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Workshop „Weltraummüll: Raumfahrtrecht und dessen Anwendung“  in Darmstadt

Darmstadt, 19. März 2019 —   Ein internationaler Workshop der  Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und des Europäischen Zentrums für Weltraumrecht (ECSL) zum Thema „Weltraummüll: Raumfahrtrecht und dessen Anwendung“  ist am Dienstag in Darmstadt eröffnet worden. Rund 150 Experten aus über 20 Ländern diskutieren drei Tage lang darüber,  wie die Gesetzgebung dazu beitragen kann, Raumfahrtrückstände zu vermeiden.

Rund 34.000 Objekte mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern kreisen derzeit in der Erdumlaufbahn, nur rund 2.000 davon sind aktive Satelliten. Durch den weltweiten Anstieg der Raumfahrtaktivitäten stellt sich zunehmend die Frage nach den Rechten und Pflichten bei der Vermeidung von Raumfahrtrückständen. Ein international gültiges Weltraumrecht gibt es dazu bislang nicht.

© Gerhard Kowalski

SIRIUS-19-Experiment in Moskau begonnen –    Sechs Freiwillige imitieren 120-Tage-Mondflug

Moskau,  19. März 2019 —   Im Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) hat am Dienstag das Experiment SIRIUS-19 begonnen. Vier Freiwillige aus Russland und zwei aus den USA imitieren dabei in einem geschlossenen System einen 120-Tage-Flug zum Mond,  zu dem auch ein Ausstieg auf die Oberfläche des Erdtrabanten gehört. Kommandant der Mannschaft ist der russische Kosmonaut Jewgeni Tarelkin.

Der Chef-Manager des Projekts,  Mark Belakowski,  sagte,  SIRIUS-19 sei ein weiterer Schritt auf dem Weg der Menschheit zur Erschließung des nahen und fernen Weltraums.

s© Gerhard Kowalski

 

NASA will zusätzliche Plätze in russischen Raumschiffen buchen

Washington,  19. März 2019 —   Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA geht auf Nummer sicher:  Sie will weitere zwei Plätze in russischen Raumschiffen für Flüge im Herbst und im Frühjahr 2020 zur Internationalen Raumstation ISS buchen. Damit wolle man verhindern,  dass die Arbeit in der Station durch das Fehlen von US-Besatzungsmitgliedern geschwächt beziehungsweise unmöglich wird.

Bisher sind Mitflüge mit den Russen bis zum Jahresende vereinbart. Es könnte aber sein,  dass es bei den bevorstehenden Flügen von kommerziellen US-Raumschiffen zur ISS zu unvorhersehbaren Problemen kommt,  hieß es zur Begründung.

© Gerhard Kowalski

Drei US-Astronauten trainieren im Sternenstädtchen für ersten bemannten Crew Dragon-Flug

 

Credit:GK Roskosmos

Sternenstädtchen,  18. März 2019 —   Drei US-Astronauten haben am Montag im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau das Training für den ersten regulären bemannten Flug des kommerziellen Raumschiffes Crew Dragon von SpaceX  aufgenommen.  Michael Hopkins,  Victor Glover und Kjell Lindgren sollen beim fünfwöchigen Training das russische Segment der Internationalen Raumstation ISS und die Havarie-Prozeduren kennen lernen,  teilte das ZPK mit.

Hopkins und Glover sollen nach der sogenannten Zertifizierungsmission fliegen, die für Juli geplant ist und von den Astronauten Robert Behnken und Doug Hurley durchgeführt wird. Lindgren gehört der Double-Besatzung an.

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Wostotschny:   Theoretisch auch Starts zur ISS möglich

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  18. März 2019  —   Vom jüngsten  russischen Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet sind auch Flüge zur Internationalen Raumstation ISS möglich. Wie die GK Roskosmos am Sonntag der Nachrichtenagentur TASS mitteilte,  gilt das aber nur für unbemannte Starts mit Trägerraketen des Typs Sojus-2.1a oder Sojus-2.1b. Die dafür erforderliche Aufstiegstrasse in eine Umlaufbahn mit einem Neigungswinkel von 51 Grad zum Äquator sei aber noch nicht freigegeben worden. Sie führe über die Region Chabarowsk und das Ochotskische Meer.

Bisher können bemannte Raumschiffe nur von Baikonur in Kasachstan aus zur ISS fliegen. Bemannte Starts von Wostotschny sind nicht möglich,  weil im Falle einer möglichen Havarie die Mittel für eine Bergung der Kosmonauten aus dem Meer fehlen. Ursprünglich sollten von Wostotschny einmal alle russischen Trägerraketen mit allen russischen Raumschiffen und Satelliten vom eigenen Territorium gestartet werden können. Die Sicherheit von Besatzungen sollte durch Luftkissenboote gewährleistet werden.

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Russland strukturiert seine ISS-Experimente neu –   Auch angewandte Militärforschung im Programm

Moskau,  17. März 2019 —   Russland strukturiert seine Experimente in der Internationalen Raumstation ISS neu. Um die Effektivität des russischen Segments zu erhöhen,  würden langfristige Programme für wissenschaftliche,  technologische und andere Ziele,  darunter auch angewandte militärische und kommerzielle,  aufgelegt,  teilte die GK Roskosmos mit.

