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Trump weist Gründung eines Kommandos der Weltraumstreitkräfte an

Credit:NASA

New York, 19. Dezember 2018 —  Präsident Donald Trump hat die Gründung eines Kommandos der Weltraumstreitkräfte innerhalb der Militärstruktur der USA angewiesen. Er habe zudem dem Verteidigungsminister die Weisung erteilt, Offiziere zu benennen, die dem Senat als Kommandierender und Stellvertreter der neuen Waffengattung zur Bestätigung vorschlagen werden können,  heißt es in einer am Dienstag (Ortszeit) verbreiteten Erklärung des Weißen Hauses.

Vizepräsident Mike Pence erklärte, dass das Kommando im Zuge seiner Formierung auch die Doktrin und Taktik für sein Handeln ausarbeiten werde. Er beschuldigte ferner China und Russland,   sich gemeinsam mit der Stationierung neuer Waffenarten im Weltraum zu befassen,  die in der Lage seien, amerikanische militärische Nachrichten-  und Navigationssatelliten zu vernichten. Diese neuen Herausforderungen erforderten innovative Antworten,  fügte er hinzu.

© Gerhard Kowalski

Alexander Gerst und Crew vor Rückkehr zur Erde (Vorschau)

Credit ZPK

Moskau,  18. Dezember 2018  —   Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst und seine Crewmitglieder Sergej Prokopjew (Russland) und Serena Aunon-Chancellor (USA) kehren am Donnerstag von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurück. Ihr Raumschiff Sojus MS-09 soll nach 196 Tagen im All um 06.03 Uhr deutscher Zeit in der kasachischen Steppe landen.

Mit an Bord hat das Trio auch einen Container mit Materialproben,  die zwei russische Kosmonauten am 11./12. Dezember an der Außenhaut der Orbitalsektion des Raumschiffes genommen haben, in der Ende August ein mysteriöses Bohrloch entdeckt worden war. Jetzt soll ermittelt werden, wann das Loch entstanden ist,  das vorsätzlich gebohrt wurde,  wie die russische Raumfahrtagentur GK Roskosmos mitteilte. Die betroffene Orbitalsektion selbst verglüht nach dem Abkoppeln des Raumschiffes von der Station in den dichten Schichten der Atmosphäre und steht somit als Beweismittel nicht mehr zur Verfügung.

Zur schnellen und sicheren Bergung der Rückkehrer bietet der Zentrale Militärbezirk der russischen Streitkräfte rund 200 Spezialisten mit zehn Hubschraubern, zwei Flugzeugen und 22 Geländefahrzeugen auf.

© Gerhard Kowalski

Rogosin kündigt superschnelle bemannte Zubringerflüge zur ISS an

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  17. Dezember 2018 —   Russland will in eineinhalb Jahren Kosmonauten und auch Weltraumtouristen in nur eineinhalb Stunden zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Das sei schneller als eine Flugreise zwischen Moskau und Brüssel,  twitterte der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin.

Bereits am 28. März kommenden Jahres werde das Frachtraumschiff Progress MS-11 nach zwei Erdumkreisungen oder drei Stunden an der Station anlegen,  fügte er hinzu. Erstmals hatte im Juli diesen Jahres Progress MS-09 nach diesem Kurzschema Nachschub auf die Umlaufbahn gebracht.

Normalerweise erreichen bisher bemannte und unbemannte Raumschiffe entweder nach dem Schnellschema in sechs Stunden (vier Erdumkreisungen) oder erst nach zwei Tagen (34 Erdumkreisungen) ihr Ziel.

© Gerhard Kowalski

Kosmodrom Baikonur wird jetzt per Video überwacht

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  15. Dezember 2018 —   Das Kosmodrom Baikonur,  das Russland bis 2050 von Kasachstan gepachtet hat,  wird jetzt per Video überwacht. Rings um die geschlossene Siedlung wurde ein System aus mehr als 150 Videokameras errichtet,  meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Die Aufnahmen werden rund um die Uhr von Mitarbeitern eines städtischen  Unternehmens überwacht, die im Notfall die Sicherheitsorgane informieren. In der zweimonatigen Testphase seien zehn Versuche unterbunden worden,  die Mauer zu überwinden oder zu beschädigen.

Eigentlich sind das Kosmodrom und seine Wohnstadt,  die 1955 begründet wurden, durch eine Mauer vor dem unbefugten Betreten gesichert und können nur durch einen zentralen Kontrollpunkt betreten werden. Die Mauer ist aber im Laufe der Jahre teilweise zerfallen, so dass sich Nomaden und andere Personen unkontrolliert dort niederlassen konnten.

© Gerhard Kowalski

Asteroiden im Vorbeiflug

Credit:DLR

Köln,  14. Dezember 2018 —  Wer um heutigen Freitag an den klaren Abendhimmel blickt, kann Zeuge eines außergewöhnlichen Naturschauspiels werden:  der Geminiden. Über mehrere Tage hinweg lassen sich – bei entsprechenden Witterungsbedingungen – zahlreiche gelb-weiß leuchtende Sternschnuppen beobachten,  teilte das Deutsche  Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. Den Ursprung des Meteorschauers habe man jedoch bis heute nicht zweifelsfrei klären können.

