Archiv

Artikel

  • 1874748 Besucher

USA starten erfolgreich Militärsatelliten

Cape Canaveral,  20. Januar 2018 –    Die  USA haben in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit einen Militärsatelliten gestartet. Die schwere Atlas V-Trägerrakete mit GEO 4 an der Spitze stieg um 1.48 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  teilte die U.S. Air Force mit. Es war dies der 75. Start einer Atlas V insgesamt und der erste in diesem Jahr.

Der rund 4,5 Tonnen schwere Satellit gehört zum Space Based Infrared System (SBIRS) und dient der Überwachung von Raketenstarts. Er wurde wie auch seine drei Vorgänger vom Konzern Lockheed Martin gebaut und soll eine Funktionsdauer von etwa zwölf Jahren haben.

© Gerhard Kowalski

Jeanette Epps steigt aus  –  Alexander Gerst und Sergej Prokopjew fliegen nun mit Serena Aunón-Chancellor zur ISS

Credit:GK Roskosmos

Houston,  19. Januar 2018 —  Fliegender Wechsel in der Mannschaft von Sergej Prokopjew (Russland) und Alexander Gerst (ESA/Deutschland):   Die US-Astronautin Jeanette Epps ist kurzfristig aus persönlichen Gründen ausgestiegen und ins NASA-Kontrollzentrum nach Houston (Texas) zurückgekehrt,  teilte die Luft-  und Raumfahrtbehörde mit. Ihren Platz nimmt jetzt im Juni Serena Aunón-Chancellor ein.

Aunón-Chancellor ist studierte Ingenieurin und promovierte Medizinerin. Sie kam 2006 zur NASA. Bevor sie Astronautin wurde, unterwies sie ISS-Besatzungen mehr als neun Monate lang in Russland in medizinischen Fragen.

Jeanette Epps wäre die erste Afroamerikanerin in der ISS gewesen. Bevor sie zur NASA kam,  hatte sie sieben Jahre lang bei der CIA als Spezialistin für die wissenschaftlich-technische Aufklärung gearbeitet. Eine spätere Weltraummission für Epps wird nicht ausgeschlossen.

© Gerhard Kowalski

Sauerstoff und Nahrung für Astronauten –   DLR unterstützt  biologisches Weltraumexperiment

 

Credit:DLR

Köln,  19. Januar 2018 — Auf der Internationalen Raumstation ISS wird aktuell das Wachstum von Bakterien untersucht,  die in der Lage sind,  Sauerstoff und essbare Biomasse zu produzieren. Entwickelt wurde das Experiment von Mikrobiologen des belgischen Studiencentrums für Kernenergie (SCK-CEN) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR),  teilte das DLR in Köln mit.

Die Versorgung von Astronauten mit frischen Lebensmitteln und Sauerstoff ist eine der wichtigsten Herausforderungen für bemannte Langzeitmissionen,  etwa zum Mars. Alles,  was unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit produziert werden kann,  spart Platz,  Gewicht und trägt auch zur Sicherheit von Weltraummissionen bei.

Eine Arbeitsgruppe um die belgische Biologin Natalie Leys sieht in dem Bakterium Arthrospira einen vielversprechenden Kandidaten für den Einsatz im Weltall. Bei dem gleichnamigen Experiment handelt es sich um ein mit Algen verwandtes Cyanobakterium,  welches Sauerstoff und Biomasse produzieren kann. Das macht diese Bakterien interessant für Lebenserhaltungssysteme,  da sie CO2 und Nitrat zu Sauerstoff und großen Mengen Biomasse umwandeln können. Durch ihren hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren sind Cyanobakterien der Gattung Spirulina schon als Nahrungsergänzungsmittel auf der Erde bekannt.

Bevor Arthrospira auf den Speiseplan der Astronauten kommt,  müssen jedoch umfangreiche Testreihen durchlaufen werden. Ein vorläufiger Höhepunkt sind dabei die Experimente im Biolab der ISS,  die im Auftrag der ESA auf der Raumstation durchgeführt werden. Experimentaufbau und -ablauf wurden gemeinsam mit der Abteilung Gravitationsbiologie des DLR-Instituts  für Luft- und Raumfahrtmedizin  entwickelt. Die Durchführung der Experimente auf der Raumstation liegt beim DLR-Raumfahrtnutzerzentrum in Köln.

