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Sojus MS-14 koppelt im zweiten Anlauf problemlos an ISS an –  Roboter Skybot F-850 vor intensiven Tests

Credit:GK Roskosmos

Moskau,  27. August 2019 —   Nach der misslungenen Kopplung vom Samstag am Poisk-Modul hat das russische Raumschiff Sojus MS-14 am Dienstag im zweiten Versuch problemlos an der Internationalen Raumstation ISS  angelegt. Das Manöver fand um 5.08 Uhr deutscher Zeit am Swesda-Modul statt,  teilte die GK Roskosmos mit. Damit kann der erste russische humanoide Roboter Skybot F-850 als einziger „Passagier“  in die Station „umsteigen“,  wo er knapp zwei Wochen lang auf Herz und Nieren getestet werden soll. Der erste Kopplungsversuch war wegen eines defekten Signalverstärkers im Annäherungs- und Kopplungssystem Kurs gescheitert.

Die Hauptaufgabe des Experiments mit dem 180 Zentimeter großen und 160 Kilogramm schweren Roboter,  der nicht speziell für den Weltraum,  sondern für den Katastrophenschutz gebaut wurde,  besteht in der Erprobung der Interaktion mit dem Menschen. Dazu werden seine Bewegungen von dem Kosmonauten Alexander Skworzow gesteuert. Bereits bei den nächsten Flügen sind Außenbordeinsätze geplant. Denn die künftige Aufgabe des Roboters besteht insbesondere in der Ersetzung des Menschen bei gefährlichen Arbeiten.

Wie Chefkonstrukteur Alexej Bogdanow betonte,  stammen die wesentlichen Komponenten des Roboters aus Importen. Nur 32 der 48 Motoren seien aus einheimischer Produktion. Leider habe sich ein deutsches Unternehmen geweigert,  spezielle Motoren zu liefern,  so dass man diese inzwischen selbst bauen müsse.

Das Raumschiff bringt neben dem Roboter,  der früher unter dem Namen FEDOR (Final Experimental Demonstration Object Research) bekannt wurde,  auch wissenschaftliche Experimente,  medizinische Ausrüstungen,  Lebensmittel und Päckchen für die russisch-amerikanisch-italienische Besatzung auf die Umlaufbahn. Die Rückkehr ist für den 6. September geplant.

Die Mission ist zudem als Raketentest angelegt. Denn bei ihr kam erstmals in der bemannten Raumfahrt der digitale Träger Sojus-2.1a mit einer nunmehr russischen Steuerung zum Einsatz. Er wurde bereits bei unbemannten Missionen mit Progress-Frachtern erprobt. Die neue Rakete löst künftig die Sojus-FG ab,  die noch eine ukrainische Steuerung hat und im September letztmalig bemannt fliegt. Der erste echte bemannte Sojus-2.1a-Start soll im März kommenden Jahres stattfinden.

© Gerhard Kowalski

 

 

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