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BDLI hat neue Führungsspitze –  Dirk Hoke bleibt Präsident

Berlin, 27. März 2020 —   Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) hat turnusgemäß eine neue Führungsspitze gewählt. Diese Mannschaft aus erfahrenen Luft-  und Raumfahrtvertretern werde die Industrie durch die derzeitige Krise führen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen,  teilte der Verband am Freitag mit. Dirk Hoke, CEO von Airbus Defence and Space, sei erneut zum Präsidenten gewählt worden. Das Präsidium bestehe aus 22 Mitgliedern.

„Die Corona-Pandemie hat existentielle Auswirkungen auf alle Unternehmen unserer Luft-  und Raumfahrtindustrie“,  sagte Hoke beim ersten gemeinsamen Auftritt. „Wir sind in der schwersten Krise, wir müssen und werden alles tun zu deren Bewältigung. Mehr denn je brauchen wir jetzt den engen Schulterschluss mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – im Interesse des ganzen Landes. Gleichzeitig werden wir so viel wie möglich zur Lösung der Krise beitragen.“

© Gerhard Kowalski

 

Russischer Raumfahrtchef negativ auf Coronavirus getestet

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  27. März 2020 —   Der Generaldirektor der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Der Test sei erforderlich geworden, nachdem er bei einem Festkonzert zum 60. Jahrestag der Gründung des Kosmonautenkorps und des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin mit dem Sänger Lew Leschtschenko zusammengetroffen war,  melden Moskauer Medien am Freitag. Der Künstler liegt inzwischen mit einer Lungenentzündung auf Grundlage des Coronavirus im Krankenhaus.

Rogosin kann nach dem negativen Test auch zum nächsten Sojus-Start zur Internationalen Raumstation ISS am 9. April nach Baikonur (Kasachstan) reisen,  heißt es weiter. Die kasachischen Behörden haben dafür besonders strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

© Gerhard Kowalski

Atlas V bringt militärischen Hochfrequenz-Kommunikationssatelliten ins All

Credit:  ULA

Cape Canaveral,  26. März 2020 –   Eine Atlas V-Rakete hat am Donnerstag einen Hochfrequenz-Kommunikationssatelliten der U.S. Air Force ins All geschossen. Der Träger mit AEHF-6 an der Spitze stieg um 21.19 Uhr deutscher Zeit vom militärischen Teil des Weltaumbahnhofs Cape Canaveral (Florida) auf. Es war dies die erste Mission der United States Space Forces. Wegen eines Hydraulikproblems verzögerte sich der Start um gut eine Stunde.

© Gerhard Kowalski

GK Roskosmos bleibt beim ISS-Fahrplan

Credit:NASA

Moskau,  26. März 2020 —   Russland nimmt trotz der Corona-Epidemie keine Veränderungen am Fahrplan für die Internationale Raumstation ISS vor. So werde die neue Mannschaft mit Anatoli Iwanischin, Iwan Wagner (beide Russland) und Chris Cassidy (USA) am 9. April zur Station fliegen,  allerdings unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen,  teilte die Pressestelle der GK Roskosmos am Donnerstag in Moskau mit. Die alte Mannschaft mit dem Russen Oleg Skripotschka und den Amerikanern Jessica Meir und Andrew Morgan kehre planmäßig am 17. April auf die Erde zurück,  hieß es weiter.

Die neue Mannschaft ist seit Dienstag auf dem Kosmodrom Baikonur (Kasachstan). Zu ihrem Start sind allerdings weder Familienangehörige noch Journalisten zugelassen.

© Gerhard Kowalski

Astronautische Corona-Isolations-Tipps:   Gute Kommunikation und nicht in Panik verfallen

Credit:NASA

Credit:GK Roskosmos

Berlin,  26. März 2020 —   Kaum einer weiß besser als die Raumfahrer,  was es bedeutet, Monate oder gar Jahre weit weg von der Familie und der Erde zu arbeiten. Ihre Tipps für den Umgang mit der irdischen Corona-Isolation könnten deshalb sehr hilfreich sein.

Die US-Astronautin  Anne McClain,  die 203 Tage in der Internationalen Raumstation ISS war,  wartet gar mit einem 5-Punkte-Plan auf. Das Hauptstichwort dabei lautet:  Expeditionsverhalten. Das reicht von guter Kommunikation,  der Übernahme von Verantwortung,  der Anerkennung eigener Stärken und Schwächen bis hin zu Ruhe und Respekt sowie kooperativem statt Wettbewerbsverhalten.

Der russische Kosmonaut Pawel Winogradow,  der 546 All-Tage auf seinem Konto hat,   rät vor allem,  nicht in Panik zu verfallen. Zudem sollte man versuchen, etwas zu tun, was einem Freude macht. Das könnte nach seinen Erfahrungen sein,  ein gutes Buch zu lesen.

© Gerhard Kowalski

Russland stellt jetzt 80 Prozent der Elektronik-Komponenten seiner Raumfahrttechnik selbst her

Moskau,  26. März 2020 —   Russland stellt derzeit 80 Prozent der elektronischen Bauteile seiner Raumfahrttechnik selbst her. Das bedeute einen Zuwachs von 27 Prozent gegenüber 2017,  teilte die GK Roskosmos mit. Das wirke sich vor allem positiv auf die neuen GLONASS-K1-Navgationssatelliten aus,  mit deren Produktion in diesem Jahr begonnen werde. Um welche speziellen Bauteile es sich bei den noch fehlenden 20 Prozent handelt,  wurde nicht gesagt.

