Archiv

Artikel

  • 2777023 Besucher

Neue Strategie des DLR für den Marsmaulwurf –  Robotischer Arm soll beim Hämmern helfen

Credit:NASA

Köln,6. Juni 2019 —  Es gibt einen neuen Plan, um den Marsmaulwurf des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf der NASA-Mission InSight zu unterstützen. Der Maulwurf HP3  ist bisher etwa 30 Zentimeter tief in den Marsboden vorgedrungen. Seit dem 28. Februar war es nicht mehr möglich, tiefer zu kommen. Nun planen die Wissenschaftler und Ingenieure,  die auf dem Maulwurf sitzende Stützstruktur mit dem Roboterarm des Landers wegzuheben, wie das DLR in Köln mitteilte. Dadurch könne die Situation genauer betrachtet und möglich werden,  die Rammsonde beim weiteren Hämmern direkt mit dem robotischen Arm zu unterstützen.

Der Hubvorgang wird im Juni schrittweise vollzogen. Im Laufe einer Woche wird der Arm dann die Struktur in drei Schritten anheben und Bilder aufnehmen. Mit dem behutsamen Vorgehen wollen die Ingenieure sicherstellen, dass der Maulwurf, der bereits zu drei Vierteln im Boden ist, nicht herausgezogen wird.

© Gerhard Kowalski

China startet erstmals Satelliten von einer schwimmenden Plattform

Peking,  5. Juni 2019 —   China hat am Mittwoch erstmals Satelliten von einer schwimmenden Plattform gestartet. Die Trägerrakete des Typs Langer Marsch-11 (CZ-11) mit den Technologie-Satelliten Bufeng-1A und Bufeng-1B sowie fünf kommerziellen Nanosatelliten an Bord stieg um 06.06 Uhr deutscher Zeit von einer schwimmenden Plattform im Gelben Meer auf,  meldete die offizielle Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua.

Mit den beiden Technologie-Satelliten,  die von der Akademie für Weltraum-Technologie entwickelt wurden, soll die Wettervorhersage in China auf eine neue Stufe gehoben werden.

Es war dies der 306. Start einer Rakete des Typs Langer Marsch.

© Gerhard Kowalski

Russischer Frachter über dem Pazifik verglüht

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  4. Juni 2019 —   Das ausgediente russische Frachtraumschiff Progress MS-10 ist am Dienstag über dem Pazifik gezielt zum Absturz gebracht worden und zum größten Teil in den dichten Schichten der Atmosphäre verglüht. Die nicht verglühten Elemente fielen um 14.29 Uhr deutscher Zeit ins Wasser. Der mit Müll beladene Transporter war um 10.40 Uhr vom Swesda-Modul der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt worden, teilte die GK Roskosmos mit.

Progress MS-10 hatte am 18. November rund 2,5 Tonnen Nachschub zur Station gebracht,  darunter Triebstoff, Lebensmittel,  wissenschaftliche Ausrüstungen und Verbrauchsmaterialien für die internationale Besatzung unter anderem mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst.

© Gerhard Kowalski

Erste Starliner-Besatzung zum Training im Sternenstädtchen

Credit:ZPK

Sternenstädtchen,  4. Juni 2019 —    Die erste Besatzung des CST-100 Starliner von Boeing hat am Montag im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau das Training für ihren Flug zur Internationalen Raumstation ISS aufgenommen. Sunita Williams und Josh Cassada werden sich eine Woche lang vor allem mit den Systemen des russischen ISS-Segments und dem Notfallplan für Havariesituationen in der Station vertraut machen.

Williams war bereits zweimal in der ISS und hat dabei 321 Tage auf der Umlaufbahn gearbeitet. Cassada ist Weltraumneuling.

Die privaten US-Raumkapseln Starliner von Boeing und Crew Dragon von SpaceX sollen Ende dieses Jahres zum ersten Mal bemannt zur ISS starten. Die Crew Dragon-Mannschaft hat das Training im ZPK bereits absolviert.

© Gerhard Kowalski

US-Frachter sicher von der ISS auf die Erde zurückgekehrt

Credit:SpaceX

Houston,  4. Juni 2019 —    Nach rund vierwöchigem Gemeinschaftsflug mit der Internationalen  Raumstation ISS ist das US-Frachtraumschiff Dragon von SpaceX am späten Montagabend wieder wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Mit rund 1,9 Tonnen Forschungsergebnissen und ausrangierter Technik an Bord wasserte es um 23.52 Uhr deutscher Zeit vor der Küste Kaliforniens im Pazifik,  teilten das NASA-Kontrollzentrum in Houston (Texas)  und SpaceX mit.

Der Frachter war am 4. Mai vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) zur ISS gestartet und wurde zwei Tage später per Roboterarm am US-Modul Harmony angedockt. Am Montag trat er gegen 18.00 Uhr die Heimreise an. Die Landung erfolgte etwa 325 Kilometer südwestlich von Long Beach.

© Gerhard Kowalski

Russland sucht neue Kosmonauten-Kandidaten

Moskau,  2. Juni 2019  —   Russland sucht seit dem Wochenende neue Kosmonauten-Kandidaten. Im Zuge der Ausschreibung des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau sind in den kommenden zwei Jahren vor allem Ärzte, Piloten und Ingenieure die Zielgruppe. Zudem bemüht man sich verstärkt um weibliche Bewerber. Am Ende werden vier bis sechs Kandidaten ins Kosmonautenkorps aufgenommen,  hieß es. Die letzte Ausschreibung hatte 2017/18 stattgefunden. Damals erfüllten acht der rund 420 Bewerber die sehr harten Bedingungen.

