Archiv

Artikel

  • 1823422 Besucher

Havarie-Kommission: Ursache für Sojus-Fehlstart war Software-Problem in der Oberstufe

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  12. Dezember 2017 —   Die Havarie-Kommission zur Untersuchung des Fehlstarts der Sojus-2.1b-Trägerrakete mit dem Satelliten Meteor-M Nr. 2-1 und 18 Nano-Sputniks vom 28. November hat am Dienstag ihre Ergebnisse vorgestellt. Der Fehlstart sei durch ein Softwareproblem im Orientierungssystem der Fregat-Oberstufe hervorgerufen worden,  wurde in Moskau mitgeteilt. Die Fregat-Oberstufe hatte die vorausberechnete Umlaufbahn dadurch nicht erreicht und ist wahrscheinlich über dem Nordatlantik abgestürzt. An Bord befand sich auch der deutsche Nano-Satellit D-Star One.

Inzwischen versucht eine Sonderkommission unter Leitung von GK Roskosmos-Chef Igor Komarow,  den oder die Schuldigen für den Fehler zu ermitteln. Das Ergebnis soll zum Monatsende bekanntgegeben werden.

Der für den 22. Dezember vom neuen Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet vorgesehene dritte Start wurde indes auf Ende Januar verschoben. Davon betroffen sind auch vier Nano-Satelliten der Technischen Universität Berlin (TUB).

© Gerhard Kowalski

USA wollen erneut Astronauten zum Mond schicken –   Trump unterzeichnet Direktive zur Erschließung des Alls

Credit:  NASA

Washington,  12. Dezember 2017 —  Die USA wollen erneut Astronauten zum Mond schicken und damit die Grundlage für die Entsendung von Menschen zum Mars schaffen. Das betonte Präsident Donald Trump am Montag in Washington bei der Unterzeichnung einer speziellen Direktive für die NASA zur Erschließung des Alls.

Die Direktive ändere die Prioritäten des US-Weltraumprogramms,  sagte Trump. Das sei ein wichtiger Schritt zur Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond nach 1972. „Und diesmal planen wir nicht nur, unsere Fahne aufzupflanzen und unsere Spuren zu hinterlassen, sondern wir legen auch die Grundlage für einen Flug zum Mars.“ Damit erneuert Trump das von seinem Vorgänger Barack Obama eingestellte Mondprogramm. Einen Zeitpunkt dafür nannte er allerdings nicht.

In einer ersten Reaktion hat der russische Senator Alexej Puschkow die Frage gestellt,  wie die Amerikaner zum Erdtrabanten kommen wollen,  ohne die dafür erforderlichen Raketentriebwerke zu haben. Die USA könnten derzeit ohne die Russen nicht einmal bemannt zur Internationalen  Raumstation ISS fliegen.

Der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Igor Komarow,  hatte allerdings vor kurzem darauf aufmerksam gemacht,  dass die USA „früher oder später“ die russischen Triebwerke für ihre Atlas-Trägerraketen durch eigene ersetzen werden.

© Gerhard Kowalski

Rogosin:  Havarie-Kommission zu Wostotschny-Fehlstart hat Arbeit beendet –  Ergebnis wird am Dienstag verkündet

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  11. Dezember 2017 —   Die Havarie-Kommission zur Untersuchung des Fehlstarts der Sojus-2.1b-Trägerrakete mit dem Satelliten Meteor-M Nr. 2-1 und 18 Nano-Sputniks vom 28. November hat ihre Arbeit beendet. Das Ergebnis werde aber erst am Dienstag verkündet,  teilte der für das Militär und die Raumfahrt zuständige russische Vizepremier Dmitri Rogosin mit.

Die Fregat-Oberstufe der Rakete hatte mit ihren Satelliten,  darunter auch ein deutscher,  die vorausberechnete Umlaufbahn nicht erreicht und ist wahrscheinlich über dem Nordatlantik abgestürzt. Es war dies der zweite Start vom neuen Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet.

© Gerhard Kowalski

 

China startet erfolgreich ersten algerischen Kommunikationssatelliten

Peking,  11. Dezember 2017 —   China hat am Montag erfolgreich den ersten algerischen Kommunikationssatelliten gestartet. Alcomsat-1 stieg an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Langer Marsch-3B vom Weltraumbahnhof Xichang in der Südwestprovinz Sichuan auf,  teilte die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua in Peking mit.

Der Satellit dient der Übertragung von Rundfunk-  und Fernsehsignalen sowie der Navigation,  dem Bildungsfernsehen und dem Zugang zum Breitband-Internet.

