Archiv

Artikel

  • 1755559 Besucher

Verwirrung um Panne bei Landung von Sojus MS-02

Moskau,  19. Oktober 2017 —   Eine Panne bei der Landung des russischen Raumschiffes Sojus MS-02 im April sorgt nachträglich für Aufregung bei der NASA und den Russen. Wie die NASA mitteilte, war es nach dem Öffnen des Hauptfallschirms zu einer geringfügigen Enthermetisierung der Landekapsel gekommen,  die allerdings keinerlei Folgen hatte, da die dreiköpfge Besatzung Skaphander trug. 

 

Für die Russen Andrej Borissenko und Sergej Ryshikow sowie den Amerikaner Shane Kimbrough habe deshalb keinerlei Gefahr bestanden,  betonte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Igor Komarow. Eine gemeinsame Kommission habe den Vorfall untersucht. Inzwischen seien Sojus-Raumschiffe erneut ohne Beanstandung gestartet und gelandet.

 

Die Ursache für den Zwischenfall ist nach wie vor nicht geklärt. Russische Experten vermuten, dass eine Schweißnaht geplatzt sein könnte. 

 

Der Vorfall erweckt Erinnerungen an die Landung von Sojus 11 im Jahre 1971. Damals waren drei russische Kosmonauten ums Leben gekommen,  weil sich ein Frischluftventil zu früh geöffnet hatte. Allerdings trugen die Männer damals aus Platzgründen keine Raumanzüge. 

 

(C) Gerhard Kowalski 

Space is My Future – XXX. ASE-Kongress in Toulouse

 

Toulouse, 17. Oktober 2017 — Unter dem Motto Space is My Future (Der Weltraum ist meine Zukunft) findet derzeit im französischen Toulouse der XXX. Kongress der Raumfahrer-Berufsvereinigung ASE statt.
Ihr gehören rund 400 Raumfahrer aus 37 Staaten an.
Die Teilnehmer beraten mehrere Tage lang über die bevorstehenden Aufgaben, insbesondere über Flüge zum Mars und erneut zum Mond.

Der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet, der erst vor kurzem von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt ist, äußerte die Hoffnung,  dass die Forschungen auf der Station dazu beitragen werden, die Gesundheit jener Astronauten zu erhalten, die sich einmal auf den langen Weg zum Roten Planeten machen werden.

(c) Gerhard Kowalski

Russlands Raumfahrtbranche ringt um höhere Qualität

 

Moskau, 16. Oktober 2017 —  Russlands Raumfahrtbranche ringt um die Erhöhung ihrer Qualität. Unter den Bedingungen der wachsenden Konkurrenz auf den Weltmärkten sei die Qualität der wichtigste und oft entscheidende Wettbewerbsvorteil, sagte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos, Igor Komarow, zur Eröffnung einer dreitägigen wissenschaftlich-technischen Konferenz zu diesem Thema.

Andrej Kalinowski, der bei Roskosmos für die Qualität und Zuverlässigkeit zuständig ist, kündigte wichtige Veränderungen beim Qualitätsmanagement an. So werde ein „korporatives Standardisierungssystem“ eingeführt. Dazu würden die besten Erfahrungen der einzelnen Betriebe in „Bereichsstandards“ zusammengefasst und für die gesamte Branche verbindlich gemacht.

In Russlands sind in letzter Zeit verstärkt Probleme bei der Einhaltung der technologischen Disziplin bei der Montage von eigentlich ausgereiften Triebwerken der dritten Raketenstufen aufgetreten. Dadurch mussten unter anderem Dutzende Proton–und Sojus-Triebwerke in die Herstellerwerke zurückgerufen und aufwändig kontrolliert beziehungsweise nachgearbeitet werden.

(c) Gerhard Kowalski

 

Russischer Frachter bringt Nachschub zur ISS

 

Koroljow, 16. Oktober 2017 —  Ein russischer Frachter hat am Montag 2,5 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gebracht. Progress MS-07 legte um 13.04 Uhr deutscher Zeit problemlos automatisch am Pirs-Modul an, teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit.

Das Raumschiff war am Samstag nach einem technischen Problem im zweiten Anlauf vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit einer Sojus-2.1a-Trägerrakete gestartet. Die Kopplung wurde von den russischen Kosmonauten Sergej Rjasanski und Alexander Missurkin überwacht. Notfalls hätten sie das komplizierte Manöver per Hand durchgeführt.

