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Anonyme Quelle: ISS muss nicht konserviert werden

Credit:NASA

Moskau,  21. Oktober 2018 —   Spezialisten der RKK Energija und des Flugleitzentrums (ZUP) in Koroljow bei Moskau haben angeblich drei Szenarien für die Fortsetzung des ISS-Programms in den nächsten Monaten erarbeitet. Dabei werde ein unbemannter Betrieb der Internationalen Raumstation nicht in Erwägung gezogen,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Sonntag. Sie beruft sich dabei auf eine nicht näher benannte Quelle aus der Branche.

Alle drei Varianten gingen vom Einsatz unbemannter Frachter und bemannter Raumschiffen sowie von der technologischen Einsatzbereitschaft der Weltraumtechnik und der Bodeninfrastruktur aus,  heißt es weiter. Die Varianten unterschieden sich nur in den Startterminen. Über sie werde in nächster Zeit von der GK Roskosmos entschieden.

Bis zur Klärung und Behebung der Ursachen für den Fehlstart des Raumschiffes Sojus MS-09 am 11. Oktober herrscht ein Startverbot. Dennoch werden auf dem Kosmodrom Baikonur in Kasachstan die Vorbereitungen für den nächsten Start einer russisch-amerikanisch-kanadischen Mannschaft fortgesetzt,  der möglicherweise Anfang Dezember stattfindet. Zuvor sollen noch drei unbemannte Sojus-Starts stattfinden,  wie verlautete.

© Gerhard Kowalski

GK Roskosmos:   Abschlussbericht über den Sojus MS-10-Fehlstart wird am 30. Oktober vorgestellt

Moskau,  20. Oktober 2018 —   Der Abschlussbericht über den Fehlstart des russischen Raumschiffes Sojus MS-10 vom 11. Oktober und die sich daraus ergebenden Empfehlungen für die Raketen- und Raumfahrtindustrie werden am 30. Oktober vorgestellt. Das teilte der Staatskonzern GK Roskosmos am Samstag nach einer Sitzung der Havarie-Kommission mit.

Die Kommission,   die im Zentralen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut ZNIImasch,  dem Leitinstitut der Branche,  tagte,  habe den vorläufigen Bericht über die Ursachen der Havarie analysiert und gebilligt,  heißt es in der Mitteilung. Dieser werde am 30. Oktober beschlossen und dem Vorsitzenden der Staatlichen Kommission für die Durchführung von Flugversuchen bemannter kosmischer Komplexe übergeben.

Am 11. Oktober schlug der Start des Raumschiffes mit dem Russen Alexej Owtschinin und dem Amerikaner Nick Hague an Bord fehl, weil die Sojus-FG-Trägerrakete versagte. Die Männer überlebten unbeschadet,  weil das  Rettungssystem perfekt funktionierte.

© Gerhard Kowalski

 

 

 

BepiColombo auf dem Weg zum Merkur –   Europäisch-japanische Mission erforscht den kleinsten Planeten des Sonnensystems

Credit:ESA

Kourou,  20. Oktober 2018 —   Die europäisch-japanische Planetenmission BepiColombo hat am Samstagmorgen begonnen. Die beiden Sonden stiegen um 3.45 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit.

„Die Mission soll nicht nur den Planeten Merkur erforschen,  sondern auch neue Erkenntnisse über unser Sonnensystem liefern“,  erklärte der Vorstand für das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR),  Walther Pelzer. Einmal mehr erweise sich Japan bei dieser enormen Herausforderung als zuverlässiger Partner der Europäer in der Raumfahrt. Die Reise der Sonde durch das Innere des Sonnensystems wird rund sieben Jahre dauern.

„Der Start von BepiColombo ist ein riesiger Schritt für die ESA und die JAXA,  und es steht eine Reihe großer Erfolge bevor“,  lautete der Kommentar von ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner. Nach dem anspruchsvollen Flug werde diese Mission „eine Fülle wissenschaftlicher Daten hervorbringen“.

BepiColombo ist das bisher umfangreichste europäische Projekt zur Erforschung eines Planeten des Sonnensystems. Die Mission besteht aus zwei Sonden,  die den Merkur umkreisen werden:  dem Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO). Während MPO darauf ausgelegt ist,  Oberfläche und Zusammensetzung des Planeten zu erforschen,  erkundet MMO dessen Magnetosphäre. Weitere Ziele der Mission sind die Erforschung des Sonnenwindes,  des inneren Aufbaus und des planetaren Umfeldes von Merkur sowie dessen Wechselwirkungen mit der sonnennahen Umgebung. Die Wissenschaftler erhoffen sich darüber hinaus neue Erkenntnisse zur Entstehung des gesamten Sonnensystems.

