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Peking und Moskau vertiefen Zusammenarbeit in der Raumfahrt – Zweites chinesisches Weltraummodul startet Mitte September

Credit:GK Roskosmos

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Peking,  26. Juni 2016 —  Russland und China haben die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in der Raumfahrt beschlossen. Der entsprechende Vertrag wurde am Samstag während eines Besuches von Präsident Wladimir Putin in Peking unterzeichnet,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Der Vertrag bildet die rechtliche Grundlage für  die Zusammenarbeit im Bereich des Triebwerkbaus und der Trägerraketen,  wurde betont. Zugleich wollen beide Seiten  nach neuen Formen des Zusammenwirkens suchen,  die über die bisherigen Vereinbarungen von 1992 hinausgehen.

Inzwischen hat Peking mitgeteilt,  dass das zweite Weltraummodul Tiangong-2 Mitte September gestartet werden soll. Es besteht aus zwei Segmenten,  von denen eines druckbeauflagt ist.  In ihm sollen die Taikonauten leben und arbeiten. Im anderen würden die Sonnenbatterien,  die Akkumulatoren,  der Treibstoff und die Triebwerke untergebracht. Mit dem Modul sollen die Technologien für die künftige Raumstation getestet werden.

Bereits Mitte Oktober wird das bemannte Raumschiff Shenzhou-11 zu dem Modul fliegen. Die Besatzung sei bereits ernannt. Sie werde rund 30 Tage in dem Modul bleiben.

© Gerhard Kowalski

China startet erfolgreich neue Trägerrakete Langer Marsch-7 (Update)

Credit:Xinhua

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Peking, 25. Juni 2016 —  China hat am Samstag erfolgreich seine neue Trägerrakete Langer Marsch-7 gestartet. Die Rakete habe vom neuen Weltraumbahnhof Wenchang in der südlichen Provinz Hainan abgehoben,  teilte die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua in Peking mit.

Die Nutzlast,  das Wiedereintrittsmodul eines Mehrzweckraumschiffes, habe sich nach rund zehn Minuten von dem Träger gelöst und sei in eine ovale Umlaufbahn zwischen 200 und 394 Kilometern Höhe eingeschwenkt,  hieß es in der Mitteilung. Das Modul ist  am Sonntagnachmittag (Ortszeit)  in einer Wüste in der Inneren Mongolei zur Erde zurückgekehrt.

Die neue zweistufige Mittelklasse-Rakete, die für die Versorgung der künftigen chinesischen Raumstation vorgesehen ist, kann 13,5 Tonnen Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit und 5,5 Tonnen in eine sonnensynchrone Bahn in 700 Kilometern Höhe befördern.

© Gerhard Kowalski

U.S. Navy startet neuen MUOS-Navigationssatelliten

Credit:NASA

Credit:NASA

Cape Canaveral,  24. Juni 2016 —  Die U.S. Navy hat am Freitag den fünften Satelliten ihres MUOS-Navigationssystems gestartet. Die Atlas 5-Trägerrakete stieg um 16.30 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf, teilte die United Launch Alliance (ULA) mit. Damit sei das Mobile User Objective System nunmehr komplett.

Es war dies der erste Atlas 5-Start nach dem Zwischenfall beim Start des Cygnus-Raumschiffes vom März zur Internationalen Raumstation ISS. Damals hatte sich das russische RD-180-Triebwerk der ersten Stufe wegen eines Problems im Treibstoffsystem früher als geplant abgeschaltet. Die zweite Raketenstufe hatte jedoch den Fehler durch eine längere Zündungsdauer kompensiert.

(c) Gerhard Kowalski

Ex-NASA-Manager will private Raumstation bauen

Credit:NASA

Credit:NASA

Paris,  24. Juni 2016 —  Der Ex-Programmdirektor der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA für die Internationale Raumstation ISS, Mike Suffredini, will eine private Raumstation bauen. Es gehe um eine „Plattform im niedrigen Erdorbit als Ablösung für die ISS“,  sagte der Manager, der zu den Gründern der Unternehmens Axion Space gehört, das speziell dafür ins Leben gerufen wurde, der Raumfahrtzeitung SpaceNews.

In der ersten Etappe soll ein kommerzielles Modul gebaut werden, das an die ISS angedockt wird. Nach dem Ende der ISS soll es dann als Basis für die neue Station dienen.

Axiom Space will das Modul 2020-2021 zur ISS schicken. Die Gespräche darüber mit der NASA hätten bereits begonnen,  heißt es.

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Chrunitschew-Generaldirektor Kalinowski: Die Proton-Rakete muss noch bis mindestens 2025 durchhalten

Logo ChrunitschewMoskau,  24. Juni 2016 —  Das erklärte Ziel von Präsident Wladimir Putin, sich mit dem Bau des neuen Kosmodroms Wostotschny im Amur-Gebiet in der Raumfahrt von Kasachstan unabhängig zu machen, liegt noch in weiter Ferne.  Derzeit können von Wostotschny lediglich die mittleren Sojus-Träger aufsteigen – und das generell unbemannt. Nach der Premiere Ende April ist der zweite Start erst im kommenden Jahr vorgesehen. Ab 2018 soll hier der Normalbetrieb mit sechs bis acht Starts pro Jahr aufgenommen werden.

