Archiv

Artikel

  • 1656040 Besucher

Konzernchef: Russland liefert USA 2017 Rekordzahl von Raketentriebwerken

Moskau,  25. Juli 2017 —  Ungeachtet der neuen Sanktionen liefert Russland 2017 15 Triebwerke für Trägerraketen an die USA. Das sei eine Rekordzahl,  sagte der Chef der Wissenschaftlichen Produktionsvereinigung (NPO) Energomasch,  Igor Arbusow , vor Journalisten in Moskau.  Der US-Senat habe einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Zusammenarbeit der Luft und Raumfahrtbehörde NASA und Russlands bei den kommerziellen Raketenstarts von den Sanktionen ausnimmt.

Russland liefert in diesem Jahr elf RD-180–  und vier RD-181-Triebwerke. Die RD-180 kommen in den Atlas V-Raketen und die RD-181 in den Antares-Trägern zum Einsatz.

© Gerhard Kowalski

Neue DLR-Strategie vorgestellt – Kernkompetenzen und Synergiepotenziale sollen gestärkt werden

Credit: BMWI 

Berlin,  24. Juli 2017 —   Das Bundeswirtschaftsministerium und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben am Montag in Berlin die neue DLR-Strategie vorgestellt. „Mit der neuen Strategie stellt sich das DLR aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Herausforderungen und macht sich fit für die Zukunft, insbesondere im Bereich der Digitalisierung“, sagte Staatssekretär Matthias Machnig bei einem Pressegespräch. Mit dem DLR stehe der Wirtschaft und der Industrie eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung, von deren Kompetenz und Erfahrung sie profitieren könnten. Auch institutionell werde das DLR mit sieben neuen Instituten in sechs Bundesländern gestärkt. Hierfür stelle der Bund jährlich 42 Millionen Euro zur Verfügung.

„Durch eine intelligente Verknüpfung von Kompetenzen aus den Forschungsbereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie,Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung generieren wir einen spürbaren Mehrwert für Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft“, betonte DLR-Chefin Pascale Ehrenfreund. Im Rahmen der neuen Strategie werde das DLR seine Stärken nutzen, um den Technologietransfer in die Wirtschaft spürbar auszubauen und dort als Innovationstreiber zu wirken.

Die neue Strategie zielt darauf ab, die Kernkompetenzen des DLR zu stärken und interne Synergiepotenziale noch gezielter einzusetzen, um die Spitzenposition des Zentrums in der Forschung zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft weiter auszubauen. Die strategischen Forschungsziele, der neue Querschnittsbereich Digitalisierung, sieben neue DLR-Institute und zehn neue Querschnittsprojekte zu Themen wie Treibstoffe der Zukunft, digitalisierte Produktion, Breitbandversorgung mit schnellem Internet oder Cyber-Sicherheiz spiegeln diese Ambition wider.

(Hinweis: Der Herr auf dem BMWI-Foto ist nicht Staatssekretär Machnig, sondern der Leiter der Abteilung Industriepolitik des Ministeriums, Wolfgang Scheremet)

(c)  Gerhard Kowalski

Präsident Putin hofft auf eine erfolgreiche ExoMars-2020-Mission

Credit:Präsidialamt

Sotschi, 22. Juli 2017 —   Russlands Präsident Wladimir Putin hofft, dass die gemeinsame Mission ExoMars-2020 mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA ein Erfolg wird. Nach einem misslungenen Versuch in der ersten Etappe 2016 wolle man nun erneut einen Landekomplex auf dem Roten Planeten absetzen,  sagte Putin in einer Diskussion mit Schülern in Sotschi zur Kolonisierung des Mars´. „Ich hoffe, dass wir das gut machen und dass es uns gelingt.“

Die ESA liefert für ExoMars-2020 den Orbiter und den Marsrover,  während die Russen das Abstiegsmodul und die Landeplattform sowie einen der beiden Computer beisteuern. Der ESA-Computer steuert die Sonde während des Fluges und der Landung,  während der russische für die Operationen auf der Marsoberfläche zuständig ist und teilweise auch den europäischen Computer bei der Landung doubelt.

Während der ersten Etappe hatte das Schiaparelli-Modul zur Demonstration des Atmosphäreneintritts,  des Sinkflugs und der Landung in der letzten Phase wegen einer fatalen Fehleinschätzung der Fluglage eine Bruchlandung gemacht.

© Gerhard Kowalski

 

 

Russisches Frachtraumschiff gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht worden

Credit:GK Roskosmos

Koroljow,  21. Juli 2017 —  Ein russisches Frachtraumschiff ist am Donnerstagabend um 23.31 Uhr deutscher Zeit gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht worden. Progress MS-05 verglühte weitgehend in den dichten Schichten der Atmosphäre,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die nicht verglühten Teile seien auf dem sogenannten Raumschiff-Friedhof ins Meer gefallen.

