Archiv

Artikel

  • 2777002 Besucher

Russischer Wissenschaftler: Leonow und Armstrong hätten gemeinsam auf dem Mond landen können

Moskau,  20. Juli 2019 —   Der sowjetische Kosmonaut Alexej Leonow und US-Astronaut Neil Armstrong hätten im Juli 1969 gemeinsam auf dem Mond landen können,  wenn die UdSSR den Vorschlag von Präsident John F. Kennedy angenommen hätte,  ein gemeinsamen Mondprogramm zu verwirklichen. Diese Ansicht vertritt der russische Wissenschaftler Alexander Shelesnjakow. Im Sommer 1963 habe Kennedy wenige Monate vor seiner Ermordung „unerwartet“  der sowjetischen Regierung vorgeschlagen,  ein gemeinsames bemanntes Mondprogramm zu organisieren,  sagte das Mitglied der Ziolkowski-Raumfahrtakademie der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Mit dieser politischen Initiative habe Kennedy eine Vielzahl von Zielen verfolgt,  so die Verbesserung der Beziehungen zur UdSSR und die Verringerung der Kosten für das Apollo-Programm, betonte Shelesnjakow. Der Kreml aber habe dazu sehr lange geschwiegen. Erst etwa einen Monat später sei in der Parteizeitung Prawda die Möglichkeit einer solchen Zusammenarbeit abgelehnt worden. Wenig später habe Partei- und Regierungschef Nikita Chruschtschow gesagt: „Wir sind nicht schlechter als andere und landen auch ohne die Amerikaner auf dem Mond.“

© Gerhard Kowalski

DLR:  Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo setzt Probebetrieb fort

Credit:Astrium

Köln,  20. Juli 2019 —   Der Probebetrieb (Initial Services) des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo ist erfolgreich wiederhergestellt,  teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt  (DLR) in Köln mit. Galileo sei „von einem technischen Zwischenfall im Zusammenhang mit seiner Infrastruktur am Boden“  betroffen gewesen. Der Vorfall habe zu einer vorübergehenden Unterbrechung der global verfügbaren Galileo-Navigations-  und Zeit-Dienste mit Ausnahme des Galileo Such- und Rettungs-Service geführt.

Der technische Zwischenfall sei durch eine Fehlfunktion der Anlagen in den Galileo-Kontrollzentren entstanden, die die Zeit und Bahnvorhersagen berechnen und für das Prozessieren der Navigationsnachricht verwendet werden,  hieß es weiter. Die Störung habe verschiedene Elemente in den Kontrollzentren in Fucino (Italien) sowie am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen beeinträchtigt. Ein Team von Experten des Galileo Service Operators unter Führung der Spaceopal GmbH habe mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit der European GNSS Agency (GSA) sowie der Zulieferindustrie für die Bodensysteme und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA an der Behebung der Fehlfunktion gearbeitet. Aufgrund der technischen Komplexität des Systems und Analyse der Fehlerabhängigkeiten benötigten diese Anstrengungen mehrere Tage bis zur Bestätigung der Wiederaufnahme des Probebetriebs am 18. Juli.

Eine unabhängige Untersuchungskommission analysiere nun für die GSA und die EU-Kommission als programmverantwortliche Behörde die genaueren Umstände und Auslöser des Ausfalls, um das System in der Erprobungsphase kontinuierlich zu verbessern.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt 20. Juli:   Vor 50 Jahren gelang den Amerikanern die erste bemannte Mondlandung

Credit:NASA

Berlin,  20. Juli 2019 —   An diesem Samstag jährt sich die erste bemannte Mondlandung zum 50. Mal. Am 20. Juli 1969 um 21.17 Uhr mitteleuropäischer Zeit hatte die Mondfähre Eagle der Apollo 11-Mission mit den Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Mare Tranquillitatis aufgesetzt. Sechseinhalb Stunden später betraten die beiden Amerikaner als erste Menschen den Erdtrabanten,  während ihr Kollege Michael Collins ihn im Mutterraumschiff Columbia umkreiste.

Der Aufenthalt der beiden Männer dauerte knapp 22 Stunden,  dann kehrten sie mit 21,6 Kilogramm Mondgestein wieder in das Raumschiff zurück. Geschätzt 600 Millionen Menschen verfolgten rund um den Erdball das historische Unternehmen am Fernseher. Bis 1972 folgten noch weitere zehn Amerikaner dem Beispiel der beiden Weltraumpioniere.

