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ISS–Mannschaft entsorgt experimentelles US-Sonnensegel im freien Raum

Credit:NASA

Washington,  27. Juni 2017 —   Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS hat ein neues experimentelles US-Sonnensegel in ausgerolltem Zustand in den freien Weltraum entsorgt. Nach rund achttägiger erfolgreicher Erprobung sollte das Roll-Out Solar Array (ROSA) eigentlich wieder für den Rücktransport zur Erde eingerollt werden,  wie die US-Luft- und Raumfahrtbehörde (NASA) am Montag (Ortszeit) mitteilte. Da dies aber nicht gelang,  habe man sich entschlossen, das noch voll entfaltete Sonnensegel per Roboterarm direkt  in den freien Raum zu befördern.

Wie die NASA ergänzte,  habe für die ISS bei diesem Manöver keine Gefahr bestanden. In einem Video ist zu sehen,  wie ROSA von der Station wegschwebt.

ROSA ist eine neue Sonnenbatterie,  die im All entfaltet wird. Sie ist kompakter als die bisherigen ISS-Sonnensegel. Seit dem 18. Juni war die neue Konstruktion auf ihre Festigkeit und ihr Verhalten im Raum getestet worden.

© Gerhard Kowalski

SpaceX bringt zehn Iridium-Satelliten ins All – Zweiter erfolgreicher Falcon 9-Start innerhalb von zwei Tagen

 

Credit:SpaceX

Hawthorne,  26. Juni 2017 —  Das private US-Unternehmen SpaceX hat am Sonntagabend deutscher Zeit zehn Telekommunikationssatelliten erfolgreich ins ALL geschossen. Die Falcon 9-Trägerrakete mit den Iridium NEXT-Satelliten an Bord stieg um 22.25 Uhr von der U. S. Air Force Base Vandenberg (Kalifornien) auf. Acht Minuten später landete die ausgebrannte Erststufe des Trägers wohlbehalten auf einer schwimmenden Plattform im Pazifik,  teilte das Unternehmen in Hawthorne (Kalifornien) mit.

Es war dies der zweite erfolgreiche Falcon 9-Start innerhalb von zwei Tagen. Am Freitag hatte eine solche Rakete einen bulgarischen Satelliten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf seine Umlaufbahn gebracht.

Wie SpaceX-Chef Elon Musk war die Rakete mit größeren und verbesserten Gitterrudern aus Titan ausgestattet, die eine wiederholte problemlose Rückkehr zur Erde ermöglichen.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt bulgarischen Satelliten sicher ins All

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  24. Juni 2017 —  Eine Falcon 9-Trägerrakete der US-Firma SpaceX hat am Freitag erfolgreich den bulgarischen Kommunikationssatelliten BulgariaSat-1 ins All geschossen. Der Start erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida,  teilte das Unternehmen mit.

Bei der Mission kam zum zweiten Mal eine wiederverwendete erste Stufe des Trägers zum Einsatz. Die ausgebrannte Stufe landete wenig später auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik.

Es ist dies der erste Kommunikationssatellit Bulgariens überhaupt.

© Gerhard Kowalski

Russland startet Militärsatelliten von Plessezk

Plessezk/Moskau,  24. Juni 2017 —  Russland hat am Freitagabend erfolgreich einen Militärsatelliten ins All geschossen. Die Sojus-2.1w-Trägerrakete mit der Geheimfracht an der Spitze stieg um 20.04 Uhr deutscher Zeit vom nordrussischen Kosmodrom Plessezk auf,  teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Die Sojus-2.1w aus dem Progress-Raketenzentrum in Samara an der Wolga ist ein leichter Träger mit einer Nutzlast  von maximal 2,8 Tonnen. Es war dies jetzt der dritte erfolgreiche Start der Rakete. Der erste fand im Dezember 2013,  der zweite im Dezember 2015 statt.

Die Sojus-2 hat die Sojus-U abgelöst, die von 1973 bis 2002 im Dienst war.

© Gerhard Kowalski

Indien startet erfolgreich 31 Satelliten – Deutschland mit einem Studentensatelliten vertreten

Neu Delhi,  23. Juni 2017 —  Indien hat am Freitag erfolgreich 31 Satelliten auf einen Schlag gestartet. Die Trägerrakete PSLV-XL (C38) stieg vom Raumfahrtzentrum auf der Insel Sriharikota auf,  teilte die Weltraumbehörde ISRO mit. Sie brachte den gut 700 Kilogramm schweren Forschungssatelliten Cartosat-2E sowie 30 weitere Satelliten mit einer Masse zwischen einem und rund 50 Kilogramm auf ihre erdnahe Umlaufbahn.

