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Rogosin beklagt kolossale finanzielle Begrenzungen der russischen Raumfahrt

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  21. April 2021 —  Der Generaldirektor der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin,  beklagt die „kolossalen finanziellen Begrenzungen“  der derzeitigen russischen Raumfahrt. Sie verfüge nicht mehr über die Mittel wie zu Zeiten der Sowjetunion,  sagte er am Mittwoch auf einer Mitgliederversammlung der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN). Deshalb müssten „harte Prioritäten“  gesetzt werden,  die einen „kolossalen Effekt“  bringen. Auf keinen Fall dürfe man an „Meisterschaften und Wettbewerben“  teilnehmen,  bei denen von vornherein feststeht, dass man nur zweite oder dritte Plätze belegt.

Rogosin kündigte an, dass 2025 mit dem Start des Wissenschaftlich-Energetischen Moduls (NEM) die Errichtung der neuen nationalen Raumstation beginnt.  Das Modul,  an dem seit 2012 gearbeitet wird,  sollte eigentlich 2024 zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, aus der Russland aussteigt. Jetzt wird es für die neuen Aufgaben umgebaut. Laut Rogosin entsprechen die Kosten für die Raumstation in etwa den derzeitigen Unterhaltskosten für die ISS.

© Gerhard Kowalski

Russischer Vizepremier warnt vor tödlichen Gefahren in der ISS

Credit:Regierung der RF

Moskau,  20. April 2021 —   Der russische Vizepremier Juri Borissow hat ungewöhnlich deutlich darauf verwiesen,  dass in der Internationalen Raumstation ISS tödliche Gefahren lauern. Der Zustand der Konstruktionen der Station könne dazu führen,  dass es zur Katastrophe kommt,  sagte der für das Militär und die Raumfahrt zuständige Politiker in einem TV-Interview.  „Wir können Leben nicht in Gefahr bringen. Die Situationen, die heute mit der Alterung der Konstruktionen,  des Eisens verbunden sind, können zu unabwendbaren Folgen führen.“

Mit diesen Aussagen untermauert Borissow die  Entscheidung seines Landes, 2025 aus dem ISS-Projekt auszusteigen. Davor hatte der Flugleiter des russischen Segments, Wladimir Solowjow,  nach dem Auftreten von mehreren Lecks im Swesda-Modul vor dem „lawinenartigen Ausfall“  anderer Elemente nach 2025 gewarnt.

Inzwischen haben die Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow,  die am 9. April auf die Umlaufbahn gekommen sind,  mit der Fortsetzung der Abdichtungsarbeiten begonnen.

© Gerhard Kowalski

Mars-Hubschrauber der NASA absolviert erfolgreich historischen Erstflug

Credit:NASA

Washington,  19. April 2021 —   Der Mars-Hubschrauber Ingenuity (Einfallsreichtum) der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat am Montag erfolgreich seinen Erstflug absolviert. Er sei das erste Flugzeug in der Geschichte, das einen angetriebenen, kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten durchgeführt hat,  teilte die NASA mit. Der Helikopter „ist das Neueste in einer langen und reichen Tradition von NASA-Projekten, die ein Weltraumforschungsziel erreichen, das einst für unmöglich gehalten wurde“, sagte der amtierende NASA-Administrator Steve Jurczyk.

Die Daten zeigten,  dass der solarbetriebene Hubschrauber auf seine vorgeschriebene maximale Höhe von 10 Fuß (3 Meter) geklettert sei und 30 Sekunden lang einen stabilen Schwebeflug beibehalten habe,  hieß es weiter. Er sei danach wieder auf der Marsoberfläche gelandet, nachdem insgesamt 39,1 Sekunden Flug aufgezeichnet worden seien. Demnächst würden weitere Details zum Test erwartet.

© Gerhard Kowalski

Paukenschlag aus Moskau:  Russland steigt 2025 aus dem ISS-Projekt aus

 

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  18. April 2021 —  Paukenschlag aus Moskau:  Russland steigt 2025 aus dem ISS-Projekt aus. Das erklärte der für das Militär und die Raumfahrt zuständige Vizepremier Juri Borissow am Sonntag in einem Fernsehinterview. Die Entscheidung sei am 12. April auf einer Beratung mit Präsident Wladimir Putin getroffen worden.

