Archiv

Artikel

  • 3134092 Besucher

US-Frachter Cygnus erreicht ISS

Credit:NASA

Houston,  18. Februar 2020 –   Nach dreitägiger Verfolgungsjagd hat das Frachtraumschiff Cygnus von Northrop Grumman am Dienstag die Internationale Raumstation ISS erreicht. Da es über kein eigenes automatisches Kopplungssystem verfügt,  wurde es um 10.05 Uhr deutscher Zeit von US-Astronaut Andrew Morgan rund zehn Meter von der Station entfernt per Roboterarm „eingefangen“  und wird dann an die Station umgesetzt,  teilte das NASA-Kontrollzentrum in Houston (Texas) mit. Cygnus war am Samstag an der Spitze einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops Island (Virginia) aufgestiegen.

Der Frachter bringt bei seiner 13. Versorgungsmission knapp 3,5 Tonnen Nachschub und Experimente auf die Umlaufbahn und soll rund drei Monate an der ISS angekoppelt bleiben.

© Gerhard Kowalski

SpaceX bringt weitere 60 Starlink-Satelliten auf die Umlaufbahn

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  17. Februar 2020   Der US-Konzern SpaceX hat am Montag weitere 60 Starlink-Internetsatelliten von je rund 260 Kilogramm auf ihre Umlaufbahn gebracht. Die schwere Falcon 9-Trägerrakete stieg um 16.05 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Es war dies der vierte Start des Trägers in diesem Jahr. Die ausgebrannte erste Raketenstufe verfehlte allerdings die schwimmende Plattform im Atlantik rund 630 Kilometer nordöstlich des Startplatzes, auf der sie landen sollte. Mit der neuen Mission erhöht sich die Anzahl der Starlink-Satelliten auf nunmehr 300. Bisher sind 12.000 davon genehmigt, später sollen noch einmal 30.000 dazu kommen.

Gegen die geplante Satellitenflut hat inzwischen die Internationale Astronautische Union (IAU) in Paris protestiert. Sie beklagt,  dass dadurch der Nachthimmel „zerstört“  werde. Die Astronomen würden rund 30 Prozent ihrer Beobachtungszeit in der dunkelsten Nachtphase beraubt. Die IAU fordert deshalb vom UNO-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums die Festlegung von internationalen Regeln für die Einschränkung der Helligkeit,  die von künstlichen kosmischen Objekten ausgeht.

© Gerhard Kowalski

René Pischel:  ESA-Büro im Sternenstädtchen bei Moskau bleibt bestehen

Moskau,  17. Februar 2020 —   Obwohl die Astronauten der Europäischen Weltraumorganisation ESA künftig im Rahmen eines Barterabkommens mit der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA zur Internationalen Raumstation ISS starten,  bleibt das ESA-Büro im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau bestehen. Faktisch bestimme aber die NASA, „wie unsere Astronauten zur ISS fliegen“,  sagte der ESA-Vertreter in Moskau,  René Pischel,  dem Online-Dienst Gaseta.Ru vom Montag.

Derzeit berieten die ISS-Partner die Einzelheiten des künftigen Flugplans und die Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung,  fügte Pischel hinzu. Dabei gehe es um den Start russischer Kosmonauten mit kommerziellen NASA-Raumschiffen und von NASA/USA-Astronauten mit Sojus-Raumschiffen zur Station. Das heiße auch, dass die ESA-Astronauten weiterhin im Sternenstädtchen für die Arbeit im russischen ISS-Segment trainieren.

© Gerhard Kowalski

US-Frachter Cygnus auf dem Weg zur ISS

Credit:Northrop Grumman

Wallops Island,   15. Februar 2020 —  Nach mehrmaliger Startverschiebung ist ein Frachtraumschiff von Northrop Grumman seit Samstagabend deutscher Zeit auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Cygnus stieg an der Spitze einer Antares-Trägerrakete um 21.21 Uhr vom Weltraumbahnhof Wallops Island (Virginia) auf,  teilte der Konzern mit. Die Ankopplung an das Unity-Modul ist für Dienstag geplant. Dazu wird US-Astronaut Andrew Morgan den Frachter per Roboterarm „einfangen“  und dann an die Station umsetzen.

Cygnus bringt bei seiner 13. Versorgungsmission 3,4 Tonnen Nachschub und Experimente auf die Umlaufbahn und soll rund drei Monate an der ISS angekoppelt bleiben.

© Gerhard Kowalski

RKK Energija-Chef:   Erstes Flugmodell von Orjol soll 2023 starten

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  14. Februar 2020 —  Das erste Flugmodell des neuen russischen Raumschiffes Orjol (Adler) soll 2023 mit einer schweren Angara-A5-Trägerrakete vom Kosmodrom Wostotschny im Amurgebiet gestartet werden. Dabei würden Schlüsseltechnologien wie der Start,  die orbitalen Operationen und die sichere Landung erprobt,  teilte der Chef des Herstellerkonzerns RKK Energija, Nikolai Sewastjanow,  in einem Interview mit. Mit dem zweiten Flugmodell werde dann ein Jahr später das Lebenserhaltungssystem bei einer unbemannten Mission zur Internationalen Raumstation ISS getestet. Der erste bemannte Flug zur ISS sei für 2025 geplant.

Sewastjanow betonte,  dass sich die Arbeit an Orjol aus wissenschaftlich-technischer Sicht als echte Herausforderung erwiesen habe. Nach mehreren Terminverzögerungen sei das Projekt im vergangenen Jahr „aktiviert“  worden. Die Vorbereitung der Produktion habe begonnen.

