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ISS-Kosmonaut erinnert an 80. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion

 

Moskau,  22. Juni 2021 —  Mit einem Foto der weißrussischen Stadt Brest aus der Internationalen Raumstation ISS hat der Kosmonaut Oleg Nowizki an den Überfall Nazi-Deutschlands und seiner Verbündeten vom 22. Juni vor 80 Jahren auf die Sowjetunion erinnert. Die Besatzung der Brester Festung hatte sich vier Wochen lang heldenhaft gegen die Angreifer gewehrt, konnte deren weiteren Vormarsch jedoch nicht verhindern. Die Festung wurde am 24. Juli 1944 von der Roten Armee zurück erobert. 

Das Foto,  auf dem die heutige Touristenattraktion deutlich zu erkennen ist, rufe “eines der traurigsten Daten in der Geschichte unseres Landes”  ins Gedächtnis zurück,  heißt es in dem Begleittext.

Die Gedenkfeiern in Russland zu dem Jahrestag finden wegen der Corona-Pandemie zumeist  nur lokal oder im Online-Format statt.

(c) Gerhard Kowalski 

Krikaljow  bleibt Direktor für die bemannten Programme

 

Moskau, 21. Juni 2021 —  Kommando zurück:  Der russische Ausnahmekosmonaut Sergej Krikaljow bleibt doch Direktor der GK Roskosmos für die bemannten Programme. Die Entscheidung vom 11. Juni,  ihn von dieser Funktion abzuberufen und  zum Berater von Raumfahrtchef Dmitri Rogosin zu machen,  sei revidiert worden,  melden Moskauer Medien am Montag. Damit trage man seinen Erfahrungen und Kompetenzen in diesem Bereich Rechnung.

Krikaljows Amt sollte eigentlich der Direktor für Zukunftsprogramme und Wissenschaft,  Alexander Bloschenko,  übernehmen. Der Wechsel erfolge im Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer neuen nationalen Raumstation,  hieß es.

Krikaljow hat sechs Raumflüge mit einer Gesamtdauer von 803 Tagen und acht Ausstiege in den freien Raum von insgesamt 41,5 Stunden auf seinem Konto. Bloschenko ist seit 2019 in der GK Roskosmos für die Zukunftsprogramme und die Wissenschaft verantwortlich.

© Gerhard Kowalski

ISS-Astronauten beenden zweiten Ausstieg in fünf Tagen

 

Houston,  20. Juni 2021 —  Der französische  ESA-Astronaut Thomas Pesquet und sein NASA-Kollege Shane Kimbrough haben am Sonntag ihren zweiten Ausstieg innerhalb von fünf Tagen aus der Internationalen Raumstation ISS absolviert. Wie der US-Konzern Boeing mitteilte,  entrollten sie die erste von sechs Sonnenbatterien und bereiteten die Montage der zweiten vor. Diese soll nun am Freitag bei einem zusätzlichen dritten Ausstieg angebaut werden. Die restlichen vier Batterien werden 2022 montiert.

Eigentlich war für die Montage der ersten beiden Sonnenbatterien nur je ein Ausstieg geplant. Doch am Mittwoch musste das Kontrolldisplay am Skaphander des Amerikaners nach drei Stunden neu geladen werden,  was viel Zeit in Anspruch nahm. Dadurch konnte die ersten Batterie zwar angebaut,  aber nicht voll ausgerollt werden. Das musste nun am Sonntag nachgeholt werden,  so dass die Zeit für die volle Montage der zweiten nicht ausreichte. Nach sechs Stunden und 28 Minuten kehrten die Männer wieder in die Station zurück.

Mit den sechs neuen Sonnenbatterien soll die Leistung des ISS-Kraftwerks von derzeit 160 auf 215 Kilowatt erhöht werden.

