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DLR-Mikrolauncher-Wettbewerb: Drei Teams sind eine Runde weiter

Credit:G. Kowalski

Köln,  14. Juli 2020 —   Drei Teams sind beim Mikrolauncher-Wettbewerb des DLR Raumfahrtmanagements eine Runde weiter. Es handelt sich um HyImpulse Technologies aus Baden-Württemberg sowie IsarAerospace Technologies und Rocket Factory Augsburg aus Bayern, teilte der Jury-Vorsitzende Thomas Jarzombek als Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt am Montag mit. Alle drei Bewerber hätten mit ihren Vorschlägen in technischer, wirtschaftlicher und operationeller Hinsicht überzeugt. Sie erhalten nun jeweils 500.000 Euro für die weitere Ausarbeitung ihrer Konzepte bis zur Hauptrunde des Wettbewerbs im Frühjahr 2021.

Der Wettbewerb fördert deutsche Start-Ups, die Startdienstleistungen ins All kommerziell entwickeln und anbieten wollen, mit 25 Millionen Euro. Die drei Gewinner setzen dabei auf so genannte Mikrolauncher,  also kleine und moderne Trägerraketen mit einer Nutzlast von einigen hundert Kilogramm. Die Teams dürfen sich nun über das notwendige Unterstützungs-Schreiben („Letter of Support“) des DLR Raumfahrtmanagements freuen, mit dem sie im so genannten C-STS-Programm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA Aufträge erhalten werden.

© Gerhard Kowalski

 

Rogosin erteilt dem US-Mondprogramm eine Abfuhr –  Politischer Rundumschlag des russischen Raumfahrtchefs

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  13. Juli 2020 —   Der Generaldirektor der GK Roskomos,  Dmitri Rogosin,  hat dem US-Mondprogramm eine barsche Abfuhr erteilt. Das Programm sei auf die Bildung einer Art NATO im Weltraum ausgerichtet, in der Washington die führende Rolle spielt,  sagte er am Montag in einem Interview des Radiosenders Komsomolskaja Prawda. Russland sei damit nicht einverstanden und werde sich nicht daran beteiligen,  betonte er in einem politischen Rundumschlag.

Das Mondprogramm der USA sei jetzt mehr ein politisches Projekt,  betonte er. Dabei beobachte er ein Abgehen der amerikanischen Partner von jenen Prinzipien der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Unterstützung, die sich in der Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation ISS ergeben haben. Die Amerikaner betrachteten ihr Programm nicht als ein internationales ,  sondern als ein der NATO ähnliches Programm.

Rogosin äußerte sich auch in gewissem Sinne abschätzig über die bemannten Raumschiffe Crew Dragon von SpaceX und Starliner von Boeing. Sie seien zwar geräumiger und glamouröser als die russischen Sojus-Kapseln,  aber im Prinzip „analog unserem Großvater“. Das neue russische bemannte Raumschiff  Orjol könne im Unterschied zu den US-Neulingen nicht nur im erdnahen Raum operieren, sondern auch zum Mond fliegen.

Der GK Roskosmos-Chef kündigte ferner an,  dass Russland gemeinsam mit China eine Mondstation bauen wolle. Beide Länder seien auch bereit,  die USA einzuladen, sich daran zu beteiligen.

© Gerhard Kowalski

Sergej Koroljows Familie lädt SpaceX-Chef Musk nach Moskau ein

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  12. Juli 2020 —  Die Familie des legendären sowjetischen Raumfahrt-Chefkonstrukteurs Sergej Koroljow (1907-1966) hat den Chef des US-Konzerns SpaceX, Elon Musk, nach Moskau eingeladen. Die Familie verspreche,  ihm die „historischen Weltraumorte“  zu zeigen, sagte Koroljow-Enkel Andrej dem TV-Sender Swesda. Musk seinerseits habe die Familie am Freitag eingeladen,  seine SpaceX-Werke zu besichtigen und einem der bevorstehenden Starts beizuwohnen.

Während des rund 20-minütigen Telefonats habe seine Familie mit Musk über dessen Programme für Flüge zum Mond und zum Mars gesprochen,  teilte Andrej Koroljow weiter mit. Musk sei ein „großartiger Mensch“. „Er ist sehr ruhig,  angenehm im Umgang,  ohne jeglichen Snobismus und moralische Belehrungen.“

Zu dem Gespräch mit Musk war es gekommen,  nachdem Koroljows Familie dem Unternehmer in einem Brief zum erfolgreichen Start des Crew Dragon gratuliert hatte. Musk selbst hatte das Gespräch auf Twitter bekanntgegeben,  aber keine Einzelheiten genannt.

© Gerhard Kowalski

Verkehrte Welt: ISS-Flugbahn wurde um 900 Meter abgesenkt

Credit:NASA

Moskau,  11. Juli 2020 —  Normalerweise wird die Flugbahn der Internationalen Raumstation ISS immer angehoben. Doch am Samstag war es umgekehrt. Sie wurde um rund 900 Meter abgesenkt. Dazu wurden die Triebwerke des Frachtraumschiffs Progress MS-14 um 21:15 Uhr deutscher Zeit für fast drei Minuten gezündet. Danach umkreist die Station die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe von rund 418 Kilometern.

