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Angara-Starttisch auf dem langen Weg nach Wostotschny

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  20. Juli 2020 —  Der Starttisch für die Rampe der schweren Trägerrakete Angara ist auf dem Weg vom Hersteller zum Kosmodrom Wostotschny im Amur-Gebiet. Wie die GK Roskosmos mitteilte,  wurde die über 2.000 Tonnen schwere Konstruktion auf der Swjosdotschka-Werft in Sewerodwinsk nahe Archangelsk am Weißen Meer auf den Frachter Barenz verladen. Die Reise geht jetzt über rund 6.500 Kilometer auf dem Nördlichen Seeweg bis nach Sowjetski Gawan in der fernöstlichen Region Chabarowsk.

Hier wird der Starttisch auf ein Flussschiff umgeladen und dann über den Amur und die Seja zum Ziel gebracht. Mit der Ankunft auf dem Kosmodrom wird im September gerechnet. Ab November soll dann mit der Montage begonnen werden. Der erste unbemannte Angara-Start mit dem neuen Raumschiff Orjol ist für Ende 2023 geplant.

© Gerhard Kowalski

 

VAE-Sonde auf dem Weg zum Mars

Credit:NASA

Tanegashima,  19. Juli 2020 —  Die Weltraumsonde Al Amal (Hoffnung) der Vereinigen Arabischen Emirate (VAE) ist seit Sonntagabend auf dem Weg zum Mars. Sie stieg um 23:58 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer japanischen Trägerrakete H-IIA vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima auf. Die Sonde soll im Februar kommenden Jahres zum 50. Jahrestag der VAE den Roten Planeten erreichen,  um vor allem sein Wetter zu erforschen.

Hoffnung ist die erste Sonde eines arabischen Staates,  die zum Mars geschickt wird. Zuvor hatten das nur die USA,  die damalige Sowjetunion, Westeuropa und Indien getan. Sie hat eine Masse von 1,35 Tonnen und wurde in Zusammenarbeit mit US-Wissenschaftlern gebaut. Das ganze Unternehmen kostet die VAE rund 200 Millionen Dollar.

© Gerhard Kowalski

 

Crew Dragon-Besatzung verlässt ISS am 1. August

Credit:SpaceX

Washington,  18. Juli 2020 —  Nach zweimonatigem Gemeinschaftsflug verlässt die Besatzung des kommerziellen US-Raumschiffes Crew Dragon wieder die Internationale Raumstation ISS. Die Wasserung von Doug Hurley und Bob Behnken sei für den 2. August im Atlantik vor der amerikanischen Küste vorgesehen,  sagte der Chef der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA,  Jim Bridenstine,  am Freitag in Washington. Diese Termine könnten sich aber noch in Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen verändern.

Die Starts und Landungen der Crew Dragons von SpaceX hängen extrem vom Wetter ab. Denn die Landung findet standardmäßig auf dem Wasser statt. Zur Bergung müssen also Schiffe an den Landeort geschickt werden. Das gilt auch für eventuelle Probleme beim Start nach dem Einsatz des Notfallrettungssystems.

Nach der gründlichen Auswertung der Ergebnisse der zweiten Testmission soll dann festgelegt werden,  wann der erste normale Crew Dragon-Flug  zur ISS stattfindet. Von den Ergebnissen hängt auch ab, ob Russland im Barterverfahren seine Kosmonauten mitfliegen lässt.

© Gerhard Kowalski

Erste Bilder von Solar Orbiter zeigen „Lagerfeuer“  auf der Sonne

Credit:ESA

Paris,  16. Juli 2020 —   Die ersten Aufnahmen von Solar Orbiter, der neuen Mission zur Sonnenbeobachtung von ESA und NASA, lassen Miniatur-Sonneneruptionen –   sogenannte  Lagerfeuer –  überall nahe der Oberfläche unseres Zentralgestirns erkennen. Nach Angaben der verantwortlichen Wissenschaftler deutet die Beobachtung von Phänomenen, die vor der Mission nicht im Detail beobachtet werden konnten, auf das enorme Potenzial von Solar Orbiter hin, der gerade erst seine frühe Phase der technischen Inbetriebnahme erfolgreich abgeschlossen hat,  teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA am Donnerstag in Paris mit.

