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Start des Mehrzwecklabormoduls Nauka auf den Sommer verschoben

Credit:RKK Energija

Moskau,  22. Januar 2021 —  Die Verschiebe-Arie des Starts des russischen Mehrzwecklabormoduls (MLM ) Nauka (Wissenschaft) geht weiter. Nach den letzten Plänen sollte das Modul im April auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS geschickt werden. Nun wurde als neues Startdatum der Sommer genannt. Es werde wohl Juli werden,  sagte der Flugleiter des russischen ISS-Segments,  Wladimir Solowjow,  am Freitag in einem Fernsehinterview. Einen genauen Grund dafür nannte er nicht. In den letzten Tagen wurde aber mitgeteilt,  dass die Vorstartüberprüfung des Moduls erst zu 83 Prozent abgeschlossen ist.

Das Modul war 1995 (!) als Double für das erste russische ISS-Modul Sarja gebaut worden. 2004 entschloss man sich,  es umzurüsten und 2007 zur ISS zu starten. Das konnte dann nicht stattfinden, weil inzwischen das Treibstoffrohrsystem verschmutzt war und komplett ausgetauscht werden musste.

Wenn Nauka im Sommer dann rund zehn Tage nach dem Start in Baikonur (Kasachstan) die ISS erreicht,  stehen noch umfangreiche Integrationsarbeiten bevor. Die erfordern unter anderem nach Angaben von Solowjow allein sieben bis acht Ausstiege in den freien Raum,  um eine Vielzahl von Kabeln zu verlegen. Mit dem Modul erhält das russische Segment erstmals eine umfangreiche Forschungsbasis sowie eine dritte Schlafkabine und eine zweite Toilette.

© Gerhard Kowalski

ISS-Umlaufbahn um 1,25 Kilometer angehoben (Update)

Credit:  GK Roskosmos

Moskau,  21. Januar 2021 —  Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag für den geplanten russischen Besatzungswechsel im April um 1,25 Kilometer angehoben worden. Dazu wurden die Triebwerke des Frachtraumschiffes Progress MS-14 um 17:14 Uhr deutscher Zeit für 417,5 Sekunden gezündet,  teilte die GK Roskosmos mit. Die mittlere Bahnhöhe berträgt nunmehr 419,79 Kilometer

Die Bahnkorrektur dient der Schaffung optimaler ballistischer Bedingungen für die Kopplung des neuen Raumschiffes Sojus MS-18 am 9. April und die Landung des Raumschiffes Sojus MS-17 am 17. April.

© Gerhard Kowalski

 

Rogosin bedankt sich beim scheidenden NASA-Chef Bridenstine

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  21. Januar 2021 —   Der Generaldirektor der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  hat dem scheidenden Administrator der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  für die Zusammenarbeit gedankt. “Ungeachtet der bekannten Widersprüche haben unsere Länder immer eng in der Raumfahrt und besonders im Rahmen der ISS zusammengewirkt“, schreibt Rogosin auf Twitter. Bridenstine habe dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Der NASA-Chef scheidet mit dem Präsidentenwechsel in den USA freiwillig aus dem Amt.

Inzwischen melden russische Medien,  dass die NASA im Zuge der Wiederaufnahme der eigenen bemannten Raumfahrtaktivitäten die Zahl ihrer ständigen Vertreter in Russland reduzieren werde. Das gelte aber nicht für die Arbeitsgruppe im Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau, die für das Zusammenwirken mit dem NASA-Kontrollzentrum in Houston (Texas) sorgt.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt 60 Starlink-Internetsatelliten auf ihre Umlaufbahn

Credit:NASA

Cape Canaveral,  20. Januar 2021 —   Eine Falcon 9 von SpaceX hat am Mittwoch 60 Starlink-Internetsatelliten auf ihre Umlaufbahn gebracht. Die schwere Trägerrakete hob um 14:02 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab,  teilte Elon Musk auf Twitter mit. Zwei Startversuche mussten an den Vortagen abgesagt werden, weil unter anderem die Witterungsbedingungen so schlecht waren,  dass die sichere Rückkehr der ausgebrannten Erststufe der Rakete auf die schwimmende Plattform im Atlantik nicht gewährleistet war.

Mit dem neuen Start erhöht sich die Zahl der Starlink-Breitbandsatelliten,  die jeweils rund 260 Kilogramm wiegen und die Erde in rund 550 Kilometern Höhe umkreisen,  auf 1.015 Stück. SpaceX hat die Genehmigung für insgesamt 12.000 solcher Raumflugkörper.

