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OHB-Chef Fuchs fordert mehr Geld für die-Raumfahrt

Credit:OHB

Bremen,  20. August 2018 —  Der Vorstandsvorsitzende des Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB, Marco Fuchs,  fordert mehr Mittel für Raumfahrtforschung, um sich im Wettbewerb mit anderen Nationen in eine aussichtsreichere Position zu bringen. Im Nationalen Programm für Weltraum und Innovation würden die Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Raumfahrtindustrie gelegt,  betonte er am Montag auf der Internet-Seite seines Unternehmens. „Hier werden wichtige Zukunftstechnologien entwickelt, die es uns mit Förderunterstützung des Staates erlauben, unsere Produkte auf dem neuesten Stand der Technik weiterentwickeln zu können.“

Ein starkes Nationales Programm alleine könne zwar keinen Industriezweig wie die Raumfahrt dauerhaft auslasten, es ermögliche aber viele Entwicklungen, die ein Unternehmen aus der eigenen Tasche nicht finanzieren könne,  schreibt Fuchs weiter. Er setze sich daher „für eine schrittweise Erhöhung des Nationalen Programms für Weltraum und Innovation ein, um die Basis für wegweisende Technologienentwicklungen zu verbreitern“. Die deutsche Raumfahrtindustrie verfüge über etliche Programmvorschläge, die den Bundesbürgern einen Nutzen bringen würden.

© Gerhard Kowalski

Russland wirbt im arabischen Raum um Mitflieger zur ISS

Moskau,  20. August 2008 —  Russland wirbt um Kandidaten aus dem arabischen Raum für Missionen zur Internationalen Raumstation ISS. Man führe derzeit darüber Gespräche mit mehreren Ländern am Persischen Golf und auch darüber hinaus,  berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Sie beruft sich dabei auf einen Sprecher des Raumfahrtstaatskonzerns GK Roskosmos. Einzelheiten würden erst nach Abschluss dieser Gespräche mitgeteilt.

Derzeit werden im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau zwei Kandidaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgewählt. Sie sollen Mitte September das Training für eine kurze Besuchsmission in der ISS aufnehmen. Diese soll im April kommenden Jahres mit dem Raumschiff Sojus MS-12 stattfinden. Später werde es dann auch normale ISS-Missionen bis zu einem Monat geben,  sagte der Sprecher.

© Gerhard Kowalski

NASA stimmt vorläufig SpaceX-Betankungsmodus für bemannte Flüge zu

Credit:SpaceX

Washington,  19. August 2018 —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat dem von SpaceX vorgeschlagenen Betankungsmodus der schweren Trägerrakete Falcon 9 für bemannte Flüge vorläufig zugestimmt. Diese Prozedur berge das geringste Risiko für die Astronauten,  teilte die NASA-Sprecherin Kathy Lueders mit. Die SpaceX-Technologie sieht vor,  dass die Rakete nach dem Einstieg der Astronauten betankt wird. Bisher ist es international üblich,  dass dies davor geschieht.

Vor dieser Entscheidung hätten die NASA-Spezialisten sorgfältig die Bodenoperationen von SpaceX, das Design und das System für die Notfallevakuation der Besatzung analysiert,  betonte Lueders. Die bevorstehende Zertifizierung des Raumschiffes Crew Dragon und der Trägerrakete für den ersten Testflug im April 2019 erfordere jedoch noch weitere Überprüfungen.

Nach der SpaceX-Technologie wird die Rakete bis 35 Minuten vor dem Start betankt. Die verbleibende Zeit reicht damit für den Einstieg der Besatzung nicht aus.

© Gerhard Kowalski

 

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ISS-Experiment METERON SUPVIS-Justin: Alexander Gerst steuert Roboter auf der Erde

Credit:ESA

Credit:DLR

Köln,  17. August 2018 —Das letzte ISS-Telerobotik-Experiment METERON SUPVIS-Justin hat am Freitag am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) stattgefunden. Es wurde vom deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst im Rahmen seiner Mission horizons in der Internationalen Raumstation ISS erfolgreich unterstützt, wie das DLR in Köln mitteilte.