Mit der Mondlandung wurde der Auftrag von Präsident John F. Kennedy vom 25. Mai 1961 erfüllt,  bis zum Ende des Jahrzehnts Amerikaner zum Mond zu schicken und wieder gesund auf die Erde zurückzuholen. Kennedys Auftrag war die unmittelbare Antwort der USA auf den Flug des Russen Juri Gagarin. Der hatte am 12. April 1961 als erster Mensch die Erde in einem Raumschiff umkreist,  nachdem die damalige Sowjetunion bereits 1957 als erstes Land der Welt einen künstlichen Erdsatelliten ins All geschossen hatte,  was bei den siegesgewohnten Amerikanern den berühmten Sputnik-Schock auslöste. Mit dem Apollo-Programm übernahmen die USA wieder die Führung in der Raumfahrt.

Die Sowjets selbst haben ab 1963 auch an einem allerdings streng geheimen bemannten Mondprogramm gearbeitet. Das scheiterte aber,  weil wegen interner Streitigkeiten keine geeignete Trägerrakete zur Verfügung stand. Erster Russe auf dem Mond sollte Alexej Leonow werden,  der 1965 auch als erster Mensch in den freien Weltraum ausgestiegen war.

© Gerhard Kowalski

Chinesisches Raumlabor Tiangong 2 gezielt zum Absturz gebracht

Peking,  19. Juli 2019 —   Das chinesische Raumlabor Tiangong 2 ist am Freitag gezielt zum Absturz gebracht worden. Die nicht in den dichten Schichten der Atmosphäre verglühten Teile des 8,6 Tonnen schweren Kolosses fielen um 15.06 Uhr deutscher Zeit im Südpazifik ins Meer,  meldete die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Station, die 30 Tage lang bemannt war, befand sich seit September 2016 auf der Umlaufbahn. Mit ihr sollten der Empfang von bemannten und Frachtraumschiffen,  die mittelfristige Arbeit von Taikonauten im All,  das Nachtanken und andere Techniken erprobt werden. Zudem wurden in ihr wissenschaftliche Experimente durchgeführt.

© Gerhard Kowalski

Russland und China wollen gemeinsam eine Mondstation errichten

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  19. Juli 2019 —   Russland und China haben erste Schritte für die gemeinsame Errichtung einer wissenschaftlichen Mondstation vereinbart. Zugleich wolle man die Zusammenarbeit bei der Erdfernerkundung ausbauen,  teilte die GK Roskosmos nach einer Sitzung der bilateralen Weltraumkommission in Moskau mit.

Einzelheiten wurden in dem Kommuniqué nicht genannt. GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte allerdings jüngst vorgeschlagen,  die für 2023 geplante Mondmission Luna-26 mit dem chinesischen Mondprogramm zu verbinden.

© Gerhard Kowalski

ESA vereinbart mit NASA Lieferung eines dritten Servicemoduls für den Mondflug

Paris,  18. Juli 2019 —   Die Europäische Weltraumorganisation ESA und die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA haben die Lieferung eines dritten Europäischen Servicemoduls (ESM) für das amerikanische Mondprogramm vereinbart. Wie die ESA in Paris mitgeteilt hat,  soll das Modul,  das in Bremen gebaut wird, das Orion-Raumschiff 2024 mit bis zu vier Astronauten zur geplanten Mondstation Lunar Gateway bringen. Von dort sollen zwei Astronauten mit einem Lander zum Südpol des Erdtrabanten fliegen und dort landen. Dabei soll nach dem Willen der NASA eine Amerikanerin als 13. Mensch den Mond betreten.

Die ESA hat bereits ein ESM an die NASA ausgeliefert,  das in diesem Monat noch mit der Orion-Kapsel verbunden wird, wie es in der Mitteilung heißt. Ein zweites ESM ist derzeit bei Airbus in Bremen im Bau. Es soll im kommenden Jahr an die USA ausgeliefert werden.

© Gerhard Kowalski

Isolations-Experiment SIRIUS-19 erfolgreich beendet

Credit:IMBP

Moskau,  19. Juli 2019 —   Vor dem Hintergrund des 50. Jahrestages der ersten bemannten Mondlandung ist am Mittwoch das Isolations-Experiment SIRIUS-19 (Scientific International Research In Unique Terrestrial Station) in Moskau erfolgreich beendet worden. Nach 122 Tagen kompletter Abschottung von der Außenwelt für eine fiktive Reise zum Erdtrabanten verließen sechs „Raumfahrer“ –  vier Russen und zwei Amerikaner –   im Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) das 550 Kubikmeter große Modul für die Simulation von Weltraumeinsätzen,  teilte das Institut mit.

