Dritter SpaceX-Starlink-Start in fünf Tagen

Cape Canaveral, 18. Mai 2022 – Der US-Konzern SpaceX von Elon Musk hat am Mittwoch erneut 53 Starlink-Internet-Satelliten gestartet. Die Falcon 9-Trägerrakete stieg um 12:59 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf.

Es war dies der dritte Starlink-Start innerhalb von fünf Tagen und der 21. SpaceX-Start in diesem Jahr.

(c) Gerhard Kowalski

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60 Antworten zu Dritter SpaceX-Starlink-Start in fünf Tagen

  1. Jewgeni-7 sagt:

    Starship S24 im Test

    Als Ergebnis eines Brandtests mit dem Starship S24-Prototyp hat es höchstwahrscheinlich nur 2 Wärmeschutzkacheln verloren. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man die Umstände des Tests bedenkt. Zuvor hatte er bei solchen Tests im Durchschnitt etwa ein Dutzend Kacheln verloren. Die Kacheln sind im hinteren Teil des Prototyps abgefallen, was eher auf die Testbedingungen zurückzuführen sei. Bei einem echten Flug wird dieser Teil des Schiffes nicht von Schallwellen beeinflusst, die von der Startstelle reflektiert werden.

    Viele glauben noch, dass sogar ein abfliegendes Wärmeschutzplättchen ein Schiff zerstören kann, wenn es in die Erdatmosphäre eintritt. Das ist nicht so. Das um das Schiff strömende Plasma wirkt so, dass sich die Wärmelast auf die Fläche des Rumpfes verteilt, während der direkte Erwärmungsprozess durch Wärmestrahlung erfolgt. Tatsächlich besteht der Hauptzweck von Hitzeschutzkacheln darin, die Wärmelast gleichmäßig zu verteilen und eine übermäßige Erwärmung eines bestimmten Bereichs der Oberfläche des Schiffes zu verhindern. Wenn das Raumschiff in Plasma „gebadet“ wird (die sogenannte Plasmaphase), werden Bereiche mit zerbrochenen Kacheln einfach mehr Hitze ausgesetzt, während benachbarte Kacheln die übermäßige Erwärmung des Gehäuses enthalten und die Wärmelast verteilen.

    Möchte hier anmerken, dass der Hitzeschutz des Raumschiffs gleichzeitig aus 3 Schichten besteht: Hitzeschutzkacheln, Isolierung und der Rumpfstahl selbst. Sind die Kacheln komplett beschädigt, kommt eine Isolierung ins Spiel, die auch die Erwärmung der Gehäuseoberfläche für einige Zeit hemmt. Der letzte Außenposten der Verteidigung ist der Stahlrumpf des Schiffes, der selbst großer Hitze ohne Verlust von Eigenschaften standhalten kann. All dies bedeutet, dass selbst bei einem vollständigen Verlust mehrerer Kacheln die Integrität des Gehäuses nicht verletzt wird.

    Zuvor hat die Erfahrung beim Betrieb des Space Shuttles bereits bewiesen, dass der Verlust/die Beschädigung von Wärmeschutzkacheln nicht zu einer Schiffsunglück führt. Auch wenn man bedenkt, dass es auf einer Aluminiumbasis gebaut wurde und nicht auf Stahl, wie das Starship. All dies, kombiniert mit dem speziellen Wiedereintrittsprofil des Raumfahrzeugs, der neuesten Technologie und der Erfahrung bei der Rückgabe des wiederverwendbaren Dragon-Raumfahrzeugs, sollte SpaceX helfen, ein wirklich wiederverwendbares Raumfahrzeug der nächsten Generation zu schaffen. Ob sie diese unglaublich schwierige Aufgabe bewältigen können, werden wir einige Zeit später sehen, wenn Starship beginnt, regelmäßig aus der Umlaufbahn der Erde zum Mond und zum Mars fliegen.

    Die Amerikaner haben beim ersten Flug von Space Shuttle 27 von fast 40.000 Hitzeschildkacheln verloren, der sowjetische Buran hat nur 6 verloren. Der Buran-Rumpf selbst hat viele Tests bestanden, auf dem Territorium von NPO Molniya gibt es immer noch eine statische Testhalle, die in Bezug auf Tragstrukturen die perfekteste der Welt ist. Darin bestand der Buran die Festigkeitsprüfungen. Aus technischer Sicht war Buran einzigartig, als auch seine Kacheln hatten keine Analoga auf der Welt, kein Wunder das die westliche Geheimdienste starkes Interesse an russischen Entwicklungen hatten. Dazu der folgender Fall, extrem verkürzt:

    Bei diesem hochbrisanten Fall handelt sich um einen sowjetischen Journalisten, Ilja Suslow, der strengste Dokumente des Buran an deutsche Agenten verkaufte. Er arbeitete lange Zeit im Weltraumjournalismus mit entsprechender Zulassung zur geschlossenen Arbeit und war stellvertretender Chefredakteur des Jahrbuchs „Soviet Science and Technology“, das von der APN herausgegeben wurde. Natürlich kommunizierte er aufgrund seiner Tätigkeit frei mit allen Kosmonauten und Spezialisten vieler Weltraumunternehmen. Er stand auch dem Generaldesigner von NPO Energia V.P. Gluschko nahe, der sich oft mit ihm traf. Anfang der 80er Jahre wurde aber beobachtet, das er in Verbindung mit einem der deutschen Diplomaten gesehen worden und habe ihm Material gegeben. Der deutsche Agent, Paul Arsene, zahlte rund 50.000 Mark an den Russen, für streng geheimen Buran Dokumente, darunter über die Zusammensetzung der Kacheln. In ihren thermophysikalischen und physikalischen und mechanischen Eigenschaften übertrafen sie alle ausländischen Pendants, sie mussten bis zu hundert Flüge ersatzlos überstehen. Zur damaligen Zeit gab es auf der ganzen Welt keine bessere Materialien, selbst die Kacheln von Space Shuttle waren den russischen deutlich unterlegen. Der französische Präsident Francois Mitterrand habe sich einmal an Gorbatschow gewandt, um ihnen die Technologie der Hitzeschutzbeschichtung für viel Geld zu verkaufen, jedoch vergeblich.

  2. Gerhard Kowalski sagt:

    Mir hat Mischin mal gesagt, dass das Buran-Programm auf verlorenem Fuss stand, weil man keine Nutzlasten hatte. Aber immerhin hat man beim Bau rund 800 neue Materialien und Technologien entwickelt, darunter sicher auch die Kacheln.

    Mit denen kann man jetzt auf der Datscha petschki für die lawotschki bauen.

    G. Kowalski

  3. Jewgeni-7 sagt:

    Die Aussage von Mischin ( er nannte Buran als Бурьяном) ist ganz korrekt, dem kann ich widerlegen:

    1. Eine der Hauptaufgabe war die Versorgung der Mir und Mir-2 Station mit Gütern und Kosmonauten
    2. Es war geplant die alte Module der Mir-Station auf die Erde mit Buran zurückzubringen
    3. Besonders bei Mir-2 wäre Buran voll ausgelastet, wenn nicht die sehr hohe Transportkosten…

    4. Das eigentliche Problem von Buran war, das er als Folge eines Parteiauftrags entstand, ohne auf die Kostenseite zu achten

    Wie aus offiziellen Daten hervorgeht, kostete jeder Start der Trägerrakete Energia, die den Buran ins All bringt, etwa 170 Millionen Rubel. Ist es viel oder wenig? Da im Vergleich alles bekannt ist, hören wir uns die Einschätzung von K. Feoktistov an:

    „… jeder Shuttle-Flug kostet, wie ich es verstehe, 300 Millionen Dollar. Das heißt, sie haben sich mehr als 10- bis 20-mal geirrt. Das ist der größte technische Fehler … und wir hätten ihm nicht folgen sollen.“

    Meine Anmerkung zu Feoktistov Aussage: Das amerikanische Raumschiff war kein technischer Fehler, die USA hatten die entsprechenden technischen und finanzielle Mitteln.

    Hier eine weitere Aussage von Konstantin Feoktistow: „Die Schaffung eines wiederverwendbaren Schiffes eines solchen Designs ist eine dumme Idee. Schon auf dem Shuttle war klar, dass dieses Design im Kern nicht erfolgreich war. Dies wurde durch die Katastrophen der Challenger und Columbia sowie durch fabelhafte Betriebskosten bestätigt. Die Kosten für die Lieferung von 1 kg in den Orbit mit dem Shuttle sind mindestens 2-4 mal höher als bei Einwegraketen. Und diese Kosten sinken im Laufe der Jahre nicht, sondern steigen ständig. Je länger die Shuttles fliegen, desto offensichtlicher ist es: Es ist eine Sackgasse. Es ist sogar gut, dass wir mit „Buran“ zumindest auf halbem Weg aufhören konnten. Als Raumfahrzeug sind das Shuttle und Buran völlig bedeutungslos. Die Idee von wiederverwendbaren Raumflugzeugen ist vielversprechend, aber andere technische Schemata sind erforderlich“. Das was erforderlich ist, macht uns SpaceX mit dem neuen Raumschiff vor.

    Wenn wir heute die schwindelerregende Kosten der SLS-Trägerrakete betrachten, so sehen wir deutlich, das mit 2,5 Milliarden Dollar Startkosten sich nur die NASA mit Mühe leisten kann. Für Russland ist das absolut nicht machbar, genau so wie mit Buran. Russische Wirtschaft ist für solche Projekte nicht gerüstet, das Land ist extrem unterentwickelt, ihre Hochtechnologie liegt heute Jahrzehnte hinter den USA zurück.

    Die Raumfahrt wird effizient sein, wenn wir unsere Trägerraketen so entwickeln, wie die heutigen Flugzeuge die Welt beherrschen. Ein neues Flugzeug kann 10-25 Jahre fliegen, die Tickets sind auch für alle erschwinglich. Musk will mit seinen Starship das gleiche machen und die einstigen Träume von Koroljow für die meisten zugänglich machen. Hier verzichte ich aber auf die technischen Details.

  4. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für die Hintergrundinformationen!

    G. Kowalski

  5. Jewgeni-7 sagt:

    Werden die Tage kürzer ? Ein anderes Thema, aber dennoch sehr interessant.

    Am 29. Juni 2022 stellte unser Planet einen Rekord für die Rotationsgeschwindigkeit auf: Ein Tag war um 1,6 Millisekunden kürzer als die Referenz. Seit 1962, als die Zeit mit Atomuhren gemessen wurde, gab es keine kürzeren Tage. Geophysiker sagen, dass die Erde ab 2016 schneller zu rotieren begann, und es ist möglich, dass die Länge einiger Tage des nächsten Sommers noch kürzer sein wird.

    Gleichzeitig mit der Reduzierung des Tages ist ein weiterer Prozess im Gange – die Chandler-Oszillationen, die zyklische Verschiebung der Erdpole, die sind fast ausgestorben. Wissenschaftler können noch nicht sagen, ob diese Ereignisse zusammenhängen. Vielleicht sind sie beide Manifestationen eines noch unbekannten Prozesses auf unserem Planeten.

    Aus der Sicht der Mechanik ist die Erde ein System, das aus mehreren Schalen besteht: dem Mantel, der Lithosphäre, dem Ozean und der Atmosphäre. Es hat das Gesetz der Erhaltung des Drehimpulses der Bewegungsmenge, d.h. die Summe der Momente des Impulses bleibt konstant. Wenn also in der Atmosphäre zum Beispiel die Winde, die aus dem Osten wehen, zunehmen, dann verlangsamt sich die Rotation der Atmosphäre von West nach Ost, und die Rotation der Erde kann sich beschleunigen. Umgekehrt, wenn Westwinde dominieren, kann sich die Erde etwas langsamer drehen.