© Gerhard Kowalski

US-Lebensmittelhilfe für russische ISS-Kosmonauten

Credit:GK Roskosmos

Houston,  19. Januar 2021 —  Mit einer großzügigen Spende hat die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA den beiden russischen Kosmonauten in der Internationalen Raumstation ISS aus einer misslichen Lage geholfen. Weil der Progress MS-16-Frachter im Dezember nicht zur Station starten konnte, wurden für Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschkow die Lebensmittel knapp,  wie die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Dienstag meldet.

Deshalb habe das zuständige Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) die amerikanische Seite gebeten, den Verpflegungsnachschub mit einem ihrer Frachter zur ISS mitzunehmen,  heißt es weiter. Die Amerikaner hätten daraufhin gesagt,  dass das nicht notwendig sei. Man habe genügend Vorräte an Bord, um die Kosmonauten problemlos mit versorgen zu können. Das sei dann auch in Form von 13 Lebensmittelcontainern geschehen,  die zudem kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

Der russische Frachter konnte am 11. Dezember wegen erforderlicher „zusätzlicher Überprüfungen“  nicht starten. Er soll nunmehr am 15. Februar losgeschickt werden. Mit an Bord ist dann auch neben russischer Kosmosnahrung  ein Reparatur-Kit für die Abdichtung von scheinbar zwei Lecks im Swesda-Modul.

© Gerhard Kowalski

Gagarin-Jubiläum:  Russland plant UNO-Diskussion zur bemannten Raumfahrt

Credit:G. Kowalski

Moskau,  19. Januar 2021 —   Knapp drei Monate vor dem 60. Jahrestag des historischen Raumfluges von Juri Gagarin vom 12. April 1961 nehmen die Vorbereitungen auf dieses Jubiläum in Russland Fahrt auf. So plane man im UNO-Raumfahrtkomitee eine Diskussion über die Geschichte und Entwicklungsperspektiven der bemannten Raumfahrt,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS. Sie beruft sich dabei auf einen „Plan zur Vorbereitung und Durchführung“  der Jubiläumsfeierlichkeiten. Die UNO-Maßnahme werde von der GK Roskosmos finanziell unterstützt.

Zudem planten russische Organisationen die Ausgabe von Sonderbriefmarken und -stempeln,  Gedenkmedaillen und Souvenirs,  heißt es weiter. Die Zentralbank bringe eine silberne 25-Rubel-Münze heraus.

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Virgin Orbit startet erstmals Trägerrakete von einem Flugzeug ins All

Credit:Virgin

Washington,  18. Januar 2021 —   Das Unternehmen Virgin Orbit von Richard Branson hat erstmals erfolgreich eine Trägerrakete von einem Flugzeug ins All geschossen. Die LauncherOne-Rakete, die unter einer Tragfläche eines Boeing 747-Trägerjets angebracht war,  beförderte am Sonntag vor der kalifornischen Küste zehn CubSats auf ihre Umlaufbahn,  teilte der Konzern via Twitter mit. Ein erster solcher Versuch war vor knapp zwei Jahren gescheitert.

Das NewtonThree-Triebwerk des 21 Meter langen und 29 Tonnen schweren Zweistufen-Trägers wurde in zehn Kilometern Höhe gezündet. Branson kommentierte die gelungene Premiere mit den Worten Virgin Orbit habe etwas erreicht, was viele für unmöglich gehalten hätten. “Ein neues Tor zum Weltraum ist gerade aufgegangen.“

© Gerhard Kowalski

 

NASA testet Trägersystem für Artemis-Mondmission

Washington,  17. Januar 2021 —   Die US-Luft-  und Raumfahrtbehörde NASA hat am Samstag einen Triebwerkstest ihres Space Launch Systems (SLS) für den ersten Flug im Rahmen des Artemis-Mondprogramms  durchgeführt. Dazu wurden im Stennis Space Center in der Nähe von Bay St. Louis (Mississippi) die vier RS-25-Motoren für etwas mehr als eine Minute gezündet,  teilte de NASA mit. Dabei seien  1,6 Millionen Pfund Schub erzeugt worden.