© Gerhard Kowalski

Ex-Premier Medwedjew mischt weiter in der Raumfahrt mit

Credit:Präsidialamt

Moskau,  13. Februar 2020 —  Ex-Premier Dmitri Medwedjew mischt auch in seiner neuen Funktion als Vize-Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation kräftig in der Raumfahrt mit. Dabei ging es am Mittwoch auf einer Beratung um den derzeitigen Zustand der GK Roskosmos,  den Bau des Kosmodroms Wostotschny im Amur-Gebiet und um die nationale Satellitenflotte,  wie das Gremium mitteilte. Ergebnisse wurden nicht bekannt. An der Beratung hatten auch Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin sowie Vertreter von Ministerien,  Behörden und des Rechnungshofes teilgenommen.

Medwedjew hatte noch im Januar in seiner alten Funktion unter anderem scharfe Kritik an den schleppenden Arbeiten auf der Baustelle des neuen Kosmodroms geübt. Die erste Baustufe hätte eigentlich 2018 abgeschlossen werden sollen,  sagte er. Allerdings seien bisher nur fünf der 19 Objekte fertig.

© Gerhard Kowalski

Erster bemannter Crew Dragon-Flug zur ISS für 7. Mai geplant

Credit:SpaceX

Houston,  12. Februar 2020 —   Der erste bemannte Flug des Crew Dragon von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS soll am 7. Mai stattfinden. Alle technischen Ausrüstungen einschließlich Trägerrakete und Raumschiff  seien voll für den Beginn der bemannten Mission bereit,  teilte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit. Es müsse aber noch der Vertrag mit den Russen über die Beförderung von Amerikanern zur Station abgeschlossen werden.

Der Chef des NASA-Kontrollzentrums in Houston (Texas), Mark Geyer, wies jedoch darauf hin, dass dieses Datum bislang inoffiziell ist. Die Pläne könnten durchaus geändert werden, so dass der Start sowohl im April, im Mai oder auch im Juni stattfinden könnte.

Wie ferner bekannt wurde,  hat der ehemalige NASA-Vize William Gerstenmaier inzwischen als Konsultant bei SpaceX angeheuert.

© Gerhard Kowalski

Russland begeht 65. Jahrestag von Baikonur

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  12. Februar 2020 —  Russland hat am Mittwoch den 65. Jahrestag des Kosmodroms Baikonur begangen. Am 12. Februar 1955 hatte der Ministerrat der damaligen Sowjetunion beschlossen,  hier ein Testgelände für interkontinentale ballistische Raketen zu schaffen. Von hier flogen im Oktober 1957 bzw.  im April 1961 mit Sputnik der erste künstliche Erdsatellit und mit Juri Gagarin der erste Mensch ins All. Nach dem Zerfall der UdSSR gehört das Kosmodrom zu Kasachstan und wurde für 115 Millionen Dollar pro Jahr bis 2050 gepachtet.

Bisher sind nach offiziellen Angaben von den fünf Startkomplexen rund 5.000 Raketen aufgestiegen. In diesem Jahr sind hier etwa 18 Starts geplant,  sagte GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin am Mittwoch. Gut noch einmal so viel finden in Wostotschny, Plessezk und Kourou (Französisch-Guyana) statt.

Das administrative Zentrum des Kosmodroms heißt erst seit 1995 Baikonur. Zuvor figurierte es zum Teil unter Geheimnamen wie Polygon Nr. 5,  Stadion,  Swjosdograd, Leninskij oder Leninsk.

© Gerhard Kowalski

Riesengefälle zwischen den Raumfahrthaushalten der USA und Russlands

Moskau,  12. Februar 2020 —   Zwischen den Raumfahrthaushalten der USA und Russlands herrscht ein Riesengefälle. Der gesamte Haushalt der GK Roskosmos für die zivilen Programme 2020 liege nur unwesentlich über dem geplanten Zuwachs des Haushalts der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA vom laufenden zum neuen Finanzjahr 2021 um 12 Prozent oder 2,6 Milliarden auf dann 25,2 Milliarden Dollar,  berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Sie beruft sich dabei auf eine Mitteilung der Presseabteilung der russischen Raumfahrtbehörde.

„Der Haushalt der Staatskorporation (GK) Roskosmos beträgt 2020 im offen zugänglichen Teil (ohne Berücksichtigung der Verteidigungsaufträge –   Anm. TASS) 176 Milliarden Rubel“,  heißt es in der Mitteilung. Umgerechnet seien das nur zehn Milliarden Rubel mehr als die NASA-Erhöhung. Wie hoch die Aufwendungen für die Verteidigungsaufträge sind,  wird nicht gesagt.

© Gerhard Kowalski

NASA erhält 25,2 Milliarden Dollar für das Haushaltsjahr 2021

Credit:NASA

Washington,  11. Februar 2020 —  Die USA stellen der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA für das Haushaltsjahr 2021 25,2 Milliarden Dollar zur Verfügung. Das sieht der am Montag veröffentlichte Haushaltsentwurf der Regierung vor. Das bedeute eine 12-prozentige Steigerung und einen der höchsten NASA-Haushalte in der Geschichte,  sagte Administrator Jim Bridenstine.

Das Geld reiche aus,  um in diesem Jahr die Arbeiten am Space Launch System (SLS),  am Orion-Raumschiff und am Gateway-Projekt wie geplant voranzutreiben, die das Rückgrat des Artemis-Programms bilden, mit dem die USA 2024 erneut bemannt auf dem Mond landen wollen. Zudem werde damit die Grundlage für bemannte Missionen zum Mars geschaffen.

© Gerhard Kowalski