Archiv

Artikel

  • 2460224 Besucher

Russland denkt über mehr Frauen in seinem Kosmonautenkorps nach

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  21. Januar 2019 — Russland denkt darüber nach,  den Anteil der Frauen in seinem Kosmonautenkorps zu erhöhen. Das Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau und die GK Roskosmos fänden die Idee „sympathisch“,  Frauen aus der Raketen- und Raumfahrtbranche für den Kosmonautenberuf zu gewinnen,  sagte deren Chef Dmitri Rogosin am Montag.

Im russischen Kosmonautenkorps gibt es derzeit mit Anna Kikina nur eine einzige Frau. Bisher sind nur vier Russinnen in den Weltraum geflogen,  aber 47 Amerikanerinnen. Nach dem Flug von Walentina Tereschkowa (Foto) 1963 als erster Frau ins All war das fünfköpfige Damenkorps aufgelöst worden.

© Gerhard Kowalski

Russland sucht neuen Namen für Sojus-Nachfolger

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  21. Januar 2019 —   Russland sucht einen neuen Namen für den Nachfolger seines bemannten Raumschiffes Sojus. Bisher war man davon ausgegangen,  dass er Federazija (Föderation) heißen soll. Jetzt hat aber GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin überraschend angekündigt,  man suche einen „passenderen Namen“. Wie das geschehen soll und was ihm dabei vorschwebt,  verriet er aber nicht.

Im Januar 2016 hatte der Hersteller des Bemannten Transportkomplexes der neuen Generation (wie die Arbeitsbezeichnung bis dato lautete),  die RKK Energija in Koroljow bei Moskau,  bekanntgegeben,  das neue Raumschiff werde Federazija heißen. Die Idee dafür stamme von einem Bürger aus Kemerowo.  Der Name war von einer Jury aus nur drei Vorschlägen ausgewählt worden, die es bei einer Umfrage in die Endrunde geschafft hatten: Gagarin,  Vektor und Federazija. Dass die Entscheidung dann auf Federazija fiel,  hatte für große Überraschung gesorgt. Die meisten hatten auf Gagarin getippt. Diesen Namen sowie den Namen Vektor sollten danach andere Weltraumprojekte erhalten.

© Gerhard Kowalski

 

 

 

.

Rogosin:  Untersuchung zu dem ISS-Leck noch nicht abgeschlossen

Credit:GK Roskosmos

Moskau, 20. Januar 2019  —   Die Untersuchungen zu dem Leck in der Internationalen Raumstation ISS dauern offenbar länger als vorgesehen.  Er kommentiere normalerweise eine Untersuchung nicht, die nicht abgeschlossen ist,  sagte der Chef der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin,  vor Journalisten in Moskau auf eine entsprechende Frage. Dann fügte er nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti hinzu: „Nein, sie ist nicht abgeschlossen.“  Eigentlich war das Untersuchungsergebnis schon für Ende Dezember angekündigt worden.

Das rund zwei Millimeter große Loch war am 30. August vergangenen Jahres in der Orbitalsektion des Raumschiffes Sojus MS-09 von Alexander Gerst entdeckt und sofort mit Bordmitteln verschlossen worden. Derzeit befassen sich die russischen Ermittlungsbehörden mit dem mysteriösen Fall. Dabei geht es um die Frage,  wie das Loch entstand und wer dafür verantwortlich ist. Klar scheint zu sein, dass es absichtlich gebohrt wurde.

Gerst hat in einem Interview des Spiegel (4/19) auf die Frage,  wie kritisch der Notfall gewesen sei,  geantwortet:  „In diesem Fall beherrschbar.“

© Gerhard Kowalski

Delta IV-Heavy bringt Geheimsatelliten ins All

Credit:NRO

Vandenberg, 20. Januar 2019 —   Mit wochenlanger Verspätung haben die USA am Samstag einen neuen Geheimsatelliten erfolgreich in den Weltraum geschossen. Die Delta IV-Heavy-Trägerrakete mit NROL-71 an der Spitze stieg um 20.10 Uhr deutscher Zeit von der Air Force Base in Vandenberg (Kalifornien) auf,  teilte das Startunternehmen United Launch Alliance (ULA) mit.

Die Delta IV-Heavy ist eine Kombination aus drei Delta IV-Trägern.

© Gerhard Kowalski

ISS-Umlaufbahn um 1,8 Kilometer angehoben

Credit:NASA

Moskau,  19. Januar  2019 —   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Freitagabend um 1,8 Kilometer angehoben worden. Dazu wurden die Triebwerke des Frachters Progress MS-10 für 500 Sekunden gezündet. Danach umkreist die ISS die Erde nunmehr auf einer Bahn von 407,3 Kilometern Höhe,  teilte die GK Roskosmos in Moskau mit.

Ziel der Bahnkorrektur war es,  die ballistischen Voraussetzungen für den Start und die Kopplung des Raumschiffes Sojus MS-12  mit dem Russen Alexej Owtschinin sowie den Amerikanern Nick Hague und Christina Koch am 1. März zu schaffen. Möglicherweise werde der Start aber auf Anfang April verschoben,  wurde betont.

