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NASA-Chef Bridenstine:  USA für die Beteiligung Russlands an Mondstation

Credit:US-Kongress

Washington,  24. September 2018 —   Die USA würden es begrüßen, wenn sich Russland an der Mondstation The Gateway beteiligt. Das hat der Chef der US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA, Jim Bridenstine,  am Montag in Washington betont. Er reagierte damit auf die Ankündigung des Generaldirektors des Staatskonzerns GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, vom Wochenende,  die Beteiligung daran aufzukündigen. Rogosin hatte das damit begründet,  dass die Amerikaner dieses Projekt als ein rein nationales Programm ansähen. „Die Russische Föderation kann es sich nicht erlauben,  daran in einer zweitrangigen Rolle teilzunehmen“,  sagte er.

Rogosin hatte zugleich erklärt,  dass er diese seine Haltung Bridenstine bei dem bevorstehenden Treffen am 10. Oktober auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) darlegen werde. Der NASA-Chef betonte seinerseits, dass er die Absicht habe, gute sachliche Konktakte zu Rogosin zu unterhalten und die Zusammenarbeit mit ihm bei der Begegnung zu vertiefen.

Bridenstine kommt zum Start des russischen Raumschiffes Sojus MS-10 nach Baikonur,  der für den 11. Oktober geplant ist. Dabei wird er Rogosin das erste Mal persönlich treffen. Mit dem Raumschiff fliegen der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague zur Internationalen Raumstation ISS. Den dritten Platz in der Kapsel nimmt ein Container mit Lebensmitteln ein.

© Gerhard Kowalski

 

 

GK Roskosmos erwägt Bau einer wissenschaftlichen Station auf dem Mond

Moskau,  24. September 2018 —   Die GK Roskosmos erwägt den Bau einer wissenschaftlichen Station auf dem Mond. Diese könne als rein nationales Programm,  aber auch in internationaler Kooperation entstehen, meldet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Staatskonzern. Wie die Station aussehen werde, hänge von den Möglichkeiten der GK Roskosmos  und den Ergebnissen der Gespräche mit den Partnern ab.

An dem Programm könnten die USA und die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien,  China und Südafrika) teilnehmen,  zitiert die Agentur  die nicht näher genannten Informanden. Dieses Thema werde auch bei der bevorstehenden Begegnung von Roskosmos-Generaldirektor Dmitri Rogosin mit dem Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  am 10. Oktober auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) angesprochen.

Die Idee einer solchen Mondstation wurde im Sommer 2016 bekannt. Damals teilte eine Pressesprecherin des Zentralen Wissenschaftlichen Forschungsinstituts des Maschinenbaus (ZNIImasch) mit,  dass ihr Institut an einer Mondbasis für bis zu zwölf Personen arbeite. Später hatte der Kosmos-Rat der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) die Parameter für die wissenschaftliche Forschungsarbeit eines Observatoriums auf dem Erdtrabanten gebilligt.

Am Wochenende hatte Rogosin mit der Ankündigung für Wirbel gesorgt,  sein Land werde aus dem Mondprojekt The Gateway mit den USA aussteigen,   da die Amerikaner dieses als ein rein nationales Programm ansähen. „Die Russische Föderation kann es sich nicht erlauben,  daran in einer zweitrangigen Rolle teilzunehmen“,  hatte er erklärt. Das wurde aber kurz darauf von Roskosmos-Pressesprecher Wladimir Ustimenko zum großen Erstaunen der Öffentlichkeit dementiert, obwohl die Ausführungen Rogosins auch Online übertragen worden waren.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt: 60 Jahre Wostok

Credit:RKZ Progress

Berlin,  23.  September 2018 —   Am 23. September 1958 ist die sowjetische Trägerrakete Wostok (Osten) das erste Mal gestartet. Bei dem Träger handelte es sich um eine dreistufige R-7 mit einem Block E. Sie hatte eine Höhe von 33,5 Metern und eine Masse von 279 Tonnen, wovon auf die dritte Stufe (Block E) 8,5 Tonnen entfielen. Die Nutzlast betrug 278 Kilogramm. Der Jungfernstart schlug fehl, weil die erste Stufe versagte.

