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SpaceX kündigt Start des ersten privaten Schleusenmoduls zur ISS an

Credit:Nanoracks

Washington,  26. Oktober 2020 —  Der US-Konzern SpaceX hat den Start des ersten privaten Schleusenmoduls zur Internationalen Raumstation ISS angekündigt. Das Bishop Airlock Module soll Ende November mit einem Cargo Dragon auf die Umlaufbahn gebracht und an die Station angedockt werden. Als ständiges Schleusenmodul soll es vor allem dazu genutzt werden,  Ausrüstungen und Material für Experimente aus der Station in den freien Raum auszusetzen.

Die ISS verfügt derzeit über drei aktive Schleusen. Zwei von ihnen dienen dem Ausstieg von Kosmonauten und Astronauten. Die dritte befindet sich im japanischen KIBO-Modul und ermöglicht die Aussetzung von Nutzlasten,  darunter Kleinsatelliten.

© Gerhard Kowalski

Europäische Spezialisten bereiten ESA-Roboterarm ERA auf Start zur ISS vor

Moskau/Baikonur,  26. Oktober 2020 —  Spezialisten der Europäischen Weltraumorganisation ESA und von Airbus Defence &  Space bereiten derzeit auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) den ESA-Roboterarm ERA auf den Start zur Internationalen Raumstation ISS vor. Das geschehe gemeinsam mit Spezialisten der RKK Energija,  teilte der ständige ESA-Vertreter in Russland,  René Pischel, der Nachrichtenagentur TASS mit. Der Roboterarm soll im April gemeinsam mit dem multifunktionalen Modul Nauka (Wissenschaft) auf die Umlaufbahn gebracht und am russischen ISS-Segment angedockt werden.

Der Manipulator,  der sich bereits seit 2008 in Russland befindet, unterstützt wie sein kanadisches Pendant Arbeiten im freien Raum. So werden Astronauten mit seiner Hilfe an ihren Arbeitsplatz gebracht. Zudem wird derzeit geprüft, ob an ihm auch der russische Roboter Teledroid montiert werden kann.

© Gerhard Kowalski

Russland startet neuen Navigationssatelliten

Plessezk,  25. Oktober 2020 — Russland hat am Sonntagabend einen neuen Navigationssatelliten gestartet. Die Sojus-2.1b-Trägerrakete mit Glonass-K an der Spitze stieg um 20:08 Uhr deutscher Zeit vom Militärkosmodrom Plessezk im Gebiet Archangelsk auf,  teilte das Verteidigungsministerium mit.

Es handelt sich um den 5. Start einer Sojus-2-Rakete in diesem Jahr von Plessezk. Der bislang letzte hatte am 28. September stattgefunden.

© Gerhard Kowalski

Nach der Verhaftung des Chefs des Kosmodroms Wostotschny: Rogosin feuert Leiter der Direktion

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  25. Oktober 2020 —  Russlands Vorzeige-Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet ist derzeit führungslos. Nach der Verhaftung von Kosmodrom-Chef Roman Bobkow durch die örtlichen Sicherheitsorgane hat der Generaldirektor der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin, den Leiter der Direktion des Kosmodroms, Jewgeni Rogosa, entlassen. Zugleich erteilte er dem Generaldirektor des übergeordneten Zentrums für die Nutzung der Objekte der kosmischen Bodeninfrastruktur (ZENKI), Andrej Ochlopkow, und seinem Chefingenieur Wladimir Shuk einen Verweis,  berichten Moskauer Medien.

Bobkow wird Anstiftung zum Missbrauch dienstlicher Vollmachten vorgeworfen. Dabei gehe es um Machenschaften bei der Übergabe wassertechnischer Anlagen auf dem Kosmodrom,  heißt es. Der Schaden wird auf eine halbe Milliarde Rubel geschätzt.