Nun haben Wissenschaftler ein Modell entwickelt, das die Geminiden als kosmische Spur des erdnahen Asteroiden Phaeton erklärt,  heißt es in der Pressemitteilung. „Phaeton stand als Quellkörper immer mal wieder in der Diskussion, es fehlte letztendlich aber noch eine überzeugende Erklärung, wie dieser Asteroid einen Meteorstrom hervorbringen kann“, sagte Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung als Ko-Autor der Veröffentlichung. Die meisten Meteorschauer würden von Kometen hervorgebracht. Durch Sonneneinstrahlung verdampfe Eis,  und das Gas reiße Staubteilchen von der Oberfläche mit sich. Wenn die Erde die Kometenbahnen kreuze, würden diese Staubteilchen, die in der Erdatmosphäre verglühen, zu Sternschnuppen.

Die Umlaufbahn der Geminiden um die Sonne beträgt nur 1,65 Jahre, das ist zu kurz für einen  Kometen. 1983 entdeckten Astronomen Phaeton, einen der größten bekannten erdbahnkreuzenden Asteroiden. Nach neuesten Messungen beträgt sein Durchmesser 5,8 Kilometer. Am 16. Dezember 2017 passierte er die Erde zuletzt in nur zehn Millionen Kilometern Entfernung.

© Gerhard Kowalski

 

Oleg Nowizki. Stimme des Herzens. Tagebuch einer Kosmonautenfrau. Zweites Buch (Rezension)

 

Credit:privat

Nach dem ersten Flug ihres Mannes Oleg (23. 10. 2012 –  16. 3. 2013) hatte die Journalistin Julija Nowizkaja erstmals in der Geschichte der russisch-sowjetischen Raumfahrt ein sehr persönlich gehaltenes Tagebuch veröffentlicht (siehe dazu meine Rezension vom 17. März 2014). Nunmehr liegt die Fortsetzung über den zweiten Flug (17. 11. 2016 –  2. 6. 2017) vor.

Die Eintragungen beginnen am 24. Oktober 2016 und enden am 24. Juni 2017 und beruhen auf dem Blog,  den die Journalistin zu meinem großen Erstaunen auf der Homepage der Staatlichen Korporation (GK) Roskosmos führen durfte. Gespickt sind sie mit einer Fülle von aktuellen Fotos ihres Mannes in der Internationalen Raumstation ISS und dem heimischen Familienalbum. Herausgekommen ist dabei quasi eine bebilderte Privatchronik der 196-Tage-Mission,  die in ihren Details weit über das hinausgeht,  was offiziell darüber von der GK Roskosmos und den Medien mitgeteilt wurde.

Für Kenner –  und nicht nur für die –  eröffnet sich also auf 175 Seiten erneut eine Fundgrube mit hoch interessanten Fakten über die Arbeit und das Leben an Bord,  die man sonst nirgendwo findet,  sowie über das Privatleben der Familie,  die so lange auf den Vater verzichten musste. Die physische Abwesenheit des Ehemanns und Vaters von drei Töchter zwischen 22 und gut 2,5 Jahren wird aber durch die modernen Medien in hohem Grade kompensiert. Es ist schon erstaunlich,  wie oft der Kosmonaut trotz seines angeblich so scharf durchgetakteten Tagesprogramms mit seiner Familie in Wort,  Bild und Film kommunizieren kann. All das wird ausführlich dokumentiert. Nur die sogenannten Privatkas,  die regelmäßigen abgeschotteten ausführlichen Familienbegegnungen per Videobrücke,  sind davon ausgenommen.

In dem reich bebilderten Buch erfährt der staunende Leser auch schon mal beiläufig,  dass der Kosmonaut,  der diesmal mit dem französischen ESA-Astronauten Thomas Pesquet und der US-Kollegin Peggy Whitson unterwegs war,  seinen Dienstplan nach Hause gemailt hat.

Eine besondere Rolle spielt auch diesmal wieder Oleg Nowizkis Geburtsland Belarus, das ihn ausführlich als nationalen Helden feiert. So wird denn auch schon mal eine Grußbotschaft von Präsident Alexander Lukaschenko im Wortlaut veröffentlicht und im Detail beschrieben, wie sich dessen Botschafter in Moskau um den Landsmann kümmert. Er gab dem Kosmonauten auch eine belorussische Fahne mit auf den Weg,  die dieser dann stolz im Weltraum präsentierte.

Ob es für den Kosmonauten einen dritten Flug geben wird,  den er sich so sehnlich wünscht,  wie seine Frau verrät,  steht noch nicht fest . Er hofft aber,  dass er den nächsten Gesundheitstest,  der Anfang kommenden Jahres stattfindet,  besteht.

Wer das interessante Buch lesen will,  muss allerdings des Russischen mächtig sein. Eine deutsche Übersetzung wird es wohl nicht geben.

