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Iswestija:   Russische Kosmonauten verdienen ebenso viel wie ihre westlichen Kollegen

Moskau,  10. August 2019 —   Das Gehalt der russischen Kosmonauten ist voll mit dem ihrer Kollegen von der NASA (USA),  ESA (Europa), JAXA (Japan) und CSA (Kanada) vergleichbar. Das berichtet die Moskauer Zeitung Iswestija unter Berufung auf die Staatliche Korporation (GK) Roskosmos, die allerdings unter Hinweis auf das Datenschutzgesetz keine Zahlen dazu nennt.

Nach der „Verordnung über die materielle Absicherung der Kosmonauten der Russischen Föderation“  erhielten Kosmonautenanwärter 60.900, voll ausgebildete Kosmonauten 63.800 und sogenannte Kosmonauten-Instrukteure 88.450 Rubel Grundgehalt im Monat,  schreibt das Blatt (wobei der Euro-Rubel-Kurs derzeit um die 73 Rubel schwankt). Hinzu kämen Zuschläge bis zur Rente von 55 Prozent nach dem ersten, von 75 Prozent nach dem zweiten und von 120 Prozent nach dem dritten und jedem weiteren Flug. Weitere Zuschläge gebe es auch für die Dienstjahre. Diese beliefen sich auf 10 bis 40 Prozent.

Das Durchschnittsgehalt der Kosmonauten beträgt damit derzeit etwa 170.000 Rubel,  wobei Anfänger auf etwa 110.000 und Kosmonauten mit zwei bis drei Flügen auf etwa 300.000 Rubel kämen,  wird der Kosmos-Veteran Sergej Saljotin zitiert.

© Gerhard Kowalski

RIA Nowosti:  Modell des Landeapparates von ExoMars 2020 bei Fallschirmtest zerstört

Credit:ESA

Moskau,  9. August 2019 —   Das Modell des Landeapparates von ExoMars 2020 ist angeblich bei einem Fallschirmtest in Schweden zerstört worden. Wie die Moskauer Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Freitag berichtet,  hatte das Fallschirmsystem versagt. Der Leiter des Instituts für Weltraumpolitik, Iwan Moissejew, gab jedoch Entwarnung. Die Havarie werde keine Auswirkungen auf den Start des Gemeinschaftsunternehmens von ESA und GK Roskosmos haben,  sagte er der Agentur. Es gebe noch genügend Zeit,  das System zu überarbeiten.

Der Start ist für Juli 2020 geplant,  die Landung für März 2021. Eine der Hauptaufgaben besteht in der Untersuchung des Marsgrundes. Dabei kommt erstmals ein Bohrgerät zum Einsatz,  das Proben aus zwei Metern Tiefe gewinnt.

© Gerhard Kowalski

USA starten Militärsatelliten

Cape Canaveral,  8. August 2019 —   Die USA haben am Donnerstag einen Militärsatelliten erfolgreich ins All geschossen. Die Atlas V-Trägerrakete mit AEHF-4 (Advanced Extremely High Frequency 4) an der Spitze stieg um 12.13 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  teilte die United Launch Alliance (ULA) mit.

Der Satellit,  der rund 5,1 Milliarden Dollar gekostet hat,  soll die abhörsichere und störungsfreie Kommunikation des US-Militärs mit seinen weltweit stationierten Streitkräften gewährleisten.

© Gerhard Kowalski

Gagarins Startrampe in Baikonur wird modernisiert

Credit:GK Roskosmos

Nur-Sultan,  8. August 2019 —   Die Startrampe auf dem Kosmodrom Baikonur,  von der Juri Gagarin am 12. April 1961 mit seinem Wostok-Raumschiff als erster Mensch in den Weltraum geflogen ist, wird in den kommenden Jahren modernisiert. Nach dem letzten Start einer Sojus-FG-Trägerrakete mit ukrainischer Steuerung mit dem Raumschiff Sojus MS-15 an der Spitze am 25. September wird sie geschlossen,  teilte das Ministerium für Luft- und Raumfahrtindustrie Kasachstans mit.

Zwischen 2020 und 2023 wird der Gagarinsche Start,  wie er im Volksmund genannt wird, dann auf die neue digitale Sojus-2-Rakete mit russischer Steuerung umgestellt. Die bemannten Starts können in dieser Zeit nur von der Rampe 31 stattfinden, die bereits 2004/05 modernisiert wurde,  was ein großes Risiko birgt.

Die Kosten für die Rekonstruktion in Höhe von 87 Millionen Dollar teilen sich nach Angaben des Ministeriums je zur Hälfte Russland sowie Kasachstan und die Vereinigten Arabischen Emirate.

© Gerhard Kowalski

Falcon 9 bringt israelischen Kommunikationssatelliten ins All

Credit:SpaceX

Cape Canaveral,   7. August 2019 —   Eine Falcon 9 hat am frühen Mittwochmorgen einen israelischen kommerziellen Kommunikationssatelliten problemlos ins All gebracht. Der schwere Träger mit Amos-17 an der Spitze stieg um 01.24 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf,  teilte SpaceX mit. Dabei kam die wiederverwendbare Erststufe bereits zum dritten Mal zum Einsatz.

 Der Satellit der israelischen Gesellschaft Spacecom Ltd. soll Amos-5 ablösen,  der 2011 gestartet worden war,  zu dem die Verbindung aber 2015 verloren ging. Er versorgt Afrika,  den Nahen Osten und Europa mit modernsten Dienstleistungen.