Wostotschny ist das erste Zivilkosmodrom Russlands. Mit ihm will sich Moskau vom Kosmodrom Baikonur unabhängig machen, das nach dem Zerfall der Sowjetunion in Kasachstan liegt. Wostotschny wird auf Betreiben von Präsident Wladimir Putin gebaut. Es verfügt derzeit nur über eine Rampe für unbemannte Sojus-Starts. Seit der Eröffnung 2016 haben von hier nur fünf Starts stattgefunden,  wovon einer fehl schlug. In diesem Jahr stieg von hier noch keine einzige Trägerrakete auf.

Zurzeit wird hier an einer Startrampe für die schwere Angara A5-Rakete für das neue bemannte Raumschiff Orjol (Adler) gebaut.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 von SpaceX bringt weitere 60 Starlink-Breitbandsatelliten ins All

Credit:NASA

Cape Canaveral,  24. Oktober 2020  —Eine Falcon 9 von SpaceX hat am Samstag 60 Starlink-Breitbandinternetsatelliten ins All geschossen. Der schwere Träger stieg um 17:31 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Es war dies der zweite Falcon 9-Start in dieser Woche.

Die Satelliten wurden auf eine kreisförmige Transferbahn zwischen 277 und 263 Kilometern Höhe gebracht. Von hier steigen sie dann auf ihre Betriebsbahn in rund 550 Kilometer Höhe auf.

Damit umkreisen jetzt bereits rund 900 Starlink-Satelliten die Erde.

Es war dies der 19. SpaceX-Start in diesem Jahr und der 15. Start für das Starlink-Programm.

Die ausgebrannte Erststufe des Trägers landete nach rund acht Minuten unversehrt auf einer schwimmenden Plattform.

© Gerhard Kowalski

Russland gedenkt der Raketenkatastrophe von Baikonur vor 60 Jahren

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  24. Oktober 2020 – Russland gedenkt heute des schwersten Raketenunglücks seiner Geschichte. Am 24. Oktober 1960 explodierte in Baikonur eine mit 100 Tonnen Treibstoff betankte ballistische Rakete R-16 auf der Startrampe,  weil die Marschtriebwerke der zweiten Stufe vorzeitig gezündet hatten. Dabei kamen nach neuesten Angaben 74 überwiegend Militärangehörige ums Leben, darunter auch der erste Oberkommandierende der Raketentruppen,  Marschall Mitrofan Nedelin. 49 Personen wurden verletzt,  von denen auch noch viele starben.

Genau drei Jahre später,  am 24. Oktober 1963, ereignete sich eine weitere Tragödie. Beim Brand einer Interkontinentalrakete R-9A in ihrem Schacht fanden acht Menschen den Tod.

Zum Gedenken an diese Unglücke,  die lange Jahre geheim gehalten wurden, werden in Baikonur seither an diesem Tag keine Raketen mehr gestartet.

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Aerospatium:  Jungfernstart der Ariane 6 auf 2022 verschoben

Credit:ESA

Paris,  23. Oktober 2020 —   Der Jungfernstart der neuen Europarakete Ariane 6 ist auf das Jahr 2022 verschoben worden. Das berichtet das Magazin Aerospatium. Zur Begründung heißt es,  die europäische Raumfahrtbranche sei voll von der Corona-Pandemie getroffen worden.

So seien sowohl die Arbeiten am neuen Startplatz ELA-4 auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana als auch am Träger selbst in Verzug geraten,  wird in dem Beitrag betont. Ursprünglich sollte die Rakete bereits Ende dieses Jahres erstmals starten.

Es wird jetzt damit gerechnet, dass die Startverschiebung auf der ESA-Ratstagung am kommenden Mittwoch öffentlich gemacht wird.

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Sojus MS-16-Besatzung sicher in der kasachischen Steppe gelandet –    Empfang mit verkürztem Ritual (Update)

Credit:GK Roskosmos

Sheskasgan,  22. Oktober 2020 – Nach 196 Tagen im All ist die Besatzung des Raumschiffes Sojus MS-16 am Donnerstag wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde zurückgekehrt. Die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Amerikaner Chris Cassidy landeten um 4:54 Uhr deutscher Zeit in der kasachischen Steppe rund 147 Kilometer südöstlich der Stadt Sheskasgan.

