Anna Kikina soll als erste russische Kosmonautin mit einem Crew Dragon zur ISS fliegen

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 8. Dezember 2021 – Überraschende Neuigkeiten sind aus Moskau zu hören: Der Chef der GK Roskosmos, Dimitri Rogosin, sagte am Mittwoch, dass die einzige Frau im russischen Kosmonauten-Korps, Anna Kikina, im kommenden Jahr mit einem Crew Dragon von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS fliegen werde. Im Gegenzug werde man einen US-Astronauten in einer Sojus-Kapsel mitnehmen.

Kikina werde damit zur Botschafterin des guten Willens, betonte Rogosin. „Unsere Schönheit, die Kosmonautin, wird die Erste sein, die das Programm für die gegenseitigen Mitflüge umsetzt.“

Im Oktober hatte Rogosin den Raumschiffen von Elon Musk bescheinigt, die Sicherheitsanforderungen seiner Behörde zu erfüllen.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

Japanische Weltraumtouristen auf der ISS eingetroffen – Missurkin tritt Dienst als erster TASS-Korrespondent im All an (Update)

Credit:  GK Roskosmos

Moskau, 8. Dezember 2021 – Nach rund sechsstündiger Verfolgungsjagd hat das russische Raumschiff Sojus MS-20 mit Kommandant Alexander Missurkin und den japanischen Weltraumtouristen Yusaku Maezawa und Yozo Hirano an Bord die Internationale Raumstation ISS erreicht. Das Trio, das vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet war, koppelte um 14:40 Uhr deutscher Zeit problemlos automatisch am Poisk-Modul (Foto) an. Nach dem Umstieg in die Station wurden die Männer von der Besatzung der Station herzlich begrüßt.

Für Missurkin bedeutet das zugleich, dass er als erster akkreditierter Korrespondent der Nachrichtenagentur TASS seinen Dienst im Weltraum antritt. Er wird künftig haut- und zeitnah in Wort, Bild und Ton über das Leben und die Arbeit an Bord berichten.

Der Online-Unternehmer Maezawa und sein persönlicher Assistent Hirano wollen in den kommenden 12 Tagen eine Liste mit rund 100 Aufgaben abarbeiten. Dazu gehört auch ein Badminton-Match. Die Kommunikation mit der ISS-Besatzung, darunter auch der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer, erfolgt auf Englisch.

Die Neuankömmlinge haben eine Auswahl japanischer Gerichte für die Bordküche sowie Post, frisches Obst, Verbrauchs- und Forschungsmaterial im Gepäck. Auch Geschenke zum Jahreswechsel für die Stammbesatzung fehlen nicht.

Anlässlich des Mittwoch-Starts hat der Chef der GK Roskosmos, Dimitri Rogosin, das große Interesse seines Landes am Weltraumtourimus betont. „Wir werden diese Nische nicht den Amerikanern überlassen und sind bereit, um sie zu streiten“, sagte er vor Mitgliedern des Kosmonauten-Korps.

© Gerhard Kowalski

 

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

Zwei japanische Weltraumtouristen mit Sojus MS-20 auf dem Weg zur ISS

Credit: GK Roskosmos

Baikonur, 8. Dezember 2021 – Russland hat am Mittwoch seine Weltraumtouristen-Missionen vom Beginn des Jahrhunderts wieder aufgenommen. Gleich zwei Japaner sind um 08:38 Uhr deutscher Zeit mit dem Raumschiff Sojus MS-20 unter Kommandant Alexander Missurkin vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) zur Internationalen Raumstation ISS gestartet,  teilte die GK Roskosmos mit. Die automatische Ankopplung am Kleinen Forschungsmodul Poisk der Station soll nach vier Erdumkreisungen um 14:41 Uhr (plus minus drei Minuten) erfolgen. Der Online-Unternehmer Yusaku Maezawa und sein persönlicher Assistent,  der Filmproducer Yozo Hirano,  sollen 12 Tage in der Station bleiben. Über die Kosten wurde nichts gesagt.

Das Raumschiff Sojus MS-20 ist für die Mission speziell auf Ein-Mann-Bedienung umgebaut worden, damit Kommandant Missurkin alle Systeme allein steuern kann. Normalerweise übernehmen auch die mitfliegenden Bordingenieure bestimmte Funktionen.

Zwischen 2002 und 2009 sind bereits sieben Weltraumtouristen aus den USA, Südafrika und Kanada mit den Russen zur ISS geflogen,  einer davon sogar zweimal. Die Preise haben dabei zwischen 20 und 35-40 Millionen Dollar gelegen.