Das russische Kosmonautenkorps besteht derzeit aus 33 Mitgliedern, davon sind 13 bereits geflogen.  Der Rest,  darunter nur eine einzige Frau,  warten zum Teil schon viele Jahre auf ihren Einsatz. Insgesamt waren bisher 123 Russen im All,  das entspricht gut der Hälfte der rekrutierten Bewerber.

© Gerhard Kowalski

NASA will offenbar Weltraumtouristen zur ISS mitnehmen

Washington,  1. Juni 2019 —   Neben den Russen wollen nun offenbar auch die Amerikaner künftig zahlende Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation ISS befördern. Das Budget der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA für das Fiskaljahr 2020,  das im Oktober beginnt,  ermögliche es,  „die Politik der kommerziellen Nutzung der ISS zu erweitern,  und bietet die Möglichkeit,  Flüge privater Astronauten zur Station durchzuführen“, heißt es in einer Vorlage des NASA-Konsultativrates.

Bisher haben nur die Russen Weltraumtouristen zur ISS mitgenommen. Zwischen 2001 und 2009 haben davon sieben Personen Gebrauch gemacht,  eine von ihnen sogar zweimal. Der Preis belief sich anfangs auf gut 20 Millionen Dollar und verdoppelte sich dann im Laufe der Zeit. Demnächst sollen weitere Flüge angeboten werden.

Ende 2019 sind die ersten bemannten Flüge des Starliners von Boeing und des Crew Dragon von SpaceX geplant.

© Gerhard Kowalski

GK Roskosmos verurteilt US-Verbot für Nutzung russischer Raumfahrtdienstleistungen

Moskau,  31. Mai 2019 —   Die GK Roskosmos hat das Verbot des US-Verteidigungsministeriums verurteilt,  russische Dienstleistungen bei Weltraumstarts zu nutzen. Diese Entscheidung des Pentagons,  die ab dem 31. Dezember 2022 gilt, könne sich negativ auf die internationale Zusammenarbeit bei der Organisation von regelmäßigen Starts von Satelliten in Zielorbits auf kommerzieller Grundlage auswirken,  heißt es in einer Erklärung der russischen Raumfahrtagentur vom Donnerstag.

Es handele sich faktisch um den Versuch,  amerikanische Produzenten der Möglichkeit zu berauben,  mit der russischen Raketen- und Raumfahrtbranche zusammenzuarbeiten und künstlich die Nutzung russischer Weltraumraketen auf dem internationalen Markt einzuschränken. Das Pentagon könne damit das zerstören,  was mühevoll in den russisch-amerikanischen Beziehungen in der Raumfahrt geschaffen wurde,  betont die GK Roskosmos. Es handele sich um einen weiteren Beweis für die unfreundliche Konkurrenz Washingtons auf dem internationalen Markt der kosmischen Dienstleistungen.

Das Pentagon hatte am Mittwoch bekannt gegeben,  dass Russland in die Liste jener Staaten aufgenommen wurde,  deren Dienstleistungen für  Weltraumstarts verboten sind.

© Gerhard Kowalski

Russland schießt neuen Nachrichtensatelliten erfolgreich ins All

Baikonur,  30. Mai 2019 —   Russland hat am Donnerstagabend erfolgreich einen neuen Nachrichtensatelliten ins All geschossen. Jamal-601 stieg um 19.42 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer schweren Proton-M-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) auf.

Jamal-601 löst Jamal-202 ab und ist der bisher leistungsstärkste russische Nachrichtensatellit. Er wurde im Auftrag der Betreiberfirma Gasprom kosmische Systeme vom französisch-italienischen Unternehmen Thales Alenia Space gebaut.

Es war dies der erste Proton-M-Start dieses Jahres. Der letzte fand am 21. Dezember 2018 statt.

© Gerhard Kowalski

Kalenderblatt:   Raumfahrtlegende Alexej Leonow wird 85

Credit:ZPK

Moskau,  30. Mai 2019 —   Die russische Raumfahrtlegende Alexej Leonow begeht am heutigen Donnerstag seinen 85. Geburtstag. Wegen einer Diabetes-Operation muss er ihn aber in einem Moskauer Krankenhaus verbringen.

Leonow,  der vor seiner Weltraumkarriere in der 20-köpfigen Gagarinschen Garde kurze Zeit als Jagdflieger in der DDR diente,  war zweimal im All. 1965 stieg er als erster Mensch der Welt für zwölf Minuten aus seinem Raumschiff Woßchod in den freien Raum aus,  und 1975 nahm er am Sojus-Apollo-Test-Projekt (SATP) teil, bei dem sich erstmals Raumfahrer der UdSSR und der USA auf der Umlaufbahn die Hand reichten. Wenn die Sowjets den geheimen Wettlauf mit den Amerikanern um den Mond gewonnen hätten,  wäre der Jubilar auch der erste Mensch auf dem Erdtrabanten gewesen.

Der zweifache Held der Sowjetunion und begnadete Kunstmaler machte nach dem Zerfall der UdSSR als Vertreter einer US-Bank auch als Geschäftsmann Karriere. Zudem sorgte er mit der Behauptung für erheblichen Wirbel,  er wisse,  wer am Absturztod seines Freundes Juri Gagarin 1968 schuld ist. Präsident Wladimir Putin habe ihn aber gebeten,  den Namen des Mannes nicht preiszugeben.

© Gerhard Kowalski