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SpaceX startet Navigationssatelliten für das Pentagon

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  1. Juli 2020 — SpaceX hat am Dienstagabend deutscher Zeit den Navigationssatelliten GPS 3 SV03 für das Pentagon gestartet. Er gilt als erster Satellit für die neue US-Space Force. Die Falcon 9-Trägerrakete stieg um 22:10 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Die ausgebrannte Erststufe landete auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Der Start war wegen der Corona-Pandemie mehrfach verlegt worden.

Es handelte sich um den dritten Start eines GPS-Navigationssatelliten der dritten Generation. Der erste war im Dezember 2018 und der zweite im August 2019 ebenfalls für die Air Force aufgestiegen. Die GPS-Gruppierung umfasst nunmehr 31 Satelliten.

© Gerhard Kowalski

Dritte Weltkonferenz zur Kosmosforschung findet im Juni 2021 in St. Petersburg statt

Moskau,  30. Juni 2020 —   Die Dritte Weltkonferenz zur Kosmosforschung (Global Space Exploration Conference –  GLEX) findet nun vom 14. –  18. Juni 2021 in St. Petersburg statt. Sie war ursprünglich für den 9. –  11. Juni dieses Jahres geplant und musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden,  wie die Organisatoren mitteilten.

Geplant sind neben der Plenarsitzung mehr als 40 thematische Parallelsessionen sowie ein Jugendtag und eine Ausstellung.

© Gerhard Kowalski

Triebwerkskonstrukteur der Wostok-Rakete von Gagarin in den USA gestorben

 

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  29. Juni 2020 —   Der Konstrukteur der Triebwerke der Rakete von Juri Gagarin,  Anatoli Dawidowitsch Daron, ist am 24. Juni in den USA gestorben. Das teilte die Wissenschaftliche Produktionsvereinigung NPO Energomasch am Montag in Moskau mit. Sie würdigte den Verstorbenen, der seit 1998 mit seiner Familie in den Vereinigten Staaten lebte, als „hervorragenden Wissenschaftler und Konstrukteur“,  der von 1948 bis 1998 in der NPO als Nachfolgerin des OKB-456 gearbeitet habe und vom einfachen Konstrukteur zum Abteilungsleiter und leitenden Konstrukteur der Triebwerke für die weltweit erste interkontinentale ballistische Rakete R-7 sowie deren Varianten Wostok, Woßchod und Sojus aufgestiegen sei. Mit der Wostok war Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch in den Weltraum gestartet.

Daron,  der 1926 in Odessa geboren wurde,  war unter anderem Träger des Lenin-Ordens.

© Gerhard Kowalski

ESA sucht neuen Generaldirektor oder neue Generaldirektorin

Paris,  29. Juni 2020 —   Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht per Ausschreibung einen neuen Generaldirektor oder eine neue Generaldirektorin.  Bewerbungen in Form eines Anschreibens und eines Lebenslaufes sind spätestens bis zum 31. August an den Leiter der Personalabteilung zu richten,  heißt es in der Mitteilung. Anträge können lediglich Staatsangehörige der 22 ESA–Mitgliedsländer einreichen. Von ihnen werden internationale Erfahrungen in den Bereichen Politik, Technik, Wissenschaft, Wirtschaft bzw. Administration sowie in weltraumbezogenen Angelegenheiten erwartet.

Die Ausschreibung hat sich erforderlich gemacht,  weil die sechsjährige Amtszeit des amtierenden ESA-Generaldirektors Johann-Dietrich Wörner Mitte 2021 ausläuft.

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Russkij kosmos sieht Unzulänglichkeiten beim Crew Dragon von SpaceX

Credit:G. Kowalski

Moskau,  28. Juni 2020 —   Die Moskauer Raumfahrtzeitschrift Russkij kosmos (Der russische Kosmos) ist bei einer Analyse des neuen kommerziellen bemannten Raumschiffs Crew Dragon von SpaceX auf Unzulänglichkeiten gestoßen. Dabei geht es vor allem um die Anordnung der Triebwerke für das Notfallrettungssystem, die Disproportionen der Landekapsel und die Lage der Toilette für die vierköpfige Besatzung.

„Eine Reihe Spezialisten stellt die Sicherheit bei der unmittelbaren Nachbarschaft der Mannschaft mit einigen Tonnen toxischer Treibstoffkomponenten in Zweifel…, die unter Druck in die Triebwerke des Notrettungssystems geleitet werden“,  stellt das von der GK Roskosmos herausgegebene Fachblatt in seiner Juni-Ausgabe unter dem Titel Schönheit auf amerikanisch fest. Diese Zweifel würden durch die Explosion genährt, die im April 2019 das Raumschiff bei einem Bodentest dieses Systems gesprengt habe. Zudem fehle eine „normale Toilette“  in der überdimensionierten Landekapsel,  die ja ursprünglich für sieben Astronauten konzipiert  worden sei.

Die Frage,  ob diese Beanstandungen der nicht näher benannten Spezialisten Einfluss auf die Entscheidung der Russen haben könnten,  in diesen Raumschiffen mitzufliegen,  wird in dem Beitrag nicht gestellt. GK Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte in der Vergangenheit mehrfach betont,  dass seine Kosmonauten in das Raumschiff nur einsteigen werden, wenn dessen Sicherheit zweifelsfrei erwiesen sei.