© Gerhard Kowalski

 

 

NASA-Chef bekräftigt Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Russland an Mondprojekt

Credit:US-Kongress

Washington ,  19. Oktober 2018 —   Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine, hat die Bereitschaft seines Landes bekräftigt,  mit Russland an der Verwirklichung des Gateway-Projektes zum Bau einer Raumstation für die Mondumkreisung zusammenzuarbeiten. Er habe die Frage der konkreten Teilnahme Russlands daran mit seinem Counterpart Dmitri Rogosin bei seinem jüngsten Besuch auf dem Kosmodrom Baikonur in Kasachstan erörtert, fügte er am Freitag in einem TASS-Interview hinzu,  ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Wenn Rogosin das für notwendig erachte, werde er es selbst tun.

Zwischen den USA und Russland hätten sich „wunderbare gegenseitige Beziehungen“  bei der Planung und Nutzung der Internationalen Raumstation ISS entwickelt,  sagte Bridenstine. Diese Kooperation solle nun auf den Mond ausgeweitet werden. „Wir würden gern mit Russland Hand in Hand an The Gateway und anderen Elementen der genannten Architektur arbeiten.“

Der NASA-Chef teilte ferner mit,  dass die Trump-Admininstration beschlossen habe,  die Sanktionen gegen Rogosin zeitweilig aufzuheben, damit dieser in die USA reisen könne. Die Sanktionen gelten seit 2014. Damals war Rogosin russischer Vizepremier und in dieser Funktion für das Militär und die Raumfahrt zuständig.

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RIA Nowosti:  Untersuchungskommission hat Schuldige für Sojus-Fehlstart gefunden – Vorläufige Ergebnisse für spätestens Dienstag angekündigt

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  19. Oktober 2018 —   Die Staatliche Kommission der GK Roskosmos zur Untersuchung des Fehlstarts des Raumschiffes Sojus MS-10 vom 11. Oktober und die Ermittlungsorgane haben angeblich die möglichen Schuldigen für die Beschädigung eines der Sensoren der Sojus-FG-Trägerrakete gefunden. Das berichtet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle auf dem Kosmodrom Baikonur in Kasachstan.

„Die Schuld der konkreten Mitarbeiter ist bekannt“, schreibt die Agentur. „Schuldig ist nicht nur der,  der unmittelbar etwas tat, was so nicht getan werden durfte,  sondern auch sein Leiter und die Kontrolleure  –  deren Aufgabe war es, keine falschen Handlungen zuzulassen.“ Die  Namen der Monteure stammten aus den „Bordjournalen“  der Filiale des Raketenproduzenten RKZ Progress in Baikonur. Diese enthielten die Daten aller Operationen,  die seit der Ankunft der Rakete auf dem Kosmodrom bis zum Start durchgeführt wurden.

Die GK Roskosmos will die vorläufigen Ergebnisse ihrer Untersuchungen spätestens am kommenden Dienstag veröffentlichen,  wie Pressesprecher Wladimir Ustimenko am Freitagnachmittag  ankündigte. Die Raumfahrtagentur hatte im Vorfeld die russischen Medien gebeten,  sich in ihrer Berichterstattung zu diesem Thema nicht auf anonyme Quellen zu berufen.

© Gerhard Kowalski

NASA-Chef Bridenstine:  Beziehungen zwischen USA und Russland im Weltraum stärker denn je

Credit:ZPK

Credit:GK Roskosmos

Washington,  18. Oktober 2018 —   Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,   hat die gute Kosmos-Zusammenarbeit seines Landes mit Russland gewürdigt. „Die Beziehungen zwischen den USA und Russland im Weltraum sind möglicherweise jetzt stärker denn je zuvor“,  sagte er in einem TV-Gespräch mit dem Astronauten Nick Hague mit Blick auf den glücklichen Ausgang der Notlandung des Raumschiffes Sojus MS-10 vom vergangenen Donnerstag.

Bridenstine nannte Hague einen „echten amerikanischen Helden“, auf den das ganze Land stolz sei.  Er erinnerte daran, dass er als NASA-Chef das erste Mal bei einem Start auf dem russischen Kosmodrom Baikonur in Kasachstan dabei gewesen sei. Er hoffe,  demnächst auch dabei zu sein, wenn Hague dann mit seinem russischen Kommandanten Alexej Owtschinin wirklich zur Internationalen Raumstation ISS fliege.

Hague selbst lobte die großartige Arbeit der russischen Bergungsmannschaften in der kasachischen Steppe. Bereits wenige Minuten nach der Notlandung hätten Fallschirmspringer an das Bullauge der Landekapsel geklopft und das OK-Zeichen gemacht. Er selbst habe ihnen mit einem breiten Lächeln geantwortet, als sie die Luke öffneten.

Die Reaktion der Bergungskräfte sei einfach großartig gewesen,  sagte der Astronaut . Er habe den Eindruck,  dass sie diese Aktion die ganze Zeit über trainiert haben,  denn es habe ja in den letzten 35 Jahren keine „reale Praxis“  dafür gegeben.

Wegen eines Versagens der Sojus-FG-Trägerrakete erreichte das Raumschiff nicht seine Umlaufbahn. Es wurde mit einem automatischen Rettungssystem aus der Gefahrenzone gebracht und kehrte rund 15 Minuten später am Fallschirm auf die Erde zurück.

