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Airbus-Satellit EUTELSAT 172B erreicht geostationären Orbit in Rekordzeit

 

Paris/Toulouse, 11. Oktober 2017 –   Der von Airbus für Eutelsat gebaute Satellit EUTELSAT 172B hat seinen geostationären Orbit in einer neuen Rekordzeit für Satelliten mit elektrischer Orbiterhöhung (Electric Orbit Raising – EOR) erreicht,   teilte Airbus am Mittwoch mit.

EUTELSAT 172B war am 1. Juni 2017 an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartet. Während der viermonatigen EOR-Phase hätten Elektrotriebwerke den Satelliten reibungslos und effizient in den Zielorbit gebracht und dabei rund sechs Mal weniger Treibstoffmasse als Satelliten mit chemischen Triebwerken verbraucht.

Ab  November werde der Satellit verbesserte Telekommunikations-, In-Flight-Breitband- und Rundfunkdienste für die Asien-Pazifik-Region bereitstellen. Es sei  davon auszugehen, dass der Satellit seine Lebenszeit von 15 Jahren durch die Nutzung des elektrischen Antriebs für die Orbiterhöhung und Umlaufbahnmanöver überschreiten werde.

„Als weltweit erster Hersteller bieten wir einen vollelektrischen Antrieb für einen Satelliten dieser Größe und Kapazität und ermöglichen damit äußerst kostengünstige Starts“, kommentierte Nicolas Chamussy, Leiter von Space Systems bei Airbus, den Erfolg.

(c) Gerhard Kowalski

 

US-Astronauten beenden erfolgreich zweiten ISS-Ausstieg

Houston, 10. Oktober 2017 — Zwei US-Astronauten haben am Dienstag die Internationale Raumstation ISS zum zweiten von insgesamt drei Ausstiegen in diesem Monat verlassen. Randolph Bresnik und Mark Vande Hei schmierten bei ihrem zweiten Außeneinsatz innerhalb von nur fünf Tagen in knapp sechseinhalbstündiger Arbeit Elemente der beiden Greifmechanismen am Canadarm2, teilte das Flugkontrollzentrum in Houston (Texas) mit. Einen davon hatten die Männer am 5. November gegen einen neuen ausgetauscht.
 
Der Mechanismus (LEE – Latching End Effektor) dient zur Umsetzung der privaten US-Frachtraumschiffe, die über keinen automatischen Kopplungsmechanismus verfügen, an das amerikanische Segment sowie zum Transport von anderen Nutzlasten und auch von Astronauten bei Ausstiegen an ihren Einsatzort.
Zudem tauschte das Duo ein defektes Kamerasystem an der ISS-Außenhaut aus.
Für den 18. Oktober ist eine dritte Außenbordaktivität geplant. Dabei wird Bresnik von Joseph Acaba assistiert.
 
Es war dies heute der 204. Ausstieg in der ISS-Geschichte.
(c) Gerhard Kowalski

Mondflugexperiment beginnt am 7. November im Moskauer IMBP

Moskau, 10. Oktober 2017 — Ein erstes russisch-amerikanisches Experiment zur Vorbereitung auf die bemannte Umkreisung des Mondes in speziellen Modulen beginnt am 7. November am Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP). Wie die Istwestija berichtet, sollen sechs Kandidaten dabei 17 Tage lang alle Phasen eines solchen Fluges simulieren.

2018 sollen ein viermonatiges, 2019 ein achtmonatiges und 2020/21 ein einjähriges Experiment folgen. Zu den Kandidaten gehört mit Anna Kikina auch die einzige Frau im rund 30-köpfigen russischen Kosmonautenkorps. Auch Airbus Defence & Space ist vertreten.

Partner des IMBP und des NASA-Human Research Program sind auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, das Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau, der Raumfahrtkonzern RKK Energija in Koroljow bei Moskau und andere Strukturen. Die Organisatoren hoffen ferner noch auf die Mitarbeit der italienischen und japanischen Raumfahrtagenturen, betonte die Zeitung.

