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Russland visiert bemannte Raumschiffe mit Tragflächen an

Moskau,  27. Mai 2020 – Offenbar mit Blick auf eine künftige eigene Raumstation visiert Russland den Bau von mehrfach verwendbaren bemannten Raumschiffen mit Tragflächen an. „Die Entwicklung der bemannen Programme ist heute mit der Schaffung von Kosmoplanen verbunden“,  sagte der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  in einem Rundfunkinterview. In den USA liefen solche Versuche schon. Und auch in Russland denke man über ein neues bemanntes Raumschiff für eine Raumstation nach.

Rogosin verwies in diesem Zusammenhang darauf,  dass jüngst der ehemalige Direktor der Suchoj-Flugzeugwerke, Igor Osar,  zum neuen Generaldirektor der RKK Energija berufen wurde. Zu seinen Aufgaben gehört speziell die Vorbereitung des Baus einer russischen Raumstation. Insofern sei die Einbeziehung von Menschen mit „kolossalen Erfahrungen in der Luftfahrt“  absolut gerechtfertigt,  betonte der Manager.

Wie der Vorsitzende des Direktorenrates des Unternehmens Mehrfach verwendbare kosmische Transportsysteme,  Sergej Sopow,  der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte, habe seine Firma bereits mit dem Bau des Prototyps des Raumschiffs Argo begonnen, dessen Körper aus Kompositmaterial aus Deutschland bestehe.

© Gerhard Kowalski

NASA-Chef Bridenstine:  Zeichen für Start der Demo-2-Mission stehen gut

Credit:US-Kongress

Cape Canaveral,  26. Mai 2020 —   Dem Start der Demo-2-Mission des Crew Dragon von SpaceX am Mittwochabend deutscher Zeit von Cape Canaveral (Florida) steht offenbar nichts mehr im Wege. Die Wetterprognosen seien zu 70 Prozent günstig, das sei ein gutes Zeichen,  sagte der Administrator der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine, am Dienstag bei einem Video-Briefing auf dem Weltraumbahnhof. Er wies ausdrücklich darauf hin,  dass die Mission ein Test für künftige reguläre kommerzielle Flüge zur Internationalen Raumstation ISS sei und die Grundlagen für eine neue Ära der Raumfahrt schaffe.

Bridenstine lobte in diesem Zusammenhang die Politik von Präsident Ronald Trump,  die es ermöglicht habe,  dass amerikanische Astronauten wieder mit amerikanischen Raumschiffen vom amerikanischen Boden in das Weltall fliegen können. Der Marktwert der Kommerzialisierung des niedrigen Erdorbits auf PPP-Basis gehe in die Billionen. Die NASA sei dabei aber nur einer von vielen Kunden.

Die Dauer der Demo-2-Mission stehe noch nicht fest,  sagte der Administrator. Die hänge unter anderem von der Funktionstüchtigkeit aller Systeme und speziell der Sonnenbatterien des neuen Raumschiffes ab,  das theoretisch 114 Tage auf der Umlaufbahn bleiben könne. Nach der sicheren Rückkehr der Kapsel würden alle Testwerte gründlich ausgewertet. Erst dann werde über die regulären Flüge entschieden, an denen dann auch ausländische Raumfahrer,  so aus Japan,  Kanada und Europa,  aber auch aus Russland teilnehmen werden. Derzeit sei der erste Flug für August vorgesehen.

© Gerhard Kowalski

Airbus erhält ESA-Auftrag zum Bau des dritten Europäischen Service-Moduls für das NASA-Raumschiff Orion

Bremen, 26. Mai 2020 — Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mit Airbus einen Vertrag über den Bau des dritten Europäischen Service-Moduls (ESM) für das bemannte US-Raumfahrzeug Orion unterzeichnet. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 250 Millionen Euro,  teilte Airbus am Dienstag mit.

Mit diesem weiteren Servicemodul sorge die ESA für die nötige Kontinuität im Artemis-Programm der NASA,  wird in der Mitteilung betont. Mit dem dritten Servicemodul (Mission Artemis III) würden 2024 wieder Astronauten zum Mond fliegen –  die ersten seit der mehr als 50 Jahre zurückliegenden Mission von Apollo 17. „Wir helfen mit unserem Know-how und unseren Kompetenzen auch künftige Mondmissionen in internationaler Partnerschaft zu realisieren“, sagte Andreas Hammer, Leiter Space Exploration bei Airbus. „Gemeinsam mit unseren Kunden ESA und NASA sowie unserem Industriepartner Lockheed Martin haben wir nun eine verlässliche Planungsgrundlage für die ersten drei Mond-Missionen.“  Dieser Auftrag unterstreiche das gemeinsame Bestreben, die besten Raumfahrttechnologien Europas und der USA zu vereinen.

