US-Firmen bauen erste rein kommerzielle Raumstation

New York, 23. Oktober 2021 – Die US-Firmen Nanoracks, Voyager Space und Lockheed Martin wollen bis 2027 die erste private und rein kommerzielle Raumstation bauen. Unter der Bezeichnung Starlab soll sie frei fliegend der wissenschaftlichen Forschung sowie der Stimulierung der Produktion und der Förderung der Präsenz der USA auf dem niedrigen Erdorbit dienen, teilte Lockheed Martin mit.

Die Station werde über ein Wohnmodul, ein Kopplungsmodul, eine Triebwerkssektion, einen Roboterarm und Labors verfügen, heißt es weiter. Die Langzeitbesatzung werde aus vier Astronauten bestehen. Zudem könnten Weltraumtouristen zu ihr fliegen und dort an der Umsetzung von kommerziellen und Businessprojekten teilnehmen.

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Russischer Frachter an das Nauka-Modul umgekoppelt

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 22. Oktober 2021 — Nach knapp 29-stündigem Alleinflug hat das russische Frachtraumschiff Progress MS-17 am Freitagmorgen um 06:21 Uhr deutscher Zeit am Multifunktionalen Labormodul (MLM) Nauka (Wissenschaft) der Internationalen Raumstation ISS automatisch angedockt. Damit wurde das bisher komplizierteste und zeitaufwendigste Umkopplungsmanöver am russischen Segment  erfolgreich abgeschlossen, teilte die GK Roskosmos mit. Der Frachter hatte in der Nacht zu Donnerstag vom Kleinen Forschungsmodul (MIM) Poisk (Suche) abgedockt, sich bis auf 185 Kilometer von der Station entfernt und eine Serie von Korrekturmanövern vollzogen.

Das Manöver diente der Vorbereitung von Nauka auf den Empfang des neuen Kopplungsmoduls Pritschal (Anlegestelle), das im November auf die Umlaufbahn gebracht wird. Kurz davor wird Progress MS-17 die Station endgültig verlassen und gezielt zum Absturz gebracht.

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Südkorea startet erfolgreich Trägerrakete eigener Entwicklung – Nutzlast aber nicht ausgesetzt (Update)

Credit: KARI

Seoul, 21. Oktober 2021 — Südkorea hat am Donnerstag erfolgreich seine erste Trägerrakete eigener Entwicklung und Produktion gestartet. Die KSLV-II Nuri stieg um 10:00 Uhr deutscher Zeit (17:00 Uhr Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Naro in der Provinz Cholla-Namdo rund 500 Kilometer südlich von Seoul auf, teilte das Korea Aerospace Research Institute (KARI) mit. Allerdings sei es nicht gelungen, die Nutzlast wie geplant auszusetzen, musste Präsident Moon Jae-in später zugeben. „Leider ist damit das Ziel nicht voll erreicht worden.“ Aber immerhin sei die Rakete bis auf 700 Kilometer aufgestiegen. Damit sei man dem Weltraum näher gekommen.

Grund für den Fehler soll dem KARI zufolge ein verfrühter Brennschluss der dritten Raketenstufe sein.

Der Träger ist 47,2 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 3,5 Metern und ein Startgewicht von 200 Tonnen. Er ist mit sechs Flüssigkeitstriebwerken ausgestattet – vier in der ersten und je eines in der zweiten und dritten Stufe. Bei der Premiere war eine 1,5 Tonnen schwerer Dummy an Bord, der auf eine Höhe von 600 bis 800 Kilometer gebracht werden sollte.

Südkorea entwickelt seit 2010 eine Trägerrakete. Dafür stehen umgerechnet 1,7 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Im Mai kommenden Jahres soll erstmals ein 200 Kilogramm schwerer Satellit auf eine Umlaufbahn gebracht werden.

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Russland beginnt kompliziertes Umkopplungsmanöver an der ISS

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 21. Oktober 2021 —  Russland hat in der Nacht zu Donnerstag ein kompliziertes und zeitaufwendiges Umkopplungsmanöver an seinem ISS-Segment  begonnen. Dazu wurde um 01:41 Uhr deutscher Zeit das Frachtraumschiff Progress MS-17 vom Kleinen Forschungsmodul (MIM) Poisk (Suche) abgedockt, teilte die GK Roskosmos mit. Im Laufe von 29 Stunden werde sich das Modul bis auf 185 Kilometer von der Station entfernen, eine Serie von Korrekturmanövern vollziehen und dann am Freitag um 06:31 Uhr mit Hilfe des Annäherungs- und Kopplungssystems Kurs automatisch am neuen Multifunktionalen Labormodul (MLM) Nauka (Wissenschaft) anlegen.

