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ISS-Umlaufbahn zweimal angehoben

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  23. Januar 2020 —   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag gleich zweimal angehoben worden. Dazu wurden die Triebwerke des Frachtraumschiffes Progress MS-13  um 15.15 Uhr deutscher Zeit für 563 Sekunden und um 18.23 Uhr für 282 Sekunden gezündet,  teilte die GK Roskosmos mit. Danach umkreist die Station die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe zwischen 415,9 und 437,0 Kilometern.

Die Bahnkorrektur erfolgte, um optimale Bedingungen für das Flugpropramm der Raumschiffe Sojus MS-13Sojus MS-16 und Sojus MS-15 zu schaffen, wurde betont.

© Gerhard Kowalski

Russland und Kasachstan verzichten auf bemannte Starts vom Komplex Baiterek

Credit:Kazkosmos

Nur-Sultan,  23. Januar 2020 —   Kasachstan hat dem Vorschlag Russlands zugestimmt,  vom gemeinsamen Raumfahrtkomplexe Baiterek auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) keine bemannten Starts durchzuführen. Das hat der kasachische Minister für Digitalentwicklung,  Innovation sowie Luft- und Raumfahrtindustrie,  Askar Shumagalijew,  am Donnerstag in der Hauptstadt Nur-Sultan mitgeteilt. Dadurch würden die Kosten für die geplante Modernisierung des Komplexes gesenkt,  hieß es.

Ursprünglich sollten von hier die neuen russischen Raumschiffe mit schweren Angara-Trägerraketen ins All geschossen werden. Nunmehr wird der bestehende alte Zenit-M-Startkomplex auf die perspektivischen Mittelklasse-Raketen Sojus-5 und Sojus-6 umgerüstet.

© Gerhard Kowalski

Thomas Pesquet startet 2021 zum zweiten Mal zur ISS

Credit:ESA

Paris, 23. Januar 2020  —  Der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet fliegt im Sommer kommenden Jahres zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation ISS. Er werde wahrscheinlich im Juni oder Juli mit einer Crew Dragon-Kapsel von SpaceX oder einem Starliner von Boeing vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) starten,  sagte Pesquet vor der Kommission für Außenpolitik des französischen Parlaments. Die Mission,  die vor allem der Forschungsarbeit diene, werde von der Europäischen Weltraumorganisation ESA finanziert.

Pesquet war vom November 2016 bis Juni 2017 das erste Mal in der ISS. Er gehörte gemeinsam mit dem Russen Oleg Nowizki und der Amerikanerin Peggy Whitson der Besatzung des Raumschiffes Sojus MS-03 an, das vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) startete. Die ESA-Astronauten fliegen künftig nur noch in Zusammenarbeit mit der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit den neuen amerikanischen Raumschiffen zur Station.

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Russland:  Juri Borissow bleibt als Vizepremier im Amt –   Rogosin:  Neue Regierung hat keine direkten Auswirkungen auf GK Roskosmos

Credit:Regierung der RF

Moskau,  22. Januar 2020 —   Juri Borissow bleibt auch in der neuen russischen Regierung als Vizepremier für das Militär und die Raumfahrt zuständig. Wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist er in das Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Michail Mischustin übernommen worden.

Der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  erwartet indes keine direkten Auswirkungen der Regierungsumbildung auf die Arbeit seiner Raumfahrtbehörde, denn sie sei ja kein Teilnehmer der Regierung. Indirekte Auswirkungen gebe es jedoch schon,  sagte er auf die Frage nach möglichen Kaderveränderungen.

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Russlands Antwort auf OneWeb und Starlink erfordert allein Trägerraketen für knapp fünf Milliarden Euro

Moskau,  21. Januar 2020 –  Das von Präsident Waldimir Putin vor zwei Jahren in Auftrag gegebene Sfera-Programm als Antwort Russlands auf die westlichen Internetsatellitensysteme OneWeb und Starlink erfordert allein Raketentechnik im Umfang von umgerechnet 4,8 Milliarden Euro. Damit sollen bis 2030 bei 148 Starts 638 Satelliten ins All geschossen werden,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Sie beruft sich dabei auf das Ende 2019 von der GK Roskosmos vorgestellte vorläufige Programm für das Mammutvorhaben.

334 der Satelliten sollen Telekommunikations-, 55 Navigations- und 249 Erdfernerkungsaufgaben erfüllen,  heißt es weiter. Sie sollen mit 88 Sojus-2.1b-Mittelklasse-, 36 leichten Angara-1.2–  und 24 schweren Angara-A5-Trägerraketen in ihre Umlaufbahn geschossen werden.

Derzeit verfügt Russlands lediglich über 164 Satelliten,  92 davon sind ziviler Natur.

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US-Astronautinnen schließen Batterieaustausch an der ISS erfolgreich ab

Credit:GK Roskosmos

Houston,  20. Januar 2020 —  Die US-Astronautinnen Jessica Meir und Christina Koch haben am Montag den Austausch von Batterien an der Internationalen Raumstation ISS erfolgreich abgeschlossen. Beim dritten gemeinsamen Ausstieg montierten sie in sechs Stunden und 58 Minuten die letzten von 24 leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien. Sie ersetzen 48 alte Nickel-Wasserstoff-Sammler.

