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Russische Kosmonauten schließen ersten und wahrscheinlich einzigen ISS-Ausstieg dieses Jahres erfolgreich ab (Update)

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  30. Mai 2019 —   Die Kosmonauten Oleg Kononenko und Alexej Owtschinin haben am Mittwochabend den ersten und wahrscheinlich einzigen Ausstieg dieses Jahres aus der Internationalen Raumstation ISS nach dem russischen Programm erfolgreich abgeschlossen. Er war dem 85. Geburtstag von Alexej Leonow (30. Mai) gewidmet,  der am 18. März 1965 als erster Mensch sein Woßchod-Raumschiff verlassen hat und frei im Weltraum geschwebt ist. Kononenkos Ausstiegsskaphander trug deshalb die Aufschrift „Leonow Nr. 1“,  der von Owtschinin „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag,  Alexej Archipowitsch“.

In exakt sechs Stunden und einer Minute Arbeit entnahmen die Männer unter anderem im Rahmen des Experimentes Test Materialproben von der Außenhaut der Station,  die auf Mikrobeschädigungen untersucht werden sollen,   putzten die Bullaugen des Kleinen Forschungsmoduls (MIM-2) Poisk (Suche),   demontierten nicht mehr benötigte Ausrüstungen und entsorgten sie im offenen Weltraum.

Auf dem Programm stand ferner die Montage von Haltegriffen zwischen dem MIM-2 und dem Sarja-Modul.

Für Kononenko war dies der fünfte Ausstieg,  für Owtschinin der erste.

© Gerhard Kowalski

Rogosin beklagt ständige Veränderungen bei den bemannten Weltraumprogrammen der NASA

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  28. Mai 2019 —   Der Chef des russischen Staatskonzerns GK Roskosmos, Dmitri Rogosin,  beklagt die ständigen Veränderungen bei den bemannten Weltraumprogrammen der US-Luft-  und Raumfahrtbehörde NASA. Es sehe so aus,  dass sich mit jedem neuen Präsidenten die Prioritäten im Weltraum ändern,  sagte Rogosin der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Dienstag. „Das erschwert die Zusammenarbeit nicht weniger als politische Spannungen“,  fügte er mit Blick auf das Projekt Lunar Gateway hinzu,  über das demnächst entschieden werden soll.

Russland hat wiederholt betont, dass es am Bau dieser Raumstation, die den Mond umkreist,  nur auf gleichberechtigter Grundlage teilnehmen werde. Doch inzwischen habe Präsident Donald Trump die erneute Landung Amerikas auf dem Mond bis 2024 zum Hauptziel erklärt,  stellte der Agenturchef fest. „In diesem Zusammenhang erheben sich viele Fragen hinsichtlich der Parameter des Gateway-Programms –  bei den Terminen,  der Architektur und so weiter.“ Für Russland lohne es sich nicht,  an einem Mondwettlauf mit den USA wie zu Zeiten des Kalten Krieges teilzunehmen.

© Gerhard Kowalski

Erste Crew Dragon-Besatzung zu Vorbereitungskurs im Sternenstädtchen

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  27. Mai 2019 —   Die Besatzung des ersten bemannten Fluges des Crew Dragon von SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS ist zu einem Vorbereitungskurs im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau eingetroffen. Die NASA-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley machen sich hier eine Woche lang mit dem russischen ISS-Segment und den Maßnahmen der Stationsbesatzung im Havariefall vertraut,  teilte das ZPK am Montag mit.

Beide Männer haben hier bereits in den Jahren 2000 und 2002 für ihre jeweils zwei Shuttle-Flüge zur ISS trainiert. Behnken war 2008 und 2010,  Hurley 2009 und 2011 kurz in der Station.

© Gerhard Kowalski

Russland startet erfolgreich Navigationssatelliten

 

Plessezk,  27. Mai 2019 —   Russland hat am Montag erfolgreich einen neuen Navigationssatelliten gestartet.  Die Sojus-2.1b-Trägerrakete mit Glonass-M an der Spitze stieg um 08.23 Uhr deutscher Zeit vom nordrussischen Militärkosmodrom Plessezk auf,  teilte das Moskauer Verteidigungsministerium mit. Der Satellit wird vom Flugleitzentrum der Luft- und Weltraumstreitkräfte (WKS) „G. S. Titow“  gesteuert. Es war dies zugleich der erste Start in diesem Jahr von Plessezk.

Die Glonass-Flotte besteht derzeit aus 26 Satelliten,  24 davon sind aktiv.

Wie nachträglich mitgeteilt wurde,  schlug in der 14. Flugsekunde ein Blitz in die Rakete ein,  ohne jedoch Schaden anzurichten.

© Gerhard Kowalski

 

Russland gibt offenbar Pläne für eine eigene Raumstation auf

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  25. Mai 2019 —   Russland gibt offenbar seine Pläne auf, eine eigene Raumstation nach dem Ende der ISS zu bauen. Er halte es nicht für zweckmäßig,  eine solche nationale Station zu errichten,  sagte der Chef der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin,  in einer Vorlesung. Er begründete dies mit der überraschend freimütigen Feststellung,  dass nationale Raumstationen früher vor allem für die Lösung von Verteidigungsaufgaben genutzt wurden.  Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass drei der sieben sowjetischen Salut-Raumstationen eigentlich Almas hießen, vor allem der Fotoaufklärung dienten und sogar mit einer Kanone zur Selbstverteidigung ausgestattet waren.

