Rogosin protestiert gegen US-Visaverweigerung für russischen Kosmonauten

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 22. Januar 2022 – Der Generaldirektor der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, hat gegen die Weigerung der USA-Behörden  protestiert, dem russischen Kosmonauten Nikolai Tschub ein Einreisevisum zu erteilen. Das sei ein „gefährlicher Präzedenzfall für die Zusammenarbeit in der Internationalen Raumstation ISS“,  betonte er am Samstag auf Telegram und forderte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA auf, dazu Stellung zu beziehen.

Nach russischen Angaben ist die Visa-Verweigerung ohne Angabe von Gründen erfolgt.

Tschub gehört der Double-Mannschaft der 68. ISS-Stammbesatzung an, die mit dem Raumschiff Sojus MS-22 im September zur Station starten soll. Normalerweise nehmen die Kosmonauten für solche Missionen auch an einem Trainingskurs in den USA teil, um sich mit der Technik des US-Segments der ISS vertraut zu machen.

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Ukrainische Wissenschaftler erwägen Bau eines Kosmodroms am Schwarzen Meer

Kiew, 21. Januar 2022 – Ukrainische Wissenschaftler erwägen die Möglichkeit des Baus eines nationalen Kosmodroms. Wie die Agentur Ukrinform meldet,  könnte es am Schwarzen  Meer an der Grenze zwischen den Gebieten Odessa und Mykolajiw entstehen. Allerdings erfordere das Vorhaben eine Abstimmung mit der Türkei, da die ausgebrannte  zweite Raketenstufe auf deren Territorium fallen könnte.

Der Chef der Gebietsadministration von Odessa machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass man  bisher kein Kosmodrom gebaut habe, weil das Territorium der Ukraine zu dicht besiedelt sei. So dürfe in den mindestens 500 Kilometern der Aufstiegstrasse der Trägerraketen niemand wohnen. Zudem dürfe es jeweils 200 Kilometer links und rechts der Trasse keine volkswirtschaftlich wichtigen Objekte geben.

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Ungarn will erneut Kosmonauten ins All schicken

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New York, 20. Januar 2022 – Ungarn will erneut einen Kosmonauten ins All schicken. Das könne Mitte des Jahrzehnts in Zusammenarbeit mit Russland zur Internationalen Raumstation ISS geschehen, sagte Außenminister Peter Szijjarto der Nachrichtenagentur TASS in New York. Das gemeinsame Projekt werde beim Besuch von Ministerpräsident Viktor Orban am 1. Februar in Moskau erörtert.

Bertalan Farkas war 1980 im Rahmen des Interkosmos-Programms als erster Ungar mit einem sowjetischen Sojus-Raumschiff für eine Woche ins All geflogen.

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Russische Kosmonauten beenden erfolgreich 59. ISS-Außeneinsatz

Credit: GK Roskosmos

Moskau, 19. Januar 2022 – Die russischen Kosmonauten Anton Schkaplerow und Pjotr Dubrow haben am Mittwochmittag die Internationale Raumstation ISS für sieben Stunden und elf Minuten zu Außenarbeiten verlassen. Die Hauptaufgabe des nunmehr 59. russischen Ausstiegs aus der Station bestand in der weiteren Integration des neuen Kopplungsmoduls Pritschal (Anlegestelle) in das russische ISS-Segment. Dabei ging es um die Montage und Inbetriebnahme einer Antenne am passiven Annäherungssystem Kurs-P. Zudem brachten die Männer einen Handlauf zwischen dem Nauka– und dem Pritschal-Modul an und verlegten eine TV-Kamera.

Für Schkaplerow war das der dritte und für Dubrow der vierte Ausstieg ihrer Karriere.

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SpaceX startet 49 neue Starlink-Breitbandsatelliten (Update)

Credit: SpaceX

Cape Canaveral, 19. Januar 2022 – Der US-Konzern SpaceX hat am Mittwochmorgen deutscher Zeit 49 neue Starlink-Breitband-Satelliten ins All geschossen. Sie stiegen an der Spitze einer Falcon 9-Trägerrakete um 03:03 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  wurde auf der Homepage mitgeteilt.

Es war dies der 36. Start von SpaceX im Rahmen des Starlink-Programms seit Mai 2019. Die Zahl der Satelliten wurde damit auf 2.042 erhöht. Davon sind allerdings nur noch knapp 1.500 aktiv.

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Aschbacher: ESA für Verlängerung des ISS-Betriebs bis 2030

Credit: ESA

Paris, 18. Januar 2022 – Die Europäische Weltraumorganisation ESA befürwortet die Verlängerung des Betriebs der Internationalen Raumstation ISS bis zum Jahr 2030. Er hoffe, dass die Station ihre Arbeit bis zu diesem Datum fortsetzen werde, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz in Paris. Für die EU-Ministerratstagung im November werde ein entsprechender Vorschlag vorbereitet.

