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Ariane 5 bringt zwei Satelliten ins All

 

Credit:Arianespace

Credit:Arianespace

Kourou,  25. August 2016 —  Eine Ariane 5-Trägerrakete hat in der Nacht zum Donnerstag zwei Telekommunikationssatelliten ins All geschossen. Die Rakete mit Intelsat-33e und Intelsat-36 an der Spitze stieg um 00.16 Uhr deutscher Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf,  teilte die Betreibergesellschaft Arianespace mit.

Beide Satelliten zusammen haben eine Masse von 10,735 Tonnen, was einen Nutzlastrekord bedeutet. Ihre Funktionsdauer wird mit 15 Jahre angegeben.

Es war dies der sechste Start des Jahres und der vierte mit einer Ariane 5.

© Gerhard Kowalski

Jeff Williams stellt in der ISS einen neuen US-Langzeitflugrekord auf

Credit:NASA

Credit:NASA

Washington,  25. August 2016 —  US-Astronaut Jeff Williams hat am Mittwoch in der Internationalen Raumstation ISS mit 521 Tagen im All einen neuen amerikanischen Langzeitflugrekord aufgestellt. Bis zum Ende seiner vierten Mission am 6. September in der Steppe von Kasachstan werde er 534 Tage auf seinem Konto haben, teilte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA in Washington mit. Williams überflügelt damit seinen Landsmann Scott Kelly, der es bei ebenfalls vier Flügen auf 520 Tage brachte.

Der Rekord katapultiert Williams auf den 14. Platz der Langzeitflugrekordliste,  die von dem Russen Gennadi Padalka mit 878 Tagen souverän angeführt wird. Doch lange kann er sich des neuen Rekords nicht erfreuen. Denn schon im November startet Williams Kollegin Peggy Whitson zu einem Halbjahresflug zur ISS und bringt dabei 376 Tage von ihren beiden vorangegangenen Missionen mit.

© Gerhard Kowalski

Liebe Besucher meiner Homepage!

Scan_20160824Ich möchte mich ganz herzlich für die zahlreichen Grüße zu meinem 50. Berufsjubiläum bedanken, die mich in den letzten Tagen erreicht haben.

Ich habe mich sehr über die vielen netten Worte und guten Wünsche gefreut.

Ich werde natürlich auch in den nächsten 50 Jahren der Raumfahrt treu bleiben, mich aber künftig mehr meiner publizistischen Arbeit, Vorträgen, Übersetzungen und auch einem neuen Buch widmen. Das heißt, dass ich meine Homepage ab dem 1. September nicht mehr so nachrichtenmäßig bestücke, sondern mich nur noch zu Höhepunkten und dann auch kommentierend zu Wort melden werde.

Danke für Ihre/Eure Treue!

Mit kosmischen Grüßen

Gerhard  Kowalski

PS

Das Bild zeigt mich am 25. August 1978 auf Gagarins Startplatz in Baikonur mit der Rakete von Sigmund Jähn auf der Hand. Sein Flug war der Höhepunkt meines bisherigen Berufslebens.

 

ISS-Umlaufbahn um 2,3 Kilometer angehoben

Credit:ZUP

Credit: ZUP

Koroljow,  24. August 2016 —  Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Mittwoch um 2,3 Kilometer angehoben worden. Dafür seien die Triebwerke des Frachters Progress MS-02  um 09.30 Uhr deutscher Zeit für gut 12 Minuten gezündet worden,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die ISS umkreist damit die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe von 404 Kilometern.

Die Korrektur habe sich erforderlich gemacht, um optimale ballistische Voraussetzungen für die Landung des Raumschiffes Sojus TMA-20M am 7. September und den Start der Besatzung von Sojus MS-02 am 23. September zu schaffen,  heißt es weiter in der Pressemitteilung.

