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Boeing kündigt ersten unbemannten Starliner-Flug für Dezember an

 

Washington,  23. Oktober 2019 —  Der US-Konzern Boeing hat für Dezember den ersten unbemannten Start seines neuen Raumschiffes Starliner zur Internationalen Raumstation ISS angekündigt.  Der Starliner werde um den 17. Dezember zur Station fliegen und nach etwa einer Woche wieder zur Erde zurückkehren, teilte ein Boeing-Sprecher auf dem 70. Internationalen Astronautischen Kongress (IAC) in Washington mit.

Für die erste Jahreshälfte 2020 sei dann ein bemannter Testflug zur ISS geplant. Genauere Angaben könne er nicht machen, da bis dahin noch “viele nicht einfache technische Aufgaben”  zu lösen seien,  betonte der Sprecher. Dazu gehöre unter anderem die Erprobung des Notfallrettungssystems.

(c) Gerhard Kowalski 

Deutsche Raumfahrtprojekte auf dem IAC 2019

Washington, 22. Oktober 2019 —   Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Köln ist auf dem IAC 2019 mit folgenden Themen und Exponaten vertreten:  Aus dem aktuellen Raumfahrtprogramm Deutschlands und verantwortet vom DLR Raumfahrtmanagement werden das Astronauten-Assistenzsystem CIMON und das Röntgenteleskop eROSITA für die Erforschung der Dunklen Energie vorgestellt. Mit GESTRA ist ein neues Radarsystem zur Ortung von Trümmern im Weltraum zu sehen und mit dem SMART LCT ein federführend in Deutschland entwickeltes Laserkommunikationsterminal, das Datenpakete mit extrem hoher Geschwindigkeit von einem Satelliten zu einem anderen senden kann und unter anderem im aktuellen europäischen EDRS–Satellitensystem – kurz Europas Datenautobahn im All –  eingesetzt wird.
Der Forschungsbereich Raumfahrt zeigt neben der Satellitenmission Eu:CROPIS und MARE, einem Experiment zur Messung der Strahlenbelastung auf den menschlichen Körper jenseits des ISS-Orbits, mit DESIS einen neuartigen Hyperspektralsensor und mit dem Orbital Hub eine Vision des DLR zum Aufbau einer orbitalen Infrastruktur im niedrigen Erdorbit.
(c) Gerhard Kowalski

US-Vizepräsident Pence eröffnet 70. Internationalen Astronautischen Kongress (IAC) 

 

Washington, 21. Oktober 2019 —  US-Vizepräsident Mike Pence hat am Montag in Washington den 70. Internationalen Astronautischen Kongress (IAC) eröffnet. Vor rund 6.300 Teilnehmern aus aller Welt bekräftigte er die Bereitschaft seines Landes, mit allen “gleichgesinnten friedensliebenden Nationen”  bei der Erschließung des Weltraums zusammenzuarbeiten. Unter Präsident Donald Trump hätten die USA wieder die führende Rolle in der Raumfahrt übernommen und wollten diese durch die erneute Landung auf dem Mond 2024 und eine folgende Mars-Mission weiter ausbauen.

Zuvor hatte der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  betont, seine Organisation trete für die Fortsetzung des 2024 auslaufenden ISS-Programms auf kommerzieller Grundlage ein.  Er rief alle Staaten auf,  sich am US-Mondprogramm zu beteiligen.

Der amtierende Chef für die bemannten russischen Programme,  Sergej Krikaljow,  sagte, die GK Roskosmos bemühe sich derzeit,  bei der Regierung die weitere Finanzierung der ISS  zu erreichen. Beide Seiten bekräftigten,  dass es auch künftig in der Station immer einen amerikanischen und einen russischen Raumfahrer geben solle. 

Roskosmos-Generaldirektor Dmitri Rogosin steht bei den Amerikanern auf einer Schwarzen Liste und konnte deshalb nicht anreisen.

