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Credit:G. Kowalski

Am 26. September melde ich mich in der rbb-Sendung Erlebnis Geschichte um 21.00 Uhr zum 60. Jahrestag von Sputnik 1 zu Wort.

GK

 

Russland beschließt Langzeitprogramm zur Entwicklung seiner Kosmodrome

Moskau,  21. September 2017 —   Russland hat ein Programm zur Entwicklung seiner Kosmodrome in den Jahren 2017 bis 2025 beschlossen. Ziel sei es, die adäquate Infrastruktur für die Umsetzung der staatlichen Raumfahrtpolitik auf dem Territorium der Russischen Föderation zu schaffen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss.

So soll auf dem neuen Kosmodrom Wostotschny im Amurgebiet ein Startkomplex für schwere Trägerraketen errichtet werden. Von hier sollen künftig automatische Stationen gestartet werden. Auf dem nordrussischen Militärkosmodrom Plessezk sollen die bestehenden Komplexe rekonstruiert und neue gebaut werden. Zudem sollen die Wohnstädte Mirny (Plessezk) und Ziolkowski (Wostotschny) ausgebaut werden.

Im Vorfeld der Veröffentlichung des Programms war mitgeteilt worden, dass dafür umgerechnet rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Zum Kosmodrom Baikonur in Kasachstan,  das Russland bis 2050 gepachtet hat,  steht in dem Programm nichts,  obwohl von hier im Planungszeitraum das neue bemannte russische Raumschiff Federazija starten soll.

© Gerhard Kowalski

ZPK-Chef Lontschakow: Von Entlassung kann keine Rede sein

Credit:ZPK

Moskau, 18. September 2017  —   Der Chef des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau, Juri Lontschakow, hat Spekulationen über seine Entlassung zurückgewiesen. Davon könne keine Rede sein,  sagte der Dreifach-Kosmonaut der Zeitung Iswestija vom Montag. „Bisher gibt es keine Entscheidung über meine Entlassung.“

Lontschakow,  der das ZPK seit März 2014 leitet, sollte nach Medienberichten durch den Generaldirektor des Gromow-Instituts für Flugforschung (LII),  Pawel Wlassow,  ersetzt werden. Die Entscheidung darüber soll Vizepremier Dmitri Rogosin getroffen haben,  der in der Regierung für das Militär und die Raumfahrt zuständig ist und auch die Militärisch-Industrielle Kommission (WPK) leitet. Rogosins Amt hat diese Behauptung inzwischen dementiert.

Angeheizt wurden die Spekulationen durch Aussagen des Kosmonauten Gennadi Padalka. Er sagte in einem Interview,  der neue ZPK-Chef dürfe selbst kein Kosmonaut sein. An diese Stelle gehöre ein neutraler Fachmann mit Führungserfahrung und einer eigenen Meinung. Lontschakow verwies indes darauf, dass das ZPK bis auf die beiden ersten Chefs Anfang der 1960-er Jahre immer erfolgreich von Kosmonauten geführt wurde,  die sich in allen Einzelheiten dieses Metiers auskannten.

© Gerhard Kowalski

Letzter Dragon-Frachter der ersten Generation im Pazifik gewassert

Credit: SpaceX

Houston,  17. September 2017 — Der 12. und letzte Dragon-Frachter der ersten Generation ist nach vierwöchiger Mission wieder von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Er wasserte mit rund 1,8 Tonnen Forschungsergebnissen und ausrangierter Technik an Bord um 16.17 Uhr deutscher Zeit im Pazifik vor der kalifornischen Küste. Der Frachter war um 10.40 Uhr vom Harmony-Modul per Roboterarm abgekoppelt worden.

Dragon hatte 2,9 Tonnen Nachschub auf die Umlaufbahn gebracht. Neben Proviant,  darunter auch Eiscreme,  gehörten dazu Verbrauchsmaterialien,  Kleidung,  Ersatzteile und umfangreiche wissenschaftliche Ausrüstungen,  so Experimente zur Erforschung der Parkinsonschen Krankheit und der kosmischen Strahlung sowie ein neuer strahlenresistenter Computer. Es handelte sich dabei nach Angaben des Herstellers Hewlett Packard Enterprise um den leistungsstärksten Rechner,  der je im All gearbeitet hat.

Elf der zwölf Dragon-Missionen waren erfolgreich. Insgesamt brachten sie mehr als 18 Tonnen Nachschub zur Station. Ein Start scheiterte im Juni 2015,  weil die Trägerrakete in der 139. Sekunde explodierte.

Künftig will die Betreiberfirma SpaceX nur noch recycelte Frachter zur Station schicken,  um Geld zu sparen. Eine erste solche Kapsel war bereits im vergangenen Juni erfolgreich unterwegs. Ihren Erstflug hatte sie 2014 absolviert.