Der schwere Angara-Träger, für den jetzt in Wostotschny die Startrampe gebaut wird, kommt frühestens 2021 unbemannt und 2023 bemannt zum Einsatz,  und zwar mit dem neuen  Raumschiff Federazija als Sojus-Nachfolger.

Das bedeutet auch,  dass die schwere Proton-Rakete, die nur von Baikonur in Kasachstan aufsteigen kann, noch mindestens bis 2025 durchhalten muss, wie der Generaldirektor des Herstellerwerkes GKNPZ Chrunitschew,  Alexej Kalinowski, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte. Danach werde es aber kompliziert,  da der dortige Startkomplex,  der schon Jahrzehnte auf dem Buckel hat, „einer ständigen physischen Alterung“ unterliege.

Um die Proton für die kommenden kommerziellen Aufgaben fit zu machen, habe man inzwischen auch einen Konstruktionsfehler behoben,  der unter anderem im Mai 2015 zum Absturz mit einem mexikanischen Satelliten geführt hatte. Als Ursache stellten sich starke Vibrationen einer Welle in einem Steuerungstriebwerk der dritten Raketenstufe heraus.

Zudem wird Kalinowski zufolge auch die Vermarktungsstrategie verändert. So sollen die Raketen stärker den Nutzlastanforderungen der Auftraggeber angepasst werden.  Außerdem werde man flexibler mit den Preisen umgehen und auch die Startfolge nach der Dringlichkeit regeln.

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Startplatz für neue Angara-Rakete in Wostotschny heißt „Amur“

Credit:Roskosmos

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Moskau,  23. Juni 2016 —  Der Ort für die bemannten Starts der neuen russischen Trägerrakete Angara in Wostotschny steht nun fest: Er liegt in der Nähe der Ende April eingeweihten Sojus-Rampe,  deren Infrastruktur für die jetzt in Angriff genommene zweite Etappe des neuen Kosmodroms im Amur-Gebiet teilweise mitgenutzt werden soll. Der neue Startplatz wird indes überraschenderweise nicht wie üblich nach der Rakete benannt, sondern heißt Amur.

Damit wolle man sich vom Militärkosmodrom Plessezk im Norden Russlands abgrenzen,  wo es bereits eine Angara-Rampe gebe, sagte der Generaldirektor des Herstellerwerkes GKZ Chrunitschew,  Andrej Kalinowski, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Donnerstag zur Begründung. In Wostotschny würden künftig verschiedene neue  Angara-Modifikationen für den Staatskonzern GK Roskosmos bemannt starten. Der erste Start sei für 2023 geplant.

Kalinowski kündigte ferner an, dass die Produktionsvereinigung PO Poljot in Omsk Ende Juni die Montage von Raketen-Teilen nach neuesten Technologien aufnehmen werde. Das Werk, das einmalig in Russland sei,  werde bereits im zweiten Halbjahr mit dem Bau von dritten und vierten Angara-Stufen beginnen. Dabei werde die Produktion „nicht schlechter als die von Elon Musk sein“, der mit seinem Privatunternehmen SpaceX  in den USA die Konkurrenz-Rakete Falcon 9 fertigt.

© Gerhard Kowalski

US-Frachter Cygnus östlich von Neuseeland in der Atmosphäre verglüht

Credit:Orbital ATK

Credit:Orbital ATK

Houston,  22. Juni 2016 —  Der private US-Frachter Cygnus,  der vor einer Woche von der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt hat, ist am Mittwoch östlich von Neuseeland in den dichten Schichten der Atmosphäre verglüht. Die Mission sei um 15.29 Uhr deutscher Zeit erfolgreich beendet worden,  teilte das Betreiberunternehmen Orbital ATK mit.

In der zurückliegenden Woche war in dem mit Müll beladenen Frachter erfolgreich das Experiment Saffire-1 in einer gleichnamigen Anlage durchgeführt worden. Dabei wurde ein „Mega-Feuer“  entfacht,  bei dem bei „superhohen Temperaturen“  ein 100 mal 40 Zentimeter großes Glasfasergewebeteil verbrannt wurde.  Während des ferngezündeten Feuers habe das Raumschiff rund 2.800 Kilometer zurückgelegt, hieß es.

Nach Auskunft von NASA-Experten war dies das bisher größte Experiment dieser Art im All. Bislang habe man nur ein Stück Papier oder Gewebe von der Größe einer Kreditkarte verbrannt.

