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Weltpremiere im All:  Erstmals Frachter nach zwei Erdumkreisungen an ISS angekoppelt

Credit:GK Roskosmos

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Koroljow/Baikonur,  10. Juli 2018 —   Russland hat in der Nacht zum Dienstag eine Weltpremiere vollzogen:  Erstmals wurde ein Frachtraumschiff nach dem superkurzen Schema zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.  Progress MS-09 wurde am Montagabend um 23.51 Uhr deutscher Zeit mit einer Sojus-2.1a-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet und erreichte am Dienstagmorgen um 3.31 Uhr –  und damit acht Minuten früher als geplant –   nach nur zwei Erdumkreisungen sein Ziel,  wie das Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau meldete.

Der Premierenflug wurde erstmals auch mit Bord-Videokameras gefilmt. Zwei vorangegangene Startversuche nach diesem neuen Schema schlugen im Oktober 2017 und im Februar dieses Jahres fehl. Sie waren automatisch abgebrochen worden. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2012 und lag bei vier Erdumkreisungen. Die Amerikaner brauchen derzeit zwei Tage.

Progress MS-09 legte mit rund 2,5 Tonnen Nachschub automatisch am Modul Pirs an. Der Frachter bringt unter anderem Treibstoff,  Wasser,  Lebensmittel,  wissenschaftliche Ausrüstungen,  Medikamente,  Verbrauchsmaterial,  einen dritten Orlan-MKS-Ausstiegsskaphander und zwei Satelliten,  die von Schülern und Spezialisten des Unternehmens Sputniks montiert wurden,  auf die Umlaufbahn. SiriusSat-1 und -2 sollen im August  während eines Ausstiegs von den russischen Kosmonauten Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew im freien Raum ausgesetzt werden und das Weltraumwetter erforschen.

Die ISS-Besatzung,  zu der auch der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst gehört,  darf sich unter anderem auf verschiedene neue Fisch-  und Fleischgerichte,  Mini-Würste,  Joghurt,  Hirsebrei und Süßigkeiten freuen.

Das neue Schema soll nach einer gründlichen Prüfung später auch bei bemannten Flügen eingesetzt werden.

© Gerhard Kowalski

Premiere in Baikonur:  Erstmals Frachter nach dem superkurzen Schema auf dem Weg zur ISS

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  9. Juli 2018 —   Russland hat in der Nacht zum Dienstag eine bemerkenswerte Premiere begonnen:  Erstmals wurde ein Frachtraumschiff nach dem superkurzen Schema zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.  Progress MS-09 wurde am Montagabend um 23.51 Uhr deutscher Zeit mit einer Sojus-2.1a-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet und soll am Dienstagmorgen um 3.39 Uhr nach nur zwei Erdumkreisungen sein Ziel erreichen.

Der Premierenflug wurde erstmals auch mit Bord-Videokameras gefilmt. Zwei vorangegangene Startversuche nach diesem neuen Schema schlugen im Oktober 2017 und im Februar dieses Jahres fehl. Sie waren automatisch abgebrochen worden.

© Gerhard Kowalski

China startet erfolgreich zwei pakistanische Satelliten

Peking,  9. Juli 2018 —   China hat am Montag erfolgreich zwei pakistanische Satelliten gestartet. Die Langer Marsch-2C-Trägerrakete mit PRSS-1 und PakTES-1A an der Spitze stieg um 5.56 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumzentrum Jiuquan in Nordwestchina auf,  teilte die offizielle Nachrichtenagentur XINHUA mit.

PRSS-1 ist ein optischer Erderkundungssatellit. Er dient vor allem der Überwachung landwirtschaftlicher Kulturen und der Katastrophenvorsorge. PakTES-1A dient wissenschaftlichen Eperimenten.

Es war dies der 279. Start einer Rakete des Typs Langer Marsch,  heißt es in der Mitteilung.

© Gerhard Kowalski

Russland will Kosmosnahrung weltweit vermarkten

Credit:NASA

Moskau,  9. Juli 2018 —  Russland will seine Weltraumnahrung, mit der seine Kosmonauten in der Internationalen Raumstation ISS versorgt werden, jetzt auch weltweit vermarkten. Als potentielle Kunden werden vor allem jene Länder angesehen,  die ebenfalls Weltraumprogramme verfolgen,  wie die Aktiengesellschaft (AO)  Laboratorium für kosmische Nahrung mitteilte. Daneben sollen auch ganz normale Verbraucher angesprochen werden.

