Zwei VAE-Kosmonauten-Kandidaten für ISS-Flüge ernannt

Sternenstädtchen,  4. September 2018 —  Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben die Namen ihrer ersten beiden Kandidaten für einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS bekanntgegeben. VAE-Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum teilte per Twitter mit,  dass es sich um den Militärpiloten Hazza Al Mansouri und den Informatiker Sultan Al Neyadi handelt. Er beglückwünschte die Völker und die Jugend der sieben Emirate zu diesem Ereignis. Die beiden Männer seien ein „Höhepunkt“ der Ambitionen der VAE.

Die beiden Kandidaten,  die aus neun Bewerbern ausgesucht wurden,  haben inzwischen das Training im Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen bei Moskau aufgenommen. Einer von ihnen wird dann im April kommenden Jahres mit dem Raumschiff Sojus MS-12 für kurze Zeit zur ISS fliegen. Später sind auch Langzeitmissionen geplant.

Russland wirbt derzeit nicht nur in den VAE,  sondern auch in anderen Staaten am Persischen Golf um zahlende Mitflieger in seinen Raumschiffen. Sie sollen die Plätze einnehmen,  die durch den Ausfall der US-Astronauten vakant werden,  die ab 2019 wieder mit eigenen Raumschiffen und eigenen Raketen vom eigenen Territorium zur Station starten sollen. Zuletzt kostete ein Platz rund 82 Millionen Dollar.

Die Russen planen für 2019 und 2020 jeweils fünf bemannte und unbemannte Weltraumstarts. Dazu gehört Ende 2019 der Start des  Mehrzwecklabormoduls Nauka (Wissenschaft). 2020 kommt noch ein Proton-Start mit dem neuen Verbindungsmodul hinzu. Der Start des Wissenschaftlich-Energetischen Moduls (NEM) wurde indes ein weiteres Mal auf 2022 verschoben.

© Gerhard Kowalski

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6 Antworten zu Zwei VAE-Kosmonauten-Kandidaten für ISS-Flüge ernannt

  1. Jürgen Nabel sagt:

    Guten Morgen Herr Kowalski,
    irgendwie habe ich das dumme Gefühl in der Magengegend, dass die Russen nicht mehr so richtig mit den Amis wollen. Auch von der anderen Seite sieht es so aus, als ob dort ein eigenes Süppchen gekocht wird – Interessen von Trump. Das Verschieben des NAUKA-Moduls geht mir schon viel zu lange. Da ist doch was anderes im Busche?? Oder?
    Soll das mal einer eigenen Raumstation angegliedert werden? Es gibt ja die gemeinsamen Pläne der Station im Mondorbit, aber ob das soweit kommt stelle ich echt in Frage.
    Wünsche noch einen schönen Tag und liebe Grüße
    Jürgen Nabel

  2. Gerhard Kowalski sagt:

    Hallo, Herr Nabel,

    es ist ein Gemisch von all dem, was Sie sagen, glaube ich.
    Bei Nauka gab es ernstafte Probe mit der Verschmutzung von Treibstoffleitingen. Und bei NEM glaube ich inzwischen, dass man das Modul fit macht als Basis für die nächste russische Station.

    Was Trump angeht, so kann er ganz ruhig abwarten, bis seine eigenen Rauschiffe wieder fliegen. Dann ändert sich die Lage schlagartig zu Gunsten der USA. Und das wird Begierden wecken.

    Ich bin gespannt, wie die Russen darauf reagieren angesichts ihrer angespannten finanzielle und technischen Lage. Aber sie werden wohl schon eine „russische“. d. h. unkonventionelle ind asymmetrische Lösung finden.
    Ich nehme aber jedes ihrer Angebote mit Freude an.
    Sorgen macht mir vor, wie sich (West)Europa dabei aufstellt und wie die Chinesen reagieren.

    Besten Gruß

    G. Kowalski

  3. Jürgen Nabel sagt:

    Hallo Herr Kowalski,
    ich bin da auch etwas skeptisch, was die Beförderung der Astronauten ab 2019 betrifft. Das geht mir doch ein klein wenig zu ruck-zuck. Hier wird natürlich auch die jetzige US-Regierung darauf drücken, dass die USA wieder „unabhängig“ von Russland wird. Sollte bei diesem Yes-we-can dann etwas passieren und Menschenleben fordern – was in diesem Metier leider nicht so abwegig erscheint -, dann liegt die USA wieder weit zurück und wird das Rad neu erfinden. Wenn man dann die Pläne der NASA nicht ganz eindampft und auf kleine Flamme geht. Es soll ja eine Weltraum-Army aufgebaut werden.
    Westeuropa sprich die EU wird das Thema Zukunft der Raumfahrt von staatlicher Seite komplett verschlafen, das ist so meine Denkweise. Einzig GB wird hier einen Aufbruch schaffen. Bei uns sind die Ungereimtheiten mehr auf der Flüchtlingsfrage und Diskussionen, die momentan irgendwo im Nirwana enden und niemanden etwas bringen. Verbindungen zu Russland werden dabei wohl auf der Strecke bleiben. Und China wird sich Industrien einheimsen, die das Land an erste Stelle bringen werden. Auch dann im Bereich der Raumfahrt.
    So mal meine Sicht.
    Grüße
    Jürgen Nabel

  4. Gerhard Kowalski sagt:

    Hallo, Herr Nabel,

    wenn man sieht, was für blitzblanke Raumschiffe und Raketen SpaceX baut, dann teile ich Ihre Sorge nicht. Die Russen hoffen allerdings, dass es noch zu Zertifizierungsproblemen kommt. Bloß da hoffen sie vergeblich.

    Was die Weltraum-Army angeht, wie Sie das nennen, da rücken die USA nur zu den Russen auf, die ja seit Jahrzehnten Weltraumstreitkräfte haben und sinnigerweise deren geheimes Flugleitzentrum vor den Toren Moskaus nach German Titow benannt haben.

    China wird aus dem russisch-amerikanischen Knatsch, den ich kommen sehe, als lachender Dritter hervorgehen.
    Die Briten werden in absehbarer Zeit keine bedeutende Rolle spielen mit ihren Mini-Raketen.

    Besten Gruß

    G. Kowalski

  5. Jürgen Nabel sagt:

    Danke Herr Kowalski, es ist doch ganz nützlich, wenn man mal mit einem Mann vom Fach „spricht“. Sie sehen da ja auch in die hinteren Schubladen der Raumfahrt.
    Und wir beide werden genau beobachten, was kommen wird.
    Liebe Grüße
    Jürgen Nabel

  6. Gerhard Kowalski sagt:

    Wir werden schon bald sehen, was wird!

    GK

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