Archiv

Artikel

  • 3018072 Besucher

ESA gibt die weltweit erste Weltraummüllbeseitigung in Auftrag

Credit:  ESA

Paris, 10. Dezember 2019 —   ClearSpace-1 heißt die erste Weltraummission, mit der Trümmer aus der Erdumlaufbahn entfernt werden sollen. Die Mission soll 2025 starten und wurde bei einem von einem Start-up geführten kommerziellen Konsortium in Auftrag gegeben, um einen neuen Markt für In-Orbit-Service und Trümmerbeseitigung zu erschließen,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit.

Nach einem Wettbewerbsverfahren wird das Konsortium unter Leitung des Schweizer Startups ClaerSpace eingeladen, einen endgültigen Vorschlag einzureichen, bevor das Projekt im März nächsten Jahres beginnt. ClearSpace ist ein Spin-Off-Unternehmen, das von erfahrenen Forschern im Bereich Weltraummüll an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne gegründet wurde.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für solch eine Mission“, sagte Luc Piguet, Gründer und CEO von ClearSpace. „Das Thema Weltraummüll ist dringender denn je. Derzeit befinden sich fast 2.000 aktive und 3.000 inaktive Satelliten im Weltraum.“  In den kommenden Jahren werde die Zahl der Satelliten erheblich steigen. Es sei klar, dass ein „Abschleppwagen“  benötigt werde, um defekte Satelliten zu entfernen.

© Gerhard Kowalski

 

20 Jahre Röntgenastronomie mit XMM-Newton:   ESA-Satellit liefert aufsehenerregende Forschungsergebnisse

Friedrichshafen, 10. Dezember 2019 —   Eine der erfolgreichsten europäischen Weltraummissionen feiert Geburtstag: Das von Airbus für die Europäische Weltraumorganisation ESA entwickelte und gebaute Röntgenobservatorium XMM-Newton startete am 10. Dezember 1999, um das Röntgenuniversum zu erforschen. Seither habe XMM-Newton gleichzeitig Röntgenstrahlen, sichtbares und ultraviolettes Licht beobachtet und seine Rolle als eines der wichtigsten astronomischen Observatorien aller Zeiten unter Beweis gestellt,  betonte Airbus. Der Satellit habe mehr Röntgenquellen als jeder andere Satellit entdeckt.

XMM-Newton hat seine ursprüngliche Einsatzzeit von zehn Jahren verdoppelt. Aufgrund des überwältigenden wissenschaftlichen Erfolgs und des exzellenten Zustands des Teleskops wurde die Mission Jahr um Jahr von der ESA verlängert. So ist ein Betrieb aus technischer Sicht bis über das Jahr 2030 hinaus durchaus möglich,  heißt es.

© Gerhard Kowalski

Festtagsversorgung der ISS-Besatzung gesichert –  Russischer Frachter bringt 2,5 Tonnen Nachschub auf die Umlaufbahn

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  9. Dezember 2019 –  Nach dreitägiger Verfolgungsjagd hat das russische Frachtraumschiff Progress MS-13 mit 2,5 Tonnen Nachschub am Montag um 11.35 Uhr deutscher Zeit problemlos automatisch an der Internationalen Raumstation ISS  angelegt. Damit ist die Festtagsversorgung der sechsköpfigen amerikanisch-russisch-italienischen Besatzung gesichert. Dazu gehören frische Äpfel,  Grapefruits,  Apfelsinen,  Limonen,  Zwiebeln und Knoblauch sowie Feigen,  Datteln,  Moosbeeren,  Honig,  Schokolade und viel Konfekt. Schwarzer Kaviar fehlt allerdings diesmal für die Kosmonauten und Astronauten,  wie das Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP)  ohne Angabe von Gründen mitteilte. Die Frauen und Männer können sich auch über persönliche Geschenkpakete von ihren Lieben freuen.

Der Frachter hat zudem Treibstoff,  Trinkwasser,  Sauerstoff,  Experimente,  ein Ersatzband für das defekte Laufbahn,  Verbrauchsmaterialien und einen Computer für die Steuerung des deutsch-russischen ICARUS-Projekts zur Tierbeobachtung aus dem All an Bord.

Progress MS-13 war der 21. Start Russlands in diesem Jahr. Weitere vier sollen noch in Plessezk,  Baikonur und Kourou (Französisch-Guyana) folgen. Seit 1978 wurden damit 165 russische Frachter in den Weltraum geschickt. Drei davon erreichten 2011,  2015 und 2016 ihr Ziel,  die ISS,  nicht,  weil die Trägerrakete versagte.