Die russischen ISS-Nahrungsmittel werden in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Forschungsinstitut für die Lebensmittelkonzentrat-Industrie und einem Experimentalwerk hergestellt. Derzeit wird an einer neuen Generation von Weltraumnahrung für Kosmonauten und Normalverbraucher gearbeitet,  die der ausgewogenen und gesunden Ernährung dient,  betonte der Pressedienst der Aktiengesellschaft.

Im Gegensatz zu den Russen verwenden die Astronauten der anderen ISS-Partnerländer weitgehend handelsübliche Lebensmittel.

© Gerhard Kowalski

Neubrandenburger Raumfahrtzeitschrift und Andreas Drexler stiften Preis „Silberner Meridian“  –  Erstmalige Verleihung an Sigmund Jähn

Credit:RC

Berlin,  7. Juli 2918 —   Die Neubrandenburger Zeitschrift Raumfahrt Concret und Herr Andreas Drexler haben den Preis Silberner Meridian gestiftet. Er soll erstmalig am 26. August in Morgenröthe-Rautenkranz als Preis deutscher Raumfahrtvereine und -freunde an Sigmund Jähn verliehen werden,  wie die Stifter am Samstag mitteilten. Anlass ist der 40. Jahrestag des Fluges von Jähn als erster Deutscher ins All (26. 8. –  3. 9. 1978). Die Stifter rufen alle Raumfahrtvereine und Freunde der Raumfahrt auf,  sich an dem jährlich zu verleihenden Preis zu beteiligen. Auch Sponsoren und Einzelspender seien willkommen.

Beim Silbernen Meridian handelt es sich um eine Anstecknadel mit einem 22 Millimeter großen Ring an der Spitze, in dem eine stilisierte Erde aus Lapis-Edelstein vom Mond und einem Satelliten umkreist wird.

Eintümlicherweise ist weder in der Pressemeldung noch in der „Satzung der Verleihungsinitiative“ des Preises erwähnt, wann, wie lange und mit wem Sigmund Jähn den Raumflug durchgeführt hat, da ja die DDR bekanntlich über keine eigenen Raumschiffe verfügt hat.

© Gerhard Kowalski

Luft- und Raumfahrt-Koordinator begrüßt höhere Investitionen im Haushalt 2018

Berlin,  6. Juli 2018 —  Der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, hat die im Haushalt 2018 beschlossene Aufstockung der Luft- und Raumfahrtprogramme begrüßt. Die Luft-  und Raumfahrt sei eine Schlüsseltechnologie für Deutschland als High-Tech-Standort,  betonte Jarzombek am Freitag in Berlin. Mit zusätzlichen Haushaltsmitteln von über 190 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung werde die Wettbewerbs-  und Zukunftsfähigkeit des Luft-  und Raumfahrtstandorts Deutschland gestärkt.

Für die Luft- und Raumfahrt stehen nach den Beschlüssen des Bundestages von Donnerstag zum Haushalt 2018 und den Planungen der Bundesregierung zusätzlich knapp über 190 Millionen Euro bis 2022 zur Verfügung. Daneben erhöht sich der Beitrag aus dem Haushalt des Wirtschaftsministeriums für die deutsche Beteiligung an der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) um rund 97 Millionen Euro. Insgesamt wird das Ministerium 2018 853 Millionen Euro in Programme der ESA investieren. Dies ermöglicht insbesondere die weitere Beteiligung an der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6, der Internationalen Raumstation ISS und der Forschung unter Weltraumbedingungen in den Bereichen Humanphysiologie, Materialwissenschaften, Physik, Biologie und Biotechnologie.

© Gerhard Kowalski

Russischer Triebwerkbauer NPO Energomasch zweifelt an Effektivität mehrfach verwendbarer Erststufen

Moskau,  6. Juli 2018 —   Der führende russische Triebwerksbauer NPO Energomasch zweifelt an der Effektivität des Einsatzes mehrfach verwendbarer amerikanischer Raketenerststufen. Das US-Unternehmen SpaceX habe bisher nicht nachweisen können,  dass der wiederholte Einsatz solcher Stufen „einen wesentlichen Nutzen“  für seine Kunden bringt, heißt es im Jahresbericht 2017 der Wissenschaftlichen Produktionsvereinigung (NPO).

Russland selbst arbeitet aber ebenfalls an wiederverwendbaren Erststufen. Eigens dafür ist beim Chrunitschew-Konzern eine Mannschaft von Spezialisten zusammengestellt worden. Sie präferieren aber eine „geflügelte“  Raketenerststufe,  die wie ein Flugzeug zur Erde zurückkehrt und auf einem Flugplatz landet. 2003 hatte Chrunitschew  das Modell der wiederverwendbaren Erststufe Baikal  für die Angara-Familie präsentiert.