Das Buch erschien 2018 in Minsk in der Reihe Mastazkaja litaratura

ISBN:978-985-02-1822-3

© Gerhard Kowalski

 

 

Türkei und Australien gründen Raumfahrtagenturen

Ankara/Sydney,  13. Dezember 2018 —  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine nationale Raumfahrtagentur gegründet. Sie soll aus dem Staatshaushalt finanziert werden, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Erlass hervorgeht. Die Agentur werde bei der Hauptverwaltung für Luft- und Raumfahrt des Ministeriums für Industrie und Technologie angesiedelt,  heißt es. Zu ihren Zielen gehöre die Ausarbeitung und Umsetzung eines nationalen Weltraumprogramms.

Auch Australien hat jetzt eine Raumfahrtagentur. Ihr Hauptquartier befindet sich in Adelaide. Die Agentur wird in der ersten Etappe mit mehr als 40 Millionen US-Dollar ausgestattet.

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Rogosin:  Loch in der Sojus MS-09-Orbitalsektion wurde absichtlich gebohrt

Credit:GK Roskosmos

New York, 12. Dezember 2018 —  Der Chef des russischen Staatskonzerns GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  ist überzeugt, dass das Loch in der Orbitalsektion des Raumschiffes Sojus MS-09 absichtlich gebohrt wurde. „Das war eine vorsätzliche Handlung, ein vorsätzlicher Akt, der per Hand durchgeführt wurde“,  sagte er in einem Interview der New York Times. Es sei jedoch noch nicht klar, in welcher Etappe das Loch entstanden ist.

Die russischen Kosmonauten Oleg Kononenko und Sergej Prokopjew hatten am Dienstag/Mittwoch das Loch bei einem siebendreiviertelstündigen Ausstieg aus der Internationalen Raumstation ISS inspiziert, fotografiert und Materialproben genommen. Das Material soll am 20. Dezember vom deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst und seiner Crew zur Erde mitgebracht und dann den Rechtsschutzorganen übergeben werden.

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Rogosin warnt USA vor Ausschluss Russlands aus Weltraumprogrammen

Credit:GK Roskosmos

New York,  12. Dezember 2018 —   Der Chef des russischen Raumfahrtstaatskonzerns GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin, hat die USA davor gewarnt,  sein Land von der Zusammenarbeit bei künftigen Weltraumprogrammen einschließlich der Mondforschung auszuschließen. Das wäre ein Fehler,  weil nur die russische Raumfahrt derzeit über die Technik verfüge,  um Raumschiffbesatzungen im Notfall aus einer Mondumlaufbahn zu retten,  sagte er in einem Interview der New York Times.

Selbst wenn die Amerikaner ihr eigenes Transportsystem für Mondflüge schaffen, bräuchten sie eine Reservevariante,  um die Sicherheit ihrer Besatzungen zu gewährleisten,  betonte Rogosin. Diese Reserve gebe es nur, wenn ein zweites,  alternatives System bestehe. Und das könne nur Russland und niemand anders schaffen. Für den Fall,  dass die USA auf die russische Partnerschaft bei künftigen Programmen verzichten,  werde Russland den Weg der verstärkten Zusammenarbeit mit China und Indien beschreiten.

Rogosin wird Anfang kommenden Jahres zu Gesprächen in die USA reisen,  bei denen es unter anderem um eine Teilnahme seines Landes am Gateway-Programm der NASA geht.  Dafür hat die US-Luft- und Raumfahrtbehörde die zeitweilige Aufhebung der Sanktionen gegen ihn erwirkt. Der Russe steht in den USA auf einer Schwarzen Liste unerwünschter Personen.

© Gerhard Kowalski

Russische ISS-Kosmonauten beenden erfolgreich Inspektion des Lecks an Sojus MS-09-Orbitalsektion

Credit GK Roskosmos

Koroljow,  12. Dezember 2018 —   Die russischen Kosmonauten Oleg Kononenko und Sergej  Prokopjew haben am Mittwochmorgen erfolgreich ihren Außenbordeinsatz an der  Internationalen Raumstation ISS  beendet. In über siebeneinhalbstündiger Arbeit inspizierten und fotografierten sie das ehemalige Leck am Orbitallabor des angekoppelten Raumschiffes Sojus MS-09,  entnahmen Materialproben und schnitten ein 25 mal 25 Zentimeter großes Stück aus dem Meteoritenschutz heraus. Es soll am 20. Dezember vom deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst und seiner Crew mit auf die Erde zurückgebracht werden, um es auf Bohrspuren zu untersuchen.

Dabei geht es um die Klärung der Frage,  ob das zwei Millimeter große Loch schon auf der Erde oder erst im Weltraum gebohrt wurde. Russische Medien hatten angedeutet,  dass ein ISS-Besatzungsmitglied das Loch gebohrt haben könnte,  um eine vorzeitige Rückkehr zur Erde zu provozieren.

© Gerhard Kowalski