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Ariane 5 ECA bringt zwei Kommunikationssatelliten ins All

Credit:Arianespace

Kourou,  28. Juni 2017 — Eine Europarakete hat am späten Mittwochabend deutscher Zeit zwei Kommunikationssatelliten ins All geschossen. Die Ariane 5 ECA mit Hellas Sat 3-Inmarsat S EAN und GSAT-17 an der Spitze stieg um 23.15 Uhr vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf,  teilte Arianespace mit. Auftraggeber sind die Unternehmen Hellas Sat und Inmarsat sowie die indische Raumfahrtbehörde ISRO.

Es war dies bereits der vierte Ariane-Start in diesem Jahr.

© Gerhard Kowalski

DLR: Produktion der neuen Vinci-Schubkammer für die Ariane 6 in Ottobrunn angelaufen

Köln,  28. Juni 2017 —  Die Produktion der Schubkammer des wiederzündbaren Vinci-Oberstufentriebwerks für die neue Europa-Rakete Ariane 6 ist am Mittwoch bei ArianeGroup in Ottobrunn angelaufen. Das sei das Ergebnis europaweit einzigartiger Kompetenzen und Fähigkeiten, die auch durch die Förderung durch das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aufgebaut werden konnten, sagte DLR-Vorstand Gerd Gruppe.

Die Hauptverantwortung der Produktion liegt im französischen ArianeGroup-Standort Vernon. „Das Herz des gesamten Triebwerks  – die Brennkammer – wird aber im bayerischen Ottobrunn gefertigt. In ihr läuft die eigentliche Verbrennung ab, die wiederum den Schub von 180 Kilonewton erzeugt“, betonte Denis Regenbrecht,  der im Raumfahrtmanagement für das Ariane-Programm zuständig ist. Vinci arbeite mit tiefkaltem, sogenannten kryogenem Wasserstoff (LH2: Liquid Hydrogen bei -253°C) als Brennstoff und tiefkaltem Sauerstoff (LOX: Liquid Oxygen bei -180°C)  als Oxidator.

„Die europäischen Träger sind wachsender Konkurrenz und einem intensiven Wettbewerb auf dem Weltmarkt ausgesetzt, der den Preisdruck auch künftig weiter steigen lässt. Eine Antwort hierauf ist die Ariane 6, deren Startkosten im Vergleich zum europäischen Vorgängermodell Ariane 5 um rund die Hälfte reduziert werden sollen“, fügte Regenbrecht hinzu.

Im Rahmen der ESA-Ministerratskonferenz im Dezember 2014 beschlossen die Mitgliedsstaaten die Entwicklung einer neuen Trägerrakete. Mit dieser Neuentwicklung soll das Ariane-Trägersystem technisch weiterentwickelt und auch in Zukunft auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig betrieben werden können. Der Erstflug der rund 60 Meter hohen Rakete ist für 2020 geplant. Je nach Konfiguration kann sie fünf oder elf Tonnen Nutzlast in den Weltraum transportieren.

© Gerhard Kowalski

Alexej Warotschko ist neuer Chrunitschew-Chef – Roskosmos-Aufsichtsrat bestätigt Bilanz 2016

 

Moskau,  28. Juni 2017 –  Führungswechsel beim russischen Raumfahrtkonzern Chrunitschew. Der Aufsichtsrat der Staatlichen Korporation GK Roskosmos hat Alexej Warotschko zum amtierenden Generaldirektor des Staatlichen Kosmischen und Wissenschaftlichen Produktionszentrums (GKNPZ) Chrunitschew ernannt,  teilte Roskosmos mit. Er löst auf diesem Posten Andrej Kalinowski ab,  der künftig als „amtierender Direktor für die Gewährleistung der Qualität und Zuverlässigkeit“ der GK Roskosmos fungiert.

Der Aufsichtsrat bestätigte zudem,  dass die Branche die „wesentlichsten Effektivitätsziele“ für 2016 erreicht hat,  und beschloss einen korrigierten Finanzplan für die Jahre 2017-19,  heißt es weiter ohne Nennung von Details.

Warotschko war bisher stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für die Nutzung der Objekte der kosmischen Bodeninfrastruktur (ZENKI) sowie Direktor und Chefkonstrukteur des Konstruktionsbüros (KB) Motor, einer ZENKI-Filiale. Seinen Platz dort nimmt jetzt sein bisheriger 1. Stellvertreter Oleg Jegorow ein.