Rund 200 Angehörige des Zentralen Militärbezirks (ZWO) sorgten mit 12 Hubschraubern,  4 Flugzeugen und über 20 Geländefahrzeugen für eine schnelle Bergung des Trios.

Wegen der Corona-Pandemie wurde die Empfangsprozedur auf ein Minimum reduziert. Die Raumfahrer wurden nach einer kurzen ärztlichen Untersuchung per Hubschrauber nach Sheskasgan gebracht, von wo aus sie die Heimreise ins Sternenstädtchen bei Moskau und nach Houston (Texas) antreten.

Während ihrer Fluges haben die Männer zwei russische Frachter und je ein japanisches und ein US-Frachtraumschiff empfangen. Zudem begrüßten sie die Besatzung des Crew Dragon von SpaceX. Das Raumschiff brachte seit 2011 erstmals wieder US-Astronauten vom eigenen Territorium zur ISS. Außerdem fanden vier US-Ausstiege in den freien Raum statt.

In der ISS halten nunmehr die Russen Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschkow sowie die Amerikanerin Kathleen Rubins als 64. Stammbesatzung Wache. Neben ihrer normalen Forschungsarbeit haben sie derzeit auch mit vielen technischen Probleme vor allem im russischen Segment zu tun.

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Kommandowechsel in der ISS – Russisches Sauerstoffsystem erneut ausgefallen (Update)

Credit:NASA

Moskau,  21. Oktober 2020 —  In der Internationalen Raumstation ISS hat am Dienstag ein Kommandowechsel stattgefunden. US-Astronaut Chris Cassidy als Chef der 63. Stammbesatzung übergab die Befehlsgewalt an seinen russischen Kollegen Sergej Ryshikow und überreichte ihm symbolisch den ISS-Schlüssel im amerikanischen Destiny-Modul. Ryshikow setzt mit seinem Landsmann Sergej Kudj-Swertschkow und der Amerikanerin Kathleen Rubins als 64. Stammbesatzung den Flug bis April kommenden Jahres fort.

Die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner kehren mit Cassidy am Donnerstagmorgen auf die Erde zurück.

Kurz vor der Abkopplung ihres Raumschiffes von der ISS wurde bekannt, dass das russische Sauerstoffsystem erneut ausgefallen ist. Die Sauerstoffversorgung habe das amerikanische System übernommen.

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US-Raumschiff OSIRIS-REx entnahm Probe von Bennu

Washington,  21. Oktober 2020 —  Das Raumschiff OSIRIS-REx (Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security und Regolith Explorer) der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat am Mittwochmorgen seinen Roboterarm ausgefahren und kurz den Asteroiden Bennu berührt, um Staub und Kieselsteine von seiner Oberfläche zu sammeln. Wenn die Probenentnahme genügend Material liefert, werden die Missionsteams dem Raumschiff befehlen, die kostbare Urfracht zu verstauen, um im März 2021 seine Rückreise zur Erde anzutreten,  teilte die NASA mit. Andernfalls würden sie sich auf einen weiteren Versuch im Januar vorbereiten.

Der gut erhaltene alte Asteroid Bennu ist derzeit mehr als 321 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er bietet Wissenschaftlern ein Fenster in das frühe Sonnensystem, als es vor Milliarden Jahren Gestalt annahm und Material aufschleuderte, das dazu beigetragen haben könnte,  Leben auf der Erde zu säen.

„Diese erstaunliche Premiere für die NASA zeigt, wie ein unglaubliches Team aus dem ganzen Land zusammenkam und unglaubliche Herausforderungen bewältigte, um die Grenzen des Wissens zu erweitern“,  betonte NASA-Administrator Jim Bridenstine.

© Gerhard Kowalski