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US-Astronauten bereiteten Austausch von Pumpen an der ISS vor

Credit:NASA

Houston,  17. Mai 2018 —  Zwei US-Astronauten haben am Mittwochnachmittag  umfangreiche Außenbordarbeiten an der Internationalen Raumstation ISS vorgenommen. In rund sechseinhalb Stunden bereiteten Andrew Feustel und Richard Arnold mehrere ausgediente Pumpen des Wärmeregulierungssystems auf den Austausch vor,  teilte die NASA in Houston (Texas) mit. Zudem wechselten die Männer Videokameras am Labormodul Destiny aus.

Bei einem weiteren Ausstieg am 14. Juni sollen neue Pumpen sowie hochauflösende Kameras am Harmony-Modul  montiert werden.

© Gerhard Kowalski

RKK Energija bietet Russlands Raumschiffe und ISS-Segment für wissenschaftliche Experimente an

Moskau,  16. Mai 2018 —   Der russische Raumfahrtkonzern RKK Energija bietet ausländischen und einheimischen Kunden seine Sojus–  und Progress-Raumschiffe sowie sein Segment in der Internationalen Raumstation ISS für wissenschaftliche Experimente an. Das geht aus dem Bericht des Unternehmens über das 1. Quartal 2018 hervor. Die Service-Leistung betreffe sowohl den Transport von Astronauten und Kosmonauten als auch die Bereitstellung russischer Wissenschaftsapparaturen.

Hintergrund für diese Offerte ist offenbar das Bestreben des Konzerns,  aus dem roten Zahlen zu kommen. Eigenen Angaben zufolge hat die RKK noch 2016 vier Milliarden Rubel Gewinn gemacht, das vergangene Jahr jedoch mit einem Verlust von 1,5 Milliarden Rubel abgeschlossen.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:  Vor 60 Jahren wurde Sputnik 3 gestartet

Credit:GK Roskosmos

Berlin,  15. Mai 2018 —   Vor 60 Jahren,  am 15. Mai 1958,  wurde Sputnik 3 gestartet. Eigentlich sollte das 1.327 Kilogramm schwere Wissenschaftslabor bereits am 4. Oktober 1957 den Reigen der  sowjetischen künstlichen Erdsatelliten eröffnen. Doch die Akademie der Wissenschaften (AdW) der UdSSR konnte die zwölf wissenschaftlichen Geräte nicht rechtzeitig fertigstellen.

Angesichts der drohenden Gefahr,  dass die Amerikaner dem Kreml beim Wettlauf um die Eröffnung der kosmischen Ära zuvorkommen,  entschloss sich Chefkonstrukteur Sergej Koroljow,  in aller Eile und gegen den Protest vieler seiner Ingenieure den sogenannten Einfachsten Satelliten (Prostejschij Sputnik PS) zu bauen und zu starten. Ihm gelang damit ein Geniestreich. Denn die schlichte polierte Aluminium-Kugel mit ihren abstehenden Antennen und jedermann verständlichen piep-,  piep-,  piep-Signalen verkörperte auf ideale Weise unsere Erde.

Sputnik 3 lieferte wichtige Daten über die Zusammensetzung der Erdatmosphäre,   die Konzentration der geladenen Teilchen,  Protonen und kosmischen Strahlung,  die Magnet-  und elektrostatischen Felder und die Häufigkeit der Begegnung mit Mikrometeoriten. Am 3. Juni 1958 waren die wichtigsten Batterien des Satelliten erschöpft,  und am 6. April 1960 hörte er zu existieren auf. Den gesamten Ruhm für die ersten drei Sputniks heimste unverdienterweise die Wissenschaftsakademie ein,   weil Koroljow und seine Mannschaft wegen der völlig überzogenen Geheimhaltung nicht genannt werden durften.

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Gersts Mannschaft für ISS-Flug offiziell bestätigt – Astronauten können Fußball-WM live verfolgen (Update)

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  14. Mai 2018 —   Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst,  sein russischer Sojus-Kommandant Sergej Prokopjew und die amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor werden am 6. Juni zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das Trio wurde am Montag offiziell von der Zulassungskommission im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau bestätigt. Doubles sind der Russe Oleg Kononenko,  der Kanadier David Saint-Jacques und die Amerikanerin Ann MacClain.

Gerst und seine Kollegen sollen 187 Tage als 56. und 57. Stammbesatzung in der Station forschen. Drei Monate lang wird der Deutsche, der bereits 2014 in der ISS war, als Kommandant fungieren. Er ist damit nach dem Belgier Frank de Winne der zweite Westeuropäer,  dem diese Ehre zuteil wird.

