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Russland testet erfolgreich weltweit ersten Explosionsraketenmotor einer neuen Generation

LOGO NPO EnergomaschMoskau.  5. September 2016 —  Russland hat den weltweit ersten Explosionsraketenmotor einer neuen Generation mit ökologisch sauberem Treibstoff erfolgreich getestet. Das teilte die Wissenschaftliche Produktionsvereinigung (NPO) Energomasch mit. Der Test habe im Juli/August im Speziallabor für Explosionsflüssigkeitstriebwerke der Produktionsvereinigung auf der Grundlage eines Sauerstoff/Kerosin-Gemischs stattgefunden.

Die Bedeutung dieses Erfolgs für den nationalen Triebwerksbau sei schwer zu überschätzen,  sagte Chefkonstrukteur Wladimir Tschwanow. Man sei in zweijähriger Arbeit zu diesem Erfolg gelangt. Solche Triebwerke hätten eine Zukunft.

An  den Forschungsarbeiten haben den Angaben zufolge auch Vertreter der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) und des Moskauer Luftfahrtinstituts (MAI) teilgenommen.

Eine kurze Filmsequenz über das Triebwerk kann man in der Video-Galerie Nr. 133 auf der Homepage von Roskosmos (www.roscosmos.ru) sehen.

© Gerhard Kowalski

8 comments to Russland testet erfolgreich weltweit ersten Explosionsraketenmotor einer neuen Generation

  • Jewgeni-7

    Herr Kowalski,

    wenn sie schreiben das Russland erfolgreich weltweit den ersten Explosionsraketenmotor einer neuen Generation getestet hat,so ist die Formulierung für einen Raketeningenieur schon etwas schmerzhaft. Es bedeutet die Zerstörung der Trägerrakete.

    Explosion kommt von взрыв,davon kann keine Rede sein,es sind 60-200 mini Detonation in Sekunde.

    So ein Triebwerk bezeichnen wir импульсный детонационный двигатель (IDD –Triebwerk),oder auch Pulse detonation engine. Bei der Verbrennung,also der Detonation,handelt sich um eine Explosion bei der die Ausbreitung der chemischen Reaktion mit einer Stosswelle (2-3 km/s oder auch mehr) gekoppelt ist.

    In heutigen Triebwerken erfolgt die Verbrennung nach dem Prinzip der Deflagration (deflagrare = abbrennen),ein Verbrennungsvorgang bei dem der Explosionsdruck nur durch die entstehenden und sich ausdehnenden Gase hervorgerufen wird.

  • Gerhard Kowalski

    Ich weiß das,und zwar von Ihnen!
    Und so wird es auch in einer TASS-Meldung beschrieben,die ich nicht verwendet habe.

    Ich habe mich erst einmal genau an die Worte des Chefkonstrukteurs gehalten,ohne Kommentar (den ich bei Ihnen oder aus dem Internet „ausleihen“müsste,da ich selbst keine Ahnung von der Materie habe),also als nackte Tatsache.

    Vielleicht entspinnt sich ja eine Diskussion zu diesem Thema,dann kann ich auch Ihre Meinung dazu verbreiten. Aber ich glaube eher nicht daran. Das ist alles noch Zukunftsmusik.

    GK

  • Jewgeni-7

    Der Begriff Detonation kommt aus dem französisch von détoner (lat. = detonare). Erstmals wurde der Begriff in der wissenschaftlichen Publikation „Traité élémentaire de chimie“in Paris 1789 veröffentlicht. Danach folgten viele wissenschaftlich Arbeiten und Entdeckungen. Bahnbrechend sind die Arbeiten der 30/40- Jahre von Zeldowitsch,John von Neumann und von Werner Döring (das ZND Modell).