Russland hat derzeit keine schwere Trägerrakete, die Module auf eine Mondumlaufbahn befördern könnte. Auch an dem bemannten Mondraumschiff wird noch gearbeitet.

Die NASA will dagegen sein SLS-Orion-Transportsystem für die Erforschung des tiefen Weltraums in den kommenden zwei Jahren testen. In den nächsten fünf Jahren sollen damit bereits Astronauten zum Mond fliegen.

(c) Gerhard Kowalski)

Japan startet erfolgreich vierten MICHIBIKI-Satelliten

Tokio,  10. Oktober 2017 –-  Japan hat am Dienstag erfolgreich seinen vierten MICHIBIKI-Satelliten des regionalen Weltraumnavigationssystems QRSS (Quasi-Zenith Satellite System) gestartet. Die H-IIAF36-Trägerrakete stieg vom Weltraumbahnhof Tanegashima auf,  teilte die Raumfahrtagentur JAXA in Tokio mit.
Der Satellit dient wie seine drei Vorgänger zur Unterstützung des US-Navigationssystems GPS. Bis 2023 soll die MICHIBIKI-Flotte auf sieben Apparate anwachsen, so dass sie ein eigenes System bilden kann.
Die ersten Satelliten waren im September 2010 sowie im Juni und August  2017 ins All geschossen worden.
(c) Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt zehn Iridium-3-Satelliten ins All

Vandenberg, 9. Oktober 2017 —  Eine schwere Falcon 9-Trägerrakete hat am Montag zehn Satelliten der neuen Iridium-Generation problemlos ins All gebracht. Sie stieg um 14.37 Uhr deutscher Zeit vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien auf.

Acht Minuten nach dem Abheben kehrte die ausgebrannte erste Raketenstufe vertikal auf eine schwimmende Plattform im Pazifik zurück. Das Unternehmen SpaceX von Elon Musk will durch die Wiederverwendung dieser Stufen die Startkosten erheblich verringern.

(c) Gerhard Kowalski

China startet erfolgreich venezolanischen Satelliten

Peking, 9. Oktober 2017 —  China hat am Montag erfolgreich den venezolanischen Erderkundungssatelliten VRSS-2  gestartet. Er stieg von einem Raumfahrtzentrum in der Wüste Gobi an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2D auf, teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Der Satellit dient vor allem der Überwachtung der Bodenressourcen, des Stands der Geteidekulturen, dem Umwelt-  und Katastrophenschutz sowie dem Städetbau.

Es war dies bereits der dritte venezolanische Satellit, den China für das Land ins All geschossen hat.

(C) Gerhard Kowalski

Neuer superschwerer Träger Russlands soll 10 Milliarden Euro kosten

Moskau, 6. Oktober 2017 —   Die neue superschwere Trägerrakete Energija-5.1 Russlands für Flüge zum Mond soll umgerechnet 10 Milliarden Euro kosten. Sie sei damit nur halb so teuer wie die bisher angedachte Variante Energija-3, berichtet die Moskauer Zeitung Iswestija am Freitag. Sie beruft sich dabei auf Informationen des wissenschaftlichen Leitinstituts des Raumfahrtkonzerns GK Roskosmos, ZNIImasch,  und des Ökonomischen Hauptinstituts der Raumfahrt-  und Raketenbranche, Agat.

Der Vorschlag für die Energija 5.1 werde nun auf den Instanzenweg gebracht.

Die Information, die von Vertretern beider Enrichtungen bestätigt wurde,   überrascht insofern, als erst vor zwei Tagen die Chefs der Branche auf einer gemeinsamen Pressekonferenz angeblich nicht in der Lage waren, den Preis der Rakete zu nennen, da er noch nicht feststand.

(c) Gerhard Kowalski

US-Astronauten tauschen Greifmechanismus an Canadarm2 aus

 

Houston, 5. Oktober 2017 — Zwei US-Astronauten haben am Donnerstagnachmittag die Internationale Raumstation ISS zum ersten von insgesamt drei Ausstiegen in diesem Monat verlassen. Randolph Bresnik und Mark Vande Hei tauschten in über sechseinhalbstündiger Arbeit einen der beiden Greifmechanismen am Canadarm2 aus, teilte das Flugkontrollzentrum in Houston (Texas) mit.

