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Sojus-Modell bereichert Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz

Credit:R. Mothes

Credit:R. Mothes

Morgenröthe-Rautenkranz,  20. Februar 2017 —  Die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz ist um ein interessantes Exponat reicher. Seit dem 13. Februar können die Besucher hier das Modell eines russischen Sojus-Raumschiffes im Maßstab von 1:5 bewundern.

Die Einweihung sei bewusst auf den 80. Geburtstag von Sigmund Jähn gelegt worden, “weil wir ja Futter für die zahlreichen Medien brauchten, die wissen wollten,  was bei uns zum Jubiläum des ersten deutschen Kosmonauten passiert“,  sagte Ausstellungsleiterin Romy Mothes. Das Modell ähnele dem Raumschiff von Sigmund Jähn,  sei allerdings eine neuere Version.

„Das Exponat steht in der Ausstellungshalle direkt neben dem Nachbau einer Landekapsel und veranschaulicht den Aufbau dieses russischen Transportsystems, das schon viele Jahre zuverlässig zum Einsatz kommt“,  betonte die Chefin.  „Ein schönes Teil ist es auf alle Fälle –  und ich denke, dem Sigmund hat das auch gefallen.“

© Gerhard Kowalski

 

Privater US-Frachter mit Nachschub auf dem Weg zur ISS

Credit:NASA

Credit:NASA

Cape Canaveral,  19. Februar 2017 —  Ein privates US-Frachtraumschiff mit 2,7 Tonnen Nachschub an Bord ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Die Dragon-Kapsel von der Firma SpaceX hob am Sonntagnachmittag um 15.39 Uhr deutscher Zeit im zweiten Anlauf vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) an der Spitze einer Falcon 9-Trägerrakete ab. Ein erster Startversuch musste am Samstag nur wenige Sekunden vor dem Abheben wegen eines technischen Problems an der zweiten Raketenstufe abgebrochen werden.

Es ist dies der 12. Start des Frachters und seine 10. Versorgungsmission zur ISS im Auftrag der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA. Dragon bringt unter anderem Proviant und wissenschaftliche Ausrüstungen auf die Umlaufbahn und kehrt nach etwa einem Monat mit Forschungsergebnissen und ausrangierter Technik wieder zur Erde zurück.

Der Start erfolgte erstmals vom umgebauten historischen Komplex 39A, von dem einst die Apollo-Raumschiffe und später dann die Space Shuttles abhoben.

Acht Minuten nach dem Start setzte die wiederverwendbare erste Raketenstufe weich in der Landezone 1 des Kennedy Space Centers auf.

©  Gerhard Kowalski

NASA bereitet Reserveplan für ISS-Zubringerflüge vor

 

nasa-logoWashington,  18. Februar  —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA bereitet einen Reserveplan für die künftigen kommerziellen Zubringer-Missionen zur Internationalen Raumstation ISS vor. Damit wolle man für den Fall vorsorgen,  dass die privaten bemannten Raumschiffe,  mit denen die US-Astronauten nach 2018 zur ISS fliegen sollen,  nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen,  teilte NASA-Manager William Gerstenmaier mit.

Wie verlautete, verzögert sich die Zertifizierung der Raumschiffe von Boeing und SpaceX um mindestens 14 beziehungsweise 15 Monate. Indes läuft der Mitnahmevertrag der NASA mit den Russen 2018 ab.  Da die Plätze in den Sojus-Raumschiffen traditionell drei Jahre im Voraus gebucht werden müssen, wäre der Bestelltermin bereits abgelaufen.

Die NASA und der Staatskonzern GK Roskosmos erörtern deshalb derzeit unter anderem eine neue gemeinsame Jahres-Mission in der Station, die Ende 2018 beginnen würde. Dadurch könnten die USA auf ihren ISS-Platz Mitte 2019 verzichten

© Gerhard Kowalski

DLR und Airbus unterzeichnen Vertrag für Umweltsatelliten MERLIN

Logo DLROttobrunn,  17. Februar 2017  —  Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Airbus Defence &  Space GmbH haben am Freitag in Ottobrunn den Industrievertrag für die Konstruktions- und Bauphase des deutsch-französischen Klimasatelliten MERLIN (Methane Remote Sensing LIDAR Mission) unterzeichnet. Diese Kleinsatellitenmission soll ab 2021 die Methankonzentration in der Erdatmosphäre mit einer bislang unerreichten Genauigkeit messen und damit zur Ursachenforschung des Klimawandels beitragen.

Der Vertrag umfasst die Entwicklung und den Bau des so genannten Methan-LIDAR (LIght Detection And Ranging). Herzstück des deutschen Messinstruments ist ein Laser, der kurze Lichtpulse in zwei unterschiedlichen Wellenlängen aussenden kann und dadurch unabhängig vom Sonnenlicht die Methankonzentration auf allen Breitengraden sehr präzise misst.