© Gerhard Kowalski

Relaissatellit EDRS-C für den europäischen Datenhighway erfolgreich von Kourou gestartet

Credit:ESA

Kourou,  6. August 2019 —   EDRS-C,  der zweite Satellit des europäischen Datenrelaissatellitensystems,  ist am Dienstag an Bord einer Ariane-5-Rakete erfolgreich vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartet. Das System ermöglicht die Beobachtung der Erde und die Übertragung potenziell lebensrettender Daten fast in Echtzeit,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA in Paris mit. Zudem ermögliche es den Nutzern,  die Reaktionen auf Notsituationen zu beschleunigen und die Entwicklung neuer Dienste und Produkte voranzutreiben,  die wiederum Arbeitsplätze schaffen und den Wohlstand steigern.

Die EDRS-Satelliten sind in ständigem Kontakt mit den Bodenstationen und übermitteln die Daten nahezu in Echtzeit an die Erde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,8 Gbit/s.

Bei dem neuen Satellitensystem handelt es sich um eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der ESA und Airbus. Es ist Teil der Bestrebungen der ESA,  den Nutzen für die Industrie zu maximieren,  indem sie einen effizienten Managementansatz verfolgt,  der auf die besten kommerziellen Praktiken zugeschnitten ist,  wie es heißt.

„Wenn EDRS-C mit seinem Schwestersatelliten EDRS-A im Orbit zusammenarbeitet,  wird das die Kapazität und Reichweite des Systems erhöhen. Damit wird Unternehmen in Europa und Kanada ermöglicht, neue Dienste und Produkte zu entwickeln“,  sagte Michael Witting,  EDRS-Projektmanager bei der ESA. „Die ESA trägt dazu bei,  die Innovation anzukurbeln,  indem sie die Investitionen der Partner risikoarm und marktgerecht reduziert.“

Bei dem dritten Start einer Ariane 5 in diesem Jahr wurde zugleich der Satellit Intelsat 39 auf seine Umlaufbahn gebracht.

© Gerhard Kowalski

 

US-Frachter Cygnus verlässt ISS – Bis Dezember wichtige Experimente geplant

Credit:NASA

Washington,  6. August 2019 —  Ein US-Frachtraumschiff hat am Dienstag die Internationale Raumstation ISS verlassen. Cygnus wurde um 18.15 Uhr deutscher Zeit mit dem kanadischen Roboterarm vom Unity-Modul abgedockt und begann den freien Flug,  teilte die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mit.

Am morgigen Mittwoch beginnt der Frachter,  der im April Nachschub auf die Umlaufbahn gebracht hatte,  quasi eine zweite Mission. Dabei soll zuerst eine Serie von CubeSats ausgesetzt werden. In etwa einem Monat soll dann das Seeker Robotic External CubeSat Inspection Vehicle der NASA Cygnus umrunden und hochauflösende Fotos von ihm machen. Außerdem sind weitere Experimente mit dem Raumschiff geplant,  bevor es am 11. Dezember gezielt zum Absturz gebracht wird.

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Russland startet erfolgreich Militärsatelliten von Baikonur

Credit:GK Roskosmos

Moskau/Baikonur,  6. August 2019 —   Russland hat am Montag kurz vor Mitternacht erfolgreich einen Militärsatelliten ins All geschossen. Die Proton-M-Trägerrakete mit der Bris-M-Oberstufe stieg um 23.56 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) auf,  teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Nach Angaben des Stabschefs der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte (WKS), Igor Morosow, vom Februar sollte es sich dabei um den letzten militärischen Start von Baikonur handeln,  melden Moskauer Medien. Künftig sollen alle Satelliten des Ministeriums nur noch vom Militärkosmodrom im nordrussischen Plessezk starten. Wie es weiter unter Berufung auf Verteidigungsminister Sergej Schoigu heißt,  geht es diesmal um einen Satelliten des militärischen Kommunikationssystems Blagowest.

© Gerhard Kowalski

Japan plant erste Weltraum-Einheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte

Tokio,  5. August 2019 —  Japan plant für das kommende Jahr die Gründung einer ersten Weltraum-Einheit seiner nationalen Selbstverteidigungsstreitkräfte. Ihr sollen etwa 70 Spezialisten angehören, die bei der Raumfahrtbehörde JAXA und der US-Armee ausgebildet werden,   berichtet die Zeitung Yomiuri. Vorbild sind die im Aufbau befindlichen amerikanischen Weltraumstreitkräfte.

Hauptaufgabe der Einheit sei es,  den Weltraum mit Blick auf mögliche Angriffe von Satelliten anderer Staaten zu beobachten,  schreibt das Blatt. Dazu werde ein System mit Bodenradaren und Teleskopen geschaffen,  das in etwa vier Jahren zur Verfügung stehen soll.

© Gerhard Kowalski

Kosmonauten-Kollegen ehren Bykowski zum 85. Geburtstag

Credit:ZPK

Credit:ZPK

Leonicha,  3. August 2019 —   Die Kosmonauten Alexander Samokutjajew,  Michail Kornijenko und Sergej Saljotin haben ihren im März verstorbenen Kollegen Waleri Bykowski am Freitag an dessen 85. Geburtstag mit einer Kranzniederlegung geehrt. Auf dem Friedhof des Dorfes Leonicha,  wo Bykowski unweit des Sternenstädtchens seine letzte Ruhestätte fand,  wurden sie von seiner Witwe Walentina begleitet.

Bykowski war dreimal im All,  davon zweimal mit DDR-Bezug: Nach seiner Weltraumpremiere mit Wostok 5 1963 testete er 1976 gemeinsam mit Wladimir Axjonow die Multispektralkamera MKF-6 aus Jena, und 1978 war er Kommandant von Sigmund Jähn beim gemeinsamen Raumflug UdSSR-DDR.

© Gerhard Kowalski