Der Mechanismus (LEE – Latching End Effektor) dient zur Umsetzung der privaten US-Frachtraumschiffe, die über keinen automatischen Kopplungsmechanismus verfügen, an das amerikanische Segment sowie zum Transport von anderen Nutzlasten.

Bei einem zweiten und dritten Ausstieg sollen der Austauschmechanismus geschmiert und weitere Wartungsarbeiten vorgenommen werden. Dazu wird Bresnik am 10. Oktober erneut von Vande Hei und am 18. Oktober von Joseph Acaba assistiert. Bresnik und Acaba haben bereits aus dem Jahr 2009 jeweils zwei Außenbordaktivitäten auf ihrem Konto.

(c) Gerhard Kowalski

Skizzenprojekt für neues russisches Frachtraumschiff bestätigt

Credit:NASA

Moskau, 4. Oktober 2017 —   Das sogenannte Skizzenprojekt für das neue russische Frachtraumschiff mit erhöhter Nutzlast ist vom Staatskonzern GK Roskosmos bestätigt worden. Nun warte man auf die Entscheidung zum Bau, betonte der Chef des Raumfahrtkonzerns RKK Energija,   Wladimir Solnzew.

Der neue Frachter sei mit dem Einsatz der neuen Trägerrakete Sojus-2.1b „aktuell“ geworden, sagte der Manager. Diese könne eine höhere Nutzlast in den Weltraum befördern und verfüge auch über eine größere Nutzlastbucht. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Es hieß lediglich, der neue Frachter brauche nur noch maximal dreimal pro Jahr zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und nicht viermal, wie die alten Progress-MS-Modelle.

Der nächste Frachter mit der Seriennummer MS-07 fliegt am 12. Oktober erstmals in nur drei Stunden zur Station. Er lege damit bereits nach der zweiten Erdumkreisung  an,  teilte der Flugleiter des russischen Segments,  Wladimir Solowjow, mit. Damit halbiere sich die bisherige Flugzeit.

Das derzeit gültige Vier-Umkreisungen-Schema wurde 2012 erstmals bei einem Progress-Raumschiff erprobt. Der erste bemannte Flug nach diesem Schema fand am 29. März 2013 bei Sojus TMA-08 statt. 2019 will man auch bei den bemannten Missionen erstmals in drei Stunden die ISS erreichen.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt: Russland begeht 60. Jahrestag von Sputnik 1

Credit:G. Kowalski

Russland und die internationale Raumfahrtgemeinde begehen am morgigen Mittwoch den 60. Jahrestag des Starts des ersten künstlichen Erdsateliten – Sputnik 1. Der Satellit, der die Form der Erde hatte und mit vier Stabantennen ausgestattet war, stieg am 4. Oktober 1957 vom Kosmodrom Baikonur auf und leitete mit seinem piep, piep, piep das kosmische Zeitalter ein.

Die darauffolgenen zwei Jahrzehnte werden zu recht die Goldenen Jahre der weltweiten Raumfahrt genannt. So startete 1961 Juri Gagarin als erster Mensch ins All, 1969 landete mit Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond, und 1975 kam es beim Sojus-Apollo-Testprojekt (SATP)  zur ersten russisch-amerikanischen Begegnung auf der Umlaufbahn. Zudem wurden viele andere große Erfolge bei der friedlichen Erschließung des Weltraums errungen.
Derzeit vollzieht die Menschheit den nächsten Schritt bei der Erforschung des Mondes und des Mars auf einem neuen wissenschaftlich-technischem Niveau.
Zu Ehren des Jubiläums findet in Moskau ein zweitägiges wissenschaftlich-technisches Forum der Russischen Wissenschaftsakademie und  des Staatskonzerns GK Roskosmos unter dem Motto Sputnik: 60 Jahre auf dem Weg der Entdeckungen statt.
 (Siehe dazu auch meinen Beitrag für SPON und
(c) Gerhard Kowalski