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Rogosin weist Gründung eines Koordinierungsrates für Trägerraketen an

Credit:GK Roskosmos

Samara,  17. Oktober 2018  —   Als eine erste Schlussfolgerung aus dem Sojus MS-10-Fehlstart hat der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  am Mittwoch die Gründung eines Koordinierungsrates für Weltraumträgerraketen (KRK) der mittleren,  schweren und superschweren Klasse angewiesen. Ihm sollen führende Vertreter der Industrie und Chefkonstrukteure angehören,  teilte die GK Roskosmos am Mittwoch mit. Rogosin unterzeichnete die Weisung am Rande einer Sitzung der Staatlichen Kommission zur Untersuchung des Fehlstarts im Raketenzentrum (RKZ) Progress in Samara an der Wolga,  aus dem die havarierte Sojus-FG-Rakete stammt.

Zuvor hatte die Kommission einen Bericht des Amtierenden Generaldirektors des RKZ,  Dmitri Baranow (auf dem Foto links),  über den bisherigen Stand der Untersuchungen entgegengenommen. Der vorläufige Bericht über das Ergebnis soll am Wochenende vorliegen.

Bei einer Begegnung mit Belegschaftsangehörigen hat Rogosin den Angaben zufolge auf die Bedeutung der Qualitätssicherung der Produktion hingewiesen.

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USA starten Kommunikationssatelliten AEHF-4

Credit:NASA-Archiv

Cape Canaveral,  17. Oktober 2018 —   Die USA haben am Mittwoch einen Kommunikationssatelliten gestartet. Die schwere Atlas V-Trägerrakete mit AEHF-4  (Advanced Extremely High Frequency 4) an der Spitze stieg um 6.15 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  teilte die Startgesellschaft United Launch Alliance (ULA) mit. Der Satellit dient der störungsfreien Kommunikation der US-Regierung mit ihren Streitkräften weltweit. Auch Verbündete wie Kanada, die Niederlande und Großbritannien können diese Verbindung nutzen.

Die ersten drei Satelliten der Serie waren 2010,  2012 und 2013 gestartet worden. Der AEHF-4 soll 1,8 Milliarden Dollar gekostet haben.

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Krikaljow:  Owtschinin und Hague holen ihren Flug zur ISS im Frühjahr nach –  Nächster Start wird vorgezogen

Credit:ZUP

Moskau,  16. Oktober 2018 —   Der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague,  die in der vergangenen Woche einen Fehlstart ihres Raumschiffes Sojus MS-10 schadlos überstanden haben,  fliegen nun im zweiten Anlauf im Frühjahr 2019 zur Internationalen Raumstation ISS. Das genaue Datum werde noch festgelegt,  teilte der Amtierende Direktor für bemannte Flüge der GK Roskosmos,  Sergej Krikaljow,  am Dienstag in einem Fernsehinterview mit. Zudem werde der nächste ISS-Flug,  der bisher für den 20. Dezember geplant ist,   auf den Monatsanfang vorgezogen,  fügte er hinzu. Inzwischen wird das Raumschiff für Oleg Kononenko (Russland), David Saint-Jacques (Kanada) und Anne McClain (USA) bereits auf dem Kosmodrom Baikonur in Kasachstan vorbereitet.

Krikaljow kündigte zudem an,  dass das vorläufige Ergebnis der Regierungskommission,  die die Ursachen für den Fehlstart ermitteln soll,  Ende kommender Woche veröffentlicht wird.

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Die ESA sichert der GK Roskosmos ihre Unterstützung bei der Aufklärung des Sojus MS-10-Absturzes zu –  Telekonferenz zwischen Paris und Moskau

Moskau,  15. Oktober 2018  —   Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die GK Roskosmos ihrer absoluten Unterstützung versichert und die Bereitschaft bekundet,   ihr bei der Ermittlung der Ursachen für den Fehlstart der Sojus FG-Trägerrakete zu helfen. Das sei am Montag bei einer Telekonferenz zwischen Paris und Moskau geschehen,   teilte die GK Roskosmos mit.

GK Roskosmos-Generaldirektor Dmitri Rogosin habe dem ESA-Chef Johann-Dietrich Wörner bei dem Gespräch versprochen,   den europäischen und amerikanischen Partnern alle erforderlichen Informationen über die Ergebnisse der russischen Experten und über jene Maßnahmen zur Verfügung zu stellen,  die zur Wiederherstellung der Zuverlässigkeit  der Sojus-Trägerraketen getroffen wurden, um eine sichere Beförderung der Mannschaften zur Internationalen Raumstation ISS zu gewährleisten,  heißt es in der Mitteilung.

Zudem hätten die Chefs der europäischen und russischen Raumfahrtagentur und ihre Stellvertreter die Vorbereitung der neuen Etappe der gemeinsamen Mission ExoMars-2020 sowie anderer gemeinsamer perspektivischer Projekte erörtert, die in den kommenden Jahren geplant sind.

© Gerhard Kowalski