Defence and Support: ILA Berlin zeigt High-Tech-Lösungen der militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie

Berlin, 8. Juni 2022 – Die großen Themen der ILA Berlin (22. bis 26. Juni) sind in diesem Jahr Verteidigung und Sicherheit, klimaneutrales Fliegen und Raumfahrt. In diesen Hochtechnologie-Bereichen passiere derzeit nicht nur unglaublich viel, sie leisteten auch unverzichtbare Beiträge für unser Leben, teilte die Messe Berlin mit. Sicherheit sei die Voraussetzung einer umfassenden Nachhaltigkeit und Grundlage für Frieden, Wohlstand und Demokratie.

Wie diese High-Tech-Lösungen heute und in Zukunft aussehen, zeige sich im Bereich „Defence and Support“, heißt es weiter. Hier stellen Unternehmen wie Airbus Defence and Space, Airbus Helicopters, Boeing, Diehl Defence, Elbit, Hensoldt, Leonardo, Liebherr Aerospace, Lockheed Martin, MBDA, MTU Aero Engines und RUAG sowie Israel Aerospace Industries und Rafael Advanced Defense Systems ihre Innovationen, Dienstleistungen und Produkte vor. Dabei gehe es beispielsweise um Kampfflugzeuge und -hubschrauber, Lenkwaffen und Flugkörper, Aufklärungssysteme sowie Lösungen für den Katastrophenschutz und polizeiliche Dienste. Auf dem Static Display würden unter anderem der Eurofighter, Eckpfeiler bei Air-Policing-Missionen der NATO im Rahmen der Bündnisverteidigung, der A400M, Tornado, H145M, der Kampfhubschrauber Tiger, das Tarnkappen-Mehrzweckkampflugzeug F-35A sowie die schweren Transporthubschrauber CH-47F und CH-53K präsentiert.

(c) Gerhard Kowalski

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IKI-Direktor Seljony lehnt Reaktivierung von eROSITA durch russische Wissenschaftler ab – Rogosin reagiert prompt (Update)

Moskau, 7. Juni 2022 – Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Weltraumforschung (IKI) der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN), Lew Seljony, ist gegen die unkoordinierte Reaktivierung des deutschen Weltraumteleskops eROSITA auf dem Observatorium Spektr-RG durch die russische Seite. Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seines Instituts lehnten das sowohl aus politischen wie auch technischen Gründen „kategorisch“ ab, sagte er der Gaseta.Ru. Damit widersprach er der Ankündigung des Generaldirektors der GK Roskosmos, Dmitri Rogosin, das Teleskop, das wegen des Ukraine-Krieges Moskaus in den „Schlafmodus“ versetzt worden war, wieder zu reaktivieren.

Zunächst einmal wüssten die russischen Astronomen nicht, wie das deutsche Teleskop zu steuern sei, sagte Seljony. Vor allem aber sei nicht klar, wie sich diese Entscheidung auf die Einstellung gegenüber russischen Wissenschaftlern in der Welt auswirken werde. Auch könnten nicht autorisierte Daten nicht in seriösen Zeitschriften veröffentlicht werden, was als die Hauptform der wissenschaftlichen Kommunikation gelte. „Im Allgemeinen sollte jede Weltraumagentur ihr eigenes Gerät kontrollieren, auch wenn es auf dem Raumschiff eines anderen funktioniert“, betonte der Wissenschaftsdirektor.

Rogosin hat prompt auf die Kritik Seljonys reagiert. Er frage sich, ob es dessen „Hauptaufgabe“ sei, in ausländischen Zeitschriften zu publizieren, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.

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Russischer Kosmosveteran Waleri Rjumin verstorben

Moskau, 7. Juni 2022 – Der russische Kosmosveteran Waleri Rjumin ist im 83. Lebensjahr verstorben, teilte die GK Roskosmos am Montag mit. Er war zwischen 1977 und 1998 viermal insgesamt 371 Tage im All. Nach seiner aktiven Laufbahn leitete er die Programme MIR-NASA und MIR-Shuttle.

