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München, 11. Juni 2013 — Europas führendes Raumfahrtunternehmen Astrium hat von der Europäischen Weltraumorganisation ESA den Auftrag für das Nutzlastmodul für die kommende Astronomie-Mission Euclid erhalten, die 2020 starten soll. Astrium werde ein vollständig integriertes Modul liefern, in dem ein Silikonkarbid-Teleskop (SiC) mit 1,2 Metern Durchmesser und die wissenschaftlichen Instrumente für die Mission untergebracht seien, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Euclid ist das zweite „Medium Class“-Projekt im Cosmic Vision-Programm der ESA. Mit dem Ziel, den Ursprung der immer schnelleren Ausdehnung des Universums zu verstehen, bildet Euclid die Geometrie des dunklen Universums in beispielloser Genauigkeit ab. Euclid verbindet dabei auf einzigartige Weise zwei Verfahren zum Messen dieser Geometrie: schwache Gravitationslinseneffekte und Galaxienclustering.

Schwache Gravitationslinseneffekte werden durch sehr genaue Messungen jeder Verzerrung der Galaxienbilder aufgrund von unsichtbarer Materie zwischen den Galaxien und der Erde beobachtet. Dadurch und durch die Verteilung der Galaxien im Weltraum und deren Entwicklung im Laufe der kosmologischen Zeit kann Euclid Wissenschaftlern bei der Beantwortung von Fragen über die Art der dunklen Energie und der dunklen Materie helfen.

Euclid wird dem Unternehmen zufolge hochauflösende Aufnahmen in der Tiefe des Weltraums machen und sammeln, indem das Raumfahrzeug alle 80 Minuten einmal gedreht wird. Innerhalb von sechs Jahren beobachte Euclid mehr als ein Drittel des Weltalls und messe dabei die Formen und Abstände von mehr als zwei Milliarden Galaxien.

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