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Verpflegungskosten für russische ISS-Kosmonauten haben sich verdoppelt (korrigierte Fassung)

Credit:NASA

Moskau,  15. Mai 2019 —   Die Kosten für die Verpflegung der russischen Kosmonauten in der Internationalen Raumstation ISS haben sich in den vergangenen knapp zehn Jahren mehr als verdoppelt. Derzeit schwanken sie täglich umgerechnet zwischen 41 und 48 Euro,  berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Sie beruft sich dabei auf Aussagen des Direktors des Wissenschaftlichen Forschungsinstituts (NII) für die Lebensmittelkonzentrat-Industrie und Spezielle Lebensmittel-Technologie,  Wiktor Dobrowolski. 2010 waren es noch 20 Euro.

Der tägliche Kalorienbedarf beläuft sich auf 3.000 Kilokalorien,  heißt es weiter. Zwei Drittel davon entfielen auf die Hauptrationen,  der Rest auf zusätzliche Nahrungsmittel. Zur Auswahl stehen dabei Grütze (Kascha),  verschiedene Suppen sowie Gerichte aus Schweine- und Rindfleisch,   Geflügel und Fisch. Dazu gibt es Obst und Gemüse wie Zitronen,  Äpfel, Grapefruits, Tomaten und Knoblauch.  An Süßigkeiten stehen Schokolade, Konfekt und Quark mit Beeren oder Nüssen zur Verfügung. Hinzu kommen verschiedene Gewürze und selbst auch schwarzer Kaviar.

Derzeit besteht die russische ISS-Besatzung aus Sparsamkeitsgründen nur aus zwei Kosmonauten. Mit der bevorstehenden Ankopplung des neuen Mehrzweckmoduls Nauka (Wissenschaft) wird sie wieder auf drei Mitglieder aufgestockt.

© Gerhard Kowalski

 

Zweites US-Mondprogramm heißt Artemis

Credit:White House

Washington,  14. Mai 2019 —   Das zweite Mondprogramm der USA heißt Artemis. Es wurde nach der Zwillingsschwester des Gottes Apollo,  des Sohns von Göttervater Zeus und dessen Frau Leto,  benannt. Die Amerikaner wollen nach der Mondlandung vor nunmehr 50 Jahren bis 2024 erstmals eine Frau und erneut auch Männer auf den Erdtrabanten schicken.

Präsident Donald Trump hat dafür am Montag vom Kongress gefordert, das Budget der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA von 21 Milliarden Dollar für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr 2020 um 1,6 Milliarden Dollar aufzustocken.

„Unter meiner Administration stellen wir die Vorherrschaft der NASA wieder her und kehren wieder auf den Mond zurück und (fliegen dann) zum Mars“,  twitterte Trump.

© Gerhard Kowalski

Russlands neues bemanntes Raumschiff nimmt endgültig Form an

Credit:GK Roskosmos

Moskau, 13. Mai 2019 —   Das neue bemannte Raumschiff der Russen mit der vorläufigen Bezeichnung Federazija (Föderation) nimmt endgültig Gestalt an. Es sei mit der Montage des ersten Exemplars begonnen worden,  meldet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Montag. Die Gerätesektion und die Landekapsel des Sojus-Nachfolgers  würden aus Aluminium gefertigt,  heißt es weiter. Ursprünglich sollten sie aus Compositmaterial bestehen. Doch darauf habe man inzwischen verzichtet,  weil die erforderliche Festigkeit nicht gewährleistet gewesen sei.

Der erste Testflug von Federazija ist für 2022, der erste unbemannte Start zur Internationalen Raumstation ISS für 2023 und die erste bemannte Mission für 2024 geplant. Die Kapsel soll künftig nach einem der Schiffe bemannt werden, die Zar Peter der Große (1672-1725)  gebaut hat   –  Orjol (Adler),  Flag (Fahne) oder Aist (Storch).

