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Rogosin spricht Machtwort in der ISS-Diskussion

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  27. November 2020 —   Der Chef der GK Roskosmos,  Dmitri Rogosin,  hat ein Machtwort im Streit um die Internationale Raumstation ISS gesprochen,  der für Russland zur Unzeit ausgebrochen ist. Es sei noch zu früh,  die Station abzuschreiben,  schrieb er am Donnerstagabend auf Twitter. Er reagierte damit auf Pressemeldungen,  wonach der Erste stellvertretende Generalkonstrukteur der RKK Energija,  Wladimir Solowjow,  vor dem Weltraumrat der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) den vorzeitigen Ausstieg Moskaus aus dem  ISS-Programm verkündet habe. Das treffe nicht zu, betonte Rogosin.

Die GK Roskosmos beobachte den Zustand der Station ständig. Natürlich hätten einige Module ihre Einsatzzeit bereits überschritten, stellte der Raumfahrtchef fest. Er sehe aber in der ISS noch ein „großes Potential“  für die Entwicklung des Weltraumtourismus und die Teilnahme von privaten Firmen.

In einer persönlichen Erklärung betonte auch Solowjow, dass die Interpretation seiner Thesen in dem Vortrag durch einige Medien nicht richtig sei. Der Manager hatte dem RAN-Bericht zufolge gesagt, es sei erforderlich,  den Zeitpunkt der weiteren Teilnahme am ISS-Programm zu „überdenken“  und sich auf die Umsetzung der Programme für eigene Raumstationen zu konzentrieren. „Nach 2025 prognostizieren wir einen lawinenartigen Ausfall zahlreicher Elemente an Bord der ISS.“

Auch die RKK Energija als Betreiber des russischen ISS-Segments stellte klar, dass von einer Einstellung der Arbeit in der ISS nach 2025 keine Rede sein könne.

Das Thema ist in Russland unter anderem deshalb hochgekocht,  weil schon seit mehr als einem Jahr vergeblich nach einem Leck im Swesda-Modul gesucht wird und sich auch andere Ausfälle häufen. Parallel dazu plant Russland weiter,  mit der Entsendung von noch drei neuen Modulen den Ausbau seines ISS-Segments in den nächsten Jahren zu vollenden.

© Gerhard Kowalski

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