Zuvor war 1990 bereits ein Journalist der Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Tokyo Broadcasting System (TBS) zur Raumstation MIR geflogen. Seine Mission galt aber als Dienstreise, weil er täglich Berichte aus dem All gesendet und daneben wissenschaftliche Experimente durchgeführt hat.

© Gerhard Kowalski

 

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

USA starten erfolgreich zwei Militärsatelliten

Cape Canaveral, 7. Dezember 2021 – Die USA haben am Dienstag im zweiten Anlauf zwei militärische Satelliten der Space Force gestartet. Die Atlas V-Trägerrakete mit STPSat 6 und LDPE 1 an der Spitze stieg um 11:19 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf, teilte die Betreibergesellschaft United Launch Alliance (ULA) mit. Mit den Satelliten sollen technologische Prototypen und Experimente für ihren künftigen Einsatz bei operativen Weltraummissionen getestet werden.

Ein für Sonntag geplanter Startversuch musste wegen Problemen mit der Betankungsanlage abgebrochen werden.

Es war dies der 672. Start im Rahmen des Atlas-Programms, der 90. Start einer Atlas V seit 2002 und der 28. Weltraumstart von Cape Canaveral 2021.

© Gerhard Kowalski

 

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

NASA stellt zehn neue Astronauten-Kandidaten vor

Houston, 7. Dezember 2021 – Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat am Montag zehn neue Astronautenkandidaten, darunter vier Frauen, vorgestellt. Die „Mitglieder der Artemis-Generation“ würden 2022 das zweijährige Training für ihren künftigen Einsatz in der Internationalen Raumstation ISS aufnehmen, teilte NASA-Chef Bill Nelson mit. Sie seien unter rund 12.000 Bewerbern ausgewählt worden

Mit den zehn neuen Kandidaten steigt die Zahl der NASA-Astronauten, die seit 1959 rekrutiert wurden, auf 360.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

ESA-Chef Aschbacher warnt vor Dominanz von Elon Musk in der Raumfahrtwirtschaft

Credit: ESA

London, 6. Dezember 2021 – Der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Josef Aschbacher, warnt von einer dominierenden Rolle von SpaceX-Chef Elon Musk bei der neuen Bewirtschaftung des Weltraums. Musk diktiere hier de facto schon die Regeln, sagte Aschbacher der Londoner Financial Times unter Hinweis auf dessen geplantes Netz von 40.000 Starlink-Breitbandsatelliten, von denen 1.900 bereits die Erde umkreisen. Die europäischen Staaten sollten deshalb aufhören, SpaceX und Musk zu helfen, im Weltraum Fakten zu schaffen.

Die Regierungen Europas müssten daran interessiert sein, gemeinsam mit den europäischen Dienstleistern auf diesem Gebiet für gleichartige Möglichkeiten für eine gerechte Marktkonkurrenz zu sorgen, betonte der ESA-Chef. Mit Musk herrsche quasi eine Person über die Hälfte aller Satelliten, während der Rest der Welt – inklusive Europa – „nicht schnell genug darauf reagiert“.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

Russland will Kosmonautin aus Belarus zur ISS mitnehmen

Moskau, 6. Dezember 2021 – Russland ist bestrebt, die Zusammenarbeit mit Belarus in der Raumfahrt auszubauen. Die Anregung dafür kommt von Präsident Wladimir Putin. Der hatte vor kurzem vorgeschlagen, einen belorussischen Kosmonauten in eine Mannschaft für die Internationale Raumstation ISS zu integrieren.

GK Roskosmos-Chef Dimitri Rogosin hat Minsk daraufhin gebeten, eine Belorussin zu ernennen. Dazu werde man mit der Akademie der Wissenschaften von Belarus Kontakt aufnehmen, sagte er. Das Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau erwarte im 1. Quartal kommenden Jahres eine konkreten personellen Vorschlag.

Der Flug der Kosmonautin soll nicht vor 2024 stattfinden, hieß es.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

Sojus-Trägerrakete bringt zwei Galileo-Satelliten ins All

Credit: Arianespace

Kourou, 5. Dezember 2021 – Eine russische Sojus-ST-B-Trägerrakete mit einer Fregat-Obestufe hat am Sonntagmorgen im vierten Anlauf zwei europäische Galileo-Navigationssatelliten (Nr. 27 und 28)  erfolgreich ins All geschossen. Sie stieg um 01:19 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana auf, teilte die Betreibergesellschaft Arianespace mit. Drei vorangegangene Startversuche mussten wegen zu starker Höhewinde, eines technischen Defekts an einem Telemetrie-Empfangssystem und Blitzgefahr abgesagt werden.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

NASA plant weitere drei SpaceX-Missionen zur ISS

Washington, 4. Dezember 2021 – Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA will offenbar drei zusätzliche bemannte ISS-Missionen bei SpaceX bestellen. Damit wolle man die Lücke schließen, die entstanden ist, weil die CST-100 Starliner von Boeing nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen, heißt es bei SpaceX.

