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China will bis 2045 Weltraumgroßmacht werden –   Road Map veröffentlicht

Peking,  18. November 2017 —  China will sich bis 2045 zu einer Weltraumgroßmacht entwickeln und dabei die kosmischen Transportsysteme radikal verändern. Das ist die Zielstellung einer Road Map für die Jahre 2017 bis 2045, die von der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) veröffentlicht wurde und der Umsetzung der jüngsten Parteitagsbeschlüsse dient.

Danach soll die Familie der Trägerraketen des Typs Langer Marsch bis 2020 auf „Weltniveau“  gebracht werden. Bereits für 2019 ist der Erstflug des neuen Mittelklasseträgers Langer Marsch-8 geplant.

Die Road Map sieht ferner die Entwicklung eines Systems für kommerzielle Flüge von Raumschiffen vor, das allen Ländern der Welt offen steht,  heißt es weiter. Dabei denkt man sowohl an „kosmische Autobusse“  als auch an Raumschiffe der „Premiumklasse“.

Bis 2025 wollen chinesische Wissenschaftler Pläne für den Beginn des suborbitalen Weltraumtourismus mit wiederverwendbaren suborbitalen kosmischen Transportmitteln umsetzen. Zudem will China seine Mond-  und Marsprogramme vorantreiben. Dazu gehört auch der neue superschwere Träger Langer Marsch-9 für Nutzlasten bis zu 100 Tonnen,  der erstmals 2030 abheben soll.

2040 sollen die Starts von wiederverwendbaren zweistufigen Raketen einer neuen Generation und von atomgetriebenen Shuttles beginnen. Damit will man die Bodenschätze kleiner Planeten und Asteroiden erkunden und den Bau von kosmischen Sonnenkraftwerken ermöglichen.

© Gerhard Kowalski

USA starten neuen Hochleistungswettersatelliten

Credit:NASA

Vandenberg,  18. November 2017 —   Die USA haben am Samstag den neuen Wettersatelliten JPSS-1 (Joint Polar Satellite System-1) gestartet. Er stieg um 10.47 Uhr deutscher Zeit als erster einer neuen Serie von Hochleistungssatelliten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) an der Spitze einer Delta II-Trägerrakete von der Air Force Base Vandenberg (Kalifornien) auf,  teilte die Startgesellschaft United Launch Alliance (ULA) mit. Zuvor mussten mehrere Startversuche wegen technischer Probleme oder schlechten Wetters abgebrochen werden.

JPSS-1,  der die Erde auf einer polaren Bahn in einer Höhe von 824 Kilometern pro Tag 14 Mal umkreist, dient der Erdfernerkundung sowie der Beobachtung der Weltmeere und der Atmosphäre. Seine fünf Bordinstrumente sollen eine erheblich genauere Wetterprognose ermöglichen.

© Gerhard Kowalski

China startet erfolgreich neuen Wettersatelliten

Credit:Xinhua

Peking,  15. November  2017 —   China hat am Mittwochmorgen erfolgreich einen Wettersatelliten gestartet. Fengyun-3D stieg an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-4C vom Weltraumbahnhof Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi auf,  meldete die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua.

Fengyuan-3D gehört zur zweiten Generation chinesischer Wettersatelliten, die die Erde auf einer Polarbahn umkreisen. Er liefert dreidimensionale Bilder.

Es war dies zugleich der 254. Start einer Langer Marsch-Rakete.

© Gerhard Kowalski

Cygnus-Frachter an ISS angedockt

Credit:NASA

Houston, 14. November 2017 —   Das private US-Frachtraumschiff Cygnus  hat am Dienstag mit rund 3,3 Tonnen Nachschub die  Internationale Raumstation ISS  erreicht. Es wurde von dem amerikanischen Astronauten Randolph Bresnik und seinem italienischen ESA-Kollegen Paolo Nespoli mit dem Roboterarm „eingefangen“ und dann an das Unity-Modul umgesetzt,  teilte die Betreibergesellschaft Orbital ATK mit.

Cygnus CRS-8  war am Sonntag an der Spitze einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops (Virginia) aufgestiegen. Der Frachter bringt bei seiner achten Mission unter anderem Lebensmittel,  wissenschaftliche und technische Ausrüstungen sowie Verbrauchsmaterial für die sechsköpfige amerikanisch-russisch-italienische Besatzung auf die Umlaufbahn.

© Gerhard Kowalski

 

Igor Komarow:   2018 kehrt Russland wieder zur dreiköpfigen Besatzung seines ISS-Segments zurück

Credit:RKK Energija

Dubai,   14. November 2017  —  Russland kehrt im kommenden Jahr wieder zur dreiköpfigen Besatzung seines Segments in der Internationalen Raumstation ISS zurück. Grund sei der Start des Multifunktionalen Labormoduls (MLM) Nauka (Wissenschaft) im Herbst zur Station,  teilte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Oleg Komarow,  am Dienstag auf der Dubai Airshow 2017 mit. Für die Inbetriebnahme des Moduls sei die volle Besatzung erforderlich.

Seit April 2017 war das russische ISS-Segment nur mit zwei Kosmonauten besetzt.  Die Maßnahme wurde offiziell mit der Steigerung der Effektivität der Arbeit begründet. Viele Experten sahen darin aber eine Sparmaßnahme angesichts der angespannten Finanzlage Russlands.