© Gerhard Kowalski

NASA befürwortet kommerzielle Nutzung der ISS nach 2024

Credit:NASA

Credit:NASA

Washington,  24. August 2016 —  Nach den Russen macht sich auch die US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA ernsthaft Gedanken über die Zeit nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS im Jahre 2024. Während die Russen eine eigene  Raumstation mit internationaler Beteiligung anvisieren, kann sich die NASA eine kommerzielle Weiternutzung der ISS vorstellen. In dem Maße, wie die Mars-Pläne der NASA voranschreiten, könnten Privatunternehmen eine „Weltraumökonomie“ auf der niedrigen Erdumlaufbahn schaffen, sagte NASA-Sprecherin Kathryn Hambleton  der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Derzeit werde geprüft, wie die kommerzielle Nutzung ausgestaltet werden könnte,  fügte die Sprecherin hinzu. Dazu liefen auch Gespräche mit dem staatlichen Zentrum zur Förderung der Weltraumwissenschaften, das heute schon mit Wissenschaftlern und privaten Partnern bei der Nutzung der ISS für Innovationen zusammenarbeitet.

© Gerhard Kowalski

USA starten zwei GSSAP-Aufklärungssatelliten

Cape Canaveral,  19. August 2016 —  Die USA haben am Freitagmorgen deutscher Zeit zwei Aufklärungssatelliten gestartet. Die Delta IVc-Trägerrakete mit den Satelliten aus dem GSSAP-Programm  (Geosynchronous Space Situational Awareness Program) an der Spitze stieg um 6.52 Uhr vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral (Florida) auf, teilte die United Launch Alliance (ULA) mit.

Die Geheimsatelliten des Pentagon sollen von ihrer Umlaufbahn in 35.800 Kilometern Höhe aus die Größe,  den Standort und den Status anderer kosmischer Objekte erkunden. Das erste Paar des Programms  umkreist seit  2014 die Erde.

© Gerhard Kowalski

RKK Energija will ab 2020 Touristenflüge zum Mond anbieten

Energija LogoMoskau,  19. August 2016 –  Als erstes Unternehmen der Welt will der russische Raumfahrtkonzern RKK Energija ab 2020 Touristenflüge zum Mond anbieten. Derzeit gebe es acht potenzielle Kandidaten, die bereit seien, einen solchen Flug zu buchen,  sagte Konzernchef Wladimir Solnzew der Zeitung Istwestija vom Freitag. Darunter seien eine japanische Familie und der Hollywood- Regisseur James Cameron.

Die US-amerikanische Vermarktungsfirma Space Adventures (SA) teilte mit, dass die Billetts für die kurzzeitige Mondumkreisung  120 Millionen Dollar kosten sollen. Man rechne damit, dass die derzeitige Nachfrage mit fünf bis sieben Missionen befriedigt werden könne.

Bei den Flügen kommt eine modernisierte Version der bewährten Sojus-Raumschiffe zum Einsatz. Diese wird unter anderem mit einem neuen Strahlenschutz-,  Lande- und Beschleunigungssystem ausgestattet. Die Mondtouristen müssen einen Gesundheitscheck machen, wie er auch für Berufskosmonauten üblich ist. Dabei müssen sie eine Überbelastung von mehr als 10g überstehen, die beim Erreichen der zweiten kosmischen Geschwindigkeit von 11,2 Kilometern in der Sekunde und deren Abbremsung auftritt.

Die Mondraumschiffe werden in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen,  von der aus sie dann mit einem speziellen Bugsierer zum Erdtrabanten befördert werden.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt: Vor 40 Jahren landete Luna-24 weich auf dem Mond

Credit:RKK Energija

Credit:RKK Energija

Berlin, 18. August 2016 —  Vor 40 Jahren ist die sowjetische Mondsonde Luna-24 weich im Meer der Krisen gelandet. Sie entnahm 170 Gramm Mondgestein in 160 Zentimetern Tiefe und brachte sie sicher am 22. August 1976 auf die Erde. Der Landeapparat ging 200 Kilometer südöstlich der Stadt Surgut am Ob nieder. Damit endete das Luna-Programm, in dessen Rahmen zuvor auch Luna-16 und Luna-20  ebenso erfolgreich Bodenproben gewonnen hatten.

Russland will in etwa drei Jahren das Mondprogramm mit Luna-25 fortsetzen und drei automatische Sonden zum Erdtrabanten schicken. Das Fernziel ist dabei, bis 2030 das erste Mal bemannt zum Mond zu fliegen und dort später eine Basis zu errichten. Zudem arbeiten die Russen mit der US- Luft- und Weltraumbehörde NASA an einer Station, die den Mond umkreisen soll.

