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ISS-Umlaufbahn planmäßig korrigiert

Credit:NASA

Moskau,  2. April 2020 —   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag planmäßig korrigiert worden. Dazu wurden um 14.41 Uhr deutscher Zeit die Triebwerke des Frachtraumschiffes Progress MS-13 für gut sieben Minuten gezündet,  teilte die GK Roskosmos mit. Dadurch umkreise die Station die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahn zwischen 419,3 und 440,9 Kilometern.

Ziel des Bahnmanövers war es,  optimale ballistische Bedingungen für den Start des Frachters Progress MS-14 am 25. April zur ISS zu schaffen. Anlässlich des bevorstehenden 75. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland,  der am 9. Mai in Russland begangen wird, erhielt die Sojus-2.1a-Trägerrakete den Ehrennamen Rakete des Sieges. Sie ist zudem mit dem Sankt-Georgs-Band, dem Emblem des Jahrestages und Orden aus dem siegreichen Krieg gegen Napoleon von 1812 geschmückt.

© Gerhard Kowalski

ESA:  Planetare Missionen nehmen die wissenschaftliche Arbeit wieder auf

Paris/Darmstadt,  2. April 2020 —   Die planetaren Missionen der Europäischen Weltraumorganisation ESA arbeiten nach einer kurzen Außerbetriebstellung der wissenschaftlichen Instrumente wieder an der Sammlung von Daten aus dem Sonnensystem. Nachdem sich ein Mitarbeiter des Europäischen Satellitenkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt mit dem Coronavirus infiziert hatte, seien umgehend Maßnahmen getroffen worden, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern,  teilte die ESA mit. Kontaktpersonen seien zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung in Quarantäne geschickt  worden. Ein Großteil davon habe an den interplanetaren Missionen Solar Orbiter, Mars Express und dem ExoMars-Trace Gas Orbiter (TGO) sowie an den vier erdumkreisenden Satelliten der Cluster-Mission gearbeitet. Daher sei auch der wissenschaftliche Betrieb reduziert worden.

Aufgrund der frühzeitig ergriffenen Präventivmaßnahmen ist die aktuelle Situation im ESOC stabil, heißt es weiter. Die wenigen Personen, die regelmäßig vor Ort sind, folgten strengen Regeln und Schutzmaßnahmen zur sozialen Distanzierung.

© Gerhard Kowalski

 

Über 12.000 Bewerbungen für das US-Astronautenkorps  

Washington,  2. April 2020 —  Mehr als 12.000 Amerikanerinnen und Amerikaner haben sich um einen Platz im Astronautenkorps der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA beworben. Die jüngste Ausschreibung fand zwischen dem 2. und 31. März statt. Das Ergebnis demonstriere das große Interesse im Lande an den Plänen zur Erforschung des Mondes und daran,  am nächsten gigantischen Sprung der Menschheit teilzunehmen, uns zum Roten Planeten zu bringen,  kommentierte NASA-Chef Jim Bridenstine das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte seiner Behörde. Im Sommer kommenden Jahres soll entschieden werden,  wer aufgenommen wird.

Seit den 1960-er Jahren hat die NASA 350 Frauen und Männer zu Astronauten ausgebildet. Derzeit besteht das aktive Korps aus 48 Mitgliedern.

© Gerhard Kowalski

BepiColombo-Vorbeiflug an der Erde inmitten der Coronavirus-Krise

Credit:ESA

Darmstadt, 1. April 2020 —   Das Team der europäisch-japanischen Merkur-Mission BepiColombo bereitet im ESA-Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt für  den 10. April einen Vorbeiflug der Sonde an der Erde vor. Das Manöver, bei dem die Mission ihre Flugbahn durch die Erdanziehung anpassen wird, erfolge im Rahmen von Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie,  teilte die ESA mit.

BepiColombo ist im Oktober 2018 gestartet und umkreist derzeit die Sonne in einer ähnlichen Entfernung wie die Erde. Am 10. April gegen 06.25 Uhr deutscher Zeit werde sich die Sonde der Erde auf eine Entfernung von nur 12.700 Kilometer nähern,  wurde betont. Das Manöver werde die Raumsonde verlangsamen und ihre Flugbahn in Richtung des Zentrums des Sonnensystems krümmen,  wodurch ihre Umlaufbahn um die Sonne enger werde.

„Das ist das letzte Mal,  dass wir BepiColombo von der Erde aus sehen werden“, sagte Joe Zender, stellvertretender Projektwissenschaftler für die Sonde. „Danach wird sie tiefer in das innere Sonnensystem eindringen.”

Das Manöver wird mit begrenztem Personal im ESA-Kontrollzentrum durchgeführt, wo die Ingenieurinnen und Ingenieure als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie die derzeit in ganz Europa geltenden sozialen Distanzierungsregeln einhalten

© Gerhard Kowalski

Der nächste russische Frachter startet mit Rakete des Sieges zur ISS

Moskau,  31. März 2020 —  Der nächste russische Frachter Progress MS-14 startet am 25. April anlässlich des bevorstehenden 75. Jahrestages des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai mit einer Rakete des Sieges zur Internationalen Raumstation ISS. Wie die GK Roskosmos am Dienstag mitteilte,  wird die Sojus-2.1a mit dem Emblem des 75. Jahrestages, dem Sankt-Georgs-Band als Symbol der Tapferkeit und Orden des Vaterländischen Krieges von 1812 gegen Napoleon geschmückt. Mit an Bord ist ferner ein Stick mit den Namen von Teilnehmern des Großen Vaterländischen Krieges, wie die Russen den Zweiten Weltkrieg nennen.