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DLR baut Forschungsobservatorium für Beobachtung von Satelliten und Weltraumschrott

Köln,  26. Mai 2020 – Das Deutsche Zentrum für Luft-  und Raumfahrt (DLR) plant ein neues Forschungsobservatorium zur Beobachtung von Flugbahnen und Beschaffenheit von Objekten im erdnahen Orbit. Die Bauarbeiten für das optische Großteleskop mit dem Projektnamen MS-LART (Multi-Spectral Large Aperture Receiver Telescope,  Multispektrales Empfangsteleskop) beginnen Ende Mai auf dem Innovationscampus Empfingen im Nordschwarzwald,  teilte das DLR in Köln mit. In einem 15 Meter hohen Rundturm mit drehbarer Kuppel wird das Teleskop mit einem Primärspiegeldurchmesser von 1,75 Metern untergebracht. Das Observatorium sei für die Zukunft der Raumfahrt „elementar“,  da sich nur so Zusammenstöße, zum Beispiel von Weltraumschrott mit Satelliten, vermeiden lassen,  heißt es.

Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des DLR-Instituts für Technische Physik steht die hochgenaue Entfernungsmessung mit Hilfe spezieller Laser. Zudem wollen die DLR-Wissenschaftler bisher unbekannte orbitale Objekte ausfindig machen und mit Spektralanalysen möglichst genau charakterisieren. „Unser Ziel ist es, Objekte, die bis zu zehn Zentimeter klein sind, zu erfassen, zu orten und zu bestimmen“,  erklärte der Direktor des in Stuttgart ansässigen Instituts,  Thomas Dekorsky

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Japanischer Frachter legt problemlos an der ISS an

Credit:JAXA

Houston, 25. Mai 2020 —  Der neunte und letzte japanische Kounotori-Frachter hat am Montag mit rund sechs Tonnen Nachschub die Internationale Raumstation ISS erreicht. Er wurde um 14:14 Uhr deutscher Zeit vom US-Astronauten Chris Cassidy mit Unterstützung seines russischen Kollegen Iwan Wagner mit dem kanadischen Roboterarm „eingefangen“,  um später an das Harmony-Modul der Station umgesetzt zu werden. Der Frachter war am Mittwoch an der Spitze einer H2B-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Tanegashima in der Präfektur Kagoshima im Südwesten des Landes aufgestiegen. Es war dies zugleich der letzte Start dieses leistungsstärksten Trägers Japans.

Kounotori 9 bringt neben Lebensmitteln,  Verbrauchsmaterial und wissenschaftlichen Experimenten die letzten sechs Lithium-Ionen-Batterien auf die Umlaufbahn,  um die Energieversorgung der Station zu verbessern. Sie werden in nächster Zeit bei Ausstiegen der amerikanisch-russischen Besatzung montiert. Die folgende Frachter-Generation soll dann schon selbst automatisch anlegen,  wie es die Russen schon immer tun.

© Gerhard Kowalski

 

GK Roskosmos-Chef Rogosin zieht ausschließlich positive Zwei-Jahres-Bilanz

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  25. Mai 2020 —  Der Generaldirektor der Staatlichen Korporation (GK) Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  hat eine ausschließlich positive Bilanz seiner Arbeit seit seiner Berufung durch Präsident Wladimir Putin vor zwei Jahren gezogen. In dieser Zeit sei es der neuen Führung der Branche gelungen,  eine „positive Dynamik bei der Lösung vieler Fragen zu erreichen“,  heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung des Raumfahrtagenturchefs. Als Beispiele nannte er die Erhöhung der Tempi beim Bau des Kosmodroms Wostotschny im Amur-Gebiet und die Gewährleistung von havariefreien Raketenstarts.

So habe man 2019 25 Weltraum-  und 10 Kampfraketenstarts zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten mit einer 100-prozentigen Erfolgsquote durchgeführt,  sagte Rogosin. In Wostotschny habe man mit dem Bau der Angara-A5-Startrampe begonnen,  die 2023 vollendet sein soll,  und in Moskau entstehe das Nationale Kosmoszentrum (NKZ). Zudem habe man im bemannten Raumfahrprogramm den Übergang von der analogen Sojus-FG–  zur nunmehr digitalen Sojus-2.1a-Trägerrakete vollzogen,  die kooperativen Raumfahrtbeziehungen zu den traditionellen westlichen Partnern erhalten und die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten,  insbesondere China, ausgebaut.

Als wichtigste bevorstehende Projekte nannte der Roskosmos-Chef unter anderem die Flugerprobung der Angara-,  Sojus-5–  und Sarmat-Raketen sowie des neuen bemannten Raumschiffes Orjol. Dazu gehöre auch die Modernisierung der Gagarinschen Startrampe in Baikonur (Kasachstan) sowie die Entwicklung von Elementen der neuen superschweren Trägerrakete,  der Sojus-6 und einer Rakete mit Methangas-Triebwerken.