„Nur durch biomedizinische Forschungen dieser Art werden künftige Reisen zu anderen Himmelskörpern möglich sein. Sechs dieser Experimente kommen aus Deutschland“,  betonte SIRIUS-Projektleiter Christian Rogon vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR war neben der französischen Raumfahrtagentur CNES unter der Leitung der russischen Raumfahrtagentur GK Roskosmos und der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA an der Studie beteiligt.

Das nächste Experiment von dann acht Monaten könnte Ende 2020 beginnen,  hieß es im IMBP.

© Gerhard Kowalski

 

 

 

GK Roskosmos,  Boeing und SpaceX führen Konsultationen zu Sicherheitsfragen durch

Moskau,  17. Juli 2019  —   Der russische Staatskonzern GK Roskosmos führt derzeit Konsultationen mit den US-Unternehmen Boeing und SpaceX über Sicherheitsfragen vor deren ersten bemannten Missionen zur Internationalen Raumstation ISS durch. Dabei gehe es vor allem um die Frage,  ob russische Kosmonauten mit den Raumschiffen Starliner und Crew Dragon sicher zur Station fliegen können,  zitieren Moskauer Medien den Pressedienst der  Raumfahrtagentur. Der Erstflug des Starliners werde nach der bisherigen Planung im August stattfinden.

Wie die GK Roskosmos betonte,  werde es bei den bevorstehenden Flügen keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen etwa für die Kopplungs-  und Abkopplungsmanöver geben.

© Gerhard Kowalski

ICARUS-Projekt-Koordinatorin Müller:   Die Testphase hat begonnen

Berlin,  16. Juli 2019 —   Die  Testphase  von ICARUS hat begonnen.  Der On-Bord-Computer des bislang technisch modernsten Projekts zur globalen Tierbeobachtung aus dem All in der Internationalen Raumstation ISS „hat angefangen zu arbeiten“,  teilte mir die Projekt-Koordinatorin Uschi Müller auf Anfrage mit. Allerdings musste er nach kurzer Zeit erst mal wieder ausgeschaltet werden,  da die Lüfter zu viel Strom zogen, fügte sie hinzu. „Die Lüfter müssen jetzt von den Kosmonauten händisch ausgeschaltet werden, um dann einer nach dem anderen wieder angeschaltet zu werden.“

Dadurch werde der Start des ICARUS-Gesamtsystems etwas verzögert, betonte die Koordinatorin.  Es gebe aber keinen Grund zur Besorgnis:  „Dafür testen wir ja.  Die ersten Flugversuche sind immer etwas schwierig.“

Leider könne sie im Moment noch keinen verbindlichen Termin für das erneute Anschalten des Computers nennen,  sagte Müller. „Doch wir sind überzeugt, dass dies in den nächsten Wochen geschehen wird.“  Die Testphase werde danach etwa vier Monate andauern, das heißt, der operationelle Betrieb sei für Spätherbst/Winter 2019 geplant.

Mit dem ICARUS-Projekt sollen global die Wanderbewegungen von Tieren erforscht werden. Im Fokus sind zunächst Kleintiere wie Vögel,  Fledermäuse oder Flughunde. Winzige an den Tieren angebrachte Sender sammeln Informationen über deren Wanderverhalten und funken sie zur ISS.

© Gerhard Kowalski

Neue indische Mondmission auf unbestimmte Zeit verschoben

Neu Delhi,  15. Juli 2019 —   Die indische Mondmission Chandrayaan 2 ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der für die Nacht zum Montag deutscher Zeit geplante Start der Trägerrakete GSLV Mark III mit der Sonde musste eine knappe Stunde vor dem Abheben abgebrochen werden,  teilte die Raumfahrtbehörde ISRO via Twitter mit. Ein exakter Grund dafür wurde bislang nicht genannt. Es hieß lediglich, es sei ein technisches Problem aufgetreten.

Die Sonde soll am Südpol des Mondes einen Rover absetzen,  um dort unter anderem nach Wasser zu suchen und den Boden mineralogisch zu erforschen. Chandrayaan 2 setzt das indische Mondprogramm fort,  das im Oktober 2008 mit Chandrayaan 1 begonnen hatte.

© Gerhard Kowalski