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Arianespace plant acht Starts von Baikonur und Wostotschny

Moskau, 8. Januar 2020 —   Das Start- und Vermarktungsunternehmen Arianespace plant für das laufende Jahr acht Starts von den Kosmodromen Baikonur (Kasachstan) und Wostotschny im Amur-Gebiet. Dabei würden OneWeb-Satelliten ins All geschossen,  meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS. Konkrete Startdaten seien aber noch nicht genannt worden. Der erste Start werde aber möglicherweise am 30. Januar stattfinden.

Zudem habe Arianespace angekündigt,  mindestens drei Sojus-Starts vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana durchzuführen.

© Gerhard Kowalski

Dragon-Frachter von der ISS auf die Erde zurückgekehrt (Update)

Credit:SpaceX

Houston,   7. Januar 2020 —   Der US-Frachter Dragon,  der am 9. Dezember 2,6 Tonnen Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hatte,  ist am Dienstag wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Er wasserte um 16.48 Uhr deutscher Zeit mit 1,6 Tonnen Rückfracht an Bord vor der kalifornischen Küste,  teilte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit. Der Frachter hatte kurz nach 11 Uhr von der Station abgekoppelt und den Rückflug angetreten.

Dragon hatte bei seiner 19. Versorgungsmission neben wissenschaftlichen Experimenten und Verbrauchsmaterial für die ISS-Besatzung auch eine Art Roboter-Hotel (Robotic Tool Stowage –  RiTS)  und CIMON-2 (Crew Interactive MObile companioN) auf die Umlaufbahn gebracht. Der in Deutschland entwickelte und gebaute Astronautenassistent wird wie sein Vorgänger im europäischen Forschungsmodul Columbus eingesetzt.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt 60 Starlink-Internet-Satelliten ins All

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,  7. Januar 2020 —  Eine schwere Falcon 9-Trägerrakete von SpaceX hat in der Nacht zum Dienstag 60 Starlink-Internet-Satelliten ins All gebracht.  Der Start erfolgte um 3.19 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida).  Dabei kam die wiederverwendbare Erststufe des Trägers bereits das vierte Mal zum Einsatz.

Damit verfügt das Starlink-Netz des Konzerns nunmehr über 180 Satelliten. Sie umkreisen die Erde in 290 Kilometern Höhe und versorgen die Welt mit Breitband-Internet- Dienstleistungen. Insgesamt sollen einmal rund 12.000 solcher Satelliten der neuesten Generation die Erde umkreisen. Hinzu kommen noch rund 30.000 Satelliten auf Bahnen zwischen 328 und 580 Kilometern.

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Zeitschrift:  Iran arbeitet an der Entsendung von Forschungsastronauten ins All

Moskau,   6. Januar 2010 —  Der Iran arbeitet an der Entsendung von Forschungsastronauten ins All. Die Gespräche darüber seien mit einem Land,  das über die dafür erforderlichen Technologien verfügt, in vollem Gange,  meldet die Moskauer Zeitschrift  Nowosti aviazii i kosmonawtiki  unter Berufung auf die iranische Weltraumagentur ISA. Das Land selbst wird aber nicht genannt.

Das Ziel Irans sei es, an internationalen Projekten auf der Erdumlaufbahn oder in einer Raumstation teilzunehmen, heißt es weiter. Zudem teilt die Zeitschrift mit,  dass der Iran kurz vor einem neuen Satellitenstart stehe.

© Gerhard Kowalski

Moskauer Verteidigungsministerium:  Rund 70 Prozent der Satellitenflotte werden von Weltraumstreitkräften gesteuert

Moskau,  4. Januar 2020 —   Rund 70 Prozent der etwa 150 russischen Satelliten werden derzeit von den Weltraumstreitkräften gesteuert. Das hat die Abteilung Information und Massenkommunikation des Moskauer Verteidigungsministeriums mitgeteilt,  wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldet. 2019 seien neun Satelliten hinzugekommen.

