Archiv

Artikel

  • 2347778 Besucher

US-Frachter Cygnus zur ISS gestartet – Deutsches Studenten-Experiment an Bord

Credit:NASA

Wallops Island,  17. November 2018 —   Ein US-Frachtraumschiff ist am Samstag zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Antares-Trägerrakete von Northrop Grumman mit Cygnus an der Spitze hob um 10.01 Uhr deutscher Zeit vom regionalen NASA-Weltraumbahnhof Wallops Island (Virginia) ab. Die Ankunft an der ISS ist für Montag geplant. Der Start musste zweimal wegen schlechten Wetters verschoben werden.

Cygnus hat 3,4 Tonnen Nachschub an Bord, darunter Lebensmittel und Verbrauchsmaterial sowie wissenschaftliche Experimente, mehrere CubeSats,  einen 3-D-Drucker und den deutschen Versuchsaufbau EXCISS.  Damit wollen Studenten der Universität Frankfurt die Entstehung von so genannten Chondren untersuchen. Diese spielen bei der Entstehung von Planeten eine Rolle. Dafür wird eine kleine Menge an Sandstaubpartikeln,  die sich in einer Glaskammer befindet,  Hochspannungsblitzen ausgesetzt. Mit einem Mikroskop wird beobachtet,  wie die Partikel dabei aufschmelzen und mit anderen zusammenklumpen. Zwei weitere Experimente des aktuellen Überfliegerwettbewerbs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)  befinden sich bereits auf der ISS.

Es ist dies der elfte Cygnus-Versorgungsflug zur Raumstation. Die erste Stufe des Antares-Trägers besteht aus zwei russischen RD-181-Triebwerken. Der Frachter wird etwa drei Monate lang an der ISS angekoppelt bleiben.

© Gerhard Kowalski

 

Russischer Frachter mit Nachschub auf dem Weg zur ISS

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  16. November 2018  —   Ein russisches Frachtraumschiff mit rund 2,5 Tonnen Nachschub an Bord ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Progress MS-10 stieg am Freitag um 19.14 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Sojus-FG-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) auf. Die Ankopplung ist für Sonntag um 20.29 Uhr geplant.

Eigentlich sollte der Frachter bereits am 30. Oktober zur ISS fliegen. Der Start musste aber verschoben werden,  weil am 11. Oktober die Sojus-FG-Trägerrakete des bemannten Raumschiffs Sojus MS-10 versagte. Die Raumfahrer Alexej Owtschinin (Russland) und Nick Hague (USA) überlebten das Unglück,  weil das Rettungssystem der Rakete perfekt funktionierte.

Inzwischen wurde der Fehler an der Sojus-Trägerrakete behoben. Die Rakete ist im Vorfeld des Freitagstarts dreimal unbemannt fehlerfrei geflogen –   zweimal vom russischen Kosmodrom Plessezk und einmal vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana.

© Gerhard Kowalski

Russkij kosmos:  Neue russische Raumfahrtzeitschrift

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  16. November 2018 —   Ab Januar erscheint eine neue Raumfahrtzeitschrift in Russland –  Russkij kosmos (Russischer Weltraum). Das Blatt,  das von der GK Roskosmos herausgegeben wird, tritt die Nachfolge der Zeitschriften Nowosti kosmonawtiki (Weltraumnachrichten) und Rossijskij kosmos (Russischer Weltraum –   mit einer älteren Form des Wortes russisch) an.

Hauptthema der Pilot-Ausgabe der neuen Zeitschrift ist der 20. Jahrestag der Internationalen Raumstation ISS,  deren Basismodul Sarja (Morgenröte) am 20. November 1998 gestartet wurde.

© Gerhard Kowalski

CIMON-Weltpremiere mit Alexander Gerst in der ISS

Credit:DLR

Köln,  16. November 2018  —  Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst hat am gestrigen Donnerstag seinen neuen künstlichen Mitbewohner CIMON (Crew Interactive Mobile CompanioN) in der Internationalen Raumstation ISS in Betrieb genommen. Die Weltpremiere habe 90 Minuten lang gedauert,  teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitag in Köln mit. Ihr seien zahllose Software-Uploads und -Updates sowie Tests vorausgegangen.