Die Absenkung hatte sich erforderlich gemacht,  weil die Bahn wegen eines Ausweichmanövers vor Weltraumschrott zuvor außerplanmäßig angehoben werden musste. Mit dem neuen Manöver wurden die günstigsten Bahnverhältnisse für den Start des Frachters Progress MS-15 und des bemannten Raumschiffs Sojus MS-17 am 23. Juli beziehungsweise am 14. Oktober hergestellt.

© Gerhard Kowalski

In nicht ganz privater Sache

Credit:G. Kowalski

Credit:G. Kowalski

Liebe Besucher meiner Homepage,

kurz vor dem ersten Todestag von Sigmund Jähn hat mir mein Hamburger Journalistenkollege Dirk Lorenzen eine freudige Überraschung bereitet. Er hat mir einen Brief mit einer individuellen Briefmarke mit dem Portrait des ersten Deutschen im All geschickt.

Ich gestehe,  nicht gewusst zu haben,  dass das möglich ist. Es hat funktioniert. Ich danke ihm für die ganz persönliche Würdigung von Sigmund Jähn,  der vom ganzen deutschen Astronautenkorps hoch geschätzt wird,  wie die bewegende Trauerfeier in seiner vogtländischen Heimat Morgenröthe-Rautenkranz gezeigt hat.

Und so sieht die Briefmarke aus.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Kowalski

Studie:  Der Mond ist fast 100 Millionen Jahre jünger als bisher angenommen

Credit:NASA

Köln,  11. Juli 2020 —  Der Mond ist fast 100 Millionen Jahre jünger als bisher angenommen. Das haben Planetengeophysiker um Maxime Maurice vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) herausgefunden, wie sie im Wissenschaftsmagazin Science Advances mitteilen. Der Mond entstand,  als ein marsgroßer Protoplanet bei der Kollision mit der jungen Erde  zerstört wurde. Die Wissenschaftler haben nun mit einem neuen numerischen Modell rekonstruiert, wann dies geschah: vor 4,425 Milliarden Jahren. Die bisherigen Annahmen für die Entstehung des Erdtrabanten gingen von 4,51 Milliarden Jahren aus,  also  85 Millionen Jahre früher als jetzt berechnet.

Über die Entstehungsgeschichte des Mondes herrscht unter Wissenschaftlern weitgehend Einigkeit. Allerdings konnten sie bis jetzt die Entstehung nicht genau datieren, da es keine von den Astronauten der sechs Apollo-Missionen und den drei robotischen sowjetischen Luna-Missionen zur Erde gebrachten Mondgesteine gibt, die das Entstehungsalter des Erdtrabanten direkt konservieren. Mithilfe einer neuen, indirekten Methode haben die Forscher vom DLR und der WWU rekonstruiert, wann der Mond entstanden ist. „Unsere Berechnungen zeigen, dass dies höchstwahrscheinlich ganz am Ende der Erdentstehung geschah“,  betonte Sabrina Schwinger, eine Co-Autorin der Studie.

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Japan steigt beim US-Artemis-Programm ein

Tokio,  11. Juli 2020 —   Japan steigt beim Artemis-Mondprogramm der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA ein. Wissenschafts- und Technologieminister Koichi Hagiuda habe mit NASA-Chef Jim Bridenstine eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.,  meldet Jiji Press. Sie sehe die Entsendung eines japanischen Teams auf den Mond vor,  heißt es darin.

Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen einer Videokonferenz. Bridenstine würdigte dabei die bedeutenden technologischen Erfahrungen Japans.

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Premiere der neuen chinesischen Feststoff-Trägerrakete misslungen

Peking,  10. Juli 2020 —   Der Jungfernflug der neuen chinesischen Feststoff-Trägerrakete Kuaizhou-11 ist am Freitag misslungen. Die Rakete sei zwar um 6:17 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Jiuquan in Nordwesten des Landes gestartet,  doch dann sei ein Fehler aufgetreten,  meldet die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Die Ursachen dafür würden derzeit untersucht.

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NASA plant zwei Ausstiege aus der ISS für Mitte Juli

Credit:NASA

Houston,  10. Juli 2020 —   Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA plant für Mitte Juli zwei weitere Ausstiege aus der Internationalen Raumstation ISS. Die Astronauten Bob Behnken und Chris Cassidy sollen dabei am 16. und 21. Juli die Montage der neuen Lithium-Ionen-Batterien am amerikanischen Segment fortsetzen,  wurde mitgeteilt. Die Batterien waren Ende Mai mit dem japanischen Frachtraumschiff HTV-9 auf die Umlaufbahn gebracht worden.

Seit Jahresbeginn haben bereits fünf Ausstiege nach dem NASA-Programm stattgefunden.

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China startet erfolgreich Telekommunikationssatelliten APSTAR-6D

Xichang,  9. Juli 2020 —   China hat am Donnerstag erfolgreich den kommerziellen Telekommunikationssatelliten APSTAR-6D gestartet. Er wurde mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-3B vom Weltraumbahnhof Xichang im Südwesten des Landes auf seine Umlaufbahn geschossen,  teilte die Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Der Satellit der China Academy of Space Technology stellt Breitband-Telekommunikationsdienste für Luft-, Schiffs-, Fahrzeug- und andere Anwendungen bereit. Es war dies der 339. Start einer Langer Marsch-Rakete.

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