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Rekonstruiertes Hydrolabor im Sternenstädtchen im Test – Bisher 19 Corona-Infizierte festgestellt (Update)

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  24. Mai 2020 —   Nach jahrelanger Rekonstruktion hat im Hydrolabor des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau der Testlauf begonnen. Derzeit würden die Orlan-Raumanzüge mit Puppen auf Herz und Nieren geprüft,  teilte der Pressedienst des ZPK mit. Das geschehe unter der Kontrolle einer Versuchs- und Trainingsbrigade,  zu der auch Taucher und Mitarbeiter des medizinischen Dienstes gehören. Erst danach würden die Tests mit Kosmonauten fortgesetzt.

Das Hydrolabor,  das auch als Aquakosmos bezeichnet wird,  ist eine der wichtigsten Einrichtungen,  in denen Raumfahrer auf den Ausstieg aus der Internationalen Raumstation ISS in den freien Weltraum vorbereitet werden. Während der Zeit der Rekonstruktion haben die russischen Kosmonauten dieses Training bei der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA in Houston (Texas) absolviert.

Wie das ZPK am Sonntag bekannt gab,  sind seit dem 3. März 19 Mitarbeiter des Zentrums positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei habe es sich zumeist um leichtere Fälle oder um Fälle ohne Symptome gehandelt. Nur zwei Mitarbeiter seien ins Krankenhaus gekommen,  inzwischen aber schon wieder entlassen. Mit Stichtag 24. Mai gelten 13 der Mitarbeiter als geheilt. Unter den Erkrankten gebe es keine Kosmonauten.

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ISS-Programm-Chef der NASA:  SpaceX kam Modifizierungswünschen der Russen an Crew Dragon nach

Credit:NASA

Washington,  23. Mai 2020 —   Der SpaceX-Konzern von Elon Musk hat auf Wunsch der GK Roskosmos zahlreiche  Modifizierungen an seinem neuen Raumschiff Crew Dragon vorgenommen,  das am kommenden Mittwoch zur Internationalen Raumstation ISS starten soll. Die größte Befürchtung der Russen sei gewesen,  dass es trotz der sehr,  sehr geringen Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs zu Beschädigungen an der Station mit möglicherweise katastrophalen Folgen kommen könnte,  sagte der ISS-Programm-Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, Kirk Shireman,  am Freitag. SpaceX habe daraufhin nach dem ersten unbemannten Demonstrationsflug im März vergangenen Jahres Veränderungen an dem Raumschiff vorgenommen.

Um welche es sich genau handelte,  sagte Shireman aber nicht. Er betonte lediglich,  dass die GK Roskosmos auch an den letzten Vorbereitungen des Raumschiffes auf den Start ständig teilgenommen habe.

Im Vorfeld hatte Russland betont,  dass seine Kosmonauten erst dann auf gegenseitiger Basis mit den kommerziellen US-Raumschiffen mitfliegen würden,  wenn deren Sicherheit erwiesen ist. Ein wichtiger Punkt war dabei dem Vernehmen nach der Kopplungsvorgang.

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NASA und SpaceX geben grünes Licht für Crew Dragon-Start

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  22. Mai 2020 —   Die US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA und der Konzern SpaceX haben am Freitag in Cape Canaveral (Florida) grünes Licht für den Start der Demo-2-Mission des Crew Dragon am 27. Mai gegeben. Er werde um 16:33 Uhr Ortszeit (22:33 Uhr deutscher Zeit) stattfinden,  wurde mitgeteilt.

NASA-Astronaut Doug Hurley,  der zusammen mit seinem Kollegen Ben Behnken den Flug in dem neuen bemannten Raumschiff antritt, sagte ebenfalls auf einem Briefing:  „Wir haben gerade erfahren,  dass alles gut ist und wir im Zeitplan liegen.“

Die Mission ist der erste bemannte Flug eines amerikanischen Raumschiffes mit amerikanischen Astronauten vom amerikanischen Boden seit der Einstellung des Shuttle-Programms 2011.

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Russland startet Militärsatelliten von Plessezk

Plessezk, 22. Mai 2020 —   Russland hat am Freitag einen neuen Militärsatelliten gestartet. Er sei um 9:31 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Sojus-2.1b-Trägerrakete vom nordrussischen Kosmodrom Plessezk aufgestiegen,  teilte das Verteidigungsministerium mit. Alle Vorstartoperationen und der Start selbst seien planmäßig verlaufen.

Es war dies der dritte Sojus-2-Start in diesem Jahr von dem Militärkosmodrom. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Satelliten um den vierten eines Raketenfrühwarnsystems handeln.

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