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Russland startet drei Satelliten für Weltraumnavigationssystem

Credit: Roskosmos

Credit: Roskosmos

Baikonur, 2. September 2010 –  Russland hat am Donnerstagmorgen drei neue Satelliten für sein Weltraumnavigationssystem Glonass gestartet. Die schwere “Proton-M”-Rakete sei um 2.53 Uhr deutscher Zeit (4.53 Uhr Moskauer Zeit) vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) aufgestiegen, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos mit.

 

Mit dem Dreifach-Start erhöht sich die Zahl der Glonass-Satelliten auf 26. Davon waren per 2. September allerdings nur 21 aktiv, zwei befanden sich in Reserve. Die neuen Satelliten müssen jetzt auf ihren Einsatz vorbereitet werden. Zum Jahresende will Russland mindestens 24 aktive Satelliten in der Umlaufbahn haben. Damit ist das System, mit dem sich der Kreml vom US-Konkurrenten GPS unabhängig machen will, global verfügbar.

 

(fuer dapd)

Russisches Frachtraumschiff von ISS abgekoppelt

Credit: Roskosmos

Credit: Roskosmos

Moskau, 31. August 2010 — Ein automatischer russischer Frachter ist am Dienstag von der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt worden. “Progress M-06M” habe um 13.21 Uhr deutscher Zeit mit Abfall beladen vom Servicemodul “Swesda” abgelegt, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos in Moskau mit.

 
Der Transporter hatte Anfang Juli rund 2,6 Tonnen Nachschub zur Station gebracht. Bis zu seinem gezielten Absturz am kommenden Montag über dem Südpazifik wird er noch für sechs wissenschaftliche Experimente genutzt.
Das nächste Frachtraumschiff mit der Seriennummer M-07M soll am 8. September vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan zur ISS starten und zwei Tage später an ihr andocken.
(für ddp)

Brand verzögert Start des Weltraumobservatoriums “Spektr-R”

Credit: Lawotschkin

Credit: Lawotschkin

Moskau, 31. August 2010 –  Durch einen Brand im Zentrum für kosmische Verbindungen (ZKS) in Kaljasin an der Wolga (Gebiet Twersk) verzögert sich der Start des Weltraumobservatoriums “Spektr-R” weiter um etwa ein Jahr. Bei dem Feuer seien die “teure Ausrüstung und die Hauptantenne” für den Empfang der Daten des Radioteleskops jüngst beschädigt worden, berichtet der Onlinedienst “Nowosti Kosmonawtiki” am Dienstag unter Berufung auf einen Vertreter des Zentrums. Derzeit werde an der Behebung des Schadens gearbeitet.

 
Der Start des Observatoriums, der eigentlich für den Sommer 2010 geplant war, verschiebe sich dadurch wahrscheinlich bis ins zweite Halbjahr 2011, heißt es weiter. Allerdings sei der Brand nicht der einzige Grund. So fehlten immer wieder wichtige Bauteile für die Vollendung des
Raumflugkörpers.
 
“Spektr-R” entsteht im Auftrag der Moskauer Raumfahrtagentur Roskosmos im Rahmen des internationalen Projekts “Radioastron” von über 20 Staaten und dient der Erforschung des Sonnenwindes und interplanetaren Magnetfeldes sowie von Galaxien, Quasaren, Schwarzen Löchern und Neutronensternen. Ursprünglich sollte das Observatorium, das für eine Lebensdauer von fünf Jahre ausgelegt ist, bereits vor 2005 auf seine exzentrische Umlaufbahn zwischen 600 und 330 000 Kilometern Höhe gebracht werden.
 
(für ddp)

DLR eröffnet Internet-Jugendportal

Credit: DLR

Credit: DLR

Köln, 31. August 2010 — Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ein  Internetportal für junge Leute eröffnet. Damit sollen Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik begeistert werden, teilt das DLR auf seiner Hompage mit. Das Portal enthalte nicht nur altersgerecht formulierte Artikel, sondern auch jede Menge Interaktion und umfangreiche multimediale Angebote.

