Dritter SpaceX-Starlink-Start in fünf Tagen

Cape Canaveral, 18. Mai 2022 – Der US-Konzern SpaceX von Elon Musk hat am Mittwoch erneut 53 Starlink-Internet-Satelliten gestartet. Die Falcon 9-Trägerrakete stieg um 12:59 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf.

Es war dies der dritte Starlink-Start innerhalb von fünf Tagen und der 21. SpaceX-Start in diesem Jahr.

(c) Gerhard Kowalski

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62 Antworten zu Dritter SpaceX-Starlink-Start in fünf Tagen

  1. Juergen Nabel sagt:

    Hallo, guten Morgen Herr Kowalski,
    mit großem Interesse verfolge ich diese Diskussion mit Jewgeni 7 und frage mich doch immer wieder, was macht dieser Mann und woher kommt dieses Wissen auf Gebieten, die nur Insider kennen können, m.E. Gut, er kann sich dabei nicht outen, hat schon Andeutungen gemacht, woher er das weiß, aber …?
    Trotzdem alles hochinteressant (wie schon gesagt, was meint Kowalski heute 😉 )
    Herzliche Grüße
    Jürgen Nabel (bleibe Ihnen treu)

  2. Gerhard Kowalski sagt:

    Hallo, Herr Nabel,

    Ihre Frage, die in dieser oder jener Form auch von vielen anderen gestellt wird, kann ich nicht beantworten. Ich weiß nicht, wer sich hinter Jewgeni-7 verbirgt. Er schreibt mir ja ja schon viele Jahre mehr oder weniger regelmäßig. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass sein Deutsch immer besser geworden ist. Vielleicht handelt es um einen der vielen intellektuellen sogenannten Kontingentflüchtlinge, die aus der Sowjetunion zu uns gekommen sind.
    Eines ist mir aber in letzter Zeit aufgefallen: offenbar hat er viele der Raumfahrt-Fachbücher gelesen oder möglicherweise dieses oder jenes gar selbst geschrieben, die auch bei mir im Bücherschrank stehen. Das ist mir speziell bei Koroljow aufgefallen.

    Besten Gruß

    G. Kowalski

  3. Jewgeni-7 sagt:

    Nachtrag

    Vor einigen Tagen habe ich die russischen Verluste in der Ukraine genannt, die Verluste an Soldaten entsprangen meiner eigener Analysen, die ich auf rund 80.000 beziffert habe.

    Am 21. September hat der russischen anonymen Telegrammsender „General SVR“ unter Berufung auf einflussreiche Quellen im Kreml neue Zahlen veröffentlicht. Laut dem Telegram-Kanal hat Putin Daten über „unwiederbringliche militärisch-operative Verluste an Arbeitskräften“ auf den Tisch erhalten. Die Zahlen an Toten sind sehr beeindruckend:

    – 59.373 Berufssoldaten
    – 17.561 Kämpfer verschiedener Abteilungen
    – 4.638 der Nationalgarde

    Wir haben also summarische Verluste von 81.572 Soldaten, aber anlässlich der Ankündigung der Teilmobilmachung in der Russischen Föderation hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu den Russen die offizielle Zahl der Opfer der „Sonderoperation“ bekannt gegeben. Er versichert, dass nur 5.937 russische Soldaten getötet wurden, dabei wurden nur gestern 550 Soldaten getötet. Lügen und Lügen ohne Ende…Meine Analysen waren zumindest sehr genau. Das ist mehr als in Tschetschenien- und der Afghanistankrieg zusammen.

    Die gleiche Quelle berichtet heute, das im Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation Verwirrung und Erschütterung herrscht. Mehr als zehn Vertreter des Generalstabs schrieben einen Appell an Putin, in dem sie die Unfähigkeit der Führung zum Ausdruck brachten… Die Quelle (General SVR) stellte klar, dass der Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation den Krieg mit der Ukraine größtenteils ablehnt. Die meisten haben jedoch Angst, offen darüber zu sprechen… Sie erkennen, dass die Mobilisierung nicht dazu beitragen wird, das Blatt des Krieges zu wenden, wo moderne westliche Waffen bereits die Hauptgeige spielen.

  4. Gerhard Kowalski sagt:

    Die von Ihnen genannten Zahlen verschlagen mir die Sprache. Die Zahl von knapp 6.000 Toten habe ich natürlich nicht geglaubt. Haben Sie auch entsprechende Angaben für die Ukraine?