Nachdem Gerst seinen künstlichen Helfer aus seiner Box im Columbus-Modul der ISS geholt hatte, habe er ihn mit den Worten „Wach auf,  CIMON!“  geweckt und prompt die Antwort bekommen: „Was kann ich für Dich tun?“,   heißt es in der Pressemitteilung. Nach diesem ersten „Small Talk“  habe Gerst CIMON frei schweben lassen –   zunächst noch ferngesteuert vom Boden. Damit sei das so genannte „Guidance,  Navigation and Control“-System in Betrieb genommen worden.

Bei der autonomen Navigation sei CIMON in der Lage gewesen, das Gesicht von Gerst zu suchen und Augenkontakt zu ihm aufnehmen. Als Demonstration seiner Assistenzfähigkeiten habe CIMON auf seinem „Gesicht“, einem Display in der Mitte der Kugel, die Anleitung für ein Schüler-Experiment zur Kristallbildung gezeigt und einen Musiktitel abgespielt. Er habe zudem mit seinen integrierten Kameras ein Video und ein Foto von Gerst aufgenommen.

CIMON ist ein in Deutschland entwickeltes und gebautes Technologie-Experiment mit Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung und Effizienz-Steigerung der Arbeit von Astronauten. CIMON kann Informationen, Anleitungen zu wissenschaftlichen Experimenten und Reparaturen darstellen und erklären. Ein Vorteil ist, dass der Astronaut beide Hände frei hat durch den sprachgesteuerten Zugriff auf Dokumente und Medien. Weitere Anwendungen sind etwa die Nutzung als mobile Kamera zur Einsparung von Astronauten Crew-Zeit. Vor allem Routineaufgaben können durch CIMON erledigt werden, wie etwa die Dokumentierung von Experimenten, die Suche nach Objekten und die Inventarisierung.

(c) Gerhard Kowalski

DLR entwickelt wiederverwendbares Raketentriebwerk für Kleinsatelliten

Köln,  16. November 2018  —   Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein wiederverwendbares Raketentriebwerk speziell für den Start von Kleinsatelliten entwickelt. Das Raketentriebwerk besteht aus zwei zentralen Komponenten: einem metallischen Einspritzkopf realisiert mittels 3D-Druck und einer keramischen Brennkammer,  teilte das DLR in Köln mit.

In den nächsten Jahren sollen hunderte Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn befördert werden. Im Zuge des EU-Projekts SMILE (Small Innovative Launcher for Europe) haben deshalb Forscher am DLR-Institut für Bauweisen und Strukturtechnologie dieses Triebwerk speziell für den Start solcher Satelliten entwickelt und in ersten Versuchen erfolgreich getestet. An dem Projekt sind 14 europäische Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt.

© Gerhard Kowalski

SpaceX startet erfolgreich Kommunikationssatelliten aus Katar

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  16. November 2018 —  Das US-Unternehmen SpaceX hat am späten Donnerstagabend deutscher Zeit erfolgreich einen Kommunikationssatelliten aus dem Emirat Katar gestartet. Die Falcon 9 mit Es´hail 2 an der Spitze stieg vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf.

Die Erststufe des Trägers kehrte unversehrt auf eine schwimmende Plattform im Atlantik zurück. Sie war bereits einmal eingesetzt worden und steht nun für eine dritte Mission bereit,   wie das Unternehmen mitteilte.

Der Start war der 18. von SpaceX in diesem Jahr. Bis zum Jahresende stehen noch weitere vier Starts bevor.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:   30 Jahre Buran

Credit:GK Roskosmos

Credit:RKK Energija

Berlin,  15. November 2018 —   Russland begeht am heutigen  Donnerstag den 30. Jahrestag des ersten und zugleich letzten Fluges seiner Raumfähre Buran (Schneesturm). Am 15. November 1988 umkreiste der Shuttle,  der vom Kosmodrom Baikonur mit einer Energija-Trägerrakete gestartet wurde,  automatisch die Erde in 205 Minuten zweimal und landete wie ein Flugzeug auf dem Flughafen Jubilejny des Weltraumbahnhofs. Die weltweit einzige computergesteuerte Mission dieser Art ging ins Guinness-Buch der Rekorde ein.