Progress MS-07 bringt neben Treibstoff, Atemluft, Trinkwasser und  Lebensmitteln auch wissenschaftliche Geräte, Experimente, Ersatzteile und Verbrauchsmaterial sowie Post, Päckchen und frisches Obst für die sechsköpfige amerikanisch-russisch-italienische Besatzung auf die Umlaufbahn.

Die ursprüngliche Planung, das Raumschiff erstmals in nur drei Stunden – also nach zwei Erdumkreisungen – zur ISS zu schicken, wurde offenbar aus Sicherheitsgründen verschoben. Auch auf das inzwischen erprobte Verfahren, nach vier Erdumkreisungen beziehungsweise sechs Stunden anzulegen, wurde verzichtet. Gründe dafür wurden nicht genannt.

In der ISS arbeiten derzeit neben Rjasanski und Missurkin noch die Amerikaner Randolph Bresnik, Mark Vande Hei und Joseph Acaba sowie der italienische ESA-Astronaut Paolo Nespoli.

(c) Gerhard Kowalski

US-Geheimsatellit im 5. Anlauf gestartet

Cape Canaveral, 15. Oktober 2017 —    Im fünften Anlauf haben die USA am Sonntag um 9.28 Uhr deutscher Zeit eine neue streng geheime Weltraummission gestartet. Vom Weltaumbahnhof Cape Canaveral in Florida stieg eine Atlas V-Trägerrakete mit dem Satelliten NROL-52 des Nationalen Aufklärungsamtes NRO auf, teilte das Startunternehmen United Launch Alliance (ULA) mit. Über die Nutzlast und über die Dauer der Mission wurde nichts bekannt.

Vier vorangegangene Startversuche mussten wegen schlechten Wetters oder technischer Probleme verschoben werden.

© Gerhard Kowalski

Russischer Frachter im zweiten Anlauf mit Nachschub auf dem Weg zur ISS

 

Balkonur, 14. Oktober 2017 — Im zweiten Anlauf ist ein russischer Frachter mit 2,5 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Progress MS-07 stieg am Samstagvormittag um 10.46 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Balkonur in Kasachstan an der Spitze einer Sojus-2.1a-Trägerrakete auf, teilte der Staatskonzern GK Roskosmos mit. Die Kopplung an das Pirs-Modul der ISS ist für Montag um 13.09 Uhr geplant. Sie soll automatisch erfolgen und von den Kosmonauten Sergej Rjasanski und Alexander Missurkin kontrolliert werden.

Eigentlich sollte der Frachter bereits am Donnerstag starten. Doch wegen Problemen mit der Telemetrie wurde der Countdown in letzter Sekunde automatisch unterbrochen.

Progress MS-07 bringt neben Treibstoff, Atemluft, Trinkwasser, Lebensmitteln auch wissenschaftliche Geräte, Experimente und Verbrauchsmaterial sowie Post,  Päckchen und frisches Obst für die sechsköpfige amerikanisch-russisch-italienische Besatzung auf die Umlaufbahn.

Die ursprüngliche Planung, das Raumschiff erstmals in nur drei Stunden – also nach zwei Erdumkreisungen – zur ISS zu schicken, wurde offenbar aus Sicherheitsgründen verschoben. Auch auf das inzwischen erprobte Verfahren, nach vier Erdumkreisungen beziehungsweise sechs Stunden anzulegen, wurde verzichtet. Gründe dafür wurden nicht genannt. Kurzzeitig hatte es geheißen, das Annäherungsschema werde von der Staatlichen Kommission, die für das ganze Startverfahren verantwortlich zeichnet, ad hoc entschieden.

In der ISS arbeiten derzeit neben Rjasanski und Missurkin noch die Amerikaner Randolph Bresnik, Mark Vande Hei und Joseph Acaba sowie der italienische ESA-Astronaut Paolo Nespoli.

(c) Gerhard Kowalski

Umweltsatellit Sentinel-5P erfolgreich in Plessezk gestartet

Plessezk, 13. Oktober 2017 — Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus wächst. Sein jüngster Satellit Sentinel-5P ist am Freitag an Bord einer Rokot-Konversions-Trägerrakete vom nordrussischen Militärkosmodrom Plessezk ins All gestartet.