Die Neuerung und besondere Herausforderung dieses Experiments liege in der hohen Eigenständigkeit des Astronauten und dem größeren Handlungsspektrum des robotischen CoWorkers, heißt es in der Pressemitteilung. So musste Gerst nicht nur die bisher komplexesten Telerobotik-Aufgaben im Weltraum meistern, sondern auch auf unerwartete Situationen reagieren. „In der astronautischen Raumfahrt spielen intelligente Roboter zukünftig eine wichtige Rolle,  insbesondere bei Explorationsaufgaben. Sie können die Arbeit des Menschen im Orbit und auf der Erde unterstützen,  schwer zugängliche sowie risikoreiche Regionen erkunden“, sagte das Vorstandsmitglied des DLR für Raumfahrtforschung und –technologie,  Hansjörg Dittus. Darüber hinaus ermöglichten die Technologien und Ergebnisse des Experimentes METERON SUPVIS-Justin auch vielfältige Anwendungen auf der Erde. Das gelte insbesondere für Bereiche die eine zuverlässige und sichere Kooperation und Interaktion zwischen Mensch und Maschine verlangen, etwa in der Assistenz-  und Pflegerobotik oder bei der industriellen Konstruktion und Wartung.

© Gerhard Kowalski

Roskosmos-Manager schätzt Rolle der Frau in der Raumfahrt gering

Credit:ZPK

Moskau,  17. August 2018 —  Mit Sergej Krikaljow hat sich jetzt ein Spitzenmanager zu der Frage geäußert, warum es unter den russischen Kosmonauten so wenige Frauen gibt. Um in das Kosmonautenkorps zu kommen,  brauche man vor allem „Zielstrebigkeit,  den Wunsch,  Kosmonaut werden zu wollen“, sagte der Amtierende Direktor für bemannte Raumfahrtprogramme des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Sergej Krikaljow,  auf YouTube. Der Sechsfachkosmonaut und Ex-Langzeitflugweltrekordler spricht also ganz offenbar Frauen generell diese Eigenschaft ab und haut damit überheblich in dieselbe Kerbe wie das Gros seiner männlichen Kollegen.

In der Tat:  Nur vier der 122 russischen Raumfahrer sind weiblichen Geschlechts. Zur sogenannten 20-köpfigen Gagarinschen Garde Anfang der 1960-er Jahre gehörte keine einzige Frau,  obwohl man die in der Propaganda stets in den Himmel hob. Die USA haben gut zehnmal so viele Astronautinnen,  die allesamt nicht weniger zielstrebig als ihre männlichen Kollegen sind, manchmal sogar mehr.

Derzeit besteht das russische Kosmonautenkorps aus 33 Mitgliedern. Darunter ist mit Anna Kikina nur eine Frau. Jüngst wurden nach einer erstmals offenen Ausschreibung acht neue Mitglieder aufgenommen –   ausnahmslos Männer. Die wenigen weiblichen Bewerberinnen hätten nicht die hochgesteckten Aufnahmekriterien erfüllt,  hieß es.

Ein Blick in die sowjetische und russische Geschichte zeigt,  dass die Fähigkeiten und das Leistungsvermögen der Frauen entweder unterschätzt oder bewusst nicht geschätzt wurden und werden. Denn in den Jahrzehnten der UdSSR gab es lediglich eine einzige Ministerin. Auch in die KP-Spitze hat es keine Frau gebracht. Und die erste Kosmonautin der Welt, Walentina Tereschkowa,  ist bislang zudem die erste Frau im Generalsrang.

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Rogosin:   Erneuerung der Unternehmensführungen in der Raumfahrtbranche abgeschlossen

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  16. August 2018 —   Die Erneuerung der Führungen in den Unternehmen der russischen Raketen- und Raumfahrtbranche sowie im Staatskonzern GK Roskosmos selbst ist abgeschlossen. Es seien „sehr starke neue Führungskräfte“  unter anderem bei der RKK Energija, beim Raketenzentrum Progress und bei der Wissenschaftlichen Produktionsvereinigung (NPO) Lawotschkin an die Spitze gekommen, sagte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin am Donnerstag in einem TASS-Interview. Rogosin selbst war vor gut zwei Monaten von Präsident Wladimir Putin mit der Leitung des Staatskonzerns beauftragt worden und hatte sofort das Kaderkarussell in Gang gesetzt.