Die USA haben bereits beschlossen, sich bis 2030 in der ISS zu engagieren,  und erhoffen sich eine ebensolche Entscheidung von den anderen Partnern.

Russland denkt derzeit noch darüber nach, ob es dem US-Beispiel folgen soll. Dagegen ist bereits entschieden, dass Moskau ab 2025 eine eigene nationale Raumstation bauen wird. Ein Grund dafür ist auch der nicht mehr allerbeste Zustand des russischen ISS-Segments.

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Columbus-Modul nun an SpaceDataHighway angeschlossen

Credit: DLR

Köln, 18. Januar 2022 – Mit der Inbetriebnahme des Columbus Ka-Band Terminal (ColKa) ist das europäische Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS an den SpaceDataHighway angeschlossen worden. Die Antenne wurde von Airbus in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut und von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt, teilte das DLR am Montag in Köln mit.

„Die Hochgeschwindigkeitssatellitenverbindung beschleunigt den Datenverkehr nach Europa erheblich. Davon werden viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Experimenten profitieren – und zwar schon während der Cosmic Kiss-Mission  von Matthias Maurer und vor allem direkt danach unter der italienischen Astronautin Samantha Cristoforetti“, erklärte Volker Schmid, Cosmic Kiss-Missionsleiter in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Denn diese etwa kühlschrankgroße Antenne mache nun einen Datentransfer in Echtzeit zwischen der ISS und dem Columbus-Kontrollzentrum am Standort des DLR in Oberpfaffenhofen möglich, wo das ColKa-Terminal betrieben wird.

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China startet ersten Satelliten des neuen Jahres

Peking, 17. Januar 2022 – China hat am Montag seinen ersten Weltraumstart des neuen Jahres vollzogen. Der Experimentalsatellit Shiyan-13 stieg um 03:35 Uhr deutscher Zeit an der Spitze eines Langer Marsch-2D-Trägers vom Weltraumbahnhof Taiyuan in der Nordprovinz Shanxi auf, meldet die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua.

Es war dies der 406. Start einer solchen Trägerrakete. Im vergangenen Jahr hat China offiziell 55 Starts registriert.

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Raketenzentrum Chrunitschew stellt Produktion der Proton-M ein

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Moskau, 15. Januar 2022 – Das Staatliche Kosmische Wissenschafts- und Produktionszentrum (GKNPZ) M. W. Chrunitschew im Moskauer Vorort Fili stellt noch in diesem Jahr die Produktion der schweren Trägerrakete Proton-M ein. Derzeit würden hier die letzten vier Exemplare gefertigt, teilte der Konzern am Freitag mit. Dann werde sie von dem leistungsfähigeren und umweltfreundlicheren Nachfolger Angara-A5M abgelöst.

Die Proton-M würden noch vier Jahre lang eingesetzt, heißt es weiter. Der erste Angara-A5M-Start ist für 2024 vom Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet geplant.

Die Urfassung der Proton wurde als militärischer Träger entwickelt und erlebte ihren Erststart Mitte der 1960er Jahre. Mit ihr wurden von Baikonur in Kasachstan unter anderem alle wichtigen Elemente der sowjetischen und russischen Raumstationen gestartet.

Die Proton-M stieg im April 2001 das erste Mal auf. Sie kann 21 Tonnen Nutzlast auf eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Wegen ihres hochtoxischen umweltschädlichen Treibstoffs hat Kasachstan immer wieder ein Startverbot gefordert.

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67. ISS-Stammbesatzung bereitet sich auf ihren Start im März vor

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Moskau, 14. Januar 2022 – Die 67. Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS mit den russischen Kosmonauten Oleg Artemjew (auf dem Foto Mitte), Denis Matwejew (links) und Sergej Korssakow (rechts) bereitet sich derzeit intensiv auf ihren Start vor, der für März mit dem Raumschiff Sojus MS-21 geplant ist. Zum Programm der Mission gehören auch sechs bis sieben Ausstiege in den freien Raum, die vor allem der weiteren Integration des Moduls Nauka (Wissenschaft) gewidmet sind, teilte die GK Roskosmos am Freitag mit.

Mit dem Trio fliegt nach langer Zeit wieder einmal eine rein russische Besatzung zur Station. Bisher war immer noch ein Ausländer mit an Bord, vornehmlich Amerikaner.

Für Artemjew ist es die dritte Weltraummission, für Matwejew und Korssakow die jeweils erste.

Die 66. ISS-Stammbesatzung mit Anton Schkaplerow, Pjotr Dubrow (beide Russland) und Mark Vande Hei (USA) kommt mit Sojus MS-19 am 30. März wieder auf die Erde zurück. Dubrow und Vande Hei, die am 9. April 2021 gestartet waren, haben dann quasi ein ganzes Jahr auf der Umlaufbahn gearbeitet.

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