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RKZ Progress in Samara entlässt 400 Mitarbeiter (Update)

Credit:RKZ Progress

Samara,  27. Juni 2020 –  Solche Meldungen haben absoluten Seltenheitswert,  obwohl bekannt ist, dass viele Betriebe der russischen Raumfahrtbranche nicht voll ausgelastet sind:  Das Weltraumraketenzentrum RKZ Progress in Samara an der Wolga hat im 1. Halbjahr 397 Mitarbeiter entlassen. Wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das regionale Arbeitsministerium meldete,  handelt es sich dabei unter anderem um Piloten,  weil die Flug-Abteilung des Unternehmens geschlossen worden sei. Den betroffenen Personen werde nach der geltenden Gesetzeslage die Möglichkeit geboten, eine andere Arbeit zu finden oder sich umschulen zu lassen.

Das RKZ Progress hat insgesamt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Wegen der Corona-Epidemie konnten zeitweise nur 30 Prozent der Belegschaft arbeiten. Die Produktion der neuen Trägerrakete Sojus-5 und von Satelliten sowie die Tests seien aber nicht unterbrochen worden,  heißt es.

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ISS:   US-Astronauten unternahmen ersten von vier Ausstiegen zum Batteriewechsel –  Aufgaben übererfüllt

Credit:NASA

Houston,  26. Juni 2020 —  Die US-Astronauten Chris Cassidy und Bob Behnken haben am Freitag den ersten von vier Ausstiegen aus der Internationalen Raumstation ISS unternommen. Sie übererfüllten dabei in 6:07 Stunden ihr Programm und bauten fünf von sechs Wasserstoff-Nickel-Batterien ab und installierten zwei von drei neuen Lithium-Ionen-Batterien,  teilte das Flugleitzentrum in Houston (Texas) mit. Der nächste Ausstieg ist für den 1. Juli geplant.

Vom Gelingen der vier Ausstiege hängt nach amerikanischen Angaben wesentlich ab,  ob Behnken und Doug Hurley,  die am 31. Mai mit Crew Dragon von SpaceX zur Station gekommen waren, am 2. August wieder auf die Erde zurückkehren können,  um den Testflug erfolgreich abzuschließen. Nach Auswertung der Daten soll dann in etwa sechs Wochen der erste reguläre Flug eines Crew Dragon zur Crew-1-Mission zur Station starten.

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Anna Kikina wird fünfte russische Kosmonautin

Credit:ZPK

Moskau,  26. Juni 2020  —  Anna Kikina wird voraussichtlich die fünfte russische Kosmonautin. Wenn alles gut gehe,  werde sie im Herbst 2022 zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, teilte der Chef der Kosmonautenabteilung, Oleg Kononenko, am Freitag mit. Kinina ist seit 2012  in der Abteilung. Sie war schon einmal ausgemustert, dann aber wieder aufgenommen worden. Sie wird wahrscheinlich zusammen mit Kononenko und Nikolai Tschub in der Station arbeiten.

Die bislang letzte russische Frau in der ISS war von September 2014 bis  März 2015 Jelena Serowa.

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ISS:   US-Astronauten beginnen ersten von vier Ausstiegen zum Batteriewechsel

Credit:NASA

Houston,  26. Juni 2020 —  Zwei US-Astronauten haben am Freitag den ersten von vier Ausstiegen aus der Internationalen Raumstation ISS begonnen, bei denen sechs alte Batterien durch neue ersetzt werden sollen. Der Kommandant der 63. ISS-Stammbesatzung,  Chris Cassidy,  und sein Landsmann Bob Behnken,  der mit Doug Hurley am 31. Mai mit dem kommerziellen Raumschiff Crew Dragon auf die Umlaufbahn gekommen war, verließen die Station um 13:32 Uhr deutscher Zeit.

Vom Gelingen der vier Ausstiege hängt nach amerikanischen Angaben wesentlich ab, ob Hurley und Behnken am 2. August wieder auf die Erde zurückkehren können,  um den Testflug erfolgreich abzuschließen. Nach Auswertung der Daten soll dann etwa sechs Wochen später der erste reguläre Flug eines Crew Dragon zur ISS beginnen,  die Crew-1-Mission, wie sie offiziell genannt wird.

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Gennadi Padalka:  Weltraumtourist müsste in den offenen Raum „getragen“  werden

Credit:ZPK

Moskau,  26. Juni 2020 —  Der russische Kosmosveteran Gennadi Padalka hat die Idee,  Weltraumtouristen für sehr viel Geld auch einen Ausstieg in den freien Raum zu ermöglichen,  scharf kritisiert. „Das ist ein großes Risiko“,  sagte Padalka,  der mit 878 Tagen im All Langzeitweltrekordler ist,  der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. „In diesem Fall würde ich es nicht Ausstieg in den offenen Weltraum nennen. Das heißt Hinaustragen des Touristen in den offenen Weltraum“,  fügte er hinzu.

Ein Ausstieg könne nicht ohne ein langes Training stattfinden,  und er müsste von einem erfahrenen Kosmonauten begleitet werden,  betonte Padalka. „Dabei treten Sicherheitsfragen auf. Ein Kosmonaut bereitet sich jahrelang vor,  trainiert und verbringt im Hydrolabor unter Wasser und auf spezialisierten Trainingsgeräten Dutzende und Hunderte Stunden“,  argumentierte er. Ein Ausstieg, wie er jetzt für 2023 geplant sei,   führe zu einer Abwertung und Diskreditierung des Kosmonautenberufs.

© Gerhard Kowalski