Die GK Roskosmos begründete diesen Schritt mit der Feststellung, dass die Ressourcen der Module der Internationalen Raumstation ISS weitgehend erschöpft seien. Die Station werde noch wie mit den anderen Partnern vereinbart bis 2024 weiter betrieben. Danach plane Russland eine Nationale Orbitale Dienststation einer neuen Generation. Wenn die Entscheidung über die neue Station gefallen ist,  werde man Gespräche mit den anderen ISS-Partnern über die Zusammenarbeit nach 2024 aufnehmen,  hieß es weiter.

© Gerhard Kowalski

Sojus-Nachfolger Orjol landet in Südrussland

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  18. April 2021 —   Der Nachfolger des russischen Raumschiffes Sojus,  Orjol (Adler),  wird nicht mehr in Kasachstan,  sondern in Südrussland landen. Als Landegebiet sei ein unbewohnter Rayon mit einem Radius von acht Kilometern rund 64,5 Kilometer südöstlich der Gebietshauptstadt Orenburg ausgewählt worden,  melden Moskauer Medien am Sonntag.

Orjol ist derzeit im Bau und soll mit einer schweren Angara-5-Trägerrakete vom Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet gestartet werden. Die dafür erforderliche Rampe entsteht gerade auf dem Kosmodrom,  mit dem sich Russland von Baikonur unabhängig machen will,  das seit dem Zerfall der Sowjetunion in der Republik Kasachstan liegt.

Der Sojus-Nachfolger soll etwa um 2028 bis 2030 zum Mond fliegen. Zuvor wird er 2023 unbemannt und 2025 bemannt auf einer Erdumlaufbahn erprobt. Die Sojus-Kapseln leisten seit 1967 treue Dienste.

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NASA-Entscheidung:  SpaceX-Lander wird die nächsten Amerikaner auf den Mond bringen

Washington,  17. April 2021 —  Die  US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat im Rahmen ihres Artemis-Programms eine wichtige Entscheidung getroffen. Sie beauftragte den Raumfahrtkonzern SpaceX von Elon Musk,  die Entwicklung des ersten kommerziellen Landers fortzusetzen, der die nächsten beiden amerikanischen Astronauten sicher auf den Mond bringen soll, wurde am Freitag mitgeteilt. Mindestens einer dieser Astronauten werde die erste Frau auf dem Erdtrabanten sein. Ein weiteres Ziel sei die Landung der ersten farbigen Person auf dem Mond.

Die NASA-Rakete Space Launch System (SLS) werde vier Astronauten an Bord des Orion-Raumschiffes auf ihre mehrtägige Reise zur Mondumlaufbahn schicken,  heißt es weiter. Dort würden zwei Besatzungsmitglieder für die letzte Etappe ihrer Reise zur Mondoberfläche zum SpaceX Human Landing System (HLS) wechseln. Nach ungefähr einer Woche Erkundung der Oberfläche würden sie den Lander für ihre kurze Reise zurück in die Umlaufbahn besteigen, wo sie zu Orion und ihren Kollegen zurückkehren werden,  bevor sie die Rückreise  zur Erde antreten.

Der Gesamtauftrag für SpaceX beläuft sich auf 2,89 Milliarden Dollar.

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64. ISS-Stammbesatzung sicher auf die Erde zurückgekehrt

Credit:GK Roskosmos

Baikonur/Dsheskasgan,  17. April 2021 —  Nach einen halben Jahr im All ist die 64. Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS am Samstagmorgen sicher auf die Erde zurückgekehrt. Das Raumschiff Sojus MS-17 mit den Russen Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschkow sowie der Amerikanerin Kate Rubins an Bord landete um 06:55 Uhr deutscher Zeit bei sommerlichen Temperaturen um 23 Grad rund 147 Kilometer südöstlich der kasachischen Kupferstadt Dsheskasgan,  teilte die GK Roskosmos mit. Das Trio,  das um 3:34 Uhr von der Station abgekoppelt hatte,   sei wohlauf.