© Gerhard Kowalski

 

Chinesischer Frachter vollzieht drittes Nachtankmanöver bei Tiangong-2

Peking,  17. September 2017 —   Das erste chinesische Frachtraumschiff Tianzhou-1 hat am Samstag die dritte Kopplung plus Betankung mit dem Weltraummodul Tiangong-2  beendet. Das Manöver habe rund drei Tage in Anspruch genommen und sei ohne Probleme verlaufen, teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit. Die beiden ersten Versuche hatten vom 22. bis 27. April und am 14./15. Juni stattgefunden.

Tianzhou-1  war am 20. April mit sechs Tonnen Fracht vom südchinesischen Weltraumbahnhof Wenchang an der Spitze einer Langer Marsch-7 Y2-Trägerrakete gestartet und hatte zwei Tage später an Tiangong-2 angedockt. Wie viel Treibstoff umgetankt wurde,  wurde nicht gesagt.

Die Mission gilt der Vorbereitung auf den Bau einer chinesischen Raumstation,  die 2022 fertiggestellt sein soll.

© Gerhard Kowalski

Spekulationen über Ablösung von ZPK-Chef Juri Lontschakow

Credit:ZPK

Moskau, 15. September 2017  —   In den russischen Medien wird über eine mögliche Ablösung von Juri Lontschakow (Foto) als Chef des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau spekuliert. Danach soll der Dreifach-Kosmonaut Lontschakow, der das ZPK seit März 2014 leitet, durch den Generaldirektor des Gromow-Instituts für Flugforschung (LII),  Pawel Wlassow,  ersetzt werden oder gar bereits ersetzt worden sein. Die Entscheidung darüber soll Vizepremier Dmitri Rogosin getroffen haben,  der in der Regierung für das Militär und die Raumfahrt zuständig ist und auch die Militärisch-Industrielle Kommission (WPK) leitet.

Rogosins Amt hat diese Behauptung inzwischen zurückgewiesen und betont, dass die WPK nicht für die Personalpolitik des ZPK zuständig sei. Der Staatskonzern GK Roskosmos, dem das Zentrum organisatorisch unterstellt ist, schweigt sich bisher aus.

Angeheizt werden die Spekulationen durch Aussagen des Kosmonauten Gennadi Padalka. Er sagte in einem Interview,  der neue ZPK-Chef dürfe selbst kein Kosmonaut sein. An diese Stelle gehöre ein neutraler Fachmann mit Führungserfahrung und einer eigenen Meinung.

Padalka war vor kurzem im Streit mit Lontschakow aus dem Kosmonautenkorps ausgeschieden. Anlass dafür war die Weigerung Lontschakows, ihm einen sechsten Flug zu geben,  damit er seinen bisherigen Langzeitflugweltrekord von 878 Tage auf über 1.000 Tage hochschrauben kann. Padalka macht den ZPK-Chef für Spannungen zwischen der Kosmonautenabteilung und der Leitung verantwortlich und wirft ihm unter anderem Kumpanei vor.

© Gerhard Kowalski

 

GK Roskosmos-Chef Komarow: Privatinvestoren in der Raumfahrt absolut unerlässlich

 

Moskau,  14. September 2017 —   Der russische Staatskonzern GK Roskosmos öffnet sich für Privatinvestoren. Solche Investoren seien absolut unerlässlich,  sagte dessen Chef Igor Komarow am Donnerstag der Moskauer Zeitung Iswestija. Man sei sich darüber im Klaren, dass es sich dabei anfänglich um kleinere Projekte handeln werde. Die GK Roskosmos sei aber bereit,  alle ernsthaften Angebote zu unterstützen. Sie erwarte natürlich dann später einen Anstieg der privaten Investitionen auch im Bereich der Startdienstleistungen.

Komarow verwies darauf, dass sein Unternehmen stark mit spezifischen Staatsaufgaben ausgelastet sei, die nicht immer einen kommerziellen Aspekt hätten. Dennoch sei man für Vorschläge des privaten Business´ mit seiner Flexibilität und Dynamik offen.

© Gerhard Kowalski

Eine Woche im Orbit – Sigmund Jähn bei den Charlottenburger Gesprächen

Credit:G. Kowalski

Berlin,  14. September 2017 —   Sigmund Jähn war am Mittwochabend Gast der Charlottenburger Gespräche des SPD-Abgeordneten Frank Jahnke. Fast zwei Stunden lang stand der erste Deutsche im All vor vollem Haus in der Goethestraße 15 Rede und Antwort. Zum Schluss zeigte er noch Bilder aus der deutschen Raumfahrtgeschichte und von seiner Mission mit dem russischen Kosmonauten Waleri Bykowski mit dem Sojus-Raumschiff zur Raumstation Salut 6 vom 26. August bis zum 3. September 1978, also vor fast 40 Jahren.