So können die jugendlichen Besucher etwa einen virtuellen Flug durchs Sonnensystem unternehmen oder auch Pilot spielen. Wer im Energie-Quiz die richtigen Antworten gibt, dem öffnen sich in einem Solarkraftwerk die Türen zum nächsten Level. Auch das “Auto der Zukunft” lässt sich per Mausklick konstruieren. Kurioses kommt ebenfalls nicht zu kurz. So wird über die größten Irrtümer zum Thema Raumfahrt ebenso berichtet wie über den utopisch anmutenden Weltraum-Fahrstuhl.
Das DLR engagiert sich nach eigenen Angaben schon seit Jahren in der Nachwuchsförderung. So hätten mittlerweile rund 100 000 Schülerinnen und Schüler eines der so genannten DLR_School_Labs besucht, in denen Kinder und Jugendliche selbst experimentieren und so die “Faszination Forschung” hautnah erleben können. Mit den neuen Internet-Seiten wolle man nun Jugendliche auch verstärkt in der Freizeit ansprechen. Unter www.DLR.de/next kann man ab sofort in die faszinierende Welt der Forschung eintauchen.
 
(für ddp)

Ex-US-Astronaut William Lenoir gestorben

Credit: NASA

Credit: NASA

Miami, 30. August 2010 – Der ehemalige US-Astronaut William Lenoir ist tot. Der Shuttle-Pionier erlag am Samstag im Alter von 71 Jahren den schweren Kopfverletzungen, die er sich bei einem Fahrradunfall zugezogen hatte, berichten amerikanische Medien.

Lenoir gehörte der Besatzung der Raumfähre “Columbia” unter Commander Vance Brand an, die im November 1982 nach vier Testflügen die erste operationelle Mission des im Vorjahr aufgelegten Shuttle-Programms unternahm. Dabei wurden zwei kommerzielle Nachrichtensatelliten ausgesetzt. Weitere Weltraummissionen lehnte Lenoir unter Hinweis auf seine Familie ab.

Nach seiner aktiven Zeit als Astronaut arbeitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 in leitenden Positionen der Privatwirtschaft und der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

Lenoir wurde am 14. März 1939 in Miami geboren. Er galt deshalb als der erste Astronaut aus dem Bundesstaat Florida, wo sich auch der Weltraumbahnhof Cape Canaveral befindet.

Putin legt Grundstein für neues Kosmodrom “Wostotschny”

Credit: Roskosmos

Credit: Roskosmos

Credit: Roskosmos

Credit: Roskosmos

Moskau, 28. August 2010 — Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat am  Samstag den Grundstein für das geplante neue Kosmodrom “Wostotschny” im  Amur-Gebiet gelegt. Bei einem Besuch auf der künftigen Baustelle weihte  er einen großen Granitstein mit der Inschrift “Hier wird ein Kosmodrom

errichtet” ein. “Gehen Sie davon aus, dass der Anfang gemacht ist”, sagte Putin nach einem Bericht der Moskauer Raumfahrtagentur Roskosmos auf einem Treffen mit Leitungskadern.
 
“Wostotschny” gewährleistet nach Einschätzung des Regierungschefs den  “führenden technologischen Status” Russlands. Es verleihe zugleich den fernöstlichen Regionen des Landes einen “guten Entwicklungsimpuls”. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach kosmischen Dienstleistungen 
sei es “prinzipiell wichtig, ein eigenes Kosmodrom zu haben”, fügte er unter Hinweis darauf hinzu, dass Russland seinen derzeitigen Hauptstartplatz Baikonur nur von Kasachstan gepachtet hat.
 
Bis 2011 müsse die Organisations- und Leitungsstruktur für “Wostotschny”  geschaffen werden, forderte Putin. In den Jahren 2015 und 2016 werde dann der erste von zwei Startkomplexen gebaut. Zwischen 2016 und 2018 folge die zweite Ausbaustufe. Ab 2018 seien die ersten bemannten Starts geplant.
 
Der neue Startplatz, der die mehr als 50-jährige Tradition von Baikonur fortsetze, sichere Russland den unabhängigen Zugang zum Weltraum, betonte Putin. Das gelte auch für künftige Flüge zum Mond und zum Mars.  “Wostotschny”, das auch ein Kosmonautenausbildungszentrum erhalte, stehe ebenfalls für Starts ausländischer Auftraggeber zur Verfügung.
 