© Gerhard Kowalski

Sawinychs Tagebuch erschienen:  Salut-7 – Aufzeichnungen aus einer „toten Station“

Credit:G. Kowalski

Moskau,  10. Dezember 2017 —   1985 haben die sowjetischen Kosmonauten Wladimir Dshanibekow und Wiktor Sawinych in einer höchst gewagten Aktion die außer Kontrolle geratene Raumstation Salut-7 gerettet. Wäre ihnen das nicht gelungen,  wäre der 20 Tonnen schwere Koloss ungesteuert mit nicht absehbaren Folgen auf die Erde gestürzt.

Rechtzeitig zu dem reißerischen russischen Spielfilm „Salut-7“,  der das Drama als Wettlauf gegen die Absicht der Amerikaner darstellt,  die Station mit einem Space Shuttle zu kapern,  erschien nun in einem Moskauer Verlag unter dem Titel Salut-7 –  Aufzeichnungen aus einer „toten Station“ das Tagebuch Sawinychs.

Darin schildert der Dreifachkosmonaut das wahre Geschehen und die Dramatik der Rettungsaktion,  die lange Zeit von der Sowjetpropaganda geheim gehalten wurde. Während Dshanibekow und er ins „Ungewisse“  geflogen seien,  um die Station wieder zum Leben zu erwecken, was letztlich glücklicherweise gelang,  habe die offizielle Nachrichtenagentur TASS  „munter“  berichtet, dass die Mannschaft an Bord des Havaristen „planmäßige Arbeiten“ durchführe, sich gut fühle und bei guter Laune sei,  schreibt der Autor.

Zum Schluss des Buches lüftet Sawinych noch ein anderes Geheimnis. Er beschreibt,  wie der Kosmonaut Wladimir Wasjutin,  der dann nach der gelungenen Rettung zusammen mit Alexander Wolkow als erste Besuchsbesatzung zur Station gekommen war,   schwer erkrankte. Deshalb musste der Flug nach 64 Tagen vorzeitig abgebrochen werden. Wie sich herausstellte,  hatte Wasjutin die Krankheitssymptome bereits vor dem Start,  sie aber vor den Ärzten verschwiegen. Aus Enttäuschung darüber habe Energija-Chefkonstrukteur Walentin Gluschko in einem Brief an das Zentralkomitee der KPdSU gefordert,  Wasjutin nicht wie üblich mit dem Goldenen Stern eines Helden der Sowjetunion auszuzeichnen,  da er gegen wichtige und verbindliche Kosmonauten-Regeln verstoßen habe. Dem sei aber nicht stattgegeben worden,  weil man dann in Erklärungsnot geraten wäre.

© Gerhard Kowalski

Russischer Experte:  Nordkorea vor Abschluss der Entwicklung von zwei Satelliten

Wladiwostok,  8. Dezember 2017 —  In Nordkorea steht die Entwicklung von zwei Satelliten vor dem Abschluss. Dabei handele es sich um einen Erderkundungssatelliten von mehr als 100 Kilogramm und um einen Nachrichtensatelliten mit einem Gewicht von über einer Tonne,  teilte der russische Experte für das nordkoreanische Raketen-  und Atomprogramm,  Wladimir Chrustaljow,  der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag mit.

Die Optik des ersten Satelliten soll eine Auflösung von mehreren Metern ermöglichen, fügte der Experte hinzu,  der vor kurzem in Nordkorea mit hochrangigen Vertretern der Branche zusammengetroffen war. Der Nachrichtensatellit soll in eine geostationäre Umlaufbahn geschossen werden.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:  Wladimir Schatalow

Credit:ZPK

Berlin,  8. Dezember 2017 —   Der russische Kosmosveteran Wladimir Schatalow begeht am heutigen Freitag seinen 90. Geburtstag. Mit dem Namen des Dreifachkosmonauten,  der am 8. Dezember 1927 in Petropawlowsk (Kasachstan) geboren wurde,  sind zahlreiche kosmische Erstleistungen verbunden.

So führte er bei seinem ersten Flug im Januar 1969 die erste Handkopplung an ein anderes Raumschiff durch. Dadurch entstand der erste experimentelle Weltraumkomplex. Im selben Jahr nahm er am ersten Gruppenflug von drei Sojus-Raumschiffen teil. Schließlich koppelte er 1971 als Erster an der Raumstation Salut an. Da dabei der Kopplungsstutzen seines Sojus-Raumschiffes beschädigt wurde,  konnte er allerdings nicht in die Station umsteigen. Insgesamt war der Jubilar knapp zehn Tage im All.

