Rogosin korrigiert Aussagen des RKZ Progress-Chefs zur Mondrakete (Update)

Moskau, 15. September 2021 — Russland stellt die technische Projektierung seiner geplanten superschweren Mondrakete ein. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass die Arbeiten daran nach einer Präzisierung des Programms wieder aufgenommen werden, hatte der Generaldirektor des Raketenzentrums (RKZ) Progress in Samara an der Wolga, Dmitri Baranow, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Mittwoch gesagt.

Der Generaldirektor der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, hat im Laufe des Tages diese Aussage Baranows korrigiert. Bei einem Besuch in Jekaterinburg stellte er klar, dass man die Arbeit an diesem Transportsystem „nie eingestellt“ habe. Technisch sei man bereit, diese Rakete „schon jetzt“ zu bauen. Da die Rakete aber „kolossal viel Geld“ koste, dürfe sie nicht aus Elementen entstehen, über die man bereits verfüge. Es sei erforderlich, in dem Entwicklungsprozess „nur die neuesten Technologien“ einzusetzen, etwa Tanks aus Kompositmaterial, die 30 bis 40 Prozent leichter als die derzeitigen seien. Das gelte auch für die Methan-Triebwerke, die es ermöglichten, Stufen des Trägers mehrfach zu verwenden. Er rechne damit, dass diese 2024/25 zur Verfügung stehen.

Der Leiter des Instituts für Weltraumpolitik, Iwan Moissejew, betonte dazu im Rundfunksender Sputnik, die Rakete verschlinge zehn Jahresbudgets des Föderalen  Raumflugprogramms. Deshalb bleibe kein Geld mehr für andere Mondflugapparate. Das hätte man sich vorher ausrechen können. Insofern sei das Projekt ein „organisatorisches Fiasko“.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte Rogosin angekündigt, dass das Jenissej-Projekt zugunsten der Umstellung der Triebwerke von Kerosin und Sauerstoff auf Methan überdacht werde. Im Januar dieses Jahres hat dann auch der Kosmosrat der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) eine Verschiebung dieses Projekts empfohlen.

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Russland startet erfolgreich 34 britische OneWeb-Satelliten

Credit: GK Roskosmos

Baikonur, 14. September 2021 – Russland hat am Dienstag 34 neue britische OneWeb-Internet-Satelliten erfolgreich gestartet. Die Sojus-2.1b-Trägerrakete mit der Fregat-Oberstufe hob um 20:07 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab, teilte die GK Roskosmos mit.

Es war dies der zweite OneWeb-Start von Baikonur in diesem Jahr. Damit wurde die Zahl dieser Satelliten auf der Umlaufbahn auf 322 erhöht. Der nächste Start ist für den 14. Oktober in Wostotschny im Amur-Gebiet vorgesehen,

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SpaceX startet erfolgreich 51 Starlink-Satelliten

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Vandenberg, 14. September 2021 — Der US-Konzern SpaceX hat am Dienstag 51 Starlink-Internet-Satelliten erfolgreich gestartet. Die Falcon 9-Trägerrakete stieg um 5:55 Uhr deutscher Zeit von der Space Force Base Vandenberg (Kalifornien) auf, teilte Elon Musk auf Twitter mit.

Es war dies der 22. Falcon 9-Start in diesem Jahr. Die ausgebrannte Erststufe kehrte zum 10. Mal wohlbehalten auf die Erde zurück. Die bis zu 500 Kilogramm schweren Satelliten bieten Internet-Dienstleistungen in den nördlichen Breiten an.

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RKK Energija beklagt Unterfinanzierung der Forschungsarbeit

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Moskau, 14. September 2021 —  Der führende russische Raumfahrtkonzern RKK Energija beklagt die Unterfinanzierung seiner Forschungsprogramme für den niedrigen Erdorbit. Deren geforderte Erweiterung sei mit den derzeitigen Finanzmitteln nicht möglich, sagte der stellvertretende Generaldirektor Alexander Deretschin auf der internationalen Gagarin-Konferenz in Moskau. Russland befinde sich derzeit in einem Stadium der Forschungen, da deren Ergebnisse in den verschiedensten Bereichen Anwendung finden. „Und wenn wir das aufgeben, ist das nicht richtig.“

Das offene Budget der RKK Energija ohne die Militäraufträge, die in der GK Roskosmos an erster Stelle stehen, belief sich 2020 auf umgerechnet rund zwei Milliarden Euro.

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Kathy Lueders: NASA arbeitet fleißig an der Verlängerung des ISS-Betriebs um zehn Jahre – Russland wägt noch ab (Update)

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Moskau, 13. September 2021 —  Die US-Luft- und Weltraumbehörde NASA „arbeitet fleißig“ an einer Verlängerung des Betriebs der Internationalen Raumstation ISS um „mindestens zehn Jahre“, sagte die Chefin des NASA-Programms für bemannte Raumflüge, Kathy Lueders, am Montag auf einer internationalen Gagarin-Konferenz in Moskau. Dieses Vorhaben spiele eine „entscheidende Rolle in den weiteren Forschungen“, deren Pläne ihre Administration derzeit erarbeite.