© Gerhard Kowalski

 

 

US-Frachter erreicht vorfristig die ISS

Credit:NASA

Houston,  8. Dezember 2019 —  Der US-Frachter Dragon hat mit 2,6 Tonnen Nachschub an Bord am Sonntag vorfristig die Internationale Raumstation ISS erreicht. Er wurde um 11.05 deutscher Zeit und damit 25 Minuten früher als geplant vom italienischen ESA-Astronauten Luca Parmitano mit dem kanadischen Roboterarm „eingefangen“  und wird dann später per Hand an das US-Modul Harmony umgesetzt.

Der Frachter bringt neben wissenschaftlichen Experimenten und Verbrauchsmaterial für die ISS-Besatzung auch eine Art Roboter-Hotel (Robotic Tool Stowage –  RiTS)  auf die Umlaufbahn. Es soll an der Außenhaut der Station angebracht werden und Ausrüstungen sowie automatischen Geräten Schutz bieten,  die von den Astronauten bei ihren Außenbordeinsätzen gebraucht werden.

Mit an Bord ist ferner CIMON-2 (Crew Interactive MObile companioN). Der in Deutschland entwickelte und gebaute Astronautenassistent wird wie sein Vorgänger im europäischen Forschungsmodul Columbus eingesetzt werden. CIMON ist ein ballförmiger,  freifliegender,  mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Technologie-Demonstrator zur Mensch-Maschine-Interaktion. CIMON-2 verfügt über sensiblere Mikrophone und einen weiterentwickelten Orientierungssinn. Auch die KI-Fähigkeiten und die Stabilität der komplexen Softwareanwendungen wurden deutlich verbessert. Ein wichtiger Punkt ist auch die erweitere Lebenslaufzeit.

Es ist dies die 19.  Dragon-Versorgungsmission und bereits der dritte Einsatz des wiederverwendbaren Raumschiffes.

© Gerhard Kowalski

 

Rekord: China startet zwei Raketen in weniger als sechs Stunden (Update)

Peking,  7. Dezember 2019 —  Chinas Raumfahrt hat am Samstag einen neuen nationalen Rekord aufgestellt. Innerhalb von weniger als sechs Stunden wurden vom Weltraumbahnhof Taiyuan in der Nordprovinz Shanxi zwei Kuaizhou-1A (KZ-1A)-Trägerraketen mit insgesamt sieben Satelliten gestartet,  wie die Nachrichtenagentur Xinhua in Peking mitteilte.

Beim ersten Start wurde der neue optische Erdbeobachtungssatellit Jilin-1 Gaofen 02B auf seine Umlaufbahn gebracht. Er ist der 15. der Jilin-1-Konstellation und dient der Informationsgewinnung für die Land- und Forstwirtschaft sowie den Umweltschutz.

Beim zweiten Start wurden sechs Kleinsatelliten ins All geschossen. Sie haben ähnliche Aufgaben und sorgen zudem für Internetverbindungen.

© Gerhard Kowalski

Russischer Frachter bringt Festtagsgeschenke zur ISS

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  6. Dezember 2019 –  Ein russisches Frachtraumschiff ist seit Freitag mit 2,48 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Progress MS-13 wurde um 10.34 Uhr deutscher Zeit mit einer Sojus-2.1a-Rakete vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet. Da derzeit auch ein US-Dragon-Frachter die ISS anfliegt und dort am Sonntag anlegen soll,  haben die Russen entschieden,  die automatische Kopplung erst für Montag anzusetzen. Denn die Amerikaner müssen per Hand ankoppeln,  was seine Zeit erfordert. Die beiden Progress-Vorgänger im April und Juli dieses Jahres hatten die Station bereits nach knapp mehr als drei Stunden erreicht.

Progress MS-13 hat neben Treibstoff,  Trinkwasser,  Sauerstoff,  Experimenten,  einem Ersatzband für das defekte Laufbahn und Verbrauchsmaterialien auch allerlei Leckereien und Geschenke für die bevorstehenden Festtage an Bord. Dazu gehören frische Äpfel,  Grapefruits,  Apfelsinen,  Limonen,  Zwiebeln und Knoblauch sowie Feigen,  Datteln,  Moosbeeren,  Honig,  Schokolade und viel Konfekt. Schwarzer Kaviar fehlt diesmal allerdings,  wie das Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP)  ohne Angabe von Gründen mitteilte. Die sechsköpfige amerikanisch-russisch-italienische Besatzung wird es verschmerzen.

Der Frachter war der 21. Start Russlands in diesem Jahr. Weitere vier sollen noch folgen. Seit 1978 wurden 165 russische Frachter in den Weltraum geschickt. Drei davon erreichten 2011,  2015 und 2016 ihr Ziel,  die ISS,  nicht,  weil die Trägerrakete versagte.