„Weltraummissionen wie MERLIN messen Spurengase in unserer Atmosphäre und helfen so dabei, die Veränderungen unseres Klima besser zu verstehen – ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der Pariser Klimaverträge der UN“, sagte Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement. Methan sei ein besonders starkes Treibhausgas. Seine Klimawirkung sei 25-mal stärker als die von Kohlenstoffdioxid (CO2). „Und obwohl die Konzentration von Methan deutlich kleiner als die von CO2 ist, trägt Methan schon heute mit etwa 20 Prozent zur globalen Klimaerwärmung bei. Wirkungsvolle Maßnahmen zum Klimaschutz müssen daher Methan einbeziehen“, betonte Gruppe.

© Gerhard Kowalski

 

 

Airbus Defence & Space erhält ESA-Auftrag für zweites Europäisches Servicemodul für Orion-Raumkapsel

Credit:NASA

Credit:NASA

Bremen,  16. Februar 2017 —  Das Raumfahrtunternehmen Airbus Defence &Space hat am Donnerstag in Bremen mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA den Vertrag für den Bau des zweiten Europäischen Servicemoduls (ESM) für das NASA-Raumfahrzeug Orion unterzeichnet. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 200 Millionen Euro. Das ESM ist ein Schlüsselelement von Orion, das erstmals seit dem Ende des Apollo-Programms Astronauten über die erdnahe Umlaufbahn hinaus befördern wird.

Das Modul ist für Antrieb, Energie und Thermalkontrolle zuständig und wird die Astronauten auf ihren Missionen zum Mond und Mars mit Wasser und Sauerstoff versorgen. Die ESA hatte Airbus Defence &Space im November 2014 als Hauptauftragnehmer für die Entwicklung und den Bau des ersten ESM ausgewählt.

Das Modul besteht aus mehr als 20.000 Komponenten. Die Integration des ersten Flugmodells ist seit Mai 2016 in vollem Gange, der Integrationsstart des zweiten ist für Mitte nächsten Jahres geplant.

Die erste Mission wird unbemannt sein und Orion auf eine Entfernung von mehr als 64.000 Kilometern über den Mond hinaus bringen, um die Leistungsfähigkeit des Raumfahrzeugs zu demonstrieren. Die erste bemannte Mission soll nach der jetzigen Planung 2021 erfolgen.

Das ESM ist ein Zylinder mit einer Höhe und einem Durchmesser von etwa vier Metern und einem Gesamtgewicht von etwas mehr als 13 Tonnen. Es verfügt über einen vierflügligen Solargenerator mit 19 Metern Spannweite, der genug Energie liefert, um zwei Haushalte mit Strom zu versorgen. Die 8,6 Tonnen Treibstoff des Moduls versorgen ein Haupttriebwerk und 32 kleinere Antriebe.

© Gerhard Kowalski

NASA prüft Möglichkeiten für ersten bemannten Orion-Flug schon für 2018

Credit:NASA

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Washington,  16. Februar 2017 —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA prüft die Möglichkeit,  den ersten bemannten Flug ihres neuen Raumschiffes Orion bereits im September oder Oktober 2018 durchzuführen. Das teilte der amtierende NASA-Chef Robert Lightfoot mit. Spezialisten halten dagegen einen Termin in den Jahren 2019 oder 2020 für realistischer,  da das Lebenserhaltungssystem noch nicht fertig ist. Als bisheriger offizieller Termin für die erste bemannte Mission gilt das Jahr 2021.

Der Posten des NASA-Chefs ist bisher vakant,  weil Präsident Donald Trump noch keinen Kandidaten nominiert hat. Der bisherige NASA-Administrator Charles Bolden war am 20. Januar von seinem Posten zurückgetreten. Er galt als bekennender Freund von Ex-Präsident Barack Obama.

Bisher steht nicht fest,  welches die Schwerpunkte der Weltraumpolitik Trumps sind. Experten gehen aber von einer Rückkehr zum Mond aus,  da das schnelle vorzeigbare Erfolge verspreche.

© Gerhard Kowalski

Indien startet 104 Satelliten auf einen Schlag

LOGO ISRONeu Delhi,  15. Februar 2017 —  Indien hat am Mittwochmorgen gleich 104 Satelliten auf einen Schlag ins All befördert. Hauptlast der Trägerrakete PSLV-C37 war ein 714 Kilogramm schwerer Erdbeobachtungssatellit. Hinzu kamen 103 Nanosatelliten,  wie die indische Weltraumorganisation ISRO in Neu Delhi mitteilte.

Nur zwei der Nanosatelliten mit einer Gesamtmasse von 1.378 Kilogramm stammen aus Indien selbst. Das Gros kommt mit 88 Raumflugkörpern von der US-Firma Planet Labs aus San Francisco. Die restlichen sind unter anderem aus Israel, Kasachstan, den Niederlanden und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mit dem Start stellt Indien einen neuen Rekord auf. Bisheriger Rekordhalter war nach eigenen Angaben Russland mit 37 Satelliten, die 2014 gleichzeitig auf eine Umlaufbahn gebracht wurden.

