Moskau, 23. Mai 2026 – Russland hat am Samstag den 60. Jahrestag der Gründung der ersten zivilen Kosmonautenabteilung begangen. Sie entstand am 23. Mai 1964 auf Initiative des Leiters und Chefkonstrukteurs des Besonderen Konstruktionsbüros Nr. 1 (OKB-1), Sergej Koroljow, als Ergänzung zum vier Jahre zuvor gebildeten militärischen Kosmonautenkorps. Koroljow wollte, dass im Weltraum Menschen arbeiten, die über gründliche Kenntnisse der Raumschiffsysteme verfügen, wie es in einem TASS-Bericht heißt.
Der erste zivile Kosmonaut der damaligen Sowjetunion war Konstantin Feoktistow, der im OKB-1 gearbeitet hat. Er war an der Entwicklung der Wostok- und Woßchod-Raumschiffe beteiligt und leitete dann den Bau des Sojus-Nachfolgers. Gemeinsam mit den Militärkosmonauten Oberst Wladimir Komarow und Hauptmann Boris Jegorow absolvierte er den ersten Flug mit einem Raumschiff der Woßchod-Serie. Swetlana Sawizkaja absolvierte im Juli 1984 als erste Frau der Welt mit Wladimir Dshanibekow einen Ausstieg aus der Raumstation Salut-7 in den freien Raum.
Insgesamt haben zivile Angehörige des OKB-1 und seines Nachfolgers RKK Energija an 97 Raumflügen teilgenommen und dabei mehr als 30 Jahre im All gearbeitet. Absoluter Langzeitflugweltrekordler ist Oleg Kononenko mit 1.110 Tagen, 14 Stunden, 58 Minuten und 37 Sekunden bei seinen 5 Missionen.
