Archiv

Artikel

  • 1918920 Besucher

SpaceX startet spanischen Kartografie-Satelliten

Credit:SpaceX

Vandenberg (Kalifornien),  22. Februar 2018 —   Das US-Unternehmen SpaceX hat am Donnerstag erfolgreich einen spanischen Kartografie-Satelliten ins All geschossen.  PAZ stieg um 15.17 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Falcon 9 von der US-Luftwaffenbasis Vandenberg  in Kalifornien auf. Ein Startversuch am Mittwoch musste wegen zu starken Windes abgesagt werden.

 
Der Satellit des spanischen Unternehmens Hisdesat wurde von Airbus gebaut. Er dient der Kartografie sowie der Beobachtung der Umwelt-,  Boden-  und Wasserressourcen.
 
Eigentlich sollte PAZ auf der Basis eines Vertrages mit Kosmotras von 2015 in Russland mit einer Dnjepr-Konversionsrakete (RS-20)  gestartet werden. Doch dann stellte das Oberkommando der Strategischen Raketentruppen das Dnjepr-Programm ein,  obwohl der Staatskonzern GK Roskosmos versichert hatte,  dass die laufenden Verträge noch erfüllt würden.
 
(c) Gerhard Kowalski

Bigelow Aerospace macht ernst mit dem Bau einer eigenen Raumstation 

Credit:Bigelow Aerospace

New York,   21. Februar 2018 —   Das US-Unternehmen Bigelow Aerospace macht ernst mit seinem Plan,  eine eigene Raumstation zu bauen. Die ersten Module sollen Anfang der 2020-er Jahre auf ihre Umlaufbahn gebracht werden,  teilte Besitzer Robert Bigelow auf der Homepage seiner Firma mit. 

 
Um das Vorhaben voranzutreiben,  hat er er jetzt die Bigelow Space Operations (BSO) gegründet. Die Betreiberfirma soll sich mit dem Verkauf,  der Steuerung und der Nutzung  der autonomen Weltraumstationen des Unternehmens befassen. Dabei geht man davon aus,  dass diese Projekte sowohl für staatliche Institutionen als auch für Privatgesellschaften und Wissenschaftler von Interesse sind. 
 
Bigelow Aerospace arbeitet schon mehrere Jahre an Weltraummodulen. So wurde 2016 das aufblasbare Modul BEAM am US-Segment der Internationalen Raumstation ISS angekoppelt. Das Modul hat in der Transportversion einen Rauminhalt von 3,6 Kubikmetern. Es kann dann auf der Umlaufbahn auf 16 Kubikmeter aufgeblasen werden.
 
Auch die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA denkt inzwischen intensiv über eine eigene Raumstation nach dem voraussichtlichen Ende der ISS 2024 nach. Gleiches gilt für die Russen,  die vor allem aus Kostengründen schon lange mit der Station hadern. Sie gehen derzeit davon aus,  dass die drei Module,  die in diesem und im nächsten Jahr ihr ISS-Segment vollenden sollen,  später den Grundstock für die eigene Raumstation ROS bilden.
 
(c) Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:  S prasdnikom, Anton!

Credit:ZPK

Berlin,  20. Februar 2018 —  Normalerweise schreibe ich Kalenderblätter nur zu runden Geburtstagen oder Jubiläen. Doch heute muss ich eine Ausnahme machen. Der russische Kosmonaut Anton Schkaplerow begeht nämlich in der Internationalen Raumstation ISS seinen 46. Geburtstag. Das Besondere dabei ist,  dass er bei seinem nunmehr dritten Langzeitflug auch zum dritten Mal seinen Ehrentag auf der Umlaufbahn feiert. 

 
Das erste Mal war das 2012. Damals war er 165 Tage unterwegs. Das zweite Mal war das 2015 während seines 199-Tage-Fluges. Und nun sind aller guten Dinge drei. Der gebürtige Sewastopoler ist seit dem 17. Dezember im All und kommt erst am 3. Juni wieder nach Hause zurück.
 
Für heute Abend hat Anton Schkaplerow seinen Landmann Alexander Missurkin,  die Amerikaner Mark Vande Hei,  Joseph Acaba und Scott Tingle sowie den Japaner Norishige Kanai zu einer Festtafel geladen. Dabei werde man ihm wohl nach alter russischer Sitte auch 46 Mal am Ohr ziehen –  je einmal pro Lebensjahr,  scherzte das Geburtstagskind im Vorfeld. 
 