(c) Gerhard  Kowalski

Russland gibt Geheimdokumente über Woßchod-1 frei

 

Moskau,  21. Oktober 2019 —  Russland hat am Montag eine Reihe bisher geheimer Dokumente über die Entwicklung und den Flug des ersten mehrsitzigen Raumschiffes der Welt,  Woßchod-1,  vor 55 Jahren veröffentlicht. Dazu gehören Briefe von Chefkonstrukteur Sergej Koroljow,  Befehle des Staatlichen Komitees für Verteidigungstechnik der UdSSR,  Protokolle der technischen Aufgabenstellung,  die Bordjournale der Kosmonauten Wladimir Komarow,  Konstantin Feoktistow und Boris Jegorow sowie die Tonbandaufnahmen des Funkverkehrs,  teilte die GK Roskosmos mit.

Die drei Kosmonauten waren mit hohem Risiko wegen der Enge der Kabine am 12. Oktober 1964 ohne Skaphander auf die Reise geschickt worden. Im Gegensatz zum einsitzigen Vorgänger-Raumschiff  Wostok besaß die neue Kapsel aber bereits ein System für die weiche Landung,   so dass die Besatzung nicht mehr herauskatapultiert werden und am Fallschirm landen musste.

(c) Gerhard Kowalski

Weltraumpremiere in der ISS:  Erster Ausstieg von zwei Frauen in den freien Raum –  Trump gratuliert

 

Houston,  18. Oktober 2019 —  Die USA haben am Freitag für eine Weltraumpremiere der besonderen Art gesorgt. Erstmals in der Geschichte haben zwei Frauen einen gemeinsamen “Weltraumspaziergang”  unternommen. Die Astronautinnen Christina Koch und Jessica Meir verließen um 13.38 Uhr deutscher Zeit die Internationale Raumstation ISS,  um in rund siebeneinviertelstündiger Arbeit ein defektes Batterieladegerät auszutauschen. Präsident Donald Trump gratulierte den Frauen in einer TV-Schalte zu dieser Leistung und sagte,  das ganze Land sei stolz auf sie. 

Für Koch war das bereits der vierte Ausstieg ihrer Karriere, für Meir der erste. Meir ist zugleich die 15. Frau, die an einem solchen Außenbordunternehmen teilgenommen hat.

1965 hatte der erst vor kurzem verstorbene sowjetische Kosmonaut Alexej Leonow als erster Mensch sein Raumschiff Woßchod-2 verlassen,  um frei im Raum zu schweben.  Ihm folgte im Juli 1984 seine Landsmännin Swetlana Sawizkaja und im Oktober dann die Amerikanerin Kathy Sullivan.

Es war dies zudem der 221. Ausstieg in der Geschichte der ISS.

(c) Gerhard Kowalski 

Mars-Mission InSight: DLR-Maulwurf bewegt sich wieder

Köln, 18. Oktober 2019 — Gute Nachrichten von der Mars-Mission InSight: Der Maulwurf hat sich in drei Hammer-Sessions, die ab dem 8. Oktober liefen, gut zwei Zentimeter in die Tiefe bewegt. Eine exakte Messung “ist schwierig, weil wir keine Stereobilder zur Verfügung haben”, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitag in Köln mit. Insgesamt seien dafür 220 Hammerschläge nötig gewesen, erst vorsichtige 20 und danach weitere zwei Mal 100 Schläge. Die eindeutige Vorwärtsbewegung sei ein “gutes Zeichen und bestärkt uns in der Hypothese, dass dem Maulwurf die Reibung, sozusagen der Grip,  fehlte”.

Jetzt werde geplant, den Maulwurf weiter bis unter die Marsoberfläche zu versenken. Dabei werde er weiter durch den seitlichen Druck der Schaufel des Roboterarms des InSight-Landers unterstützt, wird betont. “Dann müssen wir sehen, ob er alleine vorankommt.”

