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VAE-Astronauten laufen von den Russen zu den Amerikanern über

Washington/Moskau,  25. September 2020 —  Frontenwechsel bei den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE):   Ihr erster Astronaut Hazza Al Mansouri und sein Double Sultan Al Nayadi,  die bei den Russen für die Weltraumpremiere der Emirate ausgebildet wurden,  trainieren jetzt bei der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA für weitere Missionen zur Internationalen Raumstation ISS. Im kommenden Jahr stoßen noch weitere zwei Anwärter zu ihnen.

Hazza Al Mansouri war im September 2019 mit dem russischen Sojus MS-15-Raumschiff zur Station geflogen. Danach hieß es,  diese für die GK Roskosmos einträgliche Zusammenarbeit werde fortgesetzt. Und nun das.

Die russische Raumfahrtagentur war sichtlich um Haltung bemüht. Man empfinde bei dem Wechsel keine „Eifersucht“,  wurde betont. Es sei „natürlich und gesetzmäßig“,  dass die VAE, die in ihrer Region die Führung in der Raumfahrt anstrebten, aktive Kontakte zu allen großen internationalen „Spielern“  auf diesem Gebiet pflegen.

© Gerhard Kowalski

Russischer Kosmonaut nimmt das Evangelium mit zur ISS

Credit:ZPK

Moskau,  24. September 2020 —  Der russische Kosmonaut Sergej Ryshikow (Bild Mitte) hat eine Miniaturausgabe des Evangeliums,  einen Stein vom Berg Tabor in Galiläa und Heimaterde im persönlichen Gepäck,  wenn er mit seinem Landsmann Sergej Kudj-Swertschkow und der Amerikanerin Kathleen Rubins mit dem Raumschiff Sojus MS-17 zur Internationalen Raumstation ISS fliegt. Der Start ist für den 14. Oktober vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) geplant. Das Evangelium sei das wertvollste Buch für ihn,  sagte der Raumfahrer am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau.

Das Trio soll als 64. Stammbesatzung 177 Tage auf der Umlaufbahn bleiben und am 9. April kommenden Jahres wieder auf die Erde zurückkehren.

© Gerhard Kowalski

NASA sucht ISS-Leck jetzt im russischen Segment

Credit:NASA

Washington,  24. September 2020 —  Nach der erfolglosen Suche nach einem Leck im amerikanischen Segment der Internationalen Raumstation ISS will die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA nun das russische genauer unter die Lupe nehmen. Die Besatzung habe das dafür vorgesehene Ultraschallgerät bereits vorbereitet, teilte die NASA mit.

Das Leck war im September 2019 entdeckt worden. Anfangs entwich nur eine sehr geringe Menge Luft. Diese ist aber in letzter Zeit auf 220 Gramm pro Tag angewachsen. Das entspricht Experten zufolge einem Leck von 0,1 Millimeter in einem der Module.

Die GK Roskosmos hat in diesem Zusammenhang betont,  dass die Besatzung derzeit normal arbeite. Ihr drohe keine Gefahr.

Derzeit halten die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Amerikaner Chris Cassidy in der Station Wache. Die Ablösung hat am Mittwoch im Sternenstädtchen bei Moskau ihr Vorbereitungsprogramm mit Auszeichnung bestanden. Die Russen Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschikow fliegen gemeinsam mit ihrer US-Kollegin Kathleen Rubins am 14. Oktober zur ISS.

© Gerhard Kowalski

NASA:  ISS weicht erfolgreich Weltraumschrott aus (Update)

Washington,  23. September 2020 —  Die Internationale Raumstation ISS ist in der Nacht zum Mittwoch erfolgreich dem Zusammenstoß mit Weltraumschrott ausgewichen. Das Manöver sei mit den Triebwerken des russischen Frachtraumschiffes Progress vollzogen worden,  teilte der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  auf Twitter mit. Die Besatzung sei während der Annäherung des nicht genau identifizierten Objekts,  das sich der Station bis auf 1,39 Kilometer nähern sollte, aus Sicherheitsgründen in das Sojus MS-Zubringerraumschiff umgestiegen und habe bald wieder ihre normale Tätigkeit aufgenommen.

Wie das russische Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau am Mittwochvormittag ergänzend mitteilte, wurden die Triebwerke von Progress MS-14 am Dienstagabend um 23:19 Uhr für 150 Sekunden gezündet, um die Station aus der Gefahrenzone zu bringen.

Bei dem Weltraummüll soll es sich um Teile der Zweitstufe einer japanischen  H-2A-Trägerrakete handeln, die im Februar vergangenen Jahres explodiert ist.

In der Geschichte der ISS soll es bisher 26 solcher Ausweichmanöver gegeben haben.