    G. Kowalski

  5. Jewgeni-7 sagt:

    Am 22. August sagte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, dass nach dem 24. Februar fast 9.000 ukrainische Soldaten getötet wurden, wir haben ein Verhältnis von etwa 1 zu 10, das habe ich schon früher hier geschrieben.

    Am 15. April bezifferte der ukrainische Präsident die Verluste auf 2.500 bis 3.000 Soldaten, dabei war der Mai-Juni der schwierigste für die Ukraine. Danach mit HIMARS wurde und werden alle Waffendepots und Basen der Russen vollständig zerstört.

    Nach Angaben des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) wurden seit Beginn der Invasion mindestens 5.587 Zivilisten getötet und 7.890 verletzt, obwohl OHCHR glaubt, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich viel höher sind.

    Die sehr hohen Verluste der Russen sind das Resultat der extrem hoher Genauigkeit der westlichen Waffen ( und Aufklärung) darunter der HIMARS und 155er Munition, deren Sprengköpfe eine Satellitennavigation haben. Die Treffgenauigkeit liegt bei 1-2 Meter.

    Auf der ukrainischer Seite stehen gegenwärtig insgesamt etwa 1 Million Soldaten und zu wenig Waffen.

  6. Gerhard Kowalski sagt:

    Danke für Ihre prompte Antwort.

    G. Kowalski

  7. Jewgeni-7 sagt:

    Aspekte der russischen Luft- und Raumfahrt, darüber sprach W. Lukaschewitsch, Doktor der technischen Wissenschaft, Luftfahrtexperte und ehemaliger Konstrukteur, in Stichpunkten mit eigenen Ergänzungen:

    Thema ISS: Die ISS soll bis 2028 ev. bis 2030 fliegen. Die NASA hat zumindest schon Plätze für ihre Raumfahrer bei SpaceX und Boeing bis 2030 bestellt. Russland hat hier keine Alternativen, weil bis dahin niemand einen würdigen Ersatz schaffen wird. Auch nach den aktuellen Plänen, die noch nicht an außenpolitische Rahmenbedingungen angepasst wurden, ist geplant, 2028 mit dem Start des ersten Moduls der künftigen russischen Orbitalstation zu beginnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Lage sein werden, diese Fristen einzuhalten, ist aufgrund früherer Erfahrungen äußerst gering. Die neue Orbitalstation kommt erst nach 2030… oder 2035?…

    Über die Russische Luftfahrt: Die ist auf der Intensivstation mit Reanimationsmaßnahmen. Die russische Zivilluftfahrt ist wahrscheinlich die anfälligste Branche in Bezug auf Sanktionen. Im Allgemeinen ist Russlands Wirtschaft sehr anfällig. Die Weltluftfahrt ist eine globale Branche, in der es unmöglich ist, ein unabhängiger Akteur zu sein. Vor kurzem wies die Internationale Zivilluftfahrtorganisation auf die Probleme der Flugsicherheit in Russland hin und setzte in 187 Ländern der Welt eine rote Flagge für russische Flugzeuge. Abgesehen von Russland hat nur Bhutan eine solche Flagge.

    Am 24. Februar gab es in Russland etwa 900 Arten von Flugzeugen, während die überwiegende Mehrheit der zivilen Luftfahrtlinienschiffe nicht nur importiert wurde, sondern auch finanziell geleast und mit Registrierung in Bermuda geleast wurde. Am 24. Februar waren 768 zivile Flugzeuge in Bermuda registriert. Damit die Flugzeuge noch einigermaßen fliegen, wird in Russland ein Luftfahrt-Kannibalismus praktiziert, das heißt, es werden gute Flugzeug für Ersatzteile zerlegt.

    Einsatz der F-16 in der Ukraine: Beim Einsatz der F-16 haben die russischen Flugzeuge keine Chance, die werden durch die F-16 früher erkannt und somit vernichtet.

    Russlands Möglichkeiten souveräne Flugzeuge, sowohl militärische als auch zivile, selbst zu bauen: Es gibt den Superjet, ein wirklich gutes Flugzeug, aber was seine Stärke war, ist jetzt die Achillesferse. Der Rahmen wurde in Komsomolsk am Amur montiert und alles andere wurde importiert. Alle russischen Flugzeuge, die fliegen: Tu-204, Tu-214, Il-96 und so weiter, sind stark sowjetische Vorarbeit, nicht nur vorgestern, sondern auch im letzten Jahrhundert, so wie die russischen Trägerraketen.

