Wostotschny: Kabelschaden als Ursache für Startverschiebung bestätigt – Russischer Nano-Sputnik schweigt

Credit: GK Roskosmos

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Moskau,  5. Mai 2016 —  Die Startverzögerung bei der Einweihung des neuen russischen Kosmodroms Wostotschny  im Amur-Gebiet ist durch einen Kabelschaden verursacht worden. Das haben Untersuchungen im Herstellerwerk in Jekaterinburg (Ural) bestätigt. Es habe sich gezeigt,  dass bei der Herstellung des Kabels gegen die Vorgaben verstoßen wurde,  berichten Moskauer Medien. Sie verweisen zugleich darauf,  dass die Untersuchungen durch eine Sonderkommission erschwert wurden,  weil der Direktor des Herstellerwerkes NPO „Automatika“ aus disziplinarischen Gründen davon ausgeschlossen war.

Inzwischen wurde die Suche nach den ausgebrannten Raketenstufen wegen schlechten Wetters bis zum Juni ausgesetzt. Bisher hat man aber schon die vier Seitenbooster der ersten Stufe im Amur-Gebiet sowie ein Triebwerksteil der zweiten Stufe und Elemente der Wolga-Oberstufe in Jakutien gefunden.

Zudem ist es bisher nicht gelungen,  Verbindung zu dem Nano-Satelliten SamSat-218 herzustellen, den Studenten aus Samara an der Wolga gebaut haben. Es wird vermutet,  dass sich der Satellit,  mit dem modernste Steuerungstechnologien getestet  werden sollen,  zu schnell um die eigene Achse dreht. Signale,  die zwischenzeitlich empfangen und fälschlicherweise als Lebenszeichen gewertet wurden,   stammten von einem chinesischen Satelliten.

Am 28. April war von Wostoschny die erste Sojus-Rakete gestartet worden. Sie hob allerdings erst im zweiten Anlauf mit drei Studentensatelliten an Bord ab,  weil wegen des Kabelschadens der Countdown am Vortag im Beisein von Präsident Wladimir Putin kurz vor dem Abheben automatisch unterbrochen wurde. Putin hat darauf dem Chef des Raumfahrtkonzerns GK Roskosmos,  Igor Komarow,  und dem für das Militär und die Raumfahrt zuständigen Vizepremier  Dmitri Rogosin eine strenge Rüge erteilt.

© Gerhard Kowalski

 

 

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