Die Bakterien wurden in speziell vorbereiteten Behältern am 15. Dezember 2017 mit SpaceX-13 zur ISS gebracht und dort von den Astronauten in das Biolab-Forschungslabor eingebaut. Durch Zugabe eines Nährmediums und Licht wurde das Wachstum der Bakterien bei  einer Temperatur von 33 Grad Celsius eingeleitet. Über einen Zeitraum von sieben Tagen wurden verschiedene Parameter gemessen. Am Ende der Inkubationszeit werden Bakterien für spätere Analysen auf der Erde „geerntet“,  chemisch fixiert und eingefroren.

Ein kleiner Teil der Probe wird mit frischem Nährmedium versehen und dient somit als „Startkultur“für eine weitere siebentägige Inkubation. Erste Telemetriedaten zeigen,  dass es den Cyanobakterien im All gut geht:  Sie sind photosynthetisch aktiv und produzieren Sauerstoff. Insgesamt wird das Experiment viermal wiederholt. Die fixierten Proben sowie eine lebende Probe kehren mit einer Dragon-Kapsel des US-Unternehmens SpaceX zur Erde zurück.

© Gerhard Kowalski

Vizepremier Rogosin:  Russlands Raumfahrt hängt finanziell nicht von US-Einkäufen ab

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  19. Januar 2018 —  Russlands Raumfahrt ist finanziell nicht von den Triebwerkskäufen der Amerikaner abhängig. Mit diesen Worten wies Vizepremier Dmitri Rogosin US-Medienberichte zurück,  wonach sich der Staatskonzern GK Roskosmos angeblich in einer schwierigen finanziellen Lage befinden werde,  wenn die USA  den Kauf von Sojus-Plätzen und  russischen Triebwerken für ihre Atlas V-Trägerraketen einstellen.

Die Lieferverträge der Wissenschaftlichen Produktionsvereinigung (NPO) Energomasch reichten bis 2020,  und was die Internationale Raumstation ISS angehe,  so würden sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch darüber hinausgehen,  betonte der für das Militär und die Raumfahrt zuständige Politiker.

Rogosin räumte ein,  dass es bei der laufenden Reform der GK Roskosmos objektive und subjektive Probleme gibt. Der Staat werde jedoch die Branche unterstützen.  Er verfüge über das dafür erforderliche menschliche und technologische Potenzial.

Russland stellt sich derzeit darauf ein,  dass die USA nach 2019 nicht mehr auf seine guten Dienste bei der ISS angewiesen sind und auch die Triebwerksimporte durch die Eigenproduktion ersetzen werden.

© Gerhard Kowalski

US-Kontrollbehörde befürchtet Verzögerungen bei Fertigstellung bemannter Raumkapseln

Washington,  18. Januar 2018 —  Die oberste Kontrollbehörde GAO (Government Accountability Office) des US-Senats befürchtet,  dass die bemannten Raumschiffe Dragon von SpaceX und CST 100 Starliner von Boeing nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Beide Konzerne hätten Probleme mit den Fertigstellungsterminen,  heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Damit sei die rechtzeitige Zertifizierung der Kapseln durch die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA in Gefahr.

Eigentlich sollten die ersten bemannten Tests der Kapseln schon in diesem Jahr beginnen. Inzwischen hat die NASA diesen Termin schon auf das Frühjahr 2019 verschoben. Sollte sich die Zertifizierung weiter hinauszögern,  können die Amerikaner nicht zum geplanten Termin mit eigenen Raumschiffen vom eigenen Territorium zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das bedeutet,  dass sie zusätzliche Plätze in den russischen Sojus-Raumschiffen kaufen müssen. Dafür stehen für 2019 drei Plätze zu je 74,7 Millionen Dollar bereit.

© Gerhard Kowalski

Japan startet erfolgreich kleinen Radarsatelliten

Credit:JAXA

Tokio,  18. Januar 2018 —   Japan hat in der Nacht zum Donnerstag erfolgreich einen kleinen Radarsatelliten gestartet. Die Feststoffrakete Epsilon-3 mit ASNARO-2 an der Spitze stieg vom Weltraumbahnhof  Uchinoura auf,  meldete die Raumfahrtagentur JAXA.

Der Satellit umkreist die Erde in  513 Kilometern Höhe. Er kann Radarbilder mit einer Auflösung von einem Meter liefern.

Der Erststart der Rakete fand 2013 statt,  der zweite 2016.