Ende vergangenen Jahres hatte die GK Roskosmos mitgeteilt,  dass Russland derzeit über 92 zivile Satelliten verfüge, das seien drei mehr als 2018.

© Gerhard Kowalski

In eigener Sache!

Liebe Besucher meiner Homepage,

im Zusammenhang mit dem dreimillionsten Besucher kurz vor Weihnachten bin ich vielfach gefragt worden,  warum ich denn immer nur so kurze Texte veröffentliche. Dazu kann ich nur sagen,  dass ich damit meiner Leidenschaft als lang gedienter Nachrichtenjournalist fröne.

Sollten sich Medien oder Institutionen ausführlichere Versionen wünschen,  die nicht immer,  aber in vielen Fällen möglich sind,  würde eine Mail genügen.

Mit besten Grüßen

G. Kowalski

 

Mit großen Schritten zurück zum Mond –  NASA veröffentlicht Weltraumprogramm für 2020

New York,  2. Januar 2020 —   Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA will 2020  „große Schritte“  bei der Rückkehr von Astronauten zum Mond machen,  die Erforschung des Mars fortsetzen und neue Technologien entwickeln,  um Überschallflugzeuge leiser zu machen. Das geht aus ihrem am Donnerstag veröffentlichten Programm hervor. Im Rahmen des Artemis-Programms werde man neue wissenschaftliche Instrumente zum Mond entsenden und den Plan beschleunigen, 2024 Astronauten auf ihm zu landen.

Nach den unbemannten Testflügen des Crew Dragon von SpaceX und des Starliners von Boeing würden US-Astronauten erstmals seit 2011 wieder mit eigenen Raumschiffen vom eigenen Territorium zur Internationalen Raumstation ISS starten,  die in diesem Jahr 20 Jahre lang ununterbrochen bemannt die Erde umkreise. Die Station sei aber mehr als nur das Ziel von Raumschiffen der nächsten Generation. Sie sei ein Prüfstand und Labor, in dem Menschen für das Leben auf der Erde arbeiten und sich auf ferne Reisen in unser Sonnensystem vorbereiten.

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Indien schickt vier Kosmonauten-Anwärter zum Training ins Sternenstädtchen

Bangalore,  1. Januar 2020  —  Indien schickt in der dritten Januar-Woche vier Kosmonauten-Anwärter zum Training in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau. Das teilte die indische Weltraumbehörde ISRO am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bangalore mit. Ob darunter auch Frauen sind,  wurde  allerdings nicht gesagt. Ministerpräsident Narendra Modi hatte jedoch angekündigt,  dass bei der ersten nationalen bemannten Raumfahrtmission möglicherweise auch eine „Tochter Indiens“  dabei sein werde.

Das Training bei den Russen soll eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Der erste bemannte Start des eigenen Raumschiffes Gangayaan (zu Deutsch etwa:  Himmelsschiff)  ist 2022 zum 75. Jahrestag der Unabhängigkeit Indiens geplant.

Rakesh Sharma war 1984 als erster Inder mit der damaligen Sowjetunion im All.

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Russische ISS-Kosmonauten grüßen ihre Landsleute auf der Erde zum Neuen Jahr

 

Credit:NASA

Moskau,  31. Dezember 2019  —   Die russischen Kosmonauten Alexander Skworzow und Oleg Skripotschka haben ihren Landleuten auf der Erde aus der Internationalen Raumstation ISS Grüße zum Neuen Jahr übermittelt. „Ungeachtet aller Prüfungen und Herausforderungen,  mit denen wir zu kämpfen haben,  haben wir alle viele Gründe,  stolz auf uns, unsere Lieben und unser Land zu sein“,  sagte Skworzow. Skripotschka fügte hinzu,  die Menschen auf der ganzen Welt arbeiteten ungeachtet der „Politik der Hindernisse“  weiterhin zusammen und schritten gemeinsam voran. „Die Zusammenarbeit im Weltraum ist ein leuchtendes Beispiel für diese internationale Einigkeit.“

Die Kosmonauten haben am 1. und 7. Januar,  dem russischen Weihnachten,  dienstfrei. Mit ihnen werden die US-Astronauten Christina Koch ,  Jessica Meir und Andrew Morgan sowie der italienische ESA-Astronaut Luca Parmitano in der festlich geschmückten Station das neue Jahr und Jahrzehnt begrüßen.