Mit der Wostok wurden die ersten Raumschiffmodelle sowie Meteor-Wettersatelliten, der Satellit Bulgarien-1300 und indische IRS-Erdfernerkundungssatelliten ins All geschlossen. Der Träger konnte Nutzlasten zwischen 1.150 und 1.840 Kilogramm auf sonnensynchrone Bahnen zwischen 650 und 1.000 Kilometer Höhe befördern. Am 12.  April 1961 wurde schließlich auch Juri Gagarin als erster Mensch mit einer Wostok auf die Reise geschickt.

Die Rakete war bis zum 29. August 1991 im Einsatz. 132 ihrer 139 Starts waren erfolgreich.

© Gerhard Kowalski

Japan startet Frachter zur ISS

Credit:JAXA

Tokio,  22. September 2018 —  Japan hat am Samstagabend deutscher Zeit ein Frachtraumschiff zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.  H-II Transfer Vehicle (HTV-7) stieg vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Landessüden auf,  teilte die japanische Raumfahrtagentur JAXA mit. Die Ankopplung ist für Donnerstag geplant.

Der Frachter bringt mehr als fünf Tonnen Nachschub auf die Umlaufbahn. Neben Wasser,  Ersatzteilen und Experimenten hat er auch sechs Lithium-Ionen-Batterien an Bord, die in den nächsten Tagen von  US-Astronauten und dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst bei zwei Außeneinsätzen an der Station montiert werden sollen.

© Gerhard Kowalski

Roskosmos-Pressesprecher:  Russland verzichtet nicht auf Zusammenarbeit mit den USA an Mondprojekt

Moskau,  22. September 2018 —   Große Verwirrung:   Russland verzichtet nicht auf das Gemeinschaftsprojekt The Gateway mit den USA zum Bau einer Mondstation. „Das ist nicht wahr“,  hat der Pressesprecher des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Wladimir Ustimenko,  am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur TASS erklärt. Die Gespräche darüber dauerten noch an. „Wir sind für eine Kooperation und Zusammenarbeit an gleichberechtigten partnerschaftlichen Projekten.“

Ustimenko reagierte damit auf anderslautende Meldungen in einigen Massenmedien. Diese hatten berichtet,  dass Roskosmos-Generaldirektor Dmitri Rogosin die Zusammenarbeit aufgekündigt habe. Der habe vor jungen Raumfahrtspezialisten in der RKK Energija betont, dass es ihm „nicht sehr gefällt“, dass die USA Russland vorschlagen,  sich an einem solchen Programm zu beteiligen, dieses aber als ihr Programm ansehen,  sagte der Sprecher.

© Gerhard Kowalski

Rogosin:  Russland zieht sich aus dem Gemeinschaftsprojekt The Gateway mit den USA zurück

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  22. September 2018 —   Russland zieht sich unter den derzeitigen amerikanischen Bedingungen aus dem Gemeinschaftsprojekt The Gateway mit den USA zum Bau einer Mondstation zurück. Diese Mitteilung hat der Generaldirektor des Staatskonzerns GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  vor jungen Raumfahrtspezialisten gemacht,  meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Samstag. „Die Russische Föderation kann es sich nicht erlauben, daran in einer zweitrangigen Rolle teilzunehmen.“

Russland schlage ein eigenes Projekt für eine Raumstation vor,  die den Mond umkreist,  betonte Rogosin. „Ob das eine russische oder eine internationale Station wird,  ist Gegenstand von Verhandlungen.“  Der Roskosmos-Chef schloss nicht aus, dass an dem neuen Projekt auch die USA teilnehmen können. Die Station könne auch von den BRICS-Partnerstaaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika geschaffen werden.

Rogosin kündigte an,  dass er sich bei der bevorstehenden Begegnung mit dem neuen Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, Jim Bridenstine, am 11. Oktober in Baikonur (Kasachstan) zu der russischen Sicht auf die Zusammenarbeit auf der Mondumlaufbahn äußern werde.