© Gerhard Kowalski

ISS-Umlaufbahn angehoben

Credit:NASA

Koroljow,  17. Januar 2018 –-   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Mittwoch planmäßig angehoben worden. Dazu seien die Triebwerke des russischen Swesda-Moduls um 21.15 Uhr deutscher Zeit für 15,6 Sekunden gezündet worden,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die Station umkreise die Erde nunmehr auf einer Bahnhöhe zwischen 402,8 und 422,7 Kilometern.

Mit der Bahnkorrektur sollen optimale Bedingungen für die Ankopplung des Frachtraumschiffes Progress MS-08 ,  das am 11. Februar vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan zur ISS starten soll,  und die Landung von Sojus MS-06 geschaffen werden,  die für den 28. Februar geplant ist.

© Gerhard Kowalski

 

Russland veröffentlicht erstmals Geheimbericht über Mondsonde Luna-21 und Lunochod-2

Credit:  Lawotschkin

Moskau,  16. Januar 2018 —   Russland hat jetzt den bisher geheimen Bericht über die Arbeit der sowjetischen Mondsonde Luna-21 mit  Lunochod-2 veröffentlicht,  die vor 45 Jahren weich auf dem Erdtrabanten gelandet war. In dem Dokument der Holding Russische Kosmische Systeme (RKS) werden die Probleme,  die im Laufe der Mission auftraten,  und die Varianten ihrer Behebung beschrieben ,  meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Dienstag in Moskau.

Das System zur Fernsteuerung des Mondautos habe vom 16. Januar bis zum 10. Mai 1973 funktioniert,  heißt es in dem Bericht. Die meisten Geräte hätten auch noch nach Ablauf ihrer eigentlichen Funktionszeit korrekt gearbeitet. Mit ihnen seien wertvolle Erfahrungen für den Bau anderer Apparate zur Erforschung der Planeten unseres Sonnensystems gewonnen worden.

Das nunmehr freigegebene Dokument  besteht aus zwei Teilen,  wird betont. Im ersten Teil werde die Arbeit des Bordkomplexes für das TV-Kleinbildsystems geschildert,  im zweiten gehe es  um den Bodenkomplex Saturn-MS.

© Gerhard Kowalski

Energija-Spezialisten ermitteln Problem bei Angosat – Tests für April geplant

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  16. Januar 2018 —   Spezialisten des russischen Raumfahrtkonzerns RKK  Energija haben die Ursache für den zeitweiligen Kontaktverlust mit dem angolanischen Telekommunikationssatelliten AngoSat-1 ermittelt. Das Problem sei in der Apparatur des Energieversorgungssystems lokalisiert worden,  teilte das Unternehmen jetzt mit. Nach der vollständigen Auswertung der Telemetriedaten wolle man deshalb noch mehrere Tests vornehmen. Das könne allerdings erst im April geschehen,  wenn sich der Satellit wieder im Sichtbereich der russischen Bodenstationen befinde.

Der am 26. Dezember vergangenen Jahres gestartete Satellit hatte sich nach der Abtrennung von der Fregat-Oberstufe korrekt gemeldet. Doch dann war die Verbindung zu ihm abgebrochen. Als Ursache wurde die Entladung der Akkumulatoren vermutet. Zwei Tage später gelang es jedoch,  den Kontakt wieder herzustellen.

Der 1,7 Tonnen schwere Satellit,  der von der RKK Energija gebaut wurde, soll das westafrikanische Land und den ganzen Kontinent mit C-  und Ku-Band-Dienstleistungen versorgen und den Grundstein für eine ganze künftige Nachrichten-  und TV-Infrastruktur legen.

©  Gerhard Kowalski

Russland wirft USA Pläne zur Militarisierung des Weltraums vor

Credit:GK Roskosmos

Moskau,   15. Januar 2018 —  Russland hat den USA vorgeworfen,  die Militarisierung des Weltraums durch die Stationierung von Waffen zu planen. Das verleihe den Problemen der internationalen Sicherheit eine „sehr negative neue zusätzliche Dimension“,  sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag auf seiner Jahrespressekonferenz in Moskau. Nähere Einzelheiten nannte er aber nicht.

Lawrow erinnerte daran,  dass sein Land und China bereits vor einigen Jahren auf der UNO-Abrüstungskonferenz den Entwurf eines Vertrages über die Nichtstationierung solcher Waffen unterbreitet haben. Aufgrund der negativen US-Haltung werde aber über diesen Entwurf bis heute nicht verhandelt. Zudem seien beide Länder auch Koautoren des Entwurfs einer Konvention zur  Abwendung von chemischen und biologischen Terrorakten. Auch das Vorhaben werde von den USA blockiert.

© Gerhard Kowalski