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NASA-Chef lobt Raumfahrtbeziehungen zu den Russen

Credit:ZPK

Washington,  14. März 2019 —   Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  hat die Raumfahrtbeziehungen zu den Russen ausdrücklich gelobt.  Ungeachtet der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern seien sie „einmalig“  und „stark“,  sagte er bei einer Anhörung im Kongress. Das sei gut für den Weltraum,  fügte er mit Blick auf die Internationale Raumstation ISS und die Mondpläne hinzu.

Bridenstine teilte ferner mit,  dass das schwere Trägersystem SLS für das Orion-Raumschiff wohl nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen werde. Deshalb erwäge man auch, Orion im Juni 2020 mit einer kommerziellen Rakete zu starten.

© Gerhard Kowalski

Vater Sergej in Baikonur in neuem Outfit

Credit:NASA

Baikonur,  13. März 2019 —   Im Vorfeld des morgigen Starts des Raumschiffes Sojus MS-12 mit der russisch-amerikanischen Besatzung zur Internationalen Raumstation ISS hat die US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA ein Foto des russisch-orthodoxen Geistlichen des Kosmodroms Baikonur (Kasachstan), Vater Sergej,  veröffentlicht. Es zeigt ihn in seinem neuen Outfit.

Normalerweise tritt er in seinem Kirchengewand und seltener in der blauen Firmenjacke des Raumfahrtstaatskonzerns GK Roskosmos auf. Nunmehr trägt der Geistliche eine Jacke mit der Aufschrift Vater Sergej an der rechten und Geistlicher von Roskosmos an der linken Seite auf. Dazwischen prangt quer eine Sojus-FG-Trägerrakete mit einem Raumschiff. An den Ärmeln ist Baikonur zu lesen, darüber befindet sich eine russische Flagge.

Vater Sergej segnet seit 1998 alle russischen Trägerraketen vor dem Start. Er trägt den Titel eines Verdienten Testers des Kosmodroms und der Weltraumtechnik. Zudem ist er Mitglied der Staatlichen Kommission, die die internationalen Besatzungen bestätigt.

© Gerhard Kowalski

US-Administration fordert 21 Milliarden Dollar für NASA

Washington,  12. März 2019 —   Davon können die Russen nur träumen:   Die US-Administration fordert vom Kongress 21 Milliarden Dollar für die Luft- und Raumfahrtbehörde NASA im Finanzjahr 2020, das am 1. Oktober beginnt.  Das bedeute eine Steigerung um fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreshaushalt,  betonte NASA-Chef Jim Bridenstine.

Die USA-Raumfahrt konzentriere sich im kommenden Jahrzehnt auf den Mond. So wolle man bis 2028  Lander, Roboter und eventuell auch Astronauten zum Erdtrabanten bringen,  sagte Bridenstine.

Die russische Raumfahrt verfügt nach jüngsten offiziellen Angaben über knapp 20 Prozent der NASA-Mittel.

© Gerhard Kowalski

Experte:  Private russische Raumfahrt hinkt bis zu sieben Jahren hinter SpaceX her

Moskau,  11. März 2019 —  Die private russische Raumfahrtindustrie hinkt zwischen fünf und sieben Jahren hinter der US-Konkurrenz wie SpaceX her. Um den Rückstand aufzuholen, müssten die russischen Unternehmen freien Zugang zu allen zivilen Technologien, zur Produktion und zur Testbasis erhalten sowie die Möglichkeit bekommen, die besten Fachleute zu engagieren,  sagte Andrej Ionin,   Korrespondierendes Mitglied der Ziolkowski-Raumfahrtakademie,  der Nachrichtenagentur TASS. Eine weitere Bedingung sei der Zugang zu Staatsaufträgen.

In Russland gibt es derzeit einige private Raumfahrtfirmen,  darunter S7 Space (Sea Launch),  KosmoKurs und Sputniks.