Der Vorteil einer internationalen Raumstation bestehe darin,  dass man bei normalen internationalen Beziehungen im Weltraum und bei gegenseitigem Verständnis die Risiken teile und minimiere. Er sei ein Befürworter der Idee,  dort zusammenzuarbeiten, wo dies möglich sei,  betonte Rogosin. Das sei billiger und effektiver. Das gelte aber natürlich nicht für militärische Fragen, fügte er hinzu. Was die Verteidigung und die Sicherheit angehe,  „braucht man ein nationales Produkt“. Das müsse ja nicht gleich eine Raumstation für Militärs sein.

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Rogosin:  Russlands Raumfahrt dient strategisch der Expansion

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  24. Mai 2019 ..–   Die strategische Mission der russischen Raumfahrt ist die Ausweitung der Expansion und des Einflusses Russlands. Das hat der Chef des Raumfahrtstaatskonzerns GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  am Donnerstag vor Studenten der Moskauer Lomonossow-Universität betont. „Das ist die Erweiterung unseres Wissens,  das ist die Erweiterung unserer Zivilisation,  unseres Einflusses,  unserer Technologien“,  fügte er hinzu.

Die Raumfahrtindustrie müsse auch der fortschrittlichste Wirtschaftszweig werden,  in dem die neueste Technik projektiert,  die neuesten Prozesse prognostiziert und alles auf dem höchsten Zuverlässigkeitslevel verwirklicht wird,  sagte Rogosin. Er teilte mit,  dass die GK Roskosmos die Vorbereitung eines einheitlichen staatlichen Weltraumprogramms bis zum Jahr 2030 nach dem Vorbild des Rüstungsprogramms plant. Das bedeute wie bei den Militärs die Erneuerung des Programms alle fünf Jahre.

Rogosin kündigte die erste russische bemannte Mondlandung für 2030 an. Die Pläne der Amerikaner,  bis 2024 erneut bemannt zum Mond zu fliegen,  erinnerten eher an eine „Show“  als an die reale Erschließung des Erdtrabanten.

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SpaceX startet erfolgreich die ersten 60 Starlink-Satelliten

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  24. Mai 2019 —   SpaceX hat am Freitagmorgen deutscher Zeit erfolgreich die ersten 60 Satelliten der Starlink-Mission gestartet. Die schwere Falcon 9-Trägerrakete stieg um 4.30 Uhr vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf. Die ausgebrannte Erststufe kehrte weich auf eine schwimmende Plattform im Atlantik zurück.

Nach Auskunft von SpaceX-Chef Elon Musk waren die Satelliten mit 18,5 Tonnen die schwerste Nutzlast,  die sein Unternehmen bisher in den Weltraum geschossen hat. Die Raumflugkörper gehören einer neuen Satellitengeneration an. Sie dienen weltweit dem Zugang zum Breitband-Internet.

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ISS-Umlaufbahn um 4,5 Kilometer angehoben

Credit:NASA

Moskau,  23. Mai 2019 —   Die Umlaufbahn der Internationalen Raumstation ISS ist am Donnerstag um 4,5 Kilometer angehoben worden. Dazu seien um 18.09 Uhr deutscher Zeit die Triebwerke des Frachters Progress MS-10 für rund 20 Minuten gezündet worden,  meldet der Pressedienst des Zentralen Wissenschaftlichen Forschungsinstituts des Maschinenbaus (ZNIImasch). Die ISS umkreise die Erde nunmehr auf einer mittleren Bahn von 413,1 Kilometern.

Mit der Korrektur sollen optimale ballistische Bedingungen für die Ankopplung der nächsten Frachtraumschiffe und für die Landung des bemannten Raumschiffes Sojus MS-11 am 25. Juni geschaffen werden.

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Fehlstart eines Erderkundungssatelliten in China

Peking,  23. Mai 2019 —   In China ist am Donnerstag der Start eines Erderkundungssatelliten fehlgeschlagen. Dabei handele es sich um Yaogan-33,  der mit einer Rakete des Typs Langer Marsch-4C vom Weltraumbahnhof Taiyuan in der nordchinesischen Provinz Shanxi ins All geschossen werden sollte,  meldete die offizielle Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Die erste und die zweite Raketenstufe hätten normal funktioniert,  die dritte jedoch nicht.

Die Ursachen des Fehlschlags würden untersucht,  heißt es weiter.

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Russischer Wissenschaftler begründet Alkoholverbot bei Raumflügen

Moskau,  23. Mai 2019 —   Ein russischer Wissenschaftler hat ein weiteres Mal das Alkoholverbot bei Raumflügen begründet. Im alkoholisierten Zustand sei hier ein normales Verhalten des Menschen nicht zu garantieren,  sagte der Abteilungsleiter Nahrungsmittel des Moskauer Instituts für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP), Alexandr Agurejew,  der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Niemand könne die Reaktion des Menschen bei Stress und unter Alkoholeinfluss prognostizieren.

In der Entwicklungsphase der Internationalen Raumstation ISS hätten kanadische Ernährungswissenschaftler vorgeschlagen, nach dem Beispiel von U-Boot-Besatzungen Wein in die  Versorgung der Kosmonauten mit aufzunehmen,  sagte der Wissenschaftler. Die Spezialisten der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hätten jedoch dagegen gestimmt. Sie hätten argumentiert,  dass es auf den U-Booten eine strenge Hierarchie und einen Wachdienst rund um die Uhr gebe. In der ISS gebe es indes keine Garantie dafür,  dass ein Besatzungsmitglied nicht nachts den gesamten Alkoholvorrat austrinkt.

Trotz des Alkoholverbots im All sind immer wieder Beispiele bekannt geworden,  dass vor allem russische Kosmonauten Hochprozentiges auf die Raumstationen geschmuggelt haben. Selbst DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn hat inzwischen gebeichtet,  dass auch er 1978 Weinbrand im Gepäck hatte –   wenn auch nur in pharmazeutischen Dosen.

© Gerhard Kowalski