Der Start von Sojus MS-09 soll am 6. Juni um 13.12 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan erfolgen.

Wie die Astronauten auf einer Vorstartpressekonferenz mitteilten,   können sie die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in der Station live verfolgen,  soweit es das Arbeitsprogramm erlaubt,   das  natürlich Vorrang hat. Gerst und Prokopjew schlossen zudem eine Wette ab. Sollten die Mannschaften von Russland und Deutschland aufeinander treffen und Russland gewinnen,  darf Prokopjew dem Deutschen eine russische Fahne auf die Stirn malen. Siegt Deutschland,  muss sich der Russe eine Glatze à la Gerst schneiden lassen. Auch ein kleines Fußballspiel mit einem zertifizierten MW-Ball ist in der Station geplant.

Der Russe Anton Schkaplerow bringt übrigens am 3. Juni einen WM-Ball,  der im März auf die Umlaufbahn gebracht worden war,  wieder auf die Erde zurück. Er soll beim Eröffnungsspiel zum Einsatz kommen.

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Russland plant offenbar Bau eines Weltraumfrachters mit Rückkehrmöglichkeit

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  14. Mai 2018 —   Russland plant offenbar den Bau eines Frachtraumschiffes, das auch Nutzlasten von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde bringen kann. Das schlussfolgern russische Medien aus einer Meldung des Raumfahrtkonzerns RKK Energija,  dass im August kommenden Jahres ein modernisiertes Navigationssystem in einem unbemannten Sojus MS-Raumschiff erprobt werden soll.

Bisher sind die russischen Progress-Frachter,  die es seit Ende Januar 1978 gibt, Einwegraumschiffe. Sie wurden auf der Sojus-Basis entwickelt und können rund 2,5 Tonnen Nachschub zur ISS befördern. Danach werden sie gezielt über dem Südpazifik zum Absturz gebracht und somit entsorgt.

Einzig die Amerikaner können derzeit mit ihren privaten Dragon-Frachtern tonnenschwere Nutzlasten auch von der Station zurückholen. Die Russen selbst können nur rund 50 Kilogramm kleinteilige Nutzlasten in ihren engen Sojus-Landekapseln mit auf die Erde zurückbringen.

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ISS-Umlaufbahn um 600 Meter angehoben

Credit:NASA

Koroljow,  13. Mai 2018 –-   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist in der Nacht zum Sonntag planmäßig um 600 Meter angehoben worden. Dazu seien die Triebwerke des Frachters Progress MS-08 um 00.07 Uhr deutscher Zeit für 172 Sekunden gezündet worden,  teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit. Die Station umkreise die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe von 404,7 Kilometern.

Mit der Bahnkorrektur sollen optimale Bedingungen für die bevorstehende Landung des Raumschiffes Sojus MS-07 mit dem Russen Anton Schkaplerow,  dem Amerikaner Scott Tingle und dem Japaner Norichige Kanai am 3. Juni sowie für den Start des Raumschiffes Sojus MS-09  am 6. Juni geschaffen werden. Mit dem neuen Raumschiff fliegen der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst,  der Russe Sergej Prokopjew und die Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor für ein halbes Jahr zur Station.

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Gerst und Co. schließen komplexes Prüfungstraining erfolgreich ab

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  12. Mai 2018 —   Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst, sein russischer Sojus-Kommandant Sergej Prokopjew und die amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor haben ihr komplexes Prüfungstraining im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau erfolgreich abgeschlossen. Das Trio, das am 6. Juni mit dem Raumschiff Sojus MS-09  zur Internationalen Raumstation ISS starten soll, könne jetzt seine Startvorbereitungen auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) fortsetzen,   befand die Prüfungskommission am Ende der zweitägigen Examen.

Die Prüfungen hätten gezeigt,  dass sich Gersts Mannschaft und ihre Doubles in der Vorbereitung „sehr verantwortungsbewusst“  verhalten haben,  urteilte ZPK-Chef Pawel Wlassow. Es habe nur „minimale Abweichungen“  vom Zyklogramm gegeben. Er freue sich auch,  dass der Raumfahrtneuling Prokopjew mit Gerst,  der bereits zum zweiten Mal zur ISS fliegt,  einen „erprobten Kollegen“   an seiner Seite habe. Deshalb erwarte er sich von deren Zusammenwirken einen Synergieeffekt,  der die sichere Erfüllung des Flugprogramms garantiert.

