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US-Frachter per Hand an die ISS angedockt

Credit:NASA

Houston, 24. Mai 2018 —   Das private US-Frachtraumschiff Cygnus hat am Donnerstag mit 3,35 Tonnen Nachschub die Internationale Raumstation ISS  erreicht. Es wurde von dem Astronauten Scott Tingle mit dem kanadischen Roboterarm „eingefangen“  und dann an das US-Modul Unity umgesetzt und angekoppelt.

Der Frachter war am Montag an der Spitze einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops Island (Virginia) gestartet. Er bringt Lebensmittel,  wissenschaftliche Ausrüstungen,  Ersatzteile und drei Mini-Satelliten auf die Umlaufbahn. Außerdem hat er zahlreiche Experimente für die horizons-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst an Bord,  die am 6. Juni beginnen und bis zum 13. Dezember dauern soll.

© Gerhard Kowalski

 

Putin ernennt Rogosin zum Chef der GK Roskosmos

Credit:Präsidialamt

Moskau,  24. Mai 2018 –-   Wechsel an der Spitze des russischen Raumfahrtstaatskonzerns. Präsident Wladimir Putin hat Dmitri Rogosin zum neuen Chef der Staatlichen Korporation (GK) Roskosmos ernannt. Er löst damit Igor Komarow ab,  der diese Funktion seit dem 21. Januar 2015 innehatte,  meldet die Nachrichtenagentur TASS am Donnerstag. Rogosin war bis zur jüngsten Neubildung der Regierung Vizepremierminister und für den militärisch-industriellen  Komplex verantwortlich.

Putin betonte,  dass er mit Rogosin bereits mehrmals darüber gesprochen habe,   wie den Entwicklungsperspektiven der Raumfahrt ein neuer Impuls verliehen werden könne. Deshalb sei es „logisch“,  dem Initiator dieser Neuerungen auch die Umsetzung anzuvertrauen. Rogosin versprach dem Präsidenten,  „alles Erforderliche zu tun,  um dieses Vertrauen zu rechtfertigen“.
Gerüchte über eine Ablösung Komarows gibt es schon seit einiger Zeit. In der Berichterstattung über den Wechsel wird er mit keinem Wort gewürdigt.
© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:   Thomas  Reiter wird 60

Credit:G. Kowalski

Berlin,  23. Mai 2018 —   Der deutsche Zweifach-Astronaut Thomas Reiter begeht am Mittwoch seinen 60. Geburtstag. Die Laufbahn des heutigen Koordinators Internationale Agenturen und Berater des Generaldirektors der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Johann-Dietrich Wörner, ist durch zahlreiche Erstleistungen gekennzeichnet. 1995/96 unternahm er in der russischen Raumstation MIR mit 179 Tagen den ersten Langzeitflug und zugleich den ersten Außenbordeinsatz eines Westeuropäers. Ein Jahr später erwarb er als erster Nichtrusse den „Führerschein“  für die Landung einer Sojus-Kapsel.

2006 absolvierte Reiter in der Internationalen Raumstation ISS seinen zweiten Langzeitflug –  diesmal von 171 Tagen. Damit ist er mit insgesamt 350-All-Tagen auch ESA-Langzeitflugrekordler. Dieser Rekord wird möglicherweise nur noch bis Dezember Bestand haben. Denn Alexander Gerst,  der bislang elfte und letzte Deutsche im All,  soll am 6. Juni zu seinem zweiten Langzeitflug in der ISS starten und käme danach auf 352 Tage,  wenn alles nach Plan läuft.

Reiter wurde in Frankfurt/Mai geboren und hat 1979 an der Universität der Bundeswehr sein Diplom als Luft- und Raumfahrtingenieur erworben. Danach diente er bei der Bundeswehr und wurde auch zum Testpiloten 1. Klasse ausgebildet. Er brachte es bis zum Brigadegeneral der Luftwaffe (derzeit beurlaubt).

Nach seiner aktiven Astronautenlaufbahn wechselte der Jubilar 2007 zunächst zum Deutschen Zentrum für Luft-  und Raumfahrt (DLR) und 2011 dann zur ESA.

© Gerhard Kowalski

 

SpaceX startet erfolgreich sieben Satelliten

Credit:NASA

Vandenberg,  22. Mai 2018 —   Das US-Unternehmen SpaceX hat am Dienstag im zweiten Anlauf gleich sieben Satelliten in ihre Umlaufbahn geschossen  Die schwere Falcon 9-Trägerrakete mit fünf Iridium-6 und zwei GRACE-FO an der Spitze stieg um 21.47 Uhr deutscher Zeit von der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien auf. Ein erster Startversuch wurde am Samstag ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Die Satelliten sind für das Mobilfunknetz des Konzerns Iridium Communications beziehungsweise für die NASA und das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam bestimmt.

Das Iridium-Mobilfunknetz soll einmal aus über 80 Satelliten bestehen. Rund 50 davon befinden sich bereits in der Umlaufbahn. Der Rest soll bis zum Jahresende folgen.