(c) Gerhard Kowalski

Douglas Loverro ist neuer NASA-Chef für bemannte Raumfahrtprogramme 

 

Washington,  17. Oktober 2019 —  Douglas Loverro heißt der neue Chef  für die bemannten Raumfahrtprogramme der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA. Er sei ein anerkannter Stratege für zivile und Verteidigungsprogramme,  sagte NASA-Administrator Jim Bridenstine bei seiner Vorstellung. Er werde jetzt seine Kompetenzen in das kommerzielle bemannte Raumfahrtprogramm und das Mondprogramm Artemis einbringen,  die sich in der entscheidenden Phase befänden. Erst dieser Tage hat die NASA zusätzlich 1,6 Milliarden Dollar für letzteres Programm beantragt. 

Loverro folgt auf Bill Gerstenmaier,  der vor drei Monaten zurückgetreten war.

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Russland baut “sehr konkurrenzfähige” neue kommerzielle Trägerrakete

 

Moskau,  17. Oktober 2019 —  Russland arbeitet derzeit an einer neuen und “sehr konkurrenzfähigen”  kommerziellen Trägerrakete. Die Sojus-2M entstehe auf der Basis der Sojus-2.1b und könne Nutzlasten von zwei bis drei Tonnen in eine sonnensynchrone Bahn in 600 bis 800 Kilometern Höhe bringen,  teilte der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  in Moskau mit. Ein Start solle dann nur rund 30 Millionen Dollar kosten.

Die dritte Stufe des neuen Trägers,  der ab 2023 auf der dann modernisierten Gagarischen Rampe in Baikonur (Kasachstan) alternativ mit bemannten Raumschiffen gestartet werden soll,  werde gedrosselt,  sagte Rogosin. Die Fregat-Oberstufe sei nicht mehr erforderlich. 

(c) Gerhard Kowalski

Kosmosveteran Alexej Leonow beigesetzt (Update)

 

Moskau,  15. Oktober 2019 —  Der russische Kosmosveteran Alexej Leonow ist am Dienstag auf dem Föderalen Militär-Gedenkfriedhof in Mytischtschi im Moskauer Gebiet  mit militärischen Ehren beigesetzt worden. Daran nahmen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, Walentina Tereschkowa und US-Astronaut Thomas Stafford teil, berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Zm Abschluss wurde ein dreifacher Salut geschossen.

In seiner Trauerrede sagte Boris Wolynow als einziges noch verbliebenes Mitglied der sogenannten Gagarinschen Garde,  der Verstorbene werde in den Taten der Kosmonautenabteilung weiterleben. Er wie auch die anderen seit Juri Gagarin verstorbenen Kosmonauten lebten auch in den Herzen weiter.

Leonow war am Freitag im 86. Lebensjahr nach langer Krankheit in einem Moskauer Krankenhaus verstorben. Die eigentliche  Beisetzung fand auf Wunsch der Familie ohne Presse statt.

Auf dem Friedhof ruhen nunmehr drei Kosmonauten. Neben Leonow sind das  Wiktor Gorbatko und Alexej Gubarew.

(c) Gerhard Kowalski   

 

ASE ehrt Sigmund Jähn und die anderen verstorbenen Raumfahrer

 

Houston,  14. Oktober 2019 —  Die Vereinigung der Raumfahrer (ASE) hat am Montag zum Auftakt ihrer 32. Plenartagung  in Houston (Texas) ihrer im letzten Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder gedacht. Worte ehrenden Gedenkens sprach ASE-Chef Michael Lopez-Alegeria (USA) für Sigmund Jähn (Deutschland),   Owen Garriott und Richard Searfoss (USA) sowie Waleri Bykowski,  Gennadi Manakow und Alexej Leonow (Russland). 

Jähn war am 21. September im Alter von 82 Jahren verstorben. Er wurde in seinem Heimatort Strausberg bei Berlin beigesetzt.

An der Plenartagung, die noch bis zum Freitag dauert, nehmen rund 130 Raumfahrer teil. Die Vereinigung hat rund 400 Mitglieder aus 37 Ländern.

(c) Gerhard Kowalski