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Russische Startpläne geraten heftig durcheinander

Moskau,  5. April 2017 —  Die russische Raumfahrt hat erhebliche Probleme mit der Einhaltung ihrer Startpläne. So muss der zweite Start der neuen schweren Trägerrakete Angara-A5 auf 2018 und der der leichten Angara-1.2 auf 2019 verschoben werden,  teilte der Generaldirektor des Herstellers Chrunitschew,  Andrej Kalinowski, am Mittwoch in der Zeitung Kommersant mit. Als Grund nannte er unter anderem die Verlagerung der Produktion dieser Raketen vom Mutterbetrieb ins sibirische Omsk. Die Erststarts beider Träger hatten 2014 stattgefunden.

Auch der bereits mehrfach verschobene Start des Mehrzweck-Labormoduls (MLM) Nauka (Wissenschaft) zur Internationalen Raumstation ISS steht offenbar erneut infrage. Bislang soll er noch im Dezember erfolgen. Nun meldet aber die Nachrichtenagentur TASS, dass er nicht früher als Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 stattfinden kann. Als Grund gibt die Agentur eine Verschmutzung der Treibstoffleitungen durch Metallspäne an. Deshalb müssten auch die Treibstofftanks aufgeschnitten und wieder zusammengeschweißt werden, was mindestens ein Jahr in Anspruch nehme.

Sollte die Agenturmeldung zutreffen,  die sich auf eine nicht näher genannte Quelle aus der Branche beruft,  hätte das auch enorme Konsequenzen für das ISS-Programm. Denn Russland hat gerade die Zahl seiner Kosmonauten in der Station aus „Effektivitätsgründen“ von drei auf zwei verringert. Diese Maßnahme soll ausdrücklich bis zum Start von Nauka gelten.

© Gerhard Kowalski

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