Kalenderblatt: 2. Todestag von Sigmund Jähn – Posthume Aktion zu Ehren des ersten Deutschen im All harrt noch der Vollendung

Credit: U. Toelle/Nowizki

Berlin, 21. September 2021 – Am (heutigen) Dienstag jährt sich der Todestag von Sigmund Jähn zum zweiten Mal. Der erste Deutsche im All war am 21. September 2019 völlig überraschend gestorben. Ich hatte gehofft, heute den endgültigen Abschluss einer außergewöhnlichen Aktion zu seiner posthumen kosmischen Ehrung melden zu können. Doch leider ist es dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bislang nicht vergönnt gewesen, dazu persönlich bei den beiden Töchtern des Ehepaares vorzusprechen.

Der russische Dreifach-Kosmonaut Pawel Winogradow hatte nämlich nach der Todesnachricht die Idee, ein Foto Jähns und seiner Frau Erika, die kurz nach ihm gestorben war, zur Internationalen Raumstation ISS zu schicken. Dort sollte es in der Aussichtsplattform Cupola vor dem Hintergrund der Erde abfotografiert und dann der Familie als besonderes Andenken übergeben werden.

Mit Hilfe des DLR hatte ich dieses Foto besorgen können und digital nach Moskau geschickt. Pawel Winogradow ließ es dort auf Papier drucken und übergab es zusammen mit zwei weiteren Motiven dem Kommandanten des Raumschiffes Sojus MS-18, Oleg Nowizki, der am 9. April dieses Jahres zur ISS flog. Mit den Sonderstempeln der Station versehen, kehrte es bereits am 17. April im Handgepäck des Kosmonauten Sergej Ryshikow mit Sojus MS-17 wieder auf die Erde zurück. Pawel Winogradow hat es dann am Rande einer internationalen Raumfahrtveranstaltung in St. Petersburg unserem Astronauten Reinhold Ewald für das DLR nach Köln mitgegeben. Der Initiator der ungewöhnlichen Aktion verband damit den ausdrücklichen Wunsch, dass auch die Deutsche Raumfahrtausstellung in Jähns Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz  eine Kopie erhält. Denn hier hatte Winogradow zusammen mit Alexander Iwantschenkow Jähn im August 2018 noch die offiziellen Glückwünsche des Kosmonauten-Ausbildungszentrums (ZPK) Juri Gagarin im Sternenstädtchen zum 40. Jahrestag seines Fluges mit Waleri Bykowski überbracht.

Glücklicherweise haben die Töchter der Jähns das Foto wenigstens schon in einer digitalen Variante gesehen. Ihr Kommentar: „Welch beeindruckende und bewegende Geste! Wir sind sehr gerührt,  eine tolle Idee und wie schön,  dass diese umgesetzt werden konnte!… Vielen großen herzlichen Dank von uns allen hier an alle Beteiligten. Großartig und außergewöhnlich!“

© Gerhard Kowalski

 

 

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