1971 schied Schatalow aus dem Kosmonautenkorps aus und wurde im Generalsrang zum Gehilfen des Oberkommandierenden der Luftstreitkräfte der UdSSR für die Vorbereitung und Absicherung von Weltraumflügen ernannt. In dieser Eigenschaft war er auch bis 1991 Mitglied  der Staatlichen Kommission für bemannte Raumflüge.

Ab 1987 fungierte Schatalow bis zu seiner Entlassung in die Reserve im September 1991 auch als Chef des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau.

In der Wendezeit spielte Schatalow eine positive Rolle bei der Einbeziehung von DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn in die nunmehr gesamtdeutsche Raumfahrt.

© Gerhard Kowalski

Unternehmen Eurobox –  Uni Hohenheim erforscht Wachstum von Nervenzellen in der ISS

Credit:Uni Hohenheim

Stuttgart,  7. Dezember 2017  —   Die Universität Hohenheim in Stuttgart will im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekts das Wachstum von Nervenzellen in der Internationalen Raumstation ISS untersuchen. Die Zellen sollen beim Unternehmen Eurobox in einer Brutkiste mit dem nächsten Dragon-Frachter auf die Umlaufbahn geschickt werden. Der Start ist derzeit für den 12. Dezember geplant.

Zwei Wochen lang sollen die menschlichen Zellen dort  wachsen,  bevor sie wieder zur Erde zurückkehren und dann in Hohenheim analysiert werden. „Wir wollen untersuchen,  ob dieser Prozess in der Schwerelosigkeit genau so funktioniert wie auf der Erde“,  erklärte Claudia Koch vom Fachgebiet für Membranphysiologie der Universität. Bei Parabelflügen sei das Verhalten von Zellen unter schwerelosen Bedingungen auf der Erde bereits untersucht worden. Nun träten sie die Reise ins All an. „Falls irgendwann ein Mensch im All geboren wird,  wissen wir dann,  ob sich Nervensysteme in der Schwerelosigkeit normal entwickeln würden.“

© Gerhard Kowalski

 

 

US-Frachter von der ISS abgekoppelt

Credit:  NASA

Houston,  7. Dezember 2017 —   Ein Cygnus-Frachter des US-Unternehmens Orbital ATK hat am Mittwoch nach 22-tägigem Gemeinschaftsflug von der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt. In den nächsten Tagen wird er noch  14 CubeSats,  die wissenschaftlichen Zwecken dienen,  aussetzen,  teilte die US-Luft-  und Raumfahrtbehörde NASA in Houston (Texas) mit. Dann taucht er am 18. Dezember in die dichten Schichten der Atmosphäre ein und verglüht.

Das unbemannte Raumschiff hatte bei der 8. Cygnus-Versorgungsmission am 14. November rund 3,3 Tonnen Nachschub zur ISS gebracht. Es war mit einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops (Virginia) gestartet.

© Gerhard Kowalski

ISS-Besatzungen für 2018 bestätigt

Credit:NASA

Moskau,  5. Dezember 2017 —   Eine Interministerielle Kommission hat jetzt die Besatzungen für die Flüge zur Internationalen Raumstation ISS für 2018 offiziell bestätigt. Wie die Moskauer Zeitschrift Nowosti kosmonawtiki weiter berichtet,  wird die Besatzung des russischen ISS-Segments ab September kommenden Jahres wieder von zwei auf drei Mitglieder aufgestockt.

So starten im März der Russe Oleg Artemjew sowie die Amerikaner Andrew Feustel und Richard Arnold mit Sojus MS-08 zur Station. Ihnen folgen im Mai  Sergej Prokopjew (Russland),  Alexander Gerst (ESA/Deutschland) und Jeanette Epps (USA) mit Sojus MS-09.

Im September sind dann Alexander Owtschinin und Nikolai Tichonow (beide Russland) sowie Tyler Hague (USA) mit Sojus MS-10 an der Reihe. Damit erhöht sich die Zahl der russischen Kosmonauten in der ISS wieder auf drei. Sie war im April dieses Jahres bis zum Start des neuen russischen Mehrzwecklabormoduls Nauka (Wissenschaft),  der nun im Herbst erfolgen soll,  reduziert worden.

Für November ist der letzte Start des Jahres geplant. Dabei fliegen Oleg Kononenko (Russland),  David Saint-Jacques (Kanada) und Serena Aunon-Chancellor (USA) mit Sojus MS-11 zur Station.

© Gerhard Kowalski