Die GRACE-FO-Satelliten (Gravity Recovery and Climat Experiment Follow-On) erforschen die Wechselwirkungen zwischen dem Klima und der festen Erde.

© Gerhard Kowalski

US-Frachter mit Nachschub auf dem Weg zur ISS –   Zahlreiche Experimente für Gerst an Bord

Credit:NASA

Wallops Island,  21. Mai 2018 —  Ein privates US-Frachtraumschiff ist seit Montag mit 3,35 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Cygnus hob um 10.44 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Antares-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Wallops Island (Virginia) ab. Die Ankopplung an die Station ist für Donnerstag geplant.

Der Start sollte eigentlich bereits am Sonntag stattfinden. Er musste aber wegen schlechten Wetters verschoben werden.

Der Frachter hat Lebensmittel,  wissenschaftliche Ausrüstungen,  Ersatzteile und drei Mini-Satelliten an Bord,  die nach dem Ankoppeln ausgesetzt werden sollen. Außerdem bringt er zahlreiche Experimente für die horizons-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst auf die Umlaufbahn, die am 6. Juni beginnt und bis zum 13. Dezember dauert.

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China startet erfolgreich Verbindungssatelliten für Chang´e-4-Mission

Credit:Xinhua

Peking,  21. Mai 2018 —   China hat am Montag erfolgreich den Verbindungssatelliten Queqiao (zu Deutsch etwa:  Elsternbrücke) für die geplante Chang´e-4-Mission gestartet. Er stieg an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-4C vom Weltraumbahnhof Xichang im Südwesten des Landes auf,  meldete die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Satellit soll die Verbindung zu der Sonde sichern, die noch in diesem Jahr auf der Rückseite des Mondes landen soll.

Es war dies der 275. Start eines Langer Marsch-Trägers.

Nach der chinesischen Mythologie haben Elstern mit ihren Flügel in der siebenten Nacht des siebenten Monats des Mondkalenders eine Brücke gebildet, um es Zhi Nu,  der siebenten Tochter der Himmelgöttin, zu ermöglichen, zu ihrem geliebten Ehemann zu gelangen, der durch die Milchstraße von ihr getrennt war.

© Gerhard Kowalski

Alexander Gerst und seine Crew in Baikonur eingetroffen

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  20. Mai 2018 —   Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst,  sein russischer Sojus-Kommandant Sergej Prokopjew und die amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor sind am Samstag auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) eingetroffen. Bis zu seinem Start am 6. Juni zur Internationalen Raumstation ISS  wird das Trio jetzt hier die letzten Trainingseinheiten absolvieren,  teilte die GK Roskosmos mit .

Gerst und seine Kollegen sollen 187 Tage als 56. und 57. Stammbesatzung in der Station forschen. Drei Monate lang wird der Deutsche,  der bereits 2014 in der ISS war, als Kommandant fungieren. Er ist damit nach dem Belgier Frank de Winne der zweite Westeuropäer,  dem diese Ehre zuteil wird.

Der Start von Sojus MS-09  ist für den 6. Juni um 13.12 Uhr deutscher Zeit geplant.

© Gerhard Kowalski

 

Eine würdige Ehrung –   Wissenschaftliche Konferenz der Leibniz-Sozietät und das Leibniz-Instituts zum 40. Jahrestag des Jähn-Fluges

Credit:B. Tiedt

Credit:G. Kowalski

Berlin,  19. Mai 2018 —   Dem ersten Deutschen im All,  Sigmund Jähn,  wurde in dieser Woche eine spezielle Ehrung zuteil. Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften (LS) und das Leibniz-Institut für interdisziplinäre Studien (LIFIS) widmeten dem bevorstehenden 40. Jahrestag seines Raumfluges mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (26. 8. – 3. 9. 1978) eine zweitägige Wissenschaftliche Konferenz unter dem Motto Menschen im Weltraum.

LS-Präsident Prof. Gerhard Banse konnte dazu im Berliner Leibniz-Gymnasium führende Vertreter der Europäischen Weltraumorganisation ESA und des Deutschen Zentrums für Luft-  und Raumfahrt (DLR) sowie namhafte Wissenschaftler begrüßen. Die Grüße des Regierenden Bürgermeisters von Berlin,  Michael Müller,  überbrachte die Abteilungsleiterin für Forschung der Senatskanzlei,  Jutta Koch-Unterseher.

Den Vortragsmarathon eröffnete der Jubilar selbst mit sehr persönlichen Reflexionen über seine Mission, die die DDR zum fünften Land der Welt mit einem Kosmonauten und ihn zum 90. Menschen im All machte. Das Hauptthema war dabei die Multispektralkamera MKF-6 aus Jena, mit der sich der inzwischen nicht mehr existierende Staat in das Interkosmos-Programm der UdSSR und ihrer Verbündeten eingekauft hatte. Zudem überraschte Jähn mit dem schriftlichen Beweis, dass eigentlich nicht er, sondern einer seiner NVA-Genossen erster Deutscher auf der Umlaufbahn sein sollte. Der heutige Jubilar rangierte auf der Vorschlagsliste an Erich Honecker lediglich auf Platz 3 vor seinem Double Eberhard Köllner, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm. Doch dann hatten die Sowjets das letzte Wort.