© Gerhard Kowalski

Jeff Bezos will zum Mond

Credit:Blue Origin

Washington,  10. Mai 2019 —  Amazon-Chef Jeff Bezos will auch zum Mond. Der Gründer des US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin hat am Donnerstag in Washington sein Modell der Mondlandefähre Blue Moon vorgestellt. Sie soll bis zu 6,5 Tonnen Nutzlast auf den Erdtrabanten bringen.

Bezos betonte,  seine Firma arbeite bereits seit drei Jahren an dem Projekt. In welchem Stadium es sich derzeit befindet,  sagte er allerdings nicht. Er deutete jedoch an,  dass man die Aufgabe bis 2024 lösen könne. Das ist genau der Zeitpunkt,  zu dem auch die US-Luft- und Weltraumbehörde NASA erneut bemannt zum Erdtrabanten fliegen will.

© Gerhard Kowalski

Russland beklagt sich über intensiven Isopropanol-Geruch in der ISS

Credit:NASA

Moskau,  10. Mai 2019 —   Russland hat sich bei der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA über einen vorübergehend intensiven Isopropanolgeruch in der Internationalen Raumstation ISS beschwert.  Der sei nach der Ankopplung des kommerziellen Raumschiffes Crew Dragon Anfang März aufgetreten,  sagte der Chef des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin,  Pawel Wlassow,  der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Die Untersuchung der Atmosphäre in der Station habe eine Konzentration von rund sechs Milligramm dieses Präzisionsreinigers und -entfetters pro Kubikmeter Luft ergeben.

Durch Einschaltung des Luftreinigungssystems der ISS sei es gelungen,  diese Konzentration bis auf zwei Milligramm zu reduzieren, heißt es weiter.  Diese habe vor der Ankopplung nur ein Zehntel Milligramm betragen und sich nach der Abkopplung von Crew Dragon wieder abgesenkt. Isopropanol gilt als universelles Reinigungsmittel vor allem für empfindliche elektronische Bauteile.

© Gerhard Kowalski

NASA erhält weitere zwei Sojus-Plätze

Moskau,  9. Mai 2019 —   Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA erhält für 2019 und 2020 weitere zwei Plätze in russischen Sojus-Raumschiffen. Das teilte der amtierende Direktor der GK Roskosmos für bemannte Flüge,  Sergej Krikaljow,  der Nachrichtenagentur TASS mit. Der Deal sei ohne neuen Vertrag nur in Erweiterung und Fortsetzung der alten Vereinbarung geschlossen worden. Im März hatten die Amerikaner ihr Interesse an diesen beiden zusätzlichen Plätzen bekundet.

Wie Krikaljow betonte, ist die jetzige Entscheidung noch vor der Explosion des Crew Dragon bei einem Test in Cape Canaveral (Florida) vom 20. April getroffen worden, bei der die Kapsel zerstört wurde. Eigentlich sollte der bemannte Erstflug des kommerziellen Raumschiffes von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS im Juli stattfinden. Jetzt wird er möglicherweise auf November verschoben.

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PTScientists und ArianeGroup vereinbaren Zusammenarbeit für Mond-Missionen

Credit:G. Kowalski

Berlin, 8. Mai 2019  —   Das Berliner New-Space-Unternehmen PTScientists hat am Mittwoch in Berlin mit dem Raumfahrtkonzern ArianeGroup eine weitreichende Zusammenarbeit für Mond-Missionen vereinbart. Dabei handele es sich um den ersten 100-prozentig europäischen Vertrag zur Schaffung eines effektiven und kostengünstigen Zugangs zum Mond,  sagte PTScientists-Geschäftsführer Robert Böhme bei der Unterzeichnung. Der CEO der ArianeGroup, André Hubert Roussel,  sagte,  das ambitionierte Gemeinschaftsprojekt sei wegweisend für die gesamte Raumfahrt. Der Mond sei für den Konzern ein wichtiges Thema,  und mit der Ariane 6 verfüge man über die erforderliche Trägerrakete für Flüge dorthin.