Der Frachter war am 22. Februar mit der letzten Sojus-U-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet worden und hatte zwei Tage später mit 2,5 Tonnen Nachschub an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. An Bord befand sich auch Ersatz für die Technik,  die beim Absturz des Vorgängers Progress MS-04 verloren gegangen war.

Am Donnerstag um 19.46 Uhr war der Frachter wieder von der ISS abgekoppelt worden.

© Gerhard Kowalski

SpaceX-Chef Musk würde gern zur ISS fliegen

Credit:E . Musk

Washington,  20. Juli 2017 —  Der Chef des US-Unternehmens SpaceX,  Elon Musk,  liebäugelt mit einem Flug zur Internationalen Raumstation ISS. „Ich möchte das irgendwann mal machen“,  sagte er in Washington auf einer Konferenz der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA zu den Perspektiven der Forschung in der Station. Das könnte in drei oder vier Jahren der Fall sein. „Das wäre großartig“,  fügte Musk hinzu.

Der Unternehmer betonte, dass bei der Sicherung des Zugangs zum erdnahen Raum mehrfach verwendbare Systeme die Schlüsselrolle spielen werden. Je öfter man in den Weltraum fliege,  desto  mehr Leute würden in die Kosmosprogramme und –forschung einbezogen. In den Jahren der Shuttle-Missionen sei das Interesse der Öffentlichkeit für die Raumfahrt größer gewesen als heute.

© Gerhard Kowalski

Russland setzt erstmals Drohnen zur Überprüfung von Fallrayons ein

Credit:GK Roskosmos

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  19. Juli 2017 —  Russland hat erstmals Drohnen zur Brandkontrolle in sogenannten Fallrayons nach einem Raketenstart vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) eingesetzt. Dabei seien jene Gebiete überprüft worden,  in denen die ausgebrannte Erst- und Zweitstufe der Sojus-2.1a zu Boden fielen, die am 14. Juli 73 Satelliten in eine Erdumlaufbahn gebracht hatte,  teilte der Staatskonzern GK Roskosmos in Moskau mit. Die Drohnen des Typs Grant operieren in einer Höhe bis zu 800 Metern und haben eine Reichweite von 100 Kilometern. Sie können die Koordinaten von Bodenzielen bis zu einer Genauigkeit von 20 Zentimetern ermitteln.

In den Fallrayons, die mit den kasachischen Behörden vertraglich gesichert sind, seien zugleich Boden- und Luftproben genommen worden,  um sie auf eventuelle Schadstoffe zu untersuchen,  hieß es weiter.

Der Drohneneinsatz wurde von den russischen und kasachischen Behörden beschlossen, nachdem vor einem Monat  zwei Mitglieder der Bergungsmannschaften bei einem verheerenden großflächigen Brand in der kasachischen Steppe bei Karaganda ums Leben gekommen sind, der durch herabfallende ausgebrannte Teile einer Sojus-Trägerrakete verursacht worden war.

© Gerhard Kowalski

 

 

Moskauer Luft- und Raumfahrtsalon MAKS-2017 eröffnet – DLR präsentiert gesamte Breite seiner Raumfahrtforschung

Moskau,  18. Juli 2017 —   Der Moskauer Luft- und Raumfahrtsalon MAKS-2017 ist am Dienstag in Shukowski vor den Toren der russischen Hauptstadt eröffnet worden. An der sechstägigen Schau nehmen mehr als 650 Unternehmen aus 36 Ländern teil. Gastgeber Russland ist mit 470 Firmen vertreten.

Präsident Wladimir  Putin sagte zur Eröffnung,  er hoffe,  dass MAKS-2017 die Entwicklung der Kooperationsbeziehungen der Branche befördern und der Popularisierung der russischen Produktion auf den internationalen Märkten dienen werde.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert in Halle F3 die gesamte Bandbreite seiner Raumfahrtforschung. „Diese reicht von der Datengewinnung und -verarbeitung für den Klimaschutz über Experimente für die bemannte Raumfahrt bis hin zur Erkundung unseres Sonnensystems mit autonomen Landesystemen“, betonte die Vorstandsvorsitzende Pascale Ehrenfreund. Dazu gehörten beispielsweise die Erdbeobachtungssatelliten der Sentinel-Familie, der Satellit BIROS zur Feuerdetektion oder der Asteroidenlander Mascot.

Die langjährige Zusammenarbeit mit den russischen Partnern manifestiere sich in den beiden Missionsjubiläen von MIR 92 und MIR 97. Vor 25 Jahren schwebte mit Klaus-Dietrich Flade der erste Deutsche in die russische Raumstation MIR und fünf Jahre später Reinhold Ewald.