In der Station halten derzeit die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Amerikaner Chris Cassidy Wache.

© Gerhard Kowalski

Russland plant ersten Spielfilm im Weltall

Credit:NASA

Moskau,  22. September 2020 —  Russland plant  den ersten Spielfilm im Weltraum. Er wird von der GK Roskosmos,   dem Ersten Kanal und vom Studio Yellow, Black und White unter dem Arbeitstitel „Wysow“ (Herausforderung) gedreht,  teilte die GK Roskosmos am Dienstag mit. Regisseur ist Klim Schipenko, der unter anderem schon den Film Salut-7 über die gleichnamige sowjetische Raumstation gemacht hat. Generalproducer des Großprojekts seien GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin sowie Konstantin Ernst,  Sergej Titinkow, Eduard Ilojan, Denis Shalinski, Witali Schljappo und Alexej Trozjuk.

Gegenstand des Films sei ein Flug zur Internationalen Raumstation ISS im Herbst 2021 mit einem russischen Sojus MS-Raumschiff, heißt es weiter. Derzeit würden die Details des Streifens, so das Drehbuch,  die technischen Möglichkeiten der Aufnahmen und die personelle Besetzung,  erörtert.

Der Hauptheld des Films und sein Double werden in einer offenen Ausschreibung ermittelt. Auch der Titel ist noch nicht bestätigt. Der Film  solle zur Popularisierung der Weltraumaktivitäten und der „Heroisierung“  des Kosmonautenberufs beitragen,  wird betont.

Die Ankündigung des russischen Films erfolgte unmittelbar nach der Mitteilung, dass auch der US-Schauspieler Tom Cruise und Regisseur Douglas Liman im Herbst kommenden Jahres einen Film in der Raumstation drehen wollen.

© Gerhard Kowalski

NASA veröffentlicht Update zum Artemis-Programm

Washington,  22. September 2020 —  Nach einer Reihe wichtiger Auftragsvergaben und Hardware-Entscheidungen hat die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA am Montag ein Update zu ihrem Artemis-Mondprogramm veröffentlicht. Dazu gehören auch die neuesten Pläne für die Phase 1, in der die erste Frau und der nächste Mann 2024 auf dem Erdtrabanten landen sollen.

„Mit der Unterstützung des Kongresses durch beide Parteien ist unser Vorstoß zum Mond im 21. Jahrhundert in Reichweite Amerikas“,  sagte NASA-Chef Jim Bridenstine. „Wir kehren zum Mond zurück, um wissenschaftliche Entdeckungen,  wirtschaftliche Vorteile und Inspiration für eine neue Generation von Entdeckern zu erhalten.“  Mit der Schaffung einer nachhaltigen Präsenz auf dem Mond gebe man auch „Impulse für die ersten menschlichen Schritte auf dem Roten Planeten“.

Die leistungsstarke neue Trägerrakete Space Launch System (SLS) und das Orion-Raumschiff seien ihrem ersten integrierten Start näher denn je zuvor,  betonte Bridenstine. Die erste Mission Artemis I sei für 2021 ohne Astronauten auf dem richtigen Weg,  Artemis II werde 2023 mit Besatzung fliegen.

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China startet Satelliten zur Überwachung der Ozeane

Jiuquan,  21. September 2020 —  China hat am Montag einen neuen Satelliten zur Überwachung der Ozeane gestartet. Haiyang-2C (HY-2C)  stieg an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Langer Marsch-4B vom Weltraumbahnhof Jiuquan im Nordwesten Chinas auf,  meldete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Der dynamische Umweltsatellit kann bei jedem Wetter und rund um die Uhr Wellenhöhe, Meeresoberflächenhöhe, Wind und Temperatur beobachten. Er ist Teil eines Netzwerkes,  dessen Einführung für das nächste Jahr geplant ist, um eine hochpräzise Überwachung der maritimen Umwelt durchzuführen.

Es war die der 347. Start einer Langer Marsch-Trägerrakete.

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Kalenderblatt 21. September –  1. Todestag von Sigmund Jähn

Credit:G. Kowalski

Berlin,  21. September 2020 —  Deutschlands Raumfahrtgemeinde gedenkt am heutigen Montag Sigmund Jähns. Der erste Deutsche im All war am 21. September vergangenen Jahres völlig unerwartet im Alter von 82 Jahren verstorben. Anlässlich des ersten Todestages legen viele Raumfahrtfreunde Blumen an seinem Grab auf dem Friedhof in seinem Wohnort Strausberg bei Berlin nieder.

Der NVA-Offizier Jähn hatte 1978 zusammen mit seinem sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski eine Woche lang in der Raumstation Salut 6 wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Damit wurde die DDR nach der UdSSR,  den USA,  der CSSR und der Volksrepublik Polen das fünfte Land der Welt mit einem eigenen Raumfahrer.