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SpaceX startet erfolgreich Telekommunikationssatelliten aus Bangladesch

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  11. Mai 2018 —   Im zweiten Anlauf hat der US-Konzern SpaceX hat am Freitagabend erfolgreich einen Telekommunikationssatelliten aus Bangladesch gestartet. Die Falcon 9 Block 5-Trägerrakete mit Bangabandhu-1 an der Spitze stieg um 22.14 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Ein erster Startversuch musste am Vortag in letzter Minute abgebrochen werden.

Der 250 Millionen Dollar teure Satellit, der von der französisch-italienischen Gesellschaft Thales Alenia Space gebaut wurde, soll unter anderem Bangladesch, Indien, Sri-Lanka, die Philippinen und Indonesien mit modernsten Dienstleistungen versorgen.

Es war dies der erste Start der nunmehr fünften Modifikation der ersten Raketenstufe des schweren Trägers. Sie kehrte wenige Minuten nach dem Start unversehrt auf eine schwimmende Plattform zurück und soll ohne großen Aufwand bis zu zehnmal wiederverwendet werden können. Der Träger erfüllt auch die Vorgaben der NASA für künftige bemannte Missionen.

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DLR und ADVA stellen neuen Weltrekord in optischer Freistrahl-Datenübertragung auf

Credit:DLR

Köln,  11. Mai 2018 —   Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Firma ADVA als Anbieter von Open Networking Lösungen haben mit 13,16 Terabits pro Sekunde einen neuen Weltrekord in der optischen Freistrahl-Datenübertragung aufgestellt. Mit dieser Datenrate könnten alle gedruckten Bücher der Welt in etwa einer halben Minute übertragen werden,  teilte das DLR in Köln mit. Auch könnte damit der gesamte  für 2020 prognostizierte  Internetverkehr von 144 Petabytes pro Tag in Deutschland übertragen werden. Das eigentliche Ziel sei jedoch,  die ländlichen Gebiete,  die heute nicht an ein terrestrisches Breitbandnetz angeschlossen sind,  vom Satelliten aus zu versorgen.

„Allen Entwicklungen der Digitalisierung ist gemeinsam, dass sie einen Breitbandanschluss benötigen. Satelliten spielen eine Schlüsselrolle, um den Breitbandanschluss in der Fläche anbieten zu können“,  erklärte dazu Christoph Günther, Direktor des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation. Das Versorgungsgebiet werde hierfür vom Satelliten aus mit zahlreichen Strahlen „ausgeleuchtet“. Die Funkfrequenzen würden dabei ständig wiederverwendet, wodurch eine enorme Kommunikationskapazität zwischen Nutzern und Satelliten entsteht. Um diese Kapazität ausschöpfen zu können, müsse sie auch zwischen Internet und Satelliten bereitgestellt werden. Das erfolge durch optische Freiraumübertragung,  wie sie in dem Versuch getestet wurde.

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Spekulationen um VAE-Weltraumtouristen in der ISS

Credit:NASA

Moskau,  10. Mai 2018 —   Die erneute Verschiebung des Starts des Mehrzweck-Labormoduls (MLM) Nauka (Wissenschaft) auf nunmehr Ende nächsten Jahres ermöglicht Russland die Mitnahme eines Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation ISS. Da bis zur Inbetriebnahme des Moduls die Besatzung des russischen ISS-Segments auf zwei Kosmonauten beschränkt bleibt, gibt es im kommenden Herbst und im Frühjahr 2019 je einen freien Platz in den Sojus MS-Raumschiffen für Weltraumtouristen,  berichten russische Medien. Größte Chancen werden dabei einem Kandidaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)  eingeräumt,  die sich in letzter Zeit auffallend stark in der Raumfahrt engagieren.

Da die Zeit für die Vorbereitung eines Raumflugteilnehmers, wie die Touristen offiziell bezeichnet werden, bis zum Herbst nicht ausreicht,  soll er im kommenden Frühjahr den dritten vakanten Platz in der Sojus-Kapsel einnehmen,  heißt es. Da es sich um einen offiziellen VAE-Vertreter und um keine Privatperson handele, werde das Geschäft wahrscheinlich nicht wie bisher üblich durch die Touristengesellschaft Space Adventures, sondern durch die Tochtergesellschaft Glawkosmos des Staatkonzerns GK Roskosmos abgewickelt.  Den freien Sojus-Platz im Herbst soll ein Nutzlastcontainer besetzen. Eigentlich war er für den russischen Kosmonauten Nikolai Tichonow gedacht.

© Gerhard Kowalski