Alle Satelliten,  die unter anderem aus Großbritannien, Chile, Italien, China,  den USA, Litauen und Österreich stammen, hätten sich planmäßig von der Trägerrakete abgetrennt und ihre geplante Umlaufbahn erreicht,  heißt es weiter. Deutschland ist mit dem vier Kilogramm schweren Studentensatelliten Compass-2 aus Aachen vertreten.

© Gerhard Kowalski

RKK Energija-Chef Solnzew: Sojus-5 kann von Baikonur, von der Sea-Launch-Plattform und von Wostotschny starten

Credit:RKK Energija

Le Bourget,  21. Juni 2017 —  Die neue russische Mittelklasseträgerrakete Sojus-5 für das neue bemannte Raumschiff Federazija soll vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan,  von der schwimmenden Sea Launch-Plattform und auch vom neuen Weltraumbahnhof Wostoschny im Amur-Gebiet starten können. Die einzelnen Versionen unterschieden sich dabei praktisch nur im Interface-Bereich,  sagte der Chef des Raumfahrtkonzerns RKK Energija, Wladimir Solnzew,  auf dem 52. Pariser Aerosalon. Beim Bau der Rakete, deren Flugtests wohl noch vor der Zielvorgabe 2022 beginnen können,  stütze man sich auf die Erfahrungen aus dem Energija-Buran-Programm.

Als Triebwerke für die Sojus-5,  die 17 Tonnen in eine erdnahe Umlaufbahn hieven kann,  seien modernisierte RD-171– und RD-0124-Motoren geplant. Beide würden vom Gewicht her abgespeckt. Zudem werde vom Vierkammertriebwerk RD-0124 eine Zweikammer-Version entwickelt. Beide Triebwerke kämen später auch beim Bau der superschweren Rakete für bemannte Mond-  und Marsflüge zum Einsatz.

Die Sojus-Raumschiffe,  die einmal von den Federazija-Kapseln abgelöst werden sollen, würden allerdings nicht in Rente geschickt,  betonte Solnzew. Sie könnten später als Weltraum-Taxi weiter gute Dienste leisten. Angedacht sei auch eine Variante für bemannte Mondumkreisungen.

© Gerhard Kowalski

Chinas Weltraumfrachter schließt erste Testphase ab

 

Peking,  21. Juni 2017 —   Das erste chinesische Frachtraumschiff Tianzhou-1 hat am Mittwoch erfolgreich seine erste Testphase abgeschlossen,  bei der es um die Überprüfung der Kopplungs-  und Betankungstechnologie ging. Es legte vom Weltraummodul Tiangong-2  ab, teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit.

In der zweiten Phase werden nun während des autonomen Fluges eine Reihe Experimente durchgeführt, bevor der Frachter erneut in einem beschleunigten Verfahren an das Modul herangeführt wird, um es ein drittes Mal zu betanken.

Tianzhou-1  war am 20. April mit sechs Tonnen Fracht vom südchinesischen Weltraumbahnhof Wenchang an der Spitze einer Langer Marsch-7 Y2-Trägerrakete gestartet und hatte zwei Tage später an Tiangong-2 angedockt. Bisher wurden zwei Kopplungs-  und Betankungsmanöver durchgeführt.

Die Mission gilt der Vorbereitung auf den Bau einer chinesischen Raumstation,  die 2022 fertiggestellt sein soll.

© Gerhard Kowalski

 

China lädt Russland zur Teilnahme an eigener Raumstation ein – Roskosmos-Chef Komarow: Entscheidung steht noch aus

Credit:GK Roskosmos

Le Bourget,  20. Juni 2027 —  Die Volksrepublik China hat Russland eingeladen, an ihrer geplanten Raumstation mitzuwirken. Bisher habe sein Land aber noch keine Entscheidung über das Angebot getroffen,  teilte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Igor Komarow, auf der Pariser Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget mit. Man sei aber im Gespräch.

Komarow merkte jedoch an,  dass die chinesische Raumstation,  die 2022 fertig sein soll,  eine andere Umlaufbahn habe, als das den Russen vorschwebt.