    Was wäre, wenn Russland direkt mit der NATO-Luftfahrt kollidiert:

    In den letzten zehn Jahren hatte Russland keinen würdigen Gegner. In den Tschetschenienkriegen wurde die Luftfahrt sehr aktiv eingesetzt, auch in Syrien, aber es gab keinen Feind. Heute angesichts der ukrainischen Luftwaffe stehen die Russen vor ihrem Spiegelbild: Flugzeuge des gleichen technischen Niveaus und genau der gleichen Ausbildung von Piloten. Aber es war nicht möglich, wie immer wieder laut gesagt wurde, die ukrainische Luftfahrt und Luftverteidigung zu zerstören, und im Allgemeinen muss die russische Luftfahrt unter den Bedingungen, unter denen sie seit Jahrzehnten ausgebildet wird, völlig anders handeln. Der Luftfahrtexperte wörtlich:

    „Wenn man sich das Niveau der militärischen Ränge und die Erfahrung der abgeschossenen Piloten ansieht, dann sind dies sehr hohe Ränge bis hin zu Generälen. Dies deutet darauf hin, dass es ernsthafte Probleme mit der Ausbildung von Piloten gibt. Es stellte sich heraus, dass unsere Pilotenausbildung gut für Paraden, Shows, Demonstrationen ist, aber nicht für den Krieg. Piloten müssen in den schwierigsten Situationen arbeiten… das alles wird in Kubinka nicht gelehrt. Um echte Kampfeinsätze durchführen zu können, benötigen Sie eine sehr hohe Qualifikation von Piloten, und dies sind Oberstleutnants, Oberst und höher. Das sind diejenigen, an die sich die sowjetische Schule erinnert. Tatsächlich kämpfen wir jetzt mit der sowjetischen Reserve und der sowjetischen Militärerfahrung.“

    Die NATO übertrifft Russland in fast allen Waffensystemen. Nur wenige HIMARS-Raketenwerfer wurden ausgeliefert, und sie ändern den Kurs der aktuellen Kämpfe. Diese Situation zeigt, dass die russischen Streitkräfte nicht in der Lage sind, den NATO-Ländern in einem offenen militärischen Konflikt gegenüberzutreten, aber natürlich ohne den Einsatz von Atomwaffen: Sie verändert alle Bedingungen vollständig.

    Während des kalten Krieges, Vietnam und nahe Osten, wurden auf das amerikanische Spionageflugzeug SR-71 etwa 5.000 russische Raketen abgefeuert, keine Rakete konnte das Flugzeug vernichten. Als Israel die ersten F-15 Flugzeuge erhielt, wurden in den folgenden Jahren über 50 russische Flugzeuge abgeschossen, die eigenen Verluste der Israelis waren bei null. Hier sehen wir deutlich, das Qualität immer den Vorteil gegenüber der Quantität hat.

    Roskosmos Aussichten:

    Die Luftfahrt wird sich erholen, aber die Raumfahrt kaum. Aufgrund von Sanktionen, des Beginns von Budgetkürzungen, des Verlusts von Kompetenzen wurde Luna- 25 abgesagt. Jetzt haben sowohl die wissenschaftliche als die bemannte Raumfahrt für Gagarins Heimat keine Priorität mehr! Die Priorität sind militärische Satelliten, das ist die Lösung absolut klarer Aufgaben – Kommunikation, Aufklärung, und das war’s! Ein anderer Experte, Egorow, der auch dabei war, erklärte folgendes:

    „Wir sprechen nicht mehr von irgendeiner Art von Wettbewerbsfähigkeit: Die Hauptsache ist, dass all dies einfach fliegt und seine Aufgaben erfüllen sollte. Elektronik ist definitiv ein sehr schwacher Punkt von Roskosmos, und alles, was Eisen betrifft, ist das sowjetische Erbe, das wir immer noch haben.“

    Es gibt Probleme mit Glonass-Satelliten, die allmählich ihre Nützlichkeit verlieren und außer Betrieb sein werden, und es gibt nichts, was sie ersetzen könnte. Wenn der Westen einen Militärsatelliten startet, so beleibt er 15 Jahre lang im Dienst, dagegen russische Satelliten sterben schon nach 3 Jahren. Roskosmos muss also auf Quantität setzen, was hohe Kosten verursacht. Vor einiger Zeit habe ich hier berichtet, dass die Ukraine einen militärischen Satelliten gekauft hat. W. Lukaschewitsch dazu wörtlich:

