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NASA prüft Möglichkeiten für ersten bemannten Orion-Flug schon für 2018

Credit:NASA

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Washington,  16. Februar 2017 —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA prüft die Möglichkeit,  den ersten bemannten Flug ihres neuen Raumschiffes Orion bereits im September oder Oktober 2018 durchzuführen. Das teilte der amtierende NASA-Chef Robert Lightfoot mit. Spezialisten halten dagegen einen Termin in den Jahren 2019 oder 2020 für realistischer,  da das Lebenserhaltungssystem noch nicht fertig ist. Als bisheriger offizieller Termin für die erste bemannte Mission gilt das Jahr 2021.

Der Posten des NASA-Chefs ist bisher vakant,  weil Präsident Donald Trump noch keinen Kandidaten nominiert hat. Der bisherige NASA-Administrator Charles Bolden war am 20. Januar von seinem Posten zurückgetreten. Er galt als bekennender Freund von Ex-Präsident Barack Obama.

Bisher steht nicht fest,  welches die Schwerpunkte der Weltraumpolitik Trumps sind. Experten gehen aber von einer Rückkehr zum Mond aus,  da das schnelle vorzeigbare Erfolge verspreche.

© Gerhard Kowalski

Indien startet 104 Satelliten auf einen Schlag

LOGO ISRONeu Delhi,  15. Februar 2017 —  Indien hat am Mittwochmorgen gleich 104 Satelliten auf einen Schlag ins All befördert. Hauptlast der Trägerrakete PSLV-C37 war ein 714 Kilogramm schwerer Erdbeobachtungssatellit. Hinzu kamen 103 Nanosatelliten,  wie die indische Weltraumorganisation ISRO in Neu Delhi mitteilte.

Nur zwei der Nanosatelliten mit einer Gesamtmasse von 1.378 Kilogramm stammen aus Indien selbst. Das Gros kommt mit 88 Raumflugkörpern von der US-Firma Planet Labs aus San Francisco. Die restlichen sind unter anderem aus Israel, Kasachstan, den Niederlanden und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Mit dem Start stellt Indien einen neuen Rekord auf. Bisheriger Rekordhalter war nach eigenen Angaben Russland mit 37 Satelliten, die 2014 gleichzeitig auf eine Umlaufbahn gebracht wurden.

© Gerhard Kowalski

Ariane 5 bringt zwei Telekommunikationssatelliten auf ihre Umlaufbahn

Credit:Arianespace

Credit: Arianespace

Kourou,  15. Februar 2017 —  Eine Ariane 5 hat am Dienstag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) zwei  Telekommunikationssatelliten auf ihre geostationäre Transferbahn (GTO) gebracht.

Es war dies zugleich der erste Start einer solchen Rakete im Jahr 2017 und der 77. erfolgreiche Start in Folge,  teilte Airbus Safran Launchers mit.

Die Startleistung der Ariane 5 ECA betrug 10.450 Kilogramm. Davon entfielen rund 9.569 Kilogramm auf die beiden Satelliten. Dank des Verbesserungsprogramms der Trägerrakete konnte eine GTO-Bahn mit einer optimierten Inklination von 4 Grad genutzt werden, wodurch die Satelliten weniger Energie benötigten, um ihre endgültige Umlaufbahn zu erreichen.

© Gerhard Kowalski

 

DLR beglückwünscht Sigmund Jähn zum 80. Geburtstag

Credit:G. Kowalski

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Köln, 13. Februar 2017  — Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat den ersten Deutschen im All, Sigmund Jähn, am Montag zu seinem 80. Geburtstag beglückwünscht. Der Jubilar habe bei seinem Flug 1978 insbesondere bei den Experimenten mit der Multispektralkamera MKF-6 „die Grundlagen geschaffen, auf denen sich Deutschland zu einer Weltraumnation entwickeln konnte“,  betont die DLR-Vorstandsvorsitzende Pascale Ehrenfreund in ihrem Schreiben. Heute gehöre Deutschland zu den führenden Wissenschaftsnationen.