Der Testplan habe vorgesehen, dass die Triebwerke für etwas mehr als acht Minuten lang gezündet werden,  heißt es weiter. Das Team habe den Countdown erfolgreich abgeschlossen und die Motoren gezündet, die aber etwas mehr als eine Minute danach abgestellt worden seien. Die Teams werteten nun die Daten aus, um festzustellen, was das vorzeitige Herunterfahren verursacht hat. „Der Test am Samstag war ein wichtiger Schritt vorwärts, um sicherzustellen, dass die Kernstufe der SLS-Rakete für die Artemis I-Mission bereit ist, die Besatzung auf zukünftige Missionen mitzunehmen“, kommentierte NASA-Administrator Jim Bridenstine. Das Team habe den Countdown erfolgreich durchgearbeitet, die Motoren gezündet und wertvolle Daten für „unseren Weg nach vorne“  gesammelt.

© Gerhard Kowalski

Wie die Satellitenkommunikation Breitbandausbau und 5G unterstützen kann

Köln,  16. Januar 2021 —  Der Breitbandausbau in Deutschland kommt gerade in ländlichen Regionen nur langsam voran. Dabei ist ein gut ausgebautes und stabiles Netz Voraussetzung für unseren Alltag – nicht zuletzt für die flächendeckende Möglichkeit von Homeoffice. Bund und Länder stellen eine zweistellige Milliardensumme zur Förderung des Breitbandausbaus zur Verfügung. Doch die „Evolution“ leistungsfähiger Netze lahmt nicht zuletzt auch wegen begrenzter Tiefbaukapazitäten.

Hilfe kann hier aus dem Weltraum kommen. Technologische Fortschritte in der Satellitenkommunikation legen den Grundstein, um un-  oder unterversorgte Haushalte und Gemeinden mit einem schnellen Internetanschluss auszustatten. „Datenraten bis zu 100 Mbit/s im Download und 6 MBit/s im Upload sind mit modernen,  geostationären Satelliten möglich. Kommende Satellitengenerationen und Konstellationen im niedrigen Erdorbit versprechen weiter steigende Datenraten“,  sagte Walther Pelzer,  Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und Leiter der deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

Seit 2018 unterstützt das DLR Raumfahrtmanagement unter anderem im Rahmen des „Digital Gipfels“ der Bundesregierung  gemeinsam mit Institutionen, Firmen und Verbänden die Digitalbranche dabei, den Nutzen der Satellitentechnologie für die Digitalisierung in den Fokus zu stellen. Zudem hat es gemeinsam mit den Partnern Eutelsat und Airbus die Initiative Dorf.digital gestartet. Die Hardware besteht bei einem satellitengestützten Internetzugang aus einer Parabolantenne und einem speziellen Sende-  und Empfangs-Modul mit Modem. „Diese Hardware schlägt mit Kosten von im Schnitt einigen Hundert Euro, abhängig von Leistungsfähigkeit und Installationsaufwand, für den Verbraucher zu Buche“,  sagte Pelzer.

© Gerhard Kowalski

 

Mission InSight: DLR-Mars-Maulwurf am Ende seiner Reise angekommen

Credit:NASA

Köln,  15. Januar  2021 —  Zwei Jahre lang hat der Mars-Maulwurf versucht, sich tiefer in den Boden des Roten Planeten einzugraben. Jetzt ist seine Reise zu Ende. Wissenschaftler und Ingenieure am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena (Kalifornien) haben bis zuletzt daran gearbeitet, den Maulwurf zum Graben in die Zieltiefe von fünf Metern zu bringen. Er sollte an Bord der NASA-Landesonde InSight unterhalb der Mars-Oberfläche Temperatur und Wärmefluss messen. In den vergangenen Monaten hat man den Maulwurf noch unter die Oberfläche bekommen und seitliche Hohlräume mit Marsboden verfüllt. Durch die zusätzliche seitliche Reibung sollte er dann weiter vordringen können. Doch trotz sorgfältiger Vorbereitung brachten leider auch 500 Hammerschläge am 9. Januar keinen erkennbaren Fortschritt.

„Wir haben alles gegeben, was möglich war. Aber der Mars und unser tapferer Maulwurf passten einfach nicht zusammen“, teilte das DLR nun in Köln mit. „Erfreulicherweise haben wir viele Erfahrungen gesammelt, die zukünftigen Mars-Missionen helfen können, unter die Oberfläche zu gelangen.“  Das Interesse an der Erforschung des Mars-Untergrunds sei „weiterhin hoch“.

© Gerhard Kowalski