    „Auf jeden Fall reichen unsere nationalen Fähigkeiten zur Überwachung der Kampfzone, zur Aufklärung und so weiter nicht aus. Die jüngsten Ereignisse in der Nähe von Charkiw haben genau das gezeigt. Jetzt, wo alles vollständig überwacht ist, Satelliten hängen, Aufklärung funktioniert, wie könnte man die Konzentration der Kräfte übersehen und so weiter?! Und es stellt sich heraus, dass es viele Probleme gibt. Die Kommunikation in Primäreinheiten untereinander zur Koordination auf dem Schlachtfeld ist die Quintessenz der NATO-Doktrin!“

  8. Gerhard Kowalski sagt:

    Eine hochinteressante und detaillierte Analyse. Spassibo!

    G. Kowalski

  9. Jewgeni-7 sagt:

    Radiostrahlung bei Weitraumreisen

    Am 7. September ist der russische Kosmonaut und Arzt Waleri Poljakow im Alter von 80 Jahren gestorben. Als Kosmonaut flog er in den 1980er- und 1990er-Jahren zweimal zur Weltraumstation Mir, hält bis heute den Weltrekord von 437 Tagen für einen Langzeitaufenthalt. Bezüglich der Todesursache hat Roskosmos keine Information hinterlegt, möchte auch nicht spekulieren.

    Kosmonauten erhalten pro Tag eine Strahlendosis, die 200-mal höher ist als die eines Menschen auf der Erde, das ist sehr viel. Studien zur Gesundheit von Kosmonauten wurden durchgeführt, um zu verstehen, ob sie häufiger an Krebs leiden als andere Menschen. Laut dem russischen Physiker Vyacheslav Shurschakov, kamen die Mediziner zu dem Schluss, dass nein, aber diese Studie hat nur sehr wenige Statistiken: Es gibt nicht so viele Kosmonauten. Eine etwas andere Datenlage haben wir bei Apollo-Flügeln.

    Natürlich verkürzt Strahlung das Leben, weil sie zu einer vorzeitigen Alterung des Körpers führt. Und damit Kosmonauten jung und gesund bleiben, wurden Strahlungsstandards erfunden. In Russland sind dies ein Leben lang 1000 Millisievert, während ein Kosmonaut ein Jahr lang nicht mehr als 200 Millisievert erhalten darf. Aus der Sicht moderner Standards ist es unmöglich, ständig im Weltraum zu sein, oder sehr lange Reisen unternehmen. Eine Person erhält die maximale Strahlendosis in 4 Jahren von etwa 800mSv (4×200 = 800mSv, weitere 200mSv sind eine Reserve für unvorhergesehene Umstände). Rekordverdächtige Kosmonauten verbrachten etwa 850 Tage im Weltraum, der verstorbene Poljakow 678 Tage. Wenn alle Standards eingehalten werden, die vom Strahlenschutzdienst für bemannte Raumflüge gefordert werden, wird die Lebensdauer der Kosmonauten um nicht mehr als 3 Jahre reduziert. Das ist natürlich reine Mathematik, die Realität sieht etwas anders aus. Bei einer Sonneneruptionen sind die Mediziner machtlos, da die Strahlendosis im Vergleich zur ungestörten Periode um das 200-300-fache ansteigt. Dies verursacht die unmittelbaren Auswirkungen der Strahlenbelastung: Schwindel, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Leistungsminderung – für einen Kosmonauten ist dies ein gefährliches Phänomen. Selbst die DNA werden geschädigt und bei der täglichen Zellteilung von etwa 700 Milliarden Zellen, werden auch die geschädigten DNA kopiert, was im Laufe der Zeit entartete Zellen entstehen, die eines Tages zum Krebs und Tod führen…

    Für den Schutz vor kosmischer Strahlung als auch vor Atomunfällen wurden und werden immer neue Strategien und Medikamente entwickelt. Bei Atomunfällen werden z.B. die verstrahlten Arbeiter mit Stammzellen behandelt. Hier möchte ich aber auf ein natürliches Schutzsystem eingehen, das schon vor 750 Millionen Jahren durch die Evolution entwickelt wurde. Es findet sich bei allen Tieren und auch beim Menschen: Das Vitamin D-System gegen die Strahlen der Sonne. Dieses System ermöglicht es über das aktivierte Vitamin D-Hormon hunderte von Genen abzuschalten. So wird im täglichen Zyklus bei einem funktionierenden Vitamin D-System am Tage das Kopieren der Daten gestoppt und im Schutz der Nacht wieder gestartet. Hier ergibt sich die Frage: Kann das evolutionäre System auch gegen nukleare Strahlung wirksam sein?