In den folgenden Jahren habe Jähn immer wieder darauf hingewiesen, welch wichtige Rolle die Raumfahrt im friedlichen Zusammenleben der Menschheit spielt. „In diesem Sinne haben Sie viele europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen bei Moskau und in Baikonur auf ihrem Weg ins All begleitet“,  heißt es weiter. Mit der Mission von Alexander Gerst im Jahr 2018 und der Aufnahme von Matthias Maurer als zweitem Deutschen ins europäische Astronautenteam „wird der Weg, den Sie als Erster gegangen sind, weiter erfolgreich beschritten“. Als Botschafter der Raumfahrt sei Jähn „auch heute noch Vorbild für viele, die in der Luft- und Raumfahrt forschen und arbeiten“.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt: Sigmund Jähn wird 80

 

Credit:G. Kowalski

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Berlin,  13. Februar 2017 — Der erste Deutsche im All,  Sigmund Jähn, begeht am heutigen Montag seinen 80. Geburtstag. Der Sohn eines Waldarbeiters und einer Näherin wurde am 13. Februar 1937 im vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz geboren. Nach einer Druckerlehre ging er zur Kasernierten Volkspolizei (KVP), dem Vorgänger der Nationalen Volksarmee (NVA), und wurde Flugzeugführer. Von 1966 bis 1970 studierte er an der Militärakademie Juri Gagarin in Monino bei Moskau.

1976 begann der NVA-Oberstleutnant im Kosmonautenausbildungszentrum Juri Gagarin im Sternenstädtchen gemeinsam mit seinem Double Eberhard Köllner die Vorbereitungen auf seinen Raumflug. Vom 26. August bis zum 3. September 1978 absolvierte Jähn an der Seite seines sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski eine einwöchige Forschungsmission in der Raumstation Salut 6.

Jähn machte damit die DDR nach der UdSSR, den USA, der CSSR und der Volksrepublik Polen zum 5. Staat der Welt mit einem eigenen Kosmonauten. Er wurde dafür mit den höchsten Auszeichnungen geehrt und avancierte zu einer Kultfigur und einem wahren Volkshelden. Später sagte Jähn, er habe sich freiwillig von der DDR-Führung vereinnahmen lassen.

Mit dem Ende der DDR wurde Jähn im Range eines Generalmajors aus der NVA entlassen und stand quasi über Nacht vor dem Nichts. Ironie der Geschichte:  Sein vogtländischer Landsmann Ulf Merbold,  der die DDR aus politischen Gründen verlassen hatte und 1983 als zweiter Deutscher und erster Nicht-Amerikaner mit einem US-Shuttle im All unterwegs war,  half ihm,  im nunmehr geeinten Deutschland Fuß zu fassen.

Jähn wurde Berater des heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. In dieser Eigenschaft unterstützte er unter anderem vier bundesdeutsche Astronauten,  darunter auch Merbold,  bei ihrer Vorbereitung auf ihre Flüge in der russischen Raumstation MIR.

Heute lebt Jähn als Rentner in Strausberg bei Berlin und betätigt sich als unermüdlicher Propagandist der friedlichen Raumfahrt.

(Siehe auch meinen Beitrag dazu bei Spiegel ONLINE)

© Gerhard Kowalski

ESA: ExoMars-Orbiter neu ausgerichtet

Credit:ESA/OHB

Credit:ESA/OHB

Paris,  12. Februar 2017 —  Der ExoMars-Orbiter der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat seine Ausrichtung etwas verändert. Er befinde sich derzeit auf seinem Weg zur endgültigen Umlaufbahn um den Mars, um von dort den Roten Planeten zu erforschen,  teilte die ESA in Paris mit.

Der Spurengas-Orbiter (TGO) der Mission hatte den Mars im letzten Oktober erreicht, um während seines mehrjährigen Aufenthalts dort die Herkunft der winzigen Mengen an Methan und anderen Gasen in der Atmosphäre zu untersuchen.

Die Änderung wurde mithilfe von drei Zündungen am 19., 23. und 27. Januar unter der Aufsicht des Missions-Kontrollteams des ESA-Satellitenkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt vollzogen. „Die Manöver wurden unter einer dreistufigen Zündung des Haupttriebwerkes durchgeführt, um eine Situation zu vermeiden, in der der Satellit auf Kollisionskurs mit dem Mars gehen könnte, falls das Triebwerk frühzeitig ausfällt oder nicht genügend Leistung aufbringt,“  sagte Spacecraft Operations Manager Peter Schmitz.  Eine letzte kleine Anpassung sei am 5. Februar vorgenommen worden, womit die Umlaufhöhe über dem Mars bei größter Annäherung von 250 Kilometer auf 210 Kilometer gesenkt wurde.

Die Zündungen sorgten nun für eine Änderung des Umlaufwinkels zum Äquator auf fast 74 Grad  im Vergleich zu den 7 Grad  bei seiner Ankunft im Oktober. Somit verlagert der Orbiter seine Flugbahn vom Äquator mehr in Richtung Nord-Süd-Achse.

