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Mit einem Minisatelliten die Erde beobachten: Ausschreibung des Deutschen CanSat Explorer Wettbewerbs 2020/21

Köln,  17. September 2020 —  Ab sofort können sich Schülerinnen und Schüler für den diesjährigen Deutschen CanSat Explorer Wettbewerb bewerben,  den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt. Gesucht werden technikbegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren,   die im Team einen eigenen Minisatelliten bauen wollen,  teilte das DLR in Köln mit.

Aufgabe des Satelliten in der Größe einer Getränkedose ist die Erkennung von Objekten am Boden. Dafür werden die fertigen Satelliten im Frühjahr 2021 mit einer Rakete in eine Höhe von etwa einem Kilometer gebracht. Weitere Informationen sowie die Richtlinien und das Bewerbungsformular sind auf www.cansat.de zu finden. Die Bewerbungsphase endet am 18.  Oktober 2020.

© Gerhard Kowalski

Industrie beginnt Arbeiten an Europas planetarer Verteidigungsmission Hera

Paris,  16. September 2020 —  Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat einen Auftrag über 129,4 Millionen Euro für die detaillierte Konzeption, den Bau und die Tests von Hera vergeben. Damit kann die Industrie die Arbeit an der ersten ESA-Mission zur planetaren Verteidigung beginnen.

Hera –   benannt nach der griechischen Göttin der Ehe – wird zusammen mit der NASA-Raumsonde Double Asteroid Redirect Test (DART) die erste Sonde sein, die ein Rendezvous mit einem binären Asteroiden-System vollzieht – einer wenig erforschten Klasse, die etwa 15 Prozent aller bekannten Asteroiden ausmacht.

Der Vertrag wurde von Franco Ongaro, ESA-Direktor Technology, Engineering &  Quality, und Marco Fuchs, CEO des deutschen Raumfahrtunternehmens OHB und Hauptauftragnehmer des Hera-Konsortiums, unterzeichnet. Die Vertragsunterzeichnung fand im Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt statt, von wo aus die Hera-Mission nach ihrem Start in 2024 kontrolliert wird.

© Gerhard Kowalski

Eklat in der russischen Raumfahrt – Wissenschaftler wirft Rogosin „Stehgreifdichtung“  vor

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  15. September 2020 —  In der russischen Raumfahrt ist es am Dienstag zu einem beispiellosen Eklat gekommen. Der Wissenschaftliche Direktor des Moskauer Instituts für Weltraumpolitik,  Iwan Moissejew, hat ungewöhnlich scharfe Kritik am Generaldirektor der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin (Foto),  geübt. Die Mitteilung Rogosins vom selben Tag,  dass Russland eine eigene Venus-Mission plane,  sei „Stehgreifpolitik“,  wie sie für den Chef der Raumfahrtagentur charakteristisch sei. Wenn man ihn nach irgendetwas frage,  sage er immer,  „dass wir das auch machen“. Da das alles nicht im Raumfahrtprogramm stehe,  sei das „heiße Luft“.

Er höre zum ersten Mal von einem solchen „neuen Apparat“,  betonte Moissejew,  und das passiere nicht zum ersten Mal.  Auf diese Weise sei auch „die Neuigkeit  von einer wiederverwendbaren Rakete Amur entstanden“. Rogosin könne sich nicht zurückhalten. „Wenn die Amerikaner sagen, dass sie zum Pluto fliegen, sagt er, dass auch bei uns schon lange ein solches Programm existiert.“

Zuvor hatte GK Roskosmos-Pressechef Wladimir Ustimenko einmal mehr eine Mitteilung seines Chefs präzisieren müssen. Rogosin hatte zur Überraschung der Fachwelt mitgeteilt, dass sich Russland vom gemeinsamen Venus-Programm mit den USA zurückziehen werde,  um eine eigene Mission auf die Beine zu stellen. Russland verzichte nicht auf die Zusammenarbeit mit den USA beim Projekt Venera-D,  sondern plane nur,  sich der breiten internationalen Kooperation bei dieser Mission zu enthalten,  stellte Ustimenko klar.

© Gerhard Kowalski

 

China startet neun Satelliten von einer schwimmenden Plattform

Peking,  15. September 2020 —  China hat am Dienstag erfolgreich neun Satelliten in ihre geplante Umlaufbahn geschickt. Die Jilin-1 Gaofen 03-1-Satelliten seien mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-11 erstmals von einer schwimmenden Plattform im Gelben Meer gestartet worden,  teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit.

© Gerhard Kowalski

ESA Open Day bei ESTEC findet diesmal online statt

Paris,  15. September 2020 —  Der diesjährige ESA Open Day bei ESTEC in den Niederlanden findet online statt. Die fortgesetzten COVID-19-Beschränkungen machten es unmöglich, Personen persönlich vor Ort zu lassen,  teilte die Europäische Weltraumorganisation in Paris mit. Die Teilnehmer könnten jedoch weiterhin virtuelle Führungen durch das umfangreiche Gebäude genießen, einzigartige Nahaufnahmen der Weltraumhardware erhalten und direkt mit Astronauten und Weltraumexperten interagieren.