Die von PTScientists entwickelte Mondlandefähre ALINA und zwei Mond-Rover,  die Audi Lunar quattro,  sollen erstmals 2020 zum Mond starten. Für diese Mission kooperiert das 70-köpfige Berliner Unternehmen unter anderem mit Industrie-Partnern wie Audi und Vodafone sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

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Russische ISS-Kosmonauten erhalten nur am Tag des Sieges dienstfrei

Credit:G:Kowalski

Moskau,  8. Mai 2019 —  Die beiden russischen Kosmonauten in der Internationalen Raumstation ISS erhalten zum Tag des Sieges (9. 5.) nicht so lange frei wie ihre Landsleute auf der Erde. Für Oleg Kononenko und Alexej Owtschinin sind nur der Feiertag am Donnerstag selbst und der kommende Sonntag dienstfrei,  teilte der Raumfahrtstaatskonzern GK Roskosmos am Mittwoch mit. Der 10. und 11. Mai seien reguläre Arbeitstage.

Für die Russen ist der 9. Mai einer der bedeutendsten Feiertage. An diesem Tag hatte Hitler-Deutschland 1945 bedingungslos kapituliert. Damit war der Zweite Weltkrieg beendet. Die Kapitulationsurkunde wurde am späten Abend des 8. Mai in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt war in Moskau bereits der 9. Mai angebrochen.

In der DDR wurde der 8. Mai offiziell als Tag der Befreiung begangen, in der Bundesrepublik gilt er nur in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg als Gedenktag.

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DLR:   Globale TanDEM-X-Waldkarte verfügbar

Credit:DLR

Köln,  7. Mai 2019 —   Wälder sind die Lunge der Erde. Wie der Blick aus dem All verrät, ist die Landmasse der Erde heute zu rund einem Drittel von Wäldern bedeckt. Dabei fehlt bereits mehr als die Hälfte des weltweiten Bestands, die der Abholzung insbesondere seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum Opfer gefallen ist. Um den aktuellen Zustand sowie die Entwicklungen des „grünen Organs“ genau beobachten,  bewerten und schützen zu können, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen besonderen Datensatz erstellt: die globale TanDEM-X-Waldkarte. Sie steht wissenschaftlichen Nutzern ab sofort frei zur Verfügung,  wie das DLR in Köln mitteilte.

Für die  Karte wurden Daten genutzt, die für das globale Höhenmodell der deutschen Radarsatellitenmission TanDEM-X aufgenommen wurden,   heißt es. Diese wurden für verschiedene Waldtypen anhand von Baumhöhen, Dichte und Struktur optimiert. Das Ergebnis ist eine Karte, die bei einer Auflösung von 50 Metern die Ausdehnung bewaldeter Flächen darstellt.

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Space-Tech-Startup UP42 geht in Berlin an den Start

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Berlin,  6. Mai 2019 —   Das Space-Tech-Startup UP42 hat sich am Montag in Berlin vorgestellt. Das Tochterunternehmen von Airbus Defense & Space will mit einer offenen Plattform die einfache Nutzung von Geoinformationen anbieten und dabei Satellitendaten für alle zugänglich machen,  wie CEO Eli Tamanaha auf einer Pressekonferenz mitteilte.

Unter dem Motto A new planetary perspective eröffnet UP42 den Zugang zu neuen Blickwinkeln auf die Erde,  betonte der Manger,  dessen Büro in Kreuzberg liegt. Dadurch seien Bewegungen von Objekten,  Veränderungen der Oberfläche oder ähnliche Muster zu erkennen,  wie anhand vieler Beispiele demonstriert wurde. Der Anwendungsbereich ist dabei nahezu unbegrenzt und reicht von der Erfassung von Daten für Infrastrukturobjekte über die Land- und Forstwirtschaft bis hin zum Aufdecken von Öllecks und Schwarzbauten.

Wie es hieß,  gewann Berlin nicht zuletzt auch wegen seiner Scharnierfunktion zwischen Ost und West das Rennen um den Standort des Startups knapp vor Amsterdam.

© Gerhard Kowalski