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ISS-Stammbesatzung nach Unfallpause wieder vollständig –   Russisches Raumschiff legt problemlos automatisch (Update)

Credit:GK Roskosmos

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Baikonur,  3. Dezember 2018 —   Nach einer zweimonatigen Unfallpause ist die Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS wieder komplett. Um 18.33 Uhr deutscher Zeit legte das Raumschiff Sojus MS-11 am Montag mit dem Russen Oleg Kononenko,  der Amerikanerin Anne McClain und dem Kanadier David Saint-Jacques problemlos automatisch am Poisk-Modul der Station an. Das Trio brauchte für die Anreise vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan nur sechs Stunden und zwei Minuten. Um 20.38 Uhr stiegen die Neuankömmlinge in die Station um.

Es war dies nach dem Fehlschlag mit Sojus MS-10 vom 11. Oktober der erste bemannte Start zur ISS. Wegen eines Sensorschadens an der ersten Raketenstufe hatte das Raumschiff mit dem Russen Alexej Owtschinin und dem Amerikaner Nick Hague damals die Umlaufbahn nicht erreicht. Dank des perfekt funktionierenden Rettungssystems der Kapsel überlebten die Männer den Fehlstart völlig unbeschadet. Sie holen ihren Flug nun Anfang kommenden Jahres nach.

Durch diesen ersten Fehlstart eines bemannten russischen Raumschiffes seit 35 Jahren mussten der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst,  der Russe Sergej Prokopjew und die Amerikanerin Serena Aunon-Chancellor,  die seit dem 8. Juni auf der Umlaufbahn sind,  zwei Monate allein in der Station arbeiten. Außerdem verlängerte sich ihre Mission um eine Woche. Sie kehren nun am 20. Dezember auf die Erde zurück.

In den letzten Wochen waren drei Sojus-FG-Trägerraketen nach der Abstellung des Sensorfehlers unbemannt getestet worden und haben problemlos funktioniert.

In der Vorstartpressekonferenz versicherten Kononenko,  McClain und Saint-Jacques,  dass sie volles Vertrauen in die russische Technik haben. „Wir sind psychologisch wie technisch auf den Start und auf alle möglichen Situationen vorbereitet,  die,  was Gott verhindern möge,  an Bord auftreten“,  sagte Kononenko. Er verwies darauf,  dass der Mannschaft in den ersten beiden Wochen der 194-Tage-Mission besonders viel Arbeit bevorstehe,  die nicht in normalen Schichten zu bewältigen sei. So müssten schnell zahlreiche Experimente durchgeführt werden,  damit die Gerst-Crew die Ergebnisse noch auf die Erde mit zurücknehmen kann.

Zudem werde er am 11. Dezember mit seinem Landsmann Prokopjew einen Ausstieg in den freien Raum unternehmen,  sagte Kononenko. Hauptaufgabe dabei sei es,  an der Außenhaut der Orbitalsektion des Raumschiffes Sojus MS-09,  mit dem Gerst,  Prokopjew und Aunon-Chancellor auf die Umlaufbahn gekommen waren,  ein Stück des Meteoritenschutzes herauszuschneiden,  der beim Bohren des 2-Millimeter-Loches von dem Bohrer berührt worden sein könnte. Das Stück solle ebenfalls zur Untersuchung auf die Erde gebracht werden. Bisher ist unklar,  wann und wie das Loch,  das Ende August entdeckt worden war,  entstanden ist. Der mysteriöse Fall beschäftigt seither nicht nur die Experten.

Kononenko sagte auf der Pressekonferenz,  für den Ausstieg sei ein spezieller Zeitplan aufgestellt worden,  in dem jede Aktion auf die Minute genau aufgeschlüsselt worden ist. Sollte trotzdem noch Zeit verbleiben,  werde man noch zwei wissenschaftliche Aufgaben erfüllen.

Saint-Jacques betonte,  der Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit bestehe aus medizinischen Experimenten,  denn schließlich sei er Arzt. Dabei gehe es vor allem um die Telemedizin und um den Einfluss der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus.

© Gerhard  Kowalski

 

 

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