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Kalenderblatt:  85. Geburtstag von Juri Gagarin

Credit:G. Kowalski

Berlin,  9. März 2019 —   Am heutigen Samstag wäre der erste Kosmonaut der Welt,  Juri Gagarin, 85 Jahre alt geworden. Der am 9. März 1934 geborene russische Bauernsohn aus dem Gebiet Smolensk umkreiste in seinem Wostok-Raumschiff am 12. April 1961 die Erde und leitete damit das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein.

Im Alter von nur 34 Jahren verunglückte Gagarin am 27. März 1968 zusammen mit seinem Fluglehrer Wladimir Serjogin bei einem Übungsflug tödlich. Die genauen Umstände dieser nationalen Katastrophe der damaligen UdSSR sind bis heute nicht geklärt. Von der 20-köpfigen sogenannten Gagarinschen Garde leben noch drei:  Waleri Bykowski,  Alexej Leonow und Boris Wolynow.

Quasi zeitgleich mit dem Gagarin-Geburtstag droht Russland der Verlust des letzten Raumfahrtmonopols. Mit dem reibungslosen unbemannten Experimentalflug der kommerziellen Raumkapsel Crew Dragon schicken sich die USA an,  nach der Einstellung des Shuttle-Programms 2011 mit eigenen Raketen und Raumschiffen vom eigenen Territorium wieder Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS zu schicken. Im Juli soll es soweit sein. Deshalb versucht Moskau,  die dann frei werdenden Sojus-Plätze bei den ISS-Missionen unter anderem an zahlungskräftige Weltraumtouristen zu verkaufen.

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Crew Dragon dockt problemlos an ISS an

Credit:NASA

Houston,  3. März 2019 —   Nach rund 27-stündiger Verfolgungsjagd hat das erste kommerzielle US-Transportraumschiff am Sonntag die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die Crew Dragon-Kapsel des Unternehmens SpaceX von Elon Musk dockte um 11.51 Uhr deutscher Zeit problemlos automatisch an der Station an,  teilte die NASA mit. Die Frachtvariante Dragon musste hingegen immer mit einem Roboterarm eingefangen und dann an den Dockingport umgesetzt werden.

Crew Dragon hat bei seinem Testflug keine Besatzung an Bord, sondern nur ein Dummy sowie knapp 200 Kilogramm Nutzlast, die von der ISS-Crew mit Oleg Kononenko (Russland),  Anne McClain (USA) und David Saint-Jacques (Kanada) in Empfang genommen wurde. Das Raumschiff bleibt fünf Tage an der Station,  in denen zahlreiche Checks vorgenommen werden,  und kehrt am 8. Marz wieder zur Erde zurück. Die für die Amerikaner übliche Wasserung ist für 14.45 Uhr östlich von Cape Canaveral im Atlantik geplant. Für Juli ist die erste bemannte Mission vorgesehen,  womit die USA nach der Einstellung der Shuttle-Flüge 2011 dann wieder selbst ihre Astronauten zur ISS bringen können.

Für den Fall,  dass die Kopplung nicht geklappt hätte oder es gar zu einer Kollision zwischen beiden Raumflugkörpern gekommen wäre, waren speziell auf Wunsch der russischen Seite mit der NASA umfangreiche Vorkehrungen getroffen worden. Dazu gehörte, dass Kononenko im Sarja-Modul Stellung bezog,  um seine beiden Kollegen und sich selbst im hier angedockten Sojus-Raumschiff in Sicherheit zu bringen,  das auch als „Rettungsboot“  fungiert.

Crew Dragon war am Samstag um 8.48 Uhr mit einer schweren Falcon 9-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) gestartet. Präsident Donald Trump,  NASA-Chef Jim Bridenstine und Elon Musk sprachen in diesem Zusammenhang vom Beginn einer neuen Ära in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt.