© Gerhard Kowalski

Pentagon arbeitet an einem System zur Früherkennung des Starts von Hyperschall-Raketen

Credit:Pentagon

Washington,  18. Januar 2019 —   Die USA arbeiten an einem weltraumgestützten System zur Früherkennung des Starts von Hyperschall-Raketen. Das System solle spätestens Ende der 2020-er Jahre verfügbar sein,  kündigte der stellvertretende Pentagon-Chef für politische Fragen,  John Rood,  am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Washington an.

Das System sei erforderlich,  um der Gefahr durch Hyperschall-Raketen zu begegnen,  sagte Rood zur Begründung. „Vor allem China, aber auch Russland entwickeln Möglichkeiten zur regionalen Anwendung von Hperschall-Waffen, denen wir begegnen müssen.“  Dabei gehe es nicht um die Früherkennung von interkontinentalen ballistischen Raketen,  fügte er hinzu.

© Gerhard Kowalski

Japan startet erfolgreich sieben Satelliten

Credit:JAXA

Tokio,  18. Januar 2019 —   Japan hat eine Kompaktrakete mit sieben Satelliten gestartet. Epsilon-4 mit dem Technologie-Demonstrator RAPIS-1 und sechs Cubesats an Bord stieg vom Weltraumbahnhof Uchinoura auf,  teilte die Raumfahrtagentur JAXA am Freitag mit.

Bei einem der Experimente soll ein künstlicher Meteoritenregen erzeugt werden. Dazu werden 400 Kugeln ausgestoßen, die in den dichten Schichten der Atmosphäre verglühen und den Effekt fallender Sterne produzieren.

Die Feststoffrakete ist 26 Meter hoch und hat ein Startgewicht von 96 Tonnen. Der erste Start fand 2013 statt.

© Gerhard Kowalski

Liebe Besucher meiner Homepage!

Ich habe eine ganze Reihe Raumfahrtbücher in englischer Sprache abzugeben.

Interessenten fordern bitte die Liste an.

Besten Gruß

G. Kowalski

Genaue Startdaten von Boeings Starliner zur ISS stehen angeblich fest

Credit:Boeing

Moskau,  17. Januar 2019 —   Das Raumschiff Starliner des US-Konzerns Boeing soll am 28. März erstmals unbemannt und am 27. August bemannt zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das berichtet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Donnerstag. Sie beruft sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle aus der russischen Raumfahrt- und Raketenbranche.

Zuvor hatte schon die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA die Startmonate öffentlich gemacht,  ohne allerdings das genau Datum zu nennen. Der bemannte Starliner soll mit den Astronauten Eric Boe,  Nicole Mann und Chris Ferguson starten.

Zuvor will bereits SpaceX im Februar unbemannt und im Juli bemannt mit Bob Behnken und Doug Hurley zur Station fliegen.

© Gerhard Kowalski

 

Kalenderblatt:   Erste Kopplung zweier Raumschiffe vor 50 Jahren

Credit:ZPK

Credit:ZPK

Moskau,  16. Januar 2019 —   Vor nunmehr 50 Jahren hat die erste Kopplung zweiter bemannter Raumschiffe auf der Umlaufbahn stattgefunden. Am 16. Januar 1969 trafen sich die sowjetischen Raumschiffe Sojus 4 mit Waldimir Schatalow und Sojus 5 mit Boris Wolynow (auf dem Gruppenfoto rechts),  Alexej Jelissejew und Jewgeni Chrunow an Bord im All. Die Annäherung bis auf 100 Meter erfolgte automatisch, dann übernahmen Wolynow und Schatalow das Kommando. Letzterer kommentierte das historische Manöver mit den Worten:   „Der Handschlag ist erfolgt!“

In einer zweiten Phase des Experiments stiegen Jelissejew und Chrunow durch den freien Weltraum zu Schatalow in Sojus 4 um. Das Manöver dauerte 37 Minuten und wurde im Fernsehen übertragen. Einen Tag später landete das Raumschiff rund 40 Kilometer von der kasachischen Stadt Karaganda entfernt normal in der Steppe.

Wolynow hingegen entging am darauffolgenden Tag nur knapp der Katastrophe. Wie er am Dienstag auf einer Festveranstaltung zum Jubiläum im Sternenstädtchen bei Moskau berichtete, gab es bei seiner Landung mehrere heikle Situationen. So erfolgte sie ballistisch mit einer Überbelastung von bis zu 10 g , weil sich die Orbitalsektion nicht von der Landekapsel gelöst hatte. Zudem habe es eine „Explosion“  gegeben. Da er befürchtete, das Schicksal von Wladimir Komarow (Sojus 1 –  1967) zu erleiden,  habe er schnell noch alle wichtigen Informationen und Daten auf Tonband gesprochen. Schließlich sei er aber lebend gelandet. Die Landung sei aber außerordentlich hart gewesen,  weil die Raketen für die weiche Landung versagten,  so dass er schwere Verletzungen erlitt,  unter anderem am Oberkiefer. Aus Geheimhaltungsgründen sei er erst zehn Tage später ins Moskauer Burdenko-Krankenhaus eingeliefert worden.

Übrigens:  Wolynows Frau Tamara wird in ihrem Buch „Kosmos. Die Plejade der Ersten“  demnächst die volle Wahrheit über die dramatische Landung offenlegen.

© Gerhard Kowalski