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Dreharbeiten für Spielfilm in der ISS sorgen für Wirbel im russischen Flugplan

Credit:NASA

Moskau,  18. November 2020 —  Die geplanten Dreharbeiten für den ersten Spielfilm in der Internationalen Raumstation ISS sorgen für einigen Wirbel im Flugplan der Russen für das nächste Jahr. Die noch nicht benannte Hauptdarstellerin des Streifens Wysow (Herausforderung) und ein weiteres Mitglied der Filmcrew –  möglicherweise ein Schauspieler,  Regisseur Klim Schipenko oder der Kameramann –  sollen am 5. Oktober mit dem Kosmonauten Anton Schkaplerow an Bord des Raumschiffes Sojus MS-19 für zwölf Tage zur Station fliegen,  wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf das vorläufige Startprogramm der RKK Energija für 2021 meldet.

Das wiederum erfordere, dass zwei der drei Besatzungsmitglieder des Raumschiffes Sojus MS-18,  das im April zur ISS fliegt,  statt der derzeit noch geplanten sechs Monate dann ein ganzes Jahr auf der Umlaufbahn bleiben müssen,  damit Raumschiffkommandant Oleg Nowizki die Schauspielerin und den zweiten Mitflieger nach den zwölf Tagen wieder zur Erde zurückbringen kann,  wie es heißt.

Initiatoren des ersten Spielfilms,  der überhaupt der im All gedreht wird,  sind die GK Roskosmos,   der Erste Kanal des russischen Fernsehens sowie das Studio Yellow, Black und White.

© Gerhard Kowalski

Arianespace:  Untersuchungskommission zum Fehlstart der Vega VV17-Mission eingerichtet

Paris,  17. November 2020 —  Arianespace hat nach dem Fehlstart der Vega VV17-Mission vom Dienstag eine Untersuchungskommission eingerichtet. Bei dem Unglück waren zwei geowissenschaftliche Beobachtungssatelliten verloren gegangen:  SEOSAT-Ingenio für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) und TARANIS für das französische Nationale Zentrum für Weltraumstudien (CNES).

Die Vega-Trägerrakete sei planmäßig vom Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) gestartet,  wurde betont. „Die ersten drei Stufen funktionierten nominell bis zur Zündung der oberen Stufe von AVUM acht Minuten nach dem Verlassen der Startrampe.“  Danach habe man die Kontrolle über die Mission verloren. Erste Untersuchungen hätten ergeben,  dass die wahrscheinlichste Ursache ein Problem im Zusammenhang mit der Integration des AVUM-Düsenaktivierungssystems der vierten Stufe sei.

© Gerhard Kowalski

GK Roskosmos:  Leck in der ISS geschlossen

Credit:NASA

Moskau,  17. November 2020 —   Das Leck in der Übergangssektion des russischen Swesda-Moduls der Internationalen Raumstation ISS ist geschlossen worden. Wie die GK Roskosmos am Dienstag in Moskau mitteilte,  geschah dies mit Hilfe einer Art Pflaster aus Gummi und Aluminiumfolie. Jetzt werde anhand des Luftdrucks und der Beobachtungen der Besatzung geprüft, ob diese Lösung dauerhaft ist.

Das Leck von etwa 4,5 Zentimetern Größe war im September vergangenen Jahres durch Druckabfall in dem Modul entdeckt worden. Es wurde daraufhin mit einem hitzebeständigen Klebeband provisorisch geschlossen. Dennoch wich immer wieder Luft aus der Station,  ohne dass allerdings die ISS-Besatzung, die mit der Ankunft des Crew Dragons inzwischen auf sieben Mitglieder angewachsen ist,  in Gefahr ist,  wie offiziell immer wieder betont wird.

© Gerhard Kowalski

Vega-Mission misslungen

Credit:ESA

Kourou,  17. November 2020 — Die Vega-Mission Flug VV17 vom Montag ist misslungen. Wie Arianespace mitteilte, wurde nach der ersten Zündung des Triebwerks der oberen Stufe von Avum eine Abweichung der Flugbahn festgestellt. Das habe zum Verlust der Satelliten SEOSAT-Ingenio und TARANIS geführt,  die auf eine sonnensynchrone Bahn gebracht werden sollten.

Einzelheiten des Fehlschlags sollen im Laufe des Dienstags auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.