„Obwohl dies nur die ersten Bilder sind, können wir bereits interessante neue Phänomene sehen“, erklärte  ESA-Projektwissenschaftler Daniel Müller. „Wir hatten nicht mit so großartigen Ergebnissen gleich zu Beginn gerechnet. Wir können auch sehen, wie sich unsere zehn wissenschaftlichen Instrumente ergänzen und ein ganzheitliches Bild von der Sonne und ihrer Umgebung liefern.“

Die am 10. Februar gestartete Mission ist mit sechs Fernerkundungs-Instrumenten bzw. Teleskopen, die die Sonne und ihre Umgebung abbilden, sowie mit vier In-situ-Instrumenten, die den Sonnenwind in der Umgebung der Raumsonde messen, ausgestattet. Durch den Vergleich der Daten aus beiden Instrumentengruppen erhoffen sich die Wissenschaftler Einblicke in die Entstehung des Sonnenwindes, des stetigen Stroms geladener Teilchen, der von der Sonne ausgeht und das gesamte Sonnensystem beeinflusst.

© Gerhard Kowalski

US-Astronauten schließen Ausstieg aus der ISS erfolgreich ab (Update)

Credit:NASA

Houston,  16. Juli 2020 —  Die US-Astronauten Chris Cassidy und Bob Behnken haben am Donnerstag den ersten von zwei Ausstiegen aus der Internationalen Raumstation ISS erfolgreich  abgeschlossen,  mit denen deren Stromversorgungssystem auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Um 13:10 Uhr deutscher Zeit verließen sie die Station. In rund sechs Stunden Arbeit ersetzten sie sechs alte Nickel-Wasserstoff-Batterien durch drei neue Lithium-Ionen-Sammler,  teilte die US-Luft und Raumfahrtbehörde NASA mit. Die Astronauten wurden dabei aus der Station von ihren Kollegen Doug Hurley (USA) und Iwan Wagner (Russland) unterstützt.

Für den 21. Juli ist ein weiterer Außeneinsatz geplant.

Es handelte sich heute um den 230. Ausstieg in der Geschichte der ISS.

© Gerhard Kowalski

Rogosin gratuliert Bridenstine zum 45. Jahrestag der Sojus-Apollo-Mission

Credit:NASA

Credit:NASA/ GK Roskosmos

Moskau,  15. Juli 2020 —   Zwei Tage nach dem harschen Vorwurf an NASA-Chef Jim Bridenstine, mit dem Artemis-Programm  an einer “kosmischen NATO“  zu arbeiten, schlägt der Generaldirektor der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  wesentlich versöhnlichere Töne an. Er gratulierte dem „lieben Jim“  am Mittwoch zum 45. Jahrestag der Sojus-Apollo-Mission, bei der im Juli 1975 zwei unterschiedliche „technische Schulen“  den ersten einheitlichen internationalen Orbitalkomplex der Geschichte geschaffen hätten.

Unter den nicht einfachen Umständen des Kalten Krieges hätten die Wissenschaftler und Ingenieure der UdSSR und der USA mit dieser Begegnung auf der Umlaufbahn und der gemeinsamen Arbeit den Politikern beider Länder einen Impuls in Richtung Tauwetter und zur weiteren Entwicklung des internationalen friedlichen und sachlichen Zusammenwirkens gegeben,  schreibt Rogosin. Die guten Erfahrungen mit Sojus-Apollo könnten insofern nicht nur als Ausgangspunkt für die heutige Internationale Raumstation ISS,  sondern auch für künftige Expeditionen in den fernen Weltraum  angesehen werden,  die nur im Kontext einer aktiven internationalen Zusammenarbeit denkbar seien.

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USA starten erfolgreich vier Geheimsatelliten

Credit:NRO

Wallops Island,  15. Juli 2020 —   Die USA haben am Mittwoch erfolgreich vier Geheimsatelliten des Nationalen Aufklärungsamtes (NRO) gestartet. Die Minotaur IV-Trägerrakete stieg um 15:46  Uhr deutscher Zeit vom Startplatz Wallops Island (Virginia) auf.

Die Mission NROL-129 solle die nationalen Sicherheitsaufgaben des Aufklärungsamtes unterstützen und den führenden politischen Entscheidern des Landes Geheimdienstdaten zur Verfügung stellen, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Minotaur-Feststoffträger basieren auf den Peacekeeper–und Minuteman-Atomraketen. Bisher wurden sieben Minotaur IV–und 20 kleinere Minotaur I-Raketen gestartet.