    Ja, schon im Jahre 2003 konnte eine Studie der Bundeswehr nachweisen, dass Hautzellen mit Vitamin D-Hormon vor den Schäden mit ionisierenden Strahlen geschützt wurden, auch israelische Forscher konnten das bestätigen.

    Den besten Beweis für den Schutz durch Vitamin D3 wurde bei den Atombomben-Versuchen in der Südsee (Bikini-Atoll) geliefert. Die dortigen Menschen waren den Strahlen noch stärker und länger ausgesetzt als die zuschauenden Soldaten auf den Schiffen. Spätere Erkrankungen wie z.B. Leukämie fand man aber hauptsächlich bei Soldaten, während die Menschen der Südsee mit ihren hohen D3 Spiegel kaum an Krebs erkrankten. Dies unterstützt die Auffassung, dass ein hoher, tropischer Vitamin-D-Spiegel vor Strahlung schützt.

    In einer Studie von Haq SH, AlAfaleq NO, Johari RA wurde bewiesen, das Vitamin D3 unsere DNA vor oxidativen Schäden schützt. Oxidative Schäden, dazu gehören auch Strahlen unterschiedlicher Art, an unserem Erbgut werden als Ursache einer Vielzahl von Krankheiten angesehen. Vitamin D spielt offenbar eine wichtige Rolle beim Schutz unserer DNA vor solchen Schäden. Die Autoren schreiben dazu: „Diese Studie hat gezeigt, dass die Oxidation von DNA durch Wasserstoffperoxid umfangreiche DNA-Schäden zur Folge hatte, was zur Polyubiquitierung von Histonen führte. Die Vorbehandlung mit Vitamin D3 machte jedoch die durch Wasserstoffperoxid induzierte DNA-Schadenskaskade vollständig rückgängig und schützte die DNA.“

    Schon während der Skylab-Missionen hat die NASA den Raumfahrer Vitamin D3 verabreicht, die Dosen von 500 IE D3 waren aber sehr gering, so das kaum eine Wirkung entstand. Auch erste Versuche auf der Mir wurden gemacht. Heute bekommen neugeboren Babys um die 800 IE D3. Hier möchte ich anmerken, das in der BRD in den 50er und 60er Jahren jedes neugeborenes Baby eine D3 Dosierung von 400.000 IE bekam.

    Medizinische Beweise

    Es wäre doch interessant zu wissen, was passiert mit unseren Blutwerten wenn wir als auch Kosmonauten einen tropischen D3 Spiegel von 80-90ng bekommen? Auch dazu haben ich umfangreiche Datenbestände, darunter von einem renommierten deutschen Arzt, Buchautor und Teilnehmer an verschiedenen medizinischen Kongressen. Dazu der folgender Fall: Ein Mann mit 79 Jahren, 90kg Gewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und eingeschränkte Nierenfunktion. Sein D3 Spiegel vor der Therapie betrug um die 10ng, also sehr niedrig. Nach zwei Monaten hat der Patient einen D3 Spiegel von 75ng und folgende Blutwerte erreicht:

    – Niere gebessert: Kreatinin sinkt von 1,36 auf 1,32 mg/dl
    – Diabetes gebessert: Hba1c Langzeitwert sinkt von 6,3 auf 6,0 %
    – Knochen gebessert: AP (alkalische Phosphatase) sinkt von 114 auf 98 U/l
    – Herzinsuffizienz gebessert: NT-proBNP sinkt von 1537 auf 1377 pg/ml
    – Calcium optimal von 2,33 ng/ml

    Unsere Organe darunter das Herz und Niere wurden schon nach kurzer Zeit gestärkt, für die Raumfahrer wäre das von besonderer Bedeutung, da auch die Knochen in der Schwerelosigkeit deutlich an Masse verlieren, etwa 1-2% pro Monat im Orbit.

