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Viel, viel mehr als eine Familiengeschichte: Das Buch ASTRONAUTEN von Insa Thiele-Eich und Gerhard Thiele (Rezension)

Credit:G. Kowalski

Der Titel des Buches ist erst einmal eine charmante Übertreibung. Denn von den beiden Autoren ist bislang nur einer Astronaut – Gerhard Thiele. Tochter Insa Thiele-Eich (auf dem Foto mit Astronaut Reinhold Ewald) will es erst noch werden – und zwar mit Hilfe des Start-ups Die Astronautin,  das von der Raumfahrtmanagerin Claudia Kessler ins Leben gerufen wurde.

Charmant untertrieben ist indes der Untertitel Eine Familiengeschichte. Denn dieses Buch, das von den bisweilen kontroversen Ansichten zweier Generationen erzählt, die nicht nur die Liebe zur Raumfahrt verbindet, ist weitaus mehr. Es ist ein Lehrbuch für die heutige junge Generation. Hier kann sie nachlesen, was und wie man in seinem Leben etwas erreichen kann, wenn man nur den dafür nötigen Fleiß sowie  die Konsequenz und die Zielstrebigkeit aufbringt. Und das Ziel muss dann nicht ausschließlich der Astronautenberuf sein, obwohl das hier der Fall ist. Diese Qualitäten werden auch in allen anderen Bereichen gebraucht, wo man ebenfalls „kosmische“  Höhen anstreben kann. Und so hat auch Insa Thiele-Eich nüchtern angedeutet, dass für sie die Welt nicht untergeht, sollte sie es – aus welchem Grund auch immer – nicht in den Weltraum schaffen.

Das Buch, das bisweilen auch enzyklopädische Züge trägt,  etwa durch eine Statistik über alle Frauen, die bisher in den Weltraum geflogen sind, erscheint gerade zum rechten Moment. Denn unser ESA-Astronaut Alexander Gerst,  der derzeit bei seiner  zweiten Mission in der Internationalen Raumstation ISS unterwegs ist, hat mit seinem perfekten Spiel in den sozialen Medien einen regelrechten Raumfahrt-Hype ausgelöst. Die junge Generation interessiert sich auf einmal wieder mehr für die Raumfahrt und die technischen Wissenschaften, die eine immer größere Rolle in unserem Leben spielen.

Die promovierte Meteorologin Insa Thiele-Eich, die als Jugendliche während des Trainings ihres Vaters in den USA mit Astronautenkindern aufgewachsen ist, hat beruflich quasi schon den ersten Schritt in den Weltraum getan. Bleibt zu wünschen, dass ihr auch der zweite gelingt und sich genügend Sponsoren für das Unternehmen finden, das 2020  stattfinden soll. Sie wäre dann nach 11 deutschen Männern – ihr Vater war der 10. –  die erste deutsche Frau im All und zugleich das erste Kind eines deutschen Astronauten, das in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Bislang gibt es nur drei solcher Raumfahrer-Dynastien –  zwei russische und eine amerikanische.

Zudem könnte sie dann höchstpersönlich das Wort von Juri Gagarin aus dem Jahre 1961 überprüfen, der auf die Reporter-Frage, welcher Wind denn im Weltall wehe, antwortete: Der Wind der Zukunft.

Insa Thiele-Eich &  Gerhard Thiele

mit Deborah Weinbuch

ASTRONAUTEN

Eine Familiengeschichte

Verlag Komplett-Media GmbH,  München/Grünwald

ISBN:  978-3-8312-0472-4

(c) Gerhard Kowalski

 

 

 

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