Damit werde die erste Kopplung eines Frachters mit Nauka vollzogen, das Ende Juli auf die Umlaufbahn gekommen ist, heißt es weiter. Der Kopplungsstutzen des Moduls sei dafür mit einem speziellen Adapter ausgerüstet worden, an dem Frachter und auch bemannte Raumschiffe festmachen können. Der werde bei der endgültigen Abkopplung von Progress MS-17 dann mitgenommen. Danach solle das Verbindungsmodul Pritschal (Anlegestelle) hier festmachen, dessen Start für Ende November geplant ist.

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Start von Matthias Maurer zur ISS verschoben

Credit: ESA

Washington, 19. Oktober 2021 – Der Flug des deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer mit der NASA-Astronautin Kayla Barron und deren Kollegen Tom Marshburn und Raja Chari als Crew 3 von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS ist auf den 31. Oktober verschoben worden. Das teilte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA am Dienstag mit. Als Grund wird angegeben, die Vorbereitung des Raumschiffes erfordere noch mehr Zeit. Bisher sollte der Start zu der Halbjahres-Mission am 30. Oktober stattfinden.

Das Forschungsprogramm Cosmic Kiss von Maurer besteht aus weit über 100 Experimenten, darunter allein 36 deutsche. Der Saarländer wird als erster ESA-Astronaut mit einem russischen Skaphander in den freien Raum aussteigen, um den europäischen Roboterarm ERA am russischen Mehrzweckmodul Nauka (Wissenschaft) in Betrieb zu nehmen.

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Regisseur Schipenko: 30 Stunden Material für Wysow in der ISS gedreht

Credit: ZPK

Moskau, 19. Oktober 2021 — In der Internationalen Raumstation ISS sind rund 30 Stunden Material für den ersten Spielfilm in der Schwerelosigkeit gedreht worden. Davon würden zwischen 25 und 35 Minuten in den Film unter dem Arbeitstitel Wysow (Herausforderung) einfließen, betonte Regisseur und Kameramann Klim Schipenko am Dienstag auf einer Online Pressekonferenz. Er rechne damit, dass der Film Ende nächsten Jahres fertig sein werde. Ein Premierendatum stehe noch nicht fest.

Schipenko zeigte sich überzeugt, dass sich die Kosten des Filmes, für den zwölf Tage lang in der ISS gedreht wurde, amortisieren werden. Wie teuer das Projekt der GK Roskosmos, des Ersten Fernsehkanals und eines Filmstudios ist, sagte er aber nicht.

Der Regisseur und die Schauspielerin Julija Peressild waren mit dem Kosmonauten Anton Schkaplerow am 5. Oktober zur Station geflogen und am Sonntag mit dem Kosmonauten Oleg Nowizki wieder auf die Erde zurückgekehrt.

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Chinesische Raumfahrer beginnen mit dem Ausbau des Tianhe-Basismoduls

Peking, 18. Oktober 2021 – Die neue Besatzung des Basismoduls Tianhe der künftigen chinesischen Raumstation hat mit dessen Ausbau begonnen. Die drei Taikonauten, die am Samstag für ein halbes Jahr auf die Umlaufbahn gekommen sind, haben zwei Fachtraumschiffe zu entladen, teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit. Die Montage aller angelieferten Ausrüstungen nehme rund ein Jahr in Anspruch. In dieser Zeit würden noch je zwei Labormodule, Frachter und bemannte Raumschiffe ankoppeln.

Die Gesamtmasse der Station, deren Lebensdauer auf zehn Jahre angelegt ist, soll einmal über 90 Tonnen betragen. In ihr können permanent drei und beim Wechsel zeitweilig sechs Besatzungsmitglieder arbeiten. Parallel dazu soll ein optisches Teleskop mit einem Zwei-Meter-Spiegel  autonom die Erde umkreisen. Es soll nur zu Reparatur- und Servicezwecken an der Station andocken.