Die ursprüngliche Umlaufbahn war geplant worden, um das Schiaparelli-Testlandemodul in der äquatornahen Meridiani-Ebene abzusetzen und dabei eine gute Kommunikation gewährleisten zu können.

Mit den wissenschaftlichen Untersuchungen, die im nächsten Jahr anlaufen sollen, biete die neue Umlaufbahn nun die bestmögliche Oberflächenabdeckung für die Instrumente, wurde betont. Zugleich eröffne sie eine gute Sicht für die Übermittlung von Daten derzeitiger und zukünftiger Lander.

© Gerhard Kowalski

Iswestija: Rogosin ordnet bemannte Raumfahrt neu

Credit:GK Roskosmos

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  10. Februar 2017 –  Überraschende Entscheidung in der russischen Raumfahrt:  Nach einem Bericht der Zeitung Iswestija will Vizepremier Dmitri Rogosin (Foto) die bemannte Raumfahrt neu ordnen. Der für das Militär und die Raumfahrt zuständige Politiker habe die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Entwicklung der bemannten Raumfahrt bis 2025 angewiesen, meldet das Blatt am Freitag. Es beruft sich dabei auf eine Verfügung Rogosins vom 2. Februar.

Zum Leiter der Arbeitsgruppe wurde Oleg Frolow berufen,  der 2012/13 stellvertretender Roskosmos-Chef war. Derzeit ist Frolow Mitglied des Kollegiums der Militärisch-Industriellen Kommission der Russischen Föderation.

Mit der Entscheidung verliere der Staatskonzern GK Roskosmos eine seiner Kompetenzen,  fügt die Zeitung hinzu. Bisher war Sechsfachkosmonaut Sergej Krikaljow bei Roskosmos interimistisch für die bemannten Raumfahrtprogramme zuständig.

© Gerhard Kowalski

Russisches Raumfahrt-Handbuch erschienen

Credit:Nowosti kosmonawtiki

Credit:Nowosti kosmonawtiki

Moskau,  9. Februar 2017 —  In Russland ist erstmals ein Raumfahrt-Handbuch erschienen. Herausgeber ist die Assoziation der Raumfahrt-Museen Russlands (AMKOC).

Unter dem Titel Durch das kosmische Russland (Po Rossii kosmitscheskoj) werden darin Touristenrouten zu Museen, Monumenten, Institutionen, Gedenkstätten und historischen Orten in 36 Regionen aufgelistet,  die mit der Geschichte und Gegenwart der sowjetischen und russischen Raumfahrt verbunden sind. Dazu gehören auch die Kosmodrome Baikonur in Kasachstan und Wostotschny im Amur-Gebiet.

Kaufinteressenten erreichen die Assoziation unter der Telefonnummer:+7-495-680-22-10.

© Gerhard Kowalski

Start von Sojus MS-04 auf 20. April verschoben

 

Credit:GK Roskosmos

Credit: GK Roskosmos

Moskau,  8. Februar 2017 —  Die Triebwerksprobleme bei der Sojus-Trägerrakete haben zu einer ersten Konsequenz geführt. Der Start des Raumschiffes Sojus MS-04 mit dem Russen Fjodor Jurtschichin und dem US-Amerikaner Jack Fischer wird auf den 20. April verschoben,  teilte der Flugleiter des russischen Segments der Internationalen Raumstation ISS,  Wladimir Solowjow, am Mittwoch mit. Ursprünglich sollte das Duo am 27. März starten.

Zugleich wurde die Landung des Raumschiffes Sojus MS-02 mit den Russen Sergej Ryshikow und Andrej Borissenko sowie dem Amerikaner Shane Kimbrough vom 26. Februar auf den 10. April verschoben.

Außerdem wurde der Start des Frachtraumschiffs Progress MS-05 vom 21. Auf den 22. Februar verlegt.

© Gerhard Kowalski

NASA plant kommerzielle Übergangsschleuse an der ISS

Credit:NanoRacks

Credit: NanoRacks

Washington,  7. Februar 2017 —  Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA plant die Errichtung einer Übergangsschleuse für kommerzielle Nutzlasten an der Internationalen Raumstation ISS. Diese zusätzliche Schleuse werde 2019 zur Station gebracht und am Wohnmodul Tranquility verankert,  teilte die NASA mit.

Die Idee für die Schleuse stammt von dem Forschungsunternehmen NanoRacks,  das das Modul zusammen mit Boeing baut. Auf diese Weise will man dem Privatsektor neue technologische und Forschungsmöglichkeiten für die Nutzung der ISS bei der Schaffung einer neuen Wirtschaft im erdnahen Orbit zur Verfügung stellen.

© Gerhard Kowalski