Die Triebwerke der NPO Energomasch werden auch in den US-Trägern Atlas 5 und Antares sowie in den südkoreanischen KSLV-Raketen eingesetzt.

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Leitung des Kosmodroms Baikonur verbietet Nutzung der sozialen Medien

Credit:GK Roskosmos

Baikonur,  5. Juli 2018 —  Die Leitung des Kosmodroms Baikonur (Kasachstan) hat es allen Mitarbeitern verboten,  während  der Arbeitszeit die sozialen Medien zu nutzen. Das gelte sowohl für die Diensttelefone und -Tablets als auch für die entsprechenden privaten Geräte, heißt es in einer Verordnung von Kosmodrom-Chef Jewgeni Rakowski. Auf diese Weise sollen der Abfluss von dienstlichen Informationen verhindert und die Arbeitsdisziplin gefestigt werden,  berichten Moskauer Agenturen.

In der Verordnung werden alle sozialen Medien aufgelistet,  die unter das Verbot fallen,  wird weiter betont.

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Trump kündigt baldige Gründung der Weltraumstreitkräfte an

Credit:White House

Washington,  5. Juli 2918 —   US-Präsident Donald Trump hat die baldige Gründung von Weltraumstreitkräften als eigenständige Waffengattung angekündigt. „Wir könnten bald Weltraumstreitkräfte haben“,  sagte Trump am Mittwoch vom Balkon des Weißen Hauses in Washington vor Soldaten. Alle seien mit „sehr großem Enthusiasmus“  dafür.

Der Präsident hatte am 18. Juni die Bildung dieser Special Forces angeordnet.  Er begründete diesen Schritt mit dem Hinweis darauf,  dass die Vereinigten Staaten weiter im Weltraum dominieren wollen.

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Alexander Gerst spricht über Funk aus der ISS mit Schülern

Credit:DLR

Bonn,  4. Juli 2018 —   16 Schülerinnen und Schüler des Kardinal-Frings-Gymnasiums (KFG) haben am Dienstag in Bonn mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation ISS gesprochen. Im Zuge des Amateur Radio on the International Space Station (ARISS)-Projekts stellten sie ihm ihre Fragen. Bonn war nach dem gemeinsamen Kontakt des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Leverkusen und des Schickhardt-Gymnasiums in Herrenberg die zweite von insgesamt zehn derartigen Veranstaltungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen von Gersts horizons-Programm.

„Was ist das Interessanteste, das Sie jemals aus dem All gesehen haben,  und was war Ihr bester Blick auf die Erde? OVER“,  fragte der 16-jährige Leon. „Das ist eine schwierige Frage. Ich denke,  am interessantesten ist überhaupt dieser Blick auf die Erde runter. Es ist gar nicht so wichtig,  was man sieht,  sondern eher,  dass man realisiert,  dass die Erde wirklich bloß so ein kleiner Steinhaufen ist,  den man hier oben sieht –   und alles,  was darum herum ist,  ist erstmal schwarz und weit weg. OVER“,  lautete die Antwort aus dem Weltraum.

„Welche äußere geografische Veränderung haben Sie –  verglichen mit Ihrem ersten Flug –  beobachtet? OVER“,  wollte der 16-jährige Clemens von dem Astronauten wissen. „Wenn man genau hinschaut,  dann sieht man tatsächlich ein paar Veränderungen. Man sieht zum Beispiel,  dass  manche Gletscher kürzer geworden sind – in den Alpen,  in Neuseeland und in den Anden. Man sieht Seen, die austrocknen. Es gibt einige, die immer kleiner werden. Man sieht Wälder, die mehr und mehr gerodet werden. Das ist schon etwas,  das man von hier oben sehen kann. Aber ich glaube, das Gefährlichste, was wir nicht sehen können, ist,  wie sich das Klima verändert.“

DLR-Vorstand Walther Pelzer zeigte sich begeistert von dem Gespräch. „Heute haben wir die emotionale Wirkung der Raumfahrt auf Jugendliche erlebt. Die Schülerinnen und Schüler waren mit Feuereifer bei der Sache“,  sagte er. Diese persönliche Begeisterung wirke bis in die spätere Berufswahl hinein. Deshalb investiere die deutsche Raumfahrtagentur in solche Veranstaltungen.

© Gerhard Kowalski