Frank Jahnke, bestens auf die Begegnung vorbereitet, befragte den illustren Gast mit sichtbar ehrlichem Interesse und viel Takt vor allem auch zu dessen Befindlichkeiten in der Wendezeit. Er entlockte dem Ex-General der DDR dabei so manche Äußerung, die selbst für Raumfahrtexperten neu war. So sagte Jähn,  dass er nach seiner Entlassung aus der Volksarmee (NVA) möglicherweise als Zeitungverkäufer gestrandet wäre, hätte man ihm nicht vom deutschen Raumfahrtzentrum in Köln und von der ESA in Paris einen Beratervertrag für die Vorbereitung der nunmehr gesamtdeutschen Astronauten und ihrer europäischen Kollegen auf ihre Missionen in der russischen Raumstation MIR angeboten.

Jähn erzählte auch,  dass er eher per Zufall der erste Deutsche im All wurde. Eigentlich sei von der DDR-Führung ein anderer NVA-Offizier für diese Aufgabe vorgesehen gewesen. Doch der sei an den gesundheitlichen Anforderungen und an dem Umstand gescheitert,  dass er nicht ausreichend Russisch konnte,  weil er an der Dresdner Militärakademie und nicht an einer sowjetischen Akademie studiert hatte.

Natürlich wurde der Gast auch nach seinen Vorstellungen von der Zukunft der Raumfahrt befragt. Jähn sagte,  sein Flug sei für ihn ein beeindruckendes Erlebnis und ein großes Glück gewesen. Er habe ihn aber auch kritischer hinsichtlich des Umgangs mit unserem Planeten Erde werden lassen. Manche glaubten heute, man könne sorglos mit ihm umgehen und dann notfalls auf einen anderen Planeten umsiedeln. „Wir Menschen sind für die Erde geboren –  und das soll so bleiben. Lasst uns die Erde in Ordnung halten“, sagte der Kosmonaut, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat.

Bei den Charlottenburger Gesprächen kommen regelmäßig namhafte Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu Wort. Einer der Schwerpunkte sind die  Astronomie und Raumfahrt.

© Gerhard Kowalski

Chinas Weltraumfrachter legt zum dritten Mal an Tiangong 2 an

Peking,  13. September 2017 —   Das erste chinesische Frachtraumschiff Tianzhou-1 hat zum dritten Mal am Weltraummodul Tiangong-2  angelegt. Das Manöver zum Betanken des Moduls habe in einem beschleunigten Verfahren stattgefunden und etwa sechseinhalb Stunden in Anspruch genommen, teilte das chinesische Fernsehen am Mittwoch mit. Die beiden ersten Versuche am 27. April und 15. Juni hätten noch jeweils zwei Tage gedauert.

Tianzhou-1  war am 20. April mit sechs Tonnen Fracht vom südchinesischen Weltraumbahnhof Wenchang an der Spitze einer Langer Marsch-7 Y2-Trägerrakete gestartet und hatte zwei Tage später an Tiangong-2 angedockt. Die Mission gilt der Vorbereitung auf den Bau einer chinesischen Raumstation,  die 2022 fertiggestellt sein soll.

© Gerhard Kowalski

 

 

ISS-Stammbesatzung wieder komplett – Drei Astronauten an Bord herzlich begrüßt

Credit:GK Roskosmos

Koroljow,  13. September 2017 —   Die 53. Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS hat wieder ihre Sollstärke von sechs Mitgliedern. Am frühen Mittwochmorgen hat das Raumschiff Sojus MS-06 mit dem Russen Alexander Missurkin und den US-Amerikanern Joseph Acaba und Mark Vande Hei an Bord problemlos um 04.55 Uhr deutscher Zeit und damit drei  Minuten früher als geplant automatisch am Poisk-Modul angelegt. Nach dem Umstieg wurden sie vom Russen Sergej Rjasanski,  dem Amerikaner Randolph Bresnik und dem italienischen ESA-Astronauten Paolo Nespoli herzlich begrüßt,  die seit dem 3. September allein auf der Umlaufbahn gearbeitet haben.

Die Ankömmlinge waren am Dienstagabend um 23.17 Uhr vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet. Ihr Flug fand bei verstärkter Sonnenaktivität statt. Für die Raumfahrer habe aber keine Gefahr bestanden,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Das gelte auch für die gesamte Crew.

Als Indikator für den Beginn der Schwerelosigkeit und Maskottchen diente dem Trio ein Miniatur-Sputnik. Er wurde aus Material des russischen Space-Shuttles Buran gefertigt und soll an den 60. Jahrestag des Starts des ersten künstlichen Erdsatelliten vom 4. Oktober 1957 erinnern.

Für den Fall der Fälle standen entlang der Aufstiegsbahn der Sojus-Trägerrakete rund 100 Rettungskräfte mit Hubschraubern,  Flugzeugen und Geländefahrzeugen bereit.

Die Männer sollen 167 Tage auf der Umlaufbahn arbeiten und dabei 56 russische und über 150 amerikanische Experimente durchführen. Für Januar ist ein Ausstieg in den freien Weltraum nach dem russischen Programm geplant.

Für Missurkin ist das die zweite und für Acaba die dritte Mission. Vande Hei ist Weltraumneuling.

© Gerhard Kowalski