Der ESA-Koordinator Internationale Agenturen und Berater von Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner,  Thomas Reiter, erinnerte daran, dass mit Jähn die bemannte deutsche Raumfahrt begonnen hat. Aufbauend auf seinem Flug sei inzwischen mit Alexander Gerst, der am 6. Juni zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation ISS startet, bereits die dritte Astronautengeneration unterwegs. Er erinnere sich voller Dankbarkeit,  wie Jähn ihm nach der Wende in seiner Eigenschaft als Berater des DLR und der ESA im Sternenstädtchen bei Moskau geholfen habe, sich auf seinen ersten Langzeitflug in der russischen MIR-Station vorzubereiten, sagte Reiter. Er bezeichnete die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von 15 Nationen in der ISS angesichts der vielen Konflikte auf der Erde als beispielgebend.

Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund informierte das Auditorium in einer temperamentvollen Präsentation über den derzeitigen Stand der Suche nach Leben im Universum. Deutschland trage derzeit mit zahlreichen wissenschaftlichen Geräten maßgeblich zum Erfolg viele internationaler robotischer Missionen bei, so zum Mars oder zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Am Rande der Veranstaltung trafen Sigmund Jähn und Pascale Ehrenfreund zusammen. In einem kurzen Gespräch äußerte sich Ehrenfreund anerkennend über die selbst noch aus heutiger Sicht sehr guten wissenschaftlichen Ergebnisse der Mission Jähns. Der Beitrag zur Entwicklung der Erdbeobachtung fand dabei besondere Erwähnung.

Warum Jähns Double Eberhard Köllner damals nicht auch einen Flug bekommen hat, wusste Prof. Heinz Kautzleben zu berichten,  der führend am Interkosmos-Programm mitgewirkt hat. Der DDR hätten sieben Millionen Dollar gefehlt, die die Sowjets damals dafür forderten, sagte er. Allerdings habe die Mitwirkung im Rahmen von Interkosmos die DDR gezwungen, eigene Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln, die sie dann in das geeinte Deutschland mitbrachte.

Zudem referierten weitere Wissenschaftler unter anderem zu den Themen Menschen im Weltraum –  eine alte Vision,  Weltraummedizin und Raumfahrt als Kulturaufgabe.

© Gerhard Kowalski

Russland kündigt Bau eines neuen Frachters mit Rückkehrfunktion an

Credit:ZUP

Moskau,  18. Mai 2018 —  Bisher war es nur ein Gerücht, jetzt ist es offiziell. Russland plant den Bau eines Frachtraumschiffes,  das auch Nutzlasten von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde zurückbringen kann: Sojus GWK. Der neue Frachter kann zwei Tonnen Nachschub auf die Umlaufbahn transportieren und mit 500 Kilogramm Nutzlast an Bord wieder zurückkehren,   teilte der Staatskonzern GK Roskosmos am Freitag mit.

Zur Erprobung der Technologien soll im August kommenden Jahres erstmals ein unbemanntes Sojus MS-Raumschiff gestartet werden. Der neue Frachter,  der für die Versorgung einer künftigen eigenen Raumstation gedacht ist,   soll 2022 zur Verfügung stehen.

Bisher sind die russischen Progress-Frachter (Foto),  die es seit Ende Januar 1978 gibt,  Einwegraumschiffe. Sie wurden ebenfalls auf  Sojus-Basis entwickelt und können rund 2,5 Tonnen Nachschub zur ISS befördern. Danach werden sie gezielt über dem Südpazifik entsorgt.

Einzig die Amerikaner können derzeit mit ihren privaten Dragon-Frachtern tonnenschwere Nutzlasten auch von der Station zurückholen.

© Gerhard Kowalski

 

China testet erstmals private Trägerrakete

Peking,  18. Mai 2018 —   In China wurde erstmals eine private Trägerrakete getestet. Die OS-X der Firma OneSpace stieg von einem Startgelände im Nordwesten des Landes auf,  teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit. Der Flug auf einer ballistischen Bahn dauerte 306 Sekunden.

Die neun Meter lange und 7,2 Tonnen schwere Rakete hat ein Feststofftriebwerk,  entwickelt 5,7-fache Schallgeschwindigkeit und kann Nutzlasten bis in eine Höhe von 30.742 Kilometern befördern,  sagte OneSpace-Chef Shu Chang.

Die Gesellschaft,  die auch noch die Trägerrakete OS-M produziert,  wurde 2015 gegründet und will den Mark mit billigen kleinen Trägern versorgen.

© Gerhard Kowalski