© Gerhard Kowalski

Crew Dragon legt problemlos an der ISS an – Freudige Begrüßung durch Stammbesatzung (Update)

Credit:  NASA

Houston,  17. November 2020 —  Nach rund 27-einhalbstündiger Verfolgungsjagd hat der Crew Dragon des SpaceX-Konzerns von Elon Musk am Dienstagmorgen mit vier Astronauten an Bord um 5:01 Uhr deutscher Zeit die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die automatische Kopplung erfolgte problemlos am US-Modul Harmony.

Exakt zwei Stunden später stiegen Crew-1-Kommandant Michael Hopkins und Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Shannon Walker (alle USA) und Soichi Noguchi (Japan) in die Station um,  wo sie von den Russen Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschkow und der Amerikanerin Kathleen Rubins herzlich begrüßt  wurden,  die derzeit die 64. Stammbesatzung bilden. Es folgte das übliche Familienfoto –  die Neuankömmlinge in roter Montur,  die Stammbesatzung in blauer.

Hopkins sagte,  seine Mannschaft sei stolz,  mit dem Trio zusammenarbeiten zu dürfen. Die Dragon Crew  muss in den kommenden sechs Monaten ein höchst anspruchsvolles wissenschaftliches Forschungsprogramm abarbeiten. Zudem stehen mehrere Ausstiege in den freien Raum und der Empfang von Frachtraumschiffen auf dem Plan.

Die beiden Russen verlassen bereits am Mittwoch die Station zu rund fünfeinhalbstündigen Außenarbeiten. Es geht vor allem darum,  die Ankunft des neuen russischen Moduls Nauka (Wissenschaft) vorzubereiten,  das im April auf die Umlaufbahn kommen soll.

© Gerhard Kowalski

Rogosin speckt das GK Roskosmos-Management ab – Branche setzte über 10.000 Mitarbeiter frei (Update)

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  16. November 2020 –  Angesichts der prekären finanziellen Situation Russlands speckt die GK Roskosmos das Management der Raumfahrtbehörde ab. So werde das Gehalt der Führungskräfte um 15 bis 20 Prozent gekürzt,  kündigte Generaldirektor Dmitri Rogosin an. Zudem würden 100 Stellen abgebaut. Auch der Fuhrpark sei von den Sparmaßnahmen betroffen. So werde ein Großteil der Manager ab dem 1. Januar auf den Dienstwagen verzichten und auf Taxis umsteigen.

Einzelheiten zu den Gehältern der Führungskräfte wurden nicht mitgeteilt. Aus dem Geschäftsbericht für 2019 geht lediglich hervor,  dass das Durchschnittsjahresgehalt aller Roskosmos-Mitarbeiter umgerechnet etwa 6.000 Euro betrug.

Wie der Vize-Generaldirektor für administrative und korporative Fragen,  Iwan Chartschenko,  mitteilte,  hat sich die Zahl der Mitarbeiter der gesamten Branche von Mai 2018 bis heute um über 10.000 auf nur noch 170.500 verringert. Die „Veränderungen“  beträfen im wesentlichen das nicht produktive Personal. Die Arbeitsproduktivität sei dabei um 16 Prozent gestiegen.

© Gerhard Kowalski

Crew Dragon mit vier Astronauten auf dem Weg zur ISS –   USA melden sich in der bemannten Raumfahrt zurück

Credit:NASA

Cape Canaveral,  16. November 2020 —  Neun Jahre nach dem Ende des Space Shuttle-Programms melden sich die USA mit einem neuen eigenen System in der bemannten Raumfahrt zurück. Der Crew Dragon des SpaceX-Konzerns von Elon Musk hob am Sonntag um 19:27 Uhr Ortszeit  (Montag 01:27 Uhr deutscher Zeit) mit drei NASA–  und einem japanischen Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab und nahm Kurs auf die Internationale Raumstation ISS.

Die Ankopplung ist für Dienstag 5:27 Uhr geplant,  was allerdings zu einem Protest des russischen Kommandanten Sergej Ryshikow führte. Denn der Start des Crew Dragon musste wegen schlechten Wetters um einen Tag verschoben werden. Dadurch werden Ryshikow und sein Landsmann Sergej Kudj-Swertschkow unglücklicherweise bei ihren Vorbereitungen auf einen Ausstieg am Mittwoch gestört.