S prasdnikom,  Anton! Herzlichen Glückwunsch!
 
(c) Gerhard Kowalski  

Russische Kosmonauten installieren am 8. August Antenne für Kooperationsprojekt ICARUS  

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  20. Februar 2018 —   Die Kosmonauten Oleg Artemjew und Alexej Owtschinin steigen am 8. August aus der Internationalen Raumstation ISS aus,  um die Antenne für das deutsch-russische Kooperationsprojekt ICARUS  (International Cooperation for Animal Research Using Space) zu installieren. Das teilte Artemjew,  der am 21. März mit den amerikanischen Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold zur Station fliegt,  am Dienstag im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau mit. ICARUS sei das interessanteste der mehr als 50 Experimente,  die der Besatzung im Laufe ihres Langzeitfluges bevorstehen.

Die rund 200 Kilogramm schwere Antenne war vor kurzem mit dem russischen Frachtraumschiff Progress MS-08 zur Station gebracht worden. Der dazu gehörige Computer befindet sich bereits seit Oktober auf der Umlaufbahn.
ICARUS  ist das bislang technisch modernste Projekt zur globalen Tierbeobachtung aus dem All. Mit ihm sollen global die Wanderbewegungen von Tieren erforscht werden. Im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel,  Fledermäuse oder Flughunde. Winzige an den Tieren angebrachte Sender sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS.
(c) Gerhard Kowalski

ISS-Astronauten bergen zwei Greifmechanismen

Credit:NASA

Houston,  16. Februar 2018 —  US-Astronaut Mark Vande Hei und sein japanischer Kollege Norishige Kanai haben am Freitag zwei defekte Greifmechanismen des kanadischen Roboterarms der Internationalen Raumstation ISS geborgen. In knapp sechsstündiger Arbeit bugsierten sie einen der rund einen Meter langen und 200 Kilogramm schweren Kolosse in das Quest-Ausstiegsmodul. Er soll demnächst mit einem Dragon-Frachter zur Erde gebracht,  überholt und dann wieder zur Station transportiert werden. Der andere wurde sicher an der ISS verstaut.

Die Greifer waren in den vergangenen vier Monaten demontiert und provisorisch zwischengelagert worden. Dazu waren drei Ausstiege erforderlich.
 
Für die ISS war dies der 208. Ausstieg seit 1998,  für Vande Hei der vierte und für Kanai der erste seiner Karriere. Insgesamt haben bisher über 120 Kosmonauten und Astronauten 54,2 Tage im freien Raum gearbeitet.
   
Derzeit bilden die Russen Alexander Missurkin und Anton Schkaplerow,  die Amerikaner Joseph Acaba,  Scott Tingle und Vande Hei sowie der Japaner  Kanai die 54. Stammbesatzung.
 
(c) Gerhard Kowalski  

Neue Trainee für die Initiative Die Astronautin:  Suzanna Randall

Credit:Die Astronautin

Bremen,  16. Februar 2018 —   Das Bewerberinnen-Duo um die erste deutsche Frau im Weltall ist wieder komplett. Die Astrophysikerin Suzanna Randall ist die neue Trainee der Privatinitiative Die Astronautin,  welche eine Deutsche für eine Forschungsmission zur Internationalen Raumstation ISS entsenden möchte. Die 38-jährige Kölnerin,   die die Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann ersetzt,  die aus persönlichen Gründen aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist,  wurde am Freitag in Bremen vorgestellt.