Bis 2014 musste Russland noch 80 Prozent der Bauteile aus dem Ausland importieren. Danach haben die USA ein strenges Exportverbot für strahlengeschützte und militärisch nutzbare Technik verhängt. Der Vorsitzende des Wissenschaftlich-Technischen Rates der GK Roskosmos,  Juri Koptjew,  hatte daraufhin eingeräumt,  dass die Sanktionen eines der Probleme der russischen Raumfahrt sind. Inzwischen entwickelt das Land eine eigene Mikroelektonik-Industrie.

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Tipp des Tages: Hobby-Astronaut Peter Ghost bietet Bastel- und Spielvorschläge für Kids in der Corona-Krise an

Der Hobby-Astronaut Peter Ghost, hinter dem sich ein einfallsreicher Verleger aus Dessau verbirgt,  hat sich eine wunderbare Beschäftigung für Mädchen und Jungen ausgedacht,  die wegen der Corona-Epidemie nicht zur Schule gehen können und den ganzen langen Tag über zuhause verbringen müssen. Er bietet ihnen Bastel- und Spielevorschläge an, mit denen sie die freie Zeit sinnvoll gestalten können.

Der Link zu der Facebook-Seite lautet https://www.facebook.com/AstronautPeterGhost/

Viel Spaß wünscht

Gerhard Kowalski

 

ESA-Satellitenkontrollzentrum Darmstadt stoppt zeitweilig Bobachtung von vier Weltraummissionen

Darmstadt,  25. März 2020 —  Das ESA-Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt stoppt wegen der Coronavirus-Epidemie zeitweilig die instrumentelle Beobachtung und Datensammlung von vier Weltraummissionen. Dabei handele es sich unter anderem um Mars Express, die 2003 gestartet wurde, ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) von 2016 und Solar Orbiter vom Februar 2020,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA in Paris mit. Insgesamt würden vom ESOC 21 Missionen kontrolliert.

Die große Mehrzahl der Mitarbeiter arbeite für rund zwei Wochen im Homeoffice,  sagte der ESA-Direktor für Operationen, Rolf Densing. Nur wenige Mitarbeiter seien europaweit vor Ort,  um Schlüsselaufgaben bei Realzeit-Operationen zu erfüllen.

© Gerhard Kowalski

#SpaceConnectsUs –   Botschaft der Hoffnung mit Astronauten

Paris,  24. März 2020 —  Die gesamte Welt musste sich in den letzten Wochen an eine ungewöhnliche Zeit in Isolation gewöhnen. Gemeinsam mit Asteroid Day, einer langjährigen Partnerorganisation der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die Bildungsprogramme mit Raumfahrt-Bezug leitet,  werden am Donnerstag Menschen mit Astronauten und Prominenten zusammengebracht, „um eine Botschaft der Hoffnung und Inspiration zu überbringen“, kündigte die ESA am Dienstag in Paris an. #SpaceConnectsUs finde als kostenloses und digitales Programm statt und solle Menschen in sozialer Isolation dazu ermutigen, sich an der Wissenschaft und unserem Heimatplaneten zu erfreuen. Interessenten können am Donnerstag von 16:00 bis 21:00 MEZ mit dabei sein, „wenn wir auf ESA WebTV und ESA YouTube live gehen“.

„Während des Programms verbinden wir uns mit Astronauten und Gästen aus aller Welt, die sich mit Kindern, jungen Erwachsenen und Familien und Freunden über ihre Erfahrungen und Lebenspraktiken auf engstem Raum austauschen“,  heißt es weiter. Die Gäste würden über ihr Vertrauen in die Wissenschaft und die Quellen ihrer Inspiration sprechen und darüber, was der Weltraum sonst noch bietet.

Die einzelnen Programmsegmente werden landesspezifisch mit unterschiedlichen Moderatoren und Teilnehmern zu den unten aufgelisteten Uhrzeiten ausgestrahlt:

  • ab 16 Uhr auf Niederländisch
  • ab 17 Uhr auf Deutsch
  • ab 18 Uhr auf Italienisch
  • ab 19 Uhr auf Französisch
  • ab 20 Uhr auf Englisch

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die ESA-Astronauten Alexander Gerst, Matthias Maurer, Thomas Reiter (alle Deutschland), Samantha Cristoforetti (Italien), Tim Peake (Großbritannien), Frank de Winne (Belgien) und André Kuipers (Niederlande).

Zu den prominenten Gastgebern gehören Professor Brian Cox, Ranga Yogeshwar und Bruce Benamran. Weitere prominente Gäste sind Schauspielerin und Neurowissenschaftlerin Mayim Bialik (The Big Bang Theory), Schauspielerin und Sängerin Olivia Newton-John sowie Schauspielerin Paulina Chávez (The Expanding Universe of Ashley Garcia).

© Gerhard Kowalski

 

 

China startet neue Gruppe von Erderkundungssatelliten

Peking, 24. März 2020 —  China hat am Dienstag eine neue Gruppe von Erderkundungssatelliten gestartet. Die zur Yaogan-30-Familie gehörenden Satelliten stiegen um 4.43 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Langer Marsch-2C-Trägerrakete vom Raumfahrtzentrum Xichang in der südwestlichen Provinz Sichuan auf,  meldet die Nachrichtenagentur Xinhua in Peking.

Die Satellitengruppe dient technologischen Umwelttests, wie es hieß. Es war dies der 329. Start einer Langer Marsch-Rakete.

© Gerhard Kowalski