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Kalenderblatt 21. September –  1. Todestag von Sigmund Jähn

Credit:G. Kowalski

Berlin,  21. September 2020 —  Deutschlands Raumfahrtgemeinde gedenkt am heutigen Montag Sigmund Jähns. Der erste Deutsche im All war am 21. September vergangenen Jahres völlig unerwartet im Alter von 82 Jahren verstorben. Anlässlich des ersten Todestages legen viele Raumfahrtfreunde Blumen an seinem Grab auf dem Friedhof in seinem Wohnort Strausberg bei Berlin nieder.

Der NVA-Offizier Jähn hatte 1978 zusammen mit seinem sowjetischen Kommandanten Waleri Bykowski eine Woche lang in der Raumstation Salut 6 wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Damit wurde die DDR nach der UdSSR,  den USA,  der CSSR und der Volksrepublik Polen das fünfte Land der Welt mit einem eigenen Raumfahrer.

Nach der Wende wirkte Jähn als Berater für die nunmehr gesamtdeutsche und die westeuropäische Raumfahrt. In dieser Eigenschaft war er maßgeblich an der Vorbereitung von fünf bundesdeutschen Astronauten auf ihre Flüge mit russischen Kosmonauten zur Raumstation MIR und dann zur ISS beteiligt. Unter ihnen war auch Ulf Merbold,  der die DDR aus politischen Gründen vor dem Bau der Mauer verlassen hatte und fünf Jahre nach Jähn als zweiter Deutscher mit einem US-Shuttle ins All geflogen ist. Jähn und Merbold stammen übrigens beide aus dem Vogtland –  ersterer aus dem sächsischen, der andere aus dem thüringischen Teil. Vielleicht hat das dazu beigetragen,  dass sie trotz ihrer entgegengesetzten politischen Positionen Freunde wurden.

Die Deutsche Raumfahrtausstellung in Jähns Geburtsort Morgenröthe-Rautenkranz ehrt das Andenken des Verstorbenen mit einer Sonderschau,  die nicht zuletzt die enge Verbundenheit mit seiner vogtländischen Heimat dokumentiert.

Unter dem Titel „Wettlauf ins All –  Zwei Deutsche erobern den Kosmos“  sendet die ARD am 3. Oktober,  dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit,  um 16:45 Uhr einen Film über Jähn und Merbold. Am 27. Dezember folgt um 20:15 Uhr im MDR das 90-minütige Porträt „Sigmund Jähn –  Ein Vogtländer im Weltraum“.

Rechtzeitig zum 1. Todestag erscheint am Montag zudem das 9. Studio-Album von Stern Meissen unter dem Titel „Freiheit ist“. Einer der 14  Songs ist Sigmund Jähn gewidmet:  „In den Kosmos 2020“. Das Lied steht schon länger auf dem Programm der Combo,  erlebt aber jetzt erst seine Platten-Premiere.

Zum 21. September wird ferner vom Hamburger Label Tapete Records auch das DDR-Lied “Ich,  Sigmund Jähn“  vom Ende der 1970er Jahre veröffentlicht. Es war irgendwann auf einem Flohmarkt in einer Kiste mit alten ORWO-Tonbändern entdeckt worden. Die Sängerin Charlie Keller,  die heute in Bayern leben soll, schwärmt darin:  „Flieg,  Raumkapsel flieg,  was für ein Sieg für unser Land!“  Dennoch hatte der Titel damals aus welchen Gründen auch immer nicht das Licht der Welt erblickt.

© Gerhard Kowalski

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