Die Gespräche zwischen Russland und den USA  über den Bau einer solchen Mondstation hatten 2013 begonnen. Im September 2017 hatten beide Länder ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei der Station unterzeichnet,  die zuerst Deep Space Gateway, dann Gateway –   Lunar Orbital Platform und schließlich in letzter Zeit nur noch The Gateway hieß.

© Gerhard Kowalski

 

IMBP-Vize Kotow beklagt Verringerung der Forschungszeit im russischen ISS-Segment

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  21. September 2018 —   Der Vizedirektor des Moskauer Instituts für Medinisch-Biologische Probleme (IMBP),  Oleg Kotow,  hat die Kürzung der Besatzungen im russischen Segment der Internationalen Raumstation ISS seit dem Frühjahr 2017 von drei auf zwei Kosmonauten beklagt. Dadurch habe sich die Zeit für die Durchführung von Experimenten um 80 Prozent verringert, sagte der Dreifachkosmonaut und Arzt in einem Interview der Nachrichtenagentur TASS. Diese beiden Kosmonauten seien die meiste Zeit mit technischen Wartungsarbeiten beschäftigt.

Es sei sehr wichtig, dass in der Station mindestens drei Kosmonauten arbeiten,  weil dadurch die Effektivität erhöht wird,  betonte Kotow. Zudem sei die Arbeit für die Kosmonauten unter den derzeitigen Bedingungen in der ISS „uninteressant“,  was schon zu Abgängen aus dem Kosmonautenkorps führe. Als Grund für die Kürzungen nannte Kotow Geldmangel.

Mit dem Start des neuen Mehrzwecklabormoduls Nauka (Wissenschaft) Ende kommenden Jahres sollen wieder drei Kosmonauten in der Station arbeiten.

© Gerhard Kowalski

ISS-Umlaufbahn um 400 Meter erhöht

Credit:NASA

Koroljow,  20. September 2018 —   Die Flugbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag um 400 Meter angehoben worden. Dazu seien um 20.05 Uhr deutscher Zeit die Triebwerke des Service-Moduls Swesda für 17 Sekunden gezündet worden,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die Station umkreise die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe von 405,7 Kilometern.

Ziel der Bahnkorrektur sei es gewesen,  günstige ballistische Voraussetzungen für die Landung des Raumschiffes Sojus MS-08 sowie für den Start des Raumschiffes Sojus MS-10 zu schaffen,  die für Oktober geplant sind,  heißt es weiter.

© Gerhard Kowalski

Russland investiert bis 2021 rund 7,5 Milliarden Euro in die Raumfahrt

 

Moskau,  20. September 2018 —  Russland investiert in den kommenden drei Jahren umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro in die Raumfahrt. Das geht aus dem Haushaltsentwurf für die Branche bis 2021 hervor,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS. Dabei zeigen die Jahresquoten eine aufsteigende Tendenz.

Die Mittel sind für die weitere Umsetzung des Föderalen Weltraumprogramms (FKP) für die Jahre 2016-25 vorgesehen. Schwerpunkte in den kommenden drei Jahre sind dabei unter anderem die Entwicklung der Kosmodrome Wostotschny, Baikonur und Plessezk sowie der Bodeninfrastruktur des Satellitennavigationssystems GLONASS.

© Gerhard Kowalski

Sojus MS-09 setzt Flug fort und ist für eine normale Landung zugelassen

Moskau,  19. September 2018 —   Das Raumschiff Sojus MS-09,  bei dem ein Leck aufgetreten war, darf im Bestand der Internationalen Raumstation ISS verbleiben und ist auch für die normale Landung mit einer Besatzung zugelassen. Das hat der 1. Stellvertreter des Generalkonstrukteurs der RKK Energija,   Wladimir Solowjow,  dem Rat der Chefkonstrukteure,  die für das russische ISS-Segment verantwortlich zeichnen,  mitgeteilt. Die Station sei wieder voll hermetisch,  der Luftdruck in ihr im vorgeschriebenen Bereich.

Am 30. August war in der Orbitalsektion des Raumschiffes ein Loch entdeckt worden, das von einer Bohrung herrührte,  deren Ursachen noch gesucht werden.

(c)  Gerhard Kowalski