Nach dem Flug wurde das Prestigeobjekt,  das bemannt fortgesetzt werden sollte,  aus Mangel an Geld und Nutzlasten eingestellt. An ihm waren 1.286 Unternehmen und Organisationen sowie 86 Ministerien und Behörden beteiligt. Die Gesamtkosten betrugen 16,4 Milliarden Rubel. Insgesamt waren 2,4 Millionen Menschen involviert,   davon mehr als eine Million direkt.

Auch heute profitiert Russland noch von den zahlreichen Entwicklungen und neuen Materialien des Buran-Programms. So findet der Wärmeschutz der Raumfähre Verwendung beim neuen bemannten Raumschiff Federazija, wie die Wissenschaftliche Produktionsvereinigung (NPO)  Molnija mitteilte.

© Gerhard Kowalski

 

NASA-Chef Bridenstine lobt Verhältnis zu Russland über den grünen Klee

Ottawa,  15. November  2018 —  Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  ist des Lobes voll über das Verhältnis zum russischen Partner.  Das Zusammenwirken der USA und Russlands im Weltraum sei heute das engste in der Geschichte ,  sagte Bridenstine,  am Mittwoch (Ortzeit) bei einem Arbeitsbesuch in Ottawa.

Manchmal gestalteten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern auf der Erde nicht gut, und es gebe alle möglichen Streits am Boden,  fügte er hinzu. Doch wenn es um die Weltraumforschung, um Entdeckungen,  die Wissenschaft und die Erschließung des Alls gehe,  „dann waren die Beziehungen zwischen der GK Roskosmos und der NASA noch nie so stark wie jetzt. Und wir wollen,  dass sie so stark bleiben.“

© Gerhard Kowalski

Russland plant unbemannte Mondstation

Credit:NASA

Moskau,  14. November 2018 —  Russland plant auf dem Mond die Errichtung einer langlebigen Forschungsbasis. Sie werde unbemannt sein,  aber besucht werden können,  teilte der Chef des Staatskonzerns GK Roskosmos, Dmitri Rogosin,  mit. Von der Basis aus solle der Erdtrabant mit „Roboter-Automaten“  untersucht werden, wie die Russen es nennen.

Wann die Station fertig sein soll,  sagte Rogosin nicht. Nach den bisherigen Vorstellungen soll 2030 die erste bemannte russische Mondlandung stattfinden. In der Basis soll unter anderem festgestellt werden,  inwieweit sich Mondgestein als Material für 3-D-Drucker eignet und Helium-3 als Grundlage für Raketentreibstoff genutzt werden kann.

© Gerhard Kowalski

NASA-Chef Bridenstine kommt nicht zum ISS-Jubiläum nach Moskau

Credit:ZPK

Washington,  13. November 2018 —  Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine, kommt nicht zu einer Konferenz nach Moskau,  die dem 20. Jahrestag der Internationalen Raumstation ISS gewidmet ist. An der Konferenz, die für den 19. und 20. November geplant ist,  werde der Leiter des Departements für bemannte Flüge, William Gerstenmaier,  teilnehmen,  sagte eine NASA-Sprecherin der Moskauer Nachrichtenagentur TASS.

Bridenstine sei erst vor kurzem in Russland gewesen,  hieß es zur Begründung der Absage. (Hinweis:  er erlebte am 11. Oktober in Baikonur (Kasachstan) auch den Fehlstart von Sojus MS-10). Er sei aber stets offen, Moskau zu besuchen.

Der russische ISS-Basisblock Sarja war am 20. November 1998 gestartet worden.

©  Gerhard Kowalski