Randall verfüge dank ihres wissenschaftlichen Hintergrunds und ihrer sportlichen Ambitionen als Gleitschirmfliegerin über die passenden Grundvoraussetzungen für die Reise ins Weltall,  heißt es in einer Pressemitteilung. Sie werde in den kommenden zwei Jahren gemeinsam mit der 34-jährigen Meteorologin Insa Thiele-Eich um den begehrten Platz für die Mission ins All kämpfen. „Ich möchte zeigen,  dass es für ganz normale Frauen möglich ist,  sich aus eigener Kraft das notwendige Wissen zu erarbeiten,  um Astronautin zu sein. Und ich finde es wichtig,  dass Frauen in allen Schichten der Gesellschaft repräsentiert sind. Es sollte selbstverständlich werden,  dass Frauen in der Raumfahrt arbeiten“,  erklärte Randall ihre Motivation für ihre Bewerbung. Mit ihren Vorkenntnissen als promovierte Astrophysikerin könne Randall direkt in das Training einsteigen,  betonte Claudia Kessler als Initiatorin von Die Astronautin. „Als Erstes steht die theoretische Ausbildung über den Aufbau der Raumstation an.“ 
Zurzeit ist Randall in der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München tätig. Dort arbeitet sie für das ALMA Projekt,  welches das größte Radioteleskop der Welt in der chilenischen Atacamawüste betreibt,  und widmet sich außerdem der Erforschung pulsierender,  blauer Unterzwergsterne. Sie ist seit Jahren begeisterte Gleitschirmfliegerin,  verfügt über einen Tauchschein,  ist ausgebildete Yogalehrerin und betreibt in ihrer Freizeit zudem Skifahren und Bergsport,  um sich fit zu halten.
Die Kosten des Projekts Die Astronautin betragen etwa 50 Millionen Euro,  wobei der Großteil über Sponsoren finanziert werden soll,  teilte die Initiative mit. Airbus unterstütze die beiden Astronauten-Trainees le-Eich bei ihrer Ausbildung und der Planung für eine Weltraummission.
(c) Gerhard Kowalski

Russischer Frachter dockt problemlos an ISS an

Credit:NASA

Koroljow,  15. Februar 2018 —   Nach zweitägiger Verfolgungsjagd hat das russische Frachtraumschiff Progress MS-08 am Donnerstag um 11.38 Uhr deutscher Zeit mit rund 2,5 Tonnen Nachschub an Bord automatisch am Swesda-Modul der Internationalen Raumstation ISS  angedockt,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Der Frachter war am Dienstag an der Spitze einer Sojus-2.1a-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan im zweiten Anlauf gestartet. Ein erster Startversuch war am Sonntag kurz vor dem Zünden der Triebwerke automatisch abgebrochen worden.

Mit an Bord ist auch eine rund 200 Kilogramm schwere Antenne für das deutsch-russische Kooperationsprojekt ICARUS  (International Cooperation for Animal Research Using Space) –   das bislang technisch modernste Projekt zur globalen Tierbeobachtung aus dem All. Der Computer dazu war bereits am 14. Oktober vergangenen Jahres zur ISS gebracht worden.
ICARUS möchte globale Wanderbewegungen von Tieren erforschen. Im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel,  Fledermäuse oder Flughunde. Winzige an den Tieren angebrachte Sender sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS.
Ursprünglich sollte Progress MS-08 erstmals nach dem neuen Zwei-Orbit-Schema zur ISS fliegen. Das hätte bedeutet,  dass der Frachter nach rund dreieinhalb Stunden sein Ziel erreicht. Das käme einer Halbierung der bisher kürzesten Flugzeit mit vier Erdumkreisungen gleich,  die für unbemannte Missionen seit 2012 und für bemannte Mission seit 2013 zu Buche steht.
Doch ein Fehler im Sojus-Bordcomputer machte diesen Plan zunichte,  wie der Staatskonzern GK Roskosmos der Nachrichtenagentur TASS mitteilte. Nun soll im Juli mit Progress MS-09 ein neuer Anlauf genommen werden.
GK Roskosmos hat inzwischen Presseberichte zurückgewiesen,  dass der Startabbruch vom Sonntag eine „Panne“  gewesen sei,  wie auch ich geschrieben habe. „Im Rahmen der Umsetzung des Programms zur Erhöhung der Qualität wird die Arbeit an der Vervollkommnung des automatischen Systems des Startkomplexes für die Kontrolle der Parameter der Startoperationen fortgesetzt“,  wurde betont. Das System sei so ausgerichtet,  dass auch bei dem geringsten Verdacht auf eine Unregelmäßigkeit der Start abgebrochen wird,  um die Nutzlast zu retten.
(c) Gerhard Kowalski

RKK Energija:  Russland droht Verlust des Monopols bei bemannten ISS-Flügen

Moskau,  15. Februar 2018 —   Russland droht nach Ansicht des Raumfahrtkonzerns RKK Energija der baldige Verlust des Monopols für bemannte Flüge zur Internationalen Raumstation ISS. Nach der Einstellung des US-Shuttle-Programms 2011 sei Russland Monopolist auf diesem Markt geworden,  heißt es im Bericht des Konzerns für das 4. Quartal 2017. Doch die US-Luft-  und Raumfahrtbehörde NASA plane nun 2019 den Einsatz der privaten Raumschiffe Starliner von Boeing und Crew Dragon von SpaceX. Damit werde das russische Monopol auf diesem Markt nicht mehr lange Bestand haben,  da die Konkurrenz wächst. 
 