    Sogar Kant glaubte, dass sich die Rotation der Erde unter dem Einfluss der Gezeiten verlangsamen sollte, und Laplace schrieb, dass Vulkanausbrüche, Erdbeben, Winde und Gezeiten Unregelmäßigkeiten in ihrer Rotation erzeugen sollten. Astronomen haben aufgezeichnet, dass sich der Mond und die Planeten manchmal an bestimmten Punkten des Himmels etwas früher befinden und manchmal etwas später als die Zeit, die von den Gesetzen der Himmelsmechanik vorhergesagt wird. Dies waren klare Beweise für die Unebenheit der Erdrotation, aber es war möglich, die Abweichungen in der Länge des Tages von der Referenz 86.400 Sekunden erst 1936, nach dem Erscheinen der Quarzuhr, genau zu messen. Dies wurde von Nikolai Stoiko, einem Astronomen aus Odessa, der am Pariser Observatorium arbeitete, durchgeführt.

    Der Wissenschaftler fand heraus, dass die Dauer des Tages um ein bis zwei Millisekunden von den „vorgeschriebenen“ abweichen kann, und fand später heraus, dass diese Schwankungen zyklisch sind und sich ihre Vorzeichen mit einem Zeitraum von etwa sechs Monaten von plus nach minus ändern – das heißt, diese Veränderungen sind mit den Jahreszeiten verbunden. In den 1950er Jahren rekonstruierte Stoiko aus astronomischen Beobachtungen die Fluktuationen in der Rotationsgeschwindigkeit der Erde aus der Mitte des XIX Jahrhunderts und entdeckte auch Zyklen, die Jahrzehnte dauerten.

    Seit 1962 werden am Zentrum für Erdorientierung am Pariser Observatorium Messungen der Rotationsgeschwindigkeit der Erde und der Orientierung ihrer Pole durchgeführt. Seine Aufgabe ist es, die Länge des Tages zu messen und sicherzustellen, dass die koordinierte Weltzeit UTC nicht um mehr als eine Sekunde von der astronomischen UT1 abweicht. Wird die Diskrepanz größer, dann wird eine zusätzliche Sekunde in die Skala eingeführt: das letzte Mal musste dies 2017 getan werden.

    In ausreichend langen Zeitabständen verlangsamt sich unser Planet – aufgrund der Ableitung der Gezeitenenergie im Ozean und in der Lithosphäre entfernt sich der Mond um etwa 3,82 Zentimeter pro Jahr von uns, und nach dem Gesetz der Erhaltung des Drehimpulses (im allgemeinen System von Erde und Mond) nimmt die Rotationsrate des Planeten ab. Laut Geologen betrug die Dauer des Tages vor 1,4 Milliarden Jahren nur 18,7 Stunden.

    Aber viele andere Faktoren überlagern diesen langfristigen Trend. Die Grafik der Schwankungen in der Dauer des Tages ist das Ergebnis vieler Schwankungen mit unterschiedlichen Perioden, die beispielsweise mit saisonalen Faktoren oder Gezeiteneffekten verbunden sind. Insbesondere die Lunisolargezeiten beeinflussen die Kompression der Erde und verändern die Form des Planeten etwas. Wenn der Mond den Himmelsäquator in Bewegung über den Himmel überquert, dreht sich die Erde etwas langsamer. Und wenn es in die nördliche oder südliche Himmelshemisphäre geht, wie Astronomen sagen, zu größeren Deklinationen, beschleunigt sich die Erde.

    Doch seit 2016 ist ein neuer Trend aufgetaucht, den Wissenschaftler noch nicht erklären können: Die Erde begann sich recht stark zu beschleunigen. Am 29. Juni 2022 wurde ein absoluter Rekord in der gesamten Beobachtungsgeschichte verzeichnet: Ein Tag an diesem Tag endete 1,6 Millisekunden früher als die Referenz von 86.400 Sekunden. Solche kurzen Tage gab es seit mindestens 80 Jahren nicht mehr. Einen Monat später, am 26. Juli, war der Tag um mehr als 1,5 Millisekunden kürzer, aber der Rekord von Ende Juni stand. Wenn sich der Trend so fortsetzt, ist es möglich, dass Wissenschaftler zum ersten Mal in der Geschichte die „Schaltsekunde“ subtrahieren müssen, anstatt zu addieren.

    Für mich ein weiteres Phänomen: Die Rotationsachse der Erde ist vergleichbar mit der Bewegung eines Kreisels oder Gyroskops, deren die Achse einen Kegel im Raum beschreibt, die als Präzession genannt wird. Der vollständige Kreis der Erdachse wird alle 26.000 Jahren beschrieben. Wenn man sich entlang dieses großen Kreises bewegt, erfährt die Achse auch relativ kleine Schwankungen – Nutation, deren Zyklus 18 Jahre dauert, und viele kleinere Schwingungen mit Perioden von 13,7 Tagen, 27,6 Tagen, sechs Monaten, einem Jahr. Aus geschichtlicher Überlieferung geht hervor, dass die Sumer schon vor 5.000 Jahren die Präzession kannten !!! Wie kann ein Volk das aus dem nichts kam, solches gewaltiges Wissen verfügen.

    Ja, und die Erdschwankungen ein weiteres Rätsel: „Das sind zwar sehr kleine Schwankungen – Millisekunden pro Tag – aber das ist ein Signal, das uns sagt, dass es einige Prozesse im nahen Raum, in den Schalen der Erde und ihrem Inneren gibt, von denen wir noch nichts wissen. Unser Planet fühlt etwas, einige Phänomene passieren, etwas extrem Interessantes verbirgt sich in diesen Millisekunden „, so der Wissenschaftler Zotov, Professor an der Higher School of Economics und Mitarbeiter des Laboratory of Gravimetry des Sternberg Astronomical Institute der Moskauer Staatlichen Universität. Möglich wäre auch eine weitere Manifestation des atlantischen Multidecade-Oszillation – dies ist ein Phänomen im Nordatlantik, ähnlich wie El Nino im Südpazifik: eine Temperaturänderung an der Oberfläche des Ozeans mit einem Zeitraum von etwa 80 Jahren, die zu großräumigen Änderungen des Windregimes, des Niederschlags, der Intensität, der Anzahl und der Flugbahnen von Stürmen führt.

    Ja, die Wissenschaftler werden niemals arbeitslos !!!

  6. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für die Habil-Arbeit in Sachen Erdrotation.

    G. Kowalski

  7. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski,

    ist ihnen die Geschichte von Juri Alexejewitsch Gagarin bekannt, der am Start des Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin auch dort gearbeitet hat ?

  8. Gerhard Kowalski sagt:

    Nein! Sie scherzen, oder?

    G. Kowalski

  9. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski, ich mache keine Scherze, berichte über Fakten und neuste wissenschaftliche Erkenntnisse.

    Ja, auf dem Kosmodrom arbeitete der absolute Namensgeber des ersten Kosmonauten, der ursprünglich aus Charkow stammte, verfolgte die Arbeit des Funksteuerungssystems der Wostok-1-Trägerrakete.

    Im Leben der beiden Gagarins gibt es viele Zufälle. Beide wurden im März im Abstand von nur drei Jahren geboren und traten 1955 in Luftfahrtschulen ein: eine in Orenburg, die zweite in Charkow. Im Jahr 1959 schrieb Juri Alexejewitsch von Charkow ein Diplom an der Schukowski-Luftwaffenakademie, und in der Herberge der Akademie auf der anderen Straßenseite lebte die erste Abteilung sowjetischer Kosmonauten, unter denen sich Juri Gagarin befand. Die beiden Juris gingen die gleichen Korridore entlang, aber sie ahnten nicht einmal die Existenz voneinander.

    Gagarin aus Charkow arbeitete an der Entwicklung der ersten Generation von Trägerraketen, hat sich erstmals im April 1963 mit dem Kosmonauten Gagarin zusammengetroffen. Der Kosmonaut hat aber schon früher gewusst, dass sein Flug von seinem vollen Namensvetter vorbereitet und am Boden begleitet wurde. In der damaligen Zeit war diese Tatsachen kaum einen Bekannt. Jahre später hat ein Saratower Schriftsteller und Lokalhistoriker, und früher – der militärische Vertreter des Produktionsvereins Korpus war, ein Buch über den zweiten Gagarin herausgebracht. Der Ingenieur Juri Gagarin ging im Rang eines Obersts in den Ruhestand, lebte bis 2016 in Charkiw, habe aber keine Info ob er noch lebt.

    „Sobald die Rakete mit Gagarin abhob“, sagte sein Namensvetter später, „beeilten sich alle, mir zu gratulieren, natürlich um der Witze willen. Wir arbeiteten als Messstelle für den Gagarin-Start, das heißt, wir führten Telemetrie des Gagarin-Starts von Anfang bis Ende durch… Meine Verwandten in Poltawa erzählten mir später, dass meine Mutter ihre Sinne verlor, als im Radio verkündet wurde, dass Juri Gagarin in den Weltraum geflogen war. Sie wusste nichts über den anderen Gagarin und dachte, dass es um mich ging. Außerdem wusste sie, dass ich auf dem Baikonur arbeite“.

    Aber auch über den echten Gagarin kenne ich einige Besonderheiten, von den sie nicht wissen !!!

  10. Gerhard Kowalski sagt:

    Das ist alles absolut neu für mich und interessiert mich daher natürlich sehr.
    Vielen Dank für das Material.
    Wenn Sie noch mehr solche Überraschungen haben, wäre ich ein dankbarer Abnehmer.

    G. Kowalski

    PS

    Da das Material in der Kommentar-Rubrik meines eingestellten Blogs erscheint, kennt das nunmehr eine Vielzahl von Lesern. Damit ist der Exklusivitätscharakter dahin. Also könnten jetzt nur Sie selbst noch damit an die Öffentlichkeit gehen. Das würde auch für weitere Veröffentlichungen von Ihnen gelten.

  11. Jewgeni-7 sagt:

    Noch eine Anmerkung zu Gagarin:

    Der zweite Gagarin, der Kandidat der technischen Wissenschaften, der pensionierte Oberst und Ingenieur Jurij A. Gagarin, lebt/lebte in der Stadt Charkow. Er ist Autor von 107 wissenschaftlichen Arbeiten und 40 Erfindungen. Wie der Zufall so will, am 27. März 1968 führte Gagarin ein groß angelegtes Experiment auf der Satellitenkommunikationslinie Molniya-1 mit einer neuen Gerätegeneration am Shchelkovsky-Messpunkt durch, der nur wenige Kilometer vom Flugplatz Chkalovsky entfernt liegt. Die Tests verliefen erfolgreich, aber dann gehörte er zu den ersten Menschen, die vom tragischen Tod des Kosmonauten Gagarin erfuhren, der nur wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt war.

    Möglich wäre dass der zweite Gagarin, geb. am 16.03.1937 in Moskau, der in Charkow wohnte, von seinen eigenen faschistischen-bolschewistischen Mördern umgebracht wurde. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört, selbst alte Veteranen die den zweiten Weltkrieg überlebten, wurden so durch den ständigen Raketenbeschuss umgebracht. Mir sind einige Fälle bekannt.

  12. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für den spannenden Nachtrag!