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Oleg Nowizki und die ISS-Filmcrew sicher auf die Erde zurückgekehrt

Credit: GK Roskosmos

Sheskasgan,  17. Oktober 2021 – Das russische Raumschiff Sojus MS-18 mit Kommandant Oleg Nowizki, der Schauspielerin Julija Peressild und dem Regisseur und Kameramann Klim Schipenko ist am Sonntagmorgen sicher von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde zurückgekehrt. Die Kapsel, die um 03:14 Uhr deutscher Zeit von der Station abgekoppelt hatte, landete pünktlich um 06:35 Uhr 148 Kilometer südöstlich der kasachischen Kupferstadt Sheskasgan in der Steppe. Die beiden Zwischenfälle an Bord der ISS in den letzten Tagen hätten keinen Einfluss auf den Zeitplan gehabt, wurde mitgeteilt.

Damit waren auch die Dreharbeiten für den ersten Spielfilm in der Geschichte der Raumfahrt, die am 5. Oktober begonnen hatten, erfolgreich beendet. Nowizki, der seit dem 9. April das dritte Mal in der Station gearbeitet hat, sowie seine Landsleute Anton Schkaplerow und Pjotr Dubrow haben in dem Film mit dem Arbeitstitel Wysow (Herausforderung) selbst mitgewirkt. Nowizki spielte einen schwerkranken Kosmonauten, der von der „Ärztin“ Peressild notoperiert werden musste, die Schkaplerow auf die Umlaufbahn gebracht hatte. Mehr wurde von dem Filmprojekt nicht verraten, das von der amtlichen Raumfahrtbehörde GK Roskosmos als Fortsetzung der russischen Pioniertaten im All gefeiert wird, die mit dem Sputnik (1957), Juri Gagarin (1961), Walentina Tereschkowa (1963) und dem Weltraumspaziergänger Alexej Leonow (1965) begannen.

Zur schnellen Bergung der Rückkehrer, die mit frischem Birkensaft begrüßt wurden, waren rund 200 Spezialisten mit 12 Hubschraubern, 3 Flugzeugen und 20 geländegängigen Fahrzeugen aufgeboten worden.

Credit: U. Toelle/O. Nowizki

Nowizki hatte sich vor seiner „Filmkarriere“ im April auch schon als Fotograf für eine denkwürdige Aktion betätigt. Zum Andenken an den im September 2019 verstorbenen DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn und dessen Frau Erika fotografierte er ein Papier-Porträt des Paares im Aussichtsmodul Cupola der ISS vor dem Hintergrund der Erde. Die Aktion war von dem russischen Kosmosveteranen Pawel Winogradow, einem guten Freund der Jähns, initiiert worden (siehe dazu meine Blogs vom 12. Mai und 21. September).

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NASA-Raumsonde Lucy auf dem Weg zu den Trojanern

Credit: ULA

Cape Canaveral, 16. Oktober 2021 —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat am Samstag ihre Raumsonde Lucy gestartet. Sie stieg um 11:36 Uhr deutscher Zeit  an der Spitze einer Atlas V-Trägerrakete von der Space Force Station in Cape Canaveral (Florida) zu ihrer 981 Millionen Dollar teuren Mission in das Sonnensystem auf. In den kommenden zwölf Jahren soll die Sonde bei ihrer sechs Milliarden Kilometer langen Reise acht Himmelskörper anfliegen.

Das besondere Interesse der Forscher richtet sich dabei auf die sogenannten Trojaner, eine bislang nicht erforschte Asteroidengruppe, die sich im Orbit des Jupiter um die Sonne befindet. Die Trojaner gelten gewissermaßen als die Fossilien des 4,5 Milliarden Jahre alten Sonnensystems.

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Neuer Zwischenfall in der ISS

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 16. Oktober 2021 —  In der Internationalen Raumstation ISS ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Die zehn Insassen aus Russland, den USA, Japan und Europa seien Samstagnacht durch eine Sirene aus dem Schlaf gerissen worden, meldet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Sie beruft sich dabei auf den von der US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA übertragenen Funkverkehr zwischen Erde und Station. Nach Ansicht des russischen Kosmonauten Anton Schkaplerow sei die Ursache dafür ein kurzzeitiger Ausfall im Steuerungssystem des Swesda-Moduls gewesen. Ein Spezialist des NASA-Kontrollzentrums in Houston (Texas) habe der Besatzung aber mitgeteilt, dass ihrerseits kein Eingreifen erforderlich sei.

Es war dies der zweite Zwischenfall innerhalb von zwei Tagen. Ob das Folgen für die Landung des Raumschiffes Sojus MS-18 mit dem Kosmonauten Oleg Nowizki , der Schauspielerin Julija Peressild und Regisseur Klim Schipenko am Sonntagmorgen hat, wurde ncht gesagt.

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