In der ISS werden der Crew-1-Kommandant Michael Hopkins  und Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Shannon Walker und Soichi Noguchi neben den Russen von der Amerikanerin Kathleen Rubins erwartet,  die derzeit die 64. Stammbesatzung bilden. Die Neuankömmlinge schließen sich dem Trio an und arbeiten in den kommenden sechs Monaten ein höchst anspruchsvolles wissenschaftliches Forschungsprogramm ab.

Für Hopkins und Walker ist das bereits der zweite Besuch in der ISS,  für den Japaner als erstem internationalen Passagier von SpaceX sogar der dritte. Glover ist Weltraumneuling.

NASA-Chef Jim Bridenstine nannte die Premieren-Mission einen „weiteren großen Sprung“  bei der Kommerzialisierung der astronautischen Raumfahrt. Die NASA werde einer von „vielen Kunden in einem sehr robusten kommerziellen Markt im erdnahen Orbit“  sein,  sagte er.

Die US-Weltraumbehörde,  die mit den Russen,  Kanadiern,  Europäern und Japanern die ISS aus der Taufe gehoben hat,  wird sich mit dem Beginn der privaten Raumfahrtmissionen von SpaceX und dann auch Boeing nur noch auf die Vermittlung von Astronauten der Partneragenturen für Mitflüge zur Station beschränken. Voraussetzung ist dabei die angemessene Beteiligung an den Betriebskosten. Einer der ersten Kandidaten ist dabei der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer,  der bereits im kommenden Jahr zur ISS fliegen soll.

Ansonsten will sich die NASA fortan vor allem dem Mond,  dem Mars und dem fernen Weltraum widmen. Nach dem Präsidentenwechsel von Donald Trump zu Joe Biden zeichnet sich hier allerdings schon eine Änderung offenbar zu Gunsten des Kampfes gegen den Klimawandel ab.

© Gerhard Kowalski

Start der Crew-1-Mission zur ISS um einen Tag verschoben

Credit:NASA

Washington,  14. November 2020 – Der für den heutigen Samstag geplante Start des Crew Dragon von SpaceX zu seiner ersten regulären Mission zur Internationalen Raumstation ISS ist aus Witterungsgründen auf Sonntag verschoben worden. Wie der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine, mitteilte,  soll er nun am Sonntag um 19:27 Uhr Ortszeit (Montag 01:27 Uhr deutscher Zeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) stattfinden.

Ausläufer des Tropensturms Eta sorgen derzeit auch auf Florida für starke Winde und heftigen Wellengang,  der zum Beispiel die normale Rückkehr der ausgebrannten ersten Stufe der Falcon 9-Trägerrakete auf eine schwimmende Plattform im Atlantik behindern könnte.

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USA starten erfolgreich neuen geheimen Aufklärungssatelliten (korrigierte Fassung)

Credit:ULA

Cape Canaveral,  13. November 2020 —  Die USA haben am Freitag erfolgreich einen neuen geheimen Aufklärungssatelliten gestartet.  Die Atlas V-Rakete mit NROL-101 der Nationalen Aufklärungsbehörde (NRO) an der Spitze stieg um 23:32 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Der Start war wegen schlechten Wetters und technischer Probleme mehrfach verschoben worden.

Medienberichte zufolge sollen bei der streng geheimen Mission Informationen für die US-Regierung gesammelt werden. So soll der Abhörsatellit die Funksignale und den Kommunikationsverkehr „von Gegnern auf der ganzen Welt abgefangen“.

Es war dies die 29. NRO-Mission.

 

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NASA-Chef Bridenstine:  Noch keine Übereinkunft mit Russland über künftige gemeinsame Flüge zur ISS

Credit:ZPK

Washington,  13. November 2020 —  Der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine, hat mitgeteilt,  dass es mit den Russen bisher noch keine Übereinkunft über  künftige gemeinsame Flüge zur Internationalen Raumstation ISS gibt. Beide Seiten arbeiten jedoch an einer Lösung,  sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz. Sie seien daran interessiert, in den Raumschiffen der jeweils anderen Seite zu fliegen.

Wir bewegen uns auf eine neue Ära zu, in der wir statt Plätze beim anderen zu kaufen Besatzungen austauschen, betonte Bridenstine. Die Russen hatten immer wieder betont,  dass sie ihre Kosmonauten erst dann US-Raumschiffen anvertrauen, wenn diese sicher sind.

© Gerhard Kowalski