    G. Kowalski

  13. Jewgeni-7 sagt:

    Alexei Leonow und seine Dollars

    Im Zusammenhang mit dem ersten Sojus-Apollo Flug, wandte sich die Firma Unicover an den damaligen Verteidigungsminister der Sowjetunion, Dmitry Ustinow, mit der Bitte, eine Reihe von Briefmarken anzufertigen, um an die Erfolge im Weltraum zu erinnern. Es handelte sich um sieben Originalumschläge und Zertifikate in Shagreen mit einem goldenen Buchstaben, die die Echtheit der Briefmarken bestätigten. Ustinow verstand die wirtschaftlichen Vorteile des Vorschlags und die Bedeutung der Verbreitung der Erfolge der russischen Wissenschaft. Die Zertifikate sollte der russische Kosmonaut A. Leonow unterschreiben, er sagte später dazu:

    „Mit einem Wort, ich habe damals 36.500 Zertifikate unterschrieben, für die Unicover mir 135.000 Dollar gezahlt hat. Genauer gesagt, es sind die naiven Amerikaner, die dachten, ich würde den vollen Betrag erhalten. Die Sowjetbürger sollten die Währung jedoch in die Staatskasse tragen. Das System war so. Mir wurde versprochen, 6.500 Dollar auszugeben. Auf die Frage: Und der Rest? Ich hörte eine erschöpfende Antwort: Freut euch, dass wir euch so viel geben. Andere haben dies auch nicht.“

    Die Geschichte mit dem Geld von Leonow geht aber noch weiter, er wörtlich:

    „Die Zeit vergeht und ich frage: Wo sind meine versprochenen sechstausend? Sie sagen: Sie liegen in der Vneshtorgbank, können aber nicht genommen werden. Das Maximum, das ausgegeben wird, ist 180 Dollar. Und selbst dann, nach einer persönlichen Anweisung des Leiters der Hauptwährungsabteilung des Finanzministeriums der UdSSR“.

    Als Leonow auf eine Geschäftsreise in den USA reisen sollte, hat er natürlich versucht ein Teil des Geldes abzuheben, leider vergeblich, er poltert gegen die Kommunisten als er sagte:

    „Eine Verschwendung von Kraft, alles ohne Erfolg! Am Ende spuckte ich und sagte: Es ist besser, meinen Hut in New York abzunehmen und ich werde auf der Fifth Avenue um Almosen bitten, als mich vor meinem Heimatstaat zu demütigen. Lass diejenigen, die das tun, vor Scham brennen.“

    Die Geschichte geht aber noch weiter…erst 1991 konnte er seine Dollars abheben. Was für eine Schande!!!

  14. Gerhard Kowalski sagt:

    So war er nun einmal, der vielgerühmte Leonow.

    G. Kowalski

  15. Jewgeni-7 sagt:

    Neue Starlink-Satelliten-eine beeindruckende Technologie

    Die neue Generation von Starlink-Satelliten wird es jedem mit einem Smartphone ermöglichen, sich mit dem Mobilfunknetz und dem Internet zu verbinden, auch von Orten, an denen es keine terrestrische Abdeckung gibt. Die Verbindungsgeschwindigkeit beträgt zwei bis vier Megabit pro Sekunde. Das gaben SpaceX-CEO Elon Musk und T-Mobile-Präsident Mike Sievert bekannt.

    Mobilfunk scheint allgegenwärtig zu sein, aber tatsächlich gibt es immer noch viele Regionen auf der Welt, die nicht von Mobilfunkmasten versorgt werden. Und wenn wir nicht nur Land, sondern auch die Wasseroberfläche betrachten, dann bleiben etwa 90 % der Erdoberfläche ohne Zugang zu Mobilfunk. Die Telekommunikationsbranche steht bei dem Versuch, abgelegene Gebiete mit mobiler Technologie zu versorgen, vor verschiedenen Herausforderungen. An einigen Stellen ist dies aufgrund der Reliefs oder anderer Geländebeschränkungen schwierig, an einigen Stellen können Unternehmen aufgrund von Landnutzungsbeschränkungen keine Türme errichten, wie in Nationalparks, und im Meer ist das Bauen von Türmen fast unmöglich und unpraktisch. Die Kommunikation an solchen Orten erfolgt über Satelliten, aber dafür benötigen Sie ein Satellitentelefon und einen teuren Kommunikationstarif.

    Die Ingenieure versuchen, dieses Problem zu lösen und einen Weg zu finden, gewöhnliche Smartphones mit Satelliten zu verbinden. Manchmal sind diese Versuche erfolgreich. So gab das amerikanische Unternehmen Lynk im Jahr 2021 bekannt, dass es als weltweit erstes Unternehmen eine Zwei-Wege-Kommunikation zwischen einem Mobiltelefon und einem Satelliten hergestellt hat. Während der Tests haben sie ohne technische Änderungen erfolgreich eine SMS von einem Satelliten an ein normales Smartphone gesendet. Reine Satelliten-Handys sind nicht billig, schon das Jahresabo kann 500 Dollar übersteigern. Interessant: Indien gehört zu den wenigen Ländern, in denen Satellitentelefone fast ausnahmslos illegal sind. Die Sicherheitskräfte am Flughafen Chennai nahmen die Regel ernst: Sie hinderten den Daimler-Manager an der Ausreise und übergaben ihn der Polizei, so die Info aus dem Jahr 2018.

    Nun hat am 25. August Elon Musk angekündigt, den Start eines gemeinsamen Projekts zur Bereitstellung universeller Mobilfunkkommunikation an, das mobile Funklöcher eliminieren wird. Die zweite Generation von Starlink-Satelliten von SpaceX wird eine Abdeckung bieten, da die aktuellen Versionen von Starlink im erdnahen Orbit einfach nicht leistungsfähig genug sind, um ein schwaches Mobiltelefonsignal aufzunehmen.

    Die Starlink V2-Geräte werden deutlich größer sein als die aktuellen, die etwa 295 Kilogramm wiegen. Sie werden mit einer leistungsstärkeren Phased-Array-Antenne ausgestattet, der Satellitenkörper wird etwa sieben Meter lang sein, die Antenne wird fünf Meter zur Seite ausgeklappt. Gleichzeitig gewährleistet dieses Design die Kommunikation ohne technische Änderungen am Telefon oder spezielle Firmware. Im Gegenzug hat sich T-Mobile verpflichtet, anderen Partneranbietern gegenseitiges Roaming anzubieten.

    Das Telefon sucht nach einem Signal vom nächsten Mobilfunkmast, und wenn es es nicht findet, stellt es eine Verbindung zum nächsten Satelliten am Himmel her, als wäre es ein Mobilfunkmast am Boden. Die Verbindungsgeschwindigkeit beträgt zwei bis vier Megabit pro Sekunde. Laut den Entwicklern reicht dies aus, um Textnachrichten wie SMS, MMS und Messenger-Nachrichten zu versenden. Im Laufe der Zeit ist geplant, die Möglichkeit hinzuzufügen, Anrufe zu tätigen und andere Daten auszutauschen. Elon Musk sagte, dass die Beta-Version in bestimmten Regionen bereits Ende 2023 nach den geplanten Starts von SpaceX-Satelliten gestartet werden soll.

    Da Starlink V2 deutlich größer ist als die Satelliten der ersten Generation, wird die Falcon 9-Rakete sie nicht in die Umlaufbahn bringen können. Die Starlink V2-Satelliten in voller Größe müssen auf den Start der viel größeren Starship-Rakete warten. Gleichzeitig wies Musk darauf hin, dass SpaceX eine kleinere Version von Starlink V2 entwickeln könnte, die in die Nutzlastverkleidung der Rakete Falcon 9 passen könnte, eine weltweite Kommunikation, wie sie Musk und Sievert wollen, aber erst danach mit Inbetriebnahme von Starship möglich sein wird. Die Unternehmen planen, Kunden praktisch überall in den kontinentalen USA, Hawaii, Teilen von Alaska, Puerto Rico und den meisten Weltmeeren Textabdeckung anzubieten. Zuvor erlaubten die US-Behörden die Verwendung von Starlink-Kommunikationsterminals für unterwegs, was den Einsatz in Flugzeugen, Schiffen, Autos und anderen Fahrzeugen ermöglichte.

    Ja, die Technologie ist schon sehr ausgereift, besonders die Ausweichmanöver die heute kein großes Problem mehr darstellen, das haben schon Tausende von Flugbahnkorrekturen bewiesen, die Starlink bereits vorgenommen haben. Im jüngsten Bericht ( Juli 2022) sagte SpaceX, dass Starlink-Geräte in den letzten sechs Monaten mehr als 1700 Manöver durchgeführt haben, um eine Kollision mit Trümmern des Tselina-D-Satelliten zu vermeiden, der Ende 2021 bei Tests einer russischen Anti-Satelliten-Rakete abgeschossen wurde.

    So eine Technologie hat aber auch seine Nachteile, besonders für die Astronomen. Nach verschiedenen Schätzungen kann die Lichtverschmutzung durch Satelliten die Instrumente beeinflussen. Aus diesem Grund baten Astronomen Elon Musk aktiv, zumindest die Helligkeit der Reflexionen seiner Satelliten zu reduzieren, und dies führte zu seinen Ergebnissen: Mitte 2020 begann SpaceX, Starlink mit Schilden zu starten, die das von den flachen Metalloberflächen des Satelliten reflektierte Licht blockieren.

    Anfang 2022 analysierten Wissenschaftler die Beobachtungen und kamen zu dem Schluss, dass die Idee mit den Schilden aufging – die Helligkeit der neuen Satelliten nahm um das 4,6-fache ab. Im Durchschnitt gelang es SpaceX, die Sterngröße der Satelliten auf 6-6,5 zu reduzieren. Das ist fast 7, wie Astronomen gefordert haben.

    Die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit über Starlink hat bereits 100 Megabit pro Sekunde überschritten, und die Verzögerung beträgt 40 Millisekunden. Aber es funktioniert nicht überall, sondern nur dort, wo es eine Bodenstation in einer Entfernung von etwa tausend Kilometern gibt, so dass zumindest die Ozeane aus dem Versorgungsgebiet sind verschwunden. Diese Einschränkung kann beseitigt werden, indem die Fähigkeit von Satelliten hinzugefügt wird, miteinander zu kommunizieren und als Repeater zu fungieren, die ein Signal von einem entfernten Benutzer in einer Kette an eine entfernte Bodenstation übertragen. Iridium-Kommunikationssatelliten arbeiten seit mehr als einem Jahrzehnt nach diesem Prinzip, aber sie verwenden dafür Funksignale, die viel weniger Bandbreite geben, und eine behördliche Genehmigung erfordern, die für eine Konstellation von Zehntausenden von Satelliten nicht leicht zu erhalten ist.

    SpaceX hat sich entschieden, das Lasersystem von Starlink für die Übertragung von Signalen zwischen Satelliten zu verwenden, was frei von diesen Nachteilen ist, aber etwas anderes hat: Die Terminals müssen über ein sehr genaues und schnelles Zielsystem verfügen. Bisher haben die EU und die Vereinigten Staaten in der Praxis gezeigt, dass die Kommunikation zwischen Satelliten oder zwischen Satelliten und Flugzeugen in der Praxis machbar ist, aber bisher hat niemand eine zuverlässige Kommunikation dieser Art in einem solchen Umfang gezeigt. Bisher hat SpaceX auch nur einzelne Tests durchgeführt, aber bis Ende des Jahres soll es beginnen, Laserkommunikation in der Praxis auf vielen Satelliten einzusetzen.

  16. Gerhard Kowalski sagt:

    Haben Sie inzwischen bei SpaceX angeheuert? Kann ich eigentlich nicht glauben!
    Aber Ihre Ex-Landsleute, vor allem Borissow, sollten sich den Text einmal ganz genau ansehen, damit sie wissen, was am Sfera-Projekt noch so alles fehlt!