© Gerhard Kowalski

 

Neue ISS-Besatzung in Baikonur eingetroffen – Start am 28. Juli

Credit:ZPK

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  17. Juli 2017 —  Die designierte neue Besatzung der Internationalen Raumstation ISS mit dem Russen Sergej Rjasanski, dem italienischen ESA-Astronauten Paolo Nespoli und dem Amerikaner Randolph Bresnik ist auf dem Kosmodrom Baikonur in Kasachstan eingetroffen und hat am Montag mit den abschließenden Vorbereitungen auf den Flug begonnen,  teilte der Staatskonzern GK Roskosmos mit. Der Start ist für den  28. Juli geplant. Das Trio soll bis Ende Oktober auf der Umlaufbahn arbeiten.

Auf dem Flugplan der dann 52. und 53. ISS-Stammbesatzung stehen rund 200 wissenschaftliche Experimente. Bei einem davon soll untersucht werden, wie und welche Funktionen sich bei einem Langzeitflug im Körper verändern. Dabei will man vor allem herausfinden, wie das Gehirn und das zentrale Nervensystem arbeiten und ob die Präzision der Bewegungen in der Schwerelosigkeit genau so gut wie auf der Erde ist. Zudem sollen zu Ehren des 60. Jahrestages des ersten künstlichen Erdsatelliten vom 4. Oktober 1957 mehrere Mikro-Sputniks ausgesetzt werden.

Nespoli (auf beiden Fotos links) ist mit 60 Jahren der älteste aktive ESA-Astronaut. Es wird dies sein dritter Flug zur ISS. Rjasanski und Bresnik haben bisher je eine Mission auf ihrem Konto.

© Gerhard Kowalski

IKI-Chef Seljony: Russland verschiebt Start von zwei Mondsonden

 

Moskau,  15. Juli 2017 —  Russland verschiebt den geplanten Start  der Mond-Sonden Luna-26 und Luna-27 um jeweils ein Jahr auf 2021 beziehungsweise 2022. Die Luna-25-Sonde werde 2019 zum Mond geschickt, sagte der Chef des Moskauer Instituts für Kosmosforschung (IKI),  Lew Seljony,  der Nachrichtenagentur TASS. 2020 werde das Mond-Programm wegen des Starts von ExoMars unterbrochen.

Die russische Industrie sei derzeit nicht in der Lage,   zwei interplanetare Starts in einem einzigen Jahr durchzuführen,  fügte der Wissenschaftler zur Begründung hinzu. Man kämpfe ohnehin darum,  dass die neuen Termine nicht noch weiter hinausgezögert werden.

Luna-25 soll am Südpol des Erdtrabanten landen. Luna-26 soll den Mond in etwa 200 Kilometern Entfernung umkreisen und die Daten von Luna-25 auf die Erde übermitteln. Luna 27 soll schließlich eine Anlage für Tiefenbohrungen auf den Mond bringen. Eigentlich sollte diese Mission gedoubelt werden, doch darauf wurde inzwischen verzichtet. Für 2024 ist die Landung von Luna-28 geplant,  um Bodenproben zu nehmen,  die dann auf die Erde gebracht hat werden.

Seljony teilte ferner mit,  dass Russland zeitweilig auf Jupiter-Sonden verzichtet und sich dafür auf die Erforschung der Venus-Oberfläche konzentriert. Dabei habe man sich mit US-Wissenschaftlern abgesprochen.

Zuvor hatte der Staatskonzern GK Roskosmos angekündigt, man werde 2019 mit der Vorbereitung auf einen Mars-Flug beginnen. Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA sei eingeladen worden,  sich dem anzuschließen.

© Gerhard Kowalski

Russland startet Rakete mit Rekordzahl von Satelliten

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  14. Juli 2017 —  Russland hat am Freitag erfolgreich eine Trägerrakete mit einer Rekordzahl von Satelliten gestartet. Die Sojus-2.1a hob um 8.36 Uhr deutscher Zeit mit dem Erderkundungssatelliten Kanopus-W-IK sowie 72 Kleinsatelliten an Bord vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab, teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahre 2014 und lag bei 36 Satelliten.

Kanopus-W-IK soll mit seiner Infrarotkamera hoher Auflösung Waldbrände ab einer Fläche von nur 25 Quadratmetern und Umweltverschmutzungen aufdecken sowie die landwirtschaftlichen Aktivitäten und Naturressourcen beobachten.

Die Kleinsatelliten stammen aus Russland, den USA, Japan, Norwegen und Deutschland. Mit 62 CubeSats stellen die Amerikaner dabei das Gros. Deutschland ist mit TechnoSat und Flying Laptop vertreten. Das Aussetzen der Satelliten durch die Fregat-Oberstufe soll kurz nach 11 Uhr beginnen und um 16.41 Uhr beendet sein.

© Gerhard Kowalski