Die Personalveränderungen seinen in den Betrieben mit „Begeisterung“  aufgenommen worden,  weil die Beschäftigten die professionellen und persönlichen Qualitäten ihrer neuen Leiter kennen,  betonte Rogosin. Die Entlassung der Vorgänger stehe mit „realen Dingen“  im Zusammenhang. Niemand habe „unschuldig gelitten“. Das bedeute auch nicht, dass eine Führungskraft nicht das „Recht auf Fehler“  habe. Sie habe nur nicht das Recht auf „Liederlichkeit,  Diebstahl und Verrat“.

Rogosin teilte überraschend mit,  dass  die Entscheidung noch nicht gefallen sei,  ob das neue russische bemannte Raumschiff Federazija mit der schweren Trägerrakete Angara-A5P  gestartet werde. Damit ist möglicherweise die Sojus-5 wieder im Spiel.

Angesichts des Defizits von etwa 150 Milliarden Rubel im Roskosmos-Budget für die Jahre 2018 bis 2020 kündigte Rogosin die Streichung von überholten wissenschaftlichen Experimenten und Doppelentwicklungen sowie weitere Rationalisierungsmaßnahmen an.

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Russische Kosmonauten installieren Antenne für Kooperationsprojekt ICARUS

Credit:NASA

Koroljow,  16. August 2018  —  Zwei russische Kosmonauten haben am frühen Donnerstagmorgen erfolgreich einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS abgeschlossen. In knapp acht Stunden absolvierten Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew ein umfangreiches Arbeitsprogramm,  teilte das Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau mit.

So installierten die Männer eine 200 Kilogramm schwere Antenne für das deutsch-russische Kooperationsprojekt ICARUS  (International Cooperation for Animal Research Using Space). Das ist das bislang technisch modernste Experiment zur globalen Tierbeobachtung aus dem All. Mit ihm sollen global die Wanderbewegungen von Tieren erforscht werden. Im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel,  Fledermäuse oder Flughunde. Winzige an den Tieren angebrachte Sender sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS.

Zudem bargen die Männer eine Box mit Mikroorganismen,  die im Rahmen des Experiments Test im August vergangenen Jahres an der Außenhaut angebracht worden war und nun zur Auswertung auf die Erde zurückkehrt. Zudem setzten sie vier Nanosatelliten aus.

Bei dem 45. russischen Außeneinsatz trugen die Kosmonauten den neuen Skaphander Orlan-MKS.

Für Artemjew war dies der dritte Ausstieg, für Prokopjew der erste.

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Indien will bis 2022 einen eigenen Astronauten ins All schicken

Neu Delhi, 15. August 2018 —   Indien hat Großes vor. Sein Land werde 2022 einen eigenen Astronauten vom Weltraumbahnof Sriharikota ins All schicken,  sagte Premierminister Narendra Modi am Mittwoch in Neu Delhi. Zum 75. Unabhängigkeitstag oder schon früher werde „ein Sohn oder eine Tochter Indiens mit der Trikolore in der Hand  in den Weltraum fliegen“.

Die indischen Raumfahrer sollen Vyomnauts genannt werden. In Sanskrit bedeutet Vyom Weltraum.

Als erster Inder ist Rakesh Sharma 1984 mit der damaligen Sowjetunion ins All geflogen.

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Chefs von Roskosmos und NASA planen Treffen im Oktober

Moskau,  13. August 2018 —   Die Chefs der GK Roskosmos und der US-Luft-  und Raumfahrtbehörde NASA,  Dmitri Rogosin und Jim Bridenstine, planen im Oktober ein erstes Treffen. Es könnte zum Start des Raumschiffes Sojus MS-10 in Baikonur mit Alexej Owtschinin (Russland) und Tyler Hague (USA) stattfinden, der für den 11. Oktober vorgesehen ist,  teilte Roskosmos-Pressesprecher Wladimir Ustimenko mit.

Rogosin erwartet von der Begegnung einen Beitrag zur Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen. Die Raumfahrtzusammenarbeit könne dabei ein Grundpfeiler sein.

Bridenstine betonte in einem Fernsehinterview,  er wolle mit Rogosin jene Hindernisse erörtern, die derzeit in den bilateralen Beziehungen bestehen und das Zusammenwirken beider Länder im Weltraum belasten.

© Gerhard Kowalski