Wie die Nachrichtenagentur TASS außerdem meldet,  hat Kalinowski wesentlichen Anteil daran,  dass Chrunitschew seine Schulden 2016 um rund sechs Milliarden auf 9,2 Milliarden Rubel verringern konnte. Die Arbeitsproduktivität des Herstellers der Proton– und Angara-Trägerraketen sei um 38 Prozent gestiegen. Das habe eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 14,5 Prozent auf umgerechnet rund 650 Euro ermöglicht.

© Gerhard Kowalski

Russland lässt seine ExoMars-2020-Technik von den Militärs abnehmen

Credit:ESA/OHB

Moskau,  28. Juni 2017 –   Russland will seine wissenschaftlichen Geräte für die Mission ExoMars-2020 mit der ESA von den Militärs abnehmen lassen. Auf diese Weise werde „der Grad der Verantwortlichkeit bei der Gewährleistung der Qualität erhöht“,  sagte Laborleiter Daniil Rodionow vom Institut für Kosmosforschung (IKI) der Russischen Wissenschaftsakademie (RAN) der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Allerdings würden sich dadurch auch die Abnahmetermine hinauszögern.

Die ESA liefert für ExoMars-2020 den Orbiter und den Marsrover, während die Russen das Abstiegsmodul und die Landeplattform sowie einen der beiden Computer beisteuern. Der ESA-Computer steuert die Sonde während des Fluges und der Landung,  während der russische für die Operationen auf der Marsoberfläche zuständig ist und teilweise auch den europäischen Computer bei der Landung doubelt. Rodionow bedauerte in diesem Zusammenhang, dass das russische Computer „leider im Wesentlichen aus ausländischen Komponenten besteht“.

Der Laborleiter versicherte, dass die russischen Zulieferungen im Herbst 2017 zur Verfügung stünden und dann von der ESA getestet werden können. Die Landeplattform werde im kommenden Jahr in Italien auf Herz und Nieren geprüft.

Die erste Etappe der gemeinsamen ExoMars-Mission hatte 2016 stattgefunden. Dabei machte das Schiaparelli-Modul zur Demonstration des Atmosphäreneintritts, des Sinkflugs und der Landung in der letzten Phase wegen einer fatalen Fehleinschätzung der Fluglage eine Bruchlandung.

© Gerhard Kowalski

 

ISS–Mannschaft entsorgt experimentelles US-Sonnensegel im freien Raum

Credit:NASA

Washington,  27. Juni 2017 —   Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS hat ein neues experimentelles US-Sonnensegel in ausgerolltem Zustand in den freien Weltraum entsorgt. Nach rund achttägiger erfolgreicher Erprobung sollte das Roll-Out Solar Array (ROSA) eigentlich wieder für den Rücktransport zur Erde eingerollt werden,  wie die US-Luft- und Raumfahrtbehörde (NASA) am Montag (Ortszeit) mitteilte. Da dies aber nicht gelang,  habe man sich entschlossen, das noch voll entfaltete Sonnensegel per Roboterarm direkt  in den freien Raum zu befördern.

Wie die NASA ergänzte,  habe für die ISS bei diesem Manöver keine Gefahr bestanden. In einem Video ist zu sehen,  wie ROSA von der Station wegschwebt.

ROSA ist eine neue Sonnenbatterie,  die im All entfaltet wird. Sie ist kompakter als die bisherigen ISS-Sonnensegel. Seit dem 18. Juni war die neue Konstruktion auf ihre Festigkeit und ihr Verhalten im Raum getestet worden.

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SpaceX bringt zehn Iridium-Satelliten ins All – Zweiter erfolgreicher Falcon 9-Start innerhalb von zwei Tagen

 

Credit:SpaceX

Hawthorne,  26. Juni 2017 —  Das private US-Unternehmen SpaceX hat am Sonntagabend deutscher Zeit zehn Telekommunikationssatelliten erfolgreich ins ALL geschossen. Die Falcon 9-Trägerrakete mit den Iridium NEXT-Satelliten an Bord stieg um 22.25 Uhr von der U. S. Air Force Base Vandenberg (Kalifornien) auf. Acht Minuten später landete die ausgebrannte Erststufe des Trägers wohlbehalten auf einer schwimmenden Plattform im Pazifik,  teilte das Unternehmen in Hawthorne (Kalifornien) mit.

Es war dies der zweite erfolgreiche Falcon 9-Start innerhalb von zwei Tagen. Am Freitag hatte eine solche Rakete einen bulgarischen Satelliten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf seine Umlaufbahn gebracht.