In diesem Jahr sollen noch weitere zwei solcher Experimente folgen. Beim zweiten will man untersuchen, wie sich eine mit Sauerstoff angereicherte Atmosphäre auf die Brennbarkeit verschiedener Gegenstände auswirkt. Beim dritten Versuch soll ein noch größeres Feuer entfacht werden.

Der Frachter, der Ende März rund 3,5 Tonnen Nachschub und wissenschaftliche Geräte zur ISS gebracht hatte,  setzte zudem noch fünf Kleinsatelliten aus.

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Feuerdetektionssatellit BIROS erfolgreich ins All gestartet

Logo DLRKöln, 22. Juni 2016 —  Der Kleinsatellit BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) ist am Mittwoch vom indischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre an Bord einer PSVL-Trägerrakete (Polar Satellite Launch Vehicle) – zusammen mit 19 weiteren Satelliten – erfolgreich ins All geschossen worden. Der Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll in 515 Kilometern Höhe Hochtemperaturereignisse auf der Erde aufspüren.

Dabei wird der kühlschrankgroße Satellit aber nicht allein arbeiten,  wie das DLR mitteilte. Bereits seit Juli 2012 befinde sich sein „Brudersatellit“ TET-1 (Technologie-Erprobungsträger) im Orbit und halte  Ausschau nach Waldbränden. Gemeinsam bilden die beiden Satelliten die Mission FireBIRD (Fire Bispectral InfraRed Detector) – eine Mission zur Feuerfernerkundung. Neben Waldbränden sollen auch vulkanische Aktivitäten, Gasfackeln oder Industrie-Hotspots beobachtet und dokumentiert werden.

„Mit seinen sensiblen Kamerasystemen ist BIROS in der Lage, wertvolle Daten zur Veränderung der Oberflächentemperatur zu liefern“, betonte der Direktor des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme, Heinz-Wilhelm Hübers. „Zugleich erhoffen wir uns auch Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen die durch Verbrennung entstehenden Aerosole auf das Wetter und Klima haben können, um somit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

© Gerhard Kowalski

 

Russland plant Mondstation für 12 Bewohner – Zielvorstellung: Mitte des Jahrhunderts

 

Credit:NASA

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Moskau, 22. Juni 2016 —  Ungeachtet seiner finanziellen Probleme plant Russland den Bau einer Mondstation für bis zu 12 Bewohner. Dabei stütze sich das Zentrale Wissenschaftliche Forschungsinstitut des Maschinenbaus (ZNIImasch) auch auf Projekte aus der Sowjetzeit,  meldet die Moskauer Zeitung Iswestija unter Berufung auf die Pressechefin des Instituts, Olga Sharowa.  Der Ort sei aber noch nicht ausgewählt worden. Die Mehrzahl der Vorschläge tendiere jedoch zum Südpol des Erdtrabanten.

Die Idee zum Bau der Station und zur Erkundung der Möglichkeit des Abbaus von Bodenschätzen geht auf ein Mondprogramm zurück, das von der Akademie der Wissenschaften, von Betrieben des Raumfahrtstaatskonzerns GK Roskosmos und von der Staatlichen Moskauer Universität (MGU) vorbereitet wurde, betont das Blatt. Als Termin für die Umsetzung werde die Mitte dieses Jahrhunderts angepeilt.

© Gerhard Kowalski

Rogosin: Erste Bauetappe von Wostotschny muss bis Ende Oktober abgeschlossen werden

Credit:GK Roskosmos

Credit:GK Roskosmos

Wostotschny,  21. Juni 2016 —  Die erste Bauetappe des neuen russischen Kosmodroms Wostotschny im Amur-Gebiet soll nach einer Weisung von Vizepremier Dmitri Rogosin bis zum 31. Oktober abgeschlossen werden. Der Generalauftragnehmer Spezstroj müsse deshalb alle Kräfte mobilisieren,um bis dahin alle geplanten Objekte auf dem Weltraumbahnhof fertigzustellen,  betonte der für das Militär und die Raumfahrt zuständige Politiker bei einem Besuch vor Ort. Er kritisierte,  dass in letzter Zeit das Bautempo an dem Schlüsselprojekt Moskaus erheblich abgenommen habe.

Mit Wostotschny will sich Russland von Baikonur unabhängig machen. Das traditionsreiche Kosmodrom, von dem heute die bemannten Raumschiffe zur Internationalen Raumstation ISS starten,  liegt seit dem Zerfall der UdSSR auf dem Territorium Kasachstans. Bei der Einweihung von Wostotschny Ende April war lediglich das sogenannte Startminimum für die Sojus-Trägerrakete fertig.

Inzwischen hat in Wostoschny der Bau der zweiten Etappe begonnen. Dabei geht es um die Schaffung der Infrastruktur für den Start der neuen Angara-A5–und Feniks-Träger. Sie soll 2021 zur Verfügung stehen. Für 2023 ist der erste bemannte Start des neuen Raumschiffes Federazija mit einer Angara geplant.

© Gerhard Kowalski