© Gerhard Kowalski

Ariane 5 bringt zwei Telekommunikationssatelliten auf ihre Umlaufbahn

Credit:Arianespace

Credit: Arianespace

Kourou,  15. Februar 2017 —  Eine Ariane 5 hat am Dienstag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) zwei  Telekommunikationssatelliten auf ihre geostationäre Transferbahn (GTO) gebracht.

Es war dies zugleich der erste Start einer solchen Rakete im Jahr 2017 und der 77. erfolgreiche Start in Folge,  teilte Airbus Safran Launchers mit.

Die Startleistung der Ariane 5 ECA betrug 10.450 Kilogramm. Davon entfielen rund 9.569 Kilogramm auf die beiden Satelliten. Dank des Verbesserungsprogramms der Trägerrakete konnte eine GTO-Bahn mit einer optimierten Inklination von 4 Grad genutzt werden, wodurch die Satelliten weniger Energie benötigten, um ihre endgültige Umlaufbahn zu erreichen.

© Gerhard Kowalski

 

DLR beglückwünscht Sigmund Jähn zum 80. Geburtstag

Credit:G. Kowalski

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Köln, 13. Februar 2017  — Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat den ersten Deutschen im All, Sigmund Jähn, am Montag zu seinem 80. Geburtstag beglückwünscht. Der Jubilar habe bei seinem Flug 1978 insbesondere bei den Experimenten mit der Multispektralkamera MKF-6 „die Grundlagen geschaffen, auf denen sich Deutschland zu einer Weltraumnation entwickeln konnte“,  betont die DLR-Vorstandsvorsitzende Pascale Ehrenfreund in ihrem Schreiben. Heute gehöre Deutschland zu den führenden Wissenschaftsnationen.

In den folgenden Jahren habe Jähn immer wieder darauf hingewiesen, welch wichtige Rolle die Raumfahrt im friedlichen Zusammenleben der Menschheit spielt. „In diesem Sinne haben Sie viele europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen bei Moskau und in Baikonur auf ihrem Weg ins All begleitet“,  heißt es weiter. Mit der Mission von Alexander Gerst im Jahr 2018 und der Aufnahme von Matthias Maurer als zweitem Deutschen ins europäische Astronautenteam „wird der Weg, den Sie als Erster gegangen sind, weiter erfolgreich beschritten“. Als Botschafter der Raumfahrt sei Jähn „auch heute noch Vorbild für viele, die in der Luft- und Raumfahrt forschen und arbeiten“.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt: Sigmund Jähn wird 80

 

Credit:G. Kowalski

Credit:G. Kowalski

Berlin,  13. Februar 2017 — Der erste Deutsche im All,  Sigmund Jähn, begeht am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. Der Sohn eines Waldarbeiters und einer Näherin wurde am 13. Februar 1937 im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz geboren. Nach einer Druckerlehre ging er zur Kasernierten Volkspolizei (KVP), dem Vorgänger der Nationalen Volksarmee (NVA), und wurde Flugzeugführer. Von 1966 bis 1970 studierte er an der Militärakademie Juri Gagarin in Monino bei Moskau.

1976 begann der NVA-Oberstleutnant im Kosmonautenausbildungszentrum Juri Gagarin im Sternenstädtchen gemeinsam mit seinem Double Eberhard Köllner die Vorbereitungen auf seinen Raumflug. Vom 26. August bis zum 3. September 1978 absolvierte Jähn an der Seite seines sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski eine einwöchige Forschungsmission in der Raumstation Salut 6.

Jähn machte damit die DDR nach der UdSSR, den USA, der CSSR und der Volksrepublik Polen zum 5. Staat der Welt mit einem eigenen Kosmonauten. Er wurde dafür mit den höchsten Auszeichnungen geehrt und avancierte zu einer Kultfigur und einem wahren Volkshelden. Später sagte Jähn, er habe sich freiwillig von der DDR-Führung vereinnahmen lassen.

Mit dem Ende der DDR wurde Jähn im Range eines Generalmajors aus der NVA entlassen und stand quasi über Nacht vor dem Nichts. Ironie der Geschichte:  Sein vogtländischer Landsmann Ulf Merbold,  der die DDR aus politischen Gründen verlassen hatte und 1983 als zweiter Deutscher und erster Nicht-Amerikaner mit einem US-Shuttle im All unterwegs war,  half ihm,  im nunmehr geeinten Deutschland Fuß zu fassen.

Jähn wurde Berater des heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. In dieser Eigenschaft unterstützte er unter anderem vier bundesdeutsche Astronauten,  darunter auch Merbold,  bei ihrer Vorbereitung auf ihre Flüge in der russischen Raumstation MIR.

Heute lebt Jähn als Rentner in Strausberg bei Berlin und betätigt sich als unermüdlicher Propagandist der friedlichen Raumfahrt.

(Siehe auch meinen Beitrag dazu bei Spiegel ONLINE)

© Gerhard Kowalski