    Aktuelle Sorgen

    Gegenwärtig besteht die weltweite Sorge von einen möglichen Nuklearszenario in der Ukraine, die Sorgen sind berechtigt, ein Atomunfall oder eine Nuklearschlag sind möglich. Russische Abgeordnete fordern immer wieder, möge Russland die westlichen Ländern mit Atomwaffen angreifen, und Putin selbst erklärte, dass Russland alle ihm zur Verfügung stehenden Verteidigungsmittel, einschließlich Atomwaffen, einsetzen werde… Nun lese ich auf dem russischen Portal für öffentliche Beschaffung… , dass eine Position für den Kauf von Kaliumiodid in Höhe von fast fünf Millionen Rubel erschienen ist. Der Kauf ist dringend, da nur 4 Tage für das Verfahren vorgesehen sind.

    Die pharmazeutische Industrie der Russischen Föderation hat die Nachfrage nach bestimmten Komponenten stark erhöht. Die Nachfrage nach Kaliumjodidpräparaten (eingenommen bei drohender nuklearer Verseuchung) hat zugenommen. Strahlungspillen in großen Mengen werden vom Staat gekauft. Die Russen stürmen auch Apotheken, um sich mit Jod einzudecken. Auch hier gilt, ein hoher tropischer Vitamin D-3 Spiegel mit Jodpräparaten ist unverzichtbar. In Deutschland haben nur 15% einen gesunden D3 Spiegel.

    Nachtrag

    Ein russischer Soldat berichtet: das seine Einheit von 2.000 Soldaten fast vollständig zerstört ist, nur etwa 20 sind am Leben geblieben.

    https://www.youtube.com/watch?v=AJlSbbVFDs4&t=136s

  10. Gerhard Kowalski sagt:

    Vielen Dank für diese detaillierte Vorlesung in Sachen Radiostrahlung.

    G. Kowalski

  11. Jewgeni-7 sagt:

    Stalin und die R-7 Trägerrakete (Semjorka)

    Im Artikel des berühmten Schriftstellers Fjodor Abramow „Вокруг да около“ gibt es eine solche Episode. Ein alter Kollektivbauer, der die alte Ordnung lobt, äußert folgenden Satz: „Unter Genosse Stalin flogen wir zum Mond und hielten dort eine Garnison. Und unser glatzköpfiger Narr (er spricht so respektlos über Chruschtschow.) jetzt starten nur noch gehörnte Bälle und Mischlinge in den Himmel (hier meint der Autor Sputnik-1 und Laika). “

    Im Jahr 1946, als die Sowjetunion in Trümmern lag und Essen nur auf Karten verteilt wurde, da wurden ein Plan geboren, der vorsah zwei Menschen in den Weltraum zu befördern. Die Autoren dieses Projekts, Michail Tichonarwow und Nikolai Chernyschew, schrieben im Mai 1946 ein Brief an das Staatsoberhaupt Stalin, darin lesen wir: “ Wir haben ein Projekt einer sowjetischen Höhenrakete entwickelt, um zwei Personen und wissenschaftliche Ausrüstung auf eine Höhe von 190 Kilometern zu heben… Die außergewöhnlichen Aussichten, die sich aus der Weiterentwicklung des Projekts ergeben, die wir bereits durchdacht haben, zwingen uns, Genosse Stalin, mit der Bitte um Unterstützung bei der Entwicklung von Arbeiten an Sie, die darauf abzielen, den Ruhm unseres Vaterlandes zu steigern und den Horizont der Wissenschaft zu erweitern“

    Zu diesem Brief erließ Stalin eine Resolution: „… Es ist ein interessanter Vorschlag, den man für die Umsetzung in Betracht ziehen sollte.“ Auch Koroljow hat diesen Vorschlag zunächst positiv bewertet. Damit wurde der erster Grundstein für einen Flug eines Menschen in den Weltraum unter Stalin gelegt.

    Die R-7-Raketenfamilie hat eine Hintergrundgeschichte, die schon 1949 begann. Das Hauptereignis, das den Verlauf der Arbeit an der Schaffung russischer Modelle der Raketentechnologie bestimmte, war ein Treffen von Vertretern des Verteidigungsministeriums, dem Leiter von Gau ND Yakovlev, dem Rüstungsminister D.F. Ustinov und Vertretern der Industrie, dem Leiter von NII-10 V.I. Kuznetsov, dem Leiter von NII-88 L.R. Honor und dem Chefkonstrukteur von OKB-1 NII-88 S. Koroljow im Büro von I. Stalin Anfang 1949.