Der Konzern von Elon Musk hat bisher sechs Missionen unter Vertrag, von denen drei bereits stattgefunden haben. Crew-4, -5 und -6 sind für April und Oktober 2022 beziehungsweise März 2023 geplant. Die NASA geht indes von der Notwendigkeit aus, zusätzliche Missionen schon 2023 ins Programm aufzunehmen.

© Gerhard Kowalski

Veröffentlicht unter Raumfahrt | Schreib einen Kommentar

„Märkische Oderzeitung“: (2. 12. 2021) Sigmund Jähn. Streit um Bundesverdienstkreuz – entscheidet Verfassungsgericht über Akten zu DDR-Kosmonauten? Ein Fall für die Justiz? Die Staatskanzlei Brandenburg verhinderte vermutlich das Bundesverdienstkreuz für Kosmonaut Sigmund Jähn. Linken-Fraktionschef Sebastian Walter verlangte Akteneinsicht und droht jetzt mit rechtlichen Konsequenzen.

Von Ulrich Thiessen

Die brandenburgische Staatskanzlei weigert sich laut Linken-Fraktionschef Sebastian Walter, Akteneinsicht im Fall des früheren DDR-Fliegerkosmonauten Sigmund Jähn zu gewähren. Gegenüber dieser Zeitung erklärte der Oppositionspolitiker am Donnerstag, dass er nach einer schriftlichen Mahnung Ende kommender Woche vor das Landesverfassungsgericht ziehen wird. Er will auch in Absprache mit der Familie Jähns Klarheit erlangen, warum der erste Deutsche im All nie eine bundesdeutsche Ehrung erfahren hat.

Ende August war durch einen Bericht der Zeitschrift „Super Illu“ bekannt geworden, dass die brandenburgische Staatskanzlei sich gegen eine Ehrung von Sigmund Jähn durch den Bundespräsidenten ausgesprochen hatte und damit die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes verhindert wurde. Der gebürtige Sachse war im August 1978 als erster Deutscher ins All geflogen und verbrachte sieben Tage auf der sowjetischen Raumstation Salut 6. Er lebte später bis zu seinem Tod im September 2019 im brandenburgischen Strausberg.

2018 hatten mehrere bundesdeutsche Astronauten Jähn für die Ehrung vorgeschlagen, weil er nach der Wende eine wichtige Rolle bei gemeinsamen Raumfahrtprojekten mit Russland gespielt hatte. Die Initiatoren der Ehrung erhielten die Mitteilung des Bundespräsidialamtes, dass schon früher eine Ehrung Jähns von der Staatskanzlei in Brandenburg, die bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes hinzugezogen wird, abgelehnt worden war. Regierungssprecher Florian Engels dementierte dies Ende August nicht und betonte, dass es grundsätzlich kein Anrecht auf Ordensverleihungen gebe und es prinzipiell keine Auskünfte zu Ordensprüfverfahren gebe.

Walter stellte daraufhin am 10. September einen Antrag auf Akteneinsicht. Passiert ist seitdem nichts. Das Landesverfassungsgericht hat in ähnlichen Fällen die Akteneinsicht angeordnet, wenn Behörden nicht innerhalb eines Vierteljahres reagierten. Walter verwies darauf, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke beim Tod von Sigmund Jähn 2019 diesen in den höchsten Tönen gelobt hatte. In einem Gratulationsschreiben zum 80. Geburtstag 2017 hatte der SPD-Regierungschef den Kosmonauten als „Helden für mehrere Generationen“ bezeichnet, der völlig zu Recht die Ehrenbürgerschaft von Strausberg erhalten habe.

Gerüchte um Stasi-Kontakte

Walter will klären, warum Woidke beziehungsweise seine Protokollabteilung sich dann gegen eine Ordensverleihung sperrten. Der Linken-Politiker verwies auf immer wieder aufkeimende Gerüchte, Jähn wäre als Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit geführt worden. Jähn hatte die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst bestritten. Selbst wenn dem so wäre, sagt Walter, gehöre das an die Öffentlichkeit. „Wir müssen lernen, auch mit den Widersprüchen in ostdeutschen Biografien umzugehen“, betont der Fraktionschef der
Linken. Die westdeutschen Astronauten, die die Ehrung von Jähn vorgeschlagen hatten, seien offenbar viel weiter in der Bewertung Ostdeutscher als es der brandenburgische Regierungschef ist , schlussfolgerte Walter.

Veröffentlicht unter Raumfahrt | 12 Kommentare