(c) Gerhard Kowalski 

Kalenderblatt 20. Juni: Ulf Merbold  wird 80

Berlin, 20. Juni 2021 —  Der deutsche Astronaut Ulf Merbold begeht am Sonntag seinen 80. Geburtstag. Der Lebensweg des promovierten Physikers aus dem thüringischen Vogtland ist mit Erstleistungen gepflastert. Er war 1983 der erste Nichtamerikaner, der mit einem US-Shuttle geflogen ist, und 1994 der erste ESA-Astronaut  an Bord der russischen MIR-Station. Zudem war er der erste Bundesbürger im All und ist bisher der einzige deutsche Dreifachflieger. Sein Name ist auch eng verbunden mit der Entwicklung des Columbus-Moduls für die Internationale Raumstation ISS und der Lösung weiterer administrativer und wissenschaftlicher Aufgaben im Rahmen der ESA.
Merbold, der vor dem Bau der Berliner Mauer aus der DDR geflohen war, hat sich den Weg in die Raumfahrt in Eigeninitiative gebahnt. Er hat zudem immer wieder versichert, dass er seinem Landsmann aus dem sächsischen Vogtland und späterem DDR-General Sigmund Jähn nicht neidete, der erste Deutsche im All gewesen zu sein. Obwohl die Lebensläufe  beider Männer unterschiedlicher nicht sein konnten, haben sie sich noch zu DDR-Zeiten auf internationalen Veranstaltungen im Westen angefreundet.
Den Fall der Mauer haben Merbold und Jähn bei einem ASE-Kongress in Saudi Arabien gemeinsam im Fernsehen erlebt. Beide hätten Tränen in den Augen gehabt, sagte der Jubilar. Er,  weil damit die deutsche Teilung überwunden war, und Jähn, weil wohl sein Lebenstraum zerstört wurde.
Nach der Wende half Merbold Jähn in einer noblen Geste, beim heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und bei der ESA als Berater Fuß zu fassen. In dieser Eigenschaft hat der ihn dann wiederum dabei unterstützt,  sich auf seine MIR-Mission vorzubereiten.
Seit dem Tod seines “guten Freundes”  Jähn im September 2019 ist Merbold nun auch der Doyen der deutschen Raumfahrer.
(c) Gerhard Kowalski

China startet neue Gruppe Erderkundungssatelliten

Peking, 18. Juni 2021 —  China hat am Freitag eine neue Gruppe von Yoagan-3009-Erderkundungssatelliten gestartet. Sie stieg vom Weltraumbahnhof Xichang in der Provinz Sichuan an der Spitze einer Trägerrakete Langer Marsch-2C auf, meldet die Nachrichtenagentur Xinhua.  Mit an Bord war auch der Satellit Tianqi-14.

Es war dies der 375. Start einer Langer Marsch-Rakete.

(c) Gerhard Kowalski

SpaceX schießt GPS-Satelliten für die U. S. Space Force ins All

 

Cape Canaveral,  17. Juni 2021 —  Der SpaceX-Konzern hat am Donnerstag erfolgreich einen GPS-Navigationssatelliten für die U. S. Space Force ins All geschossen. GPS 3 SVOS stieg um 18:09 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Falcon 9 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Dabei wurde zum ersten Mal für einen Militärsatelliten eine wiederverwendete Erststufe eingesetzt,  um Geld zu sparen,  wie es hieß.

Der neue Satellit ist der 5. der neuesten GPS-Generation für das Militär, das nunmehr über 32 solcher  Raumflugkörper verfügt.

SpaceX hat nach eigenen Angaben seit 2017 bereits 66 mal Erststufen seines schweren Trägers mehrfach eingesetzt.

(c)  Gerhard Kowalski  

Raumschiff mit drei Taikonauten an Bord legt automatisch am Basismodul der künftigen chinesischen Raumstation an (Update)

Peking  17. Juni 2021 —  Das Raumschiff Shenzhou-12 (Gottesschiff)  mit drei Taikonauten an Bord hat am Donnerstag um 9:54 Uhr deutscher Zeit automatisch  am vorderen Teil des Basismoduls Tianhe (Himmlische Harmonie) der künftigen chinesischen Raumstation Tiangong (Himmelspalast) angelegt. Das teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit. Nie Haisheng,  Liu Boming und Tang Hongbo waren um 3:22 Uhr vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet.

Das Trio soll bis September in dem Modul arbeiten. Dabei sind auch mehrere Ausstiege in den freien Raum geplant. Das ist dann der bislang längste Aufenthalt eines Chinesen im All. 