    Das OKB Ljukin hat schon 2013 ein Detonations Triebwerk für die Luftfahrt getestet,dazu in russisch:

    „По оценке конструкторского бюро,новые двигатели позволят увеличить тяговооруженность самолетов в 1,5-2 раза. Кроме того,при использовании таких силовых установок дальность полета или масса авиационных средств поражения могут увеличиться на 30-50 процентов. При этом удельный вес новых двигателей будет в 1,5-2 раза меньше аналогичного показателя обычных реактивных силовых установок“

    Ein Jahr später wurde ein kleines Korrektur-Detonations Triebwerk für Satelliten entwickelt,war zu sehen auf einigen russischen Messen.

    Nun ja,bis der Durchbruch in der (russischen) Raumfahrt gelingt,werden aber noch Jahrzehnte vergehen. Die Verbrennug in einen Detonationstriebwerk ist 100 bis 1000 mal intensiver als in den heutigen Triebwerken,zeugt somit von extremer effektivität der Entwicklung. Die Temperatur in der Brennkammer kann bis zu 6000 Grad erreichen,auch die Belstungen der Wellen auf die Wände,sind schon gewaltig,das sind aber für mich keine signifikante Hindernisse. Bremsklotz ist natürlich der russische Rubel.

  • Gerhard Kowalski

    Danke für die –wie immer –ausgezeichneten Hintergrundinformationen.
    Das klingt alles sehr nach einem Top-Wissenschaftler und Intimkenner der sowjetisch-russischen Raumfahrt.
    Da könnte man neidisch werden. Aber eine solche Veranlagung habe ich nicht.

    Ich muss bei meinem Leisten bleiben.

    GK

  • Jewgeni-7

    IDD Triebwerke sind noch weitere Zukunft,aber in 4-5 Jahren ist ein neues Transportraumschiff für die ISS,ein TGK PG (Транспортный Грузовой Корабль Повышенной Грузоподъемности) in Sicht.

    Am 11 Dezember 2015 wurde ein Vertrag zwischen Roskosmos und RKK Energija für die Vorplanung des TGK PG bis Dezember 2016 unterzeichnet,hat einen Wert von 249726,50 Rubel.

    Start um 2020
    Startmasse 8185 kg
    Nutzlast mit Treibstoff 3400 kg
    Volumen bei 18 m3
    Triebwerke mit mehr Schub

    Einsatzdauer bis 370 Tage,laut Dokumenten auch bei Sojus-MS und Progress-MS vorgesehen.

    Die kurzfristige Entwicklung ist möglich durch die Weiterentwicklung der Sojus-2.1b Trägerrakete mit einer neuen Nutzlastverkleidung und den Einsatz technologischer Lösungen von Progress-MS und Progress M-UM. Mit mehr Schubleistung wird auch eine effektive Korrektur der ISS möglich sein. Nach Beendigung der ISS Arbeit wird das neue Raumschiff auch die Abbremsung der Raumstation einleiten

  • Gerhard Kowalski

    Das weiß ich alles.

    Ich habe das nur nicht gemacht,weil ich ja etwas kürzer treten und mich verstärkt Hintergrundthemen widmen will.
    Das neue Frachtraumschiff spielt sicher eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Besatzung des ISS-Segments.

    Übrigens:was versteckt sich hinter Abkürzung UM bei den Progress-Raumschiffen?

    Um bemannte Starts werde ich mich aber auch weiter regelmäßig kümmern.

    GK

  • Jewgeni-7

    Bei Progress M-UM handelt sich um ein Kopplungsmodul,der Start ist für 2018 vorgesehen,soll später mit NAUKA und NEM die neue russische Raumstation bilden. Wurde schon 2014 fertiggestellt.

    Startmasse bei 4750 kg mit 700 kg Nutzlast
    Volumen 19 m3
    Durchmesser 3,3 Meter
    Kupplungsstutzen 6 Stück,darunter für NAUKA,NEM
    Lebensdauer mehr als 30 Jahre,bis etwa 2050

  • Gerhard Kowalski

    UM kenne ich nur als uslovoj modul oder PRITSCHAL,aber nicht im Zusammenhang mit Progress.

    GK

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