Rjumin war als einziger russischer Raumfahrer mit einer Kosmonautin verheiratet. Seine Frau Jelena Kondakowa flog 1994 und 1997 für insgesamt 178 Tage zur Raumstation MIR.

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Chinas Raumschiff Shenzhou-14 dockt am Basismodul an (Update)

Peking, 5. Juni 2022 – Nach rund siebenstündiger Verfolgungsjagd hat Chinas neues bemanntes Raumschiff Shenzhou-14 am Sonntag problemlos am Basismodul Tianhe der künftigen Raumstation Tiangong angedockt, meldet die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Es war mit den Taikonauten Chen Dong, Cai Xuzhe und ihrer Kollegin Liu Yang an Bord an der Spitze einer Langer Marsch-2F-Trägerrakete um 04:44 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Jiuquan im Nordosten gestartet. Das Trio soll sechs Monate auf der Umlaufbahn arbeiten und den weiteren Ausbau der Station vorantreiben. Dazu wird es zwei Labormodule, einen Frachter und das bemannte Raumschiff Shenzhou-15 empfangen.

Derzeit besteht die Station, die zum Jahresende vollendet werden soll, aus dem Basismodul und zwei Frachtern.

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Rogosin: Russland schaltet deutsches eROSITA-Teleskop wieder ein

Moskau, 4. Juni 2022 – Die GK Roskosmos hat entschieden, das deutsche eROSITA-Teleskop auf dem Weltraumobservatorium Spektr-RG wieder einzuschalten. Das hat der Chef der russischen Weltraumbehörde, Dmitri Rogosin, am Samstag in einem Interview des TV-Kanals Rossija-24 verkündet. Für die Wissenschaft sei diese Entscheidung erforderlich geworden, sagte er zur Begründung.
Jene, die die Einstellung der Arbeit des Teleskops verfügten, „haben nicht das moralische Recht, heute im Namen der Menschheit diese Forschungen nur deshalb zu beenden, weil ihre profaschistischen Stimmungen unseren Feinden nahestehen“.

Das gemeinsame russisch-deutsche Projekt der Röntenstrahlenastronomie war 2019 gestartet worden. Am 26. Februar wurde das deutsche Gerät nach dem Abbruch der Zusammenarbeit mit Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine in den Ruhezustand versetzt.

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Russland arbeitet an bemannten Sojus-Starts in Wostotschny

Moskau, 4. Juni 2022 – Russland arbeitet daran, auch vom neuen Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet bemannte Starts mit Sojus-Raumschiffen durchführen zu können. Das hat der Generaldirektor des Zentrums für die Nutzung der Objekte der kosmischen Infrastruktur (ZENKI), Ruslan Muchamedshanow, in einem Interview der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mitgeteilt. Er begründete das mit der Vorgabe des Föderalen Raumfahrtprogramms (FKP), den garantierten Zugang Russlands zum Weltraum zu sichern. Das erfordere nach Baikonur in Kasachstan den Bau eines zweiten Startplatzes für bemannte Flüge. Damit habe man in Wostotschny bereits begonnen, betonte er, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Bislang hatte Russland vorgesehen, seinen Sojus-Startplatz auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana für bemannte Missionen umzurüsten. Das entfällt nun, nachdem die Europäische Weltraumorganisation ESA die Zusammenarbeit mit der GK Roskosmos wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine abgebrochen hat. Russland baut in Wostotschny derzeit auch eine Rampe für seine Angara-Trägerrakete und das neue Raumschiff Orjol (Adler).

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Russischer Progress-Frachter erreicht nach nur dreieinhalb Stunden die ISS

Moskau, 3. Juni 2022 – Das russische Frachtraumschiff Progress MS-20 hat am Freitag nur dreieinhalb Stunden nach dem Start in Baikonur (Kasachstan) die Internationale Raumstation ISS erreicht. Es koppelte um 15:02 Uhr deutscher Zeit automatisch am Swesda-Modul an.