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Kommerzielles US-Raumschiff Crew Dragon auf dem Weg zur ISS –   Erster Testflug nur mit einem Dummy an Bord

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  2. März 2019 —   Die US-Raumfahrt hat am Samstag mit dem Start des ersten kommerziellen Raumschiffs zur Internationalen Raumstation ISS ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufgeschlagen. Die Crew Dragon-Kapsel des Unternehmens SpaceX von Elan Musk hob um 8.49 Uhr deutscher Zeit mit einem Dummy an Bord an der Spitze einer schweren Falcon 9-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab. Die automatische Kopplung an die Station ist für Sonntag geplant. Der erste bemannte Flug mit zwei Astronauten soll im Juli stattfinden.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA und ihr russischer Partner GK Roskosmos haben gemeinsam eine ganze Reihe von Vorsichtsmaßnahmen besonders für den höchst unwahrscheinlichen Fall getroffen,  dass es zu einer Kollision von Crew Dragon mit der ISS kommen sollte. Dazu gehört auch ein Umstieg der russisch-amerikanisch-kanadischen Besatzung in die Sojus-Kapsel, die als Rettungsboot an der Station vor Anker liegt.

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DLR-Maulwurf hämmert sich erstmals in den Marsboden

Credit:NASA

Köln,  2. März 2019 —   Der Marsmaulwurf des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich am Donnerstag erstmals vollautomatisch in den Boden des Roten Planeten gehämmert. In einem ersten Schritt drang er über eine Phase von vier Stunden mit 4.000 Hammerschlägen etwa 18 bis 50 Zentimeter in den Marsboden ein,  teilte das DLR in Köln mit.

„Bei seinem Weg in die Tiefe ist der Maulwurf anscheinend auf einen Stein getroffen, hat sich um etwa 15 Grad geneigt und diesen beiseite gedrückt oder sich an ihm vorbeigeschoben“, sagte der wissenschaftliche Leiter des HP3-Experiments,  Tilman Spohn. „Anschließend hat er in fortgeschrittener Tiefe gegen einen weiteren Stein gearbeitet, bis die geplante vierstündige Betriebszeit der ersten Sequenz abgelaufen war.“

Nach einer Abkühlpause wollen die Forscher den Maulwurf in einer zweiten Sequenz für erneut vier Stunden weiterhämmern lassen. In den Folgewochen wollen sie bei ausreichend porösem Untergrund eine Zieltiefe von drei bis fünf Metern erreichen.

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NASA und GK Roskosmos einigen sich über Sicherheitsmaßnahmen bei Crew Dragon-Testflug zur ISS

Washington,  1. März 2019 –   Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA und die GK Roskosmos haben sich auf die Regulierung der unterschiedlichen Sicherheitsvorstellungen bei der bevorstehenden Kopplung von Crew Dragon an die Internationale Raumstation ISS geeinigt. Die NASA habe der russischen Seite erklärt,  welche Maßnahmen SpaceX für die Sicherheit der ISS und ihrer Besatzung bei der Annäherung des Raumschiffs an die Station trifft,  sagte der stellvertretende ISS-Programmchef Joel Montalbano.  Moskau habe um „zusätzliche Schritte“  gebeten,  die dann in einem Protokoll festgeschrieben worden seien.

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall einer Havarie sollte sich die Besatzung unter anderem darauf vorbereiten,  in das russische Sojus-Raumschiff umzusteigen, das auch als Rettungsboot dient,  sagte der NASA-Vertreter. Das sei geschehen.

Der Start von Crew Dragon zum ersten Testflug ist für Samstag geplant,  die Ankopplung für Sonntag.

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GK Roskosmos eröffnet Telefon-Hotline für Hinweise auf Qualitätsverstöße bei der Raketenproduktion

Moskau,  28. Februar 2019  —   Der Staatskonzern GK Roskosmos hat eine Telefon-Hotline geschaltet, über die anonym technologische Verstöße bei der Produktion von Raketentechnik gemeldet werden können. Die Maßnahme sei im Rahmen der Arbeit zur Erhöhung der Qualität und Kontrolle der laufenden Produktion getroffen worden, heißt es zur Begründung.

In der Vergangenheit hat die Verletzung der Produktionstechnologie immer wieder zu Havarien oder Pannen geführt. So musste im Oktober das Raumschiff Sojus MS-10 mit einem Russen und einem Amerikaner an Bord notlanden,  weil einer der vier Seitenbooster der ersten Raketenstufe nicht korrekt montiert worden war.

© Gerhard Kowalski