    G. Kowalski

  17. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski, die Starlinks sind kleine und nützliche Fische, wenn aber demnächst die Megalodon starten (SLS, Starship), so wird Borissow vor Neid erblassen und Koroljow wird wieder auf die heutige russische Raumfahrt fluchen und zum x-ten Male sich im Grab umdrehen.

  18. Gerhard Kowalski sagt:

    Koroljow hat sich nichts vorzuwerfen. Er hat seinem Vaterland treu gedient, und das hat ihn dafür in den Gulag gesteckt, den er knapp überlebt hat.
    Sein Enkel Andrej erweist sich heute seiner würdig. Hut ab! Denken Sie sich einmal alles, was Koroljow geschaffen hat, aus der heutigen russischen Raumfahrt weg! Da bleibt nicht viel übrig!

    G Kowalski

  19. Jewgeni-7 sagt:

    Deshalb habe ich auch bewusst meine Aussage auf die heutige Raumfahrt bezogen, die hat kaum Zukunftspläne. Alles was die russische Raumfahrt heute zusammenhält sind meistens Entwicklungen der 50er und 60er Jahre, also das Werk von Koroljow. Sein Traum war der Mars, auch die N1 Entwicklung war primär für bemannte Marsflüge gedacht. Angesicht der grandiosen Entwicklungen der USA als auch China, steht Russland heute ganz arm dran, deshalb wäre Koroljow heute sehr, sehr enttäuscht.

    Elon Musk hat sich wiederholt sehr positiv über Sergej Koroljow geäußert. Er sagte, dass die Errungenschaften von SpaceX auf den Schultern von Titanen beruhen – einschließlich von S. Koroljow. Was hier die meisten nicht wissen, die größte SpaceX-Halle wurde nach Koroljow benannt ist. Das hat selbst die Koroljow Familie nicht gewusst.

    Selbst sein Enkel sagte: „Aber ich glaube nicht, dass mein Großvater wahnsinnig glücklich wäre, wenn er herausfinden würde, dass die Trägerraketen, die er vor 60 Jahren entwickelt hat, weiterhin im Weltraum surfen. Natürlich ist dies ein zuverlässiges Gerät, aber ich hätte gerne etwas Neues, aber das haben wir noch nicht. Wir hoffen sehr, dass junge Menschen diese Branche voranbringen können. Schließlich ist die Raumfahrt die Quintessenz dessen, was im Staat passiert – sie umfasst Technologien, Organisationen, Ressourcen und Finanzen. Je besser die Raumfahrt, desto mehr Respekt für das Land, das haben sowohl Chruschtschow als auch Breschnew verstanden. Chruschtschow zum Beispiel hat meinen Großvater enorm unterstützt, dank ihm wurden alle unlösbaren Probleme innerhalb einer Sekunde gelöst“. Ja, das war gestern und heute… Für sein Enkel ist Elon Musk die Reinkarnation seines Großvaters.

    Musk wollte schon vor etwa 20 Jahren eine ausgemusterten ballistischen Rakete bei den Russen kaufen, um zu verstehen von den Funktionen so eines Trägers. Sein Wunsch haben die Russen zweimal abgelehnt, und dies war der Anstoß für Musk, seine eigenen Trägerraketen und Triebwerke zu entwickeln.

    SpaceX Aktien wurden im Oktober 2021 bei 55 Dollar gehandelt, bei diesjährigen Runden soll der Preis über 70 Dollar liegen, damit hat das Unternehmen einen Wert von 127 Milliarden Dollar. Die US-Zeitschrift Forbes gab im Mai Musk Vermögen in ihrer Echtzeit-Liste der Milliardäre weltweit mit gut 207 Milliarden Dollar an, immer noch viel mehr als bei dem Luxus-Unternehmer Bernard Arnault sowie dahinter Jeff Bezos und Bill Gates. Selbst die Tesla Aktie erreichte neue kosmische Höhen und brachte extreme hohe Gewinne für die Anleger.

  20. Gerhard Kowalski sagt:

    Vielen Dank für die interessanten Hintergrundinformationen. Ich habe wieder einmal viel dazugelernt.

    Vielleicht können Sie mir auch verraten, wo Rogosin abgeblieben ist?

    G. Kowalski

  21. Jewgeni-7 sagt:

    Mit Atombomben eintauchen- wird wahrscheinlich viele deutsche zu Buran interessieren.

    Möchte noch kurz auf den wahren ( politischen) Grund der Buran-Entwicklung eingehen. Auf die Frage, warum die UdSSR sich verpflichtet hat, das amerikanische Shuttle zu kopieren, folgt die Antwort: Das Politbüro glaubte, dass das Shuttle nach dem Start ein Nebenmanöver durchführen könnte, dann eintauchen und eine Atombombe auf Moskau abwerfen könnte, und deshalb wurde beschlossen, ein ähnliches Programm zu starten.

    Ein russischer Forscher ( sein Name ist mir bekannt) in der Geschichte der Kosmonautik, fand vor einigen Jahren und studierte authentische sowjetische Dokumente, in denen die hypothetischen Fähigkeiten amerikanischer Shuttles lange vor dem Start des ersten von ihnen beschrieben wurden. Das Dokument zeigt die Fähigkeit zum Abstieg, eine Art Tauchgang, ausschließlich entlang der Flugroute, ohne Drehmanöver. Die Möglichkeit, das Shuttle auf eine Höhe von 67 Kilometern zu senken, wurde berechnet. An diesem Punkt konnten Atomwaffen abgeworfen werden, wonach ein allmählicher Aufstieg beginnen würde, in die Referenzumlaufbahn. Es stellte sich aber aus der heutigen Sicht heraus, dass das Bild mit der Atombombe nicht so einfach war.

    Nach den Berechnungen von Ballistik-Experten könnte das Shuttle aus südöstlicher Richtung, aus dem Indischen Ozean, fliegen. Diese Richtung war am wenigsten vor feindlichen Angriffen geschützt, und daher war es für das Militär mehr als unangenehm zu erfahren, dass von dort aus ein punktgenauer Weltraumangriff stattfinden konnte. Gleichzeitig blieb nur sehr wenig Zeit für die Reaktion: vom Zeitpunkt des Abwurfs der Atombombe auf den zentralen Teil Moskaus – nur dreieinhalb Minuten für die Erkennung und Reaktion.

    Laut den Memoiren von Yuri Sikharulidze wandte sich Dmitry Okhotsimsky (Leiter der Abteilung am Institut für Angewandte Mathematik) 1975 an den Direktor seines Instituts, den Akademiker Mstislav Keldysh, mit dem Vorschlag, die Ziele der Schaffung eines wiederverwendbaren Space-Shuttle-Transportsystems in den Vereinigten Staaten zu untersuchen. Im März 1976 war der Bericht über die Ziele des amerikanischen Programms, wie aus dem Datum auf dem Cover hervorgeht, fertiggestellt. Sein weiteres Schicksal war sehr interessant. So lesen wir in Memoiren von Gubanow:

    „Studien, die am Institut für Angewandte Mechanik der Akademie der Wissenschaften der UdSSR durchgeführt wurden, zeigten, dass das Space Shuttle es ermöglichte, durch die Durchführung eines Rückwärtsmanövers aus einer Halb- oder Einzelumlaufbahn entlang der traditionellen Route, die vom Süden über Moskau und Leningrad führte, einen bestimmten Abstieg – einen Tauchgang – zu machen, eine nukleare Ladung in ihrem Gebiet abzuwerfen und zusammen mit den Aktionen anderer beteiligter Mittel das Kampfkontrollsystem der Sowjetunion zu lähmen. Die Studien wurden von bekannten Wissenschaftlern J. Sikharulidze, D. Okhotsimsky durchgeführt. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Analyse sandte M. Keldysh einen Bericht an das Zentralkomitee der KPdSU. Es fand eine Analyse statt, in deren Ergebnis L. Breschnew mit aktiver Unterstützung von D. Ustinov beschloss, eine Reihe alternativer Maßnahmen zu entwickeln, um die garantierte Sicherheit des Landes zu gewährleisten“.

    Kurz gesagt: Der ursprüngliche Bericht hatte einen sehr, sehr wichtigen Einfluss auf das sowjetische Raumfahrtprogramm. Leider war sein Wesen nur in der Nacherzählung bekannt. Darüber hinaus wurde sogar behauptet, dass Space Shuttle einmal im Jahr 1985 einen echten Tauchgang durchgeführt hat! Diese Geschichte begann mehr Fragen als Antworten aufzuwerfen. Das große Ganze hat sich nicht summiert. Es schien überraschend, dass sehr ernsthafte Wissenschaftler zu solchen Schlussfolgerungen kamen und die Führung des Landes ihnen zustimmte. Es gab sogar eine Legende, dass dies eine spezielle Desinformation seitens der Vereinigten Staaten war, um die Sowjetunion zu zwingen, viel Geld für die nächste Runde des Wettrüstens auszugeben. Angeblich haben russische Spezialisten, die während des Sojus-Apollo-Projekts in Houston waren, versehentlich ein Plakat gesehen, auf dem das Shuttle, das eine große Seitenwendung macht, eine Bombe auf Moskau abwirft.

    Wir bleiben bei technischen Fakten: Um in eine niedrige Umlaufbahn zurückzukehren, benötigte es eine Geschwindigkeit von nur 200 Metern pro Sekunde. Das Design der Shuttles sah die Installation von jeweils drei zusätzlichen Tanks vor, die eine Geschwindigkeitssteigerung von jeweils bis zu 150 Metern pro Sekunde ermöglichten. Die Aufgabe sah also sehr real aus. Der Zugang zur Flugbahn war nur vom Kosmodrom auf der Vandenberg Air Force Base aus möglich. Und im Rahmen der bereits in den Vereinigten Staaten angekündigten Route (und aus der Sicht der Tarnung) war es sehr praktisch. Das Space Shuttle flog aus Afrika und dem Indischen Ozean in die UdSSR. Ein sehr unbequemer Ort für sowjetische Tracking-Systeme.

    In diesem Flug (auf der ersten Umlaufbahn) könnte das Shuttle den größten Teil der Sowjetunion und der RGW-Länder abdecken. Und die Reaktionszeit wäre sehr kurz, wahrscheinlich nur 200 Sekunden. Möchte hier aber hinweisen, das ein Start vom Vandenberg Air Force Base nie für ihre Flüge genutzt wurde. Viele der militärischen Ladungen des Space Shuttles sind immer noch heute geheim, aber es wäre schwierig, die Entwicklung einer Atombombe für das Raumschiff zu verbergen.

    Aus heutiger Sicht betrachtet, erscheint die Entscheidung der sowjetischen Militärführung mehr als logisch: Wir beginnen mit dem Bau des gleichen Raumflugzeugs wie die Amerikaner, um zu verstehen, warum es so gut ist, zumindest in der Phase der umfassenden Tests. Gleichzeitig wird es in Zukunft möglich sein, an einer symmetrischen Antwort zu arbeiten. Die Militärs haben auch nicht an die Absurdität gedacht. Es ist doch einfacher, Sprengköpfe mit einer herkömmlichen Rakete in den Orbit zu befördern – es genügt, einen Satelliten mit Sprengköpfen im Orbit zu haben.

    Möchte hier anmerken, das die Sowjetunion schon in den 60er Jahren an Globalraketen dachte, das belegen Dokumente des Zentralkomitees der KPdSU und des Ministerrates der UdSSR Nr. 346-160 „Über die wichtigsten Entwicklungen von Interkontinentalraketen und globalen Raketen und Trägern von Weltraumobjekten“ vom 16. April 1962 und Nr. 1021-438 „Über die Schaffung des GR-1-Raketensystems“ vom 24. September 1962. Am 9. Mai 1965 wurden bei einer Militärparade in Moskau die neue Interkontinentalraketen GR-1 (Globalnajaraketa) vorgeführt, die im Westen die Bezeichnung „SS-10 Scrag“ erhielten.

