheiterte jedoch. Vier Startersuche ihrer Tr\u00e4gerrakete &#8222;N-1&#8220; endeten im Desaster, weil mit Chefkonstrukteur Sergej Koroljow (1907-66) der Spiritus Rector aller sowjetischen Raumfahrterfolge unerwartet gestorben war. Seither zehrt das Land von der Substanz.<\/p>\n<p>Das soll nun anders werden. Nach langer Durststrecke will Russland das Jubil\u00e4um nutzen, um\u00a0 verlorengegangenes Terrain\u00a0zur\u00fcckzugewinnen. Daf\u00fcr werden 2011 knapp drei Milliarden Euro investiert. Bei 48 Starts sollen vier bemannte und f\u00fcnf unbemannte Raumschiffe sowie rund 50 Satelliten ins All geschossen werden. Zudem wird am Amur mit dem Bau eines neuen Kosmodroms f\u00fcr die k\u00fcnftigen Rus-M-Tr\u00e4gerraketen und -Raumschiffe\u00a0begonnen, die hier aber fr\u00fchestens 2018 bemannt aufsteigen k\u00f6nnen. Bis dahin m\u00fcssen noch die legend\u00e4ren &#8222;Sojus&#8220;-Kapseln bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS durchhalten, die schon seit 1967 fliegen. Sie sind inzwischen Hoffnungstr\u00e4ger und Symbol technischer Stagnation gleicherma\u00dfen &#8211; trotz st\u00e4ndiger Modernisierung.<\/p>\n<p>Mit der Einstellung des US-Shuttle-Programms im Sommer dieses Jahre hoffen die Russen, zus\u00e4tzlichen Schub f\u00fcr den Sturm zur\u00fcck an die Spitze zu bekommen. Doch namhafte Experten warnen vor zu viel Optimismus, weil sie vor allem eine strategische Konzeption vermissen. Der einzige noch lebende Stellvertreter Koroljows, Boris Tschertok (99), erinnert zudem daran, dass die USA auch ohne die F\u00e4hren noch ein Vielfaches mehr in die Raumfahrt stecken und sich dadurch auf absehbare Zeit die F\u00fchrungsrolle sichern. Er schl\u00e4gt deshalb vor, sich mit Indien und Kasachstan zu verb\u00fcnden, um mit den USA und China auf Augenh\u00f6he zusammenarbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(f\u00fcr dapd)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 8. April 2011 &#8212;\u00a0Mit seiner historischen Erdumkreisung vom 12. 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