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Russland sucht Bewerber für dritten Sojus-Platz im März

GK RoskosmosGuadalajara,  27. September 2016 —  Russland sucht einen geeigneten Bewerber für den frei werdenden dritten Platz in seinem Sojus MS-Raumschiff,  das im März zur Internationalen Raumstation ISS fliegen soll. Derzeit werde darüber mit den ISS-Partnern gesprochen,  berichtet das Portal Spacenews unter Berufung auf den Chef für bemannte Raumflüge des Staatskonzerns GK Roskosmos, Sergej Krikaljow. „Wir erwarten, dass  sie Interesse zeigen“, habe Krikaljow am Rande des 67. IAF-Kongresses in Guadalajara (Mexiko) hinzugefügt.

Russland plant jedoch nicht,  diesen Platz an Weltraumtouristen zu vergeben. Notfalls soll in dem Raumschiff eine zusätzliche Nutzlast von etwa 80 Kilogramm platziert werden. Dabei könnte es sich um ein wissenschaftliches Experiment handeln, das dann schnell wieder auf die Erde zurückgebracht wird.

Russland hatte vor kurzem ankündigt,  ab März kommenden Jahres die Zahl seiner ISS-Besatzungsmitglieder von drei auf zwei zu verringern. Die Maßnahme, die mit der Notwendigkeit der Effektivitätssteigerung und der Kostensenkung begründet wird,  soll bis zum Start des neuen Multifunktionalen Labormoduls (MLM) Nauka (Wissenschaft) voraussichtlich im Dezember 2017 zur ISS gelten.

© Gerhard Kowalski

Russland: Drei Kosmonauten im September aus dem aktiven Dienst ausgeschieden

LOGO ZPKSternenstädtchen,  25. September 2016 —  Das russische Kosmonautenkorps hat im September drei seiner Mitglieder verloren. Juri Malentschenko,  Maxim Surajew und Jelena Serowa sind ausgeschieden,  teilte das Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau mit.

Malentschenko bleibe jedoch der Raumfahrt erhalten, heißt es weiter. Er sei zum Chef einer Abteilung des Zentrums ernannt worden. Surajew und Serowa gehen in die Politik. Sie wurden vor kurzem zu Abgeordneten der Staatsduma gewählt.

Das Kosmonautenkorps des ZPK hat damit derzeit noch 31 Mitglieder,  darunter nur eine Frau. Hinzu kommen mit Alexander Kaleri und Pawel Winogradow noch zwei weitere aktive Kosmonauten,  die jedoch bei der RKK Energija angebunden sind.

© Gerhard Kowalski

SpaceX: Riss in einem Heliumtank war Ursache für Falcon 9-Explosion

Credit:SpaceX

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  24. September 2016 —  Ein Riss in einem Heliumtank der zweiten Raketenstufe war die Ursache für die Explosion einer  Falcon 9 des privaten US-Unternehmens SpaceX  am 1. September auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida). Dabei waren bei der Betankung die Rakete und der israelische Kommunikationssatellit Amos 6  zerstört worden. Wie SpaceX-Chef Elon Musk am Wochenende mitteilte, können die Falcon 9-Starts voraussichtlich im November wieder aufgenommen werden. Er hatte zuvor die Explosion als den bisher größten Misserfolg in der 14-jährigen Geschichte des Unternehmens bezeichnet.

Bereits am 28. Juni vergangenen Jahres war eine Falcon 9,  die einen Dragon-Frachter zur ISS bringen sollte, wenige Minuten nach dem Start explodiert.

© Gerhard Kowalski

 

Russen wollen chinesische Überfluggebiete für ihre leichten Proton-Raketen pachten

Roskosmos KG LogoMoskau,  23. September 2016 —  Russland will riesige Gebiete im Nordwesten Chinas pachten, um die Starts ihrer künftigen leichten Proton-Trägerraketen ab dem Jahr 2020 abzusichern. Es gehe dabei um rund 10.000 Quadratkilometer Land im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjing,   die als sogenannte Fallrayons für die Nutzlastverkleidung ausgewiesen werden,  berichtet die Moskauer Zeitung Iswestija  unter Berufung auf den Staatskonzerns GK Roskosmos.  Bei einem Bahnneigungswinkel zwischen 46 und 49,3 Grad überfliegen die Träger, die in Baikonur (Kasachstan) starten, auf ihrem Weg ins All dieses Gebiet.