Sentinel-5P – das P steht dabei für „Precursor“, also Vorläufer – ist Teil der Sentinel-Satellitenflotte, die seit 2014 aufgebaut wird. Bis 2030 soll das in Qualität und Quantität weltweit einzigartige Umweltüberwachungsprogramm 20 Erdbeobachtungssatelliten umfassen.

Sentinel-5P schließt weitestgehend die Lücke der Messung von Spurengasen zwischen dem europäischen Umweltsatelliten ENVISAT und Sentinel-5, das als Sensor auf den MetOp Wettersatelliten der zweiten Generation ab 2021 zur Verfügung stehen wird. Mit Sentinel-5P wird zudem der erste Atmosphärensensor des Copernicus-Programms in Betrieb genommen“, erläuterte Albrecht von Bargen vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Deutschland beteiligt sich mit 256 Millionen Euro – das sind gut 22 Prozent – am Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und ist gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich Programmführer.

Es war dies der erste Rokot-Start von Plessezk in diesem Jahr. Seit dem Jahr 2000 sind von hier bisher 27 solcher “zivilisierten” ehemaligen RS-18-Atomraketen aufgestiegen.

(c) Gerhard Kowalski

 

 

 

Maxim Charlamow ist neuer amtierender Chef des ZPK

 

Moskau, 13. Oktober 2017 — Wechsel an der Spitze des Kosmonautenausbildungszentrums Juri Gagarin (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau: Wegen einer prophylaktischen Behandlung von Juri Lontschakow übernimmt dessen bisheriger Stellvertreter Maxim Charlamow interimistisch die Führung, meldete die Nachrichtenagentur TASS am Donnerstag unter Berufung auf den Staatskonzern GK Roskosmos. Nach seiner Genesung übernehme Lontschakow eine neue Arbeit.

In letzter Zeit hatte es immer wieder Gerüchte über eine Ablösung von Lontschakow gegeben, der das ZPK seit März 2014 leitete. Diese wurden persönlich von ihm dementiert.

(c) Gerhard Kowalski

 

Progress-Start zur ISS abgebrochen – Neues Datum: 14. Oktober

 

Baikonur, 12. Oktober 2017 —  Der Start eines russischer Frachters mit 2,5 Tonnen Nachschub an Bord zur Internationalen Raumstation ISS ist in letzter Minute abgebrochen worden. Gründe dafür wurden vorerst nicht mitgeteilt. Es hieß lediglich, der Start werde jetzt zum Reservedatum am 14. Oktober um 10.46 Uhr Moskauer Zeit (9.46 Uhr deutscher Zeit) stattfinden.

Progress MS-07 sollte am Donnerstag um 11.32 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan an der Spitze einer Sojus-2.1a-Trägerrakete aufsteigen. In der TV-Übertragung war zu sehen, wie der Hauptkabelmast von der Rakete abgeklappt wurde. Danach geschah dann nichts mehr. Es gab keinerlei Kommentar. Kurz darauf sah man, wie sich zwei Männer der Rakete bis auf wenige Meter näherten und seitlich von ihr aus dem Bild verschwanden.

(c) Gerhard Kowalski

 

 

Falcon 9 bringt europäischen Nachrichtensatelliten ins All

Cape Canaveral, 12. Oktober 2017 —   Eine Falcon 9 hat am Donnerstagmorgen deutscher Zeit den europäischen Nachrichtensatelliten  Echostar 105/SES-11 problemlos ins All gebracht. Der schwere Träger der Firma SpaceX stieg um 00.53 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Die recycelte Erstufe landete etwa acht Minuten später wohlbehalten auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik.

Der 5,2 Tonnen schwere Hybrid soll AMC-15 und AMC-18 ersetzen und Nord-  und Mittelamerika mit TV-Dienstleistungen versorgen.

Es war dies das dritte Mal, dass eine recycelte Falcon 9-Erststufe erneut zum Einsatz kam.  Der Ersteinsatz dieser Stufe erfolgte im Februar beim Start eines Dragon-Frachters zur Internationalen Raumstation ISS.

(c) Gerhard Kowalski