© Gerhard Kowalski

Gennadi Padalka kann auf sechsten Raumflug hoffen – Langzeitflugweltrekordler peilt 1.000-Tage-Schallmauer an

Credit:ZUP

Credit: ZPK

Sternenstädtchen, 17. August 2016 –  Der russische Kosmosveteran Gennadi Padalka ist seinem Traum einen großen Schritt näher gekommen,  zum sechsten Mal in den Weltraum zu starten und seinen eigenen Langzeitflugweltrekord von 878 Tagen zu überbieten. Die Staatliche Medizinische Kommission habe den 58-Jährigen für die erneute Vorbereitung auf eine Mission zur Internationalen Raumstation ISS zugelassen,  teilte das Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau mit. Wann der Flug stattfindet,  wurde allerdings nicht gesagt.

Padalka war am 12. September vergangenen Jahres mit dem neuen Rekord von der ISS auf die Erde zurückgekehrt. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner 5. Weltraummission hatte er 878 All-Tage auf seinem Konto. Er entthronte damit seinen Landsmann Sergej Krikaljow,  der es bei sechs Flügen auf 803 Tage brachte.

Nach der erfolgreichen Wiederanpassung an die irdische Schwerkraft hatte der Rekordhalter den Wunsch geäußert, noch einmal ins All zu fliegen, um die 1.000-Tage-Grenze zu knacken. Das scheint jetzt nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

(c) Gerhard Kowalski

 

 

ESA-Chef Wörner: Russland will Kosmonautenzahl in der ISS für kürzeren Zeitraum reduzieren

 

Credit:G. Kowalski

Credit:G. Kowalski

Paris,  17. August 2016 —  Nach den Amerikanern hat nun auch der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA,  Johann-Dietrich Wörner (Foto),  auf die Pläne der Russen reagiert,  die Zahl ihrer Besatzungsmitglieder in der Internationalen Raumstation ISS von drei auf zwei zu verringern. Es gebe „noch keine Entscheidung auf der russischen Seite“, sagte mir Wörner am Mittwoch auf Nachfrage. „Allerdings gibt es Überlegungen, für einen kürzeren Zeitraum (0,5-1 Jahr) tatsächlich die Kosmonautenanzahl zu reduzieren“, fügte er hinzu. Zu diesen Entwicklungen gebe es zwischen Roskosmos und NASA wohl erste Gespräche.

Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA prüfe die Pläne der Russen und nehme zugleich eine Bewertung dieses Vorschlags im Hinblick auf die Risiken für die Station und die Besatzung vor,  hatte am Montag deren Vertreter Kenneth Todd auf einem Briefing betont. Danach werde man eine Entscheidung treffen,  ob diese Pläne sinnvoll oder schlecht seien und wie man dem Partner notfalls helfen könne.

Todd erinnerte in diesem Zusammenhang daran,  dass sich die Russen verpflichtet haben,  ihr Engagement in der ISS bis mindestens 2024 fortzusetzen.

Moskau hatte Mitte vergangener Woche die Reduzierungspläne verkündet. Damit wolle man das Forschungsprogramm im russischen Segment effektiver gestalten und Kosten sparen,  sagte der Direktor für die bemannten Programme des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Sergej Krikaljow,  der Zeitung Iswestija. Derzeit hole man dazu die Meinung des Flugleitzentrums (ZUP),  des Instituts für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) und anderer nationaler ISS-Partner ein. Die Reduzierung sei dadurch bedingt,  dass die Zahl der Frachtraumschiffe, die Russland mit Nachschub zur Raumstation schickt, verringert wurde,  betonte Krikaljow. Zudem sei man sich der Notwendigkeit bewusst, die Effektivität des Programms zu steigern.

Das Blatt verweist in diesem Zusammenhang darauf,  dass im Föderalen Raumfahrtprogramm (FKP) für die Jahre 2016-25 umgerechnet 3,5 Milliarden Euro für die ISS vorgesehen sind. Das sei knapp eine halbe Milliarde Euro weniger als ursprünglich geplant. Wegen der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation des Landes sind inzwischen weitere Kürzungen um 15 Prozent vorgesehen.

© Gerhard Kowalski