Wie SpaceX-Chef Elon Musk war die Rakete mit größeren und verbesserten Gitterrudern aus Titan ausgestattet, die eine wiederholte problemlose Rückkehr zur Erde ermöglichen.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt bulgarischen Satelliten sicher ins All

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  24. Juni 2017 —  Eine Falcon 9-Trägerrakete der US-Firma SpaceX hat am Freitag erfolgreich den bulgarischen Kommunikationssatelliten BulgariaSat-1 ins All geschossen. Der Start erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida,  teilte das Unternehmen mit.

Bei der Mission kam zum zweiten Mal eine wiederverwendete erste Stufe des Trägers zum Einsatz. Die ausgebrannte Stufe landete wenig später auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik.

Es ist dies der erste Kommunikationssatellit Bulgariens überhaupt.

© Gerhard Kowalski

Russland startet Militärsatelliten von Plessezk

Plessezk/Moskau,  24. Juni 2017 —  Russland hat am Freitagabend erfolgreich einen Militärsatelliten ins All geschossen. Die Sojus-2.1w-Trägerrakete mit der Geheimfracht an der Spitze stieg um 20.04 Uhr deutscher Zeit vom nordrussischen Kosmodrom Plessezk auf,  teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Die Sojus-2.1w aus dem Progress-Raketenzentrum in Samara an der Wolga ist ein leichter Träger mit einer Nutzlast  von maximal 2,8 Tonnen. Es war dies jetzt der dritte erfolgreiche Start der Rakete. Der erste fand im Dezember 2013,  der zweite im Dezember 2015 statt.

Die Sojus-2 hat die Sojus-U abgelöst, die von 1973 bis 2002 im Dienst war.

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Indien startet erfolgreich 31 Satelliten – Deutschland mit einem Studentensatelliten vertreten

Neu Delhi,  23. Juni 2017 —  Indien hat am Freitag erfolgreich 31 Satelliten auf einen Schlag gestartet. Die Trägerrakete PSLV-XL (C38) stieg vom Raumfahrtzentrum auf der Insel Sriharikota auf,  teilte die Weltraumbehörde ISRO mit. Sie brachte den gut 700 Kilogramm schweren Forschungssatelliten Cartosat-2E sowie 30 weitere Satelliten mit einer Masse zwischen einem und rund 50 Kilogramm auf ihre erdnahe Umlaufbahn.

Alle Satelliten,  die unter anderem aus Großbritannien, Chile, Italien, China,  den USA, Litauen und Österreich stammen, hätten sich planmäßig von der Trägerrakete abgetrennt und ihre geplante Umlaufbahn erreicht,  heißt es weiter. Deutschland ist mit dem vier Kilogramm schweren Studentensatelliten Compass-2 aus Aachen vertreten.

© Gerhard Kowalski

RKK Energija-Chef Solnzew: Sojus-5 kann von Baikonur, von der Sea-Launch-Plattform und von Wostotschny starten

Credit:RKK Energija

Le Bourget,  21. Juni 2017 —  Die neue russische Mittelklasseträgerrakete Sojus-5 für das neue bemannte Raumschiff Federazija soll vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan,  von der schwimmenden Sea Launch-Plattform und auch vom neuen Weltraumbahnhof Wostoschny im Amur-Gebiet starten können. Die einzelnen Versionen unterschieden sich dabei praktisch nur im Interface-Bereich,  sagte der Chef des Raumfahrtkonzerns RKK Energija, Wladimir Solnzew,  auf dem 52. Pariser Aerosalon. Beim Bau der Rakete, deren Flugtests wohl noch vor der Zielvorgabe 2022 beginnen können,  stütze man sich auf die Erfahrungen aus dem Energija-Buran-Programm.

Als Triebwerke für die Sojus-5,  die 17 Tonnen in eine erdnahe Umlaufbahn hieven kann,  seien modernisierte RD-171– und RD-0124-Motoren geplant. Beide würden vom Gewicht her abgespeckt. Zudem werde vom Vierkammertriebwerk RD-0124 eine Zweikammer-Version entwickelt. Beide Triebwerke kämen später auch beim Bau der superschweren Rakete für bemannte Mond-  und Marsflüge zum Einsatz.

Die Sojus-Raumschiffe,  die einmal von den Federazija-Kapseln abgelöst werden sollen, würden allerdings nicht in Rente geschickt,  betonte Solnzew. Sie könnten später als Weltraum-Taxi weiter gute Dienste leisten. Angedacht sei auch eine Variante für bemannte Mondumkreisungen.

© Gerhard Kowalski