Roskosmos: Ursache für Progress-Verlust war unvorschriftsmäßige Abtrennung von der Trägerrakete – Korrigiertes Startprogramm angekündigt

Moskau, 1. Juni 2015 — Der Verlust des russischen Frachters Progress M-27M ist auf seine unvorschriftsmäßige Abtrennung von der 3. Stufe der neuen Sojus-2.1a-Trägerrakete zurückzuführen. Dadurch sei das automatische Raumschiff beschädigt worden, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos am Montag in Moskau unter Berufung auf die Untersuchungskommission mit. Die Rakete sei inzwischen wieder für Starts freigegeben – allerdings nur „mit anderen Nutzlasten“, heißt es weiter . 

Der Frachter war am 28. April mit 2,4 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gestartet, dann aber außer Kontrolle geraten und am 8. Mai über dem Pazifik in den dichten Schichten der Atmosphäre verglüht.

Der 14. Fehlschlag seit Dezember 2010 brachte das ISS-Programm der Russen erheblich durcheinander. So wurde die Landung des Sojus-Raumschiffes mit dem Russen Anton Schkaplerow, dem Amerikaner Terry Virts und der italienischen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti um einen knappen Monat auf den 11. Juni verschoben, und der für den 26. Mai geplante Start der neuen russisch-amerikanisch-japanischen ISS-Besatzung findet nun erst Ende Juli statt. 

Am 9. Juni will Roskosmos das korrigierte Programm für die verbleibenden Starts der bemannten Sojus-Raumschiffe und auch der Progress-Frachter in diesem Jahr bekannt geben. 

(c) Gerhard Kowalski


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