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DLR-Mikrolauncher-Wettbewerb: Drei Teams sind eine Runde weiter

Credit:G. Kowalski

Köln,  14. Juli 2020 —   Drei Teams sind beim Mikrolauncher-Wettbewerb des DLR Raumfahrtmanagements eine Runde weiter. Es handelt sich um HyImpulse Technologies aus Baden-Württemberg sowie IsarAerospace Technologies und Rocket Factory Augsburg aus Bayern, teilte der Jury-Vorsitzende Thomas Jarzombek als Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt am Montag mit. Alle drei Bewerber hätten mit ihren Vorschlägen in technischer, wirtschaftlicher und operationeller Hinsicht überzeugt. Sie erhalten nun jeweils 500.000 Euro für die weitere Ausarbeitung ihrer Konzepte bis zur Hauptrunde des Wettbewerbs im Frühjahr 2021.

Der Wettbewerb fördert deutsche Start-Ups, die Startdienstleistungen ins All kommerziell entwickeln und anbieten wollen, mit 25 Millionen Euro. Die drei Gewinner setzen dabei auf so genannte Mikrolauncher,  also kleine und moderne Trägerraketen mit einer Nutzlast von einigen hundert Kilogramm. Die Teams dürfen sich nun über das notwendige Unterstützungs-Schreiben („Letter of Support“) des DLR Raumfahrtmanagements freuen, mit dem sie im so genannten C-STS-Programm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA Aufträge erhalten werden.

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Rogosin erteilt dem US-Mondprogramm eine Abfuhr –  Politischer Rundumschlag des russischen Raumfahrtchefs

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  13. Juli 2020 —   Der Generaldirektor der GK Roskomos,  Dmitri Rogosin,  hat dem US-Mondprogramm eine barsche Abfuhr erteilt. Das Programm sei auf die Bildung einer Art NATO im Weltraum ausgerichtet, in der Washington die führende Rolle spielt,  sagte er am Montag in einem Interview des Radiosenders Komsomolskaja Prawda. Russland sei damit nicht einverstanden und werde sich nicht daran beteiligen,  betonte er in einem politischen Rundumschlag.

Das Mondprogramm der USA sei jetzt mehr ein politisches Projekt,  betonte er. Dabei beobachte er ein Abgehen der amerikanischen Partner von jenen Prinzipien der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Unterstützung, die sich in der Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation ISS ergeben haben. Die Amerikaner betrachteten ihr Programm nicht als ein internationales ,  sondern als ein der NATO ähnliches Programm.

Rogosin äußerte sich auch in gewissem Sinne abschätzig über die bemannten Raumschiffe Crew Dragon von SpaceX und Starliner von Boeing. Sie seien zwar geräumiger und glamouröser als die russischen Sojus-Kapseln,  aber im Prinzip „analog unserem Großvater“. Das neue russische bemannte Raumschiff  Orjol könne im Unterschied zu den US-Neulingen nicht nur im erdnahen Raum operieren, sondern auch zum Mond fliegen.

Der GK Roskosmos-Chef kündigte ferner an,  dass Russland gemeinsam mit China eine Mondstation bauen wolle. Beide Länder seien auch bereit,  die USA einzuladen, sich daran zu beteiligen.

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Sergej Koroljows Familie lädt SpaceX-Chef Musk nach Moskau ein

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  12. Juli 2020 —  Die Familie des legendären sowjetischen Raumfahrt-Chefkonstrukteurs Sergej Koroljow (1907-1966) hat den Chef des US-Konzerns SpaceX, Elon Musk, nach Moskau eingeladen. Die Familie verspreche,  ihm die „historischen Weltraumorte“  zu zeigen, sagte Koroljow-Enkel Andrej dem TV-Sender Swesda. Musk seinerseits habe die Familie am Freitag eingeladen,  seine SpaceX-Werke zu besichtigen und einem der bevorstehenden Starts beizuwohnen.

Während des rund 20-minütigen Telefonats habe seine Familie mit Musk über dessen Programme für Flüge zum Mond und zum Mars gesprochen,  teilte Andrej Koroljow weiter mit. Musk sei ein „großartiger Mensch“. „Er ist sehr ruhig,  angenehm im Umgang,  ohne jeglichen Snobismus und moralische Belehrungen.“

Zu dem Gespräch mit Musk war es gekommen,  nachdem Koroljows Familie dem Unternehmer in einem Brief zum erfolgreichen Start des Crew Dragon gratuliert hatte. Musk selbst hatte das Gespräch auf Twitter bekanntgegeben,  aber keine Einzelheiten genannt.

© Gerhard Kowalski