Der für die Raumfahrt zuständige Vizepremier Sergej Iwanow betonte, auf dem Gelände des neuen Kosmodroms sei früher eine Einheit der Strategischen Raketentruppen (RWSN) stationiert gewesen. Der Bauplatz liege nahe der Transsibirischen Eisenbahn, der Autobahn Tschita-Chabarowsk und der  Amur-Wasserstraße. In der ersten Bauphase liege das Hauptaugenmerk auf der Errichtung einer Start- und Landebahn für schwere Transportflugzeuge des Typs “Ruslan”. Derzeit gebe es nur einen Landzugang über die Straße von  Blagoweschtschensk.
 
Iwanow betonte, trotz der Krise würden für die erste Baustufe umgerechnet rund 630 Millionen Euro bereitgestellt. Um das Kosmodrom entstünden auch die entsprechende Infrastruktur und eine Stadt  für 30.000 bis 40.000 Menschen.
(für ddp)

US-Laufband in russischem ISS-Segment defekt

Credit: NASA

Credit: NASA

Moskau, 26. August 2010 — Das Laufband im russischen Segment der Internationalen Raumstation ISS ist defekt. Das Sportgerät US-amerikanischer Produktion mache “ungewöhnliche Geräusche” und drohe zu blockieren, teilte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos am Donnerstag in Moskau mit. Deshalb sei es den Kosmonauten verboten worden, es weiter zu benutzen. Bis zur Reparatur dürften sie auf dem baugleichen Laufband im amerikanischen Segment trainieren.

 
Roskosmos ist indes bemüht, den Schaden so schnell wie möglich wieder zu beheben. Die Zeit dränge, da sich die Kosmonauten Alexander Skworzow und Michail Kornijenko, die am 24. September nach knapp halbjährigem Flug zusammen mit ihrer US-Kollegin Tracy Caldwell Dyson zur Erde zurückkehren, verstärkt auf die Wiederanpassung an die irdische Schwerkraft vorbereiten müssten.
 
Russland verfügt auf der ISS über kein Laufband eigener Herstellung. Deshalb nutzt es das amerikanische Modell, das im “Swesda”-Modul untergebracht ist. Für die Wartung und die Bereitstellung von Ersatzteilen sei die US-Seite zuständig, betonte ein Sprecher des russischen Flugleitzentrums (ZUP) in Koroljow bei Moskau.
(für ddp)

ESA-Satellit GOCE mit Computerproblem ausgefallen

Credit: ESA

Credit: ESA

Paris, 24. August 2010 –  Der europäische Geosatellit GOCE (Gravity field and steady-state ocean circulation explorer) ist mit einem Computerproblem ausgefallen. Der Satellit, der im Rahmen des Forschungsprogramms Living Planet der Europäischen Weltraumorganisation ESA das Schwerefeld der Erde und die Ozeanzirkulation kartiert, könne derzeit keine Daten sammeln und zur Erde senden, teilte die ESA am Dienstag in Paris mit. Die Wissenschaft erhofft sich von GOCE neue Erkenntnisse über das Erdinnere und die Strömungen der Ozeane.

Die ESA zeigte sich zuversichtlich, den Schaden beheben zu können, obwohl dessen genaue Ursache noch nicht bekannt ist. Der Fehler wird an der Schnittstelle zwischen dem Prozessor und dem Kommunikationssystem vermutet. Man befinde sich zweifellos in einer “schwierigen Situation”, hieß es in der Missionsleitung.  Doch die Lage sei “nicht aussichtslos”.
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Es ist dies bereits der zweite Computerschaden in diesem Jahr. Im  Februar war der Hauptcomputer ausgefallen, so dass auf das Reservegerät umgeschaltet werden musste. Der Satellit war am 17. März 2009 gestartet worden. Seither hat er etwa drei Viertel seiner Aufgaben erfüllt. Einzelne wissenschaftliche Programme sind bereits abgeschlossen.
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(für ddp)

NASA: ISS-Kühlsystem wieder voll einsatzbereit

Credit: NASA

Credit: NASA

Houston, 19. August 2010 –  Das vor knapp drei Wochen ausgefallene Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS ist wieder voll einsatzbereit. Nach dem Austausch der defekten Ammoniakpumpe sei der A-Kühlkreislauf des US-Segments wieder in das Wärmeregulierungssystem der Station integriert worden, teilte die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA am Mittwochabend (Ortszeit) in Houston (Texas) mit . Das japanische KIBO- und das europäische Columbus-Forschungsmodul seien ebenfalls wieder an den Kreislauf angeschlossen worden. 