Die Teilnehmer müssen sich in einem virtuellen Auditorium anmelden und können dann frei wählen,  welche „Räume“  sie besuchen. Viele der beliebtesten Highlights der vergangenen Jahre werden angeboten,  darunter Weltraumkarrieregespräche der ESA-Personalabteilung,  Einzelheiten zur Arbeit von ESA Education mit Schülern und Studenten sowie Weltraum-Geschichtenerzähler, die neue Perspektiven auf Weltraum und Gesellschaft bieten.

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ISS-Ausweichmanöver abgesagt –   US-Militärsatellit stellt keine Gefahr mehr dar

Credit:NASA

Moskau,  13. September 2020 —  Das für die Nacht zum Montag angekündigte Ausweichmanöver der Internationalen Raumstation ISS vor Weltraumschrott ist nicht mehr erforderlich. Der nicht mehr funktionstüchtige amerikanische Militärsatellit BRICSat-2,  der sich auf Kollisionskurs befand,  stelle keine Gefahr mehr dar,  teilte die GK Roskosmos am Sonntag mit. Das Ausweichmanöver sollte zwischen 23:00 und 00.00 Uhr deutscher Zeit stattfinden.

Der US-Satellit war im vergangenen Jahr mit einer Falcon Heavy von SpaceX ins All geschossen worden. In der ISS halten derzeit die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Amerikaner Chris Cassidy Wache.

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China:   Fehlstart eines optischen Fernerkundungssatelliten

Jiuquan,  12. September 2020  —  Der Start des optischen Fernerkundungssatelliten Jilin-1 Gaofen 02C mit der Kuaizhou-1A-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Jiuquan im Nordwesten Chinas ist am Samstag fehlgeschlagen. Der Satellit habe die vorausberechnete Umlaufbahn nicht erreicht, teilte die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua mit.

Die Ursache der Havarie werde untersucht,  heißt es weiter.

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3.1-Rocket-Start von Astra misslungen

Credit:Astra

Kodiak Island,  12. September 2020 —  Der Erststart der Rocket 3.1 des US-Unternehmens Astra vom Pacific Spaceport Complex Kodiak Island (Alaska) ist in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit misslungen.  Die erste Stufe des zweistufigen Trägers habe versagt,  teilte das kalifornische Startup aus  Alameda mit.

Die nur 11,6 Meter große Rakete soll Mikrosatelliten und CubeSats in eine Umlaufbahn befördern. Ein erster Startversuch musste am Freitag wegen eines technischen Problems abgebrochen werden.

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ISS-Umlaufbahn für Rekordflug planmäßig korrigiert

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  11. September 2020 —  Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am späten Donnerstagabend planmäßig korrigiert worden. Dazu wurden um 22:32 Uhr deutscher Zeit die Triebwerke des Frachters Progress MS-14 für 225 Sekunden gezündet,  teilte die GK Roskosmos mit. Die Station umkreist die Erde damit nunmehr auf einer mittleren Bahnhöhe zwischen 419,6 und 437,9 Kilometern.

Die Korrektur diente der Schaffung der ballistischen Voraussetzungen für den Flug des Raumschiffes Sojus MS-17 am 14. Oktober zur ISS. Nach Angaben der US-Luft- und Raumfahrbehörde NASA erfolgt der Start um 7:45 Uhr vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan. Die Kopplung des Raumschiffes mit den russischen Kosmonauten Sergej Ryshikow und Sergej Kudj-Swertschkow sowie der US-Astronautin Kathleen Rubins an die Station sei für 10:50 Uhr und damit nach der neuen Rekordzeit von lediglich drei Stunden und fünf Minuten geplant.

Der bisherige Rekord stammt vom September 2017. Sojus MS-06 erreichte damals die Station nach fünf Stunden und 38 Minuten.

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Angara-Starttisch in Wostotschny angekommen

Credit:GK Roskosmos

Wostotschny, 10. September 2020 —  Nach knapp zweimonatiger Reise ist der Starttisch für die Rampe der schweren Trägerrakete Angara auf dem Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet angekommen. Die über 2.000 Tonnen schwere Konstruktion war am 20. Juli auf der Swjosdotschka-Werft in Sewerodwinsk nahe Archangelsk am Weißen Meer auf den Frachter Barenz verladen und über rund 6.500 Kilometer auf dem Nördlichen Seeweg nach Sowjetski Gawan in der fernöstlichen Region Chabarowsk transportiert worden. Dort wurde sie auf ein Flussschiff umgeladen und dann über den Amur und die Seja zur Stadt Swobodny gebracht. Die letzten Kilometer wurden dann auf dem Landweg zurückgelegt.

Ab November beginnt die Montage des Starttisches. Der erste Start der Angara-A5 mit dem noch unbemannten neuen Raumschiff Orjol (Adler) ist für Ende 2023 geplant.

Russlands Raumfahrttechnik wird überwiegend im europäischen Landesteil produziert und muss dann nach Baikonur (Kasachstan) oder Wostotschny  jenseits des Urals transportiert werden. Die Eisenbahntunnel sind dabei oft natürliche Hindernisse,  die umgangen werden müssen.

© Gerhard Kowalski