An der Nutzlastverkleidung des Frachters auf der Startrampe hatten die Fahnen der Separatisten-Volksrepubliken Luhansk und Donezk sowie an der zweiten Stufe der Sojus-2.1a-Trägerrakete die Aufschrift Donbass geprangt. Außerdem waren Kinder aus dem zur Zeit hart umkämpften Donbass zum Start eingeladen worden. Damit sei die GK Roskosmos einer Bitte des Donezk-Separatistenführers Denis Puschilin gefolgt, diesen Start dem „Kampf der Republik für Frieden, Freiheit und Sicherheit zu widmen“, wie der Pressedienst der Raumfahrtbehörde betonte.

Der Frachter bringt 2,5 Tonnen Nachschub auf de Umlaufbahn: Treibstoff, Wasser, verschiedene Ausrüstungen, Bordapparaturen, medizinisches und Forschungsmaterial, Lebensmittel und Kleidung für die drei russischen Kosmonauten. Außerdem sind vier Kleinstsatelliten, die beim nächsten Ausstieg im freien Raum ausgesetzt werden sollen, und ein 3D-Drucker an Bord.

Progress MS-20 soll 173 Tage im Verbund mit der Station die Erde umkreisen.

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Astronaut Matthias Maurer am 100. Tag des Ukraine-Krieges: ISS-Besatzung war geschockt und entsetzt über die Aktion

Frankfurt/Main, 3. Juni 2022 – Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS habe die Zuspitzung der Ukraine-Krise aus dem All miterlebt und sei über die Aktion Russlands „geschockt und entsetzt“ gewesen, sagte der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer am Freitag im ZDF-Morgenmagazin anlässlich des 100. Kriegstages. Gemeinsam mit seinen amerikanischen und russischen Kollegen, die auf der Umlaufbahn „erfolgreich und eng zusammenarbeiten“, habe er verfolgt, wie auf der Erde Raketen eingeschlagen seien. Das seien „sehr bedrückende Bilder“ gewesen.

Maurer, der erst vor kurzem von seiner Halbjahresmission aus der ISS auf die Erde zurückgekehrt ist, erinnerte daran, dass unser Planet ja auch nur ein großes Raumschiff sei, dessen Herausforderungen man gemeinsam angehen müsse und das man nicht in Kriege und Konflikte stürzen dürfe.

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NASA gibt Entwicklung neuer Raumanzuggeneration in Auftrag

Washington, 2. Juni 2022 – Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA hat das Houstoner Unternehmen Axion Space und ein Team von Collins Aerospace beauftragt, eine neue Generation von Raumanzügen für die Internationale Raumstation ISS und die bevorstehenden Mondflüge zu entwickeln. Das Auftragsvolumen belaufe sich bis 2034 auf 3,5 Milliarden Dollar, wurde am Donnerstag mitgeteilt. Beide Entwürfe sollen bis 2025, dem geplanten Beginn der bemannten Mondflüge, vorliegen.

Die neuen Anzüge sollen die seit Jahrzehnten bewährte Extravehicular Mobility Unit (EMU) ablösen, bei der in letzter Zeit Probleme aufgetreten sind. So drang im März bei einem Ausstieg des deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer aus der ISS Kühlwasser in den Helm ein.

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China startet erfolgreich neun Technologie-Satelliten

Peking, 2. Juni 2022 – China hat am Donnerstag erfolgreich neun kommerzielle Technologie-Satelliten gestartet. Sie stiegen an der Spitze einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-2C vom Weltraumbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan auf, meldet die Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Die sogenannte Geely-01-Konstellation dient hauptsächlich der Erforschung und Validierung von intelligenten Telefon- und Satelliten-Dienstleistungen für vernetzte Fahrzeuge sowie zum Schutz der Meeresumwelt.

Es war dies der 422. Start einer Langer Marsch-Rakete.

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