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Crew Dragon mit vier Astronauten auf dem Weg zur ISS –   USA melden sich in der bemannten Raumfahrt zurück

Credit:NASA

Cape Canaveral,  16. November 2020 —  Neun Jahre nach dem Ende des Space Shuttle-Programms melden sich die USA mit einem neuen eigenen System in der bemannten Raumfahrt zurück. Der Crew Dragon des SpaceX-Konzerns von Elon Musk hob am Sonntag um 19:27 Uhr Ortszeit  (Montag 01:27 Uhr deutscher Zeit) mit drei NASA–  und einem japanischen Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab und nahm Kurs auf die Internationale Raumstation ISS.

Die Ankopplung ist für Dienstag 5:27 Uhr geplant,  was allerdings zu einem Protest des russischen Kommandanten Sergej Ryshikow führte. Denn der Start des Crew Dragon musste wegen schlechten Wetters um einen Tag verschoben werden. Dadurch werden Ryshikow und sein Landsmann Sergej Kudj-Swertschkow unglücklicherweise bei ihren Vorbereitungen auf einen Ausstieg am Mittwoch gestört.

In der ISS werden der Crew-1-Kommandant Michael Hopkins  und Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Shannon Walker und Soichi Noguchi neben den Russen von der Amerikanerin Kathleen Rubins erwartet,  die derzeit die 64. Stammbesatzung bilden. Die Neuankömmlinge schließen sich dem Trio an und arbeiten in den kommenden sechs Monaten ein höchst anspruchsvolles wissenschaftliches Forschungsprogramm ab.

Für Hopkins und Walker ist das bereits der zweite Besuch in der ISS,  für den Japaner als erstem internationalen Passagier von SpaceX sogar der dritte. Glover ist Weltraumneuling.

NASA-Chef Jim Bridenstine nannte die Premieren-Mission einen „weiteren großen Sprung“  bei der Kommerzialisierung der astronautischen Raumfahrt. Die NASA werde einer von „vielen Kunden in einem sehr robusten kommerziellen Markt im erdnahen Orbit“  sein,  sagte er.

Die US-Weltraumbehörde,  die mit den Russen,  Kanadiern,  Europäern und Japanern die ISS aus der Taufe gehoben hat,  wird sich mit dem Beginn der privaten Raumfahrtmissionen von SpaceX und dann auch Boeing nur noch auf die Vermittlung von Astronauten der Partneragenturen für Mitflüge zur Station beschränken. Voraussetzung ist dabei die angemessene Beteiligung an den Betriebskosten. Einer der ersten Kandidaten ist dabei der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer,  der bereits im kommenden Jahr zur ISS fliegen soll.

Ansonsten will sich die NASA fortan vor allem dem Mond,  dem Mars und dem fernen Weltraum widmen. Nach dem Präsidentenwechsel von Donald Trump zu Joe Biden zeichnet sich hier allerdings schon eine Änderung offenbar zu Gunsten des Kampfes gegen den Klimawandel ab.

© Gerhard Kowalski

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