Belarus schlägt Russland 29 Kosmonauten-Kandidaten für einen Flug zur ISS vor

Moskau, 21. Juni 2022 – Die Nationale Akademie der Wissenschaften von Belarus hat Russland am 14. Juni eine Liste von 29 Kosmonauten-Kandidaten für einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS übermittelt. Die weiteren Schritte bei der Auswahl sollen auf der Ausstellung „Nationale Sicherheit. Belarus-2022“ in Minsk beraten werden, teilte die GK Roskosmos am Dienstag auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Der Deal geht auf eine Weisung von Präsident Wladimir Putin vom 12. April zurück. Der hatte die russische Raumfahrtbehörde beauftragt, einen Vertreter von Belarus mit einem russischen Raumschiff in den Weltraum zu schicken. Dmitri Rogosin hatte die belarussische Seite daraufhin gebeten, bis zum 15. Juni mindestens zwei Kandidaten zu benennen. Der Flug soll im Herbst kommenden Jahres stattfinden.

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Südkoreanische Nuri-Rakete bringt erfolgreich Kleinsatelliten und ein Modell ins All (Update)

Seoul, 21. Juni 2022 – Eine in Südkorea entwickelte Nuri-Trägerrakete ist am Dienstag erfolgreich vom Weltraumbahnhof Naro ins All gestartet. Wie das nationale Luft- und Raumfahrtinstitut KARI mitteilte, hatte sie vier Cubesats, ein 1,3 Tonnen schweres Modell und einen Satelliten zur Überprüfung der Flugeigenschaften an Bord, die alle planmäßig in etwa 700 Kilometern Höhe ausgesetzt wurden. Ein Satellit habe bereits Daten zur Erde gesendet.

Korea ist somit das 7. Land, das mit einer eigenen Rakete Satelliten mit einem Gewicht von mehr als einer Tonne in die Umlaufbahn bringen kann. ‎Der Erststart der Nuri fand im Oktober 2021 statt. Die Rakete stieg damals zwar ebenfalls bis in 700 Kilometer Höhe auf, konnte aber einen Satelliten-Dummy dort wegen eines Problems mit der dritten Stufe nicht wie geplant absetzen. Bis 2027 sind weitere vier Starts geplant.

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Bahnanhebung der ISS durch Cygnus vorzeitig abgebrochen

Washington, 21. Juni 2022 – Die für Montag um 17:20 Uhr deutscher Zeit geplante Anhebung der Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS durch Zündung der Triebwerke des US-Frachtraumschiffes Cygnus ist nach fünf Sekunden unterbrochen worden, meldet der US-Onlinedienst Space.com. Die Ursache dafür wurde vom Northrop Grumman-Konzern bislang nicht bekannt gegeben. Das Manöver sollte fünf Minuten dauern.

Der Frachter soll am Donnerstag von der ISS abkoppeln.

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Startschuss für zweite Runde im DLR-Wettbewerb für Mikrolauncher-Nutzlasten

Köln, 20. Juni 2022 – Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Montag die zweite Wettbewerbsrunde für einen kostenlosen Mitflug von Kleinsatelliten auf in Deutschland entwickelten und gebauten Mikrolaunchern gestartet. Damit beginnt die Bewerbungsphase für insgesamt drei weitere Flüge, die von den Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace Technologies GmbH und Rocket Factory Augsburg AG in den Jahren 2023 und 2024 angeboten werden. Der Wettbewerb richte sich diesmal nicht nur an europäische Institutionen, sondern auch an Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen, teilte das DLR in Köln mit.

„Der Nutzlast-Wettbewerb ist ein wichtiges Element in der Kleinsatellitenstrategie der Bundesregierung und ein weiterer Schritt zur Stärkung des Kleinsatelliten-Segments in der europäischen Raumfahrt“, erläuterte Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Neben der Förderung der deutschen Startdienstleister bieten wir jetzt Institutionen und Unternehmen eine attraktive Gelegenheit, ihre Kleinsatellitentechnologien im All zu erproben und wissenschaftliche Experimente durchzuführen.“

Bei jedem der drei Flüge kann eine Gesamtmasse von bis zu 150 Kilogramm gestartet werden. Die Bewerbungen werden von einer Experten-Jury des DLR bewertet. Die Bewerbungsfrist für die beiden Flüge im Jahr 2023 endet am 15. Oktober 2022, die Gewinner werden bis zum 30. November 2022 bekanntgegeben.