    Damals stand die Frage der Einführung der R-1-Rakete die heftig diskutiert wurde. N. Jakowlew sprach, und er glaubte, dass die R-1-Rakete nicht übernommen werden könne, da sie nur eine Flugreichweite von 270 km hat und… Zudem ist es nicht ausreichend ausgearbeitet, denn viele Starts endeten in einem Unfall. Als S. Koroljow das Wort erteilt wurde, kritisierte er scharf die Meinung von N. Jakowlew und erinnerte an seine Zurückhaltung, die Katjuscha auch wegen der großen Streuung…

    Nachdem er beiden Seiten zugehört hatte, äußerte J. Stalin die folgende Meinung: „Ich denke, dass das Militär immer noch Recht hat. Wir brauchen keine Waffe mit diesen Eigenschaften. Aber ich glaube, dass die Raketentechnologie eine große Zukunft hat. Die Rakete muss in Dienst gestellt werden. Und lassen Sie die Kameraden Erfahrungen im Betrieb von Raketen sammeln. Bitten wir Genossen Koroljow, die nächste Rakete genauer zu machen, um unser Militär nicht zu verärgern“.

    Damit waren die Hände von S.P. Koroljows ungebunden. Er bekam endlich die Autonomie, die er brauchte. Denn Stalins Meinung war zugleich ein Befehl, dem niemand ungehorsam sein konnte. Oder könnte Stalins Meinung anders gewesen sein?

    Unmittelbar nach der Gründung von OKB-1 im Jahr 1946, als Teil von NII-88, entschied Koroljow, dass er auf der Grundlage von aus Deutschland exportierten Materialien in der Lage sein würde, sein eigenes, „verbessertes“ Modell der deutschen V-2-Rakete zu schaffen. Nachdem Stalin von D. Ustinov von Koroljows Absicht erfahren hatte, verbot er ihm, Änderungen oder „Verbesserungen“ vorzunehmen. Stalin sagte dazu: „Zuerst wirst du die Rakete reproduzieren, und dann wirst du deine eigene machen“.

    So erhielt Koroljow schließlich Anfang 1949 dieses Recht, „sein eigenes zu tun“, direkt aus dem Mund Stalins.

    Sofort begann Arbeiten zu der „verbesserten“ R-2-Rakete und die Forschungsthemen zu der N-1 Trägerrakete als auch zu N-2 und N-3 wurden geöffnet, um die Richtung für die weitere Entwicklung von Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3000 km zu finden. Im Rahmen des N-1-Themas wurden verschiedene Schemata von ein- und zweistufigen Raketen mit sequentiellem und parallelem Betrieb der Triebwerke der 1. und 2. Stufe untersucht.

    Und nach fünfeinhalb Jahren kehrte diese Idee eines bemannten Fluges wirklich zurück. Am 13. Februar 1953, zwei Wochen vor seinem Tod, unterzeichnete Stalin ein Dekret des Ministerrates, das sich auf den Beginn der Forschungsarbeiten zum Thema „Theoretische und experimentelle Forschung zur Schaffung einer zweistufigen ballistischen Rakete mit einer Flugreichweite von 7.000 – 8.000 km“ bezog. Diese Rakete war die legendäre R-7 (Koroljows „Sieben“), die im Oktober 1957 den ersten künstlichen Erdsatelliten in den Weltraum schoss. Und dann, basierend auf der Modernisierung der „Sieben“, wurde eine Rakete geschaffen, die Wostok-1 mit Juri Gagarin in die Erdumlaufbahn schickte.

    Damit hat Josef Stalin auch zur Entwicklung der sowjetischen Raumfahrt einen hohen Beitrag geleistet.

    Durch historische Untersuchung ist mir auch bekannt, wenn Stalin nicht gestorben wäre, wäre Gagarin nicht geflogen. Die bloße Tatsache, in den besetzten Gebieten zu leben, hatte keinen Einfluss auf das Leben einer Person in der Zukunft, dafür wurden sie nicht inhaftiert oder verfolgt. Dies war jedoch ein persönliches Manko und könnte der Karriere schaden. Es bestand also eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass, wenn Josef Stalin noch ein paar Jahre gelebt hätte, eine andere Person der erste Kosmonaut geworden wäre.