Dennoch erwarte die RKK Energija als Produzent der Sojus- und Progress-Raumschiffe zumindest bis zum Ende der ISS eine stabile Nachfrage nach ihren Erzeugnissen,   heißt es weiter. Dafür sorgten die internationalen Verpflichtungen Russlands beim Transport von Astronauten und Nutzlasten zur Station.
 
(c) Gerhard Kowalski

Russland verschiebt nächsten bemannten Start zur ISS

Moskau,  14. Februar 2018   —   Russland verschiebt den nächsten bemannten Start zur Internationalen Raumstation ISS. Das Raumschiff Sojus MS-08 mit dem Russen Oleg Artemjew und den Amerikanern  Andrew Feustel und Richard Arnold an Bord werde jetzt am 21. März vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abheben,  teilte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Oleg Komarow,  am Mittwoch mit,  wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet. Ursprünglich sollte die Mission am 15. März beginnen.
Die Verschiebung habe sich aus ballistischen Gründen erforderlich gemacht,  hieß es zur Begründung.
(c) Gerhard Kowalski

Russischer Frachter im zweiten Anlauf auf dem Weg zur ISS  –  Antenne für deutsch-russisches Projekt an Bord (Update)

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  13. Februar 2018  —Im zweiten Anlauf ist ein russisches Frachtraumschiff mit rund 2,5 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Progress MS-08 stieg am Dienstag um 09.14 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Sojus-2.1a-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan auf. Ein erster Startversuch war am Sonntag kurz vor dem Zünden der Triebwerke automatisch abgebrochen worden. Der Frachter soll am Donnerstag gegen 11.45 Uhr an der Station anlegen. 

Mit an Bord ist auch eine Antenne für das deutsch-russische Kooperationsprojekt ICARUS –  das technisch modernste Projekt zur globalen Tierbeobachtung aus dem All. Der Computer dazu war bereits am 14. Oktober vergangenen Jahres zur ISS gebracht worden.
ICARUS möchte globale Wanderbewegungen von Tieren erforschen. Im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel,  Fledermäuse oder Flughunde. Winzige an den Tieren angebrachte Sender sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS. Die Daten sollen helfen,  Tiere zu schützen,  unser Klima und die Ausbreitung von Krankheiten besser zu verstehen sowie nachhaltigere Landwirtschaft zu betreiben. Im April soll der ICARUS-Computer in Betrieb genommen werden. Die Antenne  soll im August von zwei russischen Kosmonauten bei einem Außeneinsatz am Swesda-Modul angebaut werden.
 
Die neue Mission ist ein bisschen geheimnisumwoben. Im Vorfeld hatte Flugleiter Wladimir Solowjow vom Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau der Presse mitgeteilt,  dass Progress MS-08 erstmals nach dem neuen Zwei-Orbit-Schema zur ISS fliegen solle. Das hätte bedeutet,  dass der Frachter nach rund dreieinhalb Stunden sein Ziel erreicht. Das käme einer Halbierung der bisher kürzesten Flugzeit mit vier Erdumkreisungen gleich,  die für unbemannte Missionen seit 2012 und für bemannte Mission seit 2013 zu Buche steht.
 
Doch beim Staatskonzern GK Roskosmos war nun von diesem Blitz-Schema,  durch das der Treibstoffverbrauch um ein Viertel gesenkt würde,  nicht mehr die Rede. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Durch die ungünstigere Bahnkonstellation zwischen Frachter und ISS käme dieses Schema jetzt beim Wiederholungsstart ohnehin nicht mehr infrage.
 
GK Roskosmos hat inzwischen auch Presseberichte zurückgewiesen,  dass der Startabbruch vom Sonntag eine „Panne“  gewesen sei,  wie auch ich geschrieben habe. „Im Rahmen der Umsetzung des Programms zur Erhöhung der Qualität wird die Arbeit an der Vervollkommnung des automatischen Systems des Startkomplexes für die Kontrolle der Parameter der Startoperationen fortgesetzt“,  wurde betont. Das System sei so ausgerichtet,  dass auch bei dem geringsten Verdacht auf eine Unregelmäßigkeit der Start abgebrochen wird,  um die Nutzlast zu retten. Die Nachrichtenagentur TASS berichtete,  man habe den Bordcomputer des Trägers ausgetauscht.
(c) Gerhard Kowalski