    Am 18. Juni 1979 wurde das Strategic Arms Limitation Treaty (SALT-2) unterzeichnet, die verbot ausdrücklich „globale Raketen“. Es sah die Liquidation von zwölf Schachts R-36orb ( Silos) und die Umrüstung von sechs für die Erprobung anderer Komplexe vor. 1982 begann die schrittweise Dealarmierung und Vernichtung von Global-Raketen. Im Mai 1984 wurden alle Schächte gesprengt – das Weltraumbombardementsystem hörte auf zu existieren.

    Der Wirbelwind der Zeit verschont auch die besten Kreationen nicht. Buran hatte einfach das Pech, während der Veränderung geboren zu werden. Das ist heute nur Geschichte, aber ein weiterer weißer Fleck in der Geschichte der russischer Raumfahrt wurde mit den Dokumenten von 2019 geschlossen.

    Zu Rogozi nur so: Er wartet auf seine neue Funktion die in den nächsten Wochen verkündet wird. Kenne einige Möglichkeiten, werde aber hier nicht spekulieren.

  22. Gerhard Kowalski sagt:

    Hoffentlich lässt man uns nicht zu lange auf die Rogosin-Entscheidung warten.

    G. Kowalski

  23. Jewgeni-7 sagt:

    Eine neue Errungenschaft der russischen Raumfahrt

    In Omsk, dort wo die Angara Trägerrakete entsteht, hängen Roskosmos Plakate mit dem Aufruf sich als Freiwilliger für den Krieg in die Ukraine zu melden !!! Sollen doch alle Mitarbeiter an die Front gehen, die Arbeiten an Angara werden ruhen und später werden auch die Mitarbeiter in ihren Gräben ruhen…

    Der entsetzte Wadim Lukaschewitsch, Kandidat der technischen Wissenschaften, in der Zeit von 1985-1992 – Designer des Pavel Suchoi Design Büro, schreibt auf Facebook :

    „Was zum Teufel ist der Weltraum, was für ein Mond, wenn man Menschen in einem Nachbarland einfach für Geld töten kann? Warum Raketen bauen, wenn man ein Kriegsverbrecher werden kann, der von Millionen für Geld verflucht wird? Haben Sie davon geträumt, seit Sie ein Kind waren? Geh kämpfen, der Kosmos braucht dich nicht.

    Wir begannen mit Gagarin und erreichten den Bodensatz der untersten Zivilisation, die keinen Platz auf der Erde haben…“

    Ja, das ist die heutige russische Raumfahrt wo selbst die Gagarin Familie mit vielen Deutschen auf der Seite der Unmenschen und Mörder steht…

  24. Gerhard Kowalski sagt:

    Dieser Kommentar verschlägt mir den Atem!

    Was den letzten Satz angeht, bin ich mir nicht sicher, ob er stimmt. Ich lese die Antwort von Prof. Galina Gagarina auf meine Frage, was denn ihr Vater zu dem Krieg gegen die Ukraine sagen würde, etwas anders.

    G. Kowalski

  25. Jewgeni-7 sagt:

    Ja, Ihr Schock kann ich sehr gut verstehen.

    Das Bild des Plakats, das in einen Büro von Poljot hängt, hat Wadim auf seiner Facebook Seite veröffentlicht. Oben ganz rechts sehen wir das faschistische Z Zeichen, darunter steht:

    Специалная военная операция

    Обявлаятся отбор кандидатов для участя в спецялной военной операцйи из числа работников предпринятя

    Danach kommt das Roskosmos-Logo, ganz unten der Kontakt mit Telefonnummer:

    По всем вопросам обращаться в военно-учетный стол ПО Полет по телефону…..

    Ja, schon zu Beginn des Krieges, bis Ende April, auf einen toten ukrainischen Soldaten kamen 10 tote russische Soldaten. Diese Zahlen hat ein Informant/Agent der im Kreml für die Ukraine arbeitet, weitergegeben. Diese Zahlen hat auch eine russische Publikation veröffentlich, aber kurz danach gelöscht. Danach geht hervor, das die Russen über 31.000 tote zu beklagen hatten, die Ukraine um die 3.000 tote Soldaten. Heute ist das Verhältnis um die 1 zu 8, die Zahl der toten Russen geht auf die 80.000. Aus Telefongesprächen der Russen zu ihren Familien, solche Gesprächen werden von den Ukrainer abgefangen und veröffentlich, geht hervor, das die Russen von kosmischen Verlusten sprechen. So die „berühmte“ 22 Division wurde vollständig vernichtet, von den vielen Kompanien mit 500-600 Soldaten bleiben nur 5-15 Soldaten übrig. Viele russischen Soldaten schießen sich in ihre eigene Hände und Füße damit sie krank geschrieben werden und so nach Hause kommen.

    Für mich persönlich ist auch das schweigen der Kosmonauten sehr beschämend und unentschuldbar….vergleichbar mit Kriegsverbrechen….

  26. Gerhard Kowalski sagt:

    Das sind ja fürchterliche Zahlen, so sie denn stimmen, was ich kaum bezweifele.

    Die Kosmonauten sind allein schon durch ihren herausgehobenen Beruf in keiner beneidenswerten Lage. Da überlegt man sich jedes Wort und will auch nicht als Verräter gelten. Ich werde mich zu diesem Thema demnächst zu Wort melden.

    G. Kowalski

  27. Jewgeni-7 sagt:

    Nun ja, das kann ich Ihnen nur zustimmen.

    Fakt ist: Die Autokraten und Faschisten die unschuldige Menschen abschlachten, werden nicht immer am leben bleiben, sie werden eines Tages auch sterben, womöglich kommt eine liberale Regierung an die Macht. Die Raumfahrt wird sich aber weiter entwickeln, und im Gegensatz zu den Mördern und uns, die wird nicht sterben.

    Noch ein Wort zu den Zahlen wenn sie mir erlauben:

    Schon in den ersten Wochen des Krieges hatte die ukrainische Armee mehr Panzer, obwohl des Westen noch keine geliefert hat, als vor dem Krieg. Die Ukrainer haben sehr viele Panzer erbeutet. Bis zum gestrigen Tag haben die Russen 6286 Panzer und Schützenpanzer, 438 Flugzeuge und Hubschrauber, 3236 technische Fahrzeuge, 1091 Artilleriesysteme verloren.

    Die ukrainischen Waffen und Raketen haben sehr hohe Genauigkeit, nicht vergleichbar mit den russischen. Vor einigen Tagen wurde nachts ein Hauptquartier der Russen mit 6-12 Raketen vollständig zerstört. Das Gebäude war in einer Stadt, die umgegebenen Häuser blieben unbeschädigt, nur das eine sehr großes Haus mit etwa 500 Russen wurde eliminiert, kaum einer der Russen hat es überlebt. Selbst der italienische Militäranalyst twitterte vor einigen Tagen: “ …dass das ukrainische Militär „perfekt funktioniert“: Nachdem sie mehrere Salven auf das russische Militär abgefeuert hatten, stellten sie schnell die Waffe ab und verließen die Position in weniger als 80 Sekunden.

    Spektakulär sind auch die Videos wenn die gewaltigen Munitionsdepots mit tausenden von Raketen in die Luft fliegen, solche Detonationen dauern mitunter die ganze Nacht. Das alles veröffentlichen und berichten die Bewohner auf ihren sozialen Medien.

    Besonders hilfreich für die Ukraine sind spezielle Bilder (SAR- Technologie) aus dem Weltraum, wo die ganzen Verstecke der Russen in den Wäldern sichtbar werden. Bei normalen Bilder aus der Luft verhindert eigentlich das Laub der Bäume die genaue Beschaffenheit und Verstecke zu sehen. Auf den speziellen Bilder der Iceye-Satelliten sehen die Militärs den ganzen Wald/Territorium ohne Laub, selbst Wolken werden unsichtbar gemacht und die Nächte werden zum Tag gemacht, alles ist Sichtbar, jeder Soldat oder Panzer kann sich nicht mehr verstecken. Der Rest ist simpel: Die Koordinaten der Ziele werden sofort an die HIMARS-Raketen übertragen und Start… Alexei Reznikov sagte dazu: „Unsere Armee wird anfangen, Informationen zu erhalten, die sie vorher nicht bekommen konnte. Und es wird es schnell tun wo es gebraucht wird „.

    Ja, Russen waren die ersten im Weltraum, aber solche Spitzentechnologien verfügen sie nicht.

    Persönliche Anmerkung:

    Serhiy Prytula, der Leiter der gleichnamigen gemeinnützigen Stiftung, hat in der Ukraine Geld für den oben erwähnten Satelliten gesammelt. In der Weltgeschichte ist dies das erste Mal, dass ein Volk einen Satelliten für seine Armee gekauft hat.

  28. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für die Infos.

    Ja, die Raumfahrt spielt für die Ukraine eine wichtige Rolle. Das war mir von Anfang an bewusst, aber nicht so klar im Detail.

    G. Kowalski

  29. Jewgeni-7 sagt:

    Die Kopplung im Mondorbit der Frachtschiffe Dragon XL und Starship HLS an der Mondstation Gateway aussehen. Ja, ein kleiner Dragon XL, um die Station zu versorgen, aber ein riesiges Raumschiff, um Astronauten auf dem Mond zu landen. Fantastisch !!!

    https://www.youtube.com/watch?v=vVLK0tgLHro&t=159s

  30. Gerhard Kowalski sagt:

    Bis das soweit ist, geht aber noch viel Zeit ins Land!

    G. Kowalski

  31. Jewgeni-7 sagt:

    Roskosmos Scheinfirmen

    Auf der Website des öffentlichen Beschaffungswesens ist eine Vereinbarung zwischen Roskosmos und der Firma des ehemaligen Hauptbuchhalters von Roskosmos in Höhe von 1.079.514.485,04 Rubel aufgetaucht. Der Vertrag wurde unter Rogosin am 8. April 2022 für angebliche Beratungsleistungen abgeschlossen. Kurioserweise kosteten die Beratungsleistungen für Roskosmos mehr als die Schaffung eines Weltraumsystems zur Erforschung des Mars im Projekt Exo-Mars gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation, hier betrugen die Kosten 1.024.309.200,00 Rubel.

    So arbeiten die Russen und in Roskosmos ist alles einfacher – sie registrieren eine „Tochter“ für den Hauptbuchhalter und stecken eine Milliarde für die Beratung hinein.

    Der Hauptnachteil der Beschaffung nach dem Bundesgesetz Nr. 223 besteht darin, dass der Teufel sogar sich darin das Bein bricht. Es ist fast unmöglich herauszufinden, wer als Auftragnehmer ausgewählt wurde, unter welchen Bedingungen der Kauf getätigt wurde, und noch mehr, um eine Kopie des Vertrags in die Hand zu bekommen.

    Aber für Regierungsbehörden – es gibt nur solide Pluspunkte. Niemand wird etwas sehen, wird nicht analysieren, wird nicht empört sein. Es können sogar solche Anschaffungen getätigt werden, die nach dem 44. Gesetz viel unnötigen Lärm für die Behörden verursachen. Und wenn Sie möchten, können Sie es einstecken – das Gesetz 223 regelt den Kauf nicht so sehr des Staates, sondern von „bestimmten Arten von juristischen Personen“.