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Russlands Raumfahrt 2019:  Regierung und GK Roskosmos warten mit gegenläufigen Bilanzen auf

Moskau,  30. Dezember 2019 —  Ich kann mich nicht erinnern,  dass es in meiner mehr als 50-jährigen Beschäftigung mit der sowjetischen und russischen Raumfahrt gleich zwei und zudem stark gegenläufige Jahresbilanzen gegeben hat. Doch genau das ist jetzt (am Freitag) geschehen.

Zuerst behauptete der für das Militär und die Raumfahrt zuständige stellvertretende Ministerpräsident Juri Borissow in einem TV-Interview, der einzige Erfolg in der Bilanz sei,  dass es bei den Weltraumstarts zu keinen Havarien wie in den Vorjahren gekommen sei. Allerdings sei das geplante Startprogramm auch nur ein bisschen mehr als zur Hälfte erfüllt worden.

Borissow kritisierte zudem,  dass die Weisung von Präsident Wladimir Putin,  die militärische Satellitenflotte zu erneuern,  nicht befolgt worden und das neue Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet erst zu 30 Prozent fertig sei. Deshalb müsse in der Raumfahrtbranche „Ordnung“ geschaffen werden. Das erfordere eine systematische langfristige und akribische Arbeit sowie die Heranbildung professioneller Kader,  von denen es heute auf allen Ebenen zu wenig gebe. Der Vizepremier kündigte an,  dass man Putin bis zum 20. Januar Rapport erstatten werde.

Offenbar ohne die sonst übliche Abstimmung „mit oben“  veröffentlichte die GK Roskosmos kurz danach auf ihrer Homepage eine makellose Erfolgsbilanz,  in der alle einzelnen Aktionen minutiös aufgelistet werden. So habe man im ablaufenden Jahr die Umsetzung der früher beschlossenen Pläne und Aufgaben fortgesetzt. Die Tatsache,  dass es keine Havarie gegeben habe,  sei der Erhöhung der Qualität der Trägerraketen und der aufopferungsvollen Arbeit aller Beschäftigten der Branche zu verdanken. Zum Schluss wird versichert,  dass auch 2020 alle Aufgaben,  die der GK Roskosmos übertragen wurden,  erfüllt werden. Von Selbstkritik oder Problemen keine Spur.

Kurze Zeit später reagierte GK Roskosmos-Generaldirektor Dmitri Rogosin noch in einem TASS-Interview auf die harsche Kritik Borissows. Dabei verwies er darauf,  dass das Startprogramm schlichtweg nicht erfüllt werden konnte,  weil sowohl die OneWeb–als auch die einheimischen militärischen Satelliten nicht rechtzeitig fertiggestellt worden seien. Allein bei OneWeb seien dadurch acht Starts ausgefallen.

Damit wiederholt sich quasi die Situation von Mitte 2018. Damals hatte Borissows Vorgänger Rogosin dem damaligen GK Roskosmos-Chef Igor Komarow vorgeworfen, dass es in der Raumfahrtbranche eine „Systemkrise“  gebe. Zudem gab er ihm Hinweise,  wie diese Krise zu überwinden sei. Putin entließ daraufhin Rogosin als Vizepremier und machte ihn zum GK Roskosmos-Chef,  weil der in dieser Funktion seine „Impulse“ am besten umsetzen könne.

© Gerhard Kowalski