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Premiere in Baikonur:  Erstmals neue Sojus-Trägerrakete mit bemanntem Raumschiff gestartet – 63. Stammbesatzung auf dem Weg zur ISS

Credit:GK Roskosmos

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Baikonur,  9. April 2020 —  Das Kosmodrom Baikonur in Kasachstan hat am Donnerstag eine denkwürdige Premiere erlebt:  Zum ersten Mal ist die neue voll digitalisierte Sojus-2.1a-Trägerrakete mit einem bemannten Raumschiff gestartet. Mit Sojus MS-16 an der Spitze hob sie um 10.05 Uhr deutscher Zeit ab. In gut sechs Stunden soll das Raumschiff die russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie den amerikanischen Astronauten Chris Cassidy zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Die neue Rakete besteht zu 100 Prozent aus russischen Bauteilen,  ihr Vorgänger Sojus-FG hatte noch eine Steuerung aus der Ukraine.

Der erste bemannte Start der Russen in diesem Jahr fand von der Rampe Nr. 31 und wegen der Coronaepidemie unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt,  die von der kasachischen Seite vorgegeben waren,  die auf dem Kosmodrom das Sagen hat. So durften nicht einmal die engsten Familienangehörigen der Raumfahrer dem Ereignis beiwohnen. Auch die Presse war ausgeschlossen. Die Vorstartpressekonferenz am Mittwoch lief per Videoübertragung ab. Für das Trio selbst waren fast alle traditionellen Aktivitäten abgesagt worden,  auf die die Russen immer so großen Wert legen,  darunter auch die Besuche an den Denkmälern für Chefkonstrukteur Sergej Koroljow und Juri Gagarin,  der am 12. April vor 59 Jahren von hier zu seinem historischen Flug aufgebrochen war. Seine Startrampe wird in den nächsten beiden Jahren mit großem Aufwand für die neue Sojus-2.1-Rakete umgebaut. In dieser Zeit gibt es in Baikonur also nur eine einzige Rampe für bemannte Missionen,  was durchaus als großes Risiko gelten kann.

Für Iwanischin und Cassidy ist das der nunmehr dritte Weltraumstart,  Wagner ist Kosmosneuling. Die Männer,  die eineinhalb Monate Quarantäne hinter sich haben, zeigten sich überzeugt,  dass das Virus aufgrund der medizinischen Vorsichtsmaßnahmen nicht zur ISS gelangen wird.

Da Wagner einen deutschen Namen trägt,  habe ich natürlich herauszufinden versucht,  ob er deutsche Wurzeln hat. Ich habe aber nichts gefunden. Es ist mir auch nicht gelungen,  mich mit meiner Frage in die Vorstartpressekonferenz einzuloggen. Deshalb habe ich mich noch einmal schriftlich an die Pressestelle der GK Roskosmos gewandt. Die Kollegen antworteten postwendend,  konnten oder wollten mir aber auch nicht helfen. Sie verwiesen lediglich auf die offizielle Biografie des Kosmonauten,  in der dazu nichts steht. Eine Nachfrage meinerseits blieb unbeantwortet.

© Gerhard Kowalski

 

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