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Rogosin bietet Start eines ukrainischen Satelliten nach dem Krieg an

Moskau, 19. Juni 2022 – Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, bietet auf höchst zynische Weise nach Beendigung des Krieges den Start des ukrainischen Satelliten Lybidj an. Es sei nicht ausgeschlossen, ihn nach der „Spezialoperation“ ins All zu schießen, sagte er dem TV Sender Rossija 24.

Dazu sei aber ein „echter Hausherr“ erforderlich, auf den man warte, fügte der Manager hinzu. Das seien womöglich die von der Kiewer Junta „befreiten Territorien der Ukraine“.

Der Vertrag über den Satelliten wurde 2009 zwischen der ukrainischen Raumfahrtbehörde und der kanadischen Gesellschaft MacDonald, Dettwiller and Associates geschlossen. Der Start konnte aber nicht erfolgen, weil 2014 der ukrainische Hersteller der Zenit-Trägerraketen die Produktion einstellte. Heute befindet sich der Satellit einsatzbereit in Russland.

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AG Glawkosmos sucht für 2024 kommerzielle Weltraumtouristen

St. Petersburg, 17. Juni 2022 – Russland sucht für das Jahr 2024 kommerzielle Weltraumtouristen für einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS. Er würde sich freuen, wenn es unter den Bewerbern auch einen betuchten Russen gäbe, sagte der Generaldirektor des Startdienstleistern AG Glawkosmos, Dmitri Loskutow, am Freitag auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum. Der wäre dann der erste einheimische zahlende Weltraumtourist.

Das Sojus-MS-Raumschiff soll unter dem Kommando eines professionellen Kosmonauten mit zwei Weltraumtouristen zur ISS starten. Finanzielle Einzelheiten teilte der Manager nicht mit. Er sagte nur, dass man solche Flüge auch ohne Ankopplung an die Station anbieten könnte.

Russland hatte in den Jahren 2001-2009 schon sieben westliche Weltraumtouristen zur ISS mitgenommen. Einer davon hatte eine solche Reise sogar zweimal gebucht. Die Preise lagen zwischen 20 und gut 40 Millionen Dollar.

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Russland revidiert sein Weltraumprogramm – Grund ist die veränderte „geopolitische Lage“

Moskau, 17. Juni 2022 – Die GK Roskosmos plant eine Revision seines derzeit geltenden Föderalen Weltraumprogramms (FKP). Der entsprechende Entwurf dazu werde in nächster Zeit der Regierung unterbreitet, teilte der Pressedienst der Weltraumbehörde der Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit. Als Grund für die Maßnahme wird die „im Februar 2022 entstandene geopolitische Lage“ angegeben.

Künftig solle der Finanzierung der zivilen und dualen Satellitenflotte Priorität eingeräumt werden, heißt es. Dabei gehe es vor allem um die spürbare Steigerung der Produktion von Wetter- und Fernerkundungssatelliten. Bisher ist das Weltraumprogramm gleichberechtigt auf die bemannte Raumfahrt, die Erdfernerkundung, die kosmische Grundlagenforschung und die Trägerraketen ausgerichtet.

Russland verfügt derzeit über nur etwas mehr als 160 Satelliten auf der Umlaufbahn. Das Gros davon ist militärischer Natur.

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ISS musste russischem Weltraumschrott ausweichen

Moskau, 17. Juni 2022 – Die Internationale Raumstation ISS musste am Donnerstag russischem Weltraumschrott ausweichen. Dazu seien um 21:03 Uhr deutscher Zeit die Triebwerke des Frachtraumschiffes Progress MS-20 gezündet worden, teilte der Chef der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, auf seinem Telegram-Kanal mit.