Bei der Erstellung des Programms würden alle Experimente hinsichtlich ihrer Aktualität,  ihrer Bedeutung und ihrer Realisierungsmöglichkeit bis 2024 auf den Prüfstand gestellt,  heißt es weiter.

© Gerhard Kowalski

USA starten Militärsatelliten

Cape Canaveral,  16. März 2019 —   Die USA haben in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit den militärischen Kommunikationssatelliten WGS-10 (Wideband Global SATCOM-10) gestartet. Er stieg um 1.26 Uhr an der Spitze einer Delta IV-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  teilte die United Launch Alliance (ULA) mit.

Der 5,8 Tonnen schwere Satellit,  der von Boeing gebaut wurde,  soll die Verbindung zu den weltweit stationierten US-Streitkräften und ihren Verbündeten sichern. Es war dies der 39. Start einer Delta IV.

© Gerhard Kowalski

 

ISS-Besatzung wieder komplett – Sojus MS-12 legt problemlos an

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  15. März 2019 —   Der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague haben endlich ihr Ziel erreicht. Ihr Raumschiff Sojus MS-12 legte am Freitagmorgen um 02.02 Uhr deutscher Zeit problemlos automatisch am Kleinen Forschungsmodul Rasswet (Morgendämmerung –  MIM1) der Internationalen Raumstation ISS an,  teilte die GK Roskosmos in Moskau mit. Ein erster Versuch,  zur ISS zu fliegen, war im Oktober wegen eines Schadens an der Sojus-FG-Trägerrakete gescheitert.

Mit an Bord des Raumschiffes,  das am Donnerstagabend um 20.14 Uhr vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet war,  war als drittes Besatzungsmitglied die Amerikanerin Christina Koch. Mit der Ankunft des Trios erreicht die ISS-Crew wieder ihre Sollstärke von sechs Astronauten. Zuletzt hatten der Russe Oleg Kononenko,  die Amerikanerin Anne McClain und der Kanadier David Saint-Jacques allein in der Station gearbeitet.

Owtschinin und Hague werden 204 Tage an Bord bleiben,  Koch dagegen neun Monate,  melden russische Medien. Außerdem sind mehrere Ausstiege in den freien Raum,  darunter einer erstmals von zwei Frauen,  sowie etwa 300 wissenschaftliche Experimente geplant. 59 davon finden im russischen Segment statt.

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Zwei Raumfahrer zum zweiten Mal auf dem Weg zur ISS

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  14. März 2019 —   Zwei Raumfahrer sind innerhalb von nur fünf Monaten zum zweiten Mal gemeinsam auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague sind am Donnerstagabend um 20.14 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) mit ihrem Raumschiff Sojus MS-12 zu ihrer rund sechsstündigen Reise aufgestiegen. Das dritte Besatzungsmitglied ist die Amerikanerin Christina Koch. Die Kopplung ist für Freitag um 02.07 Uhr vorgesehen.

Owtschinin und Hague wollten bereits im Oktober zur ISS fliegen. Doch durch ein Sensorproblem versagte die Sojus-FG-Trägerrakete kurz nach dem Start. Dank des perfekt funktionierenden Rettungssystems SAS überlebten die Männer den Fehlstart unbeschadet. Sie erklärten sich unverzüglich bereit,  den Flug zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachzuholen.

Owtschnin ist nicht der erste Russe,  der nach einem Fehlstart erneut in ein Raumschiff gestiegen ist. Bereits 1978 war Oleg Makarow mit Wladimir Dshanibekow wieder mit Sojus-27 gestartet,  obwohl er im April 1975 wegen eines Triebwerkschadens nach nur 21 Minuten und 27 Sekunden im Altai mit Wassili Lasarew an der chinesischen Grenze notgelandet war. Zuvor waren sie schon 1973 einmal mit Sojus-12 gemeinsam unterwegs.

Der missglückte Flug ging als Sojus-18-1 oder 18A inoffiziell in die Geschichte ein,  erschien aber damals in den offiziellen Statistiken nicht. Als offizielle Mission Sojus-18 gilt der Flug von Witali Sewastjanow und Pjotr Klimuk vom Jahre 1975. Statistisch erfolgte er sinnigerweise aber nach Sojus-19 mit Alexej Leonow und Waleri Kubassow.

1980 war Makarow dann mit Leonid Kisim und Gennadi Strekalow noch einmal mit Sojus T-3 für zwölf Tage zur Raumstation Salut-6 aufgestiegen.

© Gerhard Kowalski

NASA und GK Roskosmos noch nicht einig über Schicksal der ISS

Moskau,  14. März 2019 —   Die Raumfahrtagenturen Russlands und der USA,  GK Roskosmos und NASA,  sind sich noch nicht einig über das weitere Schicksal der Internationalen Raumstation ISS. Es gebe noch kein konkretes Datum für die Verlängerung oder Nichtverlängerung der Betriebsdauer der Station, berichtet die Nachrichtenagentur TASS am Donnerstag. Sie beruft sich dabei auf eine Mitteilung der Presseabteilung der GK Roskosmos über ein Gespräch ihres Chefs Dmitri Rogosin mit dem NASA-Vize William Gerstenmaier vom Vortag.

Die Organisationen „hören und verstehen“  einander in dieser Frage,  hieß es weiter. Aber alles befinde sich noch im „Stadium der Erörterung“.  Derzeit ist die Fortsetzung der ISS bis 2024 beschlossene Sache.

© Gerhard Kowalski