Es war dies der 226. Ausstieg in der Geschichte der ISS, der 6. von Koch und der 3. von Meir. Das Duo hatte im Oktober den ersten rein weiblichen Ausstieg in der Geschichte der Raumfahrt durchgeführt.

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Bridenstine:  NASA will nicht generell auf russische Zubringerdienste zur ISS verzichten

Credit:US-Kongress

New York,  20. Januar 2020 —  Trotz der bevorstehenden Wiederaufnahme der eigenen bemannten Flüge will die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA nicht generell auf russische Zubringerdienste zur Internationalen Raumstation ISS verzichten. Das wäre nicht vernünftig,  sagte NASA-Chef Jim Bridenstine anlässlich des erfolgreichen Tests des Rettungssystems des Crew Dragon von SpaceX. Es sei wichtig,  das Spektrum der Möglichkeiten für die weitere US-Präsenz in der Station zu erweitern. „Wir sind nicht bereit,  irgendwelche Korrekturen an dieser Front vorzunehmen.“

Bridenstine kündigte an,  bei den Russen zumindest einen weiteren Sojus-Platz kaufen zu wollen. Zuletzt hätten die Plätze 86 Millionen Dollar gekostet. Die Kosten für die Plätze in den Crew Dragons und den Starliners von Boeing beliefen sich auf 55 beziehungsweise 90 Millionen Dollar.

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Perfekter Test des Crew Dragon-Rettungssystems – Musk: Erster bemannter Start im 2. Quartal möglich

Credit:NASA

Cape Canaveral,  19. Januar 2020 —   Der Test des Rettungssystems des neuen bemannten US-Raumschiffes Crew Dragon von SpaceX ist am Sonntag perfekt verlaufen. Dazu wurde die schwere Trägerrakete Falcon 9 um 16.30 Uhr deutscher Zeit mit vollbetankter Erststufe vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) gestartet. Nach knapp eineinhalb Minuten,  als sich die Rakete in etwa 20 Kilometern Höhe befand,  wurden das Raumschiff mit zwei sensorengespickten Puppen an Bord vom Träger abgesprengt und das Rettungssystem mit seinen acht Retrodüsen aktiviert. Knapp fünf Minuten nach dem Start wurde das Fallschirmsystem ausgelöst. Zuerst wurden zwei Hilfs-  und kurz darauf die vier Hauptfallschirme entfaltet. An ihnen wasserte die Kapsel nach insgesamt gut neun Minuten im Atlantik rund 30 Kilometer vor der Küste Floridas.

Der Test wurde im Internet übertragen. Nach Ansicht von SpaceX-Chef Elon Musk ist das Raumschiff nunmehr mit Besatzung für den zweiten sogenannten Demonstrationsflug zur Internationalen Raumstation ISS bereit,  der im 2. Quartal möglich sei.  Der erste hatte im vergangenen Jahr unbemannt stattgefunden.

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Zeitfonds der Russen für wissenschaftliches Programm in der ISS leicht gesunken

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  18. Januar 2020  —  Die Verringerung der russischen ISS-Besatzung von drei auf zwei Mitglieder vor knapp drei Jahren hat zu einem leichten Rückgang des Zeitfonds für die wissenschaftliche Arbeit geführt. Er sank von 35 auf 27,9 Prozent der faktischen Arbeitszeit,  teilte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit. Spezialisten des Flugleitzentrums (FLZ) in Koroljow bei Moskau hätten das als „unwesentlich“  bezeichnet.

Russland hatte im April 2017 beschlossen,  in seinem Segment bis zum Start des neuen ISS-Moduls Nauka (Wissenschaft) nur zwei Kosmonauten arbeiten zu lassen. Das multifunktionale Labormodul,  dessen Start bereits mehrfach verschoben werden musste,  verfügt über umfangreiche wissenschaftliche Apparaturen und einen dritten Schlafplatz für die russische Besatzung. Es soll zusammen mit dem Wissenschaftlich-Energetischen Modul (NEM) und einem neuen Kopplungsmodul das russische Segment in den nächsten Jahren vollenden.

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Ariane 5 ECA bringt zwei Telekommunikationssatelliten ins All

Credit:Arianespace

Kourou,  17. Januar 2020 —   Eine Ariane 5 ECA-Trägerrakete hat am Donnerstagabend zwei Telekommunikationssatelliten ins All gebracht. Mit  EUTELSAT Konnekt und GSAT-30 an der Spitze stieg sie um 22.05 Uhr deutscher Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana auf. Auftraggeber sind Eutelsat und die indische Weltraumagentur ISRO.

Es war dies zugleich der erste von 22 in diesem Jahr in Kourou geplanten Starts,  wie die Betreibergesellschaft Arianespace mitteilte.

© Gerhard Kowalski