 
Die US-Astronauten Doug Wheelock und Tracy Caldwell Dyson hatten am Montag bei ihrem dritten und letzten Ausstieg die neue Ammoniakpumpe  installiert. Bei den außerplanmäßigen “Weltraumspaziergängen” arbeitete das Duo insgesamt 22 Stunden und 49 Minuten im freien Raum. Dabei stellte es mit acht Stunden und drei Minuten beim ersten Ausstieg einen neuen ISS-Rekord auf.
 
Die Pumpe war am 31. Juli ausgefallen. Die Kühlung der elektronischen Bordsysteme wurde seitdem vom B-Kreislauf mit übernommen. Um ihn nicht zu überlasten, wurde eine ganze Reihe Geräte zeitweilig abgeschaltet.  Für die sechsköpfige russisch-amerikanische Besatzung der ISS habe  aber während der Havarie keine Gefahr bestanden, versicherte die NASA. 
 
Nach dem Pumpenaustausch verfügt die ISS, die bis mindestens 2020 genutzt werden soll, noch über drei Ersatzaggregate.
 
(für ddp)

Russland begeht 50. Jahrestag des Fluges von Belka und Strelka

Credit: MMK

Credit: MMK

Moskau, 19. August 2010 — Russland hat am Donnerstag den 50. Jahrestag des  Fluges von Belka und Strelka begangen. Die beiden Hündinnen waren am 19. August 1960 mit “Sputnik 5″ zu ihrer Weltraummission gestartet, von der sie nach 17 Erdumkreisungen einen Tag später wohlbehalten zurückkehrten.  Damit war der Nachweis erbracht, dass Lebewesen in einer Raumkapsel mit entsprechenden Lebenssicherungssystemen und einer zuverlässigen Landetechnologie unbeschadet einen solchen Flug überstehen können. Das habe die Schlussfolgerung erlaubt, “dass auch mit einem Menschen auf der Erdumlaufbahn nichts passieren wird”, betonte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos zu dem Jubiläum. Daraufhin habe Juri Gagarin am 12. April 1961 für die Menschheit den “ersten Schritt zu den Sternen” machen können.

 
Neben den beiden nur rund 50 Zentimeter großen und 5 Kilogramm schweren  Mischlingshündinnen befanden sich auch zwei weiße Ratten, 40 Mäuse und Taufliegen (Drosophila) an Bord der “kosmischen Arche Noah”. Bis auf 28 Mäuse überstanden alle lebend das Weltraumabenteuer. Da sich Belka während des Fluges erbrochen hatte, weil ihr offenbar die Schwerelosigkeit nicht bekommen war, wurde entschieden, Gagarin vorsichtshalber nur eine Erdumkreisung machen zu lassen. Vor dessen historischem Flug fanden noch zwei Versuche mit Hunden statt, von denen allerdings einer wegen eines Tiebwerkschadens an der Trägerrakete für die Tiere tödlich endete. Beim anderen wurde zwar die Landekapsel nicht aus dem Raumschiff katapultiert, doch Ptscholka und Muschka überlebten und lieferten somit weitere wichtige Erkenntnisse für den ersten Flug eines Menschen ins All.
 
Strelka brachte übrigens nach der Mission gesunden Nachwuchs zur Welt. Einen der sechs Welpen machte Partei- und Regierungschef Nikita Chruschtschow der Gattin von US-Präsident John F. Kennedy zum Geschenk.
 
Die präparierten Körper von Belka und Strelka sind heute im Moskauer Raumfahrtgedenkmuseum (MMK) ausgestellt.
(für ddp)
 
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