Bei dem Weltraumschrott handelte es sich um Trümmer des russischen funktechnischen Aufklärungssatelliten Kosmos-1408. Der war am 15. November 2021 bei der Erprobung einer Antisatellitenwaffe abgeschossen worden, hieß es.

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Das DLR auf der ILA Berlin 2022 – Live-Gespräche aus dem „Gläsernen Studio“

Köln, 16. Juni 2022 – Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert sich vom 22. bis zum 26. Juni auf der ILA Berlin mit wegweisenden Technologien für die emissionsfreie Luftfahrt. In der Raumfahrt stehe die Beobachtung und Analyse der sich rasant wandelnden Erde im Mittelpunkt des Messeauftritts, teilte das DLR in Köln mit. Spannende Exponate gäben einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte und Missionen. Zudem stünden den Besuchern Wissenschaftler zur Verfügung, um über die Faszination Forschung zu sprechen.

Der DLR-Stand verfügt in diesem Jahr erstmals über ein „Gläsernes Studio“, heißt es weiter. Dort produziere das DLR während der Messetage ein abwechslungsreiches Programm: In moderierten Gesprächen geben Vertreter aus Vorstand und Forschung des DLR Einblicke in aktuelle Projekte und Missionen. Auch der ein oder andere Special Guest und eine Live-Schalte auf den Vulkan Ätna seien geplant. Dort bereiteten DLR-Forscher gerade die Demomission für das Projekt Arches (Autonomous Robotic Networks to Help Modern Societies) vor: In schwierigem Terrain sollen Roboter-Teams gemeinsam Aufgaben bewältigen, zum Beispiel die Erkundung von unzugänglichen Umgebungen und fremden Planeten.

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Von der Erde zum Mond und weiter zum Mars: ESA und NASA planen die Zukunft

Paris, 15. Juni 2022 – Die nächsten Schritte bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums für Europa haben auf der Tagesordnung der Ratstagung der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA unter Leitung ihres Generaldirektors Josef Aschbacher gestanden, die am Dienstag und Mittwoch in den Niederlanden stattfand. Daran nahmen erstmals der Administrator der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, Bill Nelson, und seine Stellvertreterin Pamela Melroy teil. Dabei wurde auch die Möglichkeit diskutiert, bis zum Ende dieses Jahrzehnts einen europäischen Astronauten auf den Mond zu bringen.

„Vom Verständnis unseres sich verändernden Planeten bis hin zur Erforschung des Mars schätze ich die Zusammenarbeit mit der NASA sehr“, sagte Aschbacher zu der Tagung. „Indem wir wichtige europäische Hardware und Dienstleistungen zu spannenden Programmen wie Artemis und Mars Sample Return beitragen, bauen wir die Autonomie Europas auf und sind gleichzeitig ein zuverlässiger Partner.“ Europa spiele eine wesentliche Rolle bei der Rückkehr der Menschen zum Mond. Es sei ein berauschendes Gefühl zu wissen, „dass unsere Module nicht nur für eine, sondern für mehrere Mondreisen vor Ablauf dieses Jahrzehnts ausgelegt sind“.

„Wir reisen weiter in den Kosmos hinaus als je zuvor. Und ob auf der ISS in der erdnahen Umlaufbahn, auf dem Mond durch unsere Artemis-Missionen, auf dem Mars und darüber hinaus – die Partnerschaft von NASA und ESA in Wissenschaft und Forschung zeigt uns, was möglich ist, wenn wir zusammenarbeiten, um bahnbrechende Wissenschaft und Technologie zum Wohle der Menschheit zu entwickeln“, betonte Nelson. Die NASA setze auf die Zusammenarbeit mit der ESA, um die Erforschung des Mondes durch das Artemis-Programm voranzutreiben. Das European Service Module (ESM) sei „das Kraftwerk des Orion-Raumfahrzeugs und bietet unseren Astronauten Manövrierfähigkeiten, Lebenserhaltung und Energie, die unsere Astronauten sicher zum Mond und zurück zur Erde transportieren werden“.

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