Der Bau von Nauka hat bereits 1995 begonnen. Ursprünglich sollte das Modul im ersten Halbjahr 2014 und dann 2015 gestartet werden. Doch dann stellten sich Verschmutzungen durch Fremdkörper im Triebwerk heraus,   die erst im Herstellerwerk Chrunitschew beseitigt werden mussten.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:   Kerim Kerimow

Credit:GK Roskosmos

Moskau, 14. November 2017 —  Kerim Kerimow,  eine der geheimnisumwobensten Figuren der  sowjetischen Raumfahrt,  wäre am heutigen Dienstag 100 Jahre alt geworden. Der am 14. November 1917 im aserbaidshanischen Baku geborene Wissenschaftler, Ingenieur und  Generalleutnant der Artillerie hat als einer der Begründer des Kosmosprogramms der UdSSR entscheidenden Anteil an der Erschließung des Alls.

Von 1966 bis 1991 war Kerimow Vorsitzender der Staatlichen Kommission für die bemannten Flüge. Ihm persönlich meldeten die Raumschiffbesatzungen ihre Startbereitschaft und später dann die Erfüllung ihrer Missionen. Im Fernsehen durfte er nur von hinten gezeigt werden. Ungeachtet seiner wichtigen Position wurde sein Name erstmals im Sommer 1987 im Zuge von Gorbatschows Politik der Perestroika öffentlich genannt. Noch heute ist die genaue Zusammensetzung der Staatlichen Kommission nicht bekannt.

1991 ging Kerimow in Rente und wirkte bis zu seinem Tod 2014 als Konsultant im Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau.

© Gerhard Kowalski

Sirius-Crew erreicht Mondumlaufbahn

Moskau,  13. November 2017 —  Die Teilnehmer des ersten russisch-amerikanischen Experiments zur Vorbereitung auf die bemannte Umkreisung des Mondes in speziellen Modulen (SIRIUS –   Scientific International Research in Unique terrestrial Station)  haben am Montag in der Simulationsanlage des Moskauer Instituts für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) die Mondumlaufbahn erreicht. In den nächsten drei Tagen üben die sechs Kandidaten die Steuerung eines Mond-Rovers, beobachten die Oberfläche des Erdtrabanten und suchen einen geeigneten Landeplatz aus, teilte das Institut mit.

Das Experiment,  das am 7. November begann,  dauert insgesamt 17 Tage. Dabei werden alle Phasen eines solchen Fluges simuliert.

2018 sollen ein viermonatiges Experiment mit deutscher Beteiligung,  2019 ein achtmonatiges und 2020/21 ein einjähriges derartiges Experiment folgen.

© Gerhard Kowalski

ISS:   Sergej Rjasanski beging 43. Geburtstag auf der Umlaufbahn

Credit:  GK Roskosmos

Moskau,  13. November 2017 —   Der russische Kosmonaut Sergej Rjasanski  hat am Montag in der Internationalen Raumstation ISS seinen 43. Geburtstag begangen. Per Twitter bedankte er sich für die zahlreichen Glückwünsche,  die er aus diesem Anlass erhalten hat.

Rjasanski wurde am 13. November 1974 in Moskau geboren. Es war dies bereits sein zweiter Geburtstag in der Station. Das erste Mal hat er ihn 2013/14 bei seinem 166-Tage-Flug gefeiert. Seit dem 28. Juli ist er erneut auf der Umlaufbahn.

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Sierra Nevada erprobt erfolgreich Dream Chaser

Credit:  NASA

Edwards,  13. November 2017  —   Der US-Konzern Sierra Nevada hat am Samstag erfolgreich sein wiederverwendbares Raumschiff Dream Chaser erpobt.  Es habe einen wunderbaren Flug und eine wunderbare Landung hingelegt,  teilte das Unternehmen „stolz“ mit. Der Test erfolgte auf der Air Force Basis Edwards in Kalifornien. Ein ähnlicher Versuch vor fünf Jahren schlug noch fehl.

Der erste Raumflug des privaten Shuttles ist für etwa 2020 geplant. Als Trägerrakete dient eine Atlas V,  die vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) starten soll.

Dream Chaser kann 5,5 Tonnen Nutzlast und bis zu sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Der Shuttle,  der in Zusammenarbeit mit der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA entwickelt wurde und auch der europäischen Weltraumorganisation ESA für Experimente zur Verfügung stehen soll, hat Tragflächen und kann auf jedem normalen Flugplatz landen.

Die Russen sind der Ansicht,  dass der unbemannte sowjetische Raketoplan BOR-4 den Amerikanern als Prototyp gedient habe.

© Gerhard Kowalski

US-Frachtraumschiff Cygnus mit Nachschub auf dem Weg zur ISS

Credit:  NASA

Wallops,  12. November 2017 —   Im zweiten Anlauf ist das private US-Frachtraumschiff Cygnus am Sonntag mit rund 3,3 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Cygnus CRS-8 stieg um 13.20 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops (Virginia) auf,  teilte die Betreibergesellschaft Orbital ATK mit. Die Ankopplung an die ISS ist für Dienstag geplant.

Der Frachter bringt bei seiner achten Mission unter anderem Lebensmittel,  wissenschaftliche und technische Ausrüstungen sowie Verbrauchsmaterial für die sechsköpfige amerikanisch-russisch-italienische Besatzung auf die Umlaufbahn.

Ein erster Startversuch musste am Samstag eine Minute vor dem Abheben abgebrochen werden,  weil sich ein Flugzeug in der gesperrten Flugzone rund um den Startplatz befand.

© Gerhard Kowalski