Nach der Wende wirkte Jähn als Berater für die nunmehr gesamtdeutsche und die westeuropäische Raumfahrt. In dieser Eigenschaft war er maßgeblich an der Vorbereitung von fünf bundesdeutschen Astronauten auf ihre Flüge mit russischen Kosmonauten zur Raumstation MIR und dann zur ISS beteiligt. Unter ihnen war auch Ulf Merbold,  der die DDR aus politischen Gründen vor dem Bau der Mauer verlassen hatte und fünf Jahre nach Jähn als zweiter Deutscher mit einem US-Shuttle ins All geflogen ist. Jähn und Merbold stammen übrigens beide aus dem Vogtland –  ersterer aus dem sächsischen, der andere aus dem thüringischen Teil. Vielleicht hat das dazu beigetragen,  dass sie trotz ihrer entgegengesetzten politischen Positionen Freunde wurden.

Die Deutsche Raumfahrtausstellung in Jähns Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz ehrt das Andenken des Verstorbenen mit einer Sonderschau,  die nicht zuletzt die enge Verbundenheit mit seiner vogtländischen Heimat dokumentiert.

Unter dem Titel „Wettlauf ins All –  Zwei Deutsche erobern den Kosmos“  sendet die ARD am 3. Oktober,  dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit,  um 16:45 Uhr einen Film über Jähn und Merbold. Am 27. Dezember folgt um 20:15 Uhr im MDR das 90-minütige Porträt „Sigmund Jähn –  Ein Vogtländer im Weltraum“.

Rechtzeitig zum 1. Todestag erscheint am Montag zudem das 9. Studio-Album von Stern Meissen unter dem Titel „Freiheit ist“. Einer der 14  Songs ist Sigmund Jähn gewidmet:  „In den Kosmos 2020“. Das Lied steht schon länger auf dem Programm der Combo,  erlebt aber jetzt erst seine Platten-Premiere.

Zum 21. September wird ferner vom Hamburger Label Tapete Records auch das DDR-Lied “Ich,  Sigmund Jähn“  vom Ende der 1970er Jahre veröffentlicht. Es war irgendwann auf einem Flohmarkt in einer Kiste mit alten ORWO-Tonbändern entdeckt worden. Die Sängerin Charlie Keller,  die heute in Bayern leben soll, schwärmt darin:  „Flieg,  Raumkapsel flieg,  was für ein Sieg für unser Land!“  Dennoch hatte der Titel damals aus welchen Gründen auch immer nicht das Licht der Welt erblickt.

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China kündigt Start der Mondsonde Chang’e-5 an

Fuzhou,  20. September 2020  —   China plant, die Mondsonde Chang’e-5 bis Ende dieses Jahres ins All zu schießen. Das wurde auf der China Space Conference 2020 in Fuzhou, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Fujian, angekündigt. Der stellvertretender Chefdesigner des nationalen Monderkundungsprogramms, Yu Dengyun, sagte, die Vorbereitungen seien reibungslos verlaufen. Die Chang’e-5-Sonde werde sanft auf dem Mond landen und Proben zur Erde zurückbringen.

Chinas aktuelles Drei-Phasen-Mondprogramm umfasst den Umlauf um den Erdtrabanten, die Landung auf ihm und die Rückkehr,  wie die Pekinger Nachrichtagentur Xinhua meldet. Die ersten beiden Phasen seien mit den vorangegangenen Missionen erfolgreich abgeschlossen worden, sagte Yu. Jetzt werde erwartet, dass Chang’e-5 die Entnahme von Mondproben, den Rückstart vom Mond und den schnellen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ermöglicht und damit einen neuen Durchbruch in der chinesischen Luft- und Raumfahrtgeschichte markiert.

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Ammoniak-Leck am US-Segment der ISS entdeckt –  GK Roskosmos:  Keine Gefahr für die Besatzung

Credit:NASA

Moskau,  18. September 2020  —  An der Außenseite des US-Segments der Internationalen Raumstation ISS ist ein Ammoniak-Leck entdeckt worden. Es sei aber unbedeutend und stelle keinerlei Gefahr für die Besatzung der Station dar,  teilte die Presseabteilung der GK Roskosmos der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag mit. Der Ammoniakverlust betrage etwa 700 Gramm pro Jahr.

Ein ähnliches Leck sei bereits 2017 am US-Segment entdeckt und beseitigt worden,  heißt es weiter. Das flüssige Ammoniak dient der Wärmeableitung.

In der ISS halten derzeit zwei Russen und ein Amerikaner Wache.

© Gerhard Kowalski