Die künftige Raumstation,  die 2022 in Betrieb genommen werden soll, wird etwa 66 Tonnen wiegen und 110 Kubikmeter Rauminhalt haben. Sie verfügt zudem über drei Kopplungsstutzen und eine Ausstiegsschleuse. 

(c) Gerhard Kowalski 

Russischer Kosmosveteran Wladimir Schatalow verstorben

Credit:ZPK

Moskau,  15. Juni 2021 —   Der russische Kosmonaut Waldimir Schatalow ist am Dienstag im Alter von 93 Jahren verstorben,  teilte die GK Roskosmos in Moskau mit. Schatalow war zwischen 1969 und 1971 dreimal im Weltraum. Dabei wurden jeweils Pionierleistungen vollbracht.

Beim ersten Flug mit Sojus 4 erfolgte erstmals eine Annäherung per Handsteuerung an das Raumschiff Sojus 5, aus dem zwei Kosmonauten erstmals über den offenen Weltraum in sein Raumschiff umstiegen. 1969 nahm er am ersten Gruppenflug von drei Raumschiffen teil. 1971 schließlich legte er als Kommandant von Sojus 10 erstmals an der Raumstation Salut an. Ein Umstieg misslang jedoch wegen eines Schadens am Kopplungsaggregat.

Von 1987 bis 1991 war der Verstorbene Chef des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau. Hier zogen zum Ende seiner Dienstzeit auch die ersten bundesdeutschen Astronauten ein,  die mit Unterstützung von Sigmund Jähn auf ihren Flug in der  Raumstation MIR vorbereitet wurden.

© Gerhard Kowalski

GLEX-2021 in Sankt Petersburg eröffnet

Credit:GK Roskosmos

Sankt Petersburg,  15. Juni 2021 —   Die Global Space Exploration Conference GLEX-2021 ist am Dienstag in Sankt Petersburg offiziell eröffnet worden. Die fünftägige Veranstaltung der russischen Raumfahrtagentur GK Roskosmos und der Internationalen Astronautischen Föderation IAF steht im Zeichen des 60. Jahrestages des historischen Fluges von Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum. Die Vertreter von rund 60 Staaten tauschen sich in der Newa-Stadt über die Gegenwart und Zukunft der Raumfahrt aus. Dazu werden über 500 Fachvorträge erwartet.

Die Menschheit stehe heute nicht nur vor der Aufgabe,  den fernen Weltraum zu erschließen. Sie müsse auch dafür sorgen,  unseren Planeten vor Gefahren aus dem Weltraum zu schützen,  sagte GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin namens der Gastgeber. IAF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund betonte, die Konferenz im Gagarin-Jahr sei besonders dafür geeignet,  eine Bilanz der Weltraumforschung in den vergangenen Jahrzehnten zu ziehen und die künftigen neuen Aufgaben  gemeinsam festzulegen.

© Gerhard Kowalski

Putin: Russland zur weiteren Zusammenarbeit mit den USA im Weltraum bereit

Credit:Präsidialamt

Moskau/Washington,  15. Juni 2021 —  Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin weiterhin zur Zusammenarbeit mit den USA im Weltraum bereit. Eine ebensolche Kooperation pflege man auch mit China und anderen Partnern in diesem Bereich,  fügte er in einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender NBC zu seinem Treffen mit US-Präsident Joe Biden am Mittwoch in Genf hinzu.

Die Zusammenarbeit im Weltraum mit den USA „ist ein gutes Beispiel dafür,  wie es uns in den vergangenen Jahren gelang, ungeachtet der Probleme in den politischen Beziehungen die Partnerschaft aufrechtzuerhalten und von beiden Seiten zu schätzen“, betonte Putin.

Der Präsident verneinte die Frage,  ob Russland,  wie vom GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin angekündigt,  aus der Internationalen  Raumstation ISS aussteigen werde,  wenn die USA ihre Sanktionen gegen einen russischen Raketenproduzenten und ein Wissenschaftsinstitut nicht aufheben. Da habe man Rogosin „nicht richtig verstanden“,  sagte er.

© Gerhard Kowalski