    Der andere Stalin

    Einige Russen glauben noch heute, dass die Sowjetunion nur dank Stalin als erstes in den Weltraum flog. Sie sagen, dass unter ihm diese Militärprogramme begannen, die sich schließlich in ein Weltraumprogramm verwandelten. Wenn wir aber uns ansehen, was auf dem Gebiet der Raumfahrt in der Stalin-Ära vor sich ging, müssen wir uns unweigerlich fragen, ob es einen geheimen Plan gab (etwas übertrieben), die russische Raumfahrt im Keim zu ersticken. Hier die 11 anderen Errungenschaften von Stalins Kosmonautik, die Ermordung und Verhaftung vieler Raketanfachleute, darunter die Schöpfer der Katjuscha:

    1. S. Koroljow, einer der Hauptschöpfer der sowjetischen Raketen- und Weltraumtechnologie, wurde am 27. Juni 1938 festgenommen.

    2. General Gonor, Direktor von NII-88, wo Koroljow, Makejew und andere arbeiteten, wurde 1953 verhaftet.
    3. J. Kondratjuk, der die optimale Flugbahn zum Mond berechnete, wurde 1931 verhaftet.

    4. R. Bartini, über den Koroljow sagte: „Wir alle verdanken Bartini sehr, sehr viel, ohne Bartini gäbe es keinen Satelliten“, 1938 verhaftet.

    5. Boris Viktorovich Rauschenbach – 1942 ins Exil geschickt.
    6. Der Direktor des Raketenforschungsinstituts, der Schöpfer der Katjuscha, Kleimenov, wurde am 10. Januar 1938 erschossen.
    7. Langemak, ein Spezialist für Feststoffraketen, wurde 1938 gefoltert und erschossen.

    8. Wladimir Artemjew, ein sowjetischer Raketenkonstrukteur, Gewinner von zwei Stalin-Preisen des 1. (1941) und 2. Grades (1943). Ein Krater auf der Rückseite des Mondes ist nach Artemjew benannt, wurde 1923 zu einer Haftstrafe von 3 Jahren verurteilt und im Zwangslager Solowezki inhaftiert.

    9. W. Gluschko, ein Spezialist für Raketentriebwerke und der zukünftige Generalplaner des Energia-Buran-Komplexes, wurde inhaftiert.

    10. Raketendesigner Voskresensky – die zukünftige rechte Hand von Koroljow verhaftet.

    11. Michail Tuchatschewski, war einer der ersten Marschäle der Sowjetunion, gründete das RNII, arbeitete an der Konstruktion von Raketentriebwerken auf flüssigem Treibstoff, wurde des Verrats beschuldigt und am 12.Juni 1937 erschossen.

    Nach seiner Verhaftung, um sich zu schützen, schreibt Koroljow Briefe an die Behörden. Einer von ihnen ist direkt an Stalin gerichtet: „Meine persönliche Situation ist so ekelhaft und schrecklich, dass ich Sie um Fürsprache und Hilfe bitten muss …“ Die Hilfe kam… er wurde am 21 April 1939 zu 10 Jahren Arbeitslager nach Kolyma verfrachtet.

    Der Physiker und Lokalhistoriker Semyon Bonfeld in dem Artikel „Als Katjuscha in der Wiege lag“ (1987), der Langemak gewidmet war, schreibt dazu:

    „Das Mutterland scheute keine Kosten für die Entwicklung der Raketentechnologie. Ein Kampf mit dem Faschismus zeichnete sich ab. Es war notwendig, dem Feind voll bewaffnet zu begegnen. „Katjuscha“ wurde lange Zeit geboren, die riesige Arbeit und das Talent vieler herausragender Designer trugen zu ihrer Entstehung bei. Sie hätten früher erscheinen können, wenn nicht der Tornado ungerechtfertigter Repression über das Land hinweggefegt wäre und auch auf die RNII gefallen wäre. 1938 starben I.T. Kleymenov und G.E. Langemak unschuldig, andere Spezialisten, darunter S.P. Koroljow, wurden verletzt. Das Raketengeschäft wurde so getroffen, dass es, wie es scheint, unmöglich wäre, sich zu erholen. Aber diejenigen, die selbstlos blieben, setzten fort, was sie begonnen hatten. Die Weltspitze hier ist bei uns geblieben.“

  12. Gerhard Kowalski sagt:

    Die von Ihnen dargestellte spannende Geschichte habe ich u. a. teilweise in dem Dokumentenband „Sadatscha ossoboj gossudarstwennoj washnosti“ (1945-1959) nachgelesen.

    G. Kowalski

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