Ryshikow und Kudj-Swertschkow haben zum Ende ihrer Mission offenbar noch einen Teilerfolg bei der Beseitigung der Lecks in der Übergangssektion des Swesda-Moduls des russischen Segments errungen. Nach den zahlreichen versuchen,  die undichten Stellen zu schließen,  trete nur noch ein Drittel der bisherigen Luftmenge aus,  sagte ihr Kollege Iwan Wagner auf einer Veranstaltung in Sankt Petersburg.

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Kommandowechsel in der ISS:  Shannon Walker übernimmt

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  16. April 2021 —   Kommandowechsel in der Internationalen Raumstation ISS. Der russische Kosmonaut Sergej Ryshikow hat am Donnerstag symbolisch den Stationsschlüssel an seine US-Kollegin Shannon Walker übergeben. Der Zeremonie im Destiny-Modul wohnten auch die anderen acht Mitglieder der russisch-amerikanisch-japanischen ISS-Besatzung bei. Bis vor kurzem war übrigens noch der Russe Oleg Nowizki als neuer Kommandant genannt worden.

Ryshikow, sein Landsmann Sergej Kudj-Swertschkow und die Amerikanerin Kate Rubins, die im Oktober vergangenen Jahres auf die Umlaufbahn gekommen waren,  kehren am Samstag wieder auf die Erde zurück. Die Landung ist für 06:56 Uhr deutscher Zeit rund 147 Kilometer südöstlich der kasachischen Kupferstadt Dheskasgan geplant.

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ESA:  Millionen Satellitenbilder erweitern Google Earth

Paris,  16. April 2021 —  Millionen Satellitenbilder erweitern ab sofort Google Earth. Eine der umfassendsten Dokumentationen der Veränderungen auf der Erde ist nun der Öffentlichkeit zugänglich,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA in Paris mit. In enger Zusammenarbeit zwischen Google Earth, ESA, der Europäischen Kommission, der NASA und der amerikanischen Behörde US Geological Survey seien 24 Millionen Satellitenbilder aus den letzten 37 Jahren in eine neue Ebene von Google Earth eingebettet worden.

Dieses Update von Google Earth sei das umfassendste seit 2017 und ermögliche es den Nutzern nun, die Erde in einer völlig neuen Dimension –  nämlich Zeit –  zu entdecken,  heißt es weiter. Diese neue Ansicht unseres Planeten stehe nun in Timelapse zur Verfügung und nehme die Nutzer mit auf eine fast 40-jährige Weltreise durch die Vergangenheit. Das Update zeige,  wie drastisch sich die Erde verändert,  zum Beispiel,  wie sich der Klimawandel und bestimmtes menschliches Verhalten auswirken.

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GK Roskosmos verkündet Gehaltserhöhungen für die Kosmonauten –   Auch Wohnzuschläge in Aussicht gestellt

Moskau,  15. April 2021 —   Nur drei Tage nach der Ankündigung von Präsident Wladimir Putin hat die GK Roskosmos erhebliche Gehaltserhöhungen für ihre Kosmonauten und Kosmonautenanwärter verkündet. So sollen Kosmonauten,  die bereits geflogen sind,  künftig monatlich umgerechnet etwas mehr als 5.500 Euro und Anwärter etwas weniger als 3.300 Euro erhalten,  teilte der 1. Stellvertretende Generaldirektor der Raumfahrtagentur,  Maxim Owtschinnikow,  am Donnerstag nach Presseberichten mit. Allerdings wurde vor dem Hintergrund der vielen Zahlen,  die in letzter Zeit durch die Medien schwirrten, nicht genau gesagt,  von welcher Basis man dabei ausging. Zu den Gehältern kämen noch Funktionszuschläge und die Zahlungen für den Titel Held Russlands hinzu.

Owtschinnikow betonte zudem, dass die Kosmonauten künftig auch Wohnzuschläge erhalten sollen.  Das erfordere aber eine zusätzliche Finanzierung.

© Gerhard Kowalski