Russland selbst spielt mit dem Gedanken,  nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS eine eigene Station mit internationaler Beteiligung zu bauen. Als Wunschpartner gelten dabei die BRICS-Staaten Brasilien,  Indien,  China und Südafrika. Präsident Putin unterstützt das Projekt mit dem Hinweis darauf,  dass von der ISS nur rund fünf Prozent des russischen Territoriums einsehbar seien.

Die GK Roskosmos ist in Le Bourget mit einem Gemeinschaftsstand aller wichtigen Raumfahrtkonzerne vertreten. Sie präsentieren anhand von Modellen und in Multimediaschauen ihre neuesten Erzeugnisse. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Angebote für kommerzielle Starts vom neuen Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet. Zugleich wird auf den 60. Jahrestag des Starts des ersten Erdsatelliten,  des legendären Sputniks, verwiesen.

© Gerhard Kowalski

52. Luft- und Raumfahrtsalon in Paris Le Bourget eröffnet – Deutschland mit BDLI und DLR stark vertreten

Paris,  19. Juni 2017 —   Der 52. Luft- und Raumfahrtsalon ist am Montag in Le Bourget eröffnet worden. An der Paris Air Show, die bis zum 25. Juni dauert, nehmen über 50 Länder teil. Einer der Schwerpunkte in diesem Jahr sind Start ups.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen sind mit der kompletten Bandbreite ihrer technologischen Fähigkeiten und Spitzenprodukte vertreten. Der vom BDLI organisierte German Pavilion zeigt aktuelle Produkte und Dienstleistungen rund um Innovation Made in Germany.

Mit 35 Hauptausstellern und 22 Unterausstellern ist Deutschland in diesem Jahr nach den USA der zweitgrößte ausländische Aussteller auf der weltweit größten Luft- und Raumfahrtmesse. 18 weitere BDLI-Mitgliedsunternehmen stellen ihr Leistungsspektrum auf eigenen Standflächen aus. Der German Pavilion befindet sich in diesem Jahr in Halle 2A/2C und hat eine Ausstellungsfläche von mehr als 2.200 Quadratmetern.

Mit seiner starken Präsenz wirbt der BDLI auch für nächste ILA Berlin, die vom 25. bis 29. April 2018 stattfinden wird. Die Messe für Innovation and Leadership in Aerospace wird vom BDLI zusammen mit der Messe Berlin GmbH veranstaltet. Sie zählt zu den bedeutendsten Branchenmessen in Europa.

Mit den Schwerpunkten Mobilität und Digitalisierung präsentiert sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Am Gemeinschaftsstand in Halle 2C zeigt das DLR technische Innovationen für ökoeffizientes Fliegen mit geringeren CO2-  und Lärmemissionen ebenso wie wegweisende Satellitenprojekte für das globale Monitoring des dynamischen Systems Erde am Boden und in der Atmosphäre. Eine Asteroidenmission sowie neue technologische Entwicklungen für Raketentriebwerke runden den Messeauftritt ab.

© Gerhard Kowalski

Rogosin verkündet Fahrplan für Wostotschny

Credit:GK Roskosmos

Moskau, 17. Juni 2027 — Der für das Militär und die Raumfahrt zuständige russische Vizepremier Dmitri Rogosin hat jetzt den Fahrplan für die weitere Entwicklung des neuen Kosmodroms Wostotschny im Amur-Gebiet verkündet. Im kommenden Jahr werde mit dem Bau der Startrampe für die schwere Trägerrakete Angara-A5M begonnen,  teilte er via Facebook mit. Die Fertigstellung sei für 2021 geplant.

Unmittelbar danach werde mit dem Bau der Startrampe für die superschwere Rakete für bemannte Missionen zum Mond und zum Mars begonnen werden,  die 2027 fertig sein soll.

Rogosin erinnerte daran,  dass hier in diesem Jahr noch zwei Starts von der Sojus-2-Rampe vorgesehen sind,  die Ende April 2016 eingeweiht worden war.

Daneben werde man das Kosmodrom in Baikonur (Kasachstan) „niemals“ aufgegeben,  betonte der Politiker. Erst dieser Tage habe man mit der kasachischen Seite beschlossen, bis 2022 eine Startrampe für den neuen Mittelklasseträger Sojus-5 zu bauen, mit dem das neue bemannte Raumschiff Federazija starten soll. Nach den bisherigen Planungen sollte diese Kapsel von einer Angara-Rakete von Wostotschny aus ins All geschossen werden.

© Gerhard Kowalski