© Gerhard Kowalski

 

US-Frachter mit 2,6 Tonnen Nachschub auf dem Weg zur ISS – CIMON-2 an Bord (Update)

Credit:NASA

Cape Canaveral,  5. Dezember 2019 —   Im zweiten Versuch ist am Donnerstag ein amerikanischer Frachter mit 2,6 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Dragon von SpaceX stieg um 18.29 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Falcon 9 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Die Ankopplung ist für Sonntag geplant. Ein erster Startversuch musste am Mittwoch wegen zu starken Windes abgesagt werden.

Der Frachter bringt neben wissenschaftlichen Experimenten und Verbrauchsmaterial für die ISS-Besatzung auch eine Art Roboter-Hotel (Robotic Tool Stowage –  RiTS)  auf die Umlaufbahn. Es soll an der Außenhaut der Station angebracht werden und Ausrüstungen sowie automatischen Geräten Schutz bieten,  die von den Astronauten bei ihren Außenbordeinsätzen gebraucht werden.

Mit an Bord ist auch CIMON-2 (Crew Interactive MObile companioN). Der in Deutschland entwickelte und gebaute Astronautenassistent wird wie sein Vorgänger im europäischen Forschungsmodul Columbus eingesetzt werden. CIMON ist ein ballförmiger,  freifliegender,  mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Technologie-Demonstrator zur Mensch-Maschine-Interaktion. CIMON-2 verfügt über sensiblere Mikrophone und einen weiterentwickelten Orientierungssinn. Auch die KI-Fähigkeiten und die Stabilität der komplexen Softwareanwendungen wurden deutlich verbessert. Ein wichtiger Punkt ist auch die erweitere Lebenslaufzeit.

Es ist dies die 19.  Dragon-Versorgungsmission und bereits der dritte Einsatz des wiederverwendbaren Raumschiffes.

© Gerhard Kowalski

Putin fordert Stärkung der Satellitenflotte

Credit:Präsidialamt

Sotschi,  4. Dezember 2019 —  Russlands Präsident Wladimir Putin fordert,  der Stärkung der nationalen Satellitenflotte erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Grund dafür sei, dass die USA den Weltraum als Schauplatz eines Krieges ansehen,  sagte er nach einem Bericht der Nachrichtenagentur TASS in Sotschi.

„Die führenden Länder der Welt entwickeln aktiv moderne kosmische Systeme für militärische und duale Zwecke,  erweitern und vervollkommnen die technischen Charakteristika, und die militärisch-politische Führung der USA betrachtet allgemein den Weltraum als Schauplatz für militärische Handlungen und plant dort entsprechend Kampfoperationen“,  betonte der Präsident. Russland trete gegen die Militarisierung des Weltraums ein,  fügte er hinzu. Die Entwicklung der Situation „erfordert jedoch von uns erhöhte Aufmerksamkeit für die Stärkung der orbitalen Gruppierung sowie für die Raketen- und Raumfahrtindustrie als Ganzes“.

© Gerhard Kowalski

Erster Starliner-Start zur ISS verschoben

Credit:Boeing

Cape Canaveral,  4. Dezember 2019 —  Der erste unbemannte Start des kommerziellen Raumschiffes Starliner von Boeing zur Internationalen Raumstation ISS ist um vorerst zwei Tage auf den 19. Dezember verschoben worden. Grund dafür sei ein Problem mit einer Druckluftleitung,  teilte der Startdienstleister United Launch Alliance (ULA) mit. Der Fehler sei während der Startvorbereitungen entdeckt worden.

Im ersten Halbjahr 2020 soll dann der erste bemannte Start sowohl des Starliners als auch von Crew Dragon des Konkurrenten SpaceX stattfinden. Erst dann können beide privaten Raumschiffe zertifiziert werden.

Der Starliner wird vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) an der Spitze einer Atlas V-Trägerrakete aufsteigen,  in deren Hauptstufe das russische RD-180-Triebwerk zum Einsatz kommt.

© Gerhard Kowalski

 

Russland wendet in den nächsten drei Jahren rund fünf Milliarden Euro für die Raumfahrt auf

Moskau,  3. Dezember 2019 —  Russland wendet im Rahmen seines Föderalen Raumfahrtprogramms (FKP), das von 2016 bis 2025 gilt, in den nächsten drei Jahren umgerechnet rund fünf Milliarden Euro für die Raumfahrt auf. Das geht aus dem Budgetplan bis 2022 hervor,   den Präsident Wladimir Putin am Dienstag unterzeichnet hat.

Hinzu kommen Sonderausgaben für die Exklave Baikonur,  die Moskau bis 2050 von Kasachstan gepachtet hat,  sowie für die Entwicklung der Kosmodrome,  das Gebiet Archangelsk, wo das Militärkosmodrom Plessezk liegt, und das Navigationssatellitensystem GLONASS.

© Gerhard Kowalski