Der stelllvertretende Generaldirektor der GK Roskosmos für internationale Zusammenarbeit, Sergej Saweljew, sagte indes, die ISS sei „in höchstem Maße herausfordernd“. Man wäge deshalb die Entscheidung, ihren Betrieb über das Jahr 2024 hinaus zu verlängern, derzeit noch ab.

Die Konferenz wird nach Medienangaben von der GK Roskosmos und dem Außenministerium Russlands organisiert.

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DLR vereinbart Zusammenarbeit mit spanischem Start-up

Köln, 13. September 2021 — Um den unabhängigen und wettbewerbsfähigen Zugang Europas zum Weltraum sicherzustellen, setzt die Bundesregierung auch auf leistungsfähige Start-ups. Mit ihren Ideen und Visionen können sie die Entwicklung neuer Technologien auf dem Trägermarkt beschleunigen. Vor diesem Hintergrund hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Sommer 2021 einen Vertrag mit dem spanischen Start-up Pangea Aerospace unterzeichnet, teilte das DLR in Köln mit.

„Mit dem Test eines neuen Raumfahrtantriebes im Auftrag des spanischen Start-ups Pangea Aerospace begleitet und unterstützt das DLR mit seinen Kompetenzen am Standort Lampoldshausen die Entwicklung zukünftiger Trägersysteme aus Europa“, erklärte Karsten Lemmer, Mitglied des DLR-Vorstandes für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen, dazu. Die Kooperation mit Pangea Aerospace sei für ihn eine Premiere auf europäischer Ebene.

Gemeinsames Ziel ist die Erprobung mehrerer Aerospike-Triebwerke, heißt weiter. Das innovative Triebwerkskonzept könne die Effizienz von Raketenantrieben um 15 Prozent verbessern.

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Hoshide und Pesquet montieren Halterung für neues Sonnensegel an der ISS

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Houston, 13. September 2021 – Der japanische Astronaut Akihiko Hoshide und sein französischer ESA-Kollege Thomas Pesquet haben am Sonntag in amerikanischen Skaphandern die Internationale Raumstation ISS verlassen. In sechs Stunden und 54 Minuten montierten sie die Halterung für ein neues Sonnensegel, wie die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

Das dritte von einmal sechs neuen ausrollbaren Sonnensegeln (iROSAs) soll später angebaut werden. Mit ihrer Hilfe wird die Kapazität des ISS-Kraftwerkes um 20 bis 30 Prozent gesteigert.

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Umlaufbahn der ISS angehoben

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Moskau, 12. September 2021 — Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Samstagabend korrigiert worden. Dazu seien die Triebwerke des Service-Moduls Swesda um 20:54 Uhr deutscher Zeit für 31 Sekunden gezündet worden, teilte die GK Roskosmos mit. Nach den vorläufigen Daten sei die Bahn um 750 Meter angehoben worden. Das genaue Ergebnis werde später mitgeteilt.

Das Manöver erfolgte in Vorbereitung auf die Ankunft des Raumschiffes Sojus MS-19 an der Station und die Rückkehr des Raumschiffes Sojus MS-18 auf die Erde,  hieß es.

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Russische ISS-Kosmonauten entdecken neue potenzielle Stellen für Lecks

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Moskau, 11. September 2021 — Die russischen Kosmonauten in der Internationalen Raumstation ISS haben im SarjaModul mehrere neue potenzielle Stellen entdeckt, an denen Lecks entstehen könnten. Diese hielten aber noch dicht, sagte der Generalkonstrukteur der RKK Energija, Wladimir Solowjow, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Samstag. Das gefalle ihm gar nichts, fügte er unter Hinweis auf bereits bestehende Lecks im Swesda-Modul hinzu.

Solowjow betonte erneut, dass die Systeme im russischen ISS-Segment hochgradig verschlissen seien. Das habe er schon im Dezember dem Kosmos-Rat der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) mitgeteilt. Danach sei das Problem in der Militärisch-Industriellen Kommission und im Rat der Chefkonstrukteure beraten worden. Niemand habe dabei garantieren wollen, dass die Ausrüstungen der Station nach 2025 nicht ausfallen.

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Grünes Licht für ILA Berlin 2022

Berlin, 10. September 2021 – Das Land Berlin und das Land Brandenburg haben den Weg für die ILA 2022 geebnet. Vom 22.  bis 25. Juni 2022 dreht sich bei der ILA Berlin wieder alles um die Zukunft der Luft- und Raumfahrt mit den Kernthemen Innovation, neue Technologien und Nachhaltigkeit, teilte die Messe Berlin Gmbh am Freitag mit. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf dem klimaneutralen Fliegen und der Energiewende am Himmel.

„Die ILA Berlin ist globaler Anziehungspunkt für die internationale Luft- und Raumfahrt. Nach der weltweit ersten digitalen Luft- und Raumfahrtmesse ILA Goes Digital im letzten Jahr freuen wir uns sehr, dass Deutschlands führende Innovationsmesse der Aerospace-Industrie im kommenden Jahr wieder real stattfindet“, sagte dazu  Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. „ILA ist Synonym für Innovation and Leadership in Aerospace. Der Klimaschutz steht auch bei der ILA 2022 klar im Fokus, die Branchenmesse weist den Weg zum klimaneutralen Fliegen.“

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