Der Frachter bringt mehr als 2,5 Tonnen Treibstoff, Wasser, Lebensmittel, Medikamente,  Verbrauchsmaterial und Geräte für wissenschaftliche Experimente auf die Umlaufbahn. Er soll bereits knapp dreieinhalb Stunden nach dem Start in Baikonur (Kasachstan) am Swesda-Modul anlegen. Wenn alles nach Plan läuft, arbeiten dann die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Amerikaner Chris Cassidy in der Station.

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Japaner Noguchi fliegt als erster Ausländer mit Crew Dragon zur ISS

Credit:   GK Roskosmos

Tokio,  31. März 2020 —   Der Japaner Soichi Noguchi wird als erster Ausländer mit einer US-Besatzung mit dem neuen Raumschiff Crew Dragon von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das teilte die japanische Weltraumbehörde JAXA am Dienstag in Tokio mit. Der Termin stehe noch nicht fest. Noguchi beginne jetzt das Training für die Teilnahme an der ersten planmäßigen ISS-Mission mit den Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley.

Der Japaner war bereits zweimal auf der ISS:  2005 mit dem US-Shuttle Discovery und 2009/10 mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-17.

© Gerhard Kowalski

 

Sea Launch-Verlegung nach Russland abgeschlossen

Credit:Sea Launch

Moskau,  30. März 2020 —  Die Verlegung des schwimmenden Weltraumbahnhofs Sea Launch (Morskoj start) in seinen neuen russischen Heimathafen Slawjanka südlich der fernöstlichen Hafenstadt Wladiwostok ist abgeschlossen. Als letztes Element traf am Montag die Startplattform Odyssey an Bord eines Frachtschiffes ein. Sie soll am Dienstag auf eine Werft gebracht werden. Das Kommandoschiff, auf dem die Startvorbereitungen getroffen werden,  war bereits zuvor schon aus dem bisherigen US-Heimathafen Long Beach überführt worden.

Sea Launch, eine ehemalige internationale Tochterfirma der RKK Energija,  war 2014 in Long Beach konserviert worden, nachdem sich die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine verschlechtert hatten. 2018 wurde der Komplex von der russischen Gruppe S7 Komitscheskije Transportnyje Sistemy gekauft. Ein Jahr später erteilten die US-Behörden die Genehmigung für die Verlegung der Heimatbasis nach Russland.

Von der schwimmenden Plattform wurden bisher 34 ukrainische Zenit-Trägerraketen gestartet. Vier Starts missglückten.

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Raumfahrt-Weltkonferenz von Sankt Petersburg verschoben

Sankt Petersburg,  30.  März 2020 —   Die Raumfahrt-Weltkonferenz Global Space Exploration Conference, GLEX 2020,  die vom 9.- 11. Juni in Sankt Petersburg geplant war, ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Sie soll nun vom 1.- 3.  September stattfinden,  teilten die Organisatoren am Montag mit. Eine weitere Verschiebung sei nicht ausgeschlossen.

Die Konferenz findet jedes Jahr mit Unterstützung der Internationalen Astronautischen Föderation (IAF) in einem anderen Land statt.

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DLR rüstet 3D-Drucker für medizinische Schutzausrüstungen um

Köln,  28. März 2020 —  Wo normalerweise Modelle für die Luft-  und Raumfahrtforschung hergestellt werden, können in Zeiten der Corona-Krise medizinische Schutzausrüstungen gefertigt werden: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erfolgreich die Umstellung seiner 3D-Drucker getestet. Anlass der Prüfung sei eine Anfrage der Europäischen Kommission zur Unterstützung bei der Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte,  teilte das DLR in Köln mit.

In der Anfrage gehe es konkret um die Herstellung von Schutzmasken und Ventilen für Beatmungsgeräte im 3D-Druckverfahren,  heißt es weiter. Trotz nicht vorhandener technischer Spezifikationen (CAD-Daten) sei es dem Systemhaus Technik und der technischen Ausbildung des DLR gelungen, Tests mit Bauteilen auf Basis frei verfügbarer Vorlagen und mit für den Medizinbereich zugelassenen Kunststoffen durchzuführen. Die für die Maske ausgewählten gummiartigen Materialien sorgten für eine gute Passform und hohen Tragekomfort.  Die leistungsfähigsten Drucker könnten bis zu zehn Schutzmasken oder 15 Ventile für Beatmungsgeräte pro Tag herstellen.

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Britisches Startup OneWeb meldet Bankrott an

Credit:GK Roskosmos

London,  28. März 2020 —   Das britische Startup-Unternehmen OneWeb hat am Freitag Bankrott angemeldet. Als Grund gab Firmenchef Adrian Steckel an,  dass es wegen der sich verschlechternden ökonomischen Lage in der Welt und der Instabilität der Märkte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie nicht gelungen sei,  neue Investoren zu finden.

Die Entscheidung trifft besonders die Russen hart. Auf der Grundlage eines Vertrages von 2015 sollten 21 Sojus-Trägerraketen mit Fregat-Oberstufen von Baikonur (Kasachstan),   Wostotschny im Amur-Gebiet und Kourou (Französisch-Guyana) insgesamt  672 OneWeb-Satelliten ins All bringen. Bisher haben davon drei Starts mit 74 Apparaten stattgefunden.

© Gerhard Kowalski