Kommt es zu dem angestrebten Pachtvertrag,  dürfen in dem betroffenen Bereich keine Industrieobjekte und Städte gebaut werden. Bei Starts muss die dort ansässige Bevölkerung auch zeitweilig evakuiert werden.

Russland hat solche Verträge schon seit langem mit Kasachstan und bezahlt dafür jährlich umgerechnet rund 420.000 Euro an Astana.

Die leichte Proton basiert auf der ersten und dritten Stufe  ihrer schweren Schwester und kann 1,45 Tonnen in den geostationären Orbit und 3,6 Tonnen in den geostationären Übergangsorbit befördern.

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Sojus MS-02: Kurzschluss durch mechanische Beschädigung an der Nutzlastverkleidung verursacht

Energija LogoMoskau,  22. September 2016 –  Die Ursache für den Kurzschluss am russischen Raumschiffs Sojus MS-02 ist gefunden. Bei der Montage der Nutzlastverkleidung sei es zu einer mechanischen Beschädigung gekommen. Nunmehr werde der Schaden behoben,  teilte der Generaldirektor des Sojus-Herstellers RKK Energija,  Wladimir Solnzew,  mit. Danach müsse das Raumschiff noch einmal den gesamten Testzyklus durchlaufen.

Sollte das reibungslos erfolgen, könnte das Raumschiff, das eigentlich am (morgigen ) Freitag starten sollte, zwischen dem 12. und 20. Oktober fliegen, melden russische Medien. Gelinge dies nicht, gebe es noch die Möglichkeit, dass Andrej Borissenko,  Sergej Ryshikow (beide Russland) und Shane Kimbrough (USA) am 1. November mit dem Nachfolger-Raumschiff Sojus MS-03 aufsteigen, das in Baikonur bereits für seinen Start Mitte November vorbereitet wird.

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ESA für Beibehaltung der sechsköpfigen ISS-Stammbesatzung – Bisher kein Angebot für Kauf zusätzlicher Sojus-Plätze

esa_logoMoskau, 21. September 2016 —  Die Europäische Weltraumorganisation ESA setzt sich für die Beibehaltung der bisherigen sechsköpfigen Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS ein. „Wir sind der Ansicht,dass die bestehende Mannschaft aus sechs Mitgliedern die optimale Besetzung für die Bedienung der Station und die Durchführung der wissenschaftlichen Experimente ist“, sagte der offizielle ESA-Vertreter in Moskau,René Pischel, am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Er reagierte damit auf die Ankündigung der Russen,  ab März kommenden Jahres die Zahl ihrer ISS-Besatzungsmitglieder von drei auf zwei zu verringern. Die Maßnahme, die mit der Notwendigkeit der Effektivitätssteigerung und der Kostensenkung begründet wird, soll bis zum Start des neuen Multifunktionalen Labormoduls (MLM) Nauka (Wissenschaft) voraussichtlich im Dezember 2017 zur ISS gelten.

Auf die Frage,  ob der Staatskonzern GK Roskosmos der ESA schon angeboten habe, einen der freiwerdenden Plätze in den Sojus-Raumschiffen zu kaufen, fügte Pischel hinzu: „Was die europäischen Astronauten angeht, habe ich bisher kein offizielles Angebot von Roskosmos gesehen, in dem der ESA vorgeschlagen wird, einen solchen Platz zu erwerben.“

(Siehe dazu auch meinen Beitrag bei Spiegel Online)

© Gerhard Kowalski

Konfusion um den Start von Sojus MS-02

 

Roskosmos KG LogoMoskau,  20. September 2016 –  Um den Start des russischen Raumschiffs Sojus MS-02 herrscht große Konfusion. Während der Staatskonzern GK Roskosmos am Dienstag mitteilte, dass es noch keinen neuen Termin für den verschobenen Start vom 23. September gebe, spricht die US-Luft- und Raumfahrtagentur NASA vom 1. November als neuem Datum.

Es werde noch an der Beseitigung der Ursachen des Kurzschlusses gearbeitet, heißt es weiter bei Roskosmos. Erst wenn dies geschehen sei, könne die Staatliche Kommission über ein neues Startdatum entscheiden.

Nach Medienberichten sind die Besatzung mit Andrej Borissenko,  Sergej Ryshikow (beide Russland) und Shane Kimbrough (USA) und ihre Doubles inzwischen vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) wieder ins Sternenstädtchen bei Moskau zurückgekehrt.

Wie Roskosmos ferner betont,  wird indes weiter planmäßig an der Vorbereitung des Starts von Sojus MS-03  gearbeitet, der für den 16. November vorgesehen ist.

© Gerhard Kowalski

 

Medien: Kurzschluss verhinderte pünktlichen Start von Sojus MS-02 zur ISS

Credit:ZPK

Credit:ZPK

Moskau,  19. September 2016 –  Ein Kurzschluss im Bereich der Nutzlastverkleidung hat angeblich den für den 23. September geplanten Start des Raumschiffes Sojus MS-02 zur Internationalen Raumstation ISS verhindert. Derzeit werde intensiv an der Lokalisierung des Fehlers und seiner Beseitigung gearbeitet,  berichten Moskauer Medien. Möglicherweise kehren die Besatzung mit Andrej Borissenko,  Sergej Ryshikow (beide Russland) und Shane Kimbrough (USA) und ihre Doubles am Montag von Baikonur (Kasachstan) wieder ins Sternenstädtchen bei Moskau zurück, hieß es weiter.

Der Defekt war Ende vergangener Woche bei elektrischen Kontrolltests auf dem Kosmodrom entdeckt worden. Bisher hat die Staatliche Kommission,  die den Start freigibt,  keinen neuen Termin anberaumt.

Einige Medien gehen davon aus,  dass sich die Mission jetzt bis Ende Oktober verzögern und dann notfalls sogar mit einem alten analogen Raumschiff der Sojus TMA-M-Serie erfolgen könnte. Wäre dem so,  würde sich die Rückkehr von Anatoli Iwanischin (Russland),  Kate Rubins (USA) und Takuya Onishi (Japan), die für den 30. Oktober geplant ist, verzögern. Das Trio ist derzeit 73 Tage auf der Umlaufbahn.

Eigentlich war die TMA-M-Serie mit der Landung der Nummer 20 am 7. September für abgeschlossen erklärt worden. Die neue MS-Serie (MS steht für Modernisiertes System) ist digitalisiert und verfügt über rundum bessere Parameter als der Vorgänger.

© Gerhard Kowalski

Russland verschiebt aus technischen Gründen Raumschiffstart zur ISS

Credit:ZPK

Credit:ZPK

Moskau,  18. September 2016 —  Russland hat den für den 23. September geplanten Start des Raumschiffes Sojus MS-02 zur Internationalen Raumstation ISS auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Ursache gab der Staatskonzern GK Roskosmos nicht näher benannte „technische Gründe“ an. Diese seien bei der Durchführung von Kontrolltests auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) aufgetreten, wurde offiziell mitgeteilt. Das neue Datum werde später bekanntgegeben.

Bis zur Entscheidung der Staatlichen Kommission darüber bleibe die dreiköpfige Besatzung mit Andrej Borissenko, Sergej Ryshikow (beide Russland) und Shane Kimbrough (USA) in Baikonur,  meldet die Nachrichtenagentur TASS ergänzend. Die Männer sollen die 49. ISS-Stammbesatzung, die derzeit nur aus drei Astronauten besteht, wieder auf die Sollstärke von sechs Mitgliedern bringen.

© Gerhard Kowalski

China startet zweites Weltraumlabor

Credidt:Xinhua

Credidt:Xinhua

Jiuquan, 16. September 2016 —  China hat am Donnerstagabend sein zweites Weltraumlabor gestartet. Tiangong-2 stieg an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-2F T2 vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi auf,  teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Mitte Oktober sollen zwei Taikonauten zu dem Labor fliegen, um in ihm 33 Tage zu arbeiten. Im kommenden Jahr soll erstmals auch ein Frachtraumschiff an ihm anlegen.

Das neue Labor ist 10,4 Meter lang, hat einen Durchmesser von 3,35 Metern und eine Masse von 8,6 Tonnen. Es hat unter anderem den weltgrößten Gammastrahlen-Detektor an Bord, an dessen Bau auch die Europäische Weltraumorganisation ESA beteiligt war.

China feiert das Labor aus einen weiteren Schritt vorwärts auf dem Weg zu einer eigenen Raumstation, die 2022 fertig sein soll.

© Gerhard Kowalski