    Ein weiteres Beispiel der russischen Korruption. Von 2009 bis 2020 arbeitete Alexander Vasilyevich bei Roskosmos. Seit 2012 – Hauptbuchhalter. Das Gehalt dieses Mitarbeiters ist von 918.000 Rubel im Jahr 2009 auf 14 Millionen im Jahr 2020 gestiegen. Eine Person versteht die Finanzen von Roskosmos so sehr, dass der Staatskonzern beschloss, ihn zum Direktor einer neu gegründeten Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (die beiden einzigen Aktivitäten des Unternehmens) zu machen und ihn Staatsmilliarden kassieren zu lassen. Außerdem ein Kandidat der Wirtschaftswissenschaften (er verteidigte sich 2020, aus irgendeinem Grund in Woronesch). Das Thema der Dissertation lautete Management der Entwicklung des Humankapitals in der digitalen Wirtschaft.

    So sehen wir das Schema, „wie man schnell eine Milliarde verdient“. Ganz einfach – wir gründen über unsere Firmen eine Firma, ernennen unseren Buchhalter zum Geschäftsführer, melden einen Kauf beim einzigen Anbieter mit einem dubiosen Los an, der nicht einmal so viel kostet, schicken Unterlagen ans Finanzamt und die Bank – und voila – eine Milliarde in der Tasche. Milliarden öffentliche Mittel.

    Nicht umsonst wird das Geschäft im Weltraum in Russland als die korrupteste Branche bezeichnet, und selbst der Chef der Rechnungskammer, Alexei Kudrin, bezeichnete die Aktivitäten des Staatskonzerns sehr subtil als ineffizient, nachdem er zuvor Verstöße im Wert von 30 Milliarden Rubel im Jahr 2021 aufdeckte. Für dieses Jahr ist noch mehr zu befürchten.

    Wenn wir bedenken, dass der Direktor und Stellvertreter von Roskosmos ein höheres Gehalt als der Chef der NASA erhalten, so ist die ganze Sache mehr als peinlich, aber für Russland nicht ungewöhnlich. Das Gehalt des Direktors der NASA beträgt maximal 250 Tausend Dollar pro Jahr. Das sind 16 Millionen Rubel pro Jahr. Das heißt, eineinhalb Mal weniger als von Rogosin. Er hat 2018 rund 29,5 Millionen Rubel verdient. Und es steht direkt geschrieben: 23,5 am Hauptarbeitsplatz, das heißt von Roskosmos, und weitere 6 Millionen weiß Gott woher. Ein Ingenieur bei der NASA erhält durchschnittlich 82 Tausend Dollar pro Jahr, das heißt 430 Tausend Rubel pro Monat, und beim russischen Unternehmen von Roskosmos – 60.000 Rubel pro Monat.

    Ganz andere Gehälter haben aber Roskosmos Mitarbeiter die weit von Moskau arbeiten und Leben. In der Region Tscheljabinsk liegt der Durchschnittslohn bei 32 759 Rubel, beim Raketenzentrum Makajew (Gebiet Tscheljabinsk) das den Nuklearschild des russischen Landes schmiedet, mit nur 11 014 Rubel. Angesichts des großen Gefälles zur Hauptstadtregion, gibt es hier keine Chance, hochqualifizierte Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen und zu binden. Das sind etwas ältere Daten, aber der Vergleich zu Moskau ist schon dramatisch.

    Nach der jüngsten Erhöhung wird das Gehalt der Kandidaten für Kosmonauten im Durchschnitt etwa 300 Tausend Rubel betragen (Erhöhung um 70%) und erfahrene Kosmonauten erhalten mehr als 500 Tausend Rubel, das sind 50% mehr. Zum Vergleich: Der Gehalt von J. Gagarin betrug 1962 etwa 450 sowjetischen Rubel, mit Zulage 639 Rubel oder 575 US-Dollar, der amerikanische Astronaut Neil Armstrong erhielt 1969 monatlich 1.666 US-Dollar.

    Nach dem tragischen Tod des sowjetischen Kosmonauten W. Komarow, hat die Ehefrau eine Witwenrente von 180 Rubel gezahlt bekommen, für die Tochter und ihren Bruder wurden weitere 75 Rubel gezahlt. Als die Sowjetunion zusammenbrach, wurden alle Leistungen weggenommen. Die Tochter des Kosmonauten Irina: „Papas Leben wurde auf 50 Dollar geschätzt. Mama sagte, dass sie noch nie eine solche Demütigung erlebt habe“. Selbst der goldene Stern des Kosmonauten wurde in den 70er Jahren für ein Museum weggenommen, so die Aussage der Tochter von Komarow. Keiner weiß auch über den Verbleib des zweiten Stern des Kosmonauten. Der Sekretär des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR, Michail Georgadse, überreichte nur einen Brief an die Familie über die Vergabe des Titels des Helden.

  32. Gerhard Kowalski sagt:

    Das ist wieder so ein hochinteressantes Material für Investigativ-Journalisten, aber eben nichts für mich.

    Die Informationen in den letzten beiden Absätzen waren mir bekannt.

    G. Kowalski

  33. Jewgeni-7 sagt:

    Zitat: Bis das soweit ist, geht aber noch viel Zeit ins Land!

    Was die jungen Leser aber nicht wissen: Über einen gemeinsamen bemannten Mondflug hat sich die amerikanische Führung in den 60er Jahren sehr stark gemacht, es gab viele Gespräche mit der Sowjetunion auf der höchsten Ebene…

    Im 19 Jahrhundert waren aber Träume von Mondflügen als Volksverhetzung angesehen und bestraft. Möchte hier mit der folgende Anekdote konfrontieren. Im Jahr 1848 schrieb die Zeitung Moskovskie Gubernskie Vedomosti folgendes: “

    „Der Kaufmann Nikifor Nikitin sollte wegen aufrührerischer Reden über den Flug zum Mond in die Siedlung Baikonur verbannt werden.“

    Heute betrachten wir diese Information recht Humorvoll, aber der Kaufmann Nikitin war überhaupt nicht in Stimmung für Humor, der dennoch in ein abgelegenes Dorf verbannt wurde, wo er höchstwahrscheinlich verschwand. Diese Anekdote ist auch deshalb gut, weil sie paradoxerweise die Meinung der russischen Behörden über Flüge zum Mond als Volksverhetzung mit dem Wunsch der einfachen Stadtbewohner verbindet. Ja, das Leben in Russland ist voll von solchen Paradoxien. Jeder, der sich mit der Geschichte des kaiserlichen Russlands und der Sowjetunion befasst hat, weiß, wie oft die Bestrebungen der Mehrheit der Bevölkerung von den Zielen der Behörden abweichen. Selbst Stalin träumte von Kosmonauten…

    Ja, die Idee, zum Mond und zu den Sternen zu fliegen, zieht sich durch viele heilige Texte und Traditionen der alten und neuen Zivilisationen der Welt. Mehr noch, es werden sogar Reisen in den Weltraum mit genauer Darstellung der Erde beschrieben, die einige auserwählte machten…

  34. Gerhard Kowalski sagt:

    Die Geschichte von Nikotin kenne ich natürlich, höre sie aber immer wieder gern.

    G. Kowalski

  35. Jewgeni-7 sagt:

    Ja, die Geschichte mit Nikitin bringt uns alle zum Schmunzeln. Heute sind solche Träume in Russland nicht strafbar, aber unerfüllbar, wer aber vom Frieden träumt der wandert sofort ins Gefängnis. Wahrscheinlich haben die Russen während des zweiten Weltkriegs zu wenig Opfern zu beklagen.

    Möchte aber noch zum Mond zurückkehren. Nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg schlug Josef Stalin bei einem Treffen in Jalta mit den Alliierten vor, den Mond zu teilen. Truman dachte zunächst, er hätte es falsch verstanden oder die Worte seien ihm falsch übersetzt worden, und er fragte ungläubig:

    – Entschuldigen Sie, Herr Stalin, Sie beziehen sich sicherlich auf die Teilung Deutschlands?

    Darauf wiederholte Stalin seine Worte deutlich:

    – Monde. Wir haben uns bereits auf Deutschland geeinigt. Ich meine den Mond. Und denken Sie daran, Herr Präsident, dass die Sowjetunion über genügend Stärke und technische Fähigkeiten verfügt, um unsere Priorität auf die ernsthafteste Weise zu beweisen!

    Eine solche Szene, mit weiteren pikanten Details über Stalin, wird im Buch des amerikanischen Forschers R. Mailin beschrieben.

  36. Gerhard Kowalski sagt:

    Die Mond-Sache ist eine wunderbare Geschichte! Ich wusste gar nicht, dass Stalin so weitblickend war. Aus russischen Spielfilmen wusste ich nur, dass er sich ernsthaft mit militärischen Trägerraketen befasst hat. In einem der Filme wird übrigens Koroljow in der Uniform eines (Gewerkschafts)-Obersten gezeigt. Bis dahin hatte ich nur gelesen, dass er es lediglich bis zum Oberstleutnant brachte.

    G. Kowalski

  37. Jewgeni-7 sagt:

    Stalin, Koroljow und die UFOs

    Stalin zeigte auch reges Interesse für UFOs, die von vielen Menschen und Piloten berichtet wurden. Nach meinen Informationen hat sich I. V. Stalin wiederholt mit diesen Problemen befasst – oder besser gesagt, er hat Spezialisten zu Konsultationen eingeladen. Diejenigen, die ihn besuchten, wurden angewiesen, alles streng geheim zu halten. Stalin selbst hat niemandem etwas gesagt, sondern nur Meinungen gesammelt. Die folgende Geschichte wurde vom Prof. Valeri Burdakow, Doktor der technischen Wissenschaften, Mitarbeiter des Zentrums für wissenschaftliche Geoinformation veröffentlicht. Laut Memoiren von V. Burdakow, hat ihn Koroljow nach Pulkowo delegiert, um mit den dortigen Astronomen über die UFOs mehr Informationen zu bekommen.

    1948 wurde Sergej Pawlowitsch in den Kreml gerufen und in einen Raum gebracht, in dem ein Stapel von Dokumenten über UFOs auf dem Tisch lagen, meist in englischer Sprache: Ausschnitte aus westlichen Zeitungen, verschiedene Dokumente, Berichte sowjetischer Agenten. Er erhielt eine dreitägige Frist für deren Analyse.

    Zu dieser Zeit hatten die USA gerade einen abgestürzten Raumschiff mit Aliens geborgen, der in der Nähe von Roswell abgestürzt war. Es gab viele Publikationen, dokumentarische Beweise. Es wird angenommen, dass die Frage aufkam, nachdem US-Präsident Harry Truman die Führung der UdSSR über einige Ereignisse im Zusammenhang mit außerirdischen Problemen informiert hatte, wobei zu berücksichtigen war, dass es eine Bedrohung für die gesamte Menschheit geben könnte.

    Unter Berufung auf Unkenntnis der englischen Sprache bat Koroljow darum, ihm für einen Tag Materialien nach Hause zu geben. Stalin, der anscheinend die Einzigartigkeit und strategische Bedeutung dieser Tatsachen erkannte, ließ nicht zu, dass die Materialien weggenommen wurden, sondern stellte einen separaten Raum für ihr Studium sowie Mädchen-Übersetzer und eine Auswahl ausländischer Literatur über das Problem zur Verfügung.

    Am dritten Tag, nach der Bekanntschaft mit den Dokumenten, sagte Koroljow nach der Aussage von Burdakow, dass, wenn diese Objekte existieren, sie keine Schöpfung der amerikanischen Industrie sein können. Koroljow wörtlich:

    – Ich glaube, Genosse Stalin, ohne Feuer gibt es keinen Rauch – es werden zwar seltsame Objekte beobachtet, aber wenn wir Flugzeuge und Raketen nicht berücksichtigen, deren Identifizierung Fachleuten leicht zugänglich ist, stellen sie kein Potenzial dar Gefahr für uns. Dies ist keine Waffe, sondern ein Phänomen, das einer Lösung bedarf. Was unsere Angelegenheiten betrifft, so haben wir die erste Testreihe mit positiven Ergebnissen durchgeführt und beginnen mit der Entwicklung der Dokumentation für ein leistungsfähigeres Produkt …

    Stalin dankte für die Konsultation und sagte, dass andere Spezialisten eine ähnliche Meinung hätten. Koroljow glaubte, dass solche Spezialisten Kurtschatow, Toptschijew und Keldysch sein könnten. Alle wurden gebeten, nicht über den Inhalt des Problems zu sprechen. Koroljow beendete die Geschichte mit der Bemerkung, dass er die Übersetzerinnen sehr mochte.

    Um über die Ereignisse auf dem Laufenden zu bleiben, rieten Wissenschaftler Stalin, eine spezielle Studie über solche Phänomene zu organisieren. Das Ergebnis davon war die Organisation einer Reihe von Programmen zum Studium von UFOs in der UdSSR. Insgesamt arbeiteten sieben Forschungsinstitute und etwa ein Dutzend klassifizierte Militärabteilungen des Verteidigungsministeriums bis Ende der 90er Jahre an der Problematik nicht identifizierter Flugobjekte in der Sowjetunion. Sie alle waren auf die geheime Abteilung des KGB beschränkt, die später von Juri Andropow gegründet wurde.

    Koroljow selbst hat ein außerirdisches Raumschiff über dem Kosmodrom Baikonur beobachtet. Nach Aussage des leitenden Ingenieurs des OKB-1 Fjodor I. Rjabow, einem Mitarbeiter der Zentralen Konstruktionsabteilung Nr. 3, wurde ein seltsames Phänomen im Herbst 1961 beobachtet. S.P. Koroljow und eine Gruppe von Mitarbeitern beobachteten ein bewegungsloses ovales Objekt, das bewegungslos am Himmel hing, umgeben von einem Spiralnebel und vier scheinbar abgehackten Lichtstrahlen die das Objekt ausstrahlte. Ein ähnliches Phänomen wurde auch anderswo beobachtet, auch bis in die heutigen Tagen.

    Noch vor der Oktoberrevolution wurde ein silbriges Objekt in der Nähe von Kiew entdeckt, eine Spur einer alten Zivilisation, das laut dem Archäologen, V. Khvoika, eine „Weltraumrakete der Antike“ war. Der Fund, der inzwischen vergessen wurde, wurde 1948 aufgegriffen, in einzelne Teile zerschnitten, auf Autos verladen und nach Anweisung von Stalin nach Moskau gebracht. Es wurde ein Experte für alte Sprachen ebenfalls dorthin geschickt, um die im Cockpit des Apparats gefundenen Inschriften zu übersetzen. Es war Sanskrit, jetzt eine tote proto-indische Sprache.

    Das Design der „Rakete“ erwies sich als sehr komplex, es war fast unmöglich, es zu verstehen. Wie Sergej Koroljow, der die Arbeitsgruppe leitete, später sagte: „видит око, да зуб неймет“. Einige Geheimnisse der Rakete sollen von den Spezialisten entdeckt worden.

    Josef Stalin überwachte die Untersuchung und vertraute Koroljow in seiner Forschung. Er stellte dem Designer eine Aufgabe – den Amerikanern in der Weltraumforschung einen Schritt voraus zu sein. Wie sehr die Untersuchung der Struktur des nicht identifizierten Flugobjekts, das während der Ausgrabungen gefunden wurde, dazu beigetragen hat, kann man nur vermuten.

    Selbst der Führer des Weltproletariats, Lenin, spekulierte im Allgemeinen gerne über solche abstrakten Themen. Hier ist zum Beispiel, was Lenin in seinem Gespräch mit A.E. Magarama über außerirdisches Leben sagte:

    «… Und das Leben, unter den richtigen Bedingungen, hat es immer gegeben. Es ist durchaus möglich, dass auf den Planeten des Sonnensystems und anderen Orten im Universum Leben und intelligente Wesen leben. Es ist möglich, dass diese intelligenten Wesen, abhängig von der Gravitationskraft eines bestimmten Planeten, einer bestimmten Atmosphäre und anderen Bedingungen, die Außenwelt mit anderen Sinnen wahrnehmen, die sich signifikant von unseren Sinnen unterscheiden. “

    Am 6 März 1953 schreibt Koroljow an seine Frau Nina Ivanovna vom Testgelände Kapustin Jar über seine Begegnung mit Stalin, dort lesen wir nur freundliche warme Worte über Stalin. Tatsächlich wissen wir nicht, wie Koroljow über Stalin in Wirklichkeit dachte, obwohl der Brief an dem Tag geschrieben wurde, an dem der Tod des Führers offiziell bekannt gegeben wurde. Es kann gefolgert werden, dass die Korrespondenz sorgfältig perlustratiert wurde, und Koroljow, der vermutete, dass er von Staatssicherheitsbeamten gelesen werden würde, und immer noch ein verurteilter „Konterrevolutionär“ blieb (er wurde erst 1957 rehabilitiert), sicherte seine Wetten ab, falls Stalins Tod zu einer weiteren politischen Kampagne gegen die „Feinde des Volkes“ werden sollte.

    Anmerkung: Nach Angaben von Jaroslaw Golowanow hat sich Koroljow mit Stalin aber erst im März 1949 getroffen. Die ganze Geschichte haben auch Arkady Ostashev, wissenschaftlicher Berater von RKK Energia und Felix Siegel, Mathematiker, Astronom, außerordentlicher Professor des Moskauer Luftfahrtinstituts nach den Worten von M. Tichonrawows bestätigt.

  38. Gerhard Kowalski sagt:

    Die UFO-Sache war mit nur andeutungsweise bekannt.

    Aber die Haltung Koroljows zu Stalin scheint mir eindeutig gewesen zu sein. Denn er schrieb ja in dem von Ihnen erwähnten Brief, dass Stalin wegen seiner „magischen Kraft“ auch von jenen verehrt wurde, die, wie er, „ungerechten Repressalien“ ausgesetzt waren.

    G. Kowalski

  39. Jewgeni-7 sagt:

    Nun ja, darüber könnte ich viel schreiben. Möchte nur anmerken, das laut Koroljow Tochter, ihr Vater sprach „immer sehr hoch von Stalin und glaubte, wie alle um ihn herum, aufrichtig, dass Repressionen ein Fehler waren“. Interessant sind die Dokumente der Anklageschrift in der Sache Nr. 19908 vom 29. Mai 1940 (d.h. während der Zeit, in der die erneute Untersuchung im Gange war). Es geht um die Torpedos die Koroljow entwickelt hat, die bei Tests ihre völlige Ungeeignetheit zeigten, was dem Staat Schäden in Höhe von 120.000 Rubel zufügte und die Entwicklung anderer, relevanterer Themen verzögerte.

    Das Brief hat für mich keine große Beweiskraft, hätte er Stalin kritisiert, wäre Koroljow weg vom Fenster, die Briefe wurden doch kontrolliert.

    Es gibt aber keine zuverlässigen Informationen, warum das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der UdSSR 1938 Koroljow zu einer „milderen“ Strafe verurteilte, aber die Archive bewahrten eine Liste von Personen, die am 25. September 1938 vor Gericht standen. In der Liste der 1. Kategorie steht Koroljow unter Nummer 29. Die Kategorie implizierte die Todesstrafe: Der Militäringenieur Nikolai Kondratyev, der unter Nummer 28 aufgeführt ist und Nikolai Korshunov, unter Nummer 30, wurden am 27. September erschossen.

    Koroljow über seine Verhandlung: “ …Als ich nach Wasser fragte und nach dem Glas griff, schnappte sich einer der Ermittler einen Dekanter vom Tisch und schlug mir mit aller Kraft auf den Kopf. Und neben mir auf einem Stuhl saß und schaute es sich ein Komsomol-Mitglied…“

    Koroljow hatte viel Glück und die damaligen Praktiken der grausamen Folter und Morde sind bis heute geblieben.

  40. Gerhard Kowalski sagt:

    Sie haben recht. Koroljow hatte viel Glück, wenn man unter anderem in Betracht zieht, dass er das Schiff verpasst hat, das dann unterging.

    Er hatte aber auch unglaublich viel Courage, wenn man an die vielen Eingaben denkt, die er gegen seine Verhaftung geschrieben hat. Für mich war er auch ein großer Patriot, wie ich seiner Tochter Natalja immer wieder gesagt habe, für die ich in Peenemünde dolmetschen durfte.

    G. Kowalski

  41. Jewgeni-7 sagt:

    Stalin hat auch die Romanisierung der russischen Sprache, das lateinische Alphabet wurde als das Alphabet der Revolution genannt, am 25. Januar 1930 ein Ende gesetzt. Das Ziel war eindeutig, die Unterjochung der Völker und Verhinderung auf die eigene Identität, was noch heute von Russland versucht wird.

    In den 1920er und 30er Jahren fegte eine Welle der Latinisierung der Schrift nicht-russischer Völker über das Land, das lateinische Alphabet wurde zu einem absoluten Alphabet erhoben. Zu dieser Zeit waren fast 70 Völker, die die UdSSR bewohnten, zur lateinischen Sprache übergegangen. Ihre Kyrillisierung wurde schließlich erst Anfang der 50er Jahre abgeschlossen.

    Nun hat die russische Regierung beschlossen, sich mit Sprachfragen zu befassen, es wurde eine Regierungskommission gebildet. Im November 2021 schrieb die Presse, dass neue Regeln verabschiedet worden seien, in denen der Buchstabe ё obligatorisch wurde. Jetzt gibt es Berichte, dass die russische Schreibweise es ganz loswird. Gemäß der staatlichen Aufgabe soll es bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Dann wird es zur öffentlichen Diskussion vorgelegt, dann wird es einige Zeit dauern, Kommentare zu sammeln und zu verfeinern, und schließlich wird es um 2025 genehmigt. Laut dem Linguisten Alexei Shmelev ist das vorgestellte Projekt eine stark degradierte Version des von Vladimir Lopatin herausgegebenen Complete Academic Handbook, das 2006 von der Kommission, (erste Gründung erfolgte schon 1904) genehmigt wurde.

  42. Gerhard Kowalski sagt:

    Das ist für mich absolutes Neuland. Spannend.

    G. Kowalski

  43. Jewgeni-7 sagt:

    Herr Kowalski, sie kennen doch die Bilder, wie die ganze Welt gesehen hat, beim Empfang von Gagarin auf dem roten Platz mit seinen aufgegangenen Schnürsenkel. Wahrscheinlich haben sie auch geschrieben….?

  44. Gerhard Kowalski sagt:

    Ja, natürlich! Im Kapitel Empfang inMoskau.

    Aber das war nicht auf dem Roten Platz, sondern auf dem Flughafen auf dem Weg von der Gangway der Iljuschin zur Ehrentribüne mit Chruschtschow.

    G. Kowalski

  45. Jewgeni-7 sagt:

    Ja, als der Kosmonaut in Richtung des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU Nikita Chruschtschow marschierte, berichteten die westlichen Medien von einen aufgegangenen Schürsenkel der ihn zu Fall bringen könnte, was auch sehr peinlich wäre. Die Aussage ist aber nicht korrekt. In einem Interview mit der BBC sagte der Sohn von N. Chruschtschow, Sergej, dass es sich in Wirklichkeit nicht um eine Schnürsenkel, sondern um einen Strumpfband für Socken handelte:

    „Früher wurden Socken ohne Gummibänder hergestellt und an den Waden mit einen Strumpfband versehen, damit die Socken nicht verrutschen. Bei Gagarin löste sich bei einen Bein so ein Gummiband und eine eiserne Schnalle trafen ihn sehr hart am Bein“.

    Ja, das sind wenig bekannte Details der damaligen Zeit.

  46. Gerhard Kowalski sagt:

    Diese Erklärung habe ich dann auch gehört. Auf einem Film glaube ich aber gesehen zu haben, dass es wohl doch ein ziemlich langer Schnürsenkel war. Kamanin hat das auch geschrieben.

  47. Jewgeni-7 sagt:

    Sex im Weltraum

    Auch hier waren die Russen die ersten, die schon 1973 ein Experiment dazu machten. Der erste aber, der nicht nur darüber nachgedacht, sondern auch offen geschrieben hat, war ein Franzose. Im Jahr 1953 schrieb der damals wenig bekannte Schriftsteller Pierre Boulle – später Autor der verfilmten Romane, die zu Kinoklassikern wurden „Die Brücke am Kwai“ und „Planet der Affen“ – eine frivole Science-Fiction-Geschichte L’Amour et la pesanteur .

    Das erste Experiment zur Befruchtung mit Spermien aus dem Weltraum wurde in der Sowjetunion durchgeführt. Ende Dezember 1973 reagierte die Besatzung des Raumschiffs Sojus-13, bestehend aus Pjotr Klimuk und Valentin Lebedew, laut den Erinnerungen der Mitarbeiter des Mission Control Center, wahrscheinlich mit überirdischem Humor auf die nächste Aufgabe der Partei und Regierung. Ihr Ejakulat wurde nach der Rückkehr aus dem Orbit in ihre Frauen implantiert, aber sie wurden nicht schwanger.

    Im Jahr 1982, als auf der Saljut-7 sich Svetlana Savitskaja befand und auf den Besuch der nächsten Besatzung wartete, schreibt dazu das deutsche Magazin Der Spiegel: „Sex ist der einzige Grund, warum eine Astronautin zwei ihrer Kollegen besuchen.“ Die Quelle dieser unfairen Behauptung war ein NASA-Sanitäter namens Dick Richards, der angeblich die Einzelheiten der sowjetischen Expedition kannte. Er sagte: “ Die Russen wollen erforschen, wie sich ein in der Schwerelosigkeit gezeugtes Baby entwickelt“

    Ein weiterer Fakt: Sowjetische Experimente zur Fortpflanzung von Ratten im Weltraum wurden erfolgreich durchgeführt. Die Rattenmutter brachte jedoch nicht nur lebensfähige Nachkommen zur Welt, sondern sie selbst starb bald darauf.

    Als Ulf Merbold 1994 mit Kondakova ins All startet, schrieb der auf Weltraumberichterstattung spezialisierte deutsche Journalist Horst Hoffmann: „Seit der Zeit des gemeinsamen Weltraumfluges hat Ulf Merbold eine große Veranlagung zu eleganten Russen im Herzen.“

    Interessante intime Geständnisse berichtet der Astronaut Robert Mullane in seinen Buch: The Outrageous Tales of a Space Shuttle Astronaut. Durch die physiologischen Veränderungen, die in der Schwerelosigkeit auftreten, werden die Knöchel, Hüften und Taille dünner und die Brüste bei Frauen werden größer. Leider schwillt auch das Gesicht an… Mullane wörtlich: „Ein paar Mal wachte ich mit einer Erektion auf, die so stark war, dass ich Kryptonit mit meinem Penis bohren könnte“.

    Laut Valery Evdokimov, ein führender Forscher am Forschungsinstitut für Urologie des Gesundheitsministeriums Russlands, haben Wissenschaftler ein umfangreiches Programm sexueller Experimente für die damals funktionierende MIR-Station entwickelt, als auch für die ISS die sich damals noch im Bau befand.

    Anmerkung zu Kryptonit: Das ist ein festes Mineral von grüner Farbe vom fantastischen Planeten Krypton – dem Geburtsort von Superman.

  48. Gerhard Kowalski sagt:

    Dieses Thema habe ich natürlich auch aufgegriffen, wenn auch mit allergrößter Vorsicht und nur auf speziellen Wunsch. Mein Berater dabei war Prof. Karl Hecht, der führende Raumfahrtmediziner der DDR.
    Einer meiner Beiträge erschien sogar in der DDR-Frauenzeitschrift FÜR DICH. Für Hoffmanns Buch habe ich sogar in Neubrandenburg ein Interview mit Jelena Kondakowa darüber geführt, wo sie zusammen mit Ulf Merbold an den Raumfahrttagen teilgenommen hat. Ich habe dazu auch eine ganze Fotoserie gemacht.

    Gerhard Kowalski

  49. Jewgeni-7 sagt:

    Sex im Weltraum: Klartext

    Ja, ein Geschlechtsverkehr im Weltraum hat es gegeben, hier sind die Russen die ersten die sowas durchgeführt haben, kenne auch die beteiligten Kosmonauten. Aus technischer Sicht ist äußerst unbequem, in der Schwerelosigkeit Liebe zu machen: Dazu sind verschiedene spezielle Befestigungselemente an der Wand erforderlich, um vor plötzlichen Stößen davonzufliegen. In dieser Hinsicht waren die Russen gegenüber den Amerikaner mit ihren puritanischen Ansichten weiter. Die sowjetischen Kosmonauten haben auch literweise geschmuggelten Wodka auf Saljut und Mir getrunken, was bei der NASA ein absolutes Tabu war und ist.

    Hier sind die Delfine uns deutlich überlegen, die oft einen Dreier haben: Zwei haben Geschlechtsverkehr, und der dritte hält sie nahe beieinander, damit sie nicht voneinander wegschwimmen.

    Auch das Masturbieren ist den Russen nicht verboten, hier ist aber äußerste Vorsicht geboten. Denn wenn das bei einer solchen Gelegenheit getragene Kondom platzt, stellt das verstreute Sperma eine Gefahr für das Leben anderer Besatzungsmitglieder da. Jeder Krümel in der Schwerelosigkeit, der sich entlang einer Flugbahn bewegt, die nur ihm und den Gesetzen der Mikrogravitation bekannt ist, kann in die Atemwege eines der Besatzungsmitglieder gelangen und seinen Tod verursachen. Für Flüssigkeiten gelten die gleichen Gesetze.

    Ein gravierendes Problem aus der heutiger Sicht ist eine mögliche Schwangerschaft im Weltraum. Um im Weltraum zu bleiben, braucht eine Person kein starkes Skelett, aber ein im Weltraum geborenes Kind wird bei seiner Rückkehr zur Erde den für Menschen üblichen Belastungen nicht standhalten. Sein Skelett wird die Belastung nicht vertragen. Hier ist ein weiterer Punkt. Der von der NASA in Auftrag gegebene Bericht „Über die Auswirkungen des Weltraums auf die Gesundheit von Frauen“ sagt wörtlich Folgendes:

    „Das Strahlungsniveau bei Flügen in niedrigen Erdumlaufbahnen und noch mehr im Weltraum ist so hoch, dass es die Möglichkeit einer Schwangerschaft verhindert. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf sollte die Strahlenbelastung 500 Mikroröntgen für die gesamte Schwangerschaft nicht überschreiten (nicht mehr als 50 pro Monat). Auf der ISS variierte dieser Wert je nach Position der Station im Weltraum, aber für die gesamte Schwangerschaft wären es 35.000 Mikroröntgen gewesen.

    Ein typischer Shuttle-Flug ist kürzer als ein Menstruationszyklus. Es wird aber vermutet, dass der Einfluss des Platzes zu einem ausbleibenden Eisprung und einem Absinken des Östrogenspiegels führen kann, was auch den Kalziumverlust aus den Knochen verstärkt und somit zu Osteoporose führt (bei Frauen stärker als bei Männern).

    Ohne Schwerkraft kann ein Blutstau in den Beckenorganen das Risiko einer Endometriose erhöhen.“

    Deshalb werden Astronauten bei der NASA ermutigt, ihre Eizellen und Spermien vor ihrem Flug abzulegen, wenn sie später Eltern werden möchten.

    Frauen die auf lange Reisen sich vorbereiten, werden sie in einem Zustand, relativ gesehen, der „künstlichen Menopause versetzt“. Da ein so natürlicher Prozess wie die Menstruation zum Tod im Weltraum führen kann, wird Blut ohne Schwerkraft nicht aus der Gebärmutterhöhle entfernt, was bedeutet, dass eine Frau aufgrund der Produkte ihrer Zersetzung sterben kann. Daher nehmen sie hormonelle Medikamente ein (oder sie werden mit einem Implantat implantiert), die Kosmonauten für die notwendige Zeit vor der Menstruation bewahren.

    Es ist auch bekannt, dass in den Kosmonauten- Abteilungen nicht nur strenge Auswahl, sondern auch viele Einschränkungen gelten. Zum Beispiel war es sowohl in der UdSSR als auch in den Vereinigten Staaten verboten, Ehepartner in den Weltraum zu schicken. Das einzige Paar, dem es gelang, das Verbot zu umgehen, waren die amerikanischen Astronauten Mark Charles Lee und Nancy Jen Davis. Das war nur möglich durch eine Täuschung, sie haben kurz vor dem Start der STS-47-Mission heimlich geheiratet.

    Interessante Angaben zum Sex im Weltraum machte der russische Sexualwissenschaftler Alexander Poleev, er sagte dazu:

    “ Das ist eine Frage der Zukunft, eine Frage der Langstreckenflüge…In den ersten Tagen des Fluges können Kosmonauten Sex haben, bis alle Prozesse noch nicht gestört sind. Und dann ist die Blutfüllung des männlichen Geschlechtsorgans in der Schwerelosigkeit unmöglich – schon am dritten oder vierten Tag. Nach der Landung werden männliche Kosmonauten einer speziellen Behandlung unterzogen, um die sexuelle Funktion wiederherzustellen. Eine ziemlich komplexe Behandlung mit solchen Geräten, die ein Vakuum um ihren Penis herum erzeugen. Die Wiederherstellung der Potenz nach einem Flug im In- und Ausland gelingt meines Wissens bei weitem nicht immer. Es wird gesagt, dass dies die Hauptfunktion des Leidens ist. Die Blutfüllung des Penis ist ein komplexer Vorgang. Und die Schwerkraft spielt dabei eine Rolle. Der Schließmuskel ist geschwächt, die Gefäße sind geschwächt…“

    Die ersten Kolonien auf dem Mond werden in den nächsten 10 Jahren entstehen, und Musk verspricht bis 2050 die erste Millionenstadt auf dem Mars zu errichten. In mehr als 50 Jahren Forschung haben die Wissenschaftler eine Vorstellung davon, wie sich Schwerelosigkeit oder geringe Schwerkraft auf unseren Körper auswirken. Aber es ist immer noch nicht ganz klar, wie das Leben als auch Sex unter solchen Bedingungen aussehen wird und ob der menschliche Organismus überhaut bereit ist, sich den Veränderungen auch anzupassen. Für die Mediziner wird das eine unglaubliche Herausforderung sein, als auch Strategien gegen die tödliche Radiostrahlung zu entwickeln, die bis an ihre Grenzen bringen wird.

  50. Gerhard Kowalski